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Full text of "Vorlesungen über die kunde hebräischer handschriften, deren sammlungen und verzeichnisse;"

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JOHN AMORY LOWELL, 



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Beihefte 



zum 



Centralblatt für Bibliothekswesen 



Herausgegeben 



von 



Dr. O. 

Bibliothcksdiroktor a. D. iu Marburg 



Siebenter Band 

umfassend Heft 19—22 



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Leipzif^ 

Otto Harrassowitz 
1897-99 



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Inhalt. 



Die hier aDgegebenen, für den Band fortlaufenden Seitenzahlen 

stehen nnter dem Texte. 

i>eite 

3 Heft 19: Steinschneider, M., Vorlesungen über die Kunde 
" hebräischer Handschriften, deren Sammlungen und 

Verzeichnisse l — 110 

.:^ „ 20: Milkau,F., Central^taloge und Titeldrucke. Mit35Taf. 

^ und l^Tabelle 111—261 

, 21: Heiland, Karl, Die Lutherdrucke der Erlanger Uni- 

~" versitätsbibliothek aus den Jahren 1518—1523 . . . 262—334 

22: Bauch, Gustav, Geschichte des Leipziger FrUhhuma- 
" nismus mit besonderer BUtiksicht auf die Streitigkeiten 

zwischen Konrad Wimpina und Martin Meilerstadt . 335—528 



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Beihefte 



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zum ^■ 

Centralblatt für Bibliothekswesen 






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Vorlesunge 



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die Kunde hebräischer Han 



deren Sammlungen und Verzeichnisse 



von 



Moritz Steinschneider 



Mit einer Schrifttafel 



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Leipzig 

Otto Harrassowitz 

1897 



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Vorlesungen 

über 



die Kunde hebräischer Handschriften, 

deren Sammlungen und Verzeichnisse 



von 



Moritz Steinschneider 



Mit einer Schrifttafel 



XIX. Beiheft zum Centralblatt für Bibliothekswesen 



Leipzig 

Otto Harrassowitz 

1897 



Vorrede. 



Für die angemessene Beurteilung dieses Bfiehleins mögen einige 
Mitteilungen über dessen Ursprung vorangehen. Zum ersten und wahr- 
scheinlich zum letzten Male gebe ich eine der Vorlesungen über jüdische 
Litteratur heraus, welche ich in der Veitel Heine Ephraim'schen Lehr- 
anstalt i) seit dem Wintersemester 1859/60 gehalten habe, und zwar 
in verschiedene Gruppen geteilt: Einleitung in die jüdische Litteratur 
des Mittelalters (incl. der Schriften in nichthebräischer Sprache); Philo- 
sophische und religions- philosophische Litteratur der Juden mit be- 
sonderer Rücksicht auf die der Araber; Geschichtliche Litteratur; 
Biographieen berühmter Gelehrter des X. und XI. Jahrb.; Haiachische 
(gesetzliche) Litteratur vom Schlufs des Talmuds^ bis Josef Karo (Mitte 
XVI. Jahrb.); Die arabische Litteratur der Juden. 

Meine Vorlesungshefte entstanden aus materiellen Notizen, welche 
man dem Gedächtnis allein nicht überlassen kann. Für die Darstellung 
der leitenden Ideen mit Hinweisung auf parallele Erscheinungen in 
anderen Litteraturen , nebst Untersuchungen über deren Ursprung 
und etwaigen historischen Zusammenhang, für die kritischen und 
methodischen Anleitungen betreffs der Quellen und der regelrechten 
Folgerungen, auf welche ich aus verschiedenen Gründen besonderes 
Gewicht legte, genügten wenige Schlagwörter oder aphoristische Sätze. 

Wenn überhaupt der charakteristische Unterschied zwischen aka- 
demischer Vorlesung und Lehrbuch festzuhalten ist, so war er hier 
durch die besonderen Verhältnisse verschärft. Die Veitersche Lehr- 
anstalt ist noch heute die einzige jüdischen Ui'sprungs, welche nicht 
religiösen oder gar rituellen und Kultus -Zwecken zu dienen hat 



1) Über dieselbe s. „Blätter aus der Veitel Heine Ephrjiimschen Lehr- 
anstalt'', Berlin 18G2. 



— IV — 

oder einer derartigen Kontrolle unterliegt. Lehrer und Zuhörer stehen 
unter keinerlei konfessioneller Beschränkung, ihre Disciplin diktiert 
allein die strenge Wissenschaft. Mit verhältnismäfsig gering gewordenen 
Mitteln, aber unabhängig von frommer Wohlthätigkeit, haben die Lehrer 
nur das Bewufstsein eines freien Wii'kens, die Schüler die einzige 
Wohlthat wohlwollender Belehrung im Auge. Allein die Verschieden- 
heit der letzteren an Vaterland (von Kiew und Rom bis New York), 
Sprache und namentlich Vorbildung, welche die Universitätsmatrikel 
bei Ausländern in so geringem Mafse verlangt, bieten dem Vortrage 
ungewöhnliche Schwierigkeiten, während der Verfasser eines Buches 
einen bestimmten Grad der Bildung seiner Leser voraussetzen darf. 
Die formale Vorbildung mancher Zuhörer läfst leider noch oft viel zu 
wünschen übrig, die materielle praktische Stofifkenntnis läfst leicht dem 
Besitzer manches übei^flüssig und langweilig erscheinen, was methodisch 
erforderlich ist.*) 

Zu diesen subjektiven Bedenklichkeiten kommen äufsere Schwierig- 
keiten in Bezug auf die Kenntnisnahme und Zugänglichkeit der Hülfs- 
mittel und der Quellen. Die jüdische Litteratur bietet dem Forscher 
das Schicksal Ahasvers — ewige Wanderung auf fremden Gebieten. 
Wie viel und wie vielerlei, allerdings auch viel Spreii unter dem Weizen, 
ist nicht in den letzten 60 Jahren auf den verschiedensten Gebieten, 
durch die verschiedenartigsten Organe, in allen möglichen Sprachen, 
selbst Dänisch, Russisch, Rumänisch und Ungarisch, mehr ausgestreut 
als gesammelt worden! Für abschliefsende Werke ist teilweise 
noch jetzt nicht die Zeit gekommen. Vorlesungen konnten mit den 
Forschungen weiter gehen oder auf Künftiges hinweisen. 

Ich habe mich entschlossen, die gegenwärtigen Vorlesungen 
über die Kunde hebräischer Handschriften,^) gehalten seit ungefähr 
20 Jahren, als solche herauszugeben, also nicht in ein Lehrbuch 
oder Handbuch zu verwandeln, wozu allerlei Mittel und persönliche 
Anstrengungen gehören, denen meine Verhältnisse und mein hohes 
Alter nicht entsprechen. Ich glaube, der Gegenstand, der meines 
Wissens bis jetzt noch auf keiner Lehranstalt eine selbständige 
Pflege gefunden hat, sei bedeutend genug, um namentlich als 



1) Eine bekannte Anekdote illustriert dergleichen. Jemand fragt: Wozu 
steht: "^^iSK (Psalm 84) im Gebetbuch? das weüjs ja ein jeder auswendig! 

2) Auf diehebr. Drucke (vgl. den Artikel: Jüdische Typographie 
in Ersch und Gruber und Cat. Bodl. sectio III: Typographi) ist nur in ähn- 
lichen Fällen hingewiesen, s. unten S. 3 A. 5. 



— V — 

Beitrag zur Quellenkunde in Lehranstalten nnd Universitäten vor- 
getragen, in Monographieen oder Encyklopädieen ansgefährt zn werden. 
Der Stoff meiner Vorlesungen ist gelegentlich zusammengetragen 
bei der Sammlung von Materialien fUr die Kataloge der Bodleiana 
(1852—60), der Bibliotheken in Leyden (1858), München (1875 und 
1895), Berlin (1878 und 1897), Hamburg (1878) und verschiedener 
Privatbibliotheken, aus welchen daher auch vorzugsweise die Belege 
genommen sind. Fflr die Anordnung dieses Stoffes konnte ich kein 
mafsgebendes Muster auf einem anderen Gebiete finden. <) Bei der 
schriftlichen Formgebung leitete mich die Absicht, die Grundzttge 
einer künftigen Monographie oder auch einer Vorlesung vorzuzeichnen, 
worin kein zur Sache gehöriger einzelner Gegenstand oder Gesichts- 
punkt gänzlich übergangen oder ohne jeden faktischen Beleg und die 
Hinweisung auf reichere Zusammenstellungen geblieben sei. Richtig- 
keit und Sicherheit der Fakten, Folgerichtigkeit und mindestens Wahr- 
scheinlichkeit der Auffassung und des Zusammenhanges sind ftir eine 
derartige Grundlegung wesentlich, Vollständigkeit des Stoffes ist vor- 
läufig nur als frommer Wunsch anzusehen; daher sind auch die Zu- 
sätze und Berichtigungen, obwohl das druckfertige Ms. vor etwa zwei 
Jahren der geehrten Red. des Centralblattes zuerst vorgelegt worden, 
auf das Nötigste beschränkt. 

Die ungewöhnliche Knappheit des Ausdruckes, wie die Ab- 
kürzung wiederkehrender Citate hat wohl in der Beschaffenheit des 
zu Grunde liegenden Kollegienheftes ihren Ursprung, ihre Berechtigung 
jedoch in der Absicht, ein Schriftchen zu liefern, das auch Weniger- 
bemittelte nicht durch seinen Preis abschrecke. 

Zur leichten und schnellen Auffindung sowohl ganzer Paragraphen, 
als auch einzelner Schlagwörter (Namen von Orten, Personen, Be- 
zeichnungen verschiedener Art, technische Ausdrücke in verschiedenen 
Sprachen) 2) dient die der Reihenfolge der Paragraphen entnommene 
kurze Inhaltsübersicht und das nach den einzelnen Materien ge- 
ordnete dreifache Register, welches ich nicht als mein Eigentum 



1) Blafs, Birt, Gardthausen, die ich erst nachträglich zn Rate 
ziehen konnte, beruhen auf wesentlich anderer Grundlage. — Eine allgemeine 
Bibliographie bietet Simmeis Antiquar - Katalog 16 (Leipz. 1896): Schrift- 
wesen, Buchwesen, Bibliothekonomie. 

2) Die in der Druckerei fehlenden arabischen Typen muljste ich 
durch hebräische, so gut als das möglich, ersetzen; ich habe sie durch eine 
Oberlinie hervorgehoben, das Arabische im Register abgesondert. 



— VI — 

ausgeben darf, and das fuhrt mich zum Schlüsse anf die wesentliche 
Hülfe, deren ich mich bei der Aasftthrang des Ganzen zu erfreuen hatte. 
Seit einigen Jahren, in denen ich mich der Abnahme meiner 
Energie als einer natnrgemäfsen Erscheinung ftlgen gelernt, hat mir 
die befreundete Kollegin, Frl. Adeline Goldberg, bei der Mnndierung, 
Anordnung von Registern, wie bei der Korrektur meiner letzten gi'öfseren 

Schriften (u. a. Katalog München 2. Aufl., Verzeichnis Berlin, 2. Abt.) 

mit einer persönlichen Befähigung und freundschaftlichen Hingebung 
beigestanden, welche mehr leisteten als specifische Fachkunde. Sie hat 
namentlich bei diesen Vorlesungen Hand, Auge und Kopf angelegt, 
um die meinigen zu schonen und zu ersetzen; ich wünsche, dafs der 
Dank dafür von den Lesern empfunden werde. Mein Dank gebührt 
auch dem gelehrten Freunde Dr. Porges, Gemeinderabbiner in Leipzig, 
für seine entgegenkommende Teilnahme an der Korrektur. 

Geschrieben in Carlshorst bei Berlin, 
Anfang September 1897. 

Moritz Steinschneider. 



Zur SchrifttafeL 



Die 1. Kolumne enthält Quadratlettern ohne Besonderheiten; 
darauf folgen merkliche Abweichungen des spanischen, italienischen, 
deutsch -französischen oder orientalischen Charakters der rabbinischen 
oder kursiven Schrift; die letzten Formen sind die seit etwa zwei 
Jahrhunderten vorzugsweise in Deutschland und Nordosteuropa üblichen, 
deren vollständiges Alphabet man in verschiedenen Fibeln und Vor- 
schriftstabellen ßndet. 



— vn - 



Zusätze und Berichtigungen. 



S. 6. über "bhn 'o ein mir unzugänglicher Art. in nßs^n I. Peters- 
burg 1886 (Rev. fit. j. XIV, 133). 
S. 9 Z. 8 y. n. Esra: Eine interessante Mitteilung bei Josef Sambari 
(Mediaeval Jew. Chron. ed. Neubauer I, 118). — A. 29. Die 
Empfehlungsschrift der deutschen und sefaradischen Gemeinden 
in London für Kennicott und Bruns edierte aus dem Original 
(Ms. Bodl. 2596) A. Neubauer im Letterbode XI (1845/6) 8. 82—6. 

S. 10 A. 36. S. auch H. L. Strack, Über verloren gegangene Handschr. 
des A. T., in Semitic Studies in Memory of Dr. Alex. Kohut, 
Berlin 1897, 8. 560—72. 

8. 12 A. 44 (Vokale). S. M. Lambert in Rev. fit. j. XVIII, 123. 

8. 13 A. 50. Mischna, Tr. Para^ punktiert, aus einem Ms. des Kom- 
mentars von Maijnonides, ediert Lamlsert in Revue des fitudes 
j. XIV, 269. 

8. 17. Der Arzt Moses Rimos „pergaminerius" wäre nach Vogelstein 
und Rieger (Gesch. d. Juden in Rom I, 453) Pergamenthändler 
oder Pergamentfabrikant gewesen? 

8. 20 Z. 16. Wechsel sind nicht von Juden erfunden; sie kommen 
in Marseille 1248 vor; s. Isidor Loeb, Rev. d. fit. j. XVI, 80. 

8. 23 Z. 10 (Tintenrezepte). 8. auch Berliner, Gesch. d. Juden in Rom 
I, 126 zu 8. 38. 

S. 25 ff. Im alten Rom gab es einen jüdischen Tiermaler Eulogius 
(Vogelstein u. Rieger 1. c. I, 61, 63); der Abscheu vor bildlichen 
Darstellungen (1. c. S. 71) ist nicht so allgemein hinzustellen; 
Moses Castellazzo, ein Maler ("i'^"'S, oder nni^ i'^-'s^n), in Venedig 
1523, wird von David Reubeni erwähnt (Mediaeval Jew. Chron. II, 
150/1, Vogelstein und Rieger 1. c. II, 122). — Otto von Leixner 
(Die bildenden Künste in ihrer geschichtl. Entwickelung, Stuttgart 
1880, 8. 74) spricht von Härte und „Schönheitshafs (!) der 
Hebräer^, der wohl in einem anderen Hafs zu suchen ist. 

S. 28 A. 40. Das Facsimile der Erzählungen bei Gaster, Report („of 
Montefiore College") for the year 1894/5 and 1895/6, Ramsgate, 
berechtigt keineswegs zu den damit verbundenen Hypothesen. — 
Daselbst A. 42 „Amin" (oder „Emin") p. 336. 



— vni — 

S. 30 Z. 3 V. u. lies tos. 

8. 46 (Arithmogr.). Die 5 Finalbuchstaben für 500—900 im XIV. Jahrh. 
8. HB. VI, 52; vgl. Vogelstein u. Rieger 1. c. I, 392. 

S. 49. Was ist -^aüs us-^k in Ms. Urbin. 7 (1469)? — § 19. David 
Magrabi (XVI. Jahrb.), an den Händen gelähmt, schrieb Ritualia 
mit dem Munde! (Gutachten des Menachem Asarja Fano f. 35 ^ 
bei J. Sambari, Mediaeval Jew. Chron. I, 160.) 

S. 51. Schreiber in Rom s. bei Vogelstein u. Rieger 1. c. I, 277; dafs 
solche eine Zunft gebildet zu haben scheinen (das. I, 330), wäre 
ei*st zu begründen. 

8. 53 unten. Das Register zu Neubauers Mediaeval Jew. Chron. bietet 
eine grofse Anzahl geographischer, hervorgehobener Namen ; der 
Bearbeiter war der Sache nicht gewachsen. — Z. 3 v. u. „ihn" del. 

8. 55. Nach Poznanski (Rev. £t. j. XXXV, 216) berechnen alle Karaiten 
die alexandr. Aera 312 ?? — (Daselbst) Ms. Halberstam 124 enthält 
Petach Deharaj^ beendet 16. Tammus 233 von dem 76jährigen 
Moses; das Akrost. "pirrcnn nis^ ist nicht aufgeklärt (Bacher, Rev. 
fit. j. XXIX, 295). 

8. 63 Z. 20 1. VII, 82. 

8. 90. Mss. in Palästina beschreiben: Harkavy in Chadaschim etc. n. 6 
(1895), A. M. Luncz, Kalender für d. J. 5657 8. 81—83; — in 
Jerusalem Ch. Hirschensohn in der hebr. Zeitschr. Hamisderona 
(Rev. fit. j. XIV, 133). 

8. 91 Z. 7 u. 8 V. u. 1. Mss. statt Ms. 



\ 



IX — 



Abklirzimgen. 



A. = Anmerkung. 
Bibl. = Bibliothek. 
Bodl. = Bodleiana. 
Buchh. ^= Buchhändler. 
Katal. = Katalog. 

CB. = Catal. libr. hebr. in Bibl. Bodl., dig. M. Steinschneider, 

Berlin 1852 — 60. 
Ed. = editio; ed. = edidit. 
Gg. = A. Geiger, Wiss. Zeitschr. I— VI, 1835ff. — Gg. j. = 

Jüd. Zeitschr. I — IX, 1862 ff. 
HB. = Hebr. Bibliographie , redig. von M. Steinschneider, 
Berlin, I— VHI, 1858—1865, IX— XX, 1869—1882. 
HÜb. = D. Hebr. Übersetzungen etc. von M. Steinschneider. 
Iiitbl. (LB.) = liiteraturblatt d. Orient, her. von J. Füret, Leipzig, 

I— XI, Orient XII, 1840—51. 
Mag. = Magazin für d. Wiss. d. Jndenth., herausgeg. v. A. 
Berliner u. s. w., Berlin, I— XIX, 1874 — 92. 
Mn. = München. 
Mtschr. = Monatsschr. f. d. Gesch. u. Wiss. d. Judenth., herausgeg. 
von Z. Frankel u. s. w. seit 1851. 
Wolf = Wolfins , Bibliotheca Hebraica, Hamburg, I — IV, 
1715—33. 
Bev. Et j. =: Revue des fitndes juives, Paris seit 1880. 

ZDMG. = Zeitschrift der Deutschen morgenl. Gesc]lsch., Leipzig 
1846. 
Andere Abkürzungen findet man in HÜb. p. IV — VI. 



— X — 






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Inhaltsübersicht. 



Einleitmiy. 

§ 2. Inhalt, Umfang, Quellen S. 1; Verhältnis von Ms. und Druck 8. — 
§ 3. Rituelle Mss., Taggin 4 ; Material 5. — § 4. Bibelmss. 6. — § 5. Vokale 
und Zeichen 9. — § ti. Punktation 13; Unterscheidungszeichen 16. 

I* Kapitel. 

§ 7. Stoff IT; Geschichte des Papiers 18. — § 8. Wasserzeichen 21. — 
§ 9. Benennungen für Buch u. s. w. 22; Linien, Tinte 23; Palimpsest, Schreib- 
rohr 24. — § 10. Kalligraphie, Ornamentik 24. — § 11. Schrift 27; Facsimile, 
Abbreviaturen 31. 

n. Kapitel. 

§ 1 2. Codex und Band 32 ; Integrität des Codex, Einband, Buchbinder 33 ; 
Cnstoden, Fragmentencodex 31. — § 13. Integrität eines Werkes, Betrug :i 5. 
— § 14. Formeln an Anfang und Ende 35. — ^ 15. Inouisition und Censur 36; 
Canon (Codex) puriticatioDis 37. — § lö. Besitzer, Formeln 39; Protokoll, 
Preise 4n; Flüche und Verwünschungen 41; Abbreviaturen und Chiffren 42; 
Kandnoten , Namen , Notizen 43. - §17. Abschreiber 43; Autograph, 
Kollation, Korrektheit 44. — § 18. Textkritik 44; Namen ftlr Kopie, Kopisten 
u. 8. w. 45; Epigraph, Arithmogryphen 46; ein abgedroschener Reim (Gen. 49, 
21), Formeln, Esel auf der Leiter 47. — § 19. Materieller Inhalt der Epigraphe, 
Schritt der linken Hand, Brille u. s. w., poetischer Stofsseufzer der Kopisten 49; 
Schnelligkeit, Lohn 50; kritischer Wert der Kopieen 51. — § 2ü. Verzeich- 
nisse von Abschreibern, die ältesten Abschr. 51; Geographisches 52; Chrono- 
logisches, Datierung, Alter der Mss. 54; Namenkunde 56. 

III. Kapitel (Sammlungen und Verzeichnisse). 

§ 21. Allgemeines, Quellen (Nachträge zu Zunz) 57. — § 22. Institute 
und Gemeinden 60. — §23. Verzeichnisse (Nachtrag zu Zunz 62; christliche 
(ielehrte 64). — § 24. Buchhändler 65. — § 25. Öffentliche Bibliotheken 68: 
Spanien und Portugal 69; Italien (Rom, (Jesena, Florenz, Turin, Modena, 
Mailand, Parma, Venedig, Neapel) 69. - § 26. Frankreich 75. — § 27. Eng- 

l«in/1 7»:- MiJlanrl TQ- T'tüiK^niArk. So.hwßdftn. RiifslAnd S1; Stc.hwßiz 84. — § 2S. 

, Wolfenbttttel, 
Siiddeutschland 
8»; Palästina 90 
(u. Zusätze). 




§ 1. Der Inhalt dieser Vorlesungen könnte als ein Bestandteil 
der Einleitung in die jüdische Litteratnr angesehen werden. Wenn 
anch die hier behandelten Gegenstände als etwas Äufserliches er- 
scheinen, so giebt es in der That anf dem Gebiete des Geistes nichts 
absolut Änfserliches ; es kommt nur auf den Betrachter an. Wenige 
Beispiele Über den Zusammenhang solcher vermeintlichen Änfserlich- 
keiten mit den eigentlichen Ideen, an welchen die Litteraturgeschichte 
sich entwickelt, werden genügen. 

Wenn wir wissen, dafs die meisten hebräischen Hss. aus und auf 
Italien kommen (vgl. Berliner, Ein Gang durch die Bibliotheken Italiens, 
Berlin 1877, S. 8), so ist dies nur durch die Kultur jenes Landes, 
durch die Aufnahme vertriebener Spanier und deutscher Auswanderer 
(im Norden) erklärlich. Selbst der äufsere Charakter der Schrift führt 
auf engere Beziehungen. Der gotische „Spitzbogen^ in altdeutschen 
liebräischen Hss. beweist, dafs die Abgeschlossenheit der Juden Deutsch- 
lands nicht jeden litterarischen Einflufs hinderte. Aber auch tiefere 
Blicke ergeben sich z. B. aus den Epilogen der Abschreiber (§ 18) 
von denen z. B. Feller (Codd. mss. bibl. Paulin. in acad. Lips. 1688) 
einige versus leonini mitteilt, u. a. (p. 441): „Explicit, expliceat || bibere 
(ludere) scriptor eat*'; oder (p. 442): „Scnptoris dona sint bos et pulchra 
puella"; oder (p. 443, 450): „Explicit hoc totum || infunde da mihi 
potnm"; oder (p. 444): „gaudeo perscripsi Moyses, tibi grande volumen, 
II hoc scio, tu nosti, plnres novere laborem**.') Die jüdischen Epiloge 
sind fast niemals frivol, sie rühren auch nicht von Mönchen her. 

Die neuere Zeit hat sich mit anscheinend übeimäfsigem Eifer auf 
die Bibliographie geworfen; allein zwischen blinden Nachäffern, un- 
wissenden Spöttern und unberufenen Kritikern mufs man unbeirrt seines 
Weges gehen, allerdings auch das Ziel nicht aus den Augen verlieren. 

§ 2. Das Gebiet, das wir im Auge haben, ist grofs und weit, und 
wollten wir zu Anfang ein kleines Bild aufrollen, so könnte es uns 
wie Moses ergehen, dafs wir das gelobte Land schauen, aber nicht 
hineinkommen. Das gilt auch in Bezug auf allgemeine Quellen. 
Eine Monographie über unsern Gegenstand existiert nicht, aber eine 



1) S. anch das Gedicht in Cod. Corp. Chr. bei Coxe n. 69 p. 863. 

1 
Beiheft 19. 1 



2 — 

Anzahl von Büchern und Abhandlungen, Aufsätzen und Notizen, wie 
sie gerade hier so leicht wuchern, tlber eine Menge von Einzelheiten, 
von denen die wichtigsten an ihrer Stelle genannt werden sollen; 
manches, an entlegenem Orte Gebotene ist mir wohl entgangen. Das 
meiste Material aus älterer Zeit ist fleifsig gesammelt in J. Ohr. 
Wolf, Bibliotheca Hebraica, Bd. II und IV (1721, 1732), nach ver- 
schiedenen Rubriken (deren Index im IV. Bande), — woraus de Rossi 
verschiedene Monogi*aphieen geschöpft hat; — bei Zunz, Zur Geschichte 
u. Lit (1845); in der Einleitung zu meinem Oat. Bodl. 1860; über Fürsts 
Zur Geschichte der Bibliographie im 3. Bande seiner Bibl. Jnd. (1863) 
8. unten § 25. Manches findet sich in den Einleitungen zum alten 
Testament und in Gesenins' Geschichte der hebräischen Schrift, jedoch 
nur bis zum Mittelalter.^) 

Die Geschichte der jüdischen Bücherkunde kann von der der 
Litteraturgeschichte nicht getrennt werden. Einen Abrifs der Schicksale 
dieser jungen Wissenschaft hat Zunz in der Einleitung seines Werkes 
,,Zur Geschichte und Litteratur" gegeben; vgl. auch seine Einleitung 
zur Litteraturgeschichte der synagogalen Poesie. Wenn er mit der, 
ihm eigenen, an Bitterkeit streifenden Schäife die christlichen Gelehrten 
geifselt, denen das Studium der jüdischen Geistesprodukte nicht ein 
Mittel war, diesen Geist kennen zu lernen, sondern um im Judentum 
Zeugnisse der Unvollkommenheit und die Rechtfertigung zu dessen 
Aufhebung zu finden: so hat er doch das historische Faktum nicht 
verschwiegen, dafs die wissenschaftliche Form erst durch jene 
Männer von wissenschaftlicher Bildung auf den spröden, widerstrebenden 
Stoff übertragen worden; dafs die Juden selbst wegen ihres Schicksals 
und vermöge der religiösen Anschauung, welche von jeher dem Indi- 
viduum eine sehr untergeordnete Stellung einräumt, wenig Sinn für 
eigentliche Geschichte hatten, auch für jene Elemente, welche die 
Haltpflöcke im Strome der historischen Bewegung bilden. „Wenn das 
jüdische Mittelalter keinen Geschichtsschreiber und keinen Geschichts- 
forscher aufzuweisen hat, so darf uns das nicht wundern: Eine Nation 
in partihus verrichtet keine Thaten; ihre Leiden können Ohronisten 
und Dichter, aber nicht Geschichtsschreiber hervorbringen"; so beginnt 



2) Ich verzeichne hier wenige Schriften, deren Titel falsche Erwartungen 
erwecken könnten: K. Mühlert, Palaeographischc, gramm. und isagog. Bei- 
träge f. d. Studium d. hebr. Sprache n. Bibel, Leipzig 1825 (S. «1 — 188 Er- 
klärungen u. Untersuchungen). C. W. Wall, An examination of the ancient 
orthograpby of the Jews, 8 voll, London 1835 — 41, gr. 8°, enthält wunder- 
barerweise nichts Jüdisches. L. Bardowitz, Studien z. Gresch. der Ortho- 
graphie des Althebr., Frankfurt a. M. 1894 (VIII, 1 12 S.). über scriptio plena 
u. defect. (viel Hypothetisches). Der Rec. Bfd. [Biberfela] in Isr. Monatsschr. 
(Beil. zur JUd. Presse) 1895 Nr. 8 S. 31 meint, es sei kaum eines der Ergebnisse 
so ausreichend begründet, „dais man es als wissenschaftliche Wahrheit er- 
kennen könnte." — Dagegen bietet S. R. Driver, Notes on the H. text of 
. . . Samuel, Oxf. 1890, p. aI semitische Alphabete, p. XXX über hebr. Ortho- 

fraphie. Steglich, Schrift u. Bücherwesen der Hebräer, Leipzig 1876, be- 
andelt nur diu hebr. Altertum. 

2 



— 3 — 

Znnz seine „litteraturgeschichtliclie Eiiilcitiiu'ic'' zur Litteraturgeschichte 
der synagog. Poesie. Wie trübselig es am die Kenntnis der mittel- 
alterlichen jfidischen Autoren aussieht, belegt er damit, dafs von keinem 
berühmten Juden, der zwischen 515 — 1100 gelebt hat, der Todestag 
bekannt ist, ausgenommen, wenn er erschlagen wurde. Ans dem Zeit- 
raum von 1100 — 1400 dürften wiederum - Märtyrer abgerechnet — 
kaum von 30 berühmten Personen die Sterbetage bekannt sein, wozu 
den ansehnlichsten Beitrag die Leichensteine lieferten, nicht die Schriften. 
Und jene Leichensteine, — sie teilten nicht die Ruhe der unter ihnen 
Begrabenen, sie wurden aus verschiedenen Beweggründen und zu ver- 
schiedenen Zwecken verwendet. Die meisten Namen haben sich durch 
die Akrosticha von Dichtern erhalten, und auch diese Form, welche 
man lange als eine Entwickelung ans den alphabetischen Stücken der 
Bibel betrachten konnte, auch sie mnfs als Eigentflmlichkeit der Juden 
aufgegeben werden, seitdem man dieselben bei alten Syrern entdeckt 
hat.') In letzter Zeit erschienen Sterbetage verschiedener Personen, 
von Znnz gesammelt, unter dem Titel: „Die Monatstage des Kalender- 
jahres, ein Andenken an Hingeschiedene, Berlin 1872". Eine Fort- 
setzung von M. Kayserling („Sterbetage''), Prag 1891 (Sonderabdruck), 
betrifft nur die neueste Zeit. Die Arbeit des Forschers auf diesem 
Gebiete ist also , um ein Wortspiel zu gebrauchen , Mosaik , d. h. aus 
einzelnen Steinchen zusammengesetzt. 

Zum Schlüsse dieser einleitenden Bemerkungen möge noch etwas 
über das gegenseitige Verhältnis von „Handschriften-*' und „Bücher- 
kunde** gesagt sein. Unter Büchern im weiteren Sinne versteht man 
auch Hss., „Libri manuscripti''; allein man versteht heute unter Büchern 
im engern Sinne nur gedruckte, „libri impressi*', wodurch Handschriften 
ausgeschlossen sind. Handschriften und Drucke bezeichnen indirekt 
Periode n.4) Es giebt zwar auch Handschriften aus neuerer Zeit, aber 
fast nur Mss. für den Druck, die aus irgend einem Grunde unediert 
geblieben, oder Kopieen alter Drucke u. dgl. Als Gegensätze be- 
zeichnen Ms. und Druck nur die mechanische Art der Vervielfältigung, 
und obwohl der neue Modus des Druckes eine Epoche in der Ge- 
schichte des Geistes bildet, so dafs er als Hauptfaktor für Abtrennung 
der neueren Zeit gilt: so ist doch wiederum der Druck ans Hss. ent- 
standen. Manches, sogar der Name des Schreibers des Ms., ist auf 
älteste Drucke übergegangen. Daher findet sich in der Beziehung 
beider Arten von Büchern zum Inhalte viel Gleichartiges, andererseits 
viel Verschiedenes.^) 

3) Schon S. Cassel (Frankeis Ztschr. 1846 S. 192, vgl. J. L. § 18 A. 26), 
dann Geiger. ZDMG. (die Stelle kann ich nicht mehr finden); auch die syrische 
Masora hält Gg. (Ztschr. XI, 1.57) fiir das Vorbild der Jüdischen. 

4) Die Bedentung der Buchdruckerkunst fiir die jiid. Litteratur ist be- 
handelt in J. L. § 23 un.4 im Art. ^JUd. Typographie" in Ersch u. Gruber; 
s. auch A. Berliner, Über den Einflufs des ersten h. Buchdrucks auf d. 
Cnltns etc. Frankfurt a. M. 1S96 (Beil. zum Jahresber.). 

5) S. die Bemerkung in unserer Vorrede. 

S 



— 4 — 

§ 3. Znnächst mttssea wir unseren Gegenstand umgrenzen und 
das ausschliefsen , was hier nicht behandelt werden soll. Dahin ge- 
hören Ritualien, wie Thorarollen, Megillot (Esther), Tefillin (Gebet- 
riemen) und dergl., deren offizieller Gebrauch durch rituale Be- 
stimmungen geregelt wird. Darüber giebt es eine eigne Litteratur,^) 
in welcher am wichtigsten ist o'^iB'iö pddb, ein kleiner Traktat, welcher 
in die Talmudansgaben aufgenommen, zum Teil identisch ist mit dem 
Traktat n*nin n&o in den sogen, jerusalemischen kleinen Traktaten, 
herausgegeben nach einer Handschrift Ooronels von R. Kirchheim 
(Frankfurt a. M. 1851). Die Einleitung dazu und den Kommentar ist 
der Herausgeber schuldig geblieben. Der „Traktat der Schreiber^ ist 
nach Zunz (G. V. 95) zur Zeit der letzten Gaonim verfafst Müller 
(8. 28) bemerkt, dafs das Buch von den Gaonim nicht citiert werde.'') 
Nach Grätz (V, 428) sollen die sämtlichen kleinen Traktate in Palästina 
gesammelte Baraitas sein, deren Abschlufs in die Zeit der ersten Aus- 
breitung des Islam (Mitte des YU. Jahrh.) falle, und identisch mit den 
bKt»«^ |r-iH ^^'A D^^ttjyisn (vgl. Jüd. Lit. 8. 370, englisch p. 27), insbesondere 
soll der Traktat von den Schreibern nur Jerusalemisches, nicht Baby- 
lonisches enthalten, was schon P. Frankl (Mtschr. XX, 413, vergl. HB. 
XXI, 132) widerlegt, worauf hier nicht näher eingegangen werden 
kann.®) Die beste Ausgabe des Tr. d. Sehr, war bisher die zu Dyren- 
furt 1732 erschienene mit doppeltem Kommentar von Arje Löb Spira; 
eine neue Ausgabe mit den nötigen Beigaben besorgte Joel Müller, 
Leipzig 1878 (XLIV 8. hebr. Text und 304 S.; dazu Grätz, Mtschr. 1879 
S. 375 und Reifmann 1. c.).^) 

Von Schriften des Mittelalters ist hier als Monographie über die 
äufsere Gestalt der Schrift das Buch y^yn (Krönchen) hervorzuheben, i^) 
welches erst 1866 in Paris von Abbd Barg^s herausgegeben wurde, 
mit einer hebr. Einleitung von 8. Sachs, der sich in seiner Weise hoch 

6) Unbekannt ist nmn nßD*i «n"i «»i^*^», anfangend *^bd mttsyb n^r\n 
mitP np^'b -{"»nx T'üBTC^a bsm rp'^n ban ninn ; ein Fragment aus der sogen. 
Qenisa in Fostat zeigte mir Hr. Rechtsanwalt E. N. Adler aus London, worin 
•pan ib -p«;!: ri'o "pxa '^Kb->n a-i i^a ^^th-o ibxttji. Wenig bekannt ist ro»b^ 
"iBion von Moses Sahara [ob b. Jakob? ein Kopist bei Delitzsch zur Ausg. von 
D'^Q'^n '»■QT 1886 S. Vll], Ms. in Rom und bei El. Aschkenasi (Lb. X, 369, 
HB. X, 99). 

7) Vgl. Reifmann in V'^x 11, 165; — HB. XIX, 18; ^la^n n-^a I, 108, 

8) leb verwies hier anf meine Vorlesungen über die halachische Litte- 
ratur, wu aach von Knn kqji's'^u: n. dergl. gehandelt wird; vgl. üben A. 6. 

9) Anderes bei H. Strack, Proleg. crit in V. T. 1872 p. 12. — Eine 
latein. Bearbeitung bietet J. G. L. Adler, Jndaeorum Cod. sacr. rite scribcndi 
etc., Hamb. 1779 (De Wette, Einleit. §141). 

IG) Über den Ursprung s. Lb. Vi,. 547, die Litteratur in CB. p. 2537 
unter Schemtob ibn Gaon; Berliner, Über den Einfluis (s. A. 4) S. 35. — 
■pSKr 'o citiert Machsor bei Luzzatto, Briefe VIII, 1225. "par hia •^TssttJ« -n^re 
soll Jakob Tarn citieren, nach Wertheimer D'^btt^nn-^ -^na I, 1896, Vorr. S. 5; allem 

8. 18 steht nur D'^ai^Tpn iino. 

4 



— 5 — 

hinauf nnd weit hinaus ergeht. Dagegen entging ihm das älteste Citat 
bei Saadia, im echten Kommentar znm Buche JeziraJ') Der jener 
Ausgabe angehängte Midrasch, angeblich von Akiba, ist symbolisch 
und ethisch (eine einfachere Form bietet Ms. Schönblnm 116j; eine 
ähnliche Behandlung des Stoffes findet sich in dem gleichnamigen- 
Werkchen des Elasar Worms (Auf. XIII. Jahrh.) in einem Cyklus 
von kleinen Abhandlungen, worin die verschiedenen Elemente der 
Masora in gleicher phantastischer Weise behandelt sindJ^) 

Ähnlich vei*fährt noch später Abr. Pich es (oder Piques?), aus 
Rom stammend, wahrscheinlich im XV. Jahrh. lebend, sonst wenig be- 
kannt (Sachs L c. S. 39).' 3) Aber schon gegen Anfang des XV. Jahrh. 
bemächtigte sich die alles verschlingende Kabbala auch dieses Moments, 
und der Anonymus oder Pseudonymus Abigedor ben ha-Kana oder 
Eana etc. {rxspn oder nK^^bsn in fol. f. 41) mengt seine geheime Weis- 
heit in die Buchstabenspielerei (Sachs S. 40). i<) Eine weitere Mono- 
graphie mit ähnlicher Entwicklung, oder Umwicklung, ist das Buch des 
Simson b. Elieser (in Sachsen und in Prag um 1375), betitelt ibhu3 ■^i'^s. 
Simson bearbeitete eine Anweisung zum Schreiben der Tefillin von 
Abraham b. Mose aus Sinsheim, auch Abr. Chassan aus Heifurt 
genannt, Schüler des Meir Rothenburg (also um 1300).^^) In der 
nicht korrekten 2. Ed. Sklow 1804 ist ein vierfaches Alphabet an- 
gehängt, dessen Verfasser „Tab-Jomi" oder T»l3C VI'^-inD (f 24) sein 
Buch „Eschkol*' citiert. In diesem Autor habe ich mit S. Sachs zu- 
gleich den bekannten Jomtob Lippmann aus Mühlhausen (Anfang 
XV. Jahrh.) erkannt, in dessen nüchterner Polemik gegen das Christen- 
tum man freilich nach Geigers Schilderung (in seinen „Beiträgen^) den 
Eabbalisten nicht erkannt hätte. Auch dieses Alphabet begleitet Simson 
b. Elieser mit Anmerkungen. Es verallgemeinert die Vorschriften, aber 
ergeht sich in phantastischen Symbolen und mystischen Andeutungen 
aus verschiedenen Quellen (C. B. 1413 ff.). Im Jahre 1867 sah ich 
ein Ms. Schönblums, worin ausdrücklich „Lippmann Mühlhausen, 
der sich überall Tab-Jomi nennt", angeführt wird. 

Die ThoraroUen bieten freilich auch verschiedene andere Be- 
ziehungen, selbst ihr Material,!^) zum Teil Ledenollen, die man für 



11) Schon angeführt von Dukes, Nachal S. 24; Jew. Lit. .328 n. 22; bei 
Dr. Lowe, Hamagid 1867 S. 37; auch Ben Chananja J8t>6 S. 48 (Elasar Worms); 
Kirchheim in Forschungen des Vereins (Anh. zu Ben Ch.) n. 14 S. 199 be- 
zeichnet das Büchlein sus „Mystifikation'^! 

1 2) Mss. in d. Bodl., Vat. 18<.^, Schönbl. i 18; München 8 1 enthält nur weniges. 

13) Wolf, B. n. 1 p. 97, II p. 322, hat Sabbatai mifsverstanden ; bei 
Berliner, Gesch. d. Juden in Rom II, 122 „Fikes"; bei Rieger u. Vogelstein, 
Gesch. d. Juden in Rom II, 266 „Fiches''. 

14) Über die Zeit dieses Betrügers s. HB. XVIIl, 4; Ms. MüQchen 96; 
das J. 1492 ist 1292 aus Abulafia. 

15) Über die bessere und sehr seltene Ed. Dubiio 1796 s. Low, Requis. 
I, 231. — Ms. in Muller n. 5141 (jetzt in New York), 2 Mss. in Hamburg, n. 234. 

16) Wolf II, 321, IV, 97 (s. Low I, 123); Strack in Zeitschr. f. luther. 
Theol. 1875 S. 595. 

5 



— 6 — 

sehr alt ausgiebt, z. B. Rollen auf rotem Leder, aus Malabar von 
Bnchanan 1806 gebracht, in Cambridge, worüber s. Thom. Yeates, 
Oollation of an Indian Copy of the Hebrew Pentat. etc. (4. Cambr. 1812; 
de Wette § 14a S. 233; Schiller-Szin. Catal. I n. 1); andere Lederrollen 
ans dem Orient in Oxford, anch in Berlin mehrere Stücke, in Peters- 
burg (Firkowitz), zuletzt 2 Stücke im Besitz des Buchhändlers Alt, 
beschrieben von S. Baer (Abdruck eines Art. in Allg. Zeit., HB. X, 6), 
nach Tischendorf mindestens 1000 Jahre alt (?), also älteste Pentateuch- 
Handschrift in Europa, i^) enthält Rasuren und Korrekturen von späterer 
Hand (Baer S. 14). Das Schreiben auf Häuten hat sich vielleicht am 
längsten bei den Samarit^nem erhalten, und zwar wegen der Reinheit, 
auf Häuten von Opfertieren (Low I, 132). Eine Anweisung zur Ver- 
fertigung von Pergament (i^'^^^ia ^«3 m-n^), wozu Hundekot angewendet 
werde, s. Ms. München 246». — Über b*^ia s. Berliner im Litbl. d. Jüd. 
Presse 1872 n. 6 8. 21; Müller zu Mas. Soferim S. 7. 

Wahrscheinlich gab es neben den eigentlichen Rollen anch 
Mustercodices, worunter mehrere berühmt geworden sind,^^) wie 
z.B. der sog. „Hilleli^ (?), über welchen die Ansichten verschieden 
sind;i9) der Mustercodex, welchen Maimonides benutzte, genannt AI- 
Tadj (d. h. arab. die Krone), existierte noch im XV. Jahrh. in Haleb.-") 

§ 4. Auf die Hss. der Bibel soll hier am wenigsten eingegangen 
werden, obwohl oder weil die hebr. Handschriftenkunde von der Bibel 
ausging und sich darüber verbreitete.^ •) Daher wird eine kurze Über- 
sicht der Quellenschriften genügen, welche später nur als gelegent- 
liche Quelle auch für anderes zu benutzen sein werden. 

Es giebt verschiedene weitläufige Monographieen über einzelne 
biblische Mss., über eine Handschrift in Cassel schon 1748 von 
Jo. Ge. Schiede^^), von J. D. Michaelis in seiner Oriental. und 



17) S. jedoch § 16 A. 10, § 2(i. — Alte Dokumente wurden häufig auf 
Leder geschrieben, u. and. auf Alis Stiefel, Wellhausen, Skizzen IV. Die Italiker 
schrieben Verträge der Völker auf der Haut eines beim Abschlufs geopferten 
llcres (v. Gardthausen, Griech. Paläogr. S. 39). Nach Birt, Antik, buchw. 
S. 432 lösten Lederrollen in Kleinasien vorübergehend den Papyrus ab. 

18) Wolf II, 289, IV, 78: de exempl. Mss. antiquiss.; Koecher, Nova 
Bibl. h. II, 23; Tychsen, Tcntanien 243; Strack, Proleg. p. 14: de codd. de- 
perditis, giebt Citate au. — Emen vorhandenen sieht Berliner, Mag. II, 85 in 
Ms. De Rossi 699. Dal's es die alte Rolle in Kairo nicht sei, bezeugt der 
Chronist Josef Sambari S. 126, Ed. Beriiner S. 20. 

19) Bei Strack 1. c. p. 16 die ältesten Quellen; Jakob b. Elasar lebte 
um 1200 (s. HB. XV, 5); andere Citate HB. XI, 134; die letzte Quelle ist 
nicht Nachmanides, sondern Botarel (1409); Fürst, Kar. I, 22 will den Namen 
von Hilla ableiten! Zere wird im Arab. oft ä, vgl. •^ikIj^k für «^ibn. 

20) CB. 1930 unten; vgl. Fürst, Kar. I, 178; Strack, Proleg. 45, 122; 
nms D"ifi< ^W nKnn. Haniagid 1875 S. 153 1. i»r2 

21) Lampronti in seinem Realwörterb. s. v. ü^p '^dtq f. 94* handelt vom 

Verbrennen der h. Sehr. 

22) Dissertatt. sacrarum biga, altera e Cod. Biblior. ebr. Ms. Biblioth. 
Cassel., altera de velo tabemaculi etc. Praefat. praemisit Nie. Nonnen, 

6 



— 7 — 

exeget. Bibl. (1766 — 71). Ein Verzeichnis ^er Handschriften, zuerst 
der datierten, dann der nicht datierten, nach der Ordnung der Städte, 
mit Ausnahme von München, giebt Wolf II, 293, IV, 79 (dazu Köcher 
U, 23), daher wohl bei Rosenmüller, Handbuch II, 17 ff. und bei de 
Wette, Einleitung S. 228. — Die Verfasser jener Monographieen sind 
alle Deutsche, selbst über eine Handschrift in Deventer schrieb A. 
P. Rüekersfelder (Syll. Comm. 1761; Köcher II, 8, 45); nur über 
eine Tübinger Handschrift handelte ein Autor mit französisch klingendem 
Namen „Lo Bret", Professor in Stuttgart (Köcher p. 34). Schon 1706 
hat Joh. Heinr. Michaelis über 4 bibl. Hss. in Erfurt geschrieben, 
welche jetzt der K. Bibliothek in Berlin angehören, n. V war 1727 
nicht mehr dort (s. unten § 20); die Anregung dazu ging allerdings zum 
Teil von französischen Gelehrten, meistens Geistlichen, aus. Richard 
Simon (gest. 1712, C. B. p. 2031), der schon 1674 das ital. Werk des 
Leone da Modena über die Ritus der Juden übei'setzt hatte, erregte durch 
seine berühmte Hisioire crit. de V. T. (1678) eine lange Kontroverse, 
deren Litteratur bei Wolf U, 31 und Köcher U, 3 zu finden ist. Bern. 
Montfaucon, Verf. der Bibliotheca Bibliothecarum (1759), gab schon 
1702, im Diarium ital., über Bibliotheken und Museen „adjectis 
schetnatibus et figuris^ (engl. London 1712), Notizen über 7 Bibeln 
und einige andere Mss. in den Bibliotheken Italiens. Le Longs 
Bibliotheca Sa^a mit Zusätzen von Börner, Leipzig 1709 (neue Aus- 
gabe von Masch 1778—83 in drei starken Quartbänden), erledigt nicht 
einmal die Bibel-Drucke, über welche allein die 3 Bde. der Bibliotheca 
biblica Würtemb. Ducis, ed. a J. G. C. Adler (4. Altona 1787), wert- 
volle Nachrichten geben. 

Im Jahre 1743 lenkte Bened. Gottl. Clauswitz die Aufmerk- 
samkeit auf die Bedeutung der Bibel für die christliche Anschauung 
und Exegese (Köcher p. 23). Neue Ansichten über Bibelkritik ent- 
wickelte C. Fr. Honbigant (1742 — 53), der eine Bibel ohne Punkte 
herausgab ;'^^) jene Ansichten fanden aber wenig Anklang. Dagegen 
riefen die Bestrebungen Kennicotts (seit 1753) um Kenntnis von Varianten 
eine Flut von Schriften hervor, zum Teil über Wert und Bedeutung, 2<) 
zum Teil über einzelne Mss., namentlich in öffentlichen Bibliotheken, 
z. B. in Dresden von Karl Friedrich Bahrdt 1767, in llelmstädt von 
Joh. Ludw. Vogel (zwei Dissertationen) 1766 und (desgl.) Aug. Heinr. 
Lichtenstein 1776 — 7, von letzterem auch über Mss. in Hamburg in 



Bremae et Lips. 8» (vgl. Köcher II, 24, 32). Die 2. Diss. mit Tit. p. 227 
bis 385 + 3 war schon 1 736 gedruckt. — Den Schreiber Isak b. Baruch 
kombinierte Schiede mit Albalia (XI. Jahrh.!), mit Berufung auf Ephem. litt, 
Hamb. 1739, n. 73 u. 627, u. Chr. B. Michaelis ib. n. 92 p. 777; s. dagegen 
Znnz, Ges. Sehr. lU, SO. 

23) Prolegomena in Script. S. (nicht 1698, nach Köcher II, 4, bei Fürst I, 
415; Houb. ist geb. 1686, gest. 1783, also 97 Jahre alt); die Ausg. 1753 enthält 
das Privilegium vom Jahre 1742. 

24) Die Litteratur verzeichnet Köcher H, 38, 42 ff. 

7 



— 8 — 

seinen Paralip. er it., 4. Helmstädt 1799; über Mss. in Königsberg von 
Theod. Christ. Lilienthal 1770, eine Abhandlung von allgemeiner Be- 
deutung; Mss. in Leipzig von Karl Friedr. Bahr dt in seinen Observatt. 
er it. de Codd, niss. hehr. Bihl., Lips. 1770 (Köcher 29); in Nürnberg von 
Joh. Andreas Mich. Nagel 1772; in der Stuttgarter Konsistorialbiblio- 
thek von Jo. Fr. Le Bret (Diss. de Cod. antiquo etc.) und von J. Fr. 
Schelling mit Proben aus Exodus 20, 2.^^) 

Jo. Sal. Sem 1er lenkte (1764) die Aufmerksamkeit auf alte 
Deckel und Einbände, welche nicht selten Fragmente von Mss. ent- 
halten, die in neuerer Zeit vielfach abgelöst und aufbewahrt werden 
(Köcher p. 35). Andere Autoren (1769 — 75, bei Köcher ib.) beschreiben 
derartige Fragmente. Dahin gehöi-t Jer. Dav. Renfs, über zwei hebr. 
Fragmente in Tübingen, in seinem Buche „Beschreibung merkwürdiger 
Bücher« (1780);26) ferner H. Jolowicz, Sehe'erit Rasehi, Königsberg 
1864.2') 

Die bedeutendste und umfangreichste hierher gehörende Schrift 
ist Ol. Ger. Tychsens Tentamen de variorum Codicum hebr. V. T. 
mss. or. generibus, Rostock 1772; Tychsen macht es sich zur Aufgabe, 
Wolfs Andeutungen weiter auszuführen. Gegen Angriffe darauf lichtet 
er sein „Befreites Tentamen** 1774. Die „II. Sectio: Codicum h, bibl. 
in certas classes distributio^ (Tent. p. 134) stellt auch äufsere Ge- 
sichtspunkte auf und giebt (p. 165) eine Erklärung der beigegebenen 
Schriftproben, die nicht gelungener sind, als die des „Traitd diplom.**; 
p. 263 sind verschiedene Schriftarten behandelt. — Tychsen war 
damals noch nicht in die Voreingenommenheit gegen die Juden ver- 
fallen, welche ihn später so unbeliebt machte, dafs man am Purim ihn 
als Haman mit seinen „Bützow'schen Nebenstunden * verbrannte (HB. 
X, 173). — Eine andere Richtung verfolgte Chr. Fr. Schnurrer in 
seiner Diss. de Codicum h. V. T. mss. or. aetate diffieulter deter- 
minanda, 4. Tub. 1772; hier wird unter anderem (S. 14) das Jahr 1061 
für eine Pariser Handschrift angenommen, S. 17 wird ein Ms. in Cassel 
besprochen (s. unten Ende des §). Hervortraten auf diesem Gebiete 
die Bemühungen von Paul Jakob Bruns; seine „Erläuterung der 
Unterschriften in den hebräischen Mss. aus der jüdischen Geschichte* 
ist abgedruckt in H. E. G. Paulus, Neues Repertorium ftlr bibl. und 
morgenl. Litteratur (Teil II, Jena 1790, S. 1 — 39). Bruns war von 
KennicottfÜr eine Sammlung von Varianten beschäftigt,^*») schrieb eine 

25) Descriptio Cod. ms. h. qui Stuttgardiae in Bibl. ill. cousistorii asser- 
N'atur, praemissa est Diss. de iusto bodierni stndii quod in exeutiendis Codd. 
V. T. mss. cüllocatur pretio et moderamtoe, 8. Stuttg. 1775. — Ort und Jahr 
vou Le Bret giebt Köcher p. 34 nicht an-, ich kann sie nicht ausfindig machen. 

2«) Köcher II, 36; daraus macht Fürst III S. XXVI zwei Bücher. 

27) Jeschurun hebr. V, 107; über ein Talmudfragm. s. Forsch, des Tal- 
mud, wiss. Vereins S. 144; Neubauer, aus Einbänden, Letterb. XI, 16«; 
Bafsfreund. Fragmente in d. Stadtbibl. zu lYier, Mtschr. 1^94 05 S. 263. 

28) Seine Adversarien, auch Excerpte aus verschiedenen Oxforder Mss. 
finden sich in Ms. Berlin 5—7 qu. 

b 



— 9 — 

Apologie für Eennicott (in Eichhorns Repertoriam) , wurde aber von 
demselben mit Undank belohnt. Seine hier zu erwähnenden Schriften 
sind: De varr. lect. hibl. Kenicott Index locor. quae jussu Benj. 
Kefiicott. in codd. hehr, evolvit, abgedruckt in der Sylloge Commentt. 
theol.', er gab auch die Dissertatio in V. T. h, cum variis lect mit 
Noten heraus (Braunschweig 1783) ,2^) welche nicht vollständig in de 
Rossis Varr. Lect aufgenommen ist. Die zuerst erwähnte Abhandlung 
ist durch die Zweifel einiger Gelehrter an den Epigraphen hebräischer 
Mss. veranlafst, welche Bruns nicht ohne weiteres zu beseitigen wagte. 
Das erste Beispiel ist zwar nicht ein biblisches Ms., aber auch nur 
das erste; die übrigen sind biblische, nach Jahrh. geordnet; sein Führer 
in der jüdischen Geschichte ist Basnage , seine geschichtlichen Nach- 
richten sind noch erträglich; in der Geographie ist er sehr unsicher, 
über Personen ergeht er sich in unbegrenzten Konjekturen , so z. B. 
identifiziert er einen Abschreiber Jechiel b. Elieser mit Jechiel in Paris! 
Er erstaunt über die Menge biblischer Mss. im XV. Jahrh., deren Auf- 
zählung mehr als eine Seite (8. 31) ausfallt; — er würde noch weit 
mehr erstaunt sein, wenn nicht so viele alte Mss. zu Grunde gegangen 
wären. — Jo. Joach. Bellermann {De usu palaeogr, liehr. ad explic. 
Biblia Sacra, 4. Halae et Erfurt 1804) 3o) geht mehr auf kritische An- 
wendung der äufseren Geschichte aus, giebt aber einige Schriftproben, 
obzwar nur deutsche Charaktere.^') 

Wie aber die isolierte Behandlung eines Stoffes nicht zu ge- 
nügenden Resultaten führe, zeigt Zunz in seinem kurzen Artikel über 
die so vielfach behandelte Casseler Handschrift in der ZDMG. (XXV, 
649, abgedruckt in gesammelten Schriften Bd. 111). 

Auch allerlei Fabeln knüpfen sich an diesen Stoff, z. B. die 
angebliche Bibel von Es ras Hand in Bologna, welche die Juden 
geschenkt haben, 3^) und sonst. 

§ 5. Die ritualen Rollen und Streifen sind bekanntlich ohne Vokale 
geblieben. Die Einführung der Vokale und anderer Zeichen, nament- 
lich in Bezug auf Zeit und Vaterland, ist ein wichtiges Thema nicht 
nur der Geschichte der hebr. Schrift, sondern auch der hebr. Sprache 
und der Bibelkritik; denn erst mit der Vokalisation hatten die Arbeiten 
der Masoreten ihren vollständigen Abschlufs erreicht. Die neueste 



29) Sie enthält p. 318 eine hebr. Empfehlung Bruns' seitens der Londoner 
portugies. und deutschen Gemeinde vom Jahre 1770. 

30) 31) Vgl. Vera, der Berliner Hss. S. 53. — Lagarde (Symmieta) über- 
giefst Bellermami mit gemeinem Schimpf, welcher seiner eignen Anmalsung 
übel ansteht, s. § 28. 

32) Deppmg, deutsch S. 356, s. HB. XVI, lOS; schon erwähnt von Ahron 

Ch. Volterra, ns^cK «xn ms. Berlin 678 qu. f. 90^; vgl. auch Schreiner in 
ZDMG. XLV, 298. —Ähnliches aas Avignon bei Schiller- Szinessi, Catal. I, 110; 
vgl. iBion fi<nw (?) pins im Epigr. von ms. Rossi 699, Mag. II, 85; Neu- 
bauer, CataL Bodl. 2543; Ginsb., Masora ü'^t^hn 633, angeführt v. Neubauer, 
Letterb. XI, 157 A. 2. 

9 



— 10 — 

Zeit hat darüber änfserst wichtiges Material gebracht. Noch in den 
vierziger Jahren wurde lebhaft darüber verhandelt, ob die Pankte in 
Palästina oder Babylon zuerst eingeführt worden seien (J. L. § 16, 
Bacher in Winter und Wünsche). Abulvalid citiert (Gramm. S. 3, vgl. 
S. 51) ein Buch rKP.i:£abK (8. 13 PKmsb»), hebr. miipn, welches er 
den „Soferim" beilegt j es scheint auch die Vokale behandelt zu haben. 
Abweichungen des Bibeltextes in den beiden Landein: Palästina 
und Babylon bezeichnet man durch die Ausdrücke Madinchae und 
Marabae, •^fi^na'^n^a, •^iots^a, oder Ben Naftali und (Ahron) Ben 
Ascher, beide vor Saadia;-^^) die ersteren wurden allmählich mafs- 
gebend. Diese Abweichungen haben sich wahrscheinlich sehr früh 
eingestellt und nicht blofs in den Propheten und Hagiographen«'*) Sie 
beschränken sich auch nicht auf die Vokale, sondern erstrecken sich 
auf Accente, namentlich Hauptaccente p^üt rpo.^^) Es entstanden auch 
verschiedene Ritus des Vorlesens des Pentateuchs in einem Cyklus 
von 1 — 3 Jahren mit verschiedener Versabteilung und verschiedenen 
Verszahlen.^®) In neuester Zeit sind durch Pinner und andere ver- 
schiedene Mss. mit sog. assyrischer oder babylonischer Punktation 
bekannt geworden, welche zum Teil dem X. Jahrh. angehören 3"^) 
und meistens im Besitz von Kar alten waren oder noch sind ,3^) 
darum aber nicht ohne weiteres als karaitische Mss. anzusehen sind 
(wie bei Pinsker k'^sq S. VII). Dazu gehören Mss. des Rituals von 
Jemen, welches jetzt in verschiedenen Bibliotheken Europas zu finden 



33) Noch L. Loew IF, 111 hält sie für Karaiten, als „Ergebnis der 
neuesten Forschungen"! Perles, Sal. b. Adderet S. «5 A. 26. 

34) Geiger, Urschrift, Excurs IIl, 481 ff., j. Ztschr. I, 292, 294; vgl. 
Strack, Die bibl. und masoret. Hss. zu Tschufut Kaie, in Ztschr. flir luther. 
Theol. 1875 S. 585 ff.; Vorr. zu Proph. pr., bei Pinsker, Einl. S. 122 hebr., wo 
S. 124 über die Abweichungen beider Länder überhaupt, z.B. im Kalender 
[Joel Müller, D'^anron Ciibn, Wien 1878, aus 'nniün; dazu Ms. München 423, s. 

Mtschr. 1876 S. 370]. 

35) W. W ickes , A trcatise of the accentuation of the poetical books etc., 
1881, of the prose-books, 1887, p. 144. 

36) Rapoport in nnp nn^'^bn, aiiszüglich deutsch von Steinschneider 




p. 420 ff.; Memorialwörtcr HB. XI, 133. 

37) Biblische Mss. sind überhaupt die ältesten erhaltenen, z. B. Kennicott 
350 in Wien (Jew. L. 826 n. 80). Ein Ms. des IX. Jh. soll im Brit Mus. vor- 
handen sein (Pop.-wiss. Monatsbl. 1894 8. 2S8); ein Ms. v.J. 916 in Odessa 
(Centralbl. f. Bibliotheksw. 1889 S. 15^), jetzt in Petersburg; das Facsimile 
Strack's bei Justi, Gesch. d. oriental. Völker im Altertum (Berlin 1884) S. 382 
als älteste in Europa befindliche Bibelhandschr.; s. auch § 1 1 A. 40. 

38) Vgl. vor. Anm.; ein Fragm. in der Bibliothek der D. M. Gesellschaft; 
Ms. „Reggio 60" in der Bodl. (Neub. 64) scheint Kopie aus Petersb. F. 132; 
mein Facsimile, benutzt von Geiger (Ker. (;h. IX, 50, so lies Jew. L. 323 n. 21) 
ist das bei Strack 1. o. S. 589 erwähnte, von mir ihm geschenkte Fragment 

10 



— 11 — 

ifii'^) Den historischen Wert einiger Epigraphe solcher Mss., deren 
Daten chronologische Schwierigkeiten boten, habe ich frfiher als sehr 
fraglich bezeichnet nnd sie der Fälschung verdächtigt; auch Nöldeke 
(ZDM6. XX, 459) — anf die Grabschriften hinweisend, deren Fälschung 
doi'ch Rapoport und meine Abhandlung über Donnolo belegt war, — 
meinte, es werde ein „Simonides^ teilweise mitgewirkt haben. So z. B. 
ist die Lesart pi^r^ n*^r Jes. 19, 18 nach Septuaginta xoXig aoeösx 
gemacht; es handelt sich also nicht blofs um Epigraphe.^^) Die Belege 
von Firkowitz's Fälschungen waren hinlänglich vorhanden und sind in 
Harkav>'s und Stracks Katalog der Petersburger bibl. Mss. (S. IV — VI) 
noch bereichert.^') 

Fest steht, dafs es in Babylon eine Punktation gegeben hat, die 
man jetzt „assyrische", richtiger „babylonische*' nennt, im Gegen- 
satz zur yjtiberiensis** (•^nsö) oder palästinischen (^«^w ^n«). Eine hebr. 
Anleitung zum Verständnis derselben enthält Pinskers „Einleitung" 
(»"^STa 1863). Eine kurze Clavis ^ebt Strack in seinem Specimen 
der Propheten (1875); ausführlich handelt er in der Einleitung zum grofsen 
Facsimile (1876). Die letzten betr. Schriften sind: 6. Margoliouth 
(Brit. Museum), The superlinear punctuation, its origin, the different stiiges 
of its development, and its relation to other semitic Systems of punctu- 
ation (in Proceedings of the Society of Biblical Archaeology Vol. XV, 
1893, p. 164 — 205, wo 4 Stadien unterschieden werden), und Dr. M. 
Friedländer, Some fragments of the Hebrew Bible with peculiar ab- 
breviation and peculiar signs for vowels and accents. Reprinted from 
the „Proceedings of the Society of Biblical Archaeology", March 1896 
(vgl. auch Henry Barnstein, The Targnm of Onkelos to Genesis, Leipzig 
1896, p. 14). 

Diese Punktation giebt sich auf den ersten Anblick durch Stellung 
der Zeichen über den Konsonanten zu erkennen. Ich glaubte daher, 
sie in einem vatikanischen Ms. entdeckt zu haben; 4^) allein Professor 
Zingerle (ZDM6. XX, 445) erwies die Beschreibung bei Assemani als 
ein Mifsverständnis. 

Wie die Syrer zweierlei Bezeichnung haben: Punkte und ver- 
kürzte griechische Vokale, so haben die Palästinenser Punkte, ^3) die 



39) Strack 1. c. S. 607. Eines der ältesten Exemplare ist wohl das 
Berliner auf Pergament, wozu nachträglich der fehlende 1 . Band gekommen ist. 

40) Wie Deinard (Hamagid 1875) gegenüber Ehrlichs Mitteilungen über 
meine Zweifel meint. 

41) Nach Strack's „A. Firkowitz und seine £ntdeckangeu^ (1876) ist 
alles Weitere überflüssig; Firkowitz ist der karaitische — Carmoly. 

42^ HB. II, 1860,8. 29, also vor Jellinek beiPinsker S. XLIV. 

4:i) Auch Kamez ist ursprünglich Patach über einem Punkt ~ ; s. die 
Citate Jew. L. 323 n. 21, HB. XVII, 8; Hadassi (Kap. 163) sagt es ausdrücklich. 
— Über die beiden Systeme handelt Gottlob er, Bikkoret 1 1 7 ff., mit un- 
genügender Kritik. — Im allgemeinen s. Gg. X, lU; Derenbourgs Anzeige 
von Schnedermann (Die Controverse des L. Capellus mit den Buxtorfen 
über das Alter d. h. Punctation, Lpz. 1879) in Revue crit 1879 (deutsch in 

11 



— 12 — 

Babylonier die Buchstaben k, \ '^ (Pinsker S. 8); insbesondere sind Patach 
und Segol identisch; die Alten kannten auch nur sieben „Könige*' 
(D'^ab^:); die angeblichen 10 Vokale sind jünger, aber mit Unrecht von 
Pinsker (S. 16) als eine Erfindung (?) David Kimchis angesehen. ^4) 
Berliner (Mag. II, 85) betrachtet einen „allmählichen" Übergang eines 
Systems in d<as andere als et\Yas Sicheres; seine Beispiele von eigen- 
tümlicher tiberiensischer Vokalisation haben darauf keinen Bezug. 
Neuere Autoren vermuten, dafs das babylonische System zunächst für 
die chaldaeischen Schriften erfunden wurde. 

Über das zeitliche Verhältnis beider Punktationen vermifst 
Geiger (S. 485) feste Daten. Nach Pinsker (8. 157) kannte die baby- 
lonische Schrift die tiberiensische.^^) Nach Lambert (angef. in Mtschr. 
1893/4 S. 572) kannte Saadia die babylonische. Auch über die Dauer 
und geographische Ausdehnung des Gebrauchs der babyl. Punktation 
sind noch nicht genügende Daten bekannt. Vielleicht hat Abulwalid 
einen babylonischen Codex gekannt; aber Maimonides weifs selbst in 
Ägypten nichts davon (Pinsker S. 156), während orientalische Karäer 
noch das Gesetzbuch des Maimonides mit solchen Punkten versehen 
(P. S. VIII Anm.). — Eine Nachricht aus Firkowitz's Fabrik läfst im 
X. Jahrh. durch Bekehrung von Karäern in der Krim zum Rabbanismus 
auch die palästinensische Punktation eingefühi-t sein.^^<^) Eine ander- 
weitige, früher bekannt gewordene Nachricht vom Jahre 1311 (Zz. z. 
G. 110, C. B. 2765) läfst einen Codex nach Griechenland kommen, wo 
dessen babylonische Punktation in die tiberiensische verwandelt wurde. 

Zunz, Luzzatto, Geiger (S. 167) und Pinsker (8) setzen die Ein- 
führung der Punktation nach dem Talmud. Low (Beitr. II, 137) geht 
in seinem Widerruf in Bezug auf karaitische Thorarollen so weit, an- 
zunehmen , es habe zur Zeit des karaitischen Schisma (Mitte des VIII. 
Jahrh.) noch keine diakritischen Zeichen gegeben. Das Dagesch in 

Mag. VI, 266), der dahin resümiert: Weder Zeichen, noch Namen der Vokale 
ruber letztere s. Guidi im Bollettino I, 430, HB. XVII, 95] existierten vor dem 
VlII. Jh.; die Figuren entstanden aus Buchstaben und Funkten , die Namen 
sind Imperative und bezeichnen die Stellung des Mundes. — Arabische Mss. 
in hebr. Schrift haben mitunter ' flir '. 

44) Die 7 Namen haben schon ben Ascher (Lambert in Rcv. Et. j. XXXI, 
304) und Saadia, im Comm. zu Jezira II, § 2, mit arab. Lett. bei D6renbourg, 
Manuel 207, Mag. VI, 266. — Zehn Vokale hat schon Josef Kimchi. 

45) W. Bacher (Die Anfänge d. hebr. Grammatik, ZDMG. IL, 19) be- 
hauptet, die Priorität der babylon. Punktation sei „von Pinsker nachgewiesen". 
Meine Hinweisung auf die im Text citierte Stelle beantwortete er (5. Febr. 
1897) mit einer Auseinandersetzung, woraus hier das Wesentliche folgt: 

Zuerst entstand die einfache bab. Punkt, der Targumim, auf deren Basis 
in Babvlon das nach Tibcrias benannte differenzierende System, welches, wahr- 
scheinlich durch Babylonier, in den masoretischen Schulen von Tlberias, dann 
auch in Babylon, mit Ausnahme des Targum, herrschend wurde. Aus dem 
älteren bab. System entstand das künstliche des Prophetencodex., von 916, 
welches nicht weiter verbreitet scheint. Auf letzteres sei die Äuiäenmg 
Pinskers zu beziehen. 

45 a) Harkavy und Strack, Catal. 101, 108, vgl. Gg. 1. c. S. 168, Mag. I, 60. 

12 



— 13 — 

n^r K^, wenigstens die Anssprache, habe ich früher nachgewiesen. *ö) 
8. G. Stern, in einem Fragmente einer Einleitung in die Geschichte der 
hebr. Sprache ,^'0 kommt in unkritischer Weise bis zur Behauptung^ 
dafs die im Talmud citierten Bibelverse punktiert waren, u. and. 
gestützt auf ein Citat bei Bechai, wo das Wort ynp^^ in den Talmud 
eingeschmuggelt ist.^^) 

§ 6. Der Bequemlichkeit halber mag gleich hier die weitere Ge- 
schichte der Punktation über die Bibel hinaus verfolgt werden, freilich 
zum Teil nur nach Vermutungen, da Handschriften aus alten Zeiten 
fehlen. Die der Bibel nächsten Kreise, in welchen die Punktation 
üblich wurde, dürften die der Hymnen und der Gebete sein, dann der 
Gedichte überhaupt, in denen auch die Punkte in jüngeren Mss. so häufig 
angewendet sind.^^) Aber auch die Mischna scheint man frühzeitig 
vokalisiert zu haben ;^<>) jedoch ist nach Jehuda ha-Levi (XII. Jahrb.) 
keine Tradition darüber bekannt.^ 

Das fahrt uns auf die Geschichte des Wortes ip*»: (später arabisch 
a-psr). — Fürst (Kar.) behauptet, dafs das Wort schon früh vor- 
komme, und erlaubt sich , dasselbe für ältere Zeit anzuwenden , d. h. 
einzuschmuggeln, u. and. S. 18 von Pinchas (Anm. S. 134), Chabiba 
(s. Pinsker S. 29). In einzelnen Stellen des Midrasch bedeutet ni^ip3 
so viel als "("^an, bia^iö.^^) Nach Abot des R. Natan (dessen Zeitalter 
jetzt noch unsicherer geworden, nachdem die Identität mit dem Verf. 
der nin^ 'Sxi durch meine Herausgabe der letzteren fast hinfällig ge- 
worden) *3) giebt es zehn Stellen im Pentateuch, wo ein Punkt (n^npa) 
zn setzen ist; die einzelnen Stellen sind schon in älteren Quellen an- 
gegeben.^^) Diese Punkte sind Zeichen für deleatur^^) und erhielten 



46) Pesikta rabb. K. 24, J. L. § 16 A. 23 (Fürst, Kar. I, 135 A. 70). Gegen 
die Erfindung durch Karäer ist selbst Pinsker, Mabo S. 10. Über Acha und 
Hocha 8. Anm. 58. 

47) Angehängt dem Liber Respons. discipulor. Menacbem b. Saruk, Wien 
1870; 8. die Anzeige in HB. X, 78; D'^Db^n ratts bttj nnpa uni^^B nsxs edierte 
Horowitz in übh niaa 1S88 S. 22. 

48) Raphe über die Buchst. \ 73, :, :£ s. HB. XVII, 82. — Ein Gutachten 
des Menachem Auerbach über eine Thorarolle mit ü'^ptDB p'^DB s. Mtsclir. 
1S93/4 S. 556. 

49) Abr. Abulafia (1289 in Cumino) hält die Vokalisation seines „pro- 
phetischen^ ha-Ot für wesentlich. 

50) Proph. Duran, Gramm. S. 149; S. G. Stern, Anh. zu Resp. S. 27. — 
Über eine Ausgabe mit unterscheidenden Accenten: Sabbionetta 1553 s. CB. 
p. 257 n. 1718. 

51) naw^n np'^aa nh^yp "isb -px, s. K— m., Biogr. Abulwalids zur Gramm. S. 2. 

52) Midr. Hohel. zu 1 , 1 1 f. 7* ed. Frankf. nnrnps ds arsn rr» ariT i*nn 
biaion m tpzn — was auch die Goldschrift bekundet — Jew. L. 323, 
vgl. HB. XXVI, 11, gegen Chodowski und gegen Firkowitz's Behauptungen, s. 
Gg. XI, 155. 

53) CB. s. V., Schechters Ausgabe (1887) weist 2 Recensionen nach. 

54) Geig er, Urschr. 257 ff.; Polak und Stern in Bet ha-Midr., Wien 1856, 

13 



— 14 — 

sich bis in die späteste Zeit, aus teils kalligraphischea, teils ^aphischen 
Rfteksiehten , yielleicht auch ans religiösen. Von -^^aroan ^vpyn "«apn^ 
sprieht angeblich Salmon ben Jerocham in einer Mukaddama über 
den Dekalog (bei Pinsker, BeiL 62), welche er znm 13. Gebortstag im 
Jahre 1209 (898) vorgetragen haben soll, nnd worin er ein Bnch ha- 
Nikkud^^) des David b. Abraham Alfasi citiert, wozu Pinsker be- 
merkt, dafs letzterer in seinem erhaltenen TTörterbnche nichts von 
Punkten erwähne ,^'0 femer (L, 118) dafs David b. Abraham schon 
Saadia nenne: also ist das Datnm gefälscht, aber auch die ganze 
Muhadilama ist unecht (Schorr, he-Chalnz VI, 57); sie citiert Mose 
Dari, der im Xll. Jahrb. lebte. — Nissi b. Noach (?) hat r^r'^rrsi mmpa 
z r - GT^ p*wr, was Fftrst (S. 134 A. 56) „umschreibend*' nennt. In 
der erwähnten Mukadd. des Pseudo - Salmon ist die Rede von Acha 
und seinem Sohne Moses, «den Begrflndem der tiberiensischen Pnnk- 
tation in ihren Schriften darüber" ^^); für Acha emendiert Pinsker 
rtr<rz^ nach Firkowitz; Ffirst (II, 136 A. 73) meint, es mfisse heifsen 
. . . nr:3 -231 xrr:::i »2c::xpa n^an xn» S n^a (vgl. HB. XIV, 105).") — Mit 
David ben Abraham identifiziert Neubauer den von ihm edierten Abraham 
ha-Babli/^) dessen Schriftchen ich in einem Bodleianischen Codex 
zuerst entdeckt und kopiert habe.^i) Geiger (Parschandata S. 36) fiigt 
zu Abraham das Wort ,,Ha-Nakdan", weil ich die Identität mit Abraham 
ha-Nakdan (bei Zz., z. G. 117) vermutet hatte.®^) Eine solche Benennung 
kann auch jünger sein; David ben Abraham hat sicherlich nicht vor 
Saadia gelebt.^^^) Der erste sichere Nakdan pps ist Samuel (XII. Jahrh.?), 



S. 57 ff.; S. Rohu, Mardochai b. H. S. 17; s. auch D. Oppenheim (gegen Wiesner, 
Gib'at Jm«. S. IS) in HamagidXVW, 1ST5, S. ISS. 

55) Vgl. Notices et Extr. des Mss. X, II, i\ nnd weiter unten §11; die 
10 punktierten Stellen der Bibel giebt u. and. J. Levjr, Neuh. Wrtb'. III, 434; 
Lambert, Sur quelques points extraard. in Rev. Et. j. I8t»5 p. 9IG kenne Ich 
nicht näher. Über V3V und die virgtUa censoria s. Sachs, Beitr. I, S3, II, 45; 
vgl. Nüldeke, ZDMG. XIL, 321. 

56) Fürst n, 121 fabriziert ein «Kttab al-Nikkud**. 

57) Nenbaner, Notice sur lalexicogr. 121 hegt keinen Verdacht; vgl. 
Gg.j. 1,297. 

5S) .orT'"np''33 •»:«naün 'iipsn •»apn^a mr^a S "an* »nx S 

59) S. auch Strack zu ben Ascher S. XXXIX; Härkavy, Denkmäler S3. 

60) S. dagegen die Citate bei Halberstani, Jeschunin h. V, 163; Gg. 
111, 240. 

61) Der Cod. ist in CB. S. 6S0 nnter Abr. ibn Esra angegeben, daher 
fragte ich, ob dies der „liazard" sei, der Neub. darauf führte. N. hat das 
m if's verstanden , weon er in Hamagid erwiderte, nur ein Verrückter werde 
den Babli unter ibn Esra suchen. 

62) Jew. L. 323 n. 27 ungenau. 

63) Vgl. Grofs, Menachem S. 18, Gg. i. I, 29S: „Schorr bezweifelt. daCs 
er ein Zeitgenosse Saadia's sei*'! In he-Chaluz\l,G^ wird die betr. Stelle 
angegeben und David flir jünger als ibn Esra, jedenfalls als ibn Ganna^h 
gebalten. Nach Bacher, Revue Et. j. XXX, 25:t, war er jüngerer Zeitgenosse 
Saadia's — Über -»baa s. HB. VII, 14; Zz., Lit. 105; Babylon für Rom s. 
GrätzV, 256, Jeseh. VII, 4. «Einst Rom, jetzt falsches bUses Babylon** 

14 




— 15 — 

auch p-^-^, Ms. Berlin 118 (Cat. S. 100) «^); auch Berachja lia-Nakdan 
bltthte wahrscheinlich erst im XIII. Jahrh.;<^^) Maimon, Vater des Mai- 
monides, gebraucht in einem Gutachten über das Schreiben von Bibel- 
worten den Ausdruck ona'ittJ (n. unten § 9) oder npi. Simon Duran 
bezeichnet die Sache als einen Gebrauch der Bewohner arabischer 
Jjänder und meint, der Punkt sei nur ein Tilgungszeichen (Stern S. 62). 
Hai Gaon hat gehört, dafs Punkte über den Buchstaben das Liniieren 
(ö*:a"i») vertreten.«*) Dabei kommt der Ausdruck '}5'»'TpaTa"7 npa (nomen 
act. II) vor. 

Wo und wann kommt zuerst nipa für Vokalisation und Accente 
und die Setzung dieser Zeichen vor? 

Nitronai Gaon^^') meinte, Nikkud stammt nicht vom Sinai her. 
Von einem nnpa des Saadia Gaon (gest. 941) ist bei Raschi (zu Ps. 45, 10, 
OB. 2991) die Rede,*^) aber nach Berliner ist die Stelle wahrscheinlich 
eine Interpolation und jedenfalls nicht für Saadia beweisend , da der 
hebräische Ausdruck für eine Schrift ohne hebr. Titel gebraucht 
sein kann. 

Es liegt nahe, dafs man die Setzung der Pnnkte lieber einem 
gelehrteren Manne überliefs als dem gewöhnlichen Schreiber; dennoch 
ist kein bestimmtes Zeugnis darüber aus dem Orient bekannt, anfser 
den oben erwähnten nicht ganz sicheren Notizen. Später hiefs ein 
solcher Mann 'iTpa (Punctator -r- ppis, bei Bnxtorf, Lex. rabb. p. 1386 
unbelegt, <^^) ist eine vox hybrida aus npis und -ppa (wie überhaupt 
diese Form); ^^ bei Gesenius (Thesaurus und Wörtb. im Chaldäischen) 
ist fraglich und die Form im Neuhebr. selten neugebildet). Ein Blinder, 
der die Bücher punktiert ("pä*^^), kommt in der Übersetzung des Buches 

(Petrarca, Sonett 107, bei Liebrecht zu Dunlop S. 2I(»); vgl. Pitra, Spicileg. 
Solemneuse III, Paris 1855, p. 291; über D^ns flir Rom s. Mag. 1889 S. 274. Auch 
Cairo wird Babylon genannt, z. B. bei Mandcville; „Chairo di Babilonia" 
(Catal. Libri p. 134n. 6(J9); vgl. Libro di Sidrac p. 514 und meine Notizia 
darüber p. 11. „Baldach* bedeutet Bagdad. 

64) Die Stelle S. 90 über -^rOTa nip-'a ist nach Mitteilung Neubauer's 
(Jan. 1S79) aus dem letzten Kap. des envn 'd; über Samuel s. HÜb. S. 961, 
Bacher, Jew. Quart. VI, 304 u. Jacobs ib. 377; vgl. dagegen folg. Anm. Im 
allgem. s. Gg. X, 10: Zur Nakdanim- Literatur, eine Anzeige von Derenbourgs 
Manuel du lecteur. 

65) HÜb. 961; gegen Bacher und Jacobs, Jew. Qu. VI, s. mein „Lapi- 
dariene" in Kohuts Semit. Studies (1897), Nachtrag S. 72. 

66) GA. ed. Lyck 19 n. 461, m-iyn S. 17 (Low I, 188, 239) = Scluiare 
Tesch. n. 45. 

67) ^:^ü^ ^npa ira xb; „b. Hilai", 864—72, bei FUrst, Kar. I, 114, ohne 
Beweis. 

68) S. auch Raschi zu Talmud, Tr. Rosch ha -Seh. 20^ (Zunz, Ztschr. 
306); Gesenius, Gesch. d. h. Spr. 196. 

69) Zunz, Syn. P. 402 citiert jer. Ber. 7, 2, x::1t «'S c. 6; Lcvy, Neuh. 
Wtb. III, 435, 436, ist ein Pedant, Grübler, Scrupuloser, = ppa. — o'^npia 
(bibl. Hirt) hat Samuel (Catal. Brl. S. 100, Jew. Qu. I, 328 , HÜb. 961). Die 
Lesart u^wp^ bei Harkavy, GA. der Gaonim S. 145. 

1^ 



— 16 — 

r-^ia*^: vom Earfter Joseph Rohen (Cat. Lugd. 183 n. 1) vor; npa« heifst 
schon bei ihn Esra der Vokalschreiber. Hiernach ist der Wert des 
vielbesprochenen Epigraphs in einem Ms. in Odessa za benrteilen.'^o) 
In demselben erzählt Jeh. b. Moses Nakdan Misrachi b. J^hnda ^ninsiii 
(jüngere karaitische Benennung) vom Stamme Naftali, dafs er im Jahre 
1300 unseres Exils einen Pentateuch korrigiert habe. Nach einer 
anderen Nachricht (Zion I, 140) soll dessen Vater Moses Nakdan Er- 
finder der Pnnktation sein. Das Datum 1300 bezieht Firkowitz auf 
das assyrische Exil oder Ks'^ids, welches nur noch in einer hinzu- 
gehauenen Zeile eines Grabsteines vorkommt "iit? bcai nfu» biDsi (Hark, 
u. Strack, Cat. S. 176). Halberstam möchte jenen Moses mit Moses b. 
Hillel identifizieren, um das X. Jahrh. herauszubringen; Moses soll der 
erste Nakdan sein, weil kein anderer aus jener Zeit bekannt sei. 

Les exti'emes se touchent: wie die nttchternen Earäer, so die 
ttberschwängliche Kabbala; Botarel (1409) spricht von dem ^ip^'S der 
Kabbalisten, u. and. des Rabbi Asche (Cat. 1782—4); Fürst adoptiert 
das nicht nur (S. 26) und behauptet (8. 135), dafs man die meisten 
von Botarel citierten „Werke" bestätigt gefunden (vgl. H, 162), sondern 
spricht ohne weiteres (S. 135) von einem Nikkud des Ahron Sergado 
(Gegner des Saadia),'') wiederum eine Unterschiebung. "'2) 

Von Unterscheidungszeichen ist in der nachbiblischen Litte- 
ratnr fast nichts zu finden; selbst der Punkt über ^ und izj ist fast überall 
verschwunden. Die Abtrennung der Sätze ist sehr mangelhaft und 
wenig systematisch durch einen Punkt bezeichnet. Für Überschriften 
und hervorgehobene Stellen, z.B. Textstellen in Kommentaren, für 
Fremdwörter, Ortsnamen u. dgl.^^) dienen 2 oder 3 Punkte über dem 
Buchstaben; Abbreviaturen erkennt man an einem Strich über dem 
Buchstaben."'*) In Drucken wurden willkürliche Zeichen eingeführt, 
z. B. in später Zeit ein Doppelpunkt für die zweite Seite des Blattes 
in Talmudcitaten. Frage- und Ausrufungszeichen kommen (nach Wolf 
I, 325, HB. IX, 26) zuerst in Dav. Nieto's Matte Dan (1712) vor. — 
Punti comma und punti fermo {^^^'^t) findet sich in Portaleone's 
Schute ha-Gribborim.'^) Doppelpunkt kommt oft zwischen eng- 
geschriebenen Wörtern in Mss. als Trennungszeichen vor. 



70) ■jl-':£ 1, 135, 140; Pinner, Prosp. H; Gg., Urschr. 485; Grätz V, 550 
rekt); Pinsker, Likk. 36, Mabo 10; Luzz. in Hamaqid 18(i2 S. 91, 94: 



72) Anron D. »amuei aus iiaiien s. /-z., Mt. nn>; jew. l,. 3ü4 taisch 
„abu Harun"; HB. XVIII, 34; Nenbauer, Rev. Et. j. XXIH, 230; Jew. Quart. 
Review 1897: Introduction etc. § 10. 

73) Linien über Eigennamen bei Cobn, Mardochai b. H. S. 8. 

74) Ein GA. des Scherira (wo?) bandelt davon. — -^'^ arab. fiir iia*^ s. 

Verz. Berlin S. 72. 

75) Mein: Letter. Ital. de! giudei (aus Buonarroti) p. 15. 

16 



L Kapitel. 



§ 7. Der materielle Stoff der Mss. ist verschieden. Von Leder 
ist oben (§ 3) die Rede gewesen. Die ältesten erhaltenen hebr. Mss. 
sind auf Pergament (b'^ia, qbp nnd diodiodi^)*) geschrieben; daher 
schon dieses in der Regel ein Kennzeichen höheren Alters ist. Das 
ältere Pergament ist meist dick und rauh, das feinere gehört meistens 
in das XV. Jahrh.^) Altes Pergament wird gelb; Tychsen (Tentam. 
p. 292) zählt andere Umstände auf, durch welche das Pergament ver- 
gilbt wird; unter diesen ist hier besonder in Anschlag zu bringen die 
Aufbewahrung in Privatwohnungen , wie z. B. bei den grofsen Samm- 
lungen von Oppenheim er und Michael. Diese Umstände wirken auch 
auf das äufsere Ansehen und selbst auf den Geruch.^) — Pergament 
war st«ts teuer, daher sind von den Rändern der Mss. oft Stücke ab- 
geschnitten worden, um Ritualien, wie Tefillin oder Mesusot, daraus 
anzufertigen, vielleicht auch Kameot und Amulete, wie es die Mönche 
nicht selten gemacht haben. Pergament sind oft die äufseren und 
inneren Blätter der Lagen von Papierhandschriften, gewöhnlich von 
10 Blättern, der Festigkeit halber (Luzzatto, Briefe 670). 

Handschriften auf Papier können keiner älteren Zeit als dem 
Mittelalter angehören, der Ausdruck dafür ist n^^-^a, Plural nn*i'»3, auch 
fÄr „Bogen" oder Hefte, arab. D^ns, Plural D'^nxnD. 



1) Low S. 124; Levy, Neuhebr. Wörtb. I, 382. — Abr. ihn Jarchi, geb. 
in AvigDon (1. citando S. 31), erlaubt den Gebrauch einer Thora, deren Haut 
mit Hundekot gegerbt worden, und behandelt die Bereitung des Perg. (Ginse 
Jerusch., her. v. Wertheimer, S. 20, 28). — Jild. Pergamenthändler in Spanien 
bei J. Jacobs, Jew. Qnart Rev. Vi, 600 Z. 4 v. u. — In Deutschland findet 
man unter den Gegenständen der Judensteuer auch P. (HB. XVI, < 9). — Auf 
difpf^igai schreiben die Juden einen [griech.] Brief an Ptolemäus; Th. Birt, 
Antik. Buchw. S. 61, vgl. S. 119, wonach Pergamentmss. erst im IV. Jahrh. er- 
scheinen. 

2) Ein Beispiel flir ersteres ist t]DK Ms. MUnchen 231, fllr letzteres Ms. 
Berlin 112, — s. auch Muratori, Antiquit. Ital. II, 364 — 87. Das älteste Perg. 
bis VI.— VII. Jahrh. ist fast durchsichtig; v. Gardthausen, Gr. Pal. S. 41. 

3) Der Geruch ist auch Wirkung des gerauchten Tabaks; vgl. mein: 
Americana, Nicotiana, in der Ztschr. Deborah, Jubiläumsnummer 1. Juli 1894. 

17 

Beiheft 19. 2 



— 18 — 

Die Geschichte des Papiere s bietet überhaupt, wie jede 
Geschichte eines Gegen Standes menschlicher Kultur und in höherem 
Grade, Interessantes dar. Eine gewisse Bekanntschaft mit derselben 
ist für jede Handschriftenkunde unerläfslich. Ich gebe hier nichts 
selbständig Erforschtes, sondern einen kurzen Auszug aus den mir 
zugänglichen Quellen. Einige neue kleine Abhandlungen in franzö- 
sischer Sprache habe ich nicht benutzen können.^) Da auf hebräische 
Mss., mit Ausnahme der Bibel, im ganzen keine Rücksicht genommen 
worden, obwohl manches hier sicherer ist, weil im Verhältnis mehr 
Epigraphe zu Gebote stehen, und die Schriften einzelner Länder mit 
gi'öfserer Sicherheit kenntlich sind, so mufs man auf allgemeine Quellen 
zurückgehen.^) Hier kann nur ein kurzes Referat gegeben werden. 
Die Anfänge des Papiergebrauches sind dunkel aus Mangel an direkten 
Berichten. •) Der älteste Stoff war vielleicht Baumbast, ^vXoxaQxlov 
(Ersch S. 83). Die Verwendung der Papyrusstaude, deren Vater- 
land Ägypten ist, als Schreibmaterial, nämlich durch Fixierung der 
Membran ohne Zermalmung und Verarbeitung, ist alt."*) Wir ver- 
danken ihr die Ausdrücke jiqcoxotcoXXov und ßißXog. Die Verarbeitung 
der Stoffe zur eigentlichen Charta ist unsicher (Ersch S. 235). In 
Rom wurde Papyrus lange vor der Eaiserzeit (237) gebraucht; in 
China soll man schon im IL Jahrh. vor Chr. Papier aus Pflanzenstoffen 



4) S. Gosches Archiv 1870 (I), 547 und Briquet bei Earab. 1. citando 
I, 107. 

5) Die Hanptschrift aus älterer Zeit ist Mab i Hon, De diplotnatica 
libri sex, Paris 1681, und Supplemcntum, 1704; dazu kam Montfaucon, 
PalaeoarapMa Graecoi-um, fol., Par. 17Ü8; von neueren Autoren : Breitkopf, 
Versuch, den Ursprung der Spielkarten zu erforschen, 4. Leipz. 1784; Art. 
Papyrus von Krause in Ersch und Gruber III Bd. XI (1&38) S. 247; Art. 
Papier von Keferstein und M. S..G. Fischer das. S. 74— 105; Papier- 
fabrikation S. 104 — 16; Sotzmann, Über die ältere Fabrikation, insbes. über 
die Frage, ob die von Ravensburg die älteste und erheblichste in Deutschland 

gewesen sei (Serapeum VII, 1846, S. 9ff., 123ff.); Huillard Br^holles, Bist. 
iplom. Friderici sec. Tome I Inttt>d. (1859) ,chap. VI p. LlXff.: de remploi 
du papier de coton dans les actes de TEmp. Fred. — Wichtig und fach- 
männischer Prüfung wert sind Karabaceks „Neue Quellen fUr Papyrusgesch.*' 
in „Mittheilangen aus d. Samml. der Papyrus Erzh. Rainer" 4. Bd., Wien 1888. 
Als wichtigste hierher gehürige Schnft bezeichnet Jansen (S. 275) M e er- 
mann i et doctor. viror. Epistolae (seit 1762) de chartae vulgaris seu lineae 
origine, Haag 1767. 

6) Nach Karabacek II, 117 haben wahrscheinlich die Perser (in Samar- 
kand) zuerst das „Hadernpapier" aus Leinlumpen, und zwar schon um 751 
verfertigt 

7) Spätere Fragmente aus dem Fajjum im Berliner Museum und in der 
Samml. Rainer; aram. ägypt. Papyrus s. n. XXVI der Palaeogr. Society, 
aus der ptolem. und rüm. Periode, wahrscheinlich von Juden herrtlhrena, 
Haggadisches zu Exodus. Vgl. auch S. R. Driver, Notes on the text of 
the Dook of Samuel, Oxford 1890, p. XXVI. — Keine Spur von Papyrus im 
Abendlande fUhrt über das XL— XII. Jahrh. hinaus; v. Gardthausen, 6r. 
Paläogr. S. 35; über Papyrus s. auch Birt, Antik. Buchw. 121, 128; Fr. Blaia 
im Handb. der Wiss. d. Altert., her. v. Iw. Müller I, 807. 

18 



— 19 — 

verfertigt haben (Ersch 8. 80, s. jedoch weiter nnten). Vom VI. Jahrh. 
an finden wir schon Papierhandel nach Frankreich und andern Ländern. 
Im XI. Jahrh. wurde der Papyrus verdrängt durch das Baumwollen- 
papier, %a()T^5 ßofißvxivog^ oder Charta Damascena^ das nach 
Krause (8. 237) etwa im IX. — X. Jahrh. erfunden ist; jedoch wird die 
Verarbeitung von Rohstoffen überhaupt, also auch der rohen Baum- 
wolle, von Karabacek (II, 121) bestritten; Bombyx soll ein Stadtnamen 
sein, nach welchem man das Papier benannte. Die Einfahrung in 
Europa geschah schwerlich von Ostasien aus (China, Japan); Sicilien 
taucht nach Karabacek (8. 120) wie eine „halbmorgenländische 8phinx" 
auf. Gasiri (11, 9) hat gelegentlich Nachrichten der Araber über Papier 
mitgeteilt , 8) wonach Amr in Mekka im Jahre 88 H. (706 — 7) den 
OfiCd'ip erfunden hätte.^) Casiri giebt glücklicherweise den Text zu 
seiner unrichtigen Übersetzung: «quidam Josephus cognomine Amru^ 
(als „Josef Amru'' im VIII. Jahrh. bei v. Gardthausen, Griech. Paläogr. 
S. 48 ohne Quelle) ist aus dem Fihrist (8. 21) zu erkennen; Nadim 
beginnt die Geschichte der Schrift mit Adam , der auf Lehm schrieb, 
wahrscheinlich, weil er aus Lehm war. Josef heifst „der Prophet '', 
daher die Euphemie bei Sujuti (Buch der Anfänge, ed. Gosche, Ende); 
also wird hier die Erfindung der Schrift auf den biblischen Josef 
zurückgeführt Verschiedene Ansichten sind Ersch 8. 84 mitgeteilt. 
In Bukhara, Samarkand und China ist das Papier alt (vgl. Casiri I, 
208). 1^) Im XI. Jahrh. sollen die Mauren die Papiermacherkunst nach 
Spanien gebracht haben, vielleicht auch über Sicilien (s. oben) nach 
Italien (Ersch 8. 85). Dieses alte Baumwollenpapier hat noch 
keine Streifen des Drahtes, ist ungleich, gelb und rauh. Gelbe Farbe 
und Glätte (!) sind die Hauptmerkmale des alten Baumwollpapieres; 
dieses ist also dem Pergamente ähnlich und wird auch griechisches 
Pergament genannt (Ersch 8. 85). Das Baumwollenpapier wurde schon 
im Xni. Jahrh. zu Urkunden verwendet, und es wurden gegen diesen 
Gebrauch Gesetze gegeben. Nach Karabacek hat man, wie bemerkt, 
hier nirgends an den Rohstoff zu denken, aus welchem das Papier 
gemacht wäre, sondein nur an Lumpen. Petrus venerabilis (starb 1157 
in Cluny) verfafste 1120 einen „Tractatus contra Judaeos^, worin 
(K. 5) ^ex rasuris tJeterum pannorum"^ vorkommt; daher Alphons IV. 
(1263) solches Papier Tuchpergament nennt (Ersch 8. 85). Ich 
habe diesen Ausdruck bei einigen Mss. in München nach dem Vor- 
gange Hanebergs gebraucht Ais man auch Leinen fasern durch 
Maschinen klein machen konnte, wurden Leinwandlappen (Lumpen) 
zu Papier verwendet. Die Zeit der Einführung ist unsicher, obwohl 
verschiedene Preisschriften und Abhandlungen sich damit beschäftigt 



8) Meyer, Gesch. d. Botanik; ibn Beitham. 257 frauzösisch. 
9j) Nach ibnKhaldun, Proleg., franz. II, 407 führt Jahja al-Barmeki, 
Vezlr Haruns, das Papier ein. 

10) Casiri I, 208; wer ist „BdbasrV''^ 

19 

2* 



— 20 — 

haben (a. die Litteratur in Ersch S. 86). Man nntersnchte die vor- 
handenen Mss. in Spanien, das älteste Banmwollenpapier ist vom Jahre 
1079; das Buch d. Gebote von Isak Corbeil vom Jahre 1267 (CB. 
p. 1796) im Escurial ist auf „papel brnnnido^ (d.h. poliert, glatt) 
geschrieben; Meermann bezweifelt jedoch das Alter einiger Mss., u. a. 
Moses Tibbons Übersetzung von Ai'istoteles [AveiToes?], angeblich vom 
Jahre 1250; das wäre allerdings ein Antograph; allein die Jahrzahl 
bezieht sich möglicherweise auf die Übersetzung. Spanien steht jeden- 
falls bis 1340 unter arabischem Einflufs. 

Eine Fachuntersuchung fand in Mss. des XII. — XIV. Jahrh. keine 
Spur von Lein (v. Gardthausen, Griech. Paläogr. S. 59). Endlich ent- 
standen Mühlen zum Stampfen des Stoffes, in Deutschland sicher 
schon 1390, in Italien und Spanien vielleicht schon früher (S. 90). 
Über die Geschichte des Ostens scheint bis auf Earabacek keine Unter- 
suchung angestellt zu sein; man zerkleinerte dort ebenfalls Stoffe, 
u. and. Reis, Seide (S. 104), daher das sog. „Seidenpapier'' mit 
besonderem Glanz, manchmal durch „Bombyx'' bezeichnet, welches 
sehr glatt ist (s. dagegen S. 122, und oben S. 19). Die Reihenfolge 
wäre also: Lappen, vermischt mit Leinlappen, Leinpapier (Sotzmann 101). 

Das Papier des XV. Jahrh. ist rein und ungefaulter reiner Masse, 
von kleinem Formate, flber weite Drahtformen gearbeitet, von welchen 
die Qnerstreifen heiTtthren, von solider Stärke und gutem Lein (S. 91); 
ungeleimtes Papier, sogen. ^yDrackpapier", ist neuere Erfindung. 

Ob die Juden einen Anteil, und welchen, an der Fabr4kation 
des Papieres gehabt? — Da der Gebrauch eines Schreibmaterials zu 
verschiedenen Zwecken ein grofser war, da man ihnen die Erfindung der 
Wechsel oder schriftlichen Anweisungen beizulegen pflegt und sie 
häufig Münzpräger waren, so liegt die Vermutung nahe, dafs sie bei 
der Fabrikation des Papieres nicht ganz unbeteiligt waren. Als Haupt- 
sitze der Fabrikation gelten in Spanien: Xativa, Valencia, Toledo; 
in Italien: Fabriano (Ersch 1. c, Sotzmann S. iOO), wo überall 
gröfsere oder kleinere jüdische Gemeinden waren, ii) Die älteste 
Nachricht über einen jüdischen Buchhändler, der ein Verzeichnis mit 
sich führte, stammt aus dem Anfange des XIV. Jahrh. und betrifft einen 
Ahron, der nach siebenjährigem Aufenthalte in Toledo nach Perugia 
gekommen war (Zz., Z. G. 233), doch wahrscheinlich ein Italiener? 

Das Zurückdrängen der Araber in Spanien gab Italien den Vor- 
rang, sehr spät kam erst Deutschland an die Reihe. Basel hatte 1440 
eine Papiermühle, aber 1470 wurden Arbeiter aus dem spanischen 
Galicien geholt (Sotzmann 103). Aus solchen Umstanden, wie aus dem 
Preise des Papieres* 2) erklärt es sich, dafs in den Drucken nicht 
selten kleine Stücke „in fugam vacui*" (pin *^'^x ^'^:i^rh «bttJ, noch 



11) Juden in Fabriano z.B. 1350, s. Gg. VII, 237; Ms. Paris 337; S. 
Cassel, Art. Juden S. 152 nennt diesen Ort nicht. 

12) S. G. Stern (Resp. S. XUI) leitet daraus andere litterarische Er- 
scheinungen her. 

20 



— 21 — 

bis zum heutigen Tag)*^) angeffigt werden, welche mit dem Buche 
selbst in gar keinem Zusammenhange stehen. Diesem ökonomischen 
horror vacui verdankt die jüdische Litteratur eine Masse unnützer 
Anhängsel und Notizen, hin und wieder auch etwas Interessantes.^^) 

Dafs die aus Ägypten und der Türkei stammenden Scheidebriefe 
des XVI. Jahrh. auf Papier, nicht auf Pergament geschrieben sind, 
leitet Low (I, 106) davon ab, dafs dort schon früher Papierfabriken 
existierten; es ist aber auch an die dort eingewanderten spanischen 
Exulanten zu denken. 

§ 8. Mit den „Wasserzeichen" und dem Linnenpapier tritt ein 
neues wichtiges Moment für die Beurteilung des Alters und der Her- 
kunft der Mss. ein; die Kriterien sind aber erst durch Untersuchung 
zu gewinnen.i^) Meines Wissens hat zuerst Luzzatto (HB. H, 19) von 
Wasserzeichen Gebrauch gemacht, um eine unbekannte älteste Ausgabe 
von Selichot zu bestimmen. Das Wasserzeichen hängt mit der An- 
wendung des Drahtes zusammen (Ersch 8. 91, 104). Zu Anfang unseres 
Jahrhunderts hat Gotth. Fischer *<^) den Versuch gemacht, dasselbe 
als Kennzeichen eines hohen Alters anzuwenden, dabei Proben aus 
dem XIV. und Anfang des XV. Jahrb., viele nur verkleinert und ohne 
genaue Zeitangabe, mitgeteilt (Sotzmann 8. 99). 5 Tafeln mit ungefUhr 
150 Papierzeichen, nach den Druckländern abgeteilt, giebtDe la 8 er na 
Santander.^^) Italienische Papierproben 1470 — 80 giebt Sardini;*®) 
ans loci Erstlingen der Buchdruckerkunst in verschiedenen Ländern, 
ungeordnet und mit Wiederholungen, giebt 8. Leigh 8otheby: n^^^^^' 
cipia typogr., oder Typography of the XV. Century" (London 1845).i9) 
Die ältesten nachgewiesenen Wasserzeichen finden sich in einem Doku- 



13) Falsche Hypothesen knüpft daran M. Friedländer, Ess. p. 226; 
dieser Umstand hat auf Mss. gar keine Anwendung, der Ausdruck ist auch 
in hebr. Drucken sehr jung. 

14) Z. B. ein Fragm. der Einleit. des Josef ibn Zaddik (158()) nach einer 
unbekannten Übersetzung; HÜb. 410. — Allerlei Fremdartiges in Mss. Berliner, 
Gang S. 23, wo vorl. Z. offenbar „Schöpfer" für Jesus; vgl. dazu HB. XVII, 76. 

1.5) Jansen 1. citando 8. 535 ff. 

16) Beschreibung typographischer Seltenheiten und merkwUrd. Uandschr., 
nach Ersch 8. 137 erschien Lief. 3 Nürnberg 1801; nach dem Berliner Exempl. 
(Diez 10186-9!) 6 Lieff. Mainz 1800—1804. 

17) „Observations snr le filigrane du papicr des livres imprim6s dans 
le XV. siede'S im Supplementbd. zu Catal. der Bibliothek, Bruxelles A. 
XI (1803). 

18) Esame sui principii della francese ed ital. tipogr., overo Storia 
critica di Nie. Jenson [bei Jansen S. 340 ff., französ. u. S. 349], Lucca 1797. 
Diese Abb. und die Santanders sind abgedruckt in dem l'alleyrand von dessen 
Sekretär, Herrn Jansen, gewidmeten „Essai sur Torigine de la gravure en 
bois etc." T. I, Par. 1808, wo p. ?54ff. aus Opusc. acad. Chr. Gottl. Schwarz, 
p. 357 aus dem erwähnten Fischer, p. 385 ff. aus De la Serna. 

19) Diese Schrift und einige andere bei Sotzmann S. 101, unt. and. 
Archaeologia Britt. vol. XII tab. XV— XIX; Bodemann, Xylo^aph. und 
typogr. Inkunabeln der K. Bibliothek in Hannover, fol., 1865. 

21 



— 22 — 

mente v.J. 1289 (Ersch 8. 91), 1320 in einem Augsburger Dokument 
(IIB. IX, 26). — Daran knüpfen sich verschiedene Momente, so z. B. 
soll das Wasserzeichen ein untrügliches Kennzeichen des Leinen- 
papieres sein; ich habe aber bemerkt, dafs Codex München 98 in 
Balad de Sinca 1329 (ein Schlüssel) und Cod. 111 in Rom 1330 Baum- 
wollpapier scheinen (HB. IX, 26). 

Die Zeichen sind sehr verschieden. Am meisten findet man 
Ochsenköpfo (Ersch 8. 91) und p. Man hat in ersteren das Wappen 
der Familie Ilolbein in Ravensberg (seit ungef. 1320) sehen wollen. 
Dieser Familie solle der bekannte Maler angehören, — dessen Bücher- 
rahmen, Totentanz u. dgl. mit IIOLB. auch auf hebr. Drucken Wald- 
kirchs vorkommen.2<>) Ich bin von selbst auf den Apostel Lukas 
gekommen; Sotzmann (8. 125) begründet das, indem er auf Lukas als 
Patron der Maler hinweist; f erklärt er als Zeichen für Papier. Seine 
Beweise von anderweitigem Vorkommen dieser Wasserzeichen hätten 
durch hebr. Mss. und Drucke, wo auch ganze Ochsen vorkommen 
(deren Papier sicher nicht aus Ravensberg kam), bereichert werden 
können. Bemerkenswert ist, dafs auch Kreuze (z. B. Ms. München 
241 u. and.) vorkommen , welche die jüdischen Benutzer des Papieres 
nicht beachteten. 

§ 9. Wir kommen nunmehr zu einigen Benennungen der Bücher 
und ihrer Teile, welche teilweise die alten sind.^*) Ein Buch heifst 
16D (andere Bezeichnungen erfordern Inhaltsangabe , z. B. ^ran , -»aKa, 
u. dergl,), das Blatt C]n, später ^"133? (Kolumne, 3 Ammudim bei Kohn, 
Mord. b. Ilillel 17), selten rts^^'^j welches in den Pergament- und 
Lederrollen eine Haut bezeichnet; qbp für Blatt, z. B. in Ms. München 
78 (XVI. Jahrh.?), auch bei Asarja de Rossi; das bibl. nby („folium*^, 
Charta) ist selten und vielleicht insbesondere den Umfang bezeichnend, 
z. B. i*^*»: "^bs nx^ bei Ilillel b. Samuel (Chemda Gen. 22^); nba^a 
(Rolle) bedeutet kleine Schrift, daftlr später n-ia5<, entsprechend dem 
arab. nbxo*i ; vgl. Tr. Megil la f. 1 1: Metjilla heifst Sefer und Iggcret; 
dafs -i'*''3 auch dem arab. oxns entspreche, ist oben J{ 7 erwähnt. — 
Ein Teil dos Buches ist die Vorrede oder Einleitung, nn*v® oder ma^pn, 
arab. n^npa, das aber in den Ilomilieen des Ostens eine besondere 
Littoraturgattung geworden. Zeile heifst mw, ftir das ältere na-nc; 
das Wort — nb^ oder nn'^r, Buchstabe nx. — Band ist 1"S2^2) (volumen, 
bei Ilillel b. Samuel für Buch) vom chald, T^a einhüllen, z.B. eine 
Leiche (T"'^^ Lcichenhülle) , ^^ ^^ ^olle 8. Buxtorf, Lex. p. 1090, 

20) IIB. 1, 47; eiue Abbildung von i\ Wasserzeichen, wovon 5 Ochsen- 
köpfe, HB. n, 19. 

21) 8. Ca SS el, Art. Juden in Ersch u. Gr. S. 29; Low S. 12«; CB. Intr. 
p. UWI. .^^__ __ ^^ 

22) Arab. nbi- , Buchbinder {'p^'d) nbi- , von ^bi , Haut abaeben, 

i?i. Haut = nba. — W^^to r^Tn Tür Stücke, „pieees" s. HB. XVUI, S4; 
Rev. Kt.j. V, 2S0. 

22 



— 23 — 

Levy n, 403. o-^iwp und O'^nnsip ist eine kleine Schrift (CB. Introd. 
p. LXVI).M*) 

Pergament und Papier wurden liniiert, gewöhnlich mit Eisen- 
stäben, selten mit Blei.^^) Von ändern Schreibmaterialien aus 
älterer Zeit handelt Low ausführlich. Über Tinte ist die Hauptstelle: 
Mischna, Sota f. 17, der gewöhnliche Name dafür ist r^^;^*) Rezepte 
fftr Tinte finden sich in Mss., z. B. von einem Schreiber (y^nn ifiiö) 
Meschullam in Cod. de Rossi 1420 (Perreau 44); ein solches (aus 
Igelblut) wird sogar dem Esra beigelegt (Ms. München 228 f. 122), 
ein anderes dem Presbyter Johannes (Berliner , Gang 24 , HB. XVII, 
77).2S) Ei n Reze pt des Maimonides, als Antwort auf eine Anfrage 
über arab. in-^nb«, bespricht Low S. 158; über die darin vorkommenden 
arab. Ausdrücke sind die arab. Werke über materia medica, simplicia 
u. dergl. zu befragen, z. B. ihn Beithar und andere. Eine ausführ- 
liche Nomenklatur aus alten Quellen bearbeite ich eben z u Ende. 
:ii3D soll nach Low Scamonia sein, das aber gewöhnlich H^^st^pOM 
heifst. Nach Duschak (Botan. d. Talm. 44) wäre es Sunia^h (Rhus 
cariaria^ Färberbaum); letzte rer he ifst aber arabisch p^D. Ebenso 
verbes sert Low (S. 233 A. 663) aKSTb« (Vitrinm^ Glas) für äKTbx, persisch 
■^»tV», Vitriol (s. Freytag II, 264 mit Verweisung auf de Sacy, Chrest). 
Zu der Stelle bei Maimonides vgl. noch desselben Komm, zu Sab b. XII, 
4, XIV, 3, Megilla II, 2.^6) Auch aox (Low 158) ist nicht how. Das 
betreffende Gutachten des Maimonides ist N. 45 der Sammlung Te^er 
ha-Dor-, M. beruft sich darin, auf ein Gutachten des Nissim (Gaon). 
Auch der Übersetzer des Mischna -Kommen tars von Maimonides zu Sota 
f. 17 erörtert den Unterschied von Tn und in'^n (arab.) mit Berufung auf 
Chananel. Jakob Tam spricht von einer Rinde, welche man in Frank- 



22a) Lagarde, Symmicta 157 zu Ms. Berlin 6S5 qu. 3 gesteht (ein- 
mal) seine UDkeuntnis darüber. 

23) oia"ilö (von a'nb, arab. ü->io) wird als sinaitischcs Gesetz angesehen 
(ßuxtorf, I^x. p. 2529; Tychsen, Tentamen 307, 311; Löwl, 186 fr.); vgl. 
Berliner, Üb. d. Einfl. d. Buchdr. (18U5) S. 24, daher der Druck .ohne Linien" 
(S. 2). — Isak b. Moses, s^'^^ ^ik I, 151 § 545 h^^^ü '»n^ira arj^ttj! (vgl. oben 
S.22 A. 21) aus "jl*ir s. v. Via*tD. — ü^iiantun n-asn für Chiromantie Ms. München 

22S f IIG^ 

24) Nach Dieterich (zu Gesen., Wrtb.) von rrn langsam fliefsen; 

arab. nfiW; vgl. (Kc, engl, färben und sterben, engl, dive tauchen? — Jo. Jac. 
Quandtius, De atramento Hebraeor., Regiomonti 1713; Tychsen, Über 
die Ursachen der verschied. Tinte der Vokale u. s. w., im Repertor. für bibl. 
u. morgenl. Lit. II, Lpzg. l.]72, 140, 151 (Köcher II, 37), gegen Kennicotts und 
Houbigants Schlüsse auf Änderungen. 

25) Ein syrisches Tintenrezept bei W. Wright, Catal. of the Syr. Mss. 
Brit. Mus. p. 1207. 

26) Vgl. dazu die Nomenklaturen von ihn al-Djezzar (im Deutschen 
Archiv) und Donnolo (Virchows Archiv), die ich ediert habe. 

23 



— 24 — 

reich einweicht, um Tinte daraus zn gewinnen.^^) Von Palimpsesten 
war biHber in der hebr. Litteratnr nichts bekannt; es wäre anch wohl 
aus dem religiösen Motive zu erklären, dafs man heilige Mss. nicht 
radierte.^^) In neuester Zeit (1893) erwarb die Bodleiana eine Anzahl 
von Fragmenten aus dem Orient, darunter einige Palimpseste. Hingegen 
finden sich auf Rasuren^^') einzelne Stellen, insbesondere in Über- 
Hchriften und Epigraphen, teilweise aus sehr unedlen Motiven, s. § 12. 

Das Schreibinstrument war ursprünglich ein Stift oder Griffel, 
(■»BIO) ü?, später das Rohr, xaXafiog^ oiabnp, mit verdunkeltem Vokal ;3^) 
Hlmson b. Abr. aus Sens spricht sich gegen den Federkiel aus 
(n^i: i«:, n:p bu: o^^bnp, Low 179, 238). Am Anfang und Ende von 
Mhh. findet man nicht selten einzelne Wörter und Zeilen geschrieben, 
um das Rohr zu probieren; daraus hat sich ein stereotyper Reim ge- 
bildct.^0 Den Ausdruck Pen im Jüd.- Deutschen braucht man nicht 
mit Low (8. 180 , wo „Zunz' Verz." in Gott. Vortr.) als direkte Ab- 
kürzung des lateinischen penna anzusehen; in älteren Schriften, so- 
weit ich mich erinnere, habe ich diesen Ausdruck nicht gefunden. 

Kino eigentümliche Spielerei ist Schemtoh Ardutials (1345) 
Gedicht des Streites zwischen Schere und Feder, das er ursprünglich 
mit dor Schere ausschnitte^) 

§ 10. Das Schreiben war ursprünglich eine Kunst und eine Kunde 
und sank erst nach langer Zeit zum Handwerk herab. Die Araber 
lejjon grofsen Wert auf eine gute Schrift (Hammers Encykl. Übersicht 
8. 208, Testament des Jeh. ibn Tibbon). Über Kalligraphie im 
ongorou Sinne weifs ich nichts heranzubringen, desto mehr wäre von 
dor Ornamentik zu sagen; dieser besondere, der Kunstgeschichte 
HngohöiH}ndo Gegenstand ist auf den Gebieten anderer Litteraturen 



27) Li)w 153,233; insbesoud. rint nnfii I, 151 u. 542, daher Duschak, 
liutan. d. T. 43. — In eiuem meiner Mss. findet sich n»")5tT i-^-m tä nos» 
«\«»B^^ '^a^ü n:3, eiue Naehahmuug von ci'sVtpn no:», imten A. 3 1 . 

2n) Wejcen der (lOttesnaiueu und wegen cipa -pbr-a. Gegen Zucker- 
uuuidels Vemuitunir eines Pal im Erfurter Ms. Heizt Berlin 1220 fol.) habe 
loh Un. XVl, 31 euigeweudet. dals es das einzigt» bekannte wäre; fUr Europa 
ilUrtle das uooh ^»Itea. — IMe Araber kennen abgewascheues Pergament; 
V. iiartUhauseu, Griech. Paläogr. S. 43. 

2^0 'lyehseu, Tent. 17^». — rberschreibeu heilst c-sb^a *i'»aya 
U>. 2^4. 

:un Kow 1, lT:>ff., uietallue Feder S. IMK 23S, schwerlich zu Tinte 
oder tlüssl^T FHrbe. 

31) C'^na rr**> V"* sx r^?:5*7n nc:», Hauib. n. 4o S. 12 Z. 9 des Kat^ 
u, i:»(» S, <il; IVrliu u. TT: auch auiicri^, t B. Ms. Muucheu 310: ^amaria 
soi\oni por Äiuar. por amar $^»ntil sciiow (auch hcbr. m^^^-rrr). das. t 22; 
**nn rc:5^ s- oben A. 2T. 

32) CR 2^U> und ZiL, Lit. :>i»3. wo kein IHtum: vgl. CentralbL f. Biblioth. 
l>Mi S, 103 A. 4. 

24 



— 25 — 

durch kostspielige Prachtwerke vertreten.^') Über hebr. Mss. konnte 
ich nichts Erhebliches finden nnd zn eigenen Stadien darüber fehlt mir 
die allgemeine Kenntnis. Ich beschränke mich also auf einige all- 
gemeine Bemerkungen, welche unserem eigentlichen Thema sich näher 
anschliefsen. 

Die Schrift selbst wurde schon frühzeitig mit einer Goldtinktnr 
geschrieben; man erzählt von einer ThoraroUe in Goldlettern eines 
Alexander (Graetz, Alexander and his goldscroll in Jew. Qu. II, 104); 
doch hegte man Bedenken dagegen ; Abraham Jarchi (Auf. XIII. Jahrh.) 
verbietet den Gebrauch einer solchen Rolle, weil das Gold von den 
Gottesnamen abspringe (Ginse Jerusch. S. 30 und Wertheimers Von*. 
S. 6). Aus anderen Motiven predigt Hieronymus (Einleit. zu Hiob) 
gegen ,libros in membranis purpureis auro argentoque descriptis . . . 
onera magis exarata quam Codices^ (v. Gardthausen, Griech. Paläogr. 
S. 42; Th. Birt, Antik. Buchw. S. 108 und 504). 

Die Frage, ob es überhaupt zulässig sei, Figuren, und 
welche, zu malen (vgl. Kohn, Mard. 8. 6), bespreche ich im Zusammen- 
hange mit der Geschichte der bildenden Künste bei den Juden in 
meinen Vorlesungen: Einleitung in die jüd. Litt, des Mittelalters.^^) 
Charakteristisch ist es hier, dafs der Karait David b. Abraham jede 
Verzierung heiliger Schriften verpönt (bei Neubauer, Notice sur la 
Lexicogr. p. 120). 

Eine Anweisung zum Kolorieren verfafste Abraham b. Jehuda 
ihn Chajjim aus unbekannter Zeit (Ms. de R. 945). 

Die Abbildungen betreffen verachiedene Gegenstände, z. B. den 
Tempel (Ms. Berlin 121, sehr roh, alt -deutsch), Karte Palästinas u. dgl. 
Illustrationen von Erzählungen nach dem Muster von Kaiila sind 



33) Ferd. Denis, Notice sur les manuscrits a miniature de rOrient et 
du moyen - äge in „Manuel ,du Peintre et du Sculpteur** von L. C. Arsenne, 
32^, Paris 1833, 1 1 p. 192 ff.; Denis citiert eine Abhandluug über orientalische 
Manuskripte im Artiste vol. 3 liv. 20, 21; er handelt von hebräischen gar 
nicht, vom Ostorient bis p. 211. — Henry Shaw, The art of illuminations 
as practised in the Middle Ages, gr. 4°, London 1871. — Walter de Gray 
Birch, Early Drawings and Illnmmations etc. (in the British Mus.), London 
IST!). Mehr als 2500 Bilder auf die Geschichte Jesus bezüglich zwischen 
d. J. 800 — 1600 besitzt das Museum (p. VI); die meisteu Illuminationen finden 
sich zuerst im Service Book (p. XXXVIII) ; eine Aufzählung paläographischer 
Werke s. p. LIX. — Ferd. Denis, Distoire de rOrnementation des Manuscrits, 
Paris 1 880 ; das älteste bekannte Buch mit Miniaturen ist ein Virgil im Vatikan, 
angeblich IV. — V. Jahrh. (p. 8) ; im V. Jahrh. empfahl ein Konzil den München 
die Kalligraphie (p. 12); über Hebräisch enthält die Partie des Orients p. 137 
bis 140 nichts. — Henry Bordier, Description des peintures et autres orne- 
ments dans les Mss. grecs de la Biblioth^aue nationale, gr. 4^, Paris 1883. 
Die Zeichnungen sind alle schwarz. — Katalog der Ornamentstichsammlung 
des Kunstgewerbemuseums, Berlin 1S94. 

34) Steinschneider, HB. XXI, 36, HUb. 904 A.318; Kaufmann, 
Kev. Et j. XII, 293; Güdemann, Quellenschr. 19; — vgl. Elia Levita, 
2. Vorr. zu Masor.; Tychsen, Tentamen 35/6, 339; Low I, 161. 

25 



— 26 — 

in hebr. Übersetzungen dieses Baches selbst nicht erhalten, aber die 
des Isak Sahula (XIII. Jahrb.). Josef Caspi (^Oiion n^n^i» f. 52) tadelt 
solche als unwürdig und gefälscht (D'^ts'^'iiTüa unecht?); sie beweisen eine 
Unkenntnis der wissenschaftlichen Werke des Aristoteles und seiner 
Schüler. (Über Figuren von Gelehrten s. HÜb. 8. 352 u. XXVII.) 

Mathematische Figuren sind oft sehr sauber ausgeführt; vor 
der Stelle der Figuren steht oft mts, aber die Figuren fehlen manchmal 
(s. Kohn, Mard. b. H. 7, 115). Geometrische Figuren finden sich schon 
in den Kommentaren zur Mischna (Pea, Kil^ajim) u. dgl. Am häufigsten 
koloriert ist die Pesach-Haggada (Specimen aus Deutschi, in Katal. 
Berlin). Überschriften und Anfangsbuchstaben fehlen oft (auch 
in Drucken) 3^) oder sind nur durch Konturen vertreten, weil sie mit 
Farben oder Verzierungen nachgemalt werden sollten, oder finden sich 
in späteren Teilen derselben Mss. mit gewöhnlicher Tinte, weil das 
Gold oder Geld ausgegangen war. Figuren finden sich als Custoden 
der Papierlagen (Gg. j. IV, 157; Pr. Duran, Gramm. S. 19 Regel 6). 
Die Masora ist häufig in Figuren geschrieben, wovon ein Specimen 
bei Bellermann; das Verb, ^ito bedeutet mit Masora versehen.^*) Nach 
Tychsen (Tent. p. 31) rühren die masor. Figuren von Mönchen oder 
ExJuden her, weil in mönchischem Geschmack; gegen Schnurrer ver- 
teidigt sich Tychsen im Befreit. Tentamen 203, 217 und im Repert 
für morgenl. Lit. 11, 124 — 130: „Von den mit künstlich geschriebenen 
Rand -Figuren gezierten hebr. biblischen Hss." — hauptsächlich damit, 
„dafs nicht alle solche Figuren Masora enthalten, sondern Anderes" 
(Köcher II, 37, cf. p. 25); s. jedoch Eichhorn § 365, de Wette S. 332. 

Unter den Farben scheint die rote die älteste; vom Bergzinnober 
(Mennig, Minium) haben die „Miniaturen" ihren Namen. Rote Punkte 
kommen auch in alten syrischen Mss. vor.^^) 

Die spanischen und orientalischen Mss. sind am wenigsten 



35) Vgl. D. de GUnzburg, Rev. Et. j. XXXI, 284. Da das keine Eigen- 
tümlichkeit der hebr. Schriften ist, so ist Berliners Widerspruch gegen 
De Rossi und die religiöse MoUvierung (Üb. d. Einflnfs u. s. w. 1 895 S. 7) 
hinfällig. — Beispiele von Malerei bei Berliner, Ein Gang durch die Bibl. 
S. 13flF., wo Jehuda Loch b. Elia Kohen sich an'is'j i'^'^zsia -,^1» neunt. 

36) Tychsen, Üb. die Ursachen etc. S. 145 citiert *^r\ioi3'i aus Ms. 
Berlin vom Sohne des Bcrachja (dessen Datum streitig ist) und Ms. Paris 
(1301) V. Josua b. Abraham [ibn Gaon, P. n. 20, vgl. HB. XI V, 79 ; HÜb. 
410]. Über die groben Schnitzer bei Tychsen, Tent 34 betr. den Dresdner 
Cod. s. die [von mir mitgeteilten] Nachweisungen aus Wolf IV, 871, Fleischers 
Cat p. 74 u. 441; Zunz, Z. G. 208k, bei Strack, Proleg. 119; fiir -pmo ^btD 
lies '^%iTa *iB*o Ps. 45, 2, Esra 7, 6. — Beispiele von figurierter Masora bei 

Berliner, Gang S. 13. 

37) Minium findet sich auf ägypt. Papyrus; zahlreiche Proben, auch in 
Farben bei Shaw p. 2 ; über die rote vgl. Birt 1. c. S. 64. Über mininm s. 
Berthelot, Introd. a la Chimie 261. Ein Rezept zu Goldtinte in Ms. Vat. 914 
(XV) in einer Abhandl. v. Libovius s. Archives des missions scient. 3. s6rie 
t. 13 (1887) p. 835. 

26 



— 27 — 

mit Figuren verziert, — wohl nicht ohne Einflufs des Islams; s. jedoch 
Nb. 2322 Jos. b. Ghaj. Zarfati (1445). — Die Darstellung menschlicher 
Figuren ist (nach v. Gardthausen, Gr. Paläogr. S. 86) ein Beweis von 
Ketzerei; ein Specimen orientalischer Arabesken in einem arabischen 
karaitischen Ms. bietet Reinhart Hoerning, Brit. Mus. Karaite Mss. 
descriptions . . . of six Karaite Mss. ... in Arabic characters ... in 42 
Facsimiles 4. London 1889. Das Meiste und Schönste bietet Italien 
im XV. Jahrb.; doch ist die Mitwirkung christlicher Künstler nicht 
ausgeschlossen, noch weniger die Herübernahme oder Nachahmung 
christlicher Vorbilder (vgl. Berliner, Gang 8. 14); Proben jüdischer 
Ornamentik bietet der Katal. der Berliner Bibl. 

Zu kalligraphischen Kuriositäten, also in die Museen, nicht in 
die Bibliotheken, gehören die mikroskopischen Stücke, meistens kleine 
Rollen (namentlich Esther) in einer Federpose, welche an die llias in 
einer Nufs bei Plinius und Cicero erinnern (Fr. Blafs im Handb. d. 
Wiss. d. Altert. I, 311, Th. Birt, Antik. Buchw. S. 77). 

§ 11. Kommen wir nunmehr zur Schrift selbst. Ausdrücke für 
Schreiben s. bei Low II, 158 A. 307; der übliche prosaische bleibt nns; 
selten und poetisch, meist auch jünger, ist ppn. Unsere Aufgabe ist 
nicht hebr. Paläographie im engsten Sinne des Wortes, d. h. Unter- 
suchungen anzustellen über Entstehung der alten hebr. Schrift, genannt 
•^niic», yyn, •»tcinb (Low II, 54). Gesenius' Geschichte der hebr. Schrift 
(1815, seit 1842 vergriffen) ist längst veraltet und noch nicht ersetzt, 
obwohl manche Monographieen darüber vorliegen.^^) Die Buchstaben- 
schrift überhaupt ist auch nach neueren Forschungen in Phönicien 
oder Palästina erfunden, wenigstens einfache Lautschrift, und fast alle 
bekannten Alphabetschriften, d. h. phonetische oder Laut -Schriften, im 
Gegensatz zur ideographischen oder Bilderschrift, sind eines und desselben 
Ursprungs. Nur wenige alte Ausdrücke sind stehend geblieben, selten 
und unklar.39) Eine Übersicht der zerstreuten Schriftproben aus 
Mss. gab ich im Centralblatt für Bibliothekswesen 1887 S. 155, in 
einer Anzeige von Neubauers bald zu erwähnender Beilage zu seinem 



38) J. Baebrach, '^niüKn ansb ^rir^n, Warschau 1854. Herzfeld, L., 
Über die EntstehuDg der Quadratschr., mit paläograph. Tafel (in 3 Abbandl.), 
Nordbausen 1856. De ecke, Ursprung altsemit. Alphabete, ZDMG. Bd. 31 
(1877). Curtiss-Bickell, Outlines of Hebrew Gramm. With a table, by 
J. Euting, Leipziff 1877 (HB. XVII, 77). Ad. Neubauer, Introd. of the 
Square Character m biblical mss., in„Studia biblica", Oxf. 189t, und Sonderabdr., 
3öpp. und 3 photolitogr. Tafeln. Blan, Zur Einleit. in die H. Sehr. (Programm 
Budapest 18y4 S. 48: Einführung der Quadratschrift). Vgl. auch Palaeo- 
grapMe universelle par Silvestre, Paris 1841, 1 p. 204; aus alten Drucken: 
Omont, Specimen des caracteres hebr., Par. 1887, 188t^. 

39) D'^^ipym ö^^^ipan, Gg. XI, 88; n'i^aiprni (?) n'iBißbn nrniKM 
(Jeschurun h. IX, Beil. S. 6). n'in'jn^'? niBiBS für die 5 Finalbuchst, s. Strack, 
zu Ahron b. Ascher S. XVII; es fehlt ihnen die Basis [eigentlich der Ver- 
bindungsstrich]. 

27 



— 28 — 

Katalog.<<^) Wir besitzen ftr das mittelalterliche Hebräisch kein Pracht- 
werk wie das des Herzogs von Luynes für ältere Inschriften, oder 
wie Champollions ttber ägyptische Schrift, verfafst auf Befehl Gnizots 
(1835), oder Möllers oriental. Paläographie (1844), oder auch nnr 
Vorlegeblätter zu Vorlesungen, wie Pertz' Schrifttafeln für Vorlesungen, 
Hannover 1844 — 45, neuerdings herausgegeben von Jaff<6 und Arndt 1862. 

Es gab auch bis vor kurzem nicht einmal Schriftproben in 
Katalogen von Hss., wie sie z. B. Nicoll fttrs Arabische bietet. 
Selbst Paris hat keine einzige Schriftprobe, Wien eine einzige; der 
Wiener Katalog hat freilich verschiedene Arten von Schrift für Epi- 
graphe u. dergl.; zum Leidener Katalog habe ich Facsimiles fast sämt- 
licher karaitischer Handschriften bewirkt; dem Münchener ist in 
erster Auflage (1875) ein Facsimile des Talmud beigegeben (s. Vor- 
rede); der Berliner Katalog (1878) hat 3 Tafeln, wovon eine die 
Illustration einer Haggada enthält, die anderen beiden bieten 21 Proben 
verschiedener Schriften. Endlich hat Neubauer mit seinem Katalog 
der Bodl. Handschriften eine reiche Auswahl von hebräischen Schrift- 
arten mit Umschreibung in Quadratschrift auf besonderen Tafeln heraus- 
gegeben, welche meistenteils eine gute Anleitung bieten, allerdings für 
Private etwas kostspielig ausgestattet.^!) Autographische Proben bieten 
die Abdrücke aus Dokumenten, namentlich in der Revue des £tudes 
juives an verschiedenen Stellen; hingegen ist das angebliche Autograph 
des Abraham Zakut (vol. XXXII, 1896, p. 264) durch den Titel S 
verdächtig, ■^b:3n(?o) -pin zweifelhaft. 

Das älteste Specimen hebr. Schriftcharakters findet sich merk- 
würdigerweise neben vielen anderen Schriftarten im Fihrist des Nadim 
(um 957) Ende Kap. 10 S. 75 nach einem Theodorns.*^) Aus PapjTUS- 
fragmenten finden sich Specimina in meiner Abhandlung in der Zeitschr. 



40) Im Centralbl. f Bibl. 1. c. S. 159 Z. 13 ist Strack zu streichen, S. 161 
das Autogr. des Maimonides auch in ninrrn yz^p ed. Leipz. II S. X (HÜb. 
S. 41ö A. 343). Zu S. 162: Bible Literature in A. M. 4702, A. D. 942, A ms. 
copv of Saadia Haggaons translatiou of thc Pentat. io Arabic ... (3 S. 4* von 
G. A. Youug et Co. Booksellers, Edinbnrff, versendet 1884). Ein Facsimile von 
Ms. Erfurt 3 (jetzt 1213 fol.) durch StracK besorgt in Stades Gesch. d. V. Israel 
Bd. I (1S87). W. Wicke 8, A treatise on tho accentuation . . . with a fac- 
simile . . . of the Codex assigned to Ben Asher in Aleppo, Oxf. 18S7. S. auch 
Driver, Notes (oben A. 7). M, Schwab, Notes de comptabilite juive du 
Xllle et du XIV" siecle, Rev. Et. j. XXX, 289. 

41) Facsimiles of Hebr. Manuscr., IV S. und SO Tafeln mit luxuriösem, 
leerem Rand. Über das Alter (ältestes Stück 11S4), die Bezeichnungen u. s. w. 
s. meine Anzeige im Ceutralblatt 1. c. 

42) Derselben Quelle gehört die Nachricht, dafs die Chazar en hebräisch 
schreiben, IIB. II, 109, dann bei Grätz V, 369, LüwII, 81; vgl. die Lauteren 
Brüder, bei Dieterici, Anthropologie S. 201 über Entstehung der Buchst, 
S. 201, wo S. 202 syrisch erst nach Adams Tod gesprochen wird (vgl. S. 180), 
gegen den Midrasch, der Adam aramäisch sprechen läfst — 360 Schriftarten 
bietet Amin Allah abn'l-Rafid etc. in seinem arabischen al- Durrar etc., verf. 
Muharram 1219, gedr. s. 1. (Constant.) 1221 (1806,7) — obnachibn Wahschijjas 
Erfindungen? 

28 



— 29 — 

für ägypt. Sprache 1879 (sie sind weggelassen in dem Abdruck der 
Abhandlnng im Magazin); in den Abbandlungen der Mitteil, aus Papyrus 
Rainer Bd. I (1887/8 8. 38 ff.) von D. H. Müller und D. Kaufmann 
bebt letzterer (S. 41) hervor, dafs hier die älteste Umschreibung von 
Arabischem in hebr. Schrift vorkomme. 

Die Benennungen der verschiedenen Schriftcharaktere sind alle 
verhältnismäfsig jung,^') der Entwicklung in den einzelnen Ländern 
folgend, in welchen die profane Litteratur allmählich einen Kursiv- 
charakter annahm, den man nicht erst auf Tendenzen zurttckführen 
mufs, wenn auch später, als die Kursivschriften einen festen Typus an- 
nahmen, der Schriftcharakter Gegenstand gesetzlicher Erörterungen 
wurde. Maimonides^^) behauptet, dafs man von jeher die Schrift, 
genannt Aschtiri ('^nittj«), worin die Tafeln Moses* gegeben worden, 
auf die Bibel beschränkt habe, alles andere in profaner Schritt, Münzen 
und Steine, nur im „Ibri^ geschrieben worden seien; daher hätten 
die Spanier eine solche für profanen Gebrauch durch Änderung ge- 
bildet.^^) Ibri mufs schon hier eine von der alten Quadrat- Schrift 
verschiedene bedeuten. 

Die hebr. Ausdrücke romnia und n'^-nttj« weist Zunz (Z. G. 206) 
bei Ascher ben Jechiel nach, der, ein deutscher Flüchtling, seit 1306 
in Spanien lebte. Am Ende des XIV. Jahrb. waren jene beiden Aus- 
drücke schon in der Provence vulgär. Aber der Ausdruck "pian in 
den mnemonischen Regeln bei Ephodi (Low S. 73, 159) ist nicht so 
zu urgieren, dafs er nur das ungelehrte Publikum bedeute; übrigens 
schliefst Ephodi auch die Schrift der Gemarot ein. 

Die Schrift soll eine „vollständige" sein; der Ausdruck man na-ina 
kommt im Talmud vor und wird spielend an nnnroi Deut. 6, 9; 11, 20 
gelehnt; '^nittJK nnDS**) nattsi*^^ n^n n^'^r^ bei Maimonides, 1. c ; Tychsen 
hatte den Einfall, diese Bezeichnung, weil cn nnD vorkommt, von Jakob 
Tarn abzuleiten! Trotz der Berichtigung (S. 347) wiederholt es Gesenius 
(Geschichte S. 178; IiTtum und Berichtigung bei de Wette, Einl. 231). 
Später unterschied man nöa ra'rs und np^^^); moan bn na-^nsn nisntö 
npnn b« rron ^{uxia "^nwm schreibt Prophiat Duran (1. c.) aus mnemo- 
technischen Gründen vor. Auch eine „kleine" (nsüp ns'^PS, „zier- 
liche") weist Zunz (Z. G. 206) in einem Ms. vom Jahre 1344 nach. 
„Welsch" bezeichnet eine runde, italienische Schrift; nach Tychsen 
nennen ebenso „nostri Judei" spanische und orientalische Schrift! — 



43) J. G. Ho ff mann, in Ztschr. für alttest. Wiss. 1S81 S. 834—8, citiert 
von Strack u. Siegfried, Lehrb. d. nenhebr. Sprache (1884) S. 8. 

44) GA. ^Ttn ^«fi n. 7, Lb. IV, 810, Low S. 61, leider nur in Tamas 
Übersetz, vorliegend. 

45) 13» übers etzt Low „erfunden"! 

46) = nsD^? 

47) Jakob Tarn bei Low 78; bei Baruch b. Isak ist tt;K*n:i nicht deutsches 
„grofs" im Sinne von dick, sondern romanisch gros. 

29 



— 30 — 

151^ nPD heifst bei Elia Loanz (nach Zunz 1. c. 206 f.) Druck -KuiTent im 
Gegensatz zum jüdischen Schreibkursiv der Deutschen;*^) rrp*^ na'^na wird 
später auch für die sogen. Raschi- Schrift gebraucht — Tychsen bezieht 
es auf Raschi selbst (s. dagegen Zz. 206 g, Low 73)! sie sei ursprüng- 
lich der Quadratschrift sehr ähnlich, bis auf die Buchstaben k und V7. 

Den Unterschied zwischen französischer und spanischer 
Schrift erwähnt schon Abr. Jarchi (1204/5), ein Schüler der Franzosen;'*) 
Zunz (207) bezieht die Bezeichnung französisch und spanisch auf das 
sog. Raschikursiv, während Low (S. 73, 189 A. 347) sich auf die 
halachische Behandlung beruft, welche nur auf eine Quadratschrift 
bezogen werden könne. Entscheidender als Schlüsse sind Thatsachen; 
Jarchi giebt Figuren der Buchstaben, welche leider im Druck durch 
gewöhnliche Typen wiedergegeben sind; er spricht aber z. B. von 
einem offenen Zarfati^schen n und einem geschlossenen (s. unten das 
spanische). Die von Zunz citierte Stelle in einem Gutachten des 
Ascher b. Jechiel spricht nur ganz unbestimmt von verschiedenen 
Formen ;^o) aber Abravanel (in einem Schreiben an Sani Aschkenasi f. 7) 
meint sicher eine Kursivschrift, indem er bemerkt, dafs er an deutsche 
Schrift nicht gewöhnt sei. Eine provenzalische Schrift haben nach 
Joseph Karo profane Menschen erfunden.^ >) Low erwartet bei der 
bisherigen Vernachlässigung der hebr. Paläographie Auskunft von 
künftigen Forschungen. Die wirklich provenzalische Schrift ist eine 
sehr verschlungene spanische, die ich gewöhnlich kursiv (sonst all- 
gemein rabbinisch) im Gegensatz zu Quadrat nenne. 

Eine andere Benennung unterscheidet zwei Gruppen: französisch, 
deutsch (seit XIL Jahrb.?) , wofür die älteste Autorität ein Simcha 
(welcher?), und Ausdrücke: o'nüTs etc. (Zunz u. Low), la'^ws^D (Elia 
Levita; bei Dukes, Lb. X, 139; Perles, Mtschr.; Näheres vergafs ich zu 
notieren), bei den Spaniern pujx^, üptüKia ; Zz. vermutet in diesem Worte 
eine Verwandtschaft mit Neskhi (v. ^D3, nicht rca wie Low, der das Kufi 
nicht beachtet). Gesenius (Handschriftliche Randbemerkung zur Gesch. d. 
hebr.Spr. 180) vergleicht damit arab. äop, ajusto deflexit, also verzogene 

48) Allmählich verengt sich sonst, namentlich im Ritus, die Bedeutung 
von T9ib zu (jüdisch -)italieDisch. 

49} Über ihn Gg. VII, 297; HB. XI, 24; Zz., ZDMG. XXIV, 597; Gg. IX, 
297; Reifmann, Hamagid Y j Qi) ; D. Cassel in Zunz' Jubelschrift — Zunz 
„in 13:1 gegen Ende", bezeichnet den Abschnitt des A'^na^, was Low 1. c. nn- 
begreiflicherweise auf den Inhalt bezog. 

50) Kelal 3 u. 11 über Thorarollen Issn ^\^^w Drx ni'^mKn m*^ixn 
;'^i5*^a biOB i'^Äi nwn y^Kn anaa issn« ans naitt)^ na^nn . . . ms'^'i^n 
yCnrsiv'' bei Zunz ist also hier kaum berechtigt 

51) onba mu'T^^n i^a«: bei Low (S. 74, 159 A. 345), welcher meint, 
Karo müsse „darüber genau unterrichtet gewesen sein, da er halachische 
Konsequenzen daraus ziehe"; der fehlende Obersatz dieses Schlusses ist falsch ; 
woher sollte auch Karo in Palästina über die Entstehung eines vor Jahr- 
hunderten in der Provence entwickelten Schriftcharakters genaue Nachrichten 
haben? 

30 



— 31 — 

Schrifl; aber p^*D heifst schnell sein und ausziehen = -^v^.^*^) Endlich 
finden si ch zw ei arabische Ausdrücke für Schriften bei Maimonides, 
nämlich n'inn^, welches Low in Divani emendieren möchte! n^ni^ 
bedeutet „non quiesccns semper iter faciens", also „schwebend"? pKbri« 

ist wohl pb^-Q = p-^bm = ST^i^n na'^ns, „hängende", schiefe Schrift.*^) 

Jung ist der Ausdiiick „Weib er deutsch", wohl erst für die 
Druckschrift, weil das Deutsche mit besonderer Rflcksicht auf Leserinnen 
verfafst war. 

Da aus Neubaners Facsimiles auch die geringeren Abweichungen 
der Buchstaben zu ei-sehen sind, so beschränkt sich Unsere hierher ge- 
hörende Tabelle auf die bedeutendsten Verschiedenheiten, die bei 
einzelnen Buchstaben vorkommen. 

Anstatt der Finalbuchstaben kommen fast nie die entsprechenden 
gewöhnlichen vor mit Ausnahme des Buchstaben &, namentlich bei 
späteren Earäern (Harkavy u. Strack, Rat. S. XXI), weil auch die Endform 
nur mit einem Strichelchen oben vorkommt. Eigentümliche Ligaturen 
findet man bei Eigennamen, insbesondere bei Spaniern, wahrscheinlich 
eine Nachahmung des arabischen „Thograi", z. B. Gatigno in Ms. 
München 94. 

Vor dem in den vorangehenden Buchstaben ^, n gesetzten Jod 
(yh^'\^ '^) warnt schon Jehuda ihn Tibbon in seinem Testamente (S. V, 
vgl. ZDM6. IX, 841 A. 1); man findet auch das Jod am unteren Ende 
von n und ^; wie auch in arab. Mss. diese abgesonderten Buchstaben 
zusammengezogen vorkommen. Der Abschreiber von Ms. München 51, 
2 erkennt diesen Umstand nicht. 

Unter den Abbreviaturen ^3) ist eine alte für das Tetragramm 
vielfach besprochen, nämlich drei Jod in Form eines umgekehrten 
Segol. Das Resultat meines Artikels in der Mtschr. 1895/6 S. 134 
lautet dahin: Die Form scheint in Europa im XI. — XII. Jh. entstanden; 
alle Deutungen sind wertlos; "^i*^ hat den Zahl wert 26 von nin\ 



51a) Auch syr. KSlOa nachlässig sein, bei Low 74, kommt von „hin- 
ziehen". 

52) o3K^ip isaittsia ahp^n o'^anisn sns^a mb^äs nrm«i «aüiüia ana 
(also runde Schrift als Kurrentschrift) bei Rittaugel, OB. p. 2147. 

53) S. meinen Artikel: „Giebt es eine hebr. Kurzschrift?'', im Archfv 
für Stenographie 1S87 S. 466 ff., ohne mein Wissen abgedruckt in der Wiener 
Zeitschr. Neuzeit. — Ein eigenes Thema bieten die Ligennamen, s. § 16. 



81 



n. Kapitel. 



§ 12. Bei der Betrachtung eines Gegenstandes kann man den 
Weg von innen nach anfsen nehmen, oder umgekehrt. Die Wahl ist 
manchmal für die Kritik bezeichnend. Wer sich mit dem Inhalte 
eines Manuskriptes, namentlich eines unbekannten, beschäftigt, wird bei 
einer unbefangenen Kritik sich bald nach Zeugnissen und Kriterien 
umsehen mtlssen, die von aufsen kommen. Für uns ist es jedenfalls 
zweckmäfsig, bei den Äufserlichkeiten anzufangen. 

Was ist ein Codex? was ein Manuskript? Ein Ms. ist zwar 
alles Geschriebene ohne Unterschied, ein Ganzes oder ein Teil, ein 
Buch oder eine Notiz u. s. w. Es giebt Mss., die nur aus Notizen, 
Materialien, Excerpten u. dergl. bestehen, selbst ohne den Zweck als 
Material für ein Werk benutzt zu werden, oder auch gerade zu 
diesem Zwecke angelegt, wie etwa die KoUektaneen des Jochanan 
Alemanno (Ms. Bodl.) für dessen Kommentar über das Hohelied, 
worin die meisten jener Excerpte zu finden sind; sie bieten uns von 
selbst einen Blick in den weiten Studienkreis, den man aus seinen 
zum gröfsten Teil ungedruckten Schriften erst zusammenlesen müfste. 

Codex bezeichnete ursprünglich die verbundenen Schreibtäfelchen 
(Th. Birt, Antik. Buchw. S. 93; Fr. Blafs im Handb. der Wiss. d. Altert. I, 
307), im weiteren Sinne ist es jeder Band (vgl. oben § 9), auch ein 
gedruckter, daher die nähere Bezeichnung Cod. Ms. Genauer ist ein 
Codex etwas Zusammengehöriges; wer oder was begründet den Zu- 
sammenhang? Sehr oft ist es der Buchbinder, dessen Faden sich 
durchzieht, wie in einer Wiener Posse der Dichter im Prolog sein Ms. 
zusammenheftet, damit „ein Faden durch das Stück gehe''. Aber der 
Buchbinder näht und trennt gewöhnlich ohne Kenntnis, und manches 
bibliographische Ungeheuer dankt nur dem unwissenden oder nach- 
lässigen Bibliopega (93&) seine Existenz. Daher hat man nach der 
ersten Visitation eines Codex mit dem Zollstabe oder Meter, wie beim 
Rekruten, zu untersuchen, ob alle Glieder in Ordnung seien, d. h. jedes 
Blatt an seiner Stelle J) Uri soll, nach einer vertraulichen Mitteilung 

1) Im Ms. Berlin 1338 F. scheinen f. 5, 6 ein Fragm. eines anderen Baches. 

32 



— 33 — 

des Dr. Bandinel in Oxford, aas Ghikane mitnnter Fragmente und ange- 
ordnete Blätter erhalten haben. Vielleicht haben aach die unwissenden 
Abschreiber der Mss. in München ähnliche Codd. vor sich gehabt. 
Die ungewöhnliche Anzahl von Miscellanbänden in Neubaaers Bodl. 
Katalog, dessen Facheinteilung dadurch grofsenteils illusorisch wird, 
ist daraus zu erklären, dafs man verschiedene Codd. mit blofser Rück- 
sicht auf das Format (in meiner Abwesenheit) zusammenbinden liefs. 
Solehe Bände durften eigentlich gar nicht als einfache Codd. behandelt 
werden. Den schroffsten Gegensatz hierzu bildet Ahlwardts Verzeichnis 
der Berliner arabischen Handschriften, worin die Trennung nach ein- 
zelnen Werken einige Unbequemlichkeiten bietet. 

Die Integrität eines Codex in jeder Beziehung ist also das 
erste, wonach zu sehen ist; um aber den Buchbinder hier zu er- 
ledigen, mag alles auf ihn Bezügliche unmittelbar folgen. Die Ein- 
bände selbst sind oft Zeugen für die Zeit, die sog. „reliures du 
ternps**, — und es giebt Sammlungen von Büchern nur nach Einbänden, 
gewissermafsen fUr die Kostümkunde der Bücher — die Einbände sind 
anch Zeugen fUr die Zeit der Handschriften und ihrer Besitzer; so z. B. 
erkennt man in München an den grünen Einbänden die Kopieen aus 
den Jahren 1548—52 (vgl. § 30). Die Deckel enthalten oft die Namen 
der Besitzer und sonstige Inschriften. Sie sind oft mit handschrift- 
lichen oder Druckbogen beklebt, welche selbst von Interesse sind 
(§ 7 A. 27). Sie sind mit Nummern bezeichnet, welche auf den Umfang 
der Sammlung, die frühere Stelle des Buches oder eine sonstige Be- 
zeichnung hinweisen. Sie enthalten mitunter ein Verzeichnis des In- 
haltes mit Titeln, die freilich oft nur ein Zeugnis von der Unwissenheit 
des Besitzers oder Schreibers ablegen, demungeachtet in Kataloge 
übergegangen sind, wie z. B. einige Bände arabischer Predigten in der 
Bodleiana, worüber ich in Kayserlings Homiletischem Beiblatt II be- 
richtet habe. — Die alten orientalischen Einbände haben einen 
Umschlagdeckel, welcher den Schnitt schützen soll, auf welchem oft 
Namen geschrieben oder Teile bezeichnet sind. Häufig geht die Heft- 
schnur derselben quer durch sämtliche Blätter und verhindert das 
Aufschlagen. Silberne und goldene Spangen und Beschläge, manchmal 
mit Wappen u. dgl. verziert, bezeugen Reichtum des Besitzen oder 
Erwerbers und Ui-sprnng des Buches, teilweise Geschenke, welche 
Familienerbe werden, namentlich Gebetbücher, welche häufig das Civil- 
standsregister bilden. Der Stoff des Einbandes kann ebenfalls über 
manches belehren. Feines Leder, Saffian (arabischen Ursprungs), Maro- 
qnin (Ziegenleder aus Marokko?) kommen nicht selten vor, Futterale 
oder Etuis, sonst seltener, mehr in neuerer Zeit ,2) daher auch die 
Beschreibung selten ist. Äufserlichkeiten anderer Art sind häufig, 
namentlich in Familienbibliotheken, zu finden. 



2) Was ist il'^^^lB -j-isa in Ms. München 297 (1754)? 

33 
Beiheft 19. 



— 34 — 

Der Buchbinder bescLneidet das Buch oft ärger als der Betrttger 
seine Dukaten. Dieses ^Bundes zeichen" vernichtet oft andere Zeichen 
nnd Buchstaben, z. B. Überschriften von Abschnitten, Randnoten und 
Cnstoden, d. h. Wörter am Ende der Seiten, namentlich der Hefte,') 
welche den Zusammenhang kontrollieren, wenn nicht gar die Texte 
schonungslos verletzt werden. Daher legt man bei seltenen Büchern 
(Druckwerken) einen Wert auf grofse und unbeschnittene Ränder 
[grand de marge^ non rogn^J u. „tcfnoins'^, d. h. beim Beschneiden 
zurückgebliebene Ränder. 

In jeder wohlgeordneten Bibliothek werden wichtige Bnchbinder- 
arbeiten nur nach genauer Vorschrift und so viel als möglich in loco 
gemacht. Die Handschriften sollen zuerst paginiert werden; einige 
Hünchener Mss. in A^ sind erst in neuerer Zeit falsch gebunden worden, 
weil niemand sie zu ordnen verstand. In Oxford wurde ein Band des 
interessanten Codex Poe 74 von mir zufällig in der Mitte eines arabischen 
wieder aufgefunden. Ms. München 133 enthielt das Ende von 85. 

Alle kleinen Fragmente sollen in einem Fragmenten codex 
gesammelt werden; so geschah es in Oxford, München und Berlin. 
Dadurch gelang es mir, einige Mss. zu ergänzen und ein Fragment 
von Saadias Buch der Erbschaften aufzufinden (Nb. n. 513 und np*^nn I). 

Die Beschreibung der Codd. folgt oft der Aufstellung ans äufseren 
Gründen nach Format und Umfang (s. Delisle, Inventaire des Mss., 
zu Ende), doch hat diese Anordnung etwas Prekäres. Mancher Kata- 
log, z. B. der Almanzische von Luzzatto, giebt Länge, Breite und 
Dicke nach Millimetern an. Fol., Qu. und Okt. sollen eigentlich nach 
den Papierlagen bestimmt werden, aber auch diese sind nicht unbedingt 
mafsgebend.^) Mss. und oriental. Bücher haben verschiedene Dimensionen. 
Der Pariser Katalog unterscheidet grofses, mittleres und kleines Format; 
man unterscheidet aber auch grofses und kleines Oktav wegen der 
Aufstellung; in Deutschland ist seit kurzem ein gewisses Höhenmafs 
für Drucke eingeführt. 

§ 13. Ein Handschnftencodex ist eigentlich eine Handschrift von 
derselben Hand, wenn auch aus verschiedener Zeit (s. weiter unten), 
durch Epigi'aphe bedingt, ursprünglich zusammengeheftet. Oft sind 
verschiedene Codd. in einem Bande zusammengebunden, welchen man 
einen zusammengesetzten nennen sollte. Der Münchener Cod. 94 ^- ^ 
enthält das Werk des Levi b. G. zweimal , ebenso 341 ^^ dieselbe 
Schrift von Averroes. 

Die Integrität des Codex bedingt nicht die Integrität des In- 



3) Auch Zeilencnstoden kommen vor, selbst in alten Drucken, aber 
zur Ausfüllung, weil die hebr. Wörter unteilbar sind; man findet auch halbe 
Buchstaben, wie m ohne den linken Ful's, oder kleine Striche (Harkavy und 
Strack, Catal. S. 20 u. 50). Amador de los Rios hat aus Unkenntnis dieses 
Umstandes eine Inschrift falsch gelesen; HB. XYL 40. 

4) Gegen Gildemeister, Beil. zu ZDMG. XV S. XXIII, XXX, s. meke 
Nachträge zum Handbuch im Centralbl. für Bibliotheksw. 1S96. 

34 



— 35 — 

haltes.^) Oft hat der Verf. ein Werk nicht beendet, und wird das 
ausdrücklich bezeugt, z. B. in Recanatis Pentateuchkommentar und der 
Erklärung der Gebete (CB. 1735), letztere ergänzt ans Samuel [Motot]; 
8. jedoch Ms. München 112 (weiter unten); ebenso in Raschi zu Traktaten 
des Talmud; der Kommentar zu Hieb ist ergänzt von Jakob ha-Nasir. 
Oft bezeugt der Abschreiber ausdrücklich: „mehr habe ich nicht ge- 
funden^ (nni*^ T^tits^ üA), Manchmal bricht das Ms. mitten in der Seite 
ab mit der Formel -pnaÄ^i b:? bam iKa na?. 

Unvollständige Mss. haben zu Buchhändlerbetrug Veranlassung 
gegeben. Es wird gewöhnlich ein Blatt mit einer Kapitelüberschrift 
vorgeheftet, eine entsprechende Umstellung vorgenommen oder eine 
neue Überschrift fabriziert, welche man meist an der verschiedenen 
Hand erkennt. Oft ist etwas in der Mitte ausgeschnitten, was man 
an den Blattresten erkennen kann, abgesehen von Ausschnitten der 
Ränder und unbeschrieben gebliebenen Seiten, besonders in Pergampnt- 
bänden, um die Stücke zu Ritualien (Tefillin, Mesusa) oder auch, wie 
es die Mönche thaten, zu „Kameot'', Talismanen u. dgl. zu verwenden. 
Eine Kontrolle der Integrität bietet manchmal eine alte Numeration, 
gewöhnlich nach Blättern („fol.", selten „pagina", erst in neuerer Zeit 
auch „Seite''), auch die Zahl der Blätter in den vollständigen Hefken 
oder Lagen. Eine Verwischung von Lücken durch Abschreiber findet 
sieh z. B. Ms. München 41 (s. 266). Oft ist für Lücken ein weifses 
Papier eingeheftet — abgesehen von Lücken oder Unleserlichem im 
Prototyp — mit der Randbemerkung non iks. — Umgekehrt kommen 
fremde Bestandteile in einen Band durch Ausfüllung der weifsen Blätter 
durch Notizen, Mitteilungen, nicht selten sonderbarer Art, z.B. über 
ausstehende Schulden, oder sonst Geschäftliches, Personalia von kultur- 
geschichtlichem Interesse (s. unten § 16). Oft ist der Inhalt des Codex, 
zuweilen mit genauer Angabe des Blattes, von Besitzern angegeben, 
so dafs man die Entfernung eines Stückes vermuten kann, z. B. Ms. 
München 228 f. 110; so verzeichnete der Besitzer von Cod. München 
261 f. 1 zuletzt w^Ti '^oianttja, welches im Cod. fehlt. 

§ 14. Zur Beurteilung der Integrität eines Codex, grofsenteils 
auch der einzelnen Werke, dienen insbesondere gewisse Formeln, 
welche zum Teil stereotyp werden. Sie sind meist eine A nrufung 
Gottes. Die Muhammedaner führen das „Bismillah'' und nrn K73K auf alte 
Autoritäten zurück , letzteres auf David. Auch jüdische Autoren unter 
arabischer Kultur beginnen mit einer Redensart wie ir^nnn nbnn etc.«) 
Diese Formel bezieht sich auf die Abfassung. Den Schlufs eines 
Werkes bildet häufig ein Wunsch der Erlösung, der einzig erfreulichen 
Perspektive, in einen Bibelvers gekleidet, dann nio i^ai^ — auch drei- 
mal — (über pTM s. unten § 18). Der Schreiber, sei er Verfasser 



5) Goldblnm, Tr^or d'lsrael (1894) S. 1, 20 begreift nicht den Unter- 
schied zwischen „Auszug" und „Fragment". 

6) HB. X, 98, XII, 67, XIV, 45 u. S. VI und sonst. 

35 

3* 



— ae — 

oder Kopist, beginnt das, was er schreibt, mit einer Eiilogie oder An- 
rufung; Titelblätter und selbst vorgesetzte Titel sind meist jünger; 
letztere kommen sehr oft nach einer langen Einleitung zum Vorschein, 
daher auch alte Drucke mit einer weifsen Seite oder auch mit einem 
weifsen Blatte beginnen. 

Die erwähnten Formeln , welche man mitunter sogar auf jedem 
Seitenanfang findet, sind oft durch Abbreviaturen, meist von Bibel- 
versen, ausgedrückt, wie ri'n (im Druck des "p"«^ vor 1480, CB. p. 1960) 
risn = oujn nntya, mrsb b^^nn« bxn d\ü3, V'sna = "ii^asi b^^nns bsöi Dttra; 
in Kat. Pinsker S. 20 n. 12 iicy «^^s ibnn ohne Abbreviaturpunkte: 

Y*^^^ D'iQiö nuJisJ 'n üs-o ^^ts (vgl. Zunz in Gg. VI, 

192, vgl. itt;5 br bei Wolf II p. 1392 n. 543), -jn^K Ms. Münch. 225« f. 95 
(ist w r\y^^^n rinn*^ k3k, richtig erklärt bei Biscioni in 8» p. 81) und 
Cod. 246 f. 1 hinter mh'i (im Katalog als unwesentlich weggelassen); 
(«n) b'^nn« xna a*i::a, z. B. Ms. München 381. In Italien findet sich seit 
dem' XV. Jahrh. '»"pi = 'n T'^p •^nsitts'^b und k"'^^, nach Cod. Bislichis 
45 , worin solche Formeln erklärt werden, = "i^« "»rr^ nanai (HB. VII, 
23); das von Zunz (Gg. VI, 191) angenommene ynx ixn^ th'üib (Jes. 60, 
27) pafst in vielen Fällen gar nicht, z. B. zu Ms. München 370; Kaufmann 
(Rev. Et. j. XXVI, lt)l) liest pK D">ia'i T*»^^» was ebenfalls nicht überall 
pafst. Verschiedene Anfangsformeln bietet Berliner (Gang S. 17). 

Endformeln sind: p'ibo; i"n = D^ttsai on; häufig 5"a^;!5in = obttsr. dn 
Db-,5 H"»ia b«b naw; ein schwer zu erklärendes Passiv, sogar mit Objekt, 
in\x «^n^bttja (HB. XVII, 82, 118, II Mose 1882 p. 405, auch Comtino, Ms. 
Lehren u. Ms. Berlin 308 Qu., Cod. Casan. J. IV, 5, a. 1475), vgl. -^jipnyai 
unten § 18; '^Mr.n Ms. Cambr. 12 (vgl. HB. XIX, 70), gewöhnlich 't\^'^'>d, 
^"•^DK und n'iix = "psn ^'Tl pi -p«; i'^b'^a = ii3»i pK nbwb mn*^ -ji^n. 

Endformeln werden hinzugeschrieben, um das Defekt zu ver- 
hüllen, z. B. Ende des mifinn 't v. Recanati Ms. München 156 f. 138, 
anstatt des Custos ^'^pn 'b des Prototyps, und n. 341 f. 260^ daher 
die ungenaue Inhaltsangabe bei Delitzsch, Ltbl. IV, 647, s. Cod. 112; 
falsches Epigr. ■^5'<n%*n 'on obttss, ib. 373. 

§ 15. Wenn ein Codex oder ein gedrucktes Buch aus den Händen 
des Abschreibers, Setzers, Buchbinders und Buchhändlers mit heiler 
Haut davon gekommen war, so hatte seine Integrität nock eine 
Charybdis zu befahren, die Inquisition. Die Verfolgung mifsliebiger 
Bücher neben den Personen ist nicht eine Erfindung des Christentums. 
Wenn die Israeliten in Kanaan eine Litteratur der heidnischen Mytho- 
logie vorgefunden hätten, so würden sie die Bücher gewifs nicht mehr 
geschont haben als die Haine, Bildsäulen und Anhöhen; dafs man 
selbst biblische Bücher beseitigen wollte, und dafs Hiskijja ein 
mKiBn 'o konfiszierte, berichtet der Talmud. Is. D'Israeli (jüdischer 
Abkunft)') hat in seinem berühmten Buche „Curiosities of Literature"^ 
(1834 verf., schon 1835 in der CoUection of ancient and mod. Brit. 



7) HB. I, 132, XXI, 14. 

36 



— 37 — 

Authors, Paris 1835, vol. LXXIII — V) zu Anfang einige allgemeine 
Artikel über Bibliomanie , Schicksale der Gelehrten n. s. w.; u. a. 
p. 38 „Destruction of Books", beginnend: „The literary treasnres of 
antiqnity have snffered from the malice of Men, as well as that of 
Time." Er beginnt mit der Vernichtnng von phönizischen nnd ägyp- 
tischen Bttchern durch die Perser (nach Eusebius), der Zerstörung der 
griechischen Bibliothek zn Enidos darch die Hippokratiker — er hätte 
noch höher hinauf gehen können'''^) — und kommt auch auf das Verbot 
des Talmuds durch Jnstinians Edikte und päpstliche Bullen (vgl. den 
Art. „The Talmud" I, 94). Neuere Studien haben auch genauere Daten 
über die Autodafes von Büchern im XIII. Jahrb., sogar teilweise auf 
Anstiften der Juden selbst, gebracht. Aus Rigorosität wurde eine 
Parodie des Talmuds, das sog. „Masechet Furim^^ verbrannt (gedr. 
1552 ff., CB. 584 n. 5722 und Add.). Es ist leichter, Bücher zu ver- 
brennen als zu widerlegen. Doch haben wir es hier nicht mit ver- 
nichteten Büchern zu thun, sondern mit den erhaltenen, aber ver- 
stümmelten. 

Eine monographische Behandlung der Inquisition und später sog. 
Censur ist erst angebahnt. In Betreff ihrer Einwirkung auf die 
jüdischen Druckereien und den Buchhandel s. den Art. „Jüdische Typo- 
graphie" in Ei-sch und Gi-uber Sect. II Bd. 28 S. 30; über den Einüufs 
auf Liturgie und liturgische Litteratur s. Zunz, Ritus 147, wo S. 232 
Censurproben gegeben sind; in seinem Artikel ^Censur hebr. Bücher' 
(HB. I, 42 , Ges. Sehr. ÜI, 239) weist er die allmähliche Entstellung 
des D-'^'^ono aus der Ed. pr. nach (die Spuren überstrichener Stellen 
sind sehr deutlich in meinem Exemplar f. 39). Verschiedene Notizen 
und Anekdoten (vgl. auch Pol. Lit. S. 286 A. 10, S. 421; dazu HB. VI, 
86; vgl. auch Lb. V, 458, VIH, 251) haben sich teilweise mündlich er- 
halten, z. B. nrrjp oi "=5 für p t»«? ü"'"'^^ für i^» (CB. p. 287 n. 2020). 
Die ursprünglichen Ausdrücke für i'^s in Talmud und Midrasch sind 
fast nicht mehr herauszufinden (vgl. Schorr in yn^nn VII, 80, nicht 
erwähnt unter der Litteratur bei Zuckermandel, Tosefta S. 46; HB. XVI, 
31). Proben russischer Censur giebt Berliner (Gang S. 19). 

Die erete eigentliche Monographie über die italienische Censur 
ist eine Abhandlung von Mortara (HB. V, 72, 96): Die Censur hebr. 
Bücher in Italien und der Canon purificationis (ppTn'o), mit zwei Nach- 
trägen von mir (ib. 125 u. VI, 86); A. Berliner, Censur und Konfis- 



7a) Büchervemichtungen durch Julius Caesar, Augustus, Diocletian, 
Leo den Isaurier (717—41) s. bei Birt, Antikes Buchw. S. 368, 369, 7; s. auch 
Leo Olschki, Saggio di nna storia delle piü notevoli distruzioni di libri, 
Bologna 1885, wo p. 9 als Zeuge für Omars angebliche Zerstörung der alexan- 
drinisehen Bibliothek der ,, Araber Abulfaragi" angeführt wird. In der That 
ist dieser Christ (Barhebräus) die älteste Quelle für die aller Chronologie 
spottende christliche Fabel; s. mein Alfarabi S. 152, 221. — Die älteste 
Konfiskation auf griechischem Boden fällt in die klassische Zeit Attikas, 
sie traf die Schriften des Protagoras (411 v. Chr.), welchem selbst der Prozefs 
gemacht wurde ; Birt 1. c. S. 367. 

37 



— 38 — 

kation, 1891 (Jahresbericht des Rabbineraeminars, s. auch dess. Gang 
8. 18 ff.). Die Lokalisierung der Censur in Italien ist durch den Central- 
punkt in Rom, dem Sitz des Papstes, bedingt, da diese Censur, ein 
geistliches Institut, in katholischen Ländern in Ermangelung eines 
getauften Juden von Geistlichen ausgeübt wurde. 

Mortara geht von dem Gedanken aus (auch in seinem „Le Pro- 
selytisme juif** 1875), dafs bei jeder Entwickelung reformatorischer Ideen 
im Schofse des Chi'istentums selbst die Furcht vor hebräischen Schriften 
neue Kraft gewonnen. Man ahnte gewissermafsen die Gefahr einer 
von der Katholicität abweichenden Auffassung, eines sich selbständig 
machenden Studiums der biblischen Originalschriften. Martin V. hatte 
in seiner Bulle vom Februar 1428 das Studium der jüdischen Schriften 
gestattet, soweit sie nicht der „catholica fides^ widersprächen. Die 
italienischen Juden vereinigten sich daher, um eine Art Vorcensur 
einzurichten, worauf eine korrumpierte Stelle bei Gedalja ihn Ja^hja 
zu beziehen ist (HB. VI, 86). Eine Vorcensur in den Bufsgebeten 
(1536—48) weist Luzzatto (Briefe VUI, 1142) nach. 

Das Tridentiner Konzil (1545 — 63) bildet hier gewissermafsen 
eine Epoche. Nach seinen Beschlüssen wurde u. a. der Basler Talmud 
(1578 — 87) von Marcus Marinus Brixianus zugeschnitten. Der Traktat 
vom Götzendienst wurde gar nicht gedruckt, so dafs derselbe in 
Krakau, später in Lublin und Hanau, als Supplement gedruckt werden 
mufste (CB. p. 220). Immense Geldopfer brachten die italienischen 
Juden für ihre Litteratur. Sie ward ftir wichtiger erklärt als selbst 
die Erlaubnis, im Lande zu bleiben (Mortara S. 75). 

Das älteste Datum eines Revisors oder Expurgators, nämlich 
eines Commiss. apoatolicus vom Jahre 1555 habe ich (HB. VI, 68) in 
einer florentinischen Handschrift nachgewiesen. Im Jahre 1555 wurde 
Andrea de Monte getauft;^) Jac. Giraldini lebte 1556 (Ms. Coronel 
im Jahre 1871: Physik nach den 3 Recensionen des Averroes; s. Kat 
Hamburg S. 8 n. 38). Dann folgen andere 1571 — 75. Bald darauf 
beginnt die Reihe der eigens angestellten Revisoren, deren gegen 15 
in HB. V, 125 genannt sind. Ihre Unterschrift ist meist schwer leser- 
lich; sie beweist, dafs darunter wirklich Gelehrte waren, die, nach 
einer bekannten Anekdote, „nicht lesen und schreiben konnten**. 
Domenico Jeruschalmi unterschreibt [mitunter] meinen Namen vor- 
sichtiger Weise hebräisch (Berl., Gaog S. 19). Ein Verzeichnis der 
Censureu der Bodl. Handschriften giebt Neubauer im Index seines 
Katalogs. Die Kosten der Bücherverstummelung trugen die Juden 
selbst, mitunter 20 Scudi in Gold jährlich (Mortara S. 73); im Jahre 
1595 erhalten 3 Revisoren 400 Scudi jähriich (S. 76). Die getauften 
Juden trieben dieses Handwerk so arg, dafs der Herzog von Savoyen 
(1603) sie auf die Bezeichnung der verbotenen Bflcher beschränken 

S) CIht ihn 8. die Quellen bei Sacerdote. Codd. ebr. della casa dei 
N\vtiti p. 2S. 

3^ 



— 39 — 

nrnfste (S. 98). Es genügte aber nicht immer ein einziger Revisor, man 
findet wiederholt drei nnd noch mehr Censnrvermerke (vgl. anch 
Mortara S. 100). 

Die schwer bezahlte Inquisition des XVI. Jahrh. arbeitete einen 
Codex pnrificationis (pptn'o) ans, welchen Mortara (S. 96) nach 
seiner eigenen Handschrift beschreibt; einen anderen s. bei Modona, Ms. 
Bologna p. 45 n. 25; tlber Ms. 39 der Casa dei Neofiti, ein Verzeichnis 
der anstöfsigen Stellen, s. G. Sacerdote, „Deiix Ind. expnrgat. de 
livres hebr. (Rev. fit. j. XXX, 257 — 84 nnd Sonderabdr. ; vgl. auch 
Berliner, Oang S. 19). Dieser Codex besteht aus allgemeinen Regeln, 
in welchen auf Ritualien besondere Rücksicht genommen wird, unter 
anderen soll das Wort "pQ, d*^3*«q durchaus gestrichen werden (vgl. oben 
S. 37); für n^i«, niiaix soll d"is:p gesetzt oder der ganze Satz ge- 
strichen werden, u. dgl. Darauf folgt ein Index locorum prohibi- 
torum für 330 Werke. 

Die polemische und apologetische Censur verquickte sich in 
Österreich mit einer pädagogischen, die so weit ging, in einem 
Gebetbnche, Prag 1710, das Lobgebet dafür, dafs Gott den Mann nicht 
zur Frau gemacht, zu streichen (HB. V, 128) — ein Prager Ceusor für 
die Frauenemancipation. — In den Ländern des Islam machte schon die 
fast ausnahmslose Unkenntnis des Hebräischen jede Kontrolle unmöglich^ 
es kann also da auch nicht die Rücksicht auf ein „Imprimatur^ (Neu- 
bauer, Festschr. Steinschneider 1896 S. 44) in Betracht gezogen werden. 

§ 16. Besitzer erscheinen in manchen Katalogen als Autoren, 
so Jeh. b. Josef Saragossi 1460 in Cod. Vat. 167 bei Bartolocci (Wolf I, 
III, 726), Die Besitzer geben sich kund durch blofsen Namen oder 
durch Formeln in beliebten Wortspielen, welche stereotyp werden;^*) 
einfache sind: "^^tt? mit folgendem Namen, -ifios "psp (1295 Münch. 229), 
De R, 306, wo auch '^npbniüa [-^Irbni y^^n (Buber, Einl. zu Tobia S. 60), 
"^ip miasb tioz y^:p (1732 Mn. 362, auch 372), 'a'p nxib^i y^im 'n^ 
(Buber »nnan^ "^^nfto VIII A. 13), •^fiös napia nypiA *^b (Mn. 210), nyp^ -^a 
1B3 ^-a'^iDi "üia«« (älterer Karait, Ms. Fischl 13), cujn •^san nxz oä meistens 
mit folg. Namen; aus der Mitgift n'aio '^nttSK k"« "^ansTD (Mn. 239). 
Unhebräisch und doch mehrfach belegt ist ^^totz (für '^hd), z. B. n&^n m 
pnnoüK a^a« •^ao^a (Mn. 284), n^ri-^api -^sia^ (ib. 304), „mimeni" (ib. 286), 
•^3^^ (ib. 407, Leon Crescas Orgier, bei Lilienthal als Verf., HÜb. 696 
A. 291). Die Form einer Eulogie bietet i3s*ito DttJrs Tina, dem auch 
mitunter die biblische Phrase riKib^n y^^n 'nV> (Ps. 24, 1) voraugeht 
(Mn. 150 u. oben bei Buber folgt auf letzteres "^fiöa "pap); rw^h 
nap*^ ?,Daa na^^ rr^n (Mn. 265). In einem Bpdl. Ms. dankt der Besitzer, 
dafs Gott das Buch ihm und nicht der Erde zukommen liefs (HB. V, 
69, vgl. oben § 11). Witzig ist die Bezeichnung für ein wahrschein- 
lich geschenktes Buch bx'^^na nan-a^ (Num. 21, 19, vgl. Abot 6, 2, Mn. 2), 



8 a) Ahnliche Bnchstabenspielereien sind vielleicht die Anfangsbuch- 
staben im Koran, worüber vgl. Dieterici, Allseele S. 170. 

a9 



— 40 — 

1^35^ 'n lan -^wk r\^rA ^\i n ns<^ (Ms. Berl. 1204, 1205 F.). Eine Be- 
ziehung auf die Art der Erwerbung haben wir bereits gefunden. Es 
sind vorzugsweise Erbschaft und Kauf,^) welche mitunter sehr um- 
ständlich verzeichnet werden. nhnA '^h bedeutet nicht ohne weiteres 
ein Erbe; zweifelhaft ist T^nb y^^Ärno (um 1500, Mn. 294), unzweideutig 
n»i*i*^ osttJ tp^^h (Gen. 48, 22, Kat. Lugd. p. 216, auch bei Fürst, Gesch. 
d. Kar. III, Anm. S. 6 n. 104). Nicht selten geschah die Erwerbung 
durch Erbschaftsteilung (npibn) zwischen nahen Verwandten aller 
Art; Ms. Brit. Mus. 7586 erwirbt 1340 Joab b. Salomo T^rt 'wam 
'p nsttja "^iss nri *^nK o5 •^npbn« D-^^ton -,10 (?) "^aiün, wo *^nD3 = ital. 
nipote, Neffe (Ltbl. X, 487, im folg. Verkaufsvermerk Nov. 1378 be- 
deutet "^iü -^nK den Vetter); in Ms. Mn. 38 (a. 1542) ^npbnics . . -^p^nb ^J-^an 
iraK ntt)'i*i'^a D*^n« . . . lab« .. ^^n« . . . ds D'^^^nBon; Einzelheiten in Ms. 
Paris 364 nach Dukes (Ltbl. IX, 309, s. weiter unten). Über den Kauf 
von Mss. finden sich förmliche Protokolle und Kontrakte mit allen 
Klauseln und Kautelen gegen etwaige Einwendungen (z. B. n*^n ib-'Eit 
nv P]bK h*iu Mn. 110); solche Kontrakte teilt z. B. Biscioni mit (III 
Cod. 10 p. 374 ed. in 8», wo 1499 Druckf. fttr 1479, und I Cod. 30 
p. 74); jflngere Kataloge übergehen solche Notizen gröfsten teils; z. B. 
fehlt zu Paris 364 vieles von den lehrreichen, aber nicht genauen 
Mitteilungen bei Dukes (Ltbl. IX, 309 , woraus sich ein Stammbaum 
konstruieren liefse). Die Besitzer sind überhaupt erst seit kurzem (ein 
besonderer Index zuerst in meinem Leydener Katalog 1858) zu ihrem 
Kochte gekommen. Der Abtretungsvermerk ist manchmal von Zeugen 
unterschrieben (z. B. nb'^n^a ns, Mn. 118, in Candia). Der Verkauf ge- 
schieht für Frauen durch Verti'eter oder Vermittler, wie z. B. in dem 
arab. Vermerk vom Jahre 1363 (aap'c, Mn. 265, vgl. Katal. Pinsker 
S. 26; CB. 2386); ein arab. Vermerk vom Herbst 1352 Ms. Mn. 209; 
ein Verkaufs- und ein Verpfändungs vermerk a. 1363 ff. Mn. 268; 
auf Mn. 258 war der Besitzer 4 B'^sb^ (Reales?) und 4 D''"^rT schuldig; 
ein Einlösungsvermerk a. 1383 bei Biscioni p. 368 (Zunz, Z. G. 212); 
nach Mn. 297 wurden in Marseille 1454 hat i^^-^a:: di^ed n'cvn ns-sr 
für 6 D'^'^i:^ pirrn ü-^niB verpfändet (s. oben § 9 A. 22). Nach Zunz 
(Z. (1. 211) war bei deutschen Juden im Mittelalter Bücherbesitz eine 
Seltenheit und daher, vielleicht weil allgemein bekannt, kein Kaufbrief 
üblich (nn^'^^i, Scheb. § 41). Von Liebhabern und Sammlern wird nichts 
jremeldet. 

Die Erwerbsvermerke sind noch nicht ausgenutzt für die von 
Zunz (Z. G, 211; vgl. Brüll, Jahrb. 11, 152, Berliner, Gang S. 21) ge- 
sammelten Nachrichten über Preise von Mss., worin auch die Be- 
zeichnung des Wertes von Interesse ist (vgl. Zunz, das. S. 535 ff. Münz- 

9) Dazu gehört auch Abtretung als Zahlung : David ihn Jahja (Brief 
au J^^ia Messini, -•rarin II, 24; HB. V. 4, XIX, Ha A. 3) erzählt, dals er Bücher 
und Mss. in Zahlung gegeben, viele verloren habe. — Verschiedene Beispiele 
bei Berliner, Gaog S. 21. 

40 



— 41 — 

knnde);»«) z. B. Mn. 143 Maimonides B. III für 7 n".r^ ti^^^xs (Tari); Mn. 
210 ftlr 3 Denare, n. 138 für 472 vollwichtige aragon. Goldgulden Q'^n^B 
xAv bpTüQ^i D-^aiü d*'»-' iiÄKiK« ant bto (Saragossa 1412); n. 400 für 
13 Dukaten, '»SKip C)D3 (Ker, ehem. IX, 39); 30 o'^aab (Fischl 40, auf 
Rasur hk^ Fälschung?); Mn. 292: 2 Bücher und Deckel für 71/2 Florin 
(1451); Ms. Oppenh. 258 ist 1703 in Jerusalem für V-> T*^» gekauft 
(HB. VIII, 70, nicht bei Neub. 212). 

Die Einzeichnung des Namens erwächst zu einer Verpflichtung, 
die man auf eine unbestimmte Quelle zurückführt, z. B. nirs*^ ühxfh 
. . . pron )^ in« Kini «aio i-ifto ^5 ipr d^x mit dreimaliger Namens- 
zeichnung rrpin nih Ksiat «rtn in einem Ms. Mn.; auch *^b:pa ina« '-p 
•»•nBöa •'.^w nirab öik a^^-^n rr^T^nni maann (Ms. Fischl ynxn nnix span. 
Hand). 

An den Vermerk des Besitzes knüpft man Flüche gegen Diebe 
oder Verlöscher des Namens u.dgl., besonders bei Karaiten, nament- 
lich in den von Firkowitz gefälschten Bibelhandschriften, z. B. laaiA 'ii'iM, 
auch 10» nna*' laaia, z. B. Ms. Par. 582, i-attj nnion "tiik (alt. Karait. Ms. 
Fischl 13). Dergleichen kommt schon bei Syrern vor (ZDMG. XXV, 
271, 275), in einem italienischen Codex des VlII. Jahrh. bei Caravita 
(Mss. Montecassino II, 16). <i) Hingegen ist der Name schon des ersten 
Besitzers, für welchen der Codex geschrieben worden, radiert oder 
durchgestrichen oder teilweise unleserlich gemacht, z. B. der des 
Jechiel in Mss. München (s. Index der Besitzer). Mss., für öffentliche, 
fürstliche u. dgl. Bibliothe ken bestimmt, werden arabisch bezeichnet 
ro«ia DO-ia (HB. VI, 114). «^bfic?^« DKpaV« 'b 'na übersetzt AUioli: „Auf 



10) Im allgemeinen s. „De librorum manuscriptorum pretiot praes. Jo. 
Isaac. LndoY. Causse, resp. Jo. Lud. CassiiLSy 4^ Francof. ad Viadr. 30. Jnuü 
1766** (I9pp., X§§); diese Schrift ist durch Einschaltungen erweitert in der 
folg.: Disquisitio histor.-litt. de caro librorum etc., quam praes. J. J. L. 
Causse ... 11 mart. 1767 .. . defendet Paul. Aug. Theremin, Fr. ad V. 
(4b pp. X1X§§). Dazu kommt: Disquis. (wie oben) defendet Uerowski 
16. Sept. 1667 (25 pp. XXII §§). — Aus der mittl. Diss. hebe ich hervor: p. 5 
Bekehrte Christen verbrannten für 50U00 Groschen (nach Luther) Bücher 
(Acta Apost. 19, 19); p. 8 Reuchlins hebr. Ms. v. J. 1 105; p. 21 Die unwissenden 
Prädi kanten in Kegensburg^ gestatten Pellican nicht, aas Dictionarium zum 
Talmud abzuschrcioen , „similes cani qui bovi invidebat feuum quo tarnen 
ipse frni non poterat;** p. 36 Cod. "^piaaT kommt in alten Mss. vor, ist also 
nicht nach Sambucus benannt ; p. 42 § XVllI handelt von der Schätzung der 
Mss. bei den Juden (hier 2 Seiten, in der I. Diss. nur ]), in der Ilelm- 
städter Akademie ist eine Pergament -Thora vor Christus (!) geschrieben, 
von Herzog Julius geschenkt; p. 43 Schreiberlohn fiir eine ThoraroUe kostete 
(im XVIL Jahrh.?) 100 Kthl. Birt, Antikes Buchw. S. 83 fand nicht genügende 
Angaben flir Bücherpreise; vgl. auch S. 356 imd über Schreiberlohn unten § 19. 

11) „Per Sacra juravi . . . nuUi concedere librum" liest man bei Coxe, 
Cat. Canon, p. 347 n. 96. — In den taau:«^ nbnpn nspn Ms. Halb. 49 t 250 
(vgl. HB. XVI, 32) heifst es i'»n'» Kb ib:£K d^is^ur-.^^n d"«*ibd '\h ttJ-'Tr •^^^ 
n^nfion bra a'^'^mxj o^ di» n^a:? nss^ab d-^kici ; die Anordnung (unterschr. 
Joaef b. bK*^3r9 u. Jakob b. Isak ha-Levi *^nT:rii -^a») ist nicht ganz klar. 

41 



— 42 — 

Befehl des Bewahrers (?) der hohen Würden" (Abhandinngen der 
Bayerischen Akademie I, 1835, S. 59; s. Ms. Berlin n. 95). 

Bei dieser Gelegenheit kommen wir anf die Abbreviaturen 
und Chiffren, welche die Namen (auch der Abschreiber, Autoren u. s. w.) 
begleiten. Die Juden, wie die Orientalen überhaupt, lieben das Rätsel- 
hafte, Spielende, daher am liebsten solche Abbreviaturen gewählt werden, 
welche zusammen ein Wort bilden, z.B. '»'b:£ = rr^rr^ in:io«a p*^s 
(Chabak. 2, 4), o'-^bc (D^^aia d'^q'»^ fr^rrnc), welches auch Familiennamen 
geworden ist. Sie sind jedoch von verschiedener Art; der Haupt- 
schlüssel ist ein Bibelvers oder eine bekannte Sentenz n. dgl. Wir 
unterscheiden verschiedene Arten: 1. Eulogieen und Anrufungen, 
Wünsche u. dgl., und zwar a) in Bezug auf Verstorbene, b) in Bezug 
auf Lebende; — Verzeichnisse solcher Formeln und Abbreviaturen, 
die mitunter allerlei Mifsverständnisse veranlafst haben, findet man bei 
ZuDz, Z. G. 8. 304, 455, 569, wozu noch 45 Chiffren in Gg. j. Z. VI, 189 ff., 

VII, 284 (Ges. Sehr. III, 204 , s. auch HB. XVI, 65, XXI, 10), die noch 
immer den Gegenstand nicht ganz erschöpfen. Diese Art von Abbre- 
viaturen bietet noch verschiedenartigen Nutzen , u. and. erkennt man 
daran das Vaterland, z. B. s'b = iiix inn^aTC (arabistisch) und n":s'i 
('^fp'\ 1^1^ inniattS'^); vl'TfOS*^ d«« D-'moi ö-^a-i 0*^:^5 n^^n*»); i'pi^T (p"«i:8 nsi 
m*nnb Q:*inpi). 2. Bescheidenheitsausdrücke (die auch im Arabischen 
vorkommen) , z. B. »i"r. = ttJ-"« «bn rrbin (Ps. 22, 7; vgl. Zunz , Hebr. 
Redeweisen für bescheidene Meinungsäufserung, ZDMG. XXV, 135, Ges. 
Sehr. III, 42, Syn. Poesie S. 108); auch bn*in n-^a-ia (in mspnn D 1869), 
weil das Senfkorn typisch das Kleinste bezeichnet (s. Eobaks Jeschurun 

VIII, 70), auch sibyn oder axrin, wenn der Schreiber in Trauer ist, 
in'nisn (Mn. 2) , der Beschäftigte. ' Mit Verkennung der Bescheiden- 
heit fabriziert Carmoly, in seiner Vorrede zu Taam Sekenitn von 
Elieser Aschkenasi (Frankfurt a. M. 1854, S. VIII), ans der Unterschrift 
eines Briefes einen Hillel nonn, der natürlich unbekannt ist; es soll 
„vielleicht^ Hillel b. Samuel sein. Auch Drucker u. a. gebrauchen 
derartige Ausdrücke, namentlich 'n'^rsn (CB. p. LXU); jüngere Earäer 
gefallen sich in der Bezeichnung „der Jüngste in der ganzen Stadt*' 
n. dgl.: «^pi3 "»^n "^Van ^crn pa8<nan ^'r^72^ nnBWQTa 'sn Vn, Ms. Berlin 
753 Qu.; c*!'' ^3 mpan (!) n'nn ht^n nbpan -po^n ntssn -p'^aÄi "^ssn bnn 
n-iis "^«nn, Ms. Bl. 3510. (1435), schreibt der Besitzer desselben Ms. 
(1642). Davon zu unterscheiden sind die Ehrenbezeichnungen anderer, 
z. B. T23k'"i u. dgl., (s. CB. Introductio p. XXVU)* und Namenschiffren, 
wie sie insbesondere bei den Italienern üblich geworden sind, z. B. 
•n'i 125 "•^&^ (s.u. §21), ",3 "ix Elieser Nachman, nämlich Foa (Ghirondi 
n. 46, 139, 140) u. a. ^'Sarb zeichnet sich Immanuel b. Jakob in Ms. 
Berlin 679 Qu. ^. Diese Abbreviaturen sind noch nirgends mit einer ge- 
wissen Vollständigkeit gesammelt (vgl. CB. 1. c, HB. XVI, 65, XXI, 103). 
3. Ehrennamen für Väter: i'ba, ii'nsa, itt'sa ii'nasn, 'n'n'n'riDa: 
sogar 'n'n'n'roa rnoa 'iir^'n, angeblich von Moses Tibbon (Mn. 281 
2—7; vgl. De Rossill74 unter Mn. 315 >*), wo jedes n ein Epi- 

42 



— 43 — 

theton ornans andeutet. Ans vi'^aA p ist ein Lama geworden (CB. XXVI), 
▼gl. anch Sam. Bochmer für ^79'bn, bei Wf. I, III, 2049, wo Elchanan 
ben fehlt, nftmlich Archevolti (Bise. p. 287). In Mn. 126 f. 115 (Alfon- 
sinische Tafeln), in den vielleicht von Abschreibern angehängten 
Tabellen (1496), wird der Verf. Perez •^*iaa ohne Abbreviatnrzeichen 
genannt; es könnte eine Abkürzung von *f''n "iina p sein. Ans diesem 
Kreise ist noch manches zweifelhaft; z.B. nkn, oder "i'fia (soll rr^^n 
inn Tipi« Ps, 31, 6 sein), s. Gg. j. IV, 172, VI, 77, 189; Mn. 210 
(Kat ed. U). 

Von den Besitzern rühren oft die Randnoten auf Handschriften 
und Drucken, insbesondere in Autographen her (s. weiter unten), wie 
s. B. in Schriften des Asaria de Rossi. Für Zusätze giebt es eine 
Formel: nxhü = ^»on p «b» (HB. VII, 17, ZDMG. XXIV, 398). 

Die ersten Besitzer sind natürlich diejenigen, für welche die Mss. 
geschrieben sind, und die von den Abschreibern durch besondere An- 
gaben charakterisiert werden; doch mnfs man von den gespendeten 
Ehrentiteln etwas auf Rechnung des Honorars setzen, welches der 
Abschreiber erhalten hat oder möchte. 

Man findet auch hier manchmal eigentümliche, sonst wenig be- 
kannte Namen, z. B. Mn. 118 fflr 'nsa S b. Sal. 1403 (ob griechisch?). 

Von den Besitzern rühren in der Regel die Notizen auf Vor- 
und Nachblftttem her, Familiennachrichten, Geburten, in Mn. 294 mit 
Angabe der Stunde, und zwar vermutungsweise, wenn sie nicht „ge- 
blasen ^^ wurde. Auch Geschäftliches kommt vor, z. B. in München 122 
arabisch die Namen (christlicher) Schuldner, Angabe des Zinses und 
der Bürgen (3*^), dergl. arabisch -spanische Notizen in Mn. 123 — in 
Cod. Mn. 142 der Tod einer h-jka, Tochter des Meir, 1287; in Cod. 201 
ein Verzeichnis von wahrscheinlich christlichen Patienten, worunter 
8er Severe am *^&^sn *^bin litt. Historisches findet sich in Mn. 246, 
specifisch Jüdisches in 271, 386, ein Ausgleich (niv7B) wegen Unter- 
richts von Kindern in Mn. 321. 

Nicht selten findet man auf leeren Seiten eine Anzahl von 
Punkten; sie bedeuten das geomantische Los (binn nibni:;, Ilebr. 
Übers. S. 855); so z. B. wird in Mn. 289 ein solches gesucht über die 
Hochzeit des Jakob Baruch mit Djamila, Tochter des Josef ihn Major. 

Auch Verzeichnisse von Büchern und Mss. findet man an ver- 
schiedenen Stellen der Codd., z. B. in Mss. Mn. 276, 304, 310, 372 mit 
Preisen; Ms. Fischl 7 zählt 17 Schriften, darunter zwei sonst un- 
bekannte. 

§ 17. Näher als der Besitzer steht der Handschrift der Schreiber 
oder Kopist. Der erste Schreiber ist natürlich der Verf, wenn es 
nicht eine Arbeit von Schülern des Verf im engeren oder weiteren 
Sinne ist (Diktate sind äufserst selten). 1 2) Ein vom Verfasser ge- 

12) Eine eigentümliche Erscheinung sind die 3 Kommentare zum Cusari 
von den Schülern des Prat Maimon (nach 1420). — Beispiele christlicher 
Schreiber giebt Berliner, Gang S. 26, vgl. HB. XVII, 77. 

43 



— 44 — 

schriebenes Mb. ist e in Autogr aph, ^Originale*^ (Valperga GaluBins 
214), *nanan •'"=, arab. qSTnSJnTa, "'s n qia oder "icon C)ia (Mn. 31), »«?a "»'d 
= ttsa^ in*^ ans (de Rossi 1420^4); hingegen ist laxr "^'a in Katal. 
Michael nicht unzweideutig und früher ungebräuchlich. Es giebt auch 
mehrere Autographe desselben Werkes; so z. B. kennen wir von Josef 
Kobens Werken über Amerika das 8. und 2 ältere Autographe. Ein 
sicheres und durchaus untrügliches Kennzeichen eines Autographs 
ist unbekannt; selbst der ausdrückliche Vermerk des Verfassers kann 
mechanisch oder absichtlich mitkopiert sein; ebenso Randnoten oder 
Znsätze, die in anderen Exemplaren an Ort und Stelle eingefügt 
sind , so z. B. die Nachträge zu Nachmanides Pentateuchkommentar 
in Cod. Opp. 1665 Qu. (CB. p. 1960 zweifelte ich an der Echtheit), 
Mn. 37— 8 (Sussex — Quatremere; Rödiger gab an: zu Ende defekt, 
s. HB. VII, 119, Suppl. bei Isak Akko, Ms. Leyden n. 93) und 
Perreau VII (Stern VI, wonach zu berichtigen Perl es, Monatsschrift VII, 
116, vgl. 91). Mehr beweisen zahlreiche Änderungen von deraelben 
Hand, die freilich wieder von einer Kollation des Kopisten oder 
Besitzers herrühren können, ebenso wie vom Verf. selbst. '2*) Über 
Kollation der Abschriften mit dem Original findet man manchmal aus- 
drückliche Vermerke. Berühmt wurde ein Bodl. Cod. des Maimonides 
durch seinen Vermerk '^*^fiD^ t^y\n (Facsimile in Ginse Oxford und 
daraus in verschiedenen Publikationen, u. a. in der Gutachten-Sa mmlung 
ed. Leipzig). Auch bei den Arabern findet man nicht selten ^5Fb3p 
ü^ mit Angabe des nächsten Prototyps, event. auch der früheren durch 
eine Kette, ähnlich den Traditions- oder Autoritätsreihen, die in der 
gesetzlichen Litteratur ihren Ursprung haben und als Ze ugnisse der 

Kor rektheit un d Zuverlässigkeit auftreten, z. B. H^nxäq äSa 
. . . nbpj "{ Q bap . . . bs&tbx, Ms. Berlin 256 Okt. (Verz. S, 74), bap 
Töabx aon (Maimon. nis^an'o 1531, ib. 684 Qu.). Darüber sind Epi- 
graphe der Abschreiber wichtig, wo z.B. angegeben ist, dafs aus 
einem schwer leserlichen inkorrekten Prototyp, ans einem einzigen Ms. 
u. dgl. kopiert worden. Diese Rubrik ist bei den Drucken noch wich- 
tiger, wo der Vermerk über die Quellen durch Drucker und Heraus- 
geber zugleich über die eigentliche Redaktion aufklärt und gelegentlich 
Notizen von Interesse darbietet. Bibelansgaben nach spanischen Hand- 
schriften sind geschätzt. Der Ritus der Gebetbücher wird erst durch 
den Druck fixiert; die Redaktion der Tosafot zum Talmud geschah 
dnrch den Drucker Gerson Soncino, dessen Epigraph berühmt geworden 
ist. So kommen wir immer tiefer in die innere Kritik und Geschichte 
der Mss. 

§ 18. Über Lesarten und Varianten (Textkritik) ist das Material 
noch zu sammeln. Abraham ihn Esra bemerkt (-nn*^ rra Ende): „Einige 



12a) Ans einer SchluHsformel im Singular schliefst GrUnwald m 
Rahmers Jüd. Litbl. 1894 S. 124, dafs er ein Autograph Levi b. Gersons (das 
Ms. enthält die Noten zur Physik etc.) entdeckt habe! 

44 



— 45 — 

nnserer Kollegen in diesen Orten (Ägypten) ontersnchen Kopieen nicht, 
der erste Kopist irrt sich, der zweite vermehrt die Fehler, vor denen 
sich nun niemand retten kann.^ Eine Lesart oder Variante wird 
seit langer Zeit mit Kr.Dna bezeichnet, auch »"a, oder mit anderen Be- 
zeichnungen verbunden (HÜb. S. 998). Nach Hai Gaon (Komm. Tohorot 
S. 45, vgl. Perles, Beitr. S. 75) nennt man so ein B uch, wovon ein 
anderes abgeschrieben ist, also nach dem arab. nsoa Prototyp. Rand- 
note heifst auch irba (vgl. über dieses Wort J. Müller zu Tr. Soferim 
S. 47). 

Eine Abschrift heifst pnrn (hingegen npryn gewöhnlich Über- 
setzung, bei Karaiten: Tradition fElr nbnp bei den Rabbaniten); es ent- 
steht also dieselbe Zweideutigkeit wie im arab. bpa und seinen Derivaten 
p-^nsTa = bpw, pnri« = ^ipa^ (auch für Druck, OB. p. XXIV); auch 
hier finden wir das sonderbare Pass. '^npnra (HB. XX, 108); •'awn p-^ny^n 
nennt sich der Abschreiber mit Rücksicht auf den Übersetzer (zur 
pseud. Lii S. 51). Daneben führt der Kopist noch andere Namen: nbnb 
Uhellarius (alte Bezeichnung, meist in christlichen Ländern), ^bio 
(ygafifiarevc)^ vgl. Vogelstein, Gesch. d. Juden in Rom I, 48, wo einiges 
zweifelhaft ist, beide mehr professionsmäfsig , auch D*^*iBiDn n*«$:c (Ms. 
Berlin 1387/8 Fol.), snisn; mir ist ppin^ aus sehr alter Zeit nicht 
erinnerlich, hingegen bezeichnet es später häufig den Drucker, oft mit 
Anwendung von 'pso '^ npbn (Deut. 33, 21); es erscheint jedoch 1420 
oder 1422 in Mn. 201 (vgl. HB. X, 104 A. 3); eigentümlich ist_ die 
Bezeichnung zsiainn in Ms. Firkowitz 60, vielleicht mit arab. 122 zu- 
sammenhängend . (HB. XXI, 32)? oder ppinn? Über yrp^ s. oben § 6. 

Die Namen der Abschreiber darf man nicht blofs am Ende 
der Handschriften, aber äufserst selten am Anfang suchen. Sie zeichnen 
sich oft in der Mitte des Ms. durch Punkte am Anfang der Zeile, wo 
die Anfangsbuchstaben zufällig den Namen ergeben, ^^) oder sie richten 
den Zeilenanfang dem entsprechend ein oder bringen eine Verzierung 
fiber den zufällig vorkommenden Namen an, z. B. inb mit Krönchen 
in Ms. München 11, n*^bM ib. 150; s. auch Ms. Berlin 121 Fol. (Berliner, 
Pletath 8. 16); Oppenh. 1645 Qu. f. 55 Dnaa; Mn. 326 f. Ib qD^^ das i 
abgerückt und Punkte über dem Worte. Unsicher ist das Verhältnis 
des Abschreibers Abraham zu dem älteren Kopisten und Reimschmied 
Joab in Ms. Mn. 327; Josua b. Leon in Mn. 341, riw und Q'bn am 
Rand von Mn. 408. 

Der Abschreiber benutzt auch verschiedene Gelegenheiten, sich 
zu verewigen, so z. B. läfst der Schreiber Isak b. Jechiel in einem 
Machsor (Berlin 388 Fol. f. 237^) sich als n-ncxna -»nn zur Thora rufen 
(HB. IX, 115); die Setzer des Buches Rasiel, ed. Amsterdam, setzen ihre 
Namen in die Gebete; daher spricht Abr. Mordechai Rothenberg 
(Rothenburg? n'in-n row, Wien 1848, S. 5) von einer „Kamea'^ des 



13) Samaritaner zeichnen sich zwischen den Zeilen; s. Russ. Revue 
1874, HB. XIV, 76. 

45 



— 46 — 

David b. Zlata (d. h. Golde)! der Mntternamen ist hier anstatt des 
väterlichen gesetzt wegen des Gebetes, da die Vaterschaft nicht so 
sicher ist. Ob etwa dieser Gebrauch ursprünglich mit der Matriarchie 
zusammenhänge, bleibe dahingestellt, i^*) 

Eine andere Spielerei ist die Bezeichnung der Buchstaben durch 
ihren Zahlwert — man könnte dergleichen „ Arithmogryphen " 
nennen «4) — , so schon bei den Syrern (ZDMG. X XV, 2 70) , später 
namentlich bei Earaiten — vgl. das arab. Rätsel n^no bei Bland, 
On Persian Ghess p. 39 (van der Linde, Geschichte und Bibliogr. des 
Schachs S. 48). 

Aufser dem Namen i^) enthalten die Epigraphe der Abschreiber 
noch manches, was nicht blofs für die specielle Geschichte des Codex, 
sondern auch für Zeitgeschichte überhaupt — Verfolgungen u. dgl. — 
oder im allgemeinen für Kulturgeschichte von Interesse ist; wie schon 
der Ton, in welchem sie gehalten sind, fast immer ein ernster, fast 
niemals ein so frivoler ist, wie selbst in mönchischen Mss. (s. oben 8. 1). 
Zu den seltenen Ausnahmen gehören die Verse zwischen dem Epigraph 
des Josef b. Jakob in Ms. üri 474 (n'^ttsi^ißb n»5X n«i). Gottesfurcht 
und Aufschneiderei, Aberglaube, Witz und blinde Nachahmung teilen 
sich in die Elemente der hebr. Epigraphe; Bibelphrasen und Reime, 
mitunter auch Metrum, verzieren dieselben mit Arabesken. Der Ver- 
fasser umgiebt sich gern mit dem Mantel affektierter Bescheidenheit, 
aus dessen Löchern die Eitelkeit hervorguckt; er weifs, sein Werk 
wird den Leser eines besseren belehren; den Abschreiber ehrt nur 
„der Hände Fleifs", er bezeichnet sich manchmal, besonders in jüngerer 
Zeit, als „einen Ausbund" seiner Gattung, z. B. Ms. Mn. 100 (a. 1600) 
1B1Ö *i*n^K -,ni3n (-iBon nt •^rnns) nsan bsiCK neiön •'sä (ebenso der Verf. 
a. 1579 Mn. 306); die Phrase '«3 '« imarr (Gen. 49, 21) bot einen so 
bequemen und passenden Reim für ein Buch (n&o), dafs es kein Wunder 
ist , wenn hebräische Autoren , wenigstens seit dem XII. Jahrb., uns 
jene Phrase, oder nur n&iu "^^^sk, wofür schon im Talmud (Sota 13) 
'n&Q substituiert wird, in Verbindung mit Buch, Rede und selbst dem 
Verfasser in reicher Auswahl darbieten; Abraham ihn Esra (Eohelet) 
reimt zu Anfang ntio Dn^iaxb *ifito "^^nis« s«tt3, wo *ifiio (des Reimes halber) 
den Verfasser bedeutet, und so wendet der Kopist Menachem b. Benjamin 
(1316, Ms. de Rossi 1390, Jeschurun VI, 170) die biblische Phrase auf 
sich selbst an. Mehr als 50 Beispiele von der Anwendung dieses 
Reimes, fast nur aus dem Mittelalter, habe ich in Miscelle 39 ^Ein 
abgedroschener Reim^ in der Monatsschr. 1895/6 S. 372 zusammen- 
gestellt Von Autoren des XII. und XIII. Jahrh. sind dort genannt: 



13a) Vgl. Jasti, Gesch. d. Orients S. 344 und die Quellen S. 334; Bach- 
üfen, Das Mntterrecht (1861) u. and. 

14) Schon bei Immanuel b. Sal., Mechabberot S. 89, Berlin. 

15) V'^ D'^iB« -la qor nB-ion "»aK am Ende von Ms. Mn. 200 könnte 
auch vom Besitzer herrühren? 

46 



— 47 — 

Moses nnd Abraham ibn Esra, Jehnda ha-Levi, Isak Crispin, Jehuda 
ihn Sabbatai, Josef ibn Sabara, Jakob b. Elasar, Moses Dar^i, Jehnda 
Charisi. Im Jahre 1630 erschienen die Predigten des längst ver- 
storbenen Elia ibn Chajjim nnter dem die Bibliographen vexierenden 
Titel ii&a "^nc« inisn nöö, meist 'iBiö •^la« genannt (CB. 928), aber auch 
das Pariser Ms. 710' trägt diese Überschrift Mit den Autoren reimen 
die Kopisten um die Wette J*) 

Der Kopist dankt Gott für das mit dessen Hülfe vollendete 
Werk (vgl. oben § 14); eine der häufigsten und vollsten Formeln ist: 
'«":pkt """bsn, d. i. nsn*» r\^^ d-^si« -pjtbi na tp'-^h "»nia Ti-^n (Jes. 40, 29, 
z.B. Mo. 65», 94 mit dem Znsatz (?a3 3s) ij'sa 'n k«i (bedeutet?); 
bei Schiller -Szinessi, Kat. p. 137: y"hv( soll -jnp^x i^ai •i'^at« sein! s. 
jedoch p. 141). Andere Formeln sind x'nb n'ia rnnan •»"3^*13 ri'^n 
(Mn. 92*^), wo die Buchstaben rtn wohl *^n hvC? nbnn, die letzten 6 
eine stereotype chaldäische Formel n-^na« na n*^nasi xb-^n (•^•^n) a^jr^i "^'^nn 
„gebenedeiet sei, der seine Kraft gegeben seinem Knechte, Sohne 
seiner Magd'' (Mn. 221 10 f. 273, Schiller- Szinessi, Kat. p. 129, 225 Z. 8 
und die Citate daselbst ; L. Peyron, Kat. p. 35 korrigiert Bencini , der 
es als Chronost. falsch berechnet, kennt aber die Bedeutung nicht, 
s. HB. XXI, 27); xab n'na i5-»'*on w^nn T"'a Mn. 126, vgl. 221 »» 
(HB. XIV, 64), oder iäd 'wi (c^iisi) De Rossi, Annales saec. XV. p. 98, 
127, 143; 'iSVa •pp'^'^OT fio^nn ^nn (Mn. 402); n'na n"bn '^'s«i t"^» 
»"ab (Mn. 56, Litbl. III, 668); '^"r«i -(Vsa p'm «ab nna (Mn. 287); 
T'•y^^ 5 oT : 5 »'^3'» : rilja a abn (p»i itsk obir^ 'n -jiia) i« Va '-j'b'n'a 3?"ab©in; 
ai« «"lab» : «"^ r a*^ : a"*^^"! Aphor. v. Hippokrates Ms. Berlin N. 247. 

Eine Schlnfs - Eulogie fremden Ursprungs dürfte 'n ";nra3 sein 
(1397, HB. XIV S. VH; Schiller-Szin. 1. c. XIV, 66, XVI, 64 [Rom 1422]; 
Hamb. S. 51 u. 43 [BrüU, Jahrb. IV, 175]; De Rossi, Annal. saec. XV. 
p. 12 u. 20; Ms. Maihingen, Mtschr. 1848 S. 319 ünn ü'^rhti üvn) -"nas; 
■m»); yian^ '^ T'i^a Ms. Berl. 825 Qu. f. 25. 

Der Abschreiber fühlt eine Verantwortlichkeit für begangene Fehler 
(übero"«'nfi'jö Dian s.Luzz., Briefe VII, 928), bittet um Vergebung seinerSünden, 
deren Strafe er fürchtet (Mn. 400); z. B. '^m "»näinr *»fiiDn pns*' "p -pü^o 
•^fiia (Ltbl. IX, 310); i:'^»5'nci . . . ^bid"» ispKünbi ibü '^'n>ax imab nbnn 
nßm (Mn. 246 ^ f. 55); m^'^aiö a'^rans -^n^^roi •'n'^a«:«: nia ba br bina"! B'^nbx 



16) Beispiele von Kopisten (die Bibelphrase ist abbreviiert) nt an 
'vs 'fit 'n nßon Josef oainn [s. S. 45], Ms. Firk. 60 (HB. XXI, 12); öbioa 
'w '» 'A nbrm 'ön. Ms. Hamb. 229; 'w 'x'a b»b nbnn 'on abttJa, mein Ms. 1 1 f 
46 b (Ende D''a"«aBn nnaa); "»a '»nai ^bid nop •»nwi'it nnan b^^n ^^antxan -^i^a 
'w 'k aTob ro. Ms. MUueh. 292 (nicht im Katal), identisch mit Pseudo - Mai- 
monldes m Bologna (HB. XIX, 111, Katal. v. Modona p. 23); Jehuda b. Josef 
ha-Levi, 1591, Ende Ms. Opp. 256 F. (Nb. 268), '» '« 'n "iB-^sn bi2W« "nBion -»a«. 
— Ähnliches in Drucken, z. B. im Endgedicht zu iwp nim 1552: nna?3 
'» 'fit 'n nifi^a^ •»'•' . . . *iBDa di»t ni^ap; in ^"a ed. Salon. 1594 (bei Epstein 
m'^aiaip^ S. 98): '»'fit'n iBon *^fi^BK 

47 



— 48 — 

. . . 55r^&rb5r"^Jn^ ... •pn'^ '^•o (Berl. 681 Qu. ans Jemen 1531). Dieser 
Gedanke komm t auch in anderen Litteratnren vor, z. B. im Syr.; arab. 
nms-i nW« nta. Der Kopist entschuldigt sich — eine solche captatio 
benevolentiae nennen die Drucker gewöhnlich mbxann — , er ruft sich 
daher das übliche ptn (macte) zu, das schon bekanntlich in den 
Schlüssen der liturgischen Poesie seinen Platz gefunden, und dessen 
Ursprung die Litterarhistoriker beschäftigt hat (Zz., Syn. Poesie S. 108, 
109 ^}i^p pm; Jew. Lit. § 18 n. 30). Die einfache Formel ^Bion pm 
pTT^ Kb hat ein altes Erfurter Ms., jetzt Berlin 1222 Fol. f. 80; -^ina 
vA nfiiDtn (!) pnn n^'n^oa pmnaT ptn «mnn nxa v<'^^pr^ "^nnm smsn 
pn*» (Mn. 279); v^^^\:>t^\ y^isii^ (anisn) 'ntiön pm (Mn. 65* u. 94); ein 
Abschreiber versetzt sich nach einer alten Akademie, pu'^as aoT^n 
(Berliner, Gang S. 17). 

Wie wir eben gesehen, knüpft sich an ptn die Formel Vih ^tiün 
pti*» „der Schreiber komme nicht zu Schaden" u. dgl., z. B. *^rv^ D^^rat^ 
ii:ca (HB. VII, 27), pra -^rr^ h^ nman (Karäer in b^-ian II, 329); vgl. 
Cod. arab. Vat. 283: Parcat Dens scriptori illius, oder: Manus scriptoris 
salvetur omnibus horis (Ms. lat. Canon. 562 ; Coxe, Kat. p. 863). Die 
Phrase ist sogar auch in Drucke übergegangen, z. B. am Ende zweier 
Supplemente, Konstantinopel 1519, wahrscheinlich aus Handschriften 
mit abgedruckt, qs*^ k^ K*iipn da ptr Kb piT^niKn Cj'is« ptn liest man 
am Ende des Kanon ed. 1491 (De Rossi, Annales I, 87), auch später 
findet sich pir xb ppin^n (HB. XVI, 68), aber auch pn*» «b ^iß'^ön ':i 'n 
am Ende vieler Bibelausgaben, z.B. Amst. 1700 — 5, Berlin 1711, 
Halle 1720. Dies verbindet sich mit einer immer weiter gehenden 
Phrase, an welcher man zunächst deutsche, auch französische und 
italienische Kopisten vom letzten Drittel des XIIL, meist des XIV. Jahrh. 
(u. ff.) erkennt.*^) 

Dazu gesellt sich ein humoristisches Element, dessen wahrschein- 
lich fremder Ursprung noch nicht genügend nachgewiesen ist, nämlich 
das Besteigen der Leiter durch einen Esel (jene und dieser auch ab- 
gebildet) als Bild der Unmöglichkeit, so heifst die Phrase «b ptT^ «b 
obnon ni^n nbsj'^ü ^y obis^b «bi DT^n; ein Kopist vom Jahre 1401 (Ms. 
Kopenhagen bei Tornberg II, 27 n. 38) malt anstatt des Wortes ^i^n 
ainen Esel. Auf dieser Leiter klettert der Witz um die Wette bis 
in den Himmel; sie wird nämlich zur Jakobsleiter durch den Zusatz 
nbn la'^sK npr*' ^rx . . . Drn xb pr*^ «b (daher wohl der Abschreiber 
Jakob bei Lilienthal zu Ms. München 270 , HB. XIII, 89). In einem 
fehlerhaften Epigraph vom Jahre 1418 (Mn. 97, s. Perles 1. c), dessen 
Schreiber in der That der Vergebung bedurfte, verwandelt dieser den 

17) Zunz, Z. G. 207, nicht gekannt von Levana (Rabb. Jos. Weif se). 
Litbl. VI, 599 (Charisi, HB. XHI, 89), VII, 44, vgl. X, 311, Serapeum 1846 S. 40; 
Kat. Leyd. p. 285; HB. VII, 117; Lebrecht, Ilandsclir. d. Talm. S. 75; Zz., 
ZDMG. XXV, fi37; Perles, Zur rabb. Sprach- u. Sagenkunde 12 A.; Berliner, 
Gang S. 18; HB. XXI, 59. 

48 



— 49 — 

Esel in einen Dammhirsch; er schreibt: nniDn «^ipn y'^^v<^ (nmsn) pm 
"^^ Q^'^'m) D'^iaü 'm nib!?33 'p biö d^ios *Ti»n'i n^^*!» n» d^t^Ij ptT» vA 
nhxf n^T nnsQ. Elchanan b. Mose (XIV. Jahrh.?) setzt fär den Esel den 
Ochsen hitö, Ms. Erf. 13 = Berlin 1221 F.), und dergl. Boeschen- 
stein, der seine jüdische Abkunft in Abrede stellte, ist es wahrscheinlich, 
welcher schreibt (1519, Ms. Mn. 40 1»» f. 212*>): w^n ns pti*^ «b. Unver- 
ständjich (vielleicht mit einer Auslassung?) schreibt Meir b. Efraim 1532 
(Ms. Schönbl.— Asulai 25 f. 27): nossn obioa, der Kopist von Mich. 854 f. 
43 u. 104 nennt einen uns Unbekannten (Buonarroti?) «"nn« win nb5*<tt5 ^:? 
"^01% HB. Xm, 89, XXI, 73 A. 1 u. S. VU, Rev. fit. j. VI, 315 zu V, 282. 
Aus Cod. Vat. 48 teilt Assemani mit: D^^^wn "^bir (!) )p^r\ nVj'^ttJ "15 
„donec in coelos ascendat qni hunc librum composuit"; Berliner korri- 
giert "^bi:? in '^^«3; was ist aber IP'^n? 

Andere Wendungen nehmen unwissende Schreiber des XV. und 
XVI. Jahrh.; verderbter Geschmack, Umkehrung und Verzerrung sind 
Zeichen von Zeiten des Verfalles: der Schreiber von Ms. Mn. 204, 
wahrscheinlich ein getaufter Jude (vgl. Serap. 1869 S. 156), schreibt: 
(so) prnn 0*^*111« n^^^Bö nittjr^bi '^r\:A p-^n «i Dttjn pmnsT ptn. Ein 
Schreiber setzt für den Esel sich selbst, wahrscheinlich mit Recht 
(Berliner 1. c. S. 18). Auch andere Tiere (sogar ein gerösteter Kapaun 
üisÄin l'ißKp) vertreten den Esel (Berliner, Gang S. 36 A. 36), anderer- 
seits auch D3tt3 '^aH.^s) Der Kopist in Mn. 46 (um 1553) f. 129 betet 
zu Gott, dafs er ihm auf die Jakobsleiter helfe: mbyV (!) i55ab "»»t*^ 
obn 'ü'^aK apy*^» D^ioa. Der Kopist wünscht dem Auftraggeber, dafs 
dieser und seine Nachkommen das Buch studieren u. dgl.; r^^a nsf^ 
ia manb nb-o« m^ hd^ wünscht der Schreiber von Ms. Berlin 338 0. 

§ 19. Die materiellen Bestandteile des Epigraphs sind so ver- 
schiedenartig, dafs sie eine Einteilung schwer zulassen, so z. B. findet 
sich eine Angabe, welche einen falschen Namen erzeugt hat. Mehrere 
sehr schön geschriebene Münchener Codd. enthalten die Worte ansa 
^x^v, welche ich selbst zuerst für , Samuel^ gehalten habe; es bedeutet 
aber Schrift der Linken, nämlich des Eleasar Parnas (Familien- 
namen); „Franziscus Pamassus^ (s. zu Ms. Schönblum 114) ist der 
christliche Namen seines getauften Sohnes Jesaia (1536 — 7). Mit der 
linken Hand (•^a'^a*^ n-^ *i:^^) schrieb Chiskia b. David des Salines (?), 
Ende 1429, Ms. Hamb. 244 (Kat. n. 196). In Ms. Mn. 2 bemerkt der 
Schreiber Isak (1459), dafs er, 61 Jahr alt, ohne Augengläser schreibt: 
"^^^^ k"153 d*»x"»p3n DTJb d*»^"!««!! n*^3iDt "^hD ''^n. Der Schreiber von 
Ms. Mn. 21013 schliefst mit dem Gebete nansian anbsn nn-^an D'rsn rr^bs'^ 
n*»nbKn inan'T» i-^sa ht^^b te D^-ibKn r«^ nsman. Auch im Gefängnis 
wird geschrieben (Berliner, Gang S. 21, Ms. Hamb. 254). 

Ein poetischer Stofsseufzer der Abschreiber wird oft von dem 
zweiten Kopisten mechanisch abgeschrieben oder absichtlich entlehnt 



18) Ahnlich wird Genes. 34, 2 benutzt in einer Satire auf die d^M'^u^s, 
8. HB. xm, 131. 

49 
Beiheft 19. 4 



— 50 — 

(HB. XVI, 65); er lautet (mit unbedeutenden Varianten, nach dem 
Metrum zu beurteilen): 

nn^*' na:£5 n*>an« •j^x^'i na 5]5^b ^13 -(inn 

Delitzsch (Lb. VIT, 664, abgedruckt aus Serapeum 1840, 162) hat diesen 
Vers bei der Beschreibung von Cod. Mn. 56 in gewisser Weiße als 
charakteristisch aufgefafst (u. S. 611 ist „Mose Tobia für Widmanstad" 
falsch); der ganze Cod. ist aber eine Kopie von n. 341, und der Vers 
findet sich schon 1472 in einer Wiener Handschrift von Mose b. Jakob, 
dem Russen (s. HB. XX, 97 u. 122), 1480 im spanischen Ms. Mn. 373, 
auch in Mss. Opp. 279 Qu., Cambr. (Schiller p. 53) und Hamburg n. 70 
(Kat. n. 251), ist 1574 hinter den Antworten des Saul Kohn f. 26 
gedruckt und wohl daraus 1575 in Eonstantinopel (Cat. Lugd. p. 9^ 
vgl. p. 108). 

Auch andere Verse der Abschreiber (wie der Autoren) finden 
sich, z. B. zum Komm. Raschis über den Talmud von einem Jehtida, 
Ms. Mn. 216. Joab b. Jechiel (1309), vielleicht der von Immanuel 
verspottete Dichter, verfafste gewandte Verse, teilweise Akrosticha (s. 
Mn. 327), der Abschreiber Abraham b. Salomo (1382) schrieb ur- 
sprünglich fremde Epigraphe mit ab (ib.). 

Auch über die Schnelligkeit, mit welcher die Mss. angefertigt 
worden, haben wir Nachrichten durch wiederholte Daten in demselben 
Codex, oder durch verschiedene Codd. desselben Abschreibers, abgesehen 
von Autoren wie z. B. Kalonvmus, welcher die Abhandlung der Lauteren 
Brüder in 8 Tagen übersetzte, also auch schrieb. So haben wir z. B. 
genaue Daten von dem bekannten Gelehrten Abr. Farissol, der in den 
Jahren 1472 ff. eine gröfsere Anzahl Kopieen ausführte (Zz. zu Benjamin 
p. 269). Solche Daten finden sich in den Kopieen der Münchener 
Bibliothek, wie n. 284 vom J. 1403: f. 90^ 28. Schebat, f. 127^ 15. Adar. 
Elchanan b. Mose (XIV. Jahrb.?) schrieb in 27-2 Monaten 300 Kolumnen 
fol. (Erf. 13 = Berl. 1221 F.). Der zweite Teil des Äruch, 201 Bl. 
fol., in Mn. 142 ist vom Nissan 1284 bis Ijjar 1285 geschrieben. 
Eleasar Parnas schrieb vom 24. Ellul bis 7. Marcheschwan 1484 Mn. 302 f. 
182— 26 P, also 60 Bl. in 43 Tagen; in Cod. Vat. 139 sind 88 Bl. in 
60 Tagen geschrieben. Paulus Aemilius schrieb allerdings 126 Bl. fol. 
in Mn. 115 innerhalb 16 Tagen, die Schrift ist aber auch danach. 
Der Kommentar zur Metaphysik in Ms. Casanat. J. IV, 13 ist in Sara- 
gossa vom 22. Tamus bis 7. Ellul 1480 kopiert. 

Auch vom Lohn des Abschreibers ist hier und da die Rede 
(vgl. Birt, Antikes Buchw. S. 208), aber die Summe ist selten genannt 
und die Bezeichnung nicht überall klar; so z. B. erhielt Isak b. Josef 
1411 3 Goldstücke (ant? Vat. 139), Samuel Boniet (dem Namen nach 
Provengale oder Nordspanier) für 28 Bl. in fol. (Mn. 94) 9 D'^oa (d. h. 
Groschen, grossi, Zz. z. G. 563); 50 ']C^^ :>nid^ qoa erhielt ein karai- 
tischer Kopist a. 1497 (Cat. Lugd. p. 273 u. 63); anderes bei Berliner, 

50 



— 51 — 

Gang S. 21. Hänfig giebt der Schreiber selbst oder, der ihn beauftragt 
hat, nnr in einer allgemeinen Phrase an, dafs er den Schreiberlohn 
„yolLständig*^ erhalten habe, wofür hänfig ob^a^ (vgl. o^iüTa i5*iB bei 
Isak b. Scheschet GA. 175) oder ni^b^n gebraucht wird (arab. "^br 
«spriosb«) oder eine entsprechende Phrase; z. B. rk^o^ '»^nsio "^nbüpi 
(nspn f. 24^, Mose "^^ms^ Cod. Firk. 60, s. 11 Mosö 1882 p. 406), ni^\)öa 
(Hamb. n. 175); th^o^ i-r^o m5?3n "^nbnpi (ib. n. 156 S. 60); ''nbap'". 
Dboa -pantn (Gurland, Ginse III S. 10), öVr^ -inn^^sü (1377, yibrrn XI, 
95), iT^a "inbap rrnia ^awi (ürb. 8). 

Wenn die von professionellen Schreibern kopierten Mss. den 
Vorzug der Deutlichkeit und Kalligraphie haben, so sind diejenigen 
kritisch besser, welche von Sachkundigen „zum eigenen Gebrauch 
angefertigt worden''; auch dies wird häufig ausdrflcklich bemerkt, z. B. 
"Qsrb •^nar.a (1438, Mn. 244), oder durch Phrasen angedeutet, in 
welchen der Besitzer auf den künftigen Gebrauch hinweist, resp. darum 
ftlr sich und seine Nachkommen betet; z. B. «in . . . Dinab *^n'^3t 'nfx 
. . . •'riTi *»3» . . . ona nianV *tDt*i (Mn. 201 a. 1420, oder 1422, Mn. 244 
a. 1438); Leon b. Abraham Eabestan (Mn. 264) kopiert ^für sich und 
seinen Samen und keinen anderen" (!). Hiernach ist es nichts Un- 
gewöhnliches, dafs ein Gelehrter, der als Autor bekannt ist, auch als 
Abschreiber vorkommt, so dafs man über die Autorschaft der Hand- 
schrift in Zweifel geraten kann; so z. B. nennen Bartolocci, Wolf und 
Assemani (Vat. 250) einen Abr. (ii^n 3k) b. Jehuda (Leon) aus 
Candia als Autor eines Werkes Ärba Turim in Barcelona; derselbe 
erscheint aber in Candia 1375 (?) als Kopist von Ms. Bodl. IJri 451.1^) 
Der oben erwähnte Abr. Farissol hat vielleicht von seinen Kopieen gelebt. 

Als Beispiel eines lange (mindestens 1468 — 1503) thätigen Schreibers 
in verschiedenen Städten Norditaliens (Lucera, Mantua, und sonst?) 
diene Jesaia b. Jakob aus Masserano, der sich spielend CjibK Masserano 
zu nennen scheint; s. Verz. der Hss. in Berlin, Qu. 647 N. 118. 

§ 20. Daher sind Verzeichnisse von Abschreibern ein wichtiges 
Hülfsmittel in verschiedener Hinsicht, z. B. über Alter und Vater- 
land undatierter Mss. Ein allgemeines Verzeichnis von Schreibern 
und Punktatoren (66) begann schon Wolf (H, 537, IV, 227), freilich 
meist aus Bibelhandschriften; darunter überrascht uns (p. U, 308 u. 539) 
Goliath, Sohn des Gog und Magog, angeblich Schreiber von Propheten 
und Psalmen, Ms. Erfurt.^<>) Deutsche und französische Abschreiber bis 



19) Das J. 1375 ^b ich (im Mag. III, 97 A. 9, U Mos^ 1880 p. 55) wahr- 
scheinlich nach Autopsie (Uri hat den Kopisten gar nicht); 1395 bei Nt). 2003 
stimmt um so weniger, als der Arzt ^Abr. de Leone de la caula*^ (lies Bar- 
celona?) dell' Isola Candida, Arzt in Syrakus 1377 (bei Lagumina, Cod. 
diplom., 1884, 1, 70), schwerlich ein anderer ist. Das Epigr. von Ms. Vat. 250 
im Mose 1. c. berichtigt Neub. (im April 1880) Drnsi bbaa, hinter s'^ian folgt 

20) Das betr. Ms. Erfurt V. bei Michaelis p. 12 (Wolf II p. 308, 519) war 
1727 nicht mehr dort; Jaraczewsky, Gesch. 116, Lagarde, Symm. 141 u. 5. — 

51 

4* 



— 52 — 

Ende des XIV. Jahrh. (der älteste, Gedalja, ist 1096 in Worms er- 
schlagen) verzeichnet Zunz, Zur Gesch. 207 fr. (zn Jakob Levi angebl. 
856, Ms. Cambr., s. HB. XIX, 70); der nächste ist erst 1193 Isak b. 
Jakob. — In andern Ländern ist das Zeitverhältnis unsicher; abgesehen 
vom Orient nnd den Karäern, in Bezug auf welche neuere Fälschungen 
vorliegen (s. oben § 5), nennt Assemani zu Ms. Urb. 2 Sabbatai b. 
Samuel a. 4737 (979, fehlt bei Zunz zu Benj. II, 20); Cresbia {v^^zx^p 
sie) b. Machir soll Codex Vat. 140 für Raschi geschrieben haben (vgl. 
Machir b. Kr. Xlll. Jahrb.? Zz. z. G. 208). Ein Schreiber Samuel aus 
1^3*113 wird schon im Gedichte des Natan b. Jechiel genannt. Jara- 
czewski läfst Abr. b. Isak das Erfurter Machsor (jetzt Ms. Berlin 1224 Fol.) 
in Erfurt oder in der Nähe 1142 schreiben; S. 67 macht er ihn zum 
Schüler des Meschullam b. Jakob, der in Lunel lebt. Über einen 
David irn5 p srin'^n angeblich 1017 (Vat. 76) s. weiter unten S. 54. — 
Indices der Schreiber finden sich erst in den Katalogen von Wien, 
Leyden etc. In den älteren Katalogen Italiens sind die Schreiber mit 
den Autoren veimengt und unvollständig aufgezählt; im Pariser Katalog 
vermifst man Nebenindices. Ich habe Abschreiber und Besitzer dazu 
für eigenen Gebrauch zusammengestellt. 

Es erübrigen uns nun noch zwei Elemente der Epigi*aphe, aber 
damit auch die wiclitigsten Bestimmungen der Mss. überhaupt^ nämlich 
Ort und Zeit, über welche hier auch das angeknüpft, resp. aus früher 
Behandeltem resümiert werde, was fdr die beiden Kategorieen mafs- 
gebend ist, auch wenn ein bestimmtes Zeugnis nicht gefunden wird. 

A. Vaterland. Die Angabe des Ortes, an welchem ein Codex 
geschrieben worden, ist' nichts Seltenes, es knüpft sich daran eine 
Formel für die Herstellung Jerusalems, manchmal mit einer Ver- 
wünschung, z.B. "^annr B^i^irin'^i 'n:in^ niinn (Jemen 1531, Ms. Berlin 
684 Qu.) ; aber mit dem Namen ist die Sache nicht abgethan. Es giebt 
gewissennafsen eine jüdische Geographie oder Topogi'aphie , welche 
ihre eigentümlichen Schwierigkeiten hat. Die hebr. Namen müssen 
oft erst untersucht und gedeutet werden. Einige hierher gehörende 
Andeutungen finden sich in der Introductio des Bodl. Catal. bei Ge- 
legenheit von geogi'aphischen Bestimmungen der Personennamen (p. XXX) 
und in der Vorbemerkung zum Index geographicus daselbst. Hier 
können nur einige allgemeine Bemerkungen gegeben werden. 

Die Bezeichnungen für Länder sind grofsenteils biblische, deren 
Anwendung von der Auslegung abhängt, wie Ta3\L*t( für Deutschland; 
andere werden durch besondere Umstände motiviert, wie das viel- 
besprochene iras für Slaven (Sklaven), tri^ für Italiener. In der 
Provence und anderswo werden Orte überhaupt mit biblischen Namen 
bezeichnet, welche eine ähnliche Bedeutung haben; z. B. tt):?:^ "nn Mens 
Pessulanus für Montpellier, auch kurzweg *nn (daher '^nnnn); ö*^*^*^ rr^^p 



Der älteste Schreibemamen bei Birt, Antik. Buchw. S. 506 (zu S. 281) datiert 
erst 818. 

62 



— 53 — 

nrbB nemoris für Nimes (was Kämpf zuerst unbekannt war). — Manch- 
mal sind es auch blofse Anspielungen , z. B. ^i«n ^n , bei Wolf (und 
daher Carmoly, CB. p. 2695): „Moriah"! 

Die Angabe des Vaterlandes des Schreibers ist kein Beweis für 
das Vaterland der Handschrift, da die Juden ganz besonders als 
Wand er Volk, aus fi*eien Stücken, oder als Vertriebene ("»bia^a oder 
Ts-rp^^ TT13 u. dgl.) häufig ihren Wohnort wechselten, wie z. B. Josef b. 
Elieser, oder der Spanier, der im Orient schrieb (HB. XX, 46, Lettb. XI), 
Schemtob b. Jakob de Faro, der in verschiedenen Ländern umher- 
wanderte (HB. IX, 20, X, 156). 

Die Juden nennen Orte, die jetzt verschollen sind, daher solche 
Notizen für allgemeine Geschichte und Geographie von Interesse sind; 
selbst die Namensformen unterliegen mitunter einem religiösen Interesse, 
z. B. die Verwandlung des Wortes Sant, Kirche, u. dgl. 

Wie fast überall. hat auch hier Zunz einen gründlichen Anfang 
gemacht in seiner Abhandlung über die in hebr. Schriften vorkommenden 
spanischen und provengalischen Ortsnamen (in Ztschr. f. d. Wiss. 
d. Judenth. 1822), wozu einige Bemerkungen von Jost kamen (Ge- 
schichte VI, Anhang S. 373 — 4). Zunz gehört vieles bei jüngeren 
Autoren, z. B. in dem Verzeichnis bei Perles, Salomo b. Aderet S. 11, 
67. Eine Anzahl französischer Ortsnamen erklärt Zunz in seiner 
Biographie Raschis (Zeitschrift 284, in Bloches Übersetz, f. 16), franzö- 
sische und deutsche in Z. G., worüber ein Index fehlt. Eine Zusammen- 
stellung von französischen Ortsnamen begann Carmoly (Revue 
Gr. II, 119, 166, 397, HI, 99, 338, 440, bis Anfang des Buchst. D gegen 
100 Namen), welche mit grofser Vorsicht zu benutzen ist, was insbesondere 
von den damit verknüpften litterarischen Notizen gilt. Ein specielles 
Hülfsmittel für Rufsland und Polen bietet eine höchst seltene Schrift 
über den Zug des Kosakenhauptmanns Chmelnitzki (1648), — welchem 
die Russen im Jahre 1875 als Vorkämpfer für die Glaubensfreiheit (!) 
ein Denkmal setzen wollten. Das Schriftchen selbst ist neuerdings 
herausgegeben.^!). Ein Verzeichnis der darin erwähnten Ortschaften 
(Ohm. soll 140 verwüstet haben) nebst Einwohnerzahl gab ich in 
Hb. VII, 36 ff. — Über 100 Ortsnamen, gröfstenteils erklärt, finden 
sich im Index geographicu^ des CB. Eine Reihe von geographischen 
Artikeln liefert Berliner in HB. XI, XU. 

Hülfsmittel für dieses Thema sind auch einzelne Register, wie 
z.B. das geographische von Zedner zu Conforte, ed. Cassel (Er- 
klärungen dazu von Zedner enthält Ms. Berlin 699 Qu.); D. Cassels 
Register zu den Gutachten des Jehuda b. Ascher; Wieners Register 
zu ihn Josef Kohn, hebr. und deutsch; Zunz, Ortsregister zu seinem 
Buche „Die Ritus der synagogalen Poesie". Die Register zu Grätz, 
Geschichte betreffen nur wichtige Orte. In S. Cassels Artikel: Juden, 



21) ITTT »"lü von Samuel b. Natan, her. von Gurland, niiwn miip^ 
n. 5 (In ni-^BOn n:£iK von Gräber IV, 1891, S. 409f.). 

53 



- 54 — 

Geschichte, in Ersch und Graber sind namentlich viele italienische 
Städte nachgewiesen. Hierher gehört anch die Abhandlung von Brnns, 
Erläuterung der Unterschriften aus der jtldischen Geschichte (bereits 
oben §4). Neubauers Preisschrift der Acad. Fran^. über hebräische 
Ortsbezeichnungen des mittelalterlichen Europa ist noch unediert; eine 
grofse Monographie über Frankreich von H. Grofs ist unter dem Titel 
Gallia Judaica erschienen (Paris 1897). 

Das Vaterland der Mss. ist zu erkennen am Papier, durch die 
Wasserzeichen, jedoch nur mit einer gewissen Beschränkung (s. oben 
§ 8), am Charakter der Schrift, an den Formeln des Abschreibers und 
teilweise des Besitzers, am Einbände, aber auch mitunter am Inhalte, 
so z. B. bei Ritualien nach den Gebeten und beigefügten Notizen, bei 
astronomischen Werken nach der Angabe der Breiten - und Längen- 
grade, bei Ehegesetzen nach dem Datum der Formulare u. dgl. mehr. 
Letzteres gilt auch in Bezug auf die Zeit, zu der wir uns nun wenden. 

B. Chronologisches. Von den erhaltenen Mss. sind wahr- 
scheinlich die ältesten biblische, welche ihr Dasein ihrem Ansehen 
unter Christen verdankten, vielleicht auch dem Umstände, dafs die 
Todfeinde der jüdischen Litteratur, die Konvertiten, doch etwas übrig 
lassen mufsten, woran sie ihre Gelehrsamkeit zeigen konnten. Der 
häufige Gebrauch seitens der Juden hätte die Mss. vielmehr abnutzen 
müssen. Wir lassen also Bibeln schon darum bei Seite, weil für die- 
selben am meisten von anderer Seite geschehen ist. Eine chrono- 
logische Gruppierung findet sich bei Bruns 1. c, wo die Mss. des 
XV. Jahrh. eine volle Seite einnehmen. Darüber ist Bruns erstaunt; 
in der That gehört die weitaus gröfste Zahl der Mss. überhaupt in die 
Zeit unmittelbar vor Erfindung der Buchdruckerkunst und ist hier 
meistens das Wasserzeichen mafsgebend, darunter insbesondere die 
Ochsenköpfe des Apostels Lucas als Patrons der Maler (§ 8). Die 
Mss. jener Zeit sind auch am meisten datiert, weil das Datum damals 
Sitte geworden war. Von dem XV. Jahrh. rückwärts werden sie immer 
weniger, und schon die des XIII. Jahrh. gehören zu den Seltenheiten; 
unter 370 Bänden der Münchener Bibliothek gehören nicht 10 jenem 
Jahrh. an, z. B. n. 207 vor 1286; 209 a. 1298; 229 a. 1293 (irnn^D). 

Unter den angeblich alten Mss. wäre Vat. 38 das merkwürdigste, 
da es nach Assemani am 8. Jan. 490 in Gallia Narbonensis gekauft 
sein soll; es wird wohl 1490 sein, wie schon das Datum Januar be- 
weist.22) Über Ms. Urb. 2, angeblich 979, s. oben S. 52; Ms. de Rossi 
327 soll a. 1050 geschrieben sein; Vat. 76 angeblich a. 1017 ist in 
der That 1366 (Zz., G. V. 268 d). Wenn wir nicht kopierte Epigraphe 
vor uns haben, so ist *^ied (Vat. 31) datiert 833, 1005 der Zerstörung 
= 1073 (s. dagegen Zz., G. V. 117 c); 1091 ist Dunaschs Kritik ge- 
schrieben in Cod. Luzz., jetzt Br. Mus. (s. Schröter, Vorr. zur Ausg. 



22) Über die Weglassiing von Jahrhunderten vgl. auch Gg.J. 
Ztschr. IV, 276; vgl. CB. p. I4S8 unten. 

54 



— 55 — 

Breel. 1866 8. II; Wright bei Gg.j. IV, 76; Margolionth, List p. 72, 
Add. 27214). Unter den Facsimiles der Palaeogr. 8oc. 1875 
(HB. XVI, 93) sind die Jahre 1091, 1189, 1190 (Dunasch) vertreten. ") 
Pinner (Prospekt) giebt das Facsimile eines Ms. v. J. 916 (Centralbl. f. 
Bibl. 1887 S. 158). Im Brit. Mus. soU ein Ms. des IX. Jahrh. sein (Pop.- 
wiss. Monatsbl. 1894 S. 288). Aus einem Bodl. Ms. v. J. 1123 edierten 
Schechter und Singer Stücke (Cambr. 1896); das Ms. ist geschrieben 
von Josef b. Samuel b. Efraim für Nissim b. Saadia in Afrika. Die 
Datierung sowohl in Mss. als in Drucken, alten und neuen, setzt 
gewisse Kenntnisse voraus, namentlich die kflnstliche Bezeichnung 
durch ein Chronostichon, welches zuerst in ganzen Wörtern bestand, 
erst spät in einzelnen Buchstaben, welche zu Rätseln werden und dem 
Ungeübten, in manchen Fällen auch dem Geübten, Schwierigkeiten 
bereiten.^^) Ms. Vat. 104 ist viermal hintereinander datiert; dennoch 
rechnet Assemani um sechs zu viel, und die Keduktion der christlichen 
Jahre ist unrichtig (Zz., Z. G. S. 22 1 n. 36). 

Die wichtigsten hierher gehörenden Punkte behandelt Zunz in 
seiner Abhandlung „Dateubestimmungen^ (Z. G. 214 ff., vgl. die Ein- 
leitung zu CB. p. XIV ff.), namentlich über das n, welches die Tausende 
bedeutet, die Bezeichnung nvs'^i (der Schöpfung) und pß'b (pp o^b\>); 
erst spät kommt in den Drucken i'A (bi^a anßb) vor. Im Oriente ist 
teilweise noch heute die Alexandrinische Aera im Gebrauche, und 
zwar mit der Rechnung von 311 v. Chr., der Ausdruck dafür ist häufig 
n'na«^, daher die Bezeichnung „Äera contractuum^ . Die muhamme- 
danische Zeitrechnung wird gewöhnlich mit ^K^^ttJ'^ "^d^^^ bezeichnet 
und meist 614 für die Hidjra angenommen.^») Die Karäer berechnen 
die Flucht 4399 (636) und gebrauchen den Ausdruck x^'^sjt -pp (das 
„kleine Hörn" mit Beziehung auf Daniel, Harkavy und Strack, Kat. 
p. 265). Später rechnete man auch nach der Zerstörung des zweiten 
Tempels (pinb) und zwar 68 n. Chr.; erst nach langer Zeit wird die 
Rechnung nach Schöpfungsjahren allgemein (Jüd. Lit. § 10, und dazu 
die Bemerkung: die Reduktion christlicher Jahre ist selbst im Pariser 
Katalog nicht überall richtig). Die Monate werden entweder mit 
den bekannten Namen bezeichnet — jedoch manchmal Qna^ für Ab 
und D'^sn'^Kn XTi^ für Tischri — oder durch die Zahl, wobei Nisan als 
erster gilt. Künstliche Bezeichnungen verschiedener Art s. z. B. CB. 
p. 2265 (Lb. XI, 300, Nb. 1335). 

23) Dem XL— XII. Jahrh. werden die bibl. Mss. or. 1467 u. 2363 des 
Brit. Mus. (Margol. p. 7, 9) zugewiesen. — Arabische Bibelmss. mit hebr. 
Ponktation sollen bis ins X. «Jahrb. hinanfreichen , ib. p. 12 u. 2541, 2, 7, 8. — 
Vgl. § 17 A. 10. 

24) Chwolsohn, BoUettino Ital. (1878) p. 350, berechnet einen Penta- 
tench in der Krim nach bezeichneten Anfangsbuchst. 975; er hatte dort die 
Angabe Firkowitzschs „vollkommen bestätigt" gefunden! — Die Berechnung 
eines Druckes 1477 nach Buchst, ist schwierig (CB. p. 11 88); 1484 wird durch 
Ktaa und D"i^ (Anm. typ. p. 36), 1487 durch ^b nijÄ ausgedrückt (ib. p. 54). 

25) Polem. u. apolog. Lit. S. 305. 

55 



M I 



— 56 — 

Eine Kontrolle f)lr die Richtigkeit der Berechnung bietet der 
Kalender, wenn der Wochentag angegeben ist, worüber Beispiele 
bei Zonz zn finden sind.^^ Änfserst selten findet sich nach arabischem 
Master anch die Angabe von Monatsdekaden, z. B. in einem Ver- 
kaofsvermerk vom Jahre 1342, Mn. 209. 

Die Aera Christi wird manchmal bezeichnet dnrch n^;z9:in^ 
(incamationis) oder iT^nnb (impregn.?), z. B. a. 1454 (Hamb. 8. 21 n. 175; 
Wolf in p. 577). Die Angabe christlicher Monatsnamen kommt 
vielleicht schon im XIV. Jahrh. vor und wohl znerst in Italien, häufiger 
seit dem XV. Jahrh.^^ 

Zar richtigen Entzifferung und Lesung der Mss. gehört auch eine 
gewisse Kenntnis der Beschaffenheit und Geschichte der jüdischen 
Namen; allein das ist ein Thema, das eine monographische Be- 
handlung erfordert^^^) 



26) CB. p. XVIII; HB. VII, 26. In neuester Zeit hat sich L. Cohen, 
Lehrer in Kees am Rhein, auf diese Eontrolle der Daten mit grolisem Fleilse 
verlegt, s. z. B. Branns Jahrbuch für 1890 (Jg. 37) S. 14 ff.: Chronolog. Beiträge. 

27) Die älteste mir bekannte Anwendung ist vom 21. Juli 5161 (1401, Par. 
605, 24. nr: 1353 bei Zz. bei Gg. III, 51 ist zweifelhaft, s. HB. XI, 105, vgl VII, 
27 A. 2. Mai 1499). — n":j Ä'^'^r.'^a in P. 364 nach Lb. IX, 309? 1413 s. Hamb. 
53 n. 47; 5. Jan. (1. inr*^) 1431 datiert Benjamin b. Matatja in Siena (Ms. Al- 
manzi 263), 1457 in Avignon (Hamb. S. 21 u. 175). Hingegen beweisen Ver- 
kaafsdoknmente, z. B. 31. Juli 1320 in Ms. Casanat. H. III, 8 (Berliner, Gang 
S. 20 A. IS), S. Mai 1362, und '^^fiO'^-^ '■^i'hp 146 (1386) für eine Finsternis (beides 
in Mn. 2(>S) nichts fiir die Datierung von Mss. selbst 

28) Es genüge hier eine Verweisung auf Zunz, Die Namen der Juden, 
zuerst 1^37, in Ges. Sehr. II, 1 (1S76) bericht u. vermehrt; Cß. Introd. p. XX 
excursus III de nominibus. Eine Monographie von M. Steinschneider 
über die arabischen Namen der Juden erscheint in Jew. Qu. Rev. 



56 



in. Kapitel 



§ 21. Bei der Handschriftenkunde kommt Verschiedenes in Be- 
tracht: Inhalt, Entstehung, Verbreitung, Schicksale, Samm- 
lung und Beschreibung, also bietet sie Beiträge zur Kulturgeschichte. 
Der Weg der Erkenntnis ist häufig dem der Entstehung eines Dinges 
entgegengesetzt; man kann also eine Erörterung an verschiedenen 
Stellen beginnen. Wir nehmen in diesem Kapitel die Beschaffenheit 
der Quellen zum Wegweiser. 

Allgemeine Quellen.^) Ein Artikel von Zunz: „Sammlungen 
und Verzeichnisse" (Z. 6. 230) beginnt charakteristischer Weise mit 
den Bücherverlusten durch Veifolgung, Krieg und Unglücksfälle, 
z. B. Brände in Konstantinopel und Adrianopel; auch vom Wasser 
litten die Hss., beim Löschen, in neuester Zeit in Mantua 1861. Man 
versteckte Bücher in Brunnen und vergi'ub sie ,2) freilich auch aus 
Pietät gegen die darin vorkommenden Gottesnamen, von denen be- 
seitigte Fragmente „Schmiot^ (matt?) heifsen; der Zelotismus verbrannte 
z. B. in Paris um 1240 den Talmud und philosophische Schriften. 3) 
Eine Reihe von Männern klagt über Verluste von Büchern, z. B. Moses 
Narboni (1348 — 49), David ihn Jachja (§ 16 A. 10). Eine grofse 
karaitische Bibliothek ging im XVI. Jahrh. in Kairo zu Grunde;^) später 
kam die Inquisition mit Wasser- und Feuertaufe, ihr folgten die 
Gensoren mit ätzender Tinte. Sixtus Senensis^) rühmt sich (1553) der 
Myriaden „erschlagener" hebr. Bücher, unter anderen wurden angeblich 
1500 Exemplare von Jehuda Lermas Predigten vernichtet. Aber auch 



1) F. Spizelius, De vet. Ebraeor. et recentiorum quorund. erga 
biblioth. et lit. rem amore et studio 1668 u. 1702. 

2) Meine Mitteil, bei Zz., Syn. P. 49; vgl. HB. I, 106, II, 4 A., V, 69; 
Jew. Chronicle 1859 N. 252 p. 6. 

3) Die Juden selbst verdammten mitunter Schriften zum Feuer. 

4) Jehuda Poki, bei Wolf. BH. III, 205; Serapeum 1846 S. 40. 

5) Dieser ist der „christliche Geistliche" bei Gildemeister, Antwort 
S. XVI, den ich (im Vorw. zum Handb. S. XVI) als Jeder fides bankerott** 
zu bezeichnen mich erkühnt habe ; er hat in jener Eigenschaft wohl die Ent- 
rüstung G.'s verdient. 

57 



— 58 — 

ans neuerer Zeit wird von Antodafiäs jüdischer Bflcher berichtet, z. B. 
aus Prag 1714.^) Isak Akrisch^) erzJlhlt, wie er zur Zeit der 
Talmndverbrennnng [also 1553] in der Stadt Candia nur dnrch den 
venezianischen Admiral Canaletto seine Bücher wieder erhielt, da die 
Juden sich in ihr Schicksal fügen mufsten. Volle Kisten jüdischer 
Bücher (Caxes plenes de libros judaichs) wurden unter Maria, Königin 
von Spanien, konfisziert.^) 

Von solchen Unthaten wendet sich der Historiker gern den Nach- 
richten über alte Bücherliebhaber und Sammler zu. Zu den 
ältesten Mäcenen der hcbr. Litteratur gehören nicht Juden, sondern 
die Ptolemäer, der spanische Khalif Arhakim, wenn es wahr ist, dafs 
er eine übereetzung des Talmuds (der Mischna?) ins Arabische ver- 
anlafste. Als Sammler von Büchern wird unter Arabern „Efranim*' 
(Anfang des XIL Jahrh. in Ägypten), unter christlicher Herrschaft 
Meschullam b. Jakob aus Lunel (um 1160) von Jehuda b. Tibbon 
genannt. Letzterer hat zuerst unter den Juden seinem Sohne (im 
Testament) eine Bibliotheksordnung vorgeschrieben. Eine Art von 
reisenden Buchhändlern findet sich am Ende des XIU. Jahrh.; eine 
Anekdote, wie ein solcher in Italien sich vor der Neugier der Käufer 
kaum retten konnte, wird von Immanuel b. Salomo erzählt und ist 
seit Zunz öfter wiederholt worden. 9) Seit jener Zeit mehren sich die 
Nachrichten über einzelne Bttchersammler, welche Zunz (S. 233 ff.) ge- 
sammelt hat. Nachzutragen ist Don Benveniste und sein Verwandter, 
Jehuda b. Abr. Benveniste in Salonichi (Anfang XVI. Jahrh., En Jakob 
Vorr.); aus neuerer Zeit Abr. Josef Salomo Graziano b. Mordechai 
(Wa ^r'-^x), gest. Nov. 1684);»o) ein Enkel des Salomo da Costa (1759) 
schenkte dem Br. Mus. bei dessen Gründung 180 Bücher.'^) Zu Oppen- 
heimers Sammlung (Zz. S. 235) ist zu bemerken, dafs die Bibliothek 
des Wolf b. Samuel Oppenheimer in Hannover von Meir Eisenstadt 
benutzt worden ist (Panim chadaschot Teil 1). 

Andere Sammler ergeben sich aus den Inschriften von Mss., wie 
z. B. zwei Brüder Jechiel und Abraham (s. Register des Münchener 
Katalogs).^2) Von Salomo Dubno (gest. 1813, OB. p. 2303) ist noch 



6) G. Wolf, HB. VI, 35; Verzeichnis das. S. 37—39. 

7) Vorw. zur polem. Sammlung, Proph. Daran etc. 

8) Torres Amat., bei Hoffmann, Jeschurnn VI, 157. 

9i Ein Seitenstuck ist der Karäer Abr. Firuz b. Salomo Rofe (1573?); 
s. Neubauer, Aus d. Petersb. Bibliothek 144. 

10) S. die Citate HB. XXI, 10:J; Serapeum IS5I S. 47; De Rossi zu Cod. 
4S8; Jeschurnn v. Kobak VI, 184; Perreau n. 10 (HB. VII, 114); D. Kauf- 
mann macht verschiedene Mitteilungen aus seinen Erwerbungen. 

11) Meine Auszüge aus Panizzis Bericht im Serapeum 1847 S. 4 und 
Vorr. zu Zedners Katalog. 

12) Hierher gehören noch: Liopmann Kohn in Hannover (dem Mss. 
Rosenthals gehörten), Jehuda Loeb b. Josef Samuel (des Rabb. in Frankf. a. M.), 
dessen Bibliothek Jonatan b. Josef rühmt (zu ynKn rryys, etc. 1720). — Über 
David Nunez-Torres (bei Zz. 239, Wolf IV p. 833, 870) s. Hoffmann in 

58 



— 59 — 

vieles 1821 bei seinem Sohne Abr. Moses geblieben (Lb. VllI, 180); 
ein Specimen seines eigenhändigen Eataloges giebt Polak (Oosterache 
Wandel, 1846). 

Von den bei Znnz (8. 243) genannten Besitzern sind nach ihrem 
Tode Verzeichnisse erschienen, welche gröfstenteils in der HB. angezeigt 
sind. In der Reihenfolge von Zunz sind es folgende: L. Saravals 
Sammlung (vgl. Serapenm 1853 S. 280, 1854 S. 187) ist durch meine 
Verwendung von dem Breslauer Seminar erworben worden. Der erste 
Katalog (1853) zählt 69 Mss., der Katalog von Znckermann (im Jahres- 
bericht 1870) ist fast nur ein alphabetischer Index ohne irgend welche 
Verbesserung (vgl. Gg. IX, 125). — J. S. Reggio verkaufte seine Mss. an 
Schorr in Brody; daraus wählte ich 60 Bände für die Bodleiana und 
besitze darüber ausftlhrlichere Notizen , als Neubauers Katalog dar- 
bietet. — Der Catalogue de la Biblioth^que de S.D. Luzzatto etc. . . 
par son fils Joseph (Padoue 1868) zählt 121 Mss., welche (nach Privat- 
mitteilung des Sohnes) an die Bodleiana, an den Antiquar Schönblum 
in Lemberg, mehrere an Halberstam in Bielitz, sehr wenige an die 
Berliner Kgl. Bibliothek kamen. Das älteste, Dunasch (a. 1073), ist 
jetzt im Br. Mus. (oben § 20). Mitteilungen ttber seine Mss. gab 
Luzzatto in der hebr. Zeitschrift Kerem Chemed (s. OB. p. 1635), im 
Serapeum 1840, in Litteraturbl. des Orient, in Ozar Nechmad (Wien 
1856 ff.) und in seinen Briefen (ed. 1882ff.).i3) Joseph Almanzi besafs 
331 Mss., welche Luzzatto ausfdhrlich in französischer Sprache be- 
schrieb. Diese Beschreibung ist mit meinen Anmerkungen HB. IV — VI 
(1861 — 63), dann ein Auszug im Catalogue 1864 gedruckt; vgl. W. 
Wright (welcher den Katalog des Br. Mus. bearbeiten wollte): „The 
Almanzi Collection of Hebrew Mss.,^ im Journal of Sacred Literature etc., 
Separatabdruck „for private circulation" London 1866; die Nummern 
sind nicht angegeben in Margoliouths List, s. § 23. i^) Salomo Rubens 
in Amsterdam (Auktionskatalog 1857 S. 97) besafs 7 Mss. in Folio, 
22 in Qu., 18 in 8^, zusammen 47. — Der „Ungenannte" in Brüssel 
bei Zunz ist Eljakim Carmoly, später in Frankfurt am Main; „er 
scheint Mss. zu besitzen, welche in Paris fehlen." £s fehlen aber 
auch Mss. von bibliographischer Bedeutung, welche Carmoly im Namen 
seiner Vorfahren citiert, in dem von K, — m. (Kirchheim) redigierten 
Katalog (1875).'ö) L. Rosenthal in Hannover (gest. 7. Aug. 1868) 



Kobaks Jeschumn VI, 153, wo der Katal. 1728 (nicht 1723); die Mehrzahl der 
Bücher ist in spanischer Sprache, auch von christlichen Autoren XVII. Jahrb., 
selbst belletristische, die David drucken liefs; wenige Packe enthielten hebr. 
Drucke. 

13) Nichts Näheres bei Fürst, B.J. III p. XXVIII. — Über Druck- 
werke s. HB. I, 41, 66, II, 18. 

14) Die Druckwerke Almanzis sind zerstreut, grolsenteils nicht zu ver- 
folgen, s. Katal. Asher XXXII, 1867, Muller (weiter unten), Prager (1872, 
Zedners Bibl., HB. XII, 30). 

15) HB. XV, 105; vgl. Gg. im Israelit d. XIX. Jh. S. 80, Isr. Annalen 
III, 280. 

59 



— 60 — 

hinterliefs eine, jetzt der Amsterdamer Stadt gehörende Sammlang, deren 
Katalog von M. Roest 1875 in 2 Bdn. heransgegeben ist; die Dmcke 
sind nach dem Master Zedners verzeichnet (HB. XV, 105); daneben 
sind nar 32 Mss., woranter kaam ein bedentendes. — Fidalgo's Samm- 
lang, jetzt in der Hamburger Stadtbibliothek, besteht hauptsächlich aus 
spanischen und portugiesischen Büchern und Mss. — H. J. Michaels 
Bibliothek bestand aus mehr als 3400 Büchern, welche, bis auf Defekte, 
das Br. Mus. erwarb,^^^) und aus 860 Mss. Der Katalog ist nach Aufzeich- 
nungen des Sohnes gedruckt 1847, mit einem Vorwort von Zunz und 
meinem alphabetischen Register der Verfasser der Mss., welche ich in 14 
Tagen in Hamburg für die Buchhandlung A. Asher & Co. abnahm, worauf 
hin verschiedene Kataloge und namhafte Autoren mich als Verfasser des 
ganzen Kataloges bezeichnen. Diese Mss. kamen an die Bodleiana, 
mit Ausnahme einiger verlorengegangener. — Von der Sammlung 
des Buchhändlers Moses Benj. Foa in Reggio (Zunz S. 240)^^) ist ein 
Katalog in der Sammlung Saraval Ms. n. 10, jetzt in Breslau. Die Mss. 
sind teilweise durch Bisliches <^) und S. G. Stern nach Parma gekommen. 

— Das Verzeichnis der Bücher des Josef David Sinzheim, Rabbiners 
in Strafsburg (Zz. 241), dann Präsidenten des Synhedrion in Frankreich 
(1806, gest. 1812), existiert noch handschriftlich. i«) 

§ 22. Zu den von Zunz erwähnten Sammlungen und Verzeich- 
nissen kommen noch verschiedene seit Ausgang des XVUI. Jahrb., 
welche weiter unten genannt werden sollen. Über Mss. in Zolkiew 
berichtet Jak. Reif mann im LB. V, 481, über Mss. des H. Katzen - 
ellenbogen in Wilna Sen. Sachs das. VI, 210. — Von der Biblio- 
thek des Samuel della Vida in Venedig besitze ich ein handschrift- 
liches Verzeichnis des maestro M. Soave (nach 1850). 

Aufjjer den Privaten kommen hier auch Institute in Betracht, 
die aber grofsenteils unbekannt sind. F. Leb recht (D. Bibliothek 
des Bet ha-Midrasch, 1852) beweist, in welcher Weise dieses Institut 
in der ersten Gemeinde Deutschlands verwaltet worden, die noch heute 
hinter London, Wien und selbst Wilna zurückgeblieben ist. Es geht 
daraus hervor, wie testamentarische Bestimmungen über Anstalten oft 
mächtiger sind als alle Einsicht. In Italien giebt es verschiedene 
Gemeindebibliotheken; die an Mss. reichste war wohl die inMantua, 
deren Beschreibung vom Rabbiner Marco Mortara (gest. 2. Febr. 1894) 

— der selbst eine Sammlung von mehr als 50 Mss. besafs und grofsen- 



16) Hauptbestandteil von J. Zedners Catalogue 1867. — 1S47 erschien 
auch in Hamb. von dem Biblio^aphen F. L. Hoffmann „Verzeichnis einer 
Sammlang v. Büchern aus d. Bibl. H. J. Michaels*', worin 2. Abteil. Judentum 
u. Juden Dctr. n. 13S3 — 213Ü, nach Unterabteilungen, eine der vollständigsten 
Sammlungen, HB. XII, 67. 

17) Seine unedierte hcbr. Grammatik ist jetzt Ms. Stern 81 (Perreau36) 
in Parma. 

Ib) Luzzatto, Bibliotheca 64 b. 

19) Biographie von E. Camioly, Rev. Gr. II, 340; Itineraires p. 390; 
Grätz XI, 277. 

60 



— 61 — 

teils bei Lebzeiten verkaufte, um Dringlicheres anznschafien — be- 
gonnen, HB. I, 68, 105, II, 19, 93, lU, 32, 57, IV, 48, 74, dadnreh 
unterbrochen wurde, dafs ein Teil durch das Wasser der Feuerspritzen 
beschädigt wurde (HB. V, 71). Sein „Catalogo dei Manoscritti Ebraici 
della Communitii" etc. erschien Livomo 1878 (72 Seiten). Die Grund- 
lage dieser Sammlung bildete eine für eine Leibesrente von 50 Lire 
(33 M.) im Jahre 1767 erworbene Sammlung des Ruphael Emanucl 
Meldola^*^) und Geschenke des Simon Moses Levy aus Nizza (HB. I, 
68). Im Dezember 1896 wurde diese Sammlung (4 Mss. waren ge- 
strichen) vermittelst des Kataloges ohne Titelblatt für den enormen 
Preis von 25000 Francs von einem Buchhändler in Venedig ausgeboten. 
Die Bibliothek des Bet ha-Midrasch (jetzt ^Jews' College^) der Deutschen 
in London 21) ist namentlich durch Erbschaft des Rabbiners Ilirschel 
entstanden. Weniges ist durch Dukes' zerstreute Notizen bekannt 
geworden, ich selbst habe im Jahre 1851 nur einige Mss. ansehen 
können; ein älteres Verzeichnis rtlhrt von Michael Josef her (gest. 
1849); der „Catalogue of the Hebrew mss. in the Jews' College by 
Ad. Neubauer" (Lond. 1886, kl. 8», 64 pp.) zählt 146 Nummern, 
meistens neueren Datums. Das deutsche Lehrhaus y,Ez - Chajjim^ in 
Amsterdam 22) veröffentlichte (1803) einen Katalog von nackten Titeln 
(auch 1825, Zedner S. 169, Rosenthal S. 90) zum praktischen Gebrauche 
n. ein Verzeichnis von spanischen Büchern (1864). Von Mss. ist doii; 
nichts zu finden. Ich habe aber selbst im Jahre 1854 einige dortige 
Mss. angesehen. Über die Bibliothek in Odessa berichtet Pinner in 
seinem Prospektus (1845).23) 

Erst in neuester Zeit sind in Deutschland „Gemeindebiblio- 
theken" errichtet worden, z.B. in Breslau durch Geiger, dessen Ein- 
ladungsschrift zur Eröffnung in der Hebr. Bibliographie 1861 S. 25 — 27 
und auch besonders abgedruckt ist. Die Kataloge dieser Bibliothek 
(v. d. Jahren 1843, 1844, 1861) weisen wenige Mss. auf Zwei derselben 
beschrieb Geiger (HB. IV, 71). Dahin kamen u. a. Sammlungen von 
Dr. S. GünzbuTg (gest. 1860) und M. S. Friedenthal (gest. Dezember 
1859). Die Bibliothek des jüdisch -theologischen Seminars in Breslau 
legte einen guten Grund mit der Bibliothek Saraval (s. oben 8. 59); 
über weitere Erwerbungen ist noch nichts zusammengestellt. — Aus 
Rufsland erfahren wir ei*st in neuester Zeit etwas, z. B. durch eine 
Aufforderung nach dem Brand in Sluck (Ha-Karmel VII, 1864, S. 284). 
Einen ausführlichen, noch über Roest hinausgehenden Katalog einer 
grofsen Büchersammlung, welche Herr Moses Friedläuder in Peters- 

20) Mendole bei Fürst 1. c. S. XXVII und nochmals XXVIII. 
• 21) Nach Fürst I.e. S. XXX „eigentlich (!) üemeiude - Bibliothek ", 
nnterschieden von Jews' Coli, mit widersprechenden Attributen. 

22) Über das portugies. Lehrhaas (s. Neubauer, Letterb. XI, 165) 
s. Sabbatai Bafs, D'^3«:'» '^nBUS 86, lOßc; —nicht 156°, wie bei FUrst S.XXI. 

23) Bei Schorr, He-Chaluz VUI, 63 ist die Privatbibliothek Pinskers 
gemeint; s. § 23. 

61 



— 62 — 

bürg dem dortigen Mnsenm geschenkt hat, begann Sam. Wiener n. d. T. 
rrc^ rbrxp „Biblioteca Friedlandiana"; ein Probeheft erschien 1892, 
Buchst. K, 3 1893, 1894; die Mss. kommen zuletzt. 

§ 23. An die Nachrichten über Sammlungen knüpft Zanz eine 
Übersicht von 39, zum Teil höchst selten gewordenen Bücherver- 
zeichnissen und bibliographischen Schriften; N. 1 ist der Auszug 
aus Botarels Komm, zum B. Jezira (Mant. 1562), N. 10 Sabbatai Bafs, 
N. 21 Simcha Isak, der Karäer, N. 39 Benjacob, damals nnediert, nicht 
bestimmte Sammlungen betreffend. Das erste von ihm erwähnte Ms. 
üri 491 ist wahrscheinlich von Jakob Roman in Eonstantinopel (Zz. 
234, Add. zu Bnxtorf), höchst wahrscheinlich von Carmoly interpoliert 
(mein Handbuch S. XII A. 8, Gg. I, 317), ediert von Neubauer im 
Letterbode XU, 1—13. 

Nachzutragen ist z. B.^*) "^bd n'^np Handschriftenverzeichnis der 
Bibliothek des Sam. Halberstadt in Dresden mit Nachricht über die 
Einnahme im Jahre 1760 (Katal. B. Beer N. 2530). 

In Amsterdam erscheinen von Zeit zu Zeit Auktionskataloge von 
verschiedenen Buchhändlern, deren Bestandteil an Mss. freilich meist 
ein sehr geringer ist.^^) 

Neuere Verzeichnisse von Privatsammlnngen sind: Wolf Ham- 
burg, Rabbiner in Fürth (1850—51, 20 S. CB. p. 1031 mit Preisen); 
R S. Gompertz (gest. 9. März 1851), Katal. 1853 v. Lebrecht mit 



2 1) In welche Zeit gehört das Verz. der . . . der sei. Eommerzienrätin 
Kanlla ... h. Bücher, lithogr. fol. 10 S. (Kosenthai S. 103)? 

25) Ich gebe hier die Namen etc. in einer chronolog. Tabelle, worin 
die Ziffer hinter dem Namen die Zahl der Mss., die in Parenthese die Seiton- 
zahl des Kataloges angiebt: 

S6 Sal. Rohen Samaelsohn 32 (23, Titel bei Ros. 89). 
797 Jakob Isak (Leuwarden^ Levy 59 (25). 
800 David Meldola (4 span.) 7 (13). 
1807 Abr. Joh. L. Meseritz [Rosenth. 90] ? 
[Sil Sal. Jessurun [Zedner 17o] ? 
? Jakob Emden Im Ahona, Kos. 9o] ? 
S16 Jakob Moses b. Saul [Zed. 170] ? 
Si3 Daniel Kohen Asevedo [Zed. 109] ? 

825 Meier Lipmans [Zed. 170, Ros. 9u] 0. 
— AnoD>nnus 20 (33). 

826 — 26 (42). 
>27 — C^8 S.) 0. 
s32 Moses Lemans [Zed. 170] V 
s33 Elia Zebi b. Katriel [Zed. ib.] ? 
S34 Chaiiim Gm er (?n--Ä) [Zed. 170, De Rossi lib. st. 92, ich besitze 

nur ein def. Ex.. mehr als 30o0 Drucke, auch Mss.] ? 
^^35 Seliff b, Perez [Zed. 171] ? 
>37 Daniel b. Abr. Rachmanns TZod. 170] ? 
>;i> Ascher Low in Karlsruhe, hoor. [Kos. 103] ? 
m9 Wolf de Jonghe [Zed. 170, Ros. 90] ? 
>44 Anonymus [Eude def.. mit Mss.]. 
846 Menac6. Mend. LOwenstamm [HB. XIV, 133, Res. 91] ? 
850 Jacob Elia Prins (21 meist pb u. dgl.). 

62 



— 63 — 

■ 

bebr. Register; Dr. Heinemann 1.854; (Ebrenberg) 1854 (Rosenthal 
S. 103 anonym); Abr. Coben in Posen giebt (in HB. I, 63—4) einen 
Beriebt Aber seine Bibliotbek; Abr. da Veiga nnd Mendes da Costa, 
Katalog 1859, zn unterscheiden von Isac da Costa, einem getauften 
Juden und Missionär, der aber mit Juden intim verkehrte und wegen 
seines Charakters allgemein geachtet war; der Auktionskatalog (1861) 
von M. Roest enthält Mss. n. 2100—1, 2463—4 (v. Franco Mendez, 
historisch), 2472, 2476, 2582 (polemisch, Verf. ist Abr. Gomez Silveira, 
Kayserling, Bibl. espagn. p. 103), 2611 ff., 2769 (wonach Fürstill S. XXV 
zu ergänzen ist). 

Dr. Bernhard Beer in Dresden, ein bekannter Schriftsteller, 
binterliefs eine bedeutende Bibliothek. Der Katalog von dem be- 
kannten Historiker Dr. G. Wolf in Wien, Gatten der Adoptivtochter 
Beers (gest. Okt. 1892), Berlin 1863, verzeichnet nur 11 Mss.^ß) — 
Ascher Lion, Vorbeter in Berlin (Katalog 1863), und Jac. Jacobsohn 
in Amsterdam (1864) seien hier nur erwähnt. Eine bedeutende Samm- 
lung binterliefs Mayer B.Rubens; der Auktionskatalog (1864), wovon 
einige Exemplare mit handschriftlicher Angabe der erzielten Preise 
existieren, ist wertvoll, obwohl er manche Irrtümer enthält, er zählt 
nur 17 Mss. (HB. VII, 42). — Ein Katalog der Sammlung v. L. B. 
Schaap mit einem Anhang, herausgegeben von Muller (Amsterdam 
1868), giebt nur auf dem Titel Mss. an. 

Einen Katalog von Büchern von Jos. Almanzi (zum zweiten 
Male), Jakob Emden (gest. 1776 in Altona),^^) soweit sie nicht zer- 
streut oder aus Michaels Sammlung vom Brit. Mus. erworben waren, 
sowie vom Rabbiner M. J. Lövenstein gab Muller 1868 mit Proben 
altdeutscher Mss. (S. 338 ff. n. 5128-69, Judaica n. 5170—93). 

Simcha Pinsker (gest. 1864), Verf. von nT^ii^np ^^lapV, binterliefs 
eine kleine Anzahl von Mss., darunter auch allerlei Kopieen und 
Excerpte aus karaitischen Mss. Der Katalog, nach Aufzeichnungen 
des Besitzers, in bebr. Sprache verfafst, von Jehnda Bar dach, zuerst 
in der Zeitschrift ha-Schachar, dann im Sonderabdruck, Wien 1869, 
beschi-eibt 20 alte Mss., n. 21 — 54 Pinskers Kopieen, dann n. 55 — 103 
Schriften Pinskers, leider sehr fehlerhaft. Die Sammlung erwarb das 
Bet-ha-Midrasch in Wien (s. ha - Schachar 1 V, 494). — 1869 er- 
schien Katalog Jesurun von Isaacsohn, 1870 der der Sammlungen 
Jac. Cardozo durch Muller (Mss. S. 53 N. 930 — 50), des Rabbiners 
Ozimo durch Schönblum (497 Drucke und 7 Mss.), 1871 des (Abr.) 
Simon Sal. Stijer jun. (S. 38, 10 Mss.), des Raf. Asulai, Sohnes des 
berühmten Bibliogi'apben, „Catalogue d'une Collection Anconienne" 



26) Die Bücher erbte das Breslauer Seminar, die Dubletten desselben 
die Leipziger Universität (HB. V, 71); ein Katalog der Seminarbibliothek von 
Wolf, bei Fürst 1. c. p. XXIX. beruht auf Konrasion. 

27) Er versah Blicher und Mss. mit gelehrten Noten, welche Zedner 
annebt, unt. and. Zakuts Jiichaain (ed. Filipowski), Talmud (vokalisiert), 
8. Eatal. Lewis 1871 S. 83. 



63 



— 64 — 

durch Schönblnm, Lemberg, s.a. (1872), zählt 56 Bde. Mss., über 
1000 Drucke, worunter viele neuere,' ist voll von Druckfehlern, nament- 
lich Jod und Waw in den Namen. 

Mard. Sam. Ghirondi (nicht Gerondi, wie bei Grätz konsequent, 
gest. 1852), Verf. eines biographischen Werkes (s. meinen Artikel in 
Ersch und Gruber), hinterliefs eine grofse Bibliothek, welche lange 
Jahre weggeschlossen blieb. Sie ging dann in die Hände von Schön- 
blum über, welcher in Lemberg 1870 einen Katalog druckte, worin 
zuerst 152 Mss. alphabetisch aufgeführt sind. Einige wurden danach 
u. a. an das Brit. Mus. verkauft. 1871 erschien dann ein autographierter 
Katal. von 803 Werken und Steinschneiders Eatal. von 145 Mss., 
wozu der frühere Katal. als Titel -Index dienen kann.28) — Über 
Firkowitschs Sammlung s. unten Petersburg. — Mos. Pinner be- 
schreibt in einem nicht veröffentlichten Katal., dessen Exemplare (fast alle 
unvollständig) von J. Benzian angekauft wurden, bis S. 48 nur 6 Mss., 
worunter ein altes, enthaltend Raschi über Psalmen, dann verschiedene 
Druckwerke. Die Pinnerschen Mss. gehören jetzt der K. Bibliothek 
in Berlin. — Abraham Merzbacher in München hinterliefs eine be- 
deutende Bibliothek, deren Katal. von R. N. Rabinowitz durch Dr. 
Eugen M., Sohn des Abr., unter dem Titel ösrnsH hnni, München 1888 
herausgegeben 156 Mss. meist kurz beschreibt. 

Eine grofse Sammlung von Mss. des Barons David v. Günzburg, 
jetzt in Petersburg, deren Zahl ich auch nicht annähernd angeben 
kann (jedenfalls über 800), harrt noch immer einer angemessenen 
Beschreibung, nachdem Senior Sachs einen Katalog in solcher Weit- 
schweißgkeit begonnen hat, dafs eine Ausführung in diesem Stile un- 
möglich war. Einzelne Nachrichten verdanken wir Neubauer und 
Grofs.^^) Dr. Christian D. Gins bürg in London besitzt ungefähr 100 
Mss., worüber kurze Notizen von Neubauer im Letterb. XI (1885/6) 
S. 157 ff. Aus dem Orient ist wenig bekannt gemacht, vieles all- 
mählich von dort durch Reisende nach europäischen Bibliotheken ge- 
kommen. Aus Kairo ist seit längerer Zeit die Nachricht von Mss. 
verbreitet, zu denen wohl auch die Fi-agmente gehören, welche kürzlich 
die Bodleiana erworben hat. Die vielen Mss., grofsenteils in arabischer 
Sprache und von Karaiten, welche der unglückliche Shapira aus 
Jemen brachte und in Berlin, London, Paris verkaufte, scheinen nicht 
aus gröfseren abgeschlossenen Sammlungen zu stammen. 

Unter den jüngsten Katalogen hebräischer und anderer Bücher 
(ohne Mss.) von namhaften Gelehrten bemerken wir G. Salomon 
(gest. 1862) 1859, Saalschütz 1865, Bodenheimer 1869, Zedner 
(oben A. 14). Kataloge von Sammlungen christlicher Gelehrter, 



2S) Geiger, J. Ztschr. X, 136, charakterisiert die Sammlung einseitig als 
kabbalistische; sie enthält Allgemeines, das ihn nicht interessierte. 

29) Abr. Geigers wenige, aber wertvolle Mss. (HB. I, 124; XVII, 11 
kurz verzeichnet) erwarb mit den BUchem die Lehranstalt f. d. Wiss. des 
Judtm. in Berlin. 

64 



— 65 — 

teilweise bei Fürst III S. XXVI , mögen hier mit der Jahreszahl kurz 
angegeben sein.^^^) Doch ist zu bemerken, dafs in der letzten Zeit 
die Sanmilnngen von Gelehrten meist von Buchhändlern gekauft 
werden, welche nnter dem Namen des Gelehrten anch sonstige anti- 
quarische Vorräte ansbieten. 

§ 24. In der nenesten Zeit gehen Kataloge von Buchhändlern, 
Auktionskataloge u. dgl. den Weg des allgemeinen Buchhandels, doch 
werden Mss. immer weniger. Der erste Katalog eines jüdischen Buch- 
händlers scheint nicht ein hebräischer zu sein, sondern der Auktions- 
katalog des Isak Fundam in Amsterdam (1724), enthaltend spanische 
und portugiesische Bücher und Mss., und ist so selten, dafs auch Zunz ihn 
nicht ans Autopsie kannte, ja sogar wahrscheinlich unter der anonymen 
n. 16, angeblich 1721, aufführt (8. 246, nach Wolf, wo wahrscheinlich 
Druckfehler, CB. p. 2889). 

Auch ein hebr. Verlagskatalog scheint zuerst in Amsterdam 
erschienen zu sein. Salomo b. Josef Proops, vielleicht aus Posen 
stammend (HB. VIII, 136), trat in Amsterdam zuerst (1709 noch un- 
verheiratet) als buchhändlerischer Compagnon auf. Wahrscheinlich 
beteUigte er sich zum ersten Male 1697 an der Ausgabe der Tra- 
ditionskette von Gedalja; aber schon 1704 war eine Offizin in seinem 
Hause. Er scheint aber anfänglich seinen Rivalen gegenüber einen 
schweren Stand gehabt zu haben. Um diese Zeit erlosch der alte 
wohlerworbene Ruhm italienischer Pressen, welchen die Soncinaten 
gegründet, der holländische Christ Daniel Bomberg auf Kosten seines 
Vermögens befestigt, später andere venezianische grofse Häuser durch 
ihren Namen, den sie jüdischen Arbeitern hergaben, erhalten hatten. 
Proopser Drucke beherrschten lange die jüdische Welt, und man begann 
den vielleicht noch jetzt nicht ganz erloschenen Betrug, auf den Titel- 
blättern anstatt des Druckortes zu vermerken: „wie in Amsterdam" 
C^&o i^a). Salomos Erben kauften später die Typen der nicht minder 
berühmten Amsterdamer Druckerei Athias (portugiesischer Abkunft). 
Der letzte Proops, David, starb 1849, und seine Witwe verkaufte die 
Offizin an J. Levisson, den ich im Jahre 1854 in Amsterdam kennen 



30) G. Wicel 1558, J. Trigland 1706 (nicht in der Leydener Biblio- 
thek, s. meinen Cat. p. VII), Uffenbach 1720 (s. unter Hamburg), Jo. Jac. 
Schultens 1780, A. H. Anquetil da Perron 1805, G. B. de Rossi (s. unter 
Parma §25, Libri stampati 1812), 0. G. Tychsen 1817, Kleuker 1828, 
Herzog von Sussex (Pettigrew, Bibltotheca Sussexiana 1827—39 fs. De- 
litzsch, Litbl. I, 1] und Auktionskatal. P. 1— 5, Lond. 1844—5, einige Mss. er- 
warb München), Fr. Munter 1830, A. Rask 1833, J. G. Chr. Adler (1836? 
Gg. IV, 200), A.Th. Hartmann 1838, Gesenius 1843, Quatremere 1859 
(s. unter München), Tischendorf (s. unter Petersburg). Garcia Blanco 1873 
(HB. XIH, 76, 125), Rödiger 1874. — Der Beamte Black in London hatte 
(um 1850) eine Sammlung von uDgefähr 60 Mss., die man Ginze Mill Yard 
(T-iKib-^a -^wa) nannte; s. ZDMG. VIII, 405; vgl. Ms. Bodl. bei Neub. 266; Ms. 
Gin8bnrgll,27 (Letterb. XI, 158, B. 2, 160 D 4). — Gelehrte der Renaissance 
s. Ende § 24. 

65 
Beiheft 19. 5 



— Ge- 
lernte; er druckte als Greis nur noch Weniges, meist Ritaalien,^^ j^^^^^ 
anch unter anderen Gabriel Polaks Schriften. — Salomo Proops gab 
1730 einen Verlagskatalog n^^ü y^^ti< heraus, der jedoch auch früher 
gedruckte Btlcher zu enthalten scheint, die er wahrscheinlich in Partieen 
angekauft hatte, wie später und besonders in neuerer Zeit durch 
wandernde Buchhändler ^2) dieselben Bücher in verschiedenen Verlags- 
katalogen Deutschlands angeboten werden.*^) Proops* Katalog ist von 
Wolf und nach ihm von Zunz erwähnt, aber kein Exemplar bekannt. 
Es ist für Fürsts Bibliotheca judaica charaktenstisch, dafs unter Proops 
(III, 122) einzelne von Proops herausgegebene Bücher, meist nach 
Wolf, zusammengestellt sind, der Verlagskatalog aber, auch der Titel, 
im Index fehlt. Weitere Kataloge (n^D^^io-i) von „Gebrüder" Proops 
(1758), von Josef b. Jakob Proops (1784) hat Zedner 8. 168, von 
David Proops (1840, 1844) S. 169, Roest (Rosenth.) 8. 91. 

Auch andere Verlagskataloge erschienen in Amsterdam, z. B. 
(1789) von Jochanan Levy Rofe und seinem Schwager Baruch (Zz. 
S. 246 n. 222), von demselben Jochanan mit seinem Sohne Benjamin 
(1801—2, Roest S. 89). Erst spät finden wir in Deutschland und 
zwar auf den Umschlägen der Ausgaben der „orientalischen Druckerei'^, 
d. h. der jüdischen Freischule in Berlin seit 1784, z. B. auf Wesselys 
„Schire Tif^eret" Teil III, 1792, Verzeichnisse des Verlags, aber ohne 
Angabe der Druckjahre. ^^) 

Seit ungefähr 1820 haben die Buchdrucker und Buchhändler in 
Wien,35) Prag,'*«) Wilna (Romm), Warschau (Orgelbrand), Krakan (Faust), 
Frankfurt a. M. (Kanffmann), München (Rabinowitz), Breslau (Jacobsohn), 
Posen (Jolowicz), Hamburg (Goldschmidt), gi'ofsenteils ohne eigne Offizin, 
Kataloge veröffentlicht, ebenso Auktionskataloge, n. a. W. Adolf 
(Kohn) (zum Teil Duplikate aus II. J. Michael), A. Asher, Benzian, 
Stargardt, sämtlich in Berlin, Quaritch in London (s. z. B. HB. 
X, 144). 

Man könnte hier die Frage aufwerfen, ob ein Herr Danon in 
Konstantinopel ein Buchhändler sei, der angeblich im September 1841 
einen Katalog von Büchern und merkwürdigen Mss. an Garmoly 
behufs Ankaufs im Ganzen geschickt haben soll. Das Verzeichnis 
von 21 Mss. ist in der Revue Orientale 11^ 172 — 74, 209 — 10 (der 

31) CB. p. 185S, 1861 (Zedner S. 169). 

32) Sie sind ein Gegenstand der Kontroverse zwischen Leb recht imd 
Ben Jacob geworden. 

33) CB. p. 2387, 3021. 

34) Näheres in L. Geigers Ztschr. f. Gesch. d. Juden in Deutschi. V, 168. 
— Kataloge aus Haag 1815, 1823, Amsterdam 1822, 4, 5 (bis), 6, 7, 35, 36, 
43 [bis) bei Zedner S. 168/9, teils Rosenthal 90/1, wo noch 1848, Hamb. 
1825 (?) Ros. S. 26. 

35) Schmidt und Busch 1847 (Ros. p. 91), Knöpfelmacher 1855—8 
(Ros. p. 92). 

86) M. J. Landau (vgl. ZDMG. XVII, 377 über nia-^^^nnri '^\>n „ohne 
Verpflichtung"), Pascheies, Vater und Sohn (bis 1895). 

66 



— 67 — 

Brief dazu I, 502) abgedruckt. Ich zweifle überhaupt an der Existenz 
dieses Danen und der angeblichen Sammlung in Eonstantinopel! — Von 
Buchh&ndlern, welche in den letzten 50 Jahren Mss. aus Italien, Algier 
nnd dem Orient gebracht haben, besitze ich handschriftliche Verzeich- 
nisse, nämlich von Elieser Aschkenasi aus Tunis, Bislichis aus 
Brody, Felsen in Lemberg (gest. 1869/70), N. Coronel (gest. in Je- 
rusalem im Herbst 1890), dessen Katalog (1871) von 130 Mss. äufserst 
selten ist,^?) Fischl-Hirsch in Halberstadt, dann Frankfurt a. M., 
Hecht aus Tunis, von welchem u. a. einige Mss. in Leyden, Lip- 
schfltz in Krakau, Schönblum in Lemberg, dem Reisenden Jacob 
Saphir. Über einige Mss. von Aschkenasi berichtete Dukes im Litbl. 
des Orient; Sammlungen von Inedita desselben (Dibre Chachamim 
und Taam Sekenim, Frankfurt a. M. 1849, 1854, vgl. HB. X, 369) 
verdanken ihre Herausgabe R. Kirchheim. — Gebr. Bislichis, Mor- 
dechai Lob und Ephraim, sammelten ebenfalls verschiedene Mss., 
darunter einige Inedita. Ein Verzeichnis ohne Namen der Besitzer 
von J. Fürst erschien in Geigers Zeitschr. IH, 283 (bei Zz. S. 247), 
nicht ohne Fehler, die ich zum Teil aus Autopsie der Mss. kenne; 
aber „Nun^ für „ihn" (•;') ist eine Erfindung Fürsts, die glücklicher- 
weise niemand nachgeahmt hat. Ein Verzeichnis der bis dahin nicht 
verkauften Codices beschrieb Zunz (o^^ben mit Zusätzen von Senior 
Sachs, Berlin 1850, dazu Serapeum 1851 S. 44, wo die von der 
Bodleiana damals gekauften Mss. aufgezählt sind, zu welchen später 
noch einige hinzukamen, welche Neubauer im Katalog p. XXIV [„Mich. 
Add."] angiebt, zusammen 79 Mss. und 10 Inkunabeln). 

Mss. des Buchhändlers Gh. Breit in Dukla (Galizien) sind ver- 
zeichnet in HB. X, 142. — Fischl-Hirschs Sammlung von teils sehr 
interessanten, meist karait. Mss. verzeichnete ich bis n. 63 in der HB. 
1871 (Sonderabdruck ohne und mit Namen des Besitzers 1872, ein 
Nachtrag n. 50—78 in HB. XVII, 108 ff.). Von Lipschütz u. Schön- 
blum kaufte die Bnchhandhing A. Asher eine Anzahl wertvoller Mss., 
deren kurze Beschreibung von M. Steinschneider in Ashers Ver- 
zeichnis hebr. Handschriften u. seltener Drucke n. LXXXVI, 1868, 
22 Bde. umfafst; n. 9 gehörte eigentlich Halberstam; n. 11 ist jetzt in 
München n. 8; einige Nummern erwarb Strafsburg. — J. Benzians „Ca- 
talogue d'une prdcieuse collection hebr.*' enthält eine kurze Beschrei- 
bung von 35 Bdn., die letzten 4 karaitisch und arabisch. Die minder 
wichtigen n. 56— 60, 61—72, 73—79, 80—84 sind kurz verzeichnet 
in HB. X, 29, 60—62, 94, 117. Über die Kataloge von Muller in 
Amst. s. Gg. IX, 131 (wo auf die hohen Preise zu viel Gewicht gelegt 
wird). Die Mss. mit *ifiön n-^n (1868) gingen nach New York; s. HB. 
IX, 42, XI, 7; Pletath Soferim v. Berliner S. 52 A. 5. 

37) *r^ TQ^TO •'^ftoa >iio*^U3^ Catalogue of an important collection of H. 
manuscr.j London A. M. 5682 — 1871, Tipp.; ich verdanke ein Expl. nebst 
einem englischen bandschr. Auszuge (offenbar fUr das Br. Mus.) von L. Dukes 
der Freundlichkeit J. Benjacobs. 

67 

5* 



— 68 — 

Einzelne verkäufliche Mss. sind in HB. beschrieben, darunter 
eine Gutachtensammlung in Ungarn (V, 86), 2 mathematische in Me- 
seritz (VII, 111), Mss. v. Köhler, dann W. Adolf in London, darunter 
Unbekanntes, dem Saadia Beigelegtes (IX), jetzt in der K. Bibliothek 
in Berlin, der ich auch mehrere Mss. aus meiner eignen Sammlung, 
teils von Buchhändlern herrührend, in den Jahren 1877 u. später über- 
lassen habe; die letzteren sind im Verzeichnis, Abt. 2, zu finden. 

Auch einzelne Mss. von christlichen Gelehrten und Mäcenen 
haben sich in öffentlichen Bibliotheken erhalten. Der älteste hier zu 
nennende ist wohl Jo. Behem oder Behaim in Ulm (1490), welcher 
aber nicht das Wörterbuch in Ms. München 204 übersetzt hat. Fast 
gleichzeitig oder etwas später sammelten: Jo. Pico de la Mirandola, 
dessen Mss. Jac. Gafarellus (Vf. der Curiosit^s inouies) beschrieben 
hat (Paris 1651, abgedruckt am Ende des 1. Bandes von Wolfs Biblio- 
theca hebfaica); der Kardinal Aegidius de Viterbo in Rom (ein 
Freund Widmanstads), für welchen Elia Levita Verschiedenes kopierte, 
z. B. die Schriften des Eliasar Worms in Cod. Luzzatto, wovon eine 
Kopie in München n. 81; Kardinal Grimani, dessen Mss. an verschie- 
denen Orten, u. a. in München und der Bodleiana, zu finden sind, in 
letzterer die Codd. Canoniciani aus neuerer Zeit. Auch Reuchlin 
gehört hierher, aber auch schon Papst Sixtus IV. (1471 — 84). ^8) 

Allerdings neigten sich jene Gelehi*ten mit Vorliebe der Kabbala 
zu, von welcher man alte Zeugnisse für das Christentum erwartete. 

Öffentliche Bibliotheken. 

§ 25. Die Geschichte der öffentlichen Bibliotheken ist ein Stück 
Geschichte der jüdischen Litteratur und Kultur, selbst in der Art der 
Erwerbung in Vergangenheit und Gegenwart, sowie der Beschreibung, 
so z. B. die Geschichte der Münchener Bibliothek, die zu den ältesten 
Deutschlands gehört, und von deren Mss. mehrere Kataloge ausgearbeitet, 
wenn auch nicht gedruckt worden sind. Die Beschreiber haben nicht 
selten fremde Berichte oder ihre eigene Unwissenheit in die Mss. und 
Kataloge eingetragen und spätere derartige Aufzeichnungen anstatt der 
Mss. zu Rate gezogen. 

Der erste Versuch einer kurzen Charakteristik der bis dahin 
(1848) erschienenen Kataloge in chronologischer Ordnung findet sich 
in § 31 meines Artikels „Jüdische Literatur" in Ersch und Gruber, 
welcher Paragraph in der englischen Übersetzung (1857) weggelassen ist, 
weil inzwischen die einzelnen Autoren im Catal. Bodl. unter ihrem Namen 
behandelt worden sind. Von einem specifischen Gesichtspunkte mustert 



38) Rieger, Gesch. d. Juden in Rom ,11, ISflf. bespricht nur das po- 
litische Verhalten. — Über die lateinischen Übersetzungen des Flavius Mi- 
thridates (§ 25) s. HB. XXI, 111 und über Leo Hebr. s. Geigers Vierteljahrs- 
schrift für . . . Kenaiss. II, 290 ff.; vgl. Perles, Beitr. 191. 

68 



— 69 — 

Lebrecht (Mss. des Talmnds 1862) ^) die Kataloge in alphabetischer 
Ordnung. Darans nnd ans den Einleitungen der Kataloge hat Fürst 
(Bibl. Jad. UI, 1863) seine Abhandl. „zur Geschichte der jfid. Biblio- 
graphie" mit HerbeiziehuDg fremden Stoffes und mit unwahren An- 
gaben in seiner breiten Weise zusammengebraut. — Zunz (Die hebr. 
Hss. in Italien, 1864) bespricht hauptsächlich die Mss. De Rossi in 
Parma nach Autopsie, im Anhang auch zwei Mss. von W. Adolf. — 
Wir sehen auch hier von Beschreibungen einzelner Codices ab, na- 
mentlich von biblischen, von denen oben (§ 4) die Rede war. Diesem 
engeren Gesichtspunkte entspricht die Aufzählung Stracks (Proleg. 
crit. 1872, s. auch Nachtrag u. Index). Eine Notiz über die Hss. in 
Dresden und Wolfenbüttel , in Halle und Leipzig s. Allg. Z. d. Judent. 
1838 S. 32. 

Eine Geschichte der Bibliotheken überhaupt, in welchen hebr. 
Mss. sich finden, liegt nicht im Bereiche dieser Vorlesungen, auch 
nicht eine vollständige Aufzählung aller Bibliotheken, welche einzelne 
Mss. enthalten. Manches findet man in Hänels umfassendem, aber 
meist aus Katalogen schöpfenden Catalogns libror. Mss., 4., Lips. 1829, 
1830. — Von Montfaucon war schon oben die Rede. 2) 

Die Reihenfolge, in welcher wir nunmehr die einzelnen Biblio- 
tkeken durchwandern, ohne die Titel der Kataloge ausführlich zu 
geben, aber mit Einschaltung einiger charakterisierenden und kritischen 
Bemerkungen, wird der geographischen Lage der Länder Europas 
folgen, indem wir am äufsersten Westen beginnen.^) 

Über Spanien und Portugal, wo einst die meisten Mss. exi- 
stierten, wo schon im XV. Jh. zu Lissabon, Leiria und Ixar Hebräisches 
gedruckt worden, wissen wir Weniges oder Ungenaues; es war viel 
leichter, die Bücher, womöglich mit ihren Besitzern, zu verbrennen, 
als sie mit Verständnis zu lesen. Was Juan Rodriguez de Castro in 
seiner, aus Bartolocci u. Wolf (und zwar meistens nur aus Teil I) zu- 
sammengelesenen Bibliotheca Espaiiola (2 Bde. Fol. Madrid 1781 — 86) 
mitteilt (Stellen in HB. XI, 133), ist unbrauchbar.^) Ein Verzeichnis 
von Mss. in Madrid, in einer Grammatik von Garcia Blanco (1859), 



1) Vgl. N. Rabinowitz, Einleit. (hebr.), nach CB., zum Teil übereilt, 
8. HB. X, 141. 

2) Zur Kenntnis der deutschen Bibliotheken Überhaupt dient: Petz- 
hol d t , Handb. der deutschen Bibliotb., Halle 1 S53, Paul Schwenke, Adrefs- 
buch d. deutschen Bibl., Lpz. 1893 (X. Beiheft zum Centralbl. flir Bibh'otheks- 
wesen) 

3) „Wie sie der Stoflf zufällig (!) darbietet" bei Fürst S. XXXI. — Ein 
Verzeichnis der . Bibliotheken und Kataloge für hebr. Mss. bietet der letzte 
Index meiner HÜb. 

4) Über den Katalog Ms. in Wien, Tabulae V, 53 n. 9511, XVII. Jh. 
(HB. XIV, 53) s. D6renbourgs Vorw. zu seinem Katalog der philos. arab. 
Mss. — Unter den span. hebt Jacobs (Jew. Quart. VI, 619) die Übersetzungen 
von Jesaia (1248) und von ibn Esras astrologischen Schriften (1251, also älter 
als die fhmzös.) hervor. 

69 



— 70 — 

ist mir nicht zugänglich.^) Ein Bericht von Neubauer über Mss. 
in Spanien, in Archives des miss. scient. 1868, ist durch den engeren 
Zweck unzureichend (HB. XI, 133). 

Zu den ältesten Bibliotheken Italiens ^^ gehört die des Klosters 
Monte Cassino, welcher Ort durch den Übersetzer und Plagiator 
Constantinus Africanus (XI. Jh.) berühmt geworden ist. Es ist aber 
nur ein hebr. Ms. in einem Werke über die Kunstseite der dortigen 
Mss. nach Renans Beschreibung aufgenommen (HB. XII, 1 1). 

Eine der bedeutendsten Stellen unter den Bibliotheken nimmt 
Rom ein, weniger wegen der Zahl der hebr. Mss., als wegen des In- 
halts, auch wegen des Alters, das allerdings einer Nachprüfung bedarf 
(§ 20). Die Hauptbibliothek ist die des Vatikan. Die Sammlung 
desselben besteht aus verschiedenen Erwerbungen, teils aus älterer 
Zeit;<^) dazu kamen 287 Bde., welche Herzog Max v. Baiern, 1623, 
dem Pfalzgi'afen Friedrich aus der Heidelberger Bibliothek wegnahm, 
und welche als „olim Palatini" bezeichnet wurden (Näheres bei 
Lebrecht loco citato S. 69 ff., vgl. Berliner, Gang S. 12). Ein Ver- 
zeichnis der Heidelberger Mss. überhaupt s. im Serapeum 1850 S. 196 
bis 201. Diese Sammlung selbst stammt aus dem Ende des XIV. Jh., 
wo die Universität in Heidelberg die Bücher der vertriebenen Juden 
einzog (Zunz, Syn. F. S. 46).'') Die Gesamtzahl der eigentlichen vati- 
kanischen hebr. Mss. beträgt nunmehr 453, incl. 3 latein. (n. 189 — 91), 
welche Übersetzungen aus dem Hebräischen von dem zweifelhaften 
Fl. Mithridates (§ 24 A. 8) enthalten, darunter eine Rückübersetzung 
einer hebr. Abhandlung von Jehuda Romano, welche bis vor kurzem 
nicht erkannt worden (HÜb. 492). Im Jahre 1658 kamen nach dem 
Vatikan 59 Mss. aus der Bibliothek zu Urbino, wovon 26 dem Me- 
nachem b. Ahron aus Volterra, eines dem Sohne Ahron (1469) ge- 
hörten, die bei Zunz, Z. G. 8. 233 einzeln aufgezählt sind. Ein Tnven- 
tario der Urbinatischen Mss. aus dem XV. Jh. enthält das Giornale 
degli Archivi Toscani Bd. VI p. 127—147, VII, 46 — 55, 130—64, 
(1862—63); darunter 60 hebr. Mss. (VII, 152). Einen Index der 
Urbinata aus dem XVI. Jh. enthält Ms. Boncompagni 105. 

Im Vatikan waren sog. scriptores angestellt (das Verzeichnis bei 

5) Über Blanco s. HB. XIII, 76, 125. 

5b) Berliner, Aus den Bibliotheken Italiens Ma^. I (lS74)ff. enthält 
mehr inhaltliche Notizen, desselben Gang durch die Bibl. It. (1877) mehr 
Äufserliches. 

6) Assemani in seiner LXXVI S. langen Praef. generalis behandelt 
in Kap. IV die Administration, p. XLVIII die Scriptoren; die Admonitio 
vor dem 1. Teil (Hebraica) bietet uns nichts Mitteilenswertes. — Über Ankäufe 
und Abschriften von Hebr. im Auftrag des Fürsten durch den Christen 
Jü. Manetti (1441-57) s. Ms. Vat. 262, Zz., Z. G. 212; HB. XV, 40; Burck- 
hardt, Cult. d. Renaiss. 1, 242 u. Index; Ztschr. f. IIB. I, 87. Mannetti (gest. 
1459) auch „Mannebo,,? s. Vogelstein u. Rieger 1. c. II, 73, 74, dazu I, 496. 

7) Dieselben sind erwähnt von Jos. del Medigo (1620), O'nsia f 22, 
8. Asulai I f 20 ed. Benj. Die neuesten Specialkataloge der Codd. Palat. ent- 
halten bis jetzt nicht die hebr. Mss. 

^ 70 



— 71 — 

Assemani p. XLVIII ist noch unvollständig, s. n. 434, 452), meist 
getaufte Jaden. ^) Über diese Schreiber wissen bereits die späteren 
Katalogisten nicht das Richtige; sie könfnndieren z. B. Menachem Jac. 
de Nola, genannt Joh, Faul Eustachius, nm 1590, mit anderen (HB. 
X, 97 n. Eat. Schönblnm n. 114, Berliner, Gesch. d. Jnden in Rom II, 
19, 193, Rieger II, 261, 283), worauf hin sogar Mose Ohalajo znm Christen 
gemacht worden ist. Die Unwissenheit jenes Schreibers wird von 
einem anderen, Carlo Federico Borromeo, nachgewiesen.®) Letzterer 
verfafste (1640) ein Verzeichnis von 173 Mss., Job. Bapt. Jona (ital. 
GioY. Batt Giona, „Battista" bei Fürstin p. LXXIII: „Täufling aus 
Safet", gest. 1668) von 584 Mss. u. Ausgaben, sein Nachfolger Julius 
Morosini von 693 Nummern, beide mit Hülfe Bartoloccis. Diese Ver- 
zeichnisse sind handschriftlich im Vatikan (Zz., Hss. in Italien S. 8), 
und es klingt komisch, wenn Fürst (S. XLI) von den „herausgegebenen*' 
Bänden erzählt, welche „für den Zweck seiner Skizze gar nicht zu 
berücksichtigen^ [d. h. zu plündern] wären. Schon in einem Briefe 
Bellarmins (gest. 1621) wird erwähnt, dafs ein Arzt Gius. Strasoldo 
sich erbiete, einen Index der hebr. Bücher rasch und gratis anzufertigen. 
Auch in Bartoloccis vierbändiger Bibl. Robb, (1675 — 93) ist eine 
Unzahl Notizen über vatikanische Codd. zerstreut, leider meist ohne 
Nummern, und aus ihm bei J. Chr. Wolf. Ein Eatalog in Folio er- 
schien 1756 unter dem Namen „Assemani^. Nach einer hand- 
schriftlichen Notiz von Bruns (Adversarien, Ms. Berlin, s. HB. IX, 51) 
ist der eigentliche Verf. Costanzi, ein Collator für Kennicott und 
Scriptor! Einen Nachtrag von n. 454 — 530 (aber mehr als 10 christl.- 
lat. enthaltend) gab Angelus Mai heraus (Scriptor. vet. nova coli. V, 
1831), auf dessen Kataloge ich zuerst Orientalisten aufmerksam gemacht 
habe. Da Lebrecht Mai nicht erwähnt, weil kein Talmud bei ihm 
vorkommt, so weifs Fürst nichts davon. 

Von Assemanis Eatal. verbrannten die meisten Exemplare im 
J. 1768; er ist also fast nur in Bibliotheken ersten Ranges zu finden. 
Er enthält viel Material zur Geschichte der Mss., auch Anführungen, 
die aber oft nur Titel und Überschriften, und zwar nicht selten falsche, 
bieten. Assemani hat manchmal schlechter gelesen als Bart. (De Rossi 
zu seinem Ms. 624 p. 109 hat vielleicht Unrecht; zu Vat. 339 * s. CB. 
p. 2542 unter Schemtob Palquera; beide berichtigt De Rossi zu seinem 
Cod. 347 p. 5). Das Hebräische überhaupt wimmelt von Fehlem; 
Daten sind oft falsch berechnet. — Über einzelne Mss. hat man bis 
vor kurzem nur mit grofser Mühe Nachricht erhalten können, wie z. B. 
Munk über die Vorrede des Jehuda ibn Tibbon zu Jonas Lexikon (wahr- 
scheinlich Unicum) durch Renan; jetzt wird das ganze Buch gedinickt. 



8) Noch im J. 1870 Sebastiano Solari, angeblich Rabbiner ans Bagdad, 
von welchem Ignoranten die Abschrift eines Schachgedichles, s. mein „Schach 
bei den Juden'' S. 180; vgl. Mag. I, 2 Kol. I. 

9) Bartolocci verfafste 1650 einen Index. 

71 



— 72 — 

Ich habe durch Fttrst B. Boncompagni Darchzeichnungen und AnszUge 
ans Abr. b. Chijja, ein unbekanntes Schachgedicht n. a. erhalten. Über 
n. 29, 77, 134, 148, 184 s. „Allotria" von A. Berliner (Mag. I, 48); 
vgl. auch seine Geschichte der Juden in Rom passim. 

In Rom sind noch andere, zum Teil Kloster- Bibliotheken n. dgl. 
Angelica, Barherini (vgl. Berliner, Gang 28 A. 22), Casanatense 
(aus dem unbrauchbaren handschriftlichen Katal. verzeichnete mir vor 
langer Zeit Narducci die mathematischen Mss.), Collegio Romano, 
Coli, dei Neofiti, De Propaganda fide, Zelada, wovon nur über 
Bibelhandschriften etwas bekannt geworden (Zz. 8. 4). In neuester 
Zeit (seit 1878) hat die ital. Regierung begonnen, Kataloge der orien- 
talischen Mss. im ganzen Königreiche herauszugeben. Bis jetzt er- 
schienen hebräische Abteilungen aus folgenden Bibliotheken: in Rom 
Vittorio Emanuele v. Angelo di Capua (vor nicht langer Zeit 
gestorben), 28 N., und Angelica von dems., 54 N. (1878); Parma v. 
Perreau, 55 + 111 + 9 N. (1880); Venedig San Marco v. Mos^ Lattes, 
19 N. (1886); Bologna v. Lionello Modona, 28 N. (1887). — Aufser- 
dem erschien der Katalog der Neofiti in Rom v. G. Sacerdote (in 
den Verhandl. der Reale Accademia dei Lincei 1892, gedr. Roma 1893). 

Cesena besitzt eine Sammlung des Malatesta, beschrieben von 
Muccioli, 2 Bde. foL, 1780, 1784, erst seit kurzem von mir benutzt.*®) 
— In Florenz ist jetzt eine National- oder Königl. Bibliothek, deren 
Grundstock, die sog. Mediceo - Laurentiana, von den Brüdern Cosmo 
und Lorenzo Medici herrührt.**) Eine Anzahl von Mss. beschrieb der 
dänische Prof. Wilhelm Lange 1652 (s. CB. s. v.), aufgenommen in 
Peti'i Lambecii Prodromus bist, lit., dessen erste Ausgabe Hamburg 
1659, '2) die zweite durch Fabricius Frankf. u. Leipz. 1710 (p. 136 ff.), 
woraus die Notizen bei Wolf, B. H. entnommen sind. Eine Beschreibung 
Montfaucons ist handschriftlich in der Bibliothek selbst aufbewahrt 
und fast zu jedem Buche aufgenommen von Antonio Maria Biscioni in 
seinem weitläufigen Kataloge, dessen 1. Bd., die griechischen und 
hebräischen Mss. enthaltend, fol., Florenz 1752 erschien und auch Druck- 
werke umfafst. Derselbe erschien nach dem Tode des Verf. vollendet 
im Auftrag der Erben, jedoch mit Weglassung der praef. und des von 
A. P. Julianellius (sehr unvollkommen) ausgearbeiteten Index, 1757 
in 8'*. Die Mss. sind nach den Bücherschränken (Plut. I, II, III, XLIV, 



10) 11, 194: Ingenue tamen et plane fatuor, me multA ex bis quae ex- 

f)osui, studio et labore eruditi . . . Patris Basilii Ord. capuc. . . . theolog. 
ectorls . . . qui mecum hos Codices per dies aliquot in Bibl. Malat. per- 
lustravit assecntum esse, unde ita ipsi deboo,. ut nihil supra . . . Vgl. auch 
Strack, Intrpd. 119; Fürst kennt die Sammlung nicht. 

11) Über Assemanis Verzeichnis s. p. XaXV. 

12) Cat. impress. libr. in B. Bodl. II, 494 (fehlt bei Fürst p. XXXII); 
eine Ausg. von Lange IS 10 in einem antiquar. Katal. (Harrassowitz oder Spir- 
gatis?) Ib94 beruht wohl auf Druckfehler. — Wolf I p. 1092 Samuel Bochmer 
ist Archevolti; s. oben S. 43 Z. 2. 

72 



— 73 — 

LXXXVin, dann Fortsetzung von IV, Cod. 24 — 57) geordnet; es sind 
im ganzen 214 Bde., incl. Drnckwerke; Mss. ungefähr 130. Stephan 
Evodius Assemani hatte hinter seinen Kat. der Orient. Mss. der Medic, 
1741, noch einige hebr. Mss. als n. 528 — 37 angehängt (vgl. Bise., 
praef. XXXV); dieselben sind nur der 2. Ausgabe von Biscioni hinzu- 
gefQgt. Mit welcher Liebe Bise, an seine Arbeit ging, ersieht man aus 
einer Stelle der Vorrede (p. XXXX V) , worin er die meisten Schriften 
als Babbinicae levitatis superstitionis et imperiiiae festes aeternos 
bezeichnet. Wenn wir fär superstitio das mildere „Vorurteil" setzen, 
so werden wir die levitas und imperitia dem Katalogisten in reichem 
Mafse zuerteilen dürfen, schon auf Grund anderer Quellen, noch mehr 
aber nach anderweitigen Mitteilungen über die Mss., meistens von Prof. 
Lasinio,!^) welcher in früheren Jahren einige Ergänzungen und Be- 
richtigungen des ganzen Kataloges beabsichtigte. Unter anderem ver- 
danke ich ihm den Text des von mir ed. Donnolo und Antworten 
über an ihn gerichtete Fi*agen ans den Jahren 1854 — 69, zum Teil in 
Jeschurun VI, 92 — 101 abgedruckt; vgl. auch den Index der Mss. zu 
Hüb. 1893; über die Mss. s. auch Zunz, Handschr. in Italien S. 7, bei 
Strick, Intiod. S. 119. 

Mit der Laurentiana vereinigt ist jetzt auch die ehemalige Maglia- 
becckianaj worin einige hebr. Mss., u. a. der von Asulai erwähnte 
Talmud (Lasinio HB. VI, 41). 

Noch schlechter als Biscionis ist der Katalog der Turiner Mss. 
(über 160 Cod.)!^) von Pasinus (1749, s. Jüd. Lit. § 31; CB. s. v. 
p. 2085; Zz. 1. c. S. 6, wo einige Beispiele nach Autopsie gegeben sind, 
Strack, Prolog. 120). Die Turiner Sammlung gehört zu den bisher 
am wenigsten benutzten, enthält aber manches Interessante. Pasinus' 
Katal. ist mehr aus Bai*tolocci und Wolf geschöpft als aus den Mss., 
aus letzterem wieder nur nach dem I. Bd., während der IV., der mit- 
unter Ausführlicheres enthält, ganz unbenutzt blieb. Ich habe daher 
(CB. 1. c.) sämtliche betreffende Stellen in Wolf IV verzeichnet. Im 
Jahre 1818 schenkte Thom. Valperga Calusio seine Bibliothek der 
Turiner; der*Katal. von Amadeus Peyron {Notitia lihror. manu 
typisve scriptor. qui donante Thoma V. C. illati sunt in Reg. Taur. 
Atkenaei Bibl, 4. Leipzig 1820) ist zuerst von Fürst III S. XXXIV 
eingeführt. Mit wenigen Zeilen zeichnet A. Peyron (im Vorwort p. V), 
wie das Ansehen der rabb. Litteratur bis zur Lächerlichkeit herab- 
gesunken sei. Die Philologen der Gegenwart „non solum senilem 
rabbinorum superstitionem animo prorsus exuerunt, verum etiam omnem 
criticum usum a rabbinicis studiis abiudicarunt. Nimirum ita fei*t natura 
hnmana . . . ut veteres opiniones . . . plus aeque in deceptores 



13) HB. VI, 41. Seine zahlreichen Notizen sind auch in meinem IlUb. 
noch nicht erschöpft. 

14) „unbedeutende Anzahl" bei Fürst S. XXXIV ist eine Verschie- 
bung von Lebrecht (S. 81): „vom Reichtum der römischen Bibliotheken 
ko^mlend^^ 

75 



— 74 — 

animad vertat^ — , er spricht über Exegese Yon den „tenebricosis rabbi- 
norum libris"; Aber hebr. Sprache kennt er nur „rüdem hniosce gentis 
disciplinam**; nnd doch sei die Kenntnis nicht ganz za verachten. Er 
habe die durch Wolf n. s. w. bekannten Sachen weggelassen; — mit 
den Rabbinern hat er doch etwas gemein: Abschweifungen. Es fehlt 
ihm jedoch nicht blofs die Kenntnis von Äufserlichkeiten, z. B. 'S'^h'X^ 
sondern die Kenntnis der Litteratur selbst; so war Schemtobs Kom- 
mentar zur Pesachhaggada ans den Anfangsworten Kianb Kna zu er- 
kennen. Besser sind seine Nachrichten über einiges mit der arab. 
Litteratur Zusammenhängendes, wie ihn al-Djezzar und Honeins Apo- 
phtegmen. Zu den Seltenheiten gehören in dieser Sammlung der Komm, 
zum Cusari von Salomo Vivas b. Jehuda (1424), Jedaias allerdings 
zeitig gedrucktes, aber höchst seltenes Buch Pardcs, Josef Gikatilias 
Mescliälim. Im Jahre 1880 erschien ein neuer lateinischer Katalog 
von Bernhardus Peyron mit Hülfe des Rabbiners Samuel Ghiron 
(gest. 1895), welcher den Katalog des Amad. Peyron einschliefst nnd 
gegen Pasinus allerdings einen Fortschritt darbietet, dennoch mancherlei 
zu wünschen übrig läfst; s. die unterbrochenen Bemerkungen in HB. XX, 
127flf.u. XXI, 26-28.»!^) 

Über Mss. in Modena finden sich Notizen von A. Berliner in 
Mag. lY, 54; ein vollständiger Katalog vom Rabbiner S. Jona, deutsch 
von M. Grünwald (gest. 1895), Belovar 1883, ist ein Abdruck aus 
dem „Centralblatt". — Die Mss. in Venedig verzeichnet M. Lattes 
in 11 Mose, woraus ein Sonderabdr. (Notice 1879), dann im Catalogo 
Italia 1882. Notizen über die „Scuole isr." giebt Lattes 1. c. p. 22 ff. 

Am meisten bekannt und benutzt ist die, jetzt Königl., Bibliothek 
in Parma; sie hat eine eben so schöne Sammlung von Druckwerken, in 
welcher nur die halachi$che Litteratur wenig vertreten ist. Ihre 
Hanptsammlung rührt von dem berühmten hebr. Bibliographen G. B. 
De Rossi her, dessen Druckwerke in seinen „Libri stampati^ (1812) 
nach Klassen zusammengestellt sind.^^) Die Mss. in Parma bestehen 
aus 3 Samminngen, die ältere von 29 Mss. ist zum ersten Male be- 
schrieben von dem ehemal. Bibliothekar P. Perreau (der sich auch um 
neuere Editionen der Mss. vielfach verdient gemacht hat) in HB. VII, 
66, 114. Die Hauptsammlung besteht aus 1430 Bänden des genannten 
hochverdienten G. B. De Rossi (s. CB. s. v.); die übrigen sind im Anhang 
zu Libri stampati kurz verzeichnet (wovon Fürst nichts weifs), dann 



15) In folgender Tabelle bedeutet die erste Ziffer die ursprüngliche 
Nummer, die hochstehende die bei B. Peyron: lü»« 18»» 22" 25" 33»« 
37" 44*« 58»« «0 6* 68" 74 "» 75 *» 82" 83*« 86" 89»» 96 »«^ 99 »o* 101 i«» 
111116 114 119 115120. 12Ü1M 121'" 143140 145"» 146«« 147 *" 148 >** 
181 — 189 »8«- ö6 194 «0» 201— 4 208" 207"* 208^5 210—12«" »» 214*«» 215*" 
221 ««» 223230 224^5» 226*3* 227 *»» 229—31 »s'"»» 237—39«*« *« 242«*» 243««« 

245 «"** 247 -^« 248 «^' 252 55 2*» «* 25*5 -«' C 1 8 «*«• «^-" ««• «»• "• »**• «'• »«*" 

Summa 79 Handschriften. 

16) Fürst (111, 175) hat zwar diesen Titel aufgenommen, behauptet aber 
in seiner Übersicht S. XXXIV, dafs kein gedruckter Katal. vorliege! 

74 



— 75 — 

in einem 3. Artikel von Perreau, angefangen in Jeschnnin VI (während 
der Unterbrechung der HB.), fortgesetzt in HB. X n. XII. Der „un- 
befangene Blick '^ De Rossis, welchen Fürst (XXXVI; vgl. Lebrecht 
S. 67) rühmt, ist nicht zu finden. Auch die „gewissenhafte Treue*' 
(Jfid. Lit. 469) mufs ich leider zurücknehmen. Sein Interesse ist ein 
einseitiges (vgl. die Anzeige von Hambergers Übersetzung des Dizio- 
nario storico von Zunz in Hallesche Literaturzeit. 1839 n. 68, 69, in 
Ges. Sehr. UI, 122 — 28). De Rossi polemisiert gern gegen (den Prote- 
stanten?) Wolf, wie dieser gegen (den Katholiken) Bartolocci, auf 
dessen Schultern er oft steht; De Rossi macht gern seine Mss. alt (Jüd. 
Lit. 1. c), es fehlt auch nicht an Verstöfsen (Zz., Hss. in Italien u. Perreau 
im IV. Artikel).^^) Eine Sammlung von 111 Bänden, grofsenteils aus 
Foas Lager (s. § 22), wurde durch S. G. Stern und Bislichis 1846 an- 
gekauft Stern verfafste ein Verzeichnis, dessen Titel er in der Aus- 
gabe von Mel'ri zu Abot (Wien 1854), auch in den Erwiderungen des 
Dunasch, angiebt; Fürst (III, 389 u. XXXVI) fügt „8»« hinzu und be- 
merkt, dafs dies Verzeichnis wenig in Deutschland zu finden sei. In 
der That ist dasselbe nur handschriftlich in Parma vorhanden. Eine 
Beschreibung von 120 N. von Perreau gab ich in deutscher Über- 
setzung HB. VII S. 118 u. VIII; nunmehr sind alle Mss. Parmas, mit 
Ausnahme von De Rossis (1377 N.), im Catalogo der ital. Regierung 
(s. oben) in 3 Abteil. (55, 111 u. 9 nach 1846 erworbene) von Perreau 
italienisch beschrieben. — Über die Biblioteca nazionale in Neapel 
fehlen Nachrichten , sie bewahrt u. a. die unedierte Astronomie des 
Levi b. Gerson (Hist. lit. de la France XXXI, 273). 

§ 26. Wir wenden uns nach Frankreloh, hauptsächlich Paris. 
Die dortige Bibliothek, erst „Königliche", dann „Kaiserliche", jetzt 
„National -Bibliothek", umfafst verschiedene Sammlungen, welche als 
solche schwerlich sehr alt sind; über einzelne Mss. finden sich Privat- 
mitteilnngen in Wolfs Bibliotheca (die Fürst S. LV nicht kennt). Über 
die Colbertina und Sorbonne berichtete ihm Saumaise (Salmasins, 
Wolf III Vorrede, s. n. 714 u. p. 388, 391, ohne Namen p. 391, 1107, 
IV p. 858 n. 962), über Oratoire, seit der Revolution vereinigt, 
Fr. Dion. Camusa t (s. z. B. IV p. 1057, 769, 835), aufser den Notizen 
bei Le Long (lU n. 679 b u. Vorr. zu II). Die Mss. des Oratoire stammen 
aus Konstantinopel und enthalten grofsenteils karaitische Mss., z. B. 
von Kaleb Afendopolo (s. den neuen Kat. p. IV); die Mss. der Sor- 
bonne tragen das Wappen Richelieu^, wozu noch wenige Bände aus 
der Abtei St Germain kamen. Die ältere Sammlung incl. Colbertina, 

17) Wenige Beispiele von vielen sind: ms. 11^ (umgekehrt CB. p. 2266); 
324 CB. 1904; 650 CB. 2268; 1181 CB. 2117, zum Alter s. 418 angebl. XV. Jh.! 
auch Zz. z. G. 224, zu 496 u. 1036 s. Cat. Lugd. p. 144 n. 35, p. 154 n. 39. 
Ein Zeugnis Carmolys (Itin. p. 144: „autant d'exactitude que de science'') 
ist bei der Beschaffenheit des Zeugen eher gravierend. Dafs De Rossi an- 
deren nachschreibe, rügt auchLuzz., "11*^x1, 116. — De Rossi kompilierte eine 
unedierte Biblioth. ebr. scelta (Wrtb. S. 150 unter Jochai). 

75 



— 76 — 

nicht volle 500 Codd. enthaltend, verzeichnet der lat. Catat. Codd. niss. 
1. 1, fol., Paris 1739, in fast unbranchbarer Weise (vgl. Lebrecht S. 63). 
Einzelne Mitteilungen von Carmoly in seinen verschiedenen Schriften 
und Artikeln sind mit sehr grofser Vorsicht aufzunehmen. Sie ent- 
halten neben Irrtümern auch Fiktionen. Die ehi*lichen Nachrichten 
von L. Dukes, hauptsächlich im Litbl. des Orient (1846 — 8) und sonst, 
sind meistens flüchtig notiert und fast in keinerlei Zusammenhang. 
Zuverlässig sind die Aufzeichnungen S. Munks, namentlich in seinen 
Artikeln im Dictionnaire des Sciences phüosophiques (seit 1840), 
abgedruckt in seinen Melanges (1857 — 60), zum Teil deutsch von 
B. Beer 1852. Ein ausführlicher Katalog, ausgearbeitet von Munk, 
Jos. Ddrenbourg u. Ad. Franck (von letzterem die kabbalistischen 
Schriften, die schvrächste Partie des ganzen), blieb handschriftlich in 
der Bibliothek. Ein Auszug daraus von H. Zotenberg, „Catalogues 
des Manuscrits H^breux et Samaritains," 1866 (Anzeige von A. Geiger, 
J. Zeitschr. IV, 174), 1313 N. umfassend, entbehrt eines Verzeichnisses 
der Abschreiber und Besitzer und, was empfindlicher ist, einer Kon- 
kordanz der früheren Bezeichnungen, unter welchen jahrelang Mit* 
teilungen gemacht sind,*») ebenso der Angabe der Blattzahl der Bände, 
die nur 1 Buch enthalten, und des letzten Stückes der zusammen- 
gesetzten Bände. Vorangegangene Mitteilungen und Forschungen sind 
ungenügend benutzt; auch Wolf, dessen Irrtümer oft wiederholt worden, 
ist kaum berücksichtigt und fehlen wichtige Notizen. * 9) 

Über andere Sammlungen Frankreichs berichtet (mit besonderer 
Rücksicht auf die Abteilung „Rabbins" in der Histoire litteraire de 
la France Bd. 27 u. 31) A. Neubauer in den Archives des Missions 
scientifiques 1873 p. 551 ff. und Sonderabdruck (Gg. XI, 244). Sein 
Bericht betrifft die Bibliotheken zu Toulouse (p. 552), Avignon 
(553), Nimes (554, — eine weitere Beschreibung der letzteren von 
Jos. Simon in Revue des fit. j. III, 225), Paris (556), Lyon (566, 
vgl. Grofs in Monatschr. 1874), Sens (566). 

§ 27. England erhielt frühzeitig einen allgemeinen Katalog (s. 
weiter unten); doch giebt es dort keinen alten Stamm für hebr. Mss., 
da die Juden mit ihrer unselbständigen Wissenschaft zu Ende des 
XIII. Jahrh. vertrieben und erst unter Crom well wieder zugelassen 
wurden. Die Hauptbibliothek ist in Anlage und Ausführung grofsartig, 
wie das englische Volk. Das British Museum in London ist erst 
im XVIII. Jahrh. gestiftet und besteht aus vielen Sammlungen, welche 
teilweise in einzelnen Katalogen verzeichnet sind. Das Museum hatte 
bei seiner Gründung von hebr. Drucken und Mss. sehr wenig auf- 
zuweisen. Erst in diesem Jahrh. erweiterte der Oberbibliothekar 
Panizzi auch nach dieser Seite hin das junge, aber mit bedeutenden 

18) Diese Verzeichnisse habe ich vor Jahren angefertigt; sie sollen in 
der Zeitschr. f. HB. erscheinen. 

19) Das ersah ich bald aus den Notizen B. Goldbergs, welche er 
mir in Berlin vor dem Druck des Katalogs zeigte. 

76 



— 77 — . 

Mitteln unterstützte Institut. ^o) Eine historische Skizze der neuen Er- 
werbungen gab Zedner in HB. II, 88; eine solche im Athenäum ist 
abgedruckt in Jew. Chron. vom 10. Febr. 1860 n. 269 p. 8. Im Jahre 
1848 wurde die Dmckabteilung der Michaelschen Bibliothek an- 
gekauft und bald darauf Zedner für das hebräische Fach nach London 
berufen, welcher unter Panizzi für die Vervollständigung Sorge trug. 
Den Lieferungen der Ash ersehen Buchhandlung verdankt teilweise 
die „Hebräische Bibliographie" (1858 — 64) ihre Entstehung; als Bei- 
lage zum 2. Jahrgang (1859) erschien ein „Verzeichnis hebr. Bücher, 
welche zu kaufen .gesucht werden" (fehlt bei Fürst wie die meisten 
Anonyma), eigentlich ein Desideratenkatalog des Br. Mus., angelegt 
von Zedner, redigiert von mir, jedoch vieles umfassend, was gar nicht 
existiert, da Zedner alles aufnahm, was er irgendwo erwähnt gefunden. 
Im Jahre 1867 erschien sein englischer Katalog der Druckwerke des 
Br. Mus., der sich durch Kürze und Genauigkeit auszeichnet, nur in 
der Anlage durch die allgemeine Schablone des Br. Mus. benachteiligt 
ist. Ein Verzeichnis der En-ata etc. dazu erschien HB. 1870 S. 87 
und besonders abgedruckt in einer geringen Anzahl von Exemplaren 
(eine Anzeige in Geigers J. Zeitschr. V, 182). Zedner hatte den Vorteil, 
beständig bei seinen Büchern zu sein und sie bequem benutzen zu 
können. Die Michaelsche Sammlung zeichnet sich durch Vollständig- 
keit der späteren Litteratur aus, wie die Oppenheimersche durch die 
der älteren. 

Die Mss. des Br. Mus., früher unbedeutend, wurden auf Ver- 
anlassung Zedners um 1850 von Dukes besohrieben,^^) dessen Katalog 
aber nicht zur Veröffentlichung geeignet befunden wurde. Seitdem 
ist viel Einzelnes erworben (s. oben), unter anderen die wichtige Samm- 
lung Almanzi (s. W. Wright, The Almanzi CoUection of Hebr, 
Mss. in the Br. Mu^., Reprinted fi'om The Journal of Sacred Lite- 
rature, July 1866, 14 pp.). 1893 erschien Descriptive List of the 
Hebr. and Samaritan Mss. in the Br. Mus. Edited by G. Mar- 
goliouth (134 pp.), worin man die Angabe der Nummern von Almanzi 
vermifst. Man veranschlagt die Zahl der Bände auf 1500 (Pop.-wiss. 
Monatsbl. 1894 S. 288)? 

Englische Universitäten bestehen bekanntlich aus einzelnen Col- 
leges und Halls, deren jedes eine besondere Bibliothek neben der ge- 
meinschaftlichen Universitätsbibliothek besitzt. In Oxford sind 18 
solche Institutionen, aber mit sehr wenigen hebr. Mss., welche früher 
in Coxes Katalog kurz beschrieben waren.^^) Hinzu kam ein Katalog 



20) Einen Auszug seines Berichts in den Parlamentsakten gab ich im 
Serapeum 1847 (vgl. Vogel, das. 1843 S. 219 ff., Fürst S.LI kennt nur „ha- 
Maskir" U, 88). 

21) Vgl. Neubauer in Gg. IX, 230. 

22) CataL Codd. Mss. qui m collegiis aulisqae Oxoniens. etc., confecit 
H. Coxe, Oxon. 1852. ist Filrst unbekannt; ein Beispiel ist der angebliche 
„Joel" fUr Moses Nacnmanldes, OB. s. v. 

77 



. — 78 -^ 

der Mss. in „Aedes Christi" (d. i. Christ Chnrch, verschieden von Corpus 
Christi) von G. W. Kitchin, 1857, worin hebr. n. 187—201. Nun- 
mehr hat Neubauer sämtliche Mss. der Colleges seinem Katalog der 
Bodleiana angehängt. 

Die Universitätsbibliothek in Oxford heifst Bodleiana nach ihrem 
Gründer Thomas Bodley (gest. 1612), ist aber grofsenteils erweitert 
durch Schenkungen, zum Teil von Orientalisten wie Pocock(e), 
Huntington, Hyde, Marsh, Seiden und W. Laud, dem berühmten 
Erzbischof v. Canterbury (hingerichtet 1645), den Fürst (S. XLII) in 
Laudon verwandelte^) Die Drucke der Bodleiana verzeichnete Hyde 
im Catal. impress. libror. 1674 (woraus die Citate bei Wolf). Die 
letzte, IIL, Ausgabe besorgte der Oberbibliothekar Dr. B. Bandinel 
(gest. 1861) in IV Bdn. 1835—51 (HB. IV, 120), incl. der bis 1847 
angeschaflften Hebraica,^^) darunter manche Seltenheit. Die Haupt- 
sammlung bleibt in Bezug auf Alter und Umfang der Bücher die be- 
rühmte Sammlung des Prager Rabbiners David Oppenheimer, 
welche in einem handschriftlichen e^) und zwei gedruckten Katalogen 
mangelhaft beschrieben ist, worüber s. Zunz (Z. G. 285 — 88), Lebrecht, 
Oxforder Bnefe (aus dem Magazin f. d. Lit. d. Ausl., was Fürst XLV 
A. 3 verschweigt, im Litbl. V, 247, 273, CB. XLVI). Der ältere hebr. 
Katalog, Hamburg 1782, herausgegeben von Isak Seligmann Berend 
Salomon, in 2 Abteil., Drucke und Mss., wird von De Rossi und 
anderen als „Seligmanniana* citiert. Der letzte hebr.-latein. Katal. 
(n*in nbnp 1828) von Js. Metz und Lazarus Emden erhielt ein durch 
Asher veranlafstes Supplement in dem Index von J. Golde nthal ohne 
Jahr (1845).2<^) Die Oppenheimersche Sammlung blieb in einem be- 
sonderen Saal, in welchem auch spätere Erwerbungen aufgestellt und 
als Opp. Add. bezeichnet wurden, z. B. die sogenannten „Geseniana*^ ^ 
nämlich Katal. Cassel - Rebenstein (1845).^^) Im Jahre 1851 legte 
ich eine Desideratenliste der Drucke, bis 1732 reichend, an, welche in 
meinem Catalogus eingeschaltet ist. Das weitere ist in der Einleitung 
desselben nachzulesen. Was Fürst S. XLIX, wahrscheinlich unter Mit- 
wirkung eines Oxforder Kommissionärs, zu erzählen weifs, geschah mit 



23) Meine Introd. p. XLV, welche es Fürst S. XLV sehr bequem ge- 
macht hat. 

24) Der Prof. des Hebräischen (R — y), welcher der Bodleiana diente, 
besafs nur einige Kenntnis des Neunebräischen , und das Zeugnis Fürst s 
XLIIIA. 1, dafs bis dahin alles „in guter Ordnung" verzeichnet sei, beweist, 
dafs er diese Kataloge niemals geprüft hat; einiges konnte ich noch 1850 
zurechtstellen. 

25) Nach dem Exemplar Zunz^ ist das Verzeichnis der jüdisch-deutschen 
Litteratur im Serapeum 184t) ausgearbeitet, welches Fürst ignoriert. Das Expl. 
Michael übergab mir Bandinel zur Bearbeitung des Katalogs der Drucke und 
der Mss. 

26) CB. p. IL ist auf Metz verwiesen; Fürst S. XLVII ohne Jahres- 
angäbe, s. I, 3S8. 

27) Ihre Verzeichnung durch Prof. R— y mulste durchaus revidiert 
werden. 

78 



— 79 — 

Weglassnng meines Namens, nm dem Staatsanwalt zu entgehen. Seine 
Bemerkung über „Hebräisch" mit grofsem H ist charakteristisch, da 
alle auf Sprachen bezügliche Wörter grofs geschrieben sind. Mein 
Catalogus (Berlin 1852 — 60) umfafst die Desiderata bis nngeföhr 1732, 
d. h. bis zur Zeit Wolfs , dessen Hanptquelle die Oppenheimersche 
Sammlnng war, die ebenfalls nicht weiter geführt wurde. Ein y^Supple- 
nientum catalogi^ etc. von ungefähr 150 Drucken (fast nur neue 
Ausgaben) gab ich im Centralblatt für Bibliotheksw. 1894 (wovon nur 
25 Sonderabdrucke). — Was die Mss. betrifil (vgl. Lebrecht S. 60), 
80 wurden die älteren wichtigsten, namentlich die arabischen, von Jo. Uri 
1787 beschrieben (vgl. oben § 12), welcher die weitläufigen Mitteilungen 
Gagniers im IIL Bde. von Wolif nicht berücksichtigt. Mein „Con- 
spectus Codd.^ (Berlin 1857) hatte hauptsächlich den Zweck, das Ver- 
hältnis der älteren Sammlungen festzustellen, wobei mir Dr. Bandinel 
behülflich war; er enthält auch eine kurze Inhaltsangabe der von 
üri beschriebenen Mss. mit einer Verweisung auf Wolf und meinen 
Katal. der Drucksachen, in welchem die Mss. nicht selten herangezogen 
sind, nebst Andeutung der von Uri übergangenen Stücke. An Mss. 
erwarb die Bodl. im Jahre 1817 mehr als 100 Bde. aus der Sammlung 
Canoniciani,^^) die Oppenheimersche 1829, die Michaelsche 
1848, an kleineren Sammlungen Mss. von Bislichis 1850, Reggio, 
(Schorr 1853), seitdem nur einzelne Godd., fast nur von Buchhändlern. 
Im Jahre 1886 erschien der englische „Catalogue of tJie Hebrcw 
Manuscripts in (he Bodleian Library and in the College Libraries 
of Oxford, Compiled by A. Neubauer, *^'*) mit 40 Blättern Fac- 
similes (§ 11). 

Im Cambridge sind 17 Colleges, wovon Trinity College einige 
hebr. Mss. hat, welche in Palmers Katal. von W. A. Wright (1870) mit Hülfe 
von Schiller-Szinessi „mit Sorgfalt und Sachkunde" (Gg. X, 212) 
beschrieben sind. Über die Universitätsbibliothek berichtete Schiller - 
Szinessi in Gg. IX, 141 und veröffentlichte 1876 den 1. Band seines 
englischen Katalogs, dessen Weitläufigkeit es begreiflich macht, dafs 
eine Fortsetzung nicht bald erwartet werden konnte (s. die Anzeige 
HB. XVI, 63 u. 106). In letzter Zeit beschäftigt sich Prof. Schechter 
daselbst mit den Mss. {Notes on H. niss. in Univ. Libr. Cambridge 
— in Jew. Quarterly Review Bd. IV ff.). 

In Holland und zwar in Leyden ist die Bibliothek der Aka- 



28) Über den italienischen Sammler s. £. Nardacci: Tre prediche 
inedite ecc. di Giordano di Kivalto, Roma 1857, p. 15 ff. und die Vorr. von 
WaUasley zu Mortaras Catalogo dei niss. ital., Oxon. 1864, p. VII, wonach 
die Sammlung 1000 Bibeln in 52 Sprachen enthielt. 

29) Ich habe nicht Korrekturen gelesen (wie Euting, ZDMG. 1887, an- 
nimmt), sondern nur „final sheets'' (p. VII); die Bemerkungen, welche ich 
schleunig mitteilen konnte, sind daher in den Registern und Nachträgen be- 
rUcksichtiet. Reiches Material für den mir ursprünglich übertragenen Katalog 
blieb, nacndem ich 1S61 erkrankte, in meinen Händen, s. z. B. Mag. XVII, 22S. 

79 



— 80 — 

demie, früher zu Amsterdam, eigentlich kanm zu nennen, da sie 
nnr ein einziges hebr. Ms. aufbewahrt (De Jong's Katal. 1862, HB. V, 
143). Die Leydener Universitätsbibliothek besitzt aufser einer 
geringen Sammlnng von hebr. Drncken (Oatal. ed. 1716, s. meinen Oat. 
Codd. h. p. Yll) ungefähr 120 Codd.; davon rühren über 80 von dem 
Orientalisten Levin Warner (gest. 1665) her, dessen seltener Sammlung 
orientalischer Mss. (über liOO) diese Bibliothek ihre Bedeutung ver- 
dankt. Warner war in Konstantinopel mit Juden in Verkehr, aber 
ein Drittel seiner Sammlung incl. der karaitischen Mss. besafs vorher 
Van der Hill, über welchen die hebr. Mss. zuerst «ine Auskunft ver- 
anlafsten (s. JuynboU in meinem Rat. p. XII). Warner studierte selbst 
die karaitischen Mss., seine Auszüge haben Triglands Arbeiten 
hervorgerufen und sind von Wolf benutzt worden.^«) Die Sammlnng 
von ca. 20, aber interessanten Mss. des Jo. Justus Seal ig er (gest. 
1609, Kat. p. XVIII) legte den Grund zu den Orient. Mss. Leydens. 
Die hebr. Codd. sind seit 1623 mehrmals beschrieben.^^) Ein voll- 
ständiger Katalog mit hebr. Titeln von Boots (1674) war die Quelle 
des hebr. Bibliographen Sabbatai Bass (1680); eine zweite Ausgabe 
erschien 1716. Wolf besah die Mss. wahrscheinlich 1724 (mein Kat 
p. XIX) und gab darüber Nachrichten in seiner Bibliotheca Hebraica, 
wo auch ein Anhang über karaitische Mss. aus Levin Wamers Ad- 
versarien (IV, 1069 — 1115, s. meinen Kat. 270). Einzelne Nachrichten 
gab Dukes im Litbl. 1844 und in seinen „Mitteilungen^ S. XX. Mein 
Catalogus Codd. hebr. Bibl. acad. Lugd. Bat. erschien 1858 (p. XXVUI). 
Die Beschreibung der Codd. reicht bis p. 382, die Appendices und 
Excerpte bis 406, dann kommen die Indices bis 421, Konkordanz bis 423, 
dazu 11 Bl. Facsimiles der verschiedenen karaitischen Mss. Die Be- 
deutung dieser kleinen Sammlung, deren wichtigste Schriften auf jedem 
Gebiete p. XV — XVII aufgezählt sind, liegt hauptsächlich in den 
karaitischen Bestandteilen. Der Katalog bietet vieles, was Pinsker 
(Likkute) nur wiederholt (vgl. auch S. 165 — 83 zur Terminologie mit 
P. Anh. 195 — 200). Fürst (Geschichte der Karäer, 1862 — 9) hat 
beinahe die Hälfte des Katalogs einfach abgeschrieben oder durch 
unrichtige Folgerungen verdreht, ohne den Verf. zu nennen. Er ent- 
blödet sich aber nicht, einen „Wendepunkt^ im Studium des Karäer- 
tums auf das Jahr 1860 zu verlegen (III, 153). In seiner Skizze 
(Bibl. Jud. III S. LVII flf.) schreibt er meine Vorrede aus, um über den 
Katalog herzufallen, den er bald darauf plündert. Ewald (Jahrb. X, 
141) beklagt sich, dafs die biblischen Mss. nicht so genau be- 
schrieben sind; das Studium derselben hätte über den Zweck des 



30) Catal. Lugd. p. 387 — 91 die Reihenfolge der karait. Autoritäten; 
vgl. Pinsker, Likk. 226. 

31) Zu Cat. Lugd. XVII nachzutraben: aus Peirescs Nachlafs in Paris 
bei Lab be US, Nova Bibl, 1650 p. 250 und bei G. Libri, Mistoire des sciencea 
math&m. I, 232, wo falsch : „Bibl. Medio. Romae^^ wegen Raimondis Katalog. 

80 



— 81 — 

Katalogs hinausgeführt; die Bemerkungen von Dakes (Ben Chananja 
1861 S. 59) habe ich aus persönlicher Rücksicht nicht beleuchtet.^ ^) 

Unbedeutend sind andere öffentliche Bibliotheken Hollands: 
Fr aneker (Catal. 1713 p. 69) besitzt einige seltene Prager Drucke 
und wenige Mss. (p. 82 — 5); letztere sind jetzt in Leeuwarden (Cat. 
Codd. h. Lngd. p. 250). Als Specimen jenes Katalogs bemerken wir 
p. 87: Josef b. Schemtob «npn ;p5 „oculusjperdzm". Die Beschreibung 
ist noch einmal mit wenigen Änderungen abgedruckt im Cat. Mss. or. 
Lugd. y, 305; Neubauer giebt eine selbständige Beschreibung im 
Letterbode II, 83 , s. dazu meine Bemerkungen in HB. XVUI, 57. — 
Der Cat. libror. hibl. univers. Groningen von J. B. van Eerde, 
Gron. 1833, beschreibt einige Mss. p. 298 (Bibeln, fehlen bei Strack, 
Intr.); diese Hebraica sind in Catal. Lugd. V, 279 weggelassen! 

In Dänemark ist von der Bibliothek in Kopenhagen ein 
Katalog in 2 Bdn. erschienen {Codd, or. hibl. lieg. Hafniensis pars 
altera 4. Hafn. 1851). Die Sammlung enthält 46 hebr. Mss., nach 
Fleischer (ZDMG. VII, 128) „keine solchen, welche jetzt noch flberhaupt 
von Bedeutung wären"; das ist jedoch nicht geoau zu nehmen. Es 
findet sich dai'unter einiges über Grammatik und Masora in Cod. 33, 
angeblich eine Geschichte „de judeo homine^ (^"."d!) in Kiel 1736, 
9. 44 (p. 31); 2 hebr. unter Codd. omissi in pars III (1857), wo noch 
gezweifelt wird, ob Kalonymos im Jahre 77 oder 47 gelebt habe! 

In Schweden kommen folgende Bibliotheken in Betracht: Lund 
Codd. 37 — 42 (Car. Joh. Tornberg, Codd, or, hibl. Heg. univers,^ 
4., Lund 1850, p. 32); fast alle stammen von Lilljeblad (welcher 
1681 eine latein. Übersetzung des bibliogr. Werkes von Sabbatai Bass 
herausgeben wollte); n. 38 enthält einen karait. Pentateuchkommentar 
(Ahron b. Elia?). — Wenig bekannt ist aus üpsala, zunächst nach Mit- 
teilungen Er. Benzeis bei Wolf I p. 853: das Gesetzbuch des Maimonides, 
von Peringer herrührend; IV p. 97, 228: Pentateuch mit Berichtigung 
der Pnnktation durch Eljakim b. Ascher (dessen interessantes Epigraph, 
aas einer Kopie in Ms. München 400 2, in HB. XII, 133, er citiert 
•»ai^^ttj); IV, 227: ein Machsor, geschr. 1545 von „Ascher b. Meir". 

In BuXIsland kommt nur Petersburg in Betracht. Es sind 
hier zu unterscheiden: die Bibliothek der Orient. Akademie, des asiat. 
Museums und die Universitätsbibliothek; letztere besafs bis jetzt 



32) Meine Fragezeichen beweisen Ängstlichkeit, die besser ist als Inkor- 
rektheit (CB. p. XXI, 29 u. 8. w.). Zu IIKBp war mxBpsn 169 zu vergleichen. 
S. 354 (so) steht "i^QDS (nicht i^Da, das jeder erraten konnte); S. 128: *^3a 
'n'^ n*i'»b D'^b'^a ist barbarisch genug für „sie" (worüber s. HB. I, 96) ; ebenso 
mÄ'^b D'^Wttyipnai la« ö^^BOaa (so umzustellen), 384 (so) steht ibix bs 
(nicht la&lK); einige Stellen sind durch Druckf. unfindbar. — Heidenheun 
(Viertelj. H, 466, bei Strack, Prol. S4) behauptet , daDs die Psalmen in Seal. 8 
nach einer latein. Übersetz, bearbeitet seien! Ich vermutete einen christlichen 
Schreiber. 

81 
Beiheft [9. 6 



— 82 — 

fast gar kein hebr. Ms. In dem (anonymen) Catalogtie des tnanu- 
scrits et xylogr. or, de la Bibliotheque imperiale pübl. (4. Peters- 
burg 1852) findet sich anch nur Weniges: p. 541—7 N. 603—8; p. 547 
Fragment eines alphabetischen Hymnus tiber eine Verfolgung (nn*^bo?); 
p. 607 zwei karait. Werke, wovon eines gedruckt. 

Im Jahre 1853 brachte Prof. Tischendorf eine Anzahl von 
Mss. aus dem Orient, darunter einige hebr., einige arab. in hebr. Schrift, 
worüber Jellinek in Frankeis Monatsschrift 1853 8. 245 u. s. w. Mit- 
teilungen machte. Aus letzteren fiofs die lateinische Beschreibung in 
Tischendorfs Andlecta sacra (Lips. 1855), und zwar p. 514 über die 
der Leipziger Universitätsbibliothek geschenkten, p. 14 — 16 
über andere meist karai tische, welche bald darauf von der Peters- 
burger Universität angekauft wurden. Diese besichtigte (Okt. 1857) 
und besprach ich ausführlich in HB. I, 18, 73, 105; rnssische Mit- 
teilungen über Ergänzung eines karaitischen Divans (von Mos. Dari?) 
das. U, 92, IV, 45, V, 49, VII, 11, wo S. 14—15 eine Übersicht der 
Resultate in Schorrs Jie-ChalujsYl über Pinskers Likkute. Den wert- 
vollsten Bestandteil der Petersburger Hebraica bildet die (I.) Sammlung 
Abr. Firkowitz' (oder Firkowitsch, »3) gest. 7. Juni 1874, 87 Jahre 
alt) , der sich um Veröffentlichung einiger karaitischer Werke bemüht 
hat. Diese Sammlung besteht zum Teil ans Abklatschen von Grab- 
Schriften, 34) auf welche hier nicht einzugehen ist, — eine eklatante 
Fälschung ist in meinem „Donnolo" n. s. w. nachgewiesen — und aus 
Mss., teilweise arabisch, karaitisch und rabbanitisch, welche Firk. aus 
der Krim, aus Damaskus, Palästina und Ägypten zusammengebracht 
hat. Eine Masse von Fragmenten aus der Krim bildete später die 
II. Sammlung Firkowitz', worüber nur vereinzelte Nachrichten, meistens 
von Harkavy, bekannt sind, der einige interessante Entdeckungen ge- 
macht hat. Ein kurzes, nicht ganz korrektes hebr. Verzeichnis der I. 
Sammlung in deutscher Übersetzung findet sich in Gg. j. III, 441 ff. 
Fürst (B. J. III p. LXIX) behauptet, er habe dies Verzeichnis ver- 
öffentlicht, etwa an Geiger geschickt? Berichtigungen dazu schickte 
mir Geiger im März 1853, mit der Bemerkung, dafs er das Original 
nicht mehr besitze, wonach er übersetzt habe. — Dort sind 20 karait. 
Bände und n. 21 — 50 vorzugsweise rabbinische verzeichnet. Diese 
Bände wurden damals fttr 500 — 600 Thaler angeboten. Einen Teil 
derselben, namentlich arabische, konnte Pinsker benutzen; seine 
Abschriften und Excerpte sind in Katal. Pinsker verzeichnet (s. § 23). 
Im Jahre 1862/3 erwarb die Petersb. Kais. Bibliothek dieselben für 
eine ziemlich hohe Summe, und alle Blätter berichteten von den merk- 
würdigen Büchern. Firkowitz hatte ein neues hebr. Verzeichnis 



33) Vgl. Fürst, Gesch. d. Kar. III, 172; Jellinek, Abr. Firkowitz, 
1875; P. Frankl, Art. Karaiten in Ersch S. 11 A. 4; oben § 5 A. 41. 

34) Über Firkowitz, -ji-iaT "^aa« (1872) s. Strack, HB.XVI, 81; Neu- 
bauer, Academy 1874 p. 289 (citiert von Longperrier). 

82 



— 83 — 

angelegt, welches auch wohl als Verkanfskatalog galt, und wovon 
eine Abschrift an Znnz gelangte, die er mir znr Verfügung stellte. 
Das Verzeichnis zerfiült in 2 grofse Abteilungen, I. rabb. n. 1 — 553, 
n. karait. bis 830, mit besonderen von 1 anfangenden Nebenziffern. 
Die einzelnen Mss. sind aufserdem nach Fächern gezählt, doch sind 
ohne Zweifel unter den 830 Nummern sehr oft nicht Bände, sondern 
Abhandlungen oder Teile eines Bandes gemeint. Es scheint, als ob 
man eine Anzahl von Bänden, die in Geigers Zeitschrift noch als zu- 
sammengehörig verzeichnet sind, in ihre Bestandteile zerlegt hätte, um 
mehr Nummern herauszubekommen, z. B. das Sentenzbuch des Honein 
(Hüb. XXVII zu 351, auch 287 «-* anon. scheint Pf. 111); überhaupt 
finden sich darin viele Fragmente, auch unerkannte gedruckte Sachen, 
z. B. unter den Gedichten n. 48 (162) ein Blatt „aus einem alten 
Werke über die Arten der Gedichte und deren Bedingungen"; es ist aus 
Charisis Makamen, wie Zunz am Rande bemerkte; unter karait. Mss. 
erscheint n. 730 eine Abschrift ans Asaf über Medizin; s. auch meine 
Bemerkung in Berliners Pletath 8. 45. Aus Firkowitz' Verzeichnis stammt 
offenbar, mit einigen Ungenauigkeiten, doch im ganzen richtig, die Mit- 
teilung in Gg. j. II (1863 S. 157), wo zu Anfang 47 Thorarollen und 
98 Bibelfragmente angegeben sind; über letztere s. die Mitteilung von 
Mnrault in Heidenheims deutscher Viertel Jahrsschrift, Neubauer und 
Chwolsohn in Gg. j. lU, 232, bei Strack, Intr. S. 53 ff. u. 122. Bei 
Geiger folgen noch 700 Grabschriften und einige hundert Briefe. 
Einige allgemeine Bemerkungen vom Oberbibliothekar Dr. Min zl äff 
erschienen in H. Schmitzdorffs Statist, u. s. w. Mitteilungen aus Rufsland 
Jahrg. ni, 1870, S. 39 ff. (HB. XI, 90). — Im Jahre 1864 ersuchte ich 
Prof. Dom um ein Verzeichnis der mathematischen Mss. jener Samm- 
lung und erhielt ein von Jon. Gurland (gest. 2. März 1890) verfafstes, 
zn dessen Veröffentlichung ich letzteren aufforderte, indem ich ihm 
einige Bemerkungen dazu mitteilte. Er veröffentlichte darauf ein hebr. 
Verzeichnis von etwa 18 Bdn. in Hamagid 1865 S. 78 ff. Im Jahre 
1866 gab er eine kurze Beschreibung in deutscher Sprache (Ginse 
St. Petersburg II), in deren Vorrede Prof. Dorn als Veranlasser genannt, 
nur einmal (S. 6) meiner Korrekturen zum Artikel in Hamagid er- 
wähnt wird; S. 12 rührt das eingeschaltete 3 von mir her, nicht aber 
das falsche Datum V'^n, 1287, für ein Werk des Jakob b. Machir, 
der in anderen Mss. genannt ist. Im Jahre 1865 ging Neubauer 
nach Petersburg und veröffentlichte einen y,Rapport*^ über die dor- 
tigen Mss. im Journal Asiat. (1865 1. 1 mit Nachbemerkungen von 
Mnnk); hierauf erschien (im Institut zur Beförderung der jüd. Litt.) 
seine kleine Schrift: „Aus der Petersburger Bibliothek" 1866, worin 
teilweise Firkowitz' handschriftl. Katalog benutzt ist.^^) Aus den Mss. 



35) S. z. B. zu Ms. Fischl 18; Fürst, Kar. III, 166—7 charakterisiert die 
Schrift als eine „Müsgeburt**, worauf er jedoch „gern und off' bei Einzel- 
heiten verwiesen hat, und scnreibt den Index ab. 

63 

6* 



— 84 — 

finden sich schon Mitteilungen im Anhange za HB. II (1859), bei 
Gurland, Ginse I — III, bei Frankl, Ein Muataselit. Kalam (Wien 1872, 
auf meine Veranlassung). 

Aus der Schweiz waren bis vor kurzem nur Mitteilungen Aber 
Zürich von Kayserling bekannt (HB. VIII, 131: Buxtorfs Korre- 
spondenz; Gg. IX, 135, Rev. £t. j. XIII, 260). Mitteilungen aus Bern 
giebt Neubauer im Rapport (Ärch, des miss. scient 3® särie I, 568), 
Auszüge aus Catal. codd. Bemensium (ed. Herm. Hagen, Bern 1875) 
enthält HB. XVI, 82; Nachrichten aus der Basler Bibliothek bei 
M. Schwab (Rev. fit. j. V, 250—6), nicht ohne Irrtümer. 

§ 28. Deutschland. Wir nennen zuerst Strafsburg, welches 
jetzt in der Universitätsbibliothek eine Anzahl von hebr. Mss. besitzt; 
einige davon sind in neuester Zeit aus der Sammlung der Buchhandlung 
Asher et Comp. (§ 24) angekauft; eine Notiz über einen alten „Morde- 
chai^ gab Dukes (Lb. IX, 310). Ein Verzeichnis von S. Landauer 
(Katal. der Orient, (hebr., arab. etc.) Handschr. der K. Univers.- u. Landes- 
bibliothek Teil I, 4<>, Strafsburg 1881) zählt 51 Nummern, ein Verzeichnis 
der Autoren fehlt. 

Nächst München ist die Stadtbibliothek in Hamburg 3«) durch 
den Nachlafs von Jo. Ohr. Wolf, Verf. der Bibliotheca Hebraica (gest 
1739, CB. p. 2730 u. XXXIV), die reichste an hebr. Mss. in Deutsch- 
land. Seit Wolfs Tode ist wenig hinzugekommen, ausgenommen die 
spanische Sammlung Fidalgo (1859 , s. oben S. 60). Die hebr. Mss. 
gehören hauptsächlich 2 Sammlungen an, nämlich der des Prof. 
Hinckelmann, später Morgenweg (Wolf IV praef. f. 2**), und üffen- 
bach (s. Petei-sen, Gesch. der Hamb. Stadtb. 1838 S. 76ff.). Zach. 
Conr. ab Uffenbach in Frankfurt a. Main besafs eine für einen Privat- 
mann ausgezeichnete Sainmlung, worüber verschiedene Kataloge er- 
schienen sind. 3^) Die erste bis zum Jahre 1720 reichende Sammlung 
verzeichnet Jo. Henr. Mai fil.^s) in: ^^Bibliotheca Uffenhachiana Mss, 
(Kol. 1 — 416), nämlich 141 Codd., mit reichen, freilich sehr einseitig 
gewählten Auszügen und Übersetzungen, worunter der parodierende 
Traktat Purim. Die jüdische Litteratur galt hier, wie oft, nur als 
Hülfsmittel ftir die Bibel und das Christentum, zugleich zur Herab- 
setzung der Juden.^9) Mai verweilt gern bei kabbalistischen Absnrdi- 



36) Bei Fürst III S. LXI mit 8 Zeilen erledigt, da es nichts abzu- 
schreiben gab. 

37) CB. p. 2689; der Cat mss. Bibl Uff., 8., Fr. a. M. 1747, verzeichnet 
nur einige orient. Mss., darunter kein hebr. 

38) Zz., Z. G. 75 (CB. p. 1643); Monatstage S. 49: gest. 1. Sept. 1719, ist 
der Vater, bei Jöcher III, 66 geb. 1653. Der Sohn, geb. 1 1. Mäiz 1688, gest 
17. Juni 1732, vermachte seine Bibliothek der Universität Gleisen. Er datiert 
die Vorr. IX. Kai. Apr. 1720 und erzählt (Bl. h recto), sein Vater sei während 
des Drucks 111. Nonas Sept. proximi anni gestorben ; seine Schriften in meinem 
Handb. n. 1280 ff.; Fürst II, 286 kennt ihn nicht. 

89) Uffenbach selbst macht das geschmackvolle Wortspiel: mortuum 
foetidumqne jndaeorum mare. 

84 



— 85 — 

täten, auch bei der Litur^e^<>) „ad malitiam detegendam judaioam", 
welche in diesen Bflohem und deren Kommentaren herrsche. Die 
Uffenbachsche Sammlung gehört anch vorzugsweise dem einseitigen 
kulturlosen Gebiet der deutschen und französischen Juden. Zu der 
Sammlung üffenbachs kamen, ehe Wolf dieselbe kaufte, nur wenige 
Mss., worüber kurze Notizen in andern Katalogen sich finden (CB. 
p. 2730). Man war also in Bezug auf alles Hebräische in Hamburg 
hauptsächlich auf Wolf, einzelne Mitteilungen von Dukes n. a., Zedner 
(benutzt von Berliner), Zunz und (einige) von mir angewiesen (vgl. 
Lebrecht S. 49, 97). Den handschriftl. Katalog von Dukes besichtigte 
und ergänzte ich im Jahre 1847 während weniger Stunden meines 
Besuches der Bibliothek. Einiges hat H. J. Michael abschreiben 
lassen, auch Wittkowski (Wittkower) kopierte und edierte einiges 
in "^r^ iQitt9, zum zweiten Mal die Sittenschrift von Efraim b. Joab 
(HB. X, 103 und S. VI).*») — Mein Katalog der hebr. Handschr. in der 
Stadtbibliothek zu Hamburg (1878) zählt 355 Nummern. 

Neben Hamburg, welches keine Universität besitzt, verschwinden 
fast alle deutschen Universitäten mit ihren hebr. Mss. In Königsberg 
hat Jolowicz Raschi- und Talmudfragmente aus Deckeln abgelöst (S. 8). 
In Erfurt besafs die Bibliothek des evang. Ministerii (Minis terialbiblio- 
thek) sehr alte hebr. Mss., meist biblische, welche schon Michaelis 
behandelte (§ 4). Eine Notiz über 15 Mss., aus der „ Häuserchronik *^ 
der Stadt Erfurt (HB. V, 70), begleitete ich mit einigen Bemerkungen, 
welche unberücksichtigt blieben beiAd. Jaraczewski (Geschichte der 
Juden in Erfurt 1868 S. 115—17), wo n. 12 angeblich ein Jerusalem. 
Talmud [in der That die jetzt edierte Tosefta];*^) n. 15 ist die merk- 
würdige Handschrift, welche J. Heinemann längere Zeit entlehnt hatte, 
und woraus er Abschriften machen liefs, ohne den wahren Besitzer 
zu nennen, so dafs jetzt fast alles daraus ediert ist, bis auf eine Über- 
setzung von Hai Gaons Abhandl. über Kauf (HÜb. 910 A. 42). Eine 
genauere Beschreibung fast aller Erfurter Mss. gab Lagarde in Sym- 
micta (1877), nicht ohne Irrtümer, welche ihn jedoch nicht von seiner 
bekannten Manier, auch nicht von dreisten Deuunciationen zurück- 
hielten.*^) Seit 1879 sind diese Mss. in den Besitz der Berliner 
K. Bibliothek übergegangen. Letztere*^) besafs früher gegen 100 hebr. 

40) Nach Renaudot dürfe man zwar dieses Wort durch Anwendung 
auf jüdische, samarit. u. muhammed. Gebete nicht 2>ro/aniet'en ; Mai, praef. 
f. 9 verso. . 

41) Über gedr. hebräische Grammatiken u. and. in Hamburg berichtet 
F. L. Hoff mann in Jescburun von Kobak VI; aus theolog. Mss. M. Grun- 
wald in Mtschr. 1895/6 S. 280 ff.. Ztschr. f. HB. 1, II. 

42) Dieselbe erkannte schon Lebrecht lb6b, als er sie in Berlin sah, 
was Gg. VI, 224 unbekannt blieb, der VI, 57 n. 11 (Masora) beschreibt. 

43) Zu n. 1 (jetzt 1210 fol.) schliefst er eine Behauptung: „dafs dem 
so sei, wird nunmehr, da ich es gesagt, natürlich alle Welt längst gewui'st 
haben"; schade nur, dals die Behauptung eine grundlose Konjektur ist. 

44) Ft. Wilken, Gesch. d. K. Bibliothek u. s. w., Berlin 1826 (S. 6 aus 
Trithemius, £p. 43 [opp. p. 47, ed. 1505]: „Selten findet man [in der MarkJ 

85 



— 86 — 

Mss., deren Katalog (Die Handschriften -Verzeichnisse II. Bd. mit 3 
Tafeln) ich im Jahre 1869 angefertigt und 1878 herausgegeben habe. 
Seitdem sind bis 1896 wieder mehr als 120 Codd., teilweise von 
Shapira n. a., darunter aach die Erfurter Mss., erworben worden. 
Ein nach Fächern geordnetes Verzeichnis, in welchem auch der Inhalt 
der älteren Mss. eingereiht ist, wurde im März 1897 als „2. Abtoilung** 
im Druck beendet. — Die E. Bibliothek in Dresden besitzt wenige 
hebr. Mss., wenn auch nicht ohne Interesse. Die arabischen und hebr. 
umfafst der ,,Catal. Codd. ms. bibl. reg. Dresd. scr. ... H. 0. Fleischer, 
acc. Frid. Ad. Eberti Catal. Codd. ms. or. Bibl. Ducal. Guelferb.** 
(Wolfenbüttel), 4., Lips. 1831 (worüber nichts bei Fürst). Aus n. 384, 
ihn Esra, habe ich Mitteilungen gemacht in nnniKion *^3« (1846/7); bei 
der Vergleichung dieses Ms. im Dez. 1896 entdeckte ich im letzten 
Stücke eine bisher unbekannte unvollständige Übersetzung der sogen. 
Novem judices aus dem Lateinischen. Über n. 442 — 43 (Bibeln, § 4) 
a, nach meinen Mkteiluugen inzwischen bei Strack (Proleg. 119). — In 
der Wolfe nbüttler Bibliothek sind nach dem Conspectus des eben 
erwähnten Katalogs unter 142 Mss. überhaupt 13 hebr., 3 bibl., 6 rabb. 
über Talmud, 2 Gebetbücher, 2 physikalische, 6 philosophische.^^) 

Über die Bibliothek in Rostock s. Berliner, Mag. I, 34. 
Leipzig besitzt 2 Bibliotheken, die Universitätsbibliothek, „Paulina'' ^ 
über deren Mss. nur 2 Ausgaben eines alten Katal. von Fellerus 
existieren; die 2. (1686), noch kürzer als die erste, enthält (8. 215 
n. 18, jetzt Cod. 102* qu.) das gramm.-masoretische, seltene D-^jpn 'o 
oder *^:i^^v von Simson Nakdan (XIII. Jh., Zunz, Z. G. 113), benutzt 
von Delitzsch in „Jesnrun" (Index p. 249). In neuerer Zeit kamen 
einige Mss. Tischendorfs hinzu (§ 27).<<')* 

Die Ratsbibliothek (Bibl. Senatorin)^ deren zahlreiche Druckwerke 
ich im Jahre 1839 benutzte, besitzt eine kleine, aber wertvolle Samm- 
lung von 43 Mss., zum Teil aus dem Nachlafs Jo. Chr. Wagenseils, 
Prof. in Altdorf (starb 1705, CB. 2711), der selbst einen Katal. (1690 
nach Fürst p. LXIII, die Nummern in Naumanns praef. p. XXL) zu- 
sammengestellt hat, darunter auch einige eigene Übersetzungen (CB. 1. c). 
Diese Mss. sind bei Wolf als Codd. Wag. citiert. Auch bei der Er- 
oberung Ofens (1696) kam einiges dahin. Der latein. Katalog von 
Delitzsch mit „Addenda" von Zunz (1838)^') gehört zu den besten, 
ist aber nicht separat ausgegeben, sondern nur mit dem der anderen 



einen Mann, welcher die Bücher liebt, sondern aus Mangel an Erziehung und 
Lebensart lieben sie mehr Gesellschaften, MUfsiggang und Trinkgelage*'); 
Lebrecht S. 47. 

45) N. 5 a, b ist nicht von Elia Levita (vgl. Wolf II, 13S2 n. 4); 78 
Makkot fehlt bei Lebrecht S. 78; über n. 10, Averroes, arab. in hebr. Schrift, 
habe ich seit 1S8I (HB. XXI, 84) vergeblich Auskunft gesucht. 

46) Fürst S. LXIV berührt nur Druckwerke, worüber kein Katalog 

47) Vgl. Strack, Proleg. 32; CB. p. 891. 

86 



— 87 — 

Mss. von R. Naumann, Redakteur des „Serapeum" (1840 — 70), und 
dem der oriental. Mss. von 0. L. Fleischer; aber auch das Ganze ist 
schon lange schwer aufzutreiben. Bald auf dieses mit Liebe verfafste 
Buch folgte Delitzschs Katzenjammer in „Schilderungen und Kritiken*^, 
nach dem Rausche in der „Geschichte der jüd. Poesie". — Von den 
Mss. wurde schon 1839 — 41 von Delitzsch und mir die Religions- 
philosophie des Earäers Ahron b. Elia, hierauf anderes ediert oder 
benutzt bis heutigen Tags. 

§ 29. Ohne uns an den Frieden von 1866 zu kehren, und unter 
dem Schutze der Universitätsgesetze, die das deutsche Österreich noch 
nicht ausgeschlossen haben, rechnen wir zu Sttddeutschland auch 
Wien, dessen K, K. Bibliothek so viel hebr. Bücher und Hand- 
schriften besitzt als alle norddeutschen Universitäten zusammen. In 
Wien ist es freilich nicht die Universität, sondern wie gesagt die 
E. K. Bibliothek, welche diese Schätze besitzt. In katholischen Ländern 
hat man in letzter Zeit hebr. Bttcher und Mss. aus Klöstern und kirch- 
lichen Stiftungen nach den Hauptstädten gebracht. In Wien sollen 
die meisten und kostbarsten Mss. vom Prinzen Eugen dem Samuel 
Oppenheim (um 1700) ausgehändigt sein (Wiener in Ben Chananja YIU, 
106). Allein dem widerspricht das Datum der zu erwähnenden Kata- 
loge. — Schon im Jahre 1838/39 hatte ich Gelegenheit, die hebr. 
BUcher aus einem handschriftlichen Kataloge kennen zu lernen, doch 
durfte ich dieselben nicht ohne weiteres excerpieren. Meine damaligen 
Auszüge besafs ich noch im Jahre 1890. Auch im Jahre 1852 be- 
nutzte ich den kurzen Aufenthalt in Wien während einer Reise nach 
Triest und Padua, um eine Anzahl Unica für OB. zu notieren. D^r 
Stamm der dortigen Mss. rührt von der Bibliothek Seb. Tengnagels 
her (vor 1665). Ein Verzeichnis von Nessel (CB. 2059), mit Hülfe 
des bekannten Lexikographen Meninski bearbeitet, steht in Nessels 
grofsem Katalog T. II p. 147 — 62, abgedruckt in Lanxbecius Com- 
mentt. ed. KoUar 1766 I, 373 (Ed. 1665 I, 168 — 85 enthält nur eine 
kurze Recension). Nach Nessel citiert Wolf; dennoch hat der letzte 
Katalog nicht überall die Nummer Nessels angegeben.^^) S. Deutsch 
gab zuerst eine Beschreibung der Mss. in den „Osten*. Blättern für 
Litteratur und Kunst" 1846, die ich teilweise in Privatmitteilungen 
verbesserte. Damals war Deutsch noch naiv unwissend. Bald darauf 
trat er als Mitarbeiter von Krafft auf (Die handschr. hebr. Werke der 
K. K. Hof bibliothek , beschr. v. Abr. Krafflt u. S. Deutsch 1847) *9) und 
verfiel, wie alle Plagiatoren, in die schwersten Irrtümer, welche teil- 
weise schon im Register zu Katalog Michael gerügt sind (vgl. Jüd. 
Literatur S. 469). Dieser Katalog ist nicht nach den Handschrift- 



48) Fürst III S. LXII bietet nur den Druckfehler „Bessel" für Nessel; 
er revanchiert sich durch den Abdruck der 23 Rubriken in Deutschs Katalog. 

49) ^.R^pond ä toutes les exigences (!) de la critique et de la biblio- 
graphie", J.Dubeux, Journ.As. 1851, t. XVII, 300. 

87 



— 88 — 

Bänden angeordnet,^^) sondern nach den Schriften, so dafs 195 Nammern 
aufgezählt, unter jeder die Duplikate angefügt werden (freilich manch- 
mal infolge einer unkritischen Beschreibung). Die Epigraphe sind mit 
verschiedenem Schriftcharakter, teilweise in Facsimile wiedergegeben, 
im Titelregister ist die Hälfte der Artikel unter nso zu suchen;*'^*) das 
Autorenregister ist inkorrekt. Eine Anzahl Berichtigungen und Er- 
gänzungen gab J. Goldenthal im Anhange zu seinem Verzeichnisse: 
„Die neuerworbenen hebr. Werke" etc. 1851, welches 40 Codd. be- 
schreibt. Goldenthal schreibt nicht deutsch, er fahrt den Reigen der 
frechen Angriffe auf Zunz.^^) Auch aus der Wiener Bibliothek ist 
manches ediert, ganze Partieen blieben unbenutzt. — 

In Pest besitzt das Nationalmuseum eine kleine Zahl von Mss.,^^) 
beschrieben von S. Kohn im Mag. 1877, woraus ein Sonderabdruck mit 
Register (HB. XVII, 81; vgl.D.KaufmannimJtid.Litbl. VII, 1878, N. 12ff.). 

§ 30. Im Süden des engeren Deutschlands sind verschiedene 
Bibliotheken, in denen einzelne, auch hebr. Mss., meist biblische, bewahrt 
werden, wie schon oben (§4) bemerkt worden, nämlich in Cassel, 
Stuttgart; aus Giefsen erwähnt der Catal. Codd. Mss. v. J. Val. 
Adrian p. 263 n. 892 Gebete (nin:cin etc.), identisch mit Uffenb. 44. — 
In Karlsruhe sind einige Mss., die von Reuchlin herrühren; n. 154 
die Propheten, geschr. 1106 (Strack n. 49), Talmud Tr. Synh., welchen 
Reuchlin (1512) für den jerusalemischen Talmud hielt (Lebrecht 51); 
ein Komm, über Jeremia von zweifelhaftem Autor, wahrscheinlich von 
Jos. ibn Nachmias. Das Verzeichnis dieser hebr. Mss. von S. Landauer 
enthält der 2. Teil des allgemeinen Katalogs (Die Handschriften der 
Grofsherzoglichen Badischen Hof- und Landesbibliothek, Karlsruhe, II. 
Orient. Hss. 1892). Eine kurze Notiz über einige Mss. der Stadtbiblio- 
thek in Darmstadt giebt Neubauer im Letterb. XI, 165. l'ie Nürn- 
berger Stadtbibliothek hat einige hebr. Mss., z. B. den Gesetzcodex 
von Maimonides, ein altes Machsor, beschrieben von Ziemlich im 
Magazin 1886 und Sonderabdrnck. 

In Wtirzburg findet sich Hebräisches, aus fränkischen Klöstern 
und Stiftern gesammelt; über Talmudfragmente berichtet Lebrecht nach 
Mitteilungen von M. P inner.**) Sonst ist nichts bekannt, obwohl dort 
die in unserer Zeit fast einzige grofse Talmudschule Deutschlands, unter 
Leitung des in der Orthodoxie hochbeiUhmten Rabbiners Bamberger, 
Herausgebers der Halachot des ibn Gajjat (gest. 1878), geblüht hat. 

50) Woher die Baudzalil 217 bei Fürst III p. LXII? Tachereau 
(Cat. Par. p. 5) hat 235, offenbar durch Addition von Deutschs Werken und 
(^oldenthals Bänden! 

51) Welche Unzuträglich keiten die Unterordnung unter der fast will- 
kürlichen Bezeichnung mache, sieht man auch in Haji Khalfas Art. 3Kr3. 

52) Beispiele seiner Unkunde CB. p. 1021 u. Add. 

5S) Eine Notiz von J. Perles in Ben Chananja 11, 271 (vgl. HB. 1, 109); 
die Quelle Neubauers (IIB. A'III, ;V2) war S.Sachs, Catal. S. 4 unten, wo 
allerdings nur steht, dafs ich nichts bemerkt habe. 

54) Daher „fränkischen Universität'' bei Fürst III S. LXI. 

8b 



— 89 — 

München besitzt die älteste und für uns wichtigste Bibliothek 
Deutschlands von beinahe 400 hebr. Bänden ^^) mit mehr als 1000 Werken 
über alle Zweige der Litteratnr, zam Teil Unica und fortwährend zu 
Ausgaben nnedierter Schriften benutzt. Namentlich ist der dortige 
Band des Talmuds in dem leider unvollendet gebliebenen Werke von 
Rabinowitz (ge«t. 1888; vgl. Lebrecht 8. 54 ff. HB. 1862/63) gebraucht. 
Verschiedenes edierte Jellinek, leider nach den sehr inkorrekten 
Eopieen aus den Jahren 1548 — 52 (Schorr, he-Chaluz Vll). Dazu 
kommen Schriften von Chananel, Serachja b. Isak, Averro6s, das Buch 
n*^nTnn, die Mischna der Mafse u. a. m. — Die Geschichte der Münchener 
Bibliothek und ihrer Kataloge ist sehr lehrreich und verdiente meine 
weitläufige Behandlung (in Sitzungs- Berichten der Münchener Akademie 
vom 3. Juli 1875 S. 169 ff.), woraus hier ein kurzer Auszug folgt. Die 
Sammlung besteht hauptsächlich aus den Mss. des Joh. Alb. Wid- 
manstad („Widmestadius", Lucretius Suevus), Geschäftsträgers in Rom 
nm 1536, angeregt durch Beuchlin, vielleicht auch durch den Kardinal 
Aegidius de Yiterbo, den Gönner Elia Levita's, ebenfalls Sammler 
von Mss., die mit seinem Namen versehen sind; vgl. zu Cod. München 
217— 18.5^«) Als Karl Albrecht V. (reg. von 1550—79) die Bibliothek 
gründete, erwarb er die Handschriften Widmanstads und liefs eine An- 
zahl von Schriften in Venedig und Mantua durch mindestens 10 Ab- 
schreiber kopieren.^") Sie bilden die partie honteuse der Sammlung. 
Unvollendete Stücke wurden ohne Angabe und Bezeichnung mit anderen 
verbunden; sie bieten oft miserable Texte wichtiger Werke. Falsche 
Überschriften unwissender Kopisten haben die Beschreiber irregeleitet. 
Die Mss. aus Klöstern und dergl. sind von sehr geringer Bedeutung. 
Die neueste nennenswerte Erwerbung besteht in Mss. Quatrem^res 
(1858, 8. Halms Katal. 1859); eine Notiz darüber von E. Rödiger in 
ZDMG. 1859 S. 221 ist nicht ohne grobe Irrtümer.*^) Die Münchener 
Mss. sind öfter für teures Geld katalogisiert, zuerst von Paul. Aemilius, 
der ein Zankapfel zwischen Czarncke und Gosche geworden ist , dann 
von anderen^ von deren teilweise komischen Leistungen nicht blofs 
ihre Verzeichnisse, sondern auch allerlei hebr. und latein. Inschriften 
erzählen, womit die Bflcher „verunstaltet" wurden, wie jemand schon 
auf Cod. 285 bemerkt hat. Diese Kataloge waren die Führer Lilien - 
thals (später Rabbiner in Petersburg und Cincinnati) in seinem Ver- 
zeichnisse in der Allg. Zeit. d. Jndenthums 1839 , wogegen schon 

55) Fürst S. LXV beweist Lilienthals Unzulänglichkeit durch die Zahl 
der einzelnen Mss. und die Gesamtsumme, während er selbst die absichtliche 
OSenlassung für Nachträge übersieht. Lil. beschreibt nicht „411 Codices 'M 
Auch die Angabe J^odauers, Litbl. VI, 824 ist ungenau. 

56) Druckwerke scheinen als Doubletten nach dem Brit. Mus. ge- 
kommen zu sein, s. Zedner p. 90. 

57) Die von Fürst wiederholte Behauptung Lilien thals über an- 
gebliche Kopisten Widmanstads ist unrichtig. 

58) S. die Abh. in Sitzungsberichten S. 182. Fürst fehlte es hier an 
abzuschreibenden Mittelquellen. 

S9 



— 90 — 

Landauer Widerspruch erhob.*») Znnz (Z. G. 247) bemerkt: „Durch 
diese verfehlte Arbeit ist der neueste Oppenheimer'sche Katalog ein 
Meisterstück geworden, wenn wir gleich die dflrfltige Gabe nicht gering 
schätzen wollen.^ Aber auch die Angaben Landauers, wie sie uns 
vorliegen, bedurften strenger Prüfung, resp. der Berichtigung. Mein 
Katalog erschien im Jahre 1875, eine 2. Auflage, beendet im Januar 
1895, gelangte erst im März 1897 zur Verteilung. 

Über hebr. Mss. in Hebron s. Wilson, Magazin f. d. Wiss. d. 
Judenth. XI, 587. 



59) Isr. Aunalen I, 391, Lb. VI, 324 (FUrsts Redaktion); Delitzsch be- 
schuldigt Land, des «fleischlichen Effekts" (Serapeam 1840 S. 162); das ver- 
wandelt FUrst (Lb. III, 611) in „gereizte Stimmung''. 



90 



Register. 



(Zn einzelnen Personen sind hier die Vornamen oder deren Anfangsbuch- 
staben hinzuffefligt Das Schlagwort für Sachen ist nicht immer dem Texte 
selost entnommen. — Die Ziffer bedeutet die Seitenzahl.) 

A. Namen und Sachen. 

Abbildangen v. Gegenständen 25. 
Abbreviaturen 16, 31, 36, 42. 
Abigedor ben ha-Kana 5. 
Abraham, Bfichersammler 58. 

— Chassan, s. Abr. b. Mose etc. 

— Farissol, Abschreiber 50. 

— Fimz b. Salomo Rofe, Btlchersammler 58 A. 

— (Josef Salomo) Graziano, Büchersammler 58. 

— b. Jehnda (Leon) ans Candia, Arba Turim 51. 

— b. Jehnda ibn Chajjim, Anweisung zum Kolorieren 25. 

— b. Mose aus Sinsheim (Abr. Chassan aus Heifurt) 5. 

— Piches (Piques?) 5. 

— b. Salomo, Abschreiber 50. . 

— Zakut, Autograph 28. 

Abschreiber, Epiloge 1. — Verzeichnisse 81. 

Abschrift 45, 50. 

Accente, unterscheidende 13 A. 

Acha, Begründer d. tiber. Punktat. 14. 

Adler, J. G. Chr. (so), Judaeor. Cod. sacr. etc. 4A. — Ed. Biblioth. 

bibl. Würtemb. etc. 7.— Katal. 65 A. 
Adolf, W. (Kohn), Buchh. in Berlin, Kat. u. Ms. 66, 68. 
Adrian, J. Val., Catal. Codd. Ms. Giefsen 88. 
Aedes Christi, Oxford, Mss. 78. 
Aegidius de Viterbo, Mss. 68, 89. 
Aera, verschiedene 55. 
Ahron Sergado, Nikkud 16. 
Akiba 5. 

Akrosticha von Dichtem 3. 

9i 



— 92 — j 

Almanzi, Josef, Bibl. 59, 63, 77. 

Amin Allah abnl-Rafid, Schriftarten 28 A. 

Amr, Erfinder des Papiers? 19. 

Amsterdam, Bibl. 61, 65. 

Andrea de Monte 38. 

Anfangsbuchstaben 26. 

Angelica, Bibl. in Rom 72. 

Angelo di Capua, Katalog Vittorio Eman. n. Angelica 72. 

Anonymus, Eatal. 62 A. 

Anquetil, A. H., du Perron, Katal. 65 A. 

Arabisch, Umschreibung in hebr. Schrift 29. 

Arabische Bibelmss. mit hebr. Punktation 55 A. 

Asche, *Tip3 16. 

Ascher, ben 10. — Facsimile 28 A. 

Aschkenasi, Elieser, Buchh. aus Tunis, Eatal. u. Mss. 67. 

Asher, A., Buchh. in Berlin u. London, Katal. u. Mss. 66, 67. 

Assemani, Stephan Evodins, Katal. d. Vatic. 71. — Kat. d. arab. Mss. 

der Medicea, mit hebr. Anhang 73. 
Asulai, Raf., Biblioth. 63. 
Augengläser 49. 
Autograph 44. 
Azevedo, Daniel Kohen, Katalog 62 A. 

Babylon für Rom 14 A., für Cairo 15 A. | 

Bachrach, J., '^^i^*5<n annb cn-^n 27 A. 

Baer, S., Beschreib, v. Lederrollen 6. | 

Bahrdt, Karl Fried., über Mss. in Dresden 7; desgl. in Leipzig 8. 

Band 22, 32. 

Bandinel, Dr. B., Oberbibliothekar der Bodleiana 78. 

Barberioi, Bibl. in Rom 72. 

Bardach, Jehuda, Katal. Pinsker 63. 

Bardowitz, L., Studien etc. 2A. 

Bartolocci, Bibl. Rabb. 71; Index ib. A. 

Basel, Bibl. 84. 

Baumbast 18. 

Baumwollenpapier 19, 20. 

Beer, Bernhard, Bibl. 63. 

Behem (Behaim), Jo., Mss. 68. 

Bellermann, Jo. Joach., De uso palaeogr. hebr. etc. 9. 

Ben Ascher, s. Ascher. 

Benjacob, J. [Thesaurus] 62. 

Benveniste, Btichersammler 58. 

Benzel, Er., Mitteilungen tlber Upsala 81. 

Benzian, J., Buchh. in Berlin, Catalogue d'une pröcieuse coUection 

hebr. 66, 67. 
Berachja ha-Nakdan 15. 

92 



— 93 — 

Berlin, K. Bibl. 85, 86. 

Berliner, A., Einflufs des h. Buchdrucks 3A. — Censnr n. Konfis- 
kation 37. — Gesch. d. Juden in Rom 71. — Über Mss. in Modena 
74. _ MitteiL aus Bibl. Rostock 86. 

Bern, BibL 84. 

Bescheidenheitsausdrtlcke 42. 

Beschläge 33. 

Bet ha-Midrasch in Wien, Bibl. 63. 

Bibel, Handschriften 6. — Yersabteilung 10. 

Bibeltext, Abweichungen 10. 

Bibliotheken, öffentl. 68. 

Bibliotheksoidnung 58. 

ßißXog 18. 

Birch, Walter de Gray, Early Drawings and lUuminations etc. 25 A. 

Biscioni, Antonio Maiia, Katalog der Medicea 72. 

Bislichis, Gebr. Mordechai Lob u. Ephr., Mss. u. Kat. 67, 75, 79. 

Black in London, Sammlung Ginjse Mill Yard 65. 

Blanco, Garcia, Katal. 65 A. — Verzeichnis von Mss. 69. 

Blau, Zur Einleitung in die H.. Sehr. 27 A. 

Bodemann, Xylogr. u. typogr. Inkunabeln der K. Biblioth. in Hannover 
21 A. 

Bodenheimer, Katal. 64. 

Bodleiana, Bibl. 78. 

Bodley, Thomas, Gründer der Bodl. 78. 

Boesehenstein, Jo. 49. 

Bologna, Mss. 72. 

Bombyx 20. 

Bordier, Henry, Description des peintures etc. 25 A. 

Borromeo, Carlo Federico, Schreiber, Verzeichnis von Mss. 71. 

Botarel, (Mos.) Komm, zum Buch Jezira 62. 

Breitkopf, Ursprung der Spielkarten 18 A. 

Breslau, Bibl. d. Gemeinde 61, 66. 

British Museum, Bibl. 76. 

Brnns, Paul Jakob, Erläuterung der Unterschriften in den hebr. Mss. 
aus d. jfid. Geschichte 8, 54. 

Buchbinder 32, 65. 

Bttcherkunde 3. 

Blicherverzeichnisse 62. 

Buchhändler, jfid. 20. 

Buchhändlerbetrug 35. 

Buonarroti? 49. 

Busch, Isid., Buchh. in Wien, Kataloge 66. 

Cambridge, Bibl. 79. 

Camusat, Fr. Dion., Mitteil, fiber Mss. in Paris 75. 
Canonieiani, Bibl. (jetzt Bodl.) 68, 79. 

93 



— 94 — 

Cardozo, Bibl. 63. 

Carmoly, Eljakim, Mss. 59, 62, — Mitteilungen über Mss. in Paris 76. 

Gasanatense, Bibl. in Rom 72. 

Cassel, Bibl. 88. 

Cassel, D., Register zu den Gutachten des Jehuda b. Ascher 53; — 

s. auch Geseniana. 
— , 8., Artikel- Juden 53. 
Cassius, Jo. Lud., resp., s. Causse (41). 
Castro, Juan Rodriguez de^ Bibliotheca Espanola 69. 
Causse, Jo. Isaac Ludov., praes., De librorum manuscriptorum pretio 41. 
Censur 37. — Polem. u. apolog. 39. 
Cesena, Sammlung Malatesta 72. 
Charta 18. — Damascena 19. 
X^xQtrjg ßofißvxu^og 19. 
Chazaren 28 A. 
Chiffren 42. 

Chiskia b. David des Salines (?), schreibt mit der Linken 49. 
Christliche Künstler 27. 
Chronologisches 54. 
Chronostichon 55. 

Chwolsohn, über ThoraroUen u. Bibelfragm. in Eatal. Firkowitz 83. 
Clauswitz, Bened. Gottl., über Bedeutung der Bibel 7. 
Codex 32. 

— purificationis 39. 

Cohen, Abr., Bericht über seine Bibliothek 63. 
— , L., Kontrolle der Daten 56. 
Colbertina, Bibl., jetzt Paris 75. 
Collegio dei Neofiti, Bibl. in Rom 72. 

— Romano, Bibl. in Rom 72. 
Coronel, N., Buchh., Katal. 67. 

Corpus Christi College in Oxford, Katal. 78. 

Costa, Mendes da, Katal. 63. 

Costanzi, Scriptor am Vatikan 71. 

Coxe, H., Catal. Codd. Mss. Colleg. Oxon. 77 u. 77 A. 

Cresbia b. Machir, Schreiber von Cod. Vat. 140 52. 

Curtiss - Bickell, Outlines of Hebrew Gramm, etc. 27 A. 

Custoden 26, 34. 

Dagesch 12. 

Danon in Konstantinopel, Kat. 66. 
Darmstadt, Bibl. 88. 
Datierung von Mss. 55. 

David b. Abraham Alfasi, Buch ha-Nikkud 14. — Verpönt Verzierung 
heil. Schriften 25. 

— Nuüez-Torres, Bibl. 58 A. 
Deckel 33. 

94 



— 95 — 

Deecke, ürsprnng altsemit. Alphabete 27 A. 

Delitzsch, Fr., Katalog der Mss. in der Leipziger Rat«bibl. 86. 

Denis, Ferd., Notice snr les manuscrits ä miniature etc.; Histoire de 

rOrnementation des Mannscrits 25 A. 
Derenbonrg, Jos., Eatal. der Mss. in Paris 76. 
Deutsch, S., Die handschr. hebr. Werke der K. K. Hofbibliothek in 

Wien 87. 
Domenico Jernschalmi 38. 
Doppelpunkt 16. 
Dresden, K. Bibl. 86. 

Driver, 8. R., Notes on the H. ieni etc. 2A. 
Druckerei, orientalische (jüd. Freischule in Berlin) 66. 
Druckpapier 20. 
Dubno, Salomo, Bibl. 58. 
Dukes, L., Notizen über Jews' Coli. libr. 61. — Mss. Aschkenasi 67. 

— Catal. of an important collection of H. manuscr. (Coronel) 67 A. 

— Eatal. der h. Mss. des Br. Mus. 77. — Notiz über einen alten 
Mordechai 84. — Mitteil. Hber Mss. in Hamburg 85. 

Eberti, Frid. Ad., Catal. Codd. ms. or. Bibl. Ducal. Guelferb. 86. 

Eerde, J. B. van, Cat. libror. bibl. univers. Groningen 81. 

Efranim, BUchersammler 58. 

Ehrenberg, S. M., Eatalog 63. 

Ehrennamen 42. 

Einbände 33. 

Elasar Pamas, Kopist, schreibt mit der Linken 49. 

— Worms, Taggin 5. 

Elia Zebi b. Eatriel, Bibl. 62 A. 

Emden, Lazarus, Katal. 78. 

Endbuchstaben, s. Finalbuchst. 

Erfurt, Bibl. des geistl. Minist. 85. 

Erzählungen, illustriert 25. 

Eschkol 5. 

Esra, Bibel in Bologna? 9 u. Zusatz. 

Eulogieen 42. 

Eustachius, Joh. Paul, Scriptor im Yat. 71. 

Euting, J., Table of Hebrew charact. 27 A. 

Exil, assyr. 16. 

Ez-Chajjjim, Lehrhaus in Amsterdam, Katal. 61. 

Facsimiles 28. 

Farbe, rote 26. 

Faust, Buchh. in Krakau, Katal. 66. 

Federkiel 24. 

Fellerus, Katal. der Paulina in Leipzig 86. 

Felsen, Buchh. in Lemberg, Kat. 67. 

95 



— 96 — 

Fiches 5A. 

Fidalgo, Bibl. 60. 

Figuren, Znlässigkeit 25, mathematische 26, menschliche verboten 27. 

Fikes 5A. 

Filigrane du papier 21 A. 

Finalbuchstaben 31, — für 500—900, Zus. zu 8. 46. 

Firkowitz (Firkowitsch) , Abr., Fälschungen 11. — Sammlungen und 

(hebr.) unedierter Katalog 82. 
Fischer, M. 8. G., tlber Papier 18A. — Über Wasserzeichen 21. 
Fischl- Hirsch, Buchh., Katal. 67. 
Fleischer, H. 0., Catal. Codd. ms. bibl. reg. Dresd. 86. 
Florenz, Bibl. 72. 
Flüche 41. 

Foa, Moses Benj., Buchhändler 60. 
Format 34. 

Formeln, am Anf. u. Ende der Mss. 35. 
Fragmentencodex 34. 

Franck, Ad., Katal. von Mss. in Paris 76. 
Franeker, Bibl. 81. 
Friedenthal, M. 8., Bibl. 61. 

Fnedländer, Dr. M., 8ome Fragments of the Hebr. Bible etc. 11. 
— , Moses, in Petersburg, Bibl. 61. 
fugam vacui, in 20. 
Fürst, J., Verzeichnis der Mss. Bislichis 67. — Zur Geschichte der jüd. 

Bibliographie 69. — Geschichte der Karäer 80. — Verzeichnis der 

Mss. Firkowitz 82. 
Futterale (Etuis) 33. 

Oafarellus, Jac, beschrieb die Mss. des Jo. Pico della Mirandola 68. 

Gebetbücher 33. 

Gefängnis, Mss. geschrieben im 49. 

Geiger, Abr., Einladungsschrift etc. u. Katalog 61. — Hinterlass. Mss. 64 A. 

Gemeindebibliotheken 61. 

Geomantische Zeichen, s. Punkte. 

Geruch der Mss. 17. 

Geseniana (aus Katal. Cassel- Rebenstein) 78. 

Gesenius, Geschichte der hebr. 8chrift 2, 27. — Katal. 65 A. 

Ghiron, Samuel, Katal. der Mss. in Turin 74. 

Ghirondi, Mard. Sam., Bibl. 64. 

Giefsen, Bibl. 88. 

Ginsburg, Dr. Christian D., Mss. 64. 

Giraldini, Jac. 38. 

Goldberg, B., Buchh. in Berlin 76 A. 

Goldenthal, J., Index zu Katalog Oppenheimer 78. — Die nen- 

erworbenen hebr. Werke, Wien 88. 
Goliath, Sohn des Gog u. Magog, Schreiber 51. 

96 



— 97 — 

Goldschmidt, Buchh. in Hamb., Eatal. 66. 

Ooldtinktnr 25. 

Gompertz, R. S., BibL 63. 

Grätz, Geschichte, Register 53. 

Grand de marge 34. 

Grimani, Kardinal, Mss. 68. \ 

Groningen, Bibl. 81. 

Grünwald, M., übersetzt Eatal. der Mss. in Modena von S. Jona 74. 

Gmnwald, M., Mitteil, ans theolog. Mss. in Hamburg 85 A. 

Günzbnrg, David v., Mss. 64. 

— Dr. S., Bibl. 61. 

Gurland, JFon., Beschreib, d. mathemat. Mss. Firkowitz 83. 

Hänel, Catalogns libror. Mss. 69. 

Hagen, Ed. Herrn., Catal. codd. Bemensiam 84. 

Halberstadt, Sam., Bibl. n. Verzeichnis von Mss. 62. 

Halberstam, H. J., Bibl. 59. 

Hamburg, Bibl. 66, 84. 

Hamburg, Wolf, Bibl. 62. 

Harkavy, A., über Sammlung Firkowitz 82. — Mss. in Palästina, Zus. 

zu S. 90. 
Hartmann, A. Th., Eatal. 65 A. 
Hebron, Mss. 90. 
Hecht, Eatal. Mss. 67. 
Heidelberg, Bibl. 70. 
Heinemann, Dr. J., Eatalog 63. 
Herowski, resp., s. Causse (41 A.). 
Herzfeld, L., Entstehung der Quadratschrift 27 A. 
Hidjra 55. 

Hieronymus, gegen den Luxus in Mss. 25. 
Hill, van der, Mss. 80. 
Hilleli 6. 

Hinckelmann, Bibl. 84. 
Hirschel, Bibl. 61. 
Hoffinann, F. L., Verzeichnis einer Sammlung v. Büchem aus d. Bibl. 

H. J. Michaels 60 A. 
Holbein 22. 

Houbigant, C. Fr., Bibel ohne Punkte 7. 
HuiUard-Breholles, Histor. diplom. Friderici sec. 18A. 
Hundekot als Gerbemittel 17 A. 
Huntington, Mss. 78. 
Hyde, Mss., Catal. impress. libror. 78. 

Ibri 29. 

Ulustrationen 25. 
Indices d. Schreiber 52. 

97 

Beiheft 19. 7 



— 98 — 

Integrität des Inhaltes eines Ms. 35. 

Isaacsohn, Katalog Jesnrnn 63. 

Isak Akrisch erhält seine Bücher durch Admiral Canaletto wieder 58. 

— b. ßaruch, Schreiber 7A. 

— Fundam, Anktionskatal. span. n. port. Bücher n. Mss. 65. 
Italien bietet die schönsten Mss. 27. 

Jacobsohn, Jac, in Amsterdam, Katalog 63. 
— , Wilh., Buchh. in Breslau, Katal. 66. 
Jakob Emden, Bibl. u. Katal. 62 A., 63. 

— Moses b. Saul, Katal. 62 A. 

Jansen, Essai sur l'origine de la gravure en bois etc. 21 A. 
Jaraczewski, Ad., Geschichte der Juden in Erfurt 85. 
Jechiel, Büchersammler 58. 
Jehuda Loeb b. Josef Samuel, Bibl. 58 A. 

— b. Moses Nakdan Misrachi b. Jehuda nin^n 16. 

— Tibbon, Bibliotheksordnung 58. 

Jelllnek, Mitteilungen über Mss. Tischendorfs 82. 

Jenson, Nie, Esame sui principii della francese ed ital. tipogr. etc. 2IA. 

Jesaia b. Jakob aus Masserano, Schreiber 51. 

Jessurun, Sal., Katal. 62 A. 

Jews' College, London, Bibl. 61. 

Joab b. Jechiel, Verse 50. 

Jochanan Levy Rofe, Buchh. in Amst., Katal. 66. 

Jod (5^3-^» ^) 31. 

Jolowicz, H., Sche'erit Raschi (Fragm.) 8, 85. 

— , Jos., Buchh. in Posen, Katal. 66. 

Jomtob Lippmann aus Mühlhausen 5. 

Jona, Joh. Bapt., Verzeichnis der h. Mss. im Vatikan 71. 

— , S., Rabb., Katal. der h. Mss. in Modena 74. 

Jonghe, Wolf de, Katal. 62 A. 

Josef (AmiTi), Erfinder des Papiers? 19. 

— b. Samuel b. Efraim 55. 

— , Michael, Katal. Jews' College 61. 
Juden, Anteil an der Papierfabrikation? 20. 

Kairo, Mss. 64. 

Kalender 56. 

Kalligraphie 24. 

Kamez IIA. 

Kana, s. Abigedor. 

Kapaun für Esel 49. 

Karabacek, Neue Quellen für Papyrusgeschichte 18 A. 

Karaiten 10, — Bekehrung 12. 

Karl Albrecht V. gründet d. Bibl. München 89. 

Karlsruhe, Bibl. 88. 

98 



— 99 — 

Katzenellenbogen, H., Mss. 60. 

Kanffmann, X, Bnchh. in Frankf. a. M., EataL 66. 

Kayserling, M., Sterbetage 3. — Mitteilnngen Aber Zürich 84. 

Keferstein, Papier 18 A. 

Kennicott, Yariantensammlang 8. 

E^irchliein], Eatal. Garmoly 59. 

Kitab al-Nikknd 14A. 

Kitchin, G. W., Katal. der Mss. in Aedes Christi Coli. 78. 

Klenker, Eatal. 65 A. 

Enöpfelmacher, Bnchh. in Wien, Eatal. 66 A. 

Eöhler, Bnchh. in Leipzig, Mss. 68. 

Eönigsberg, Bibl. 85. 

Eohn, Liepmann, Bttchersammler 58 A. 

— , S., Eatal. der Mss. des Nationalmns. in Pest 88. 

Eollation 44. 

Eonfiskation 37. 

Eontrakte über Eanf v. Mss. 40. 

Eonzil, Tridentiner 38. 

Eopenhagen, Bibl.; — Codd. or. bibl. Reg. Hafk etc. 81. 

Eorrektheit 44. 

Erafit, Abr., Die handschr. hebr. Werke der E. E. Hofbibliothek in 

Wien 87. 
Eranse, Papyms 18 A. 
Erenze als Wasserzeichen 22. 

Lagarde, P., Beschreib, der Erfurter Mss. 85. 

Lampronti, Js., über Verbrennen d. H. Schrift 6A. 

Landau, M. J., Bnchh. in Prag, Eatal. 66 A. 

Landauer, (M. H.,) Mitteilungen über die Münchener h. Mss. 90. 

— , 8., Eatal. der Orient, etc. Handschr Strafsbnrg 84. — Die 

Handschr. d. Grofsherzogl. Bad Bibl. , Earlsruhe , II , etc. 88. 

Lange, Prof. Wilh., Eatal. der h. Mss. in der Medicea 72. 

Lattes, M., Eatal. der Mss. in S. Marco (Venedig) 72, 74. 

Land, W., Erzbischof v. Canterbury, Mss. 78. 

Lautschrift 27. 

Lebrecht, F., Die Bibliothek des Bet ha-Midrasch 60. — Eatalog 
Gompertz 62. — Über Eataloge 69. — Über Talmudfragm. in 
Würzburg 88. 

Le Bret, über e. Tübinger Hs. 7. — Über Bibelhandschr. i. d. Stutt- 
garter EonsistorialbibL 8. 

LederruUen 5. 

Leeuwarden, Bibl. (Cat. Codd. Lugd.) 81. 

Leinpapier 20, 21. — Leinwandlappen 19. 

Leipzig, UniversitAtsbibl. (Paulina), Ratsbibl. (Senatoria) 86. 

Le Long, (Bibl. Sacra) 7, 75. 

Lemans, Moses, Bibl. 62 A. 

99 



— 100 — 

Leo Hebraens 68 A. 
Lesarten 44, 45. 

Levy, Jakob Isak (Leeuwarden), Bibl. 62 A. 
— , Simon Moses, Bibl. 6L 

Leyden, BibL d. Akademie, üniversitätsbibl. 79/80. 
Lichtenstein, Aug. Heinf., über Mss. in Helmstädt n. Hamburg 7. 
Ligaturen 31. 

Lilienthal, Max, Verz. der h. Mss. in München 89. 
— , Theod. Christ., über Mss. in Königsberg 8. 

Lilljeblad, lat. Übersetzung des bibliogr. Werkes v. Sabbatai Bass 81. 
Linien über £igennamen 16 A. 
Liniierung 23. 
Lion, Ascher, Bibl. 63. 
Lipmans, Meier, Bibl. 62 A. 
Lipschütz, Buchh. in Rrakau^ Mss. 67. 
Lövenstein, M. J., Bibl. 63. 
Low, Ascher, Bibl. 62 A. 
Löwenstamm, Menachem Mend., Bibl. 62 A. 
Lohn d. Abschreiber 50. 

London, Bibl. Jews' College 61. S. auch British Museum. 
Luncz, A. M.; Handschriften in Palästina, Zus. zu S. 90. 
Lund, Bibl. 81. 

Luzzatto, Joseph, Catalogue de la Bibl. de S. D. Luzzatto 59. 
— , 8. D., Bibl.; Mitteilungen über seine Mss., Beschreibung der Mss. 
Almanzi 59. 

Mabillon, De diplomatica libri sex. ... 18A. 

Madrid, Verz. von Mss. 67. 

Magliabecchiana, Mss. in der Medicea 72. 

Mai, Angelas, Nachtrag zu Catal. Vat. 71. 

— , Jo. Henr. (fil), Bibliotheca Uffenbachiana Mss. 84. 

Maimonides, Rezept für Tinte 23; — Autograph 28 A., 44. 

Malatesta, Bibl. 72. 

Man(n)etti, Jo., kauft Mss. 70 A. 

Mantua, Bibl. der jüd. Gem. 60. 

Manuskript 32. 

Manuskripte, Stoff, Geruch 17. — Aufstellung 33. — Integrität 33, 
35. — Beschreibung 34. — Besitzer 39. — Erbschaft, Erwerbung 
40. — Zuverlässigkeit 44. — Oriental. u. spanische 26. 

Margoliouth, G., The superlinear punctuation etc. 11. — List of the 
Hebr. and Sam. Mss. in the Brit. Mus. 59, 77. 

Marsh, Mss. 78. 

Masch, Biblioth. Sacra 7. 

Masora 26. 

Mediceo -Laurentiana, Bibl. in Florenz 72. 

Meermanni et alior. epistolae de chartae etc. origine ISA. 

100 



— 101 — 

Meldola, David, Bibl. 62 A. 

— , Raphael Emannel, schenkt Bücher der Bibl. Mantna 61. 

Menachem b. Ahron, Mss. 70. 

Menioski, hilft bei Nessels Verzeichnis 87. 

Merzbacher, Abr., Bibl. 64. 

Meschnllam, Schreiber, Rezepte für Tinte 23. 

— b. Jakob, Büchersammler 68. 
Meseritz, Abr. Jeh. L., Bibl. 62 A. 

Metz, Is., Eatal. der Oppenheimer'schen Mss. 78. 

Michael, H. J., Bibl. u. Katal. 60, 66, 79, 85. 

Michaelis, J. D., Monogr. über Mss. in Cassel 6. 

— , Joh. Heinr., über 4 Bibelhss. in Erfurt 7. 

Miniaturen 26. 

Minzlaff, Dr., über Katal. Firkowite 83. 

Miscellanbände 33. 

Mischna, vokalisiert 13, — punktiert. Zus. zu S. 13. 

Mithridates, Flavius, lat. Übersetzungen 68 A. 

Modena, Mss. 74. 

Modona, Lionello, Eatal. d. Mss. in Bologna 72. 

Monate 55. 

Monatsdekaden 56. 

Monatsnamen, christliche, in hebr. Mss. 56. 

Monte Cassino, Bibl. 70. 

Montfaucon, Bern., Biblioth. Bibl. 7, 72. — Notizen über 7 Bibeln etc. 7. 

— Palaeogr. Graecor. 18 A. 
Morgenweg, Bibl. 84. 

Morosini, Jul., Verzeichnis von Mss. im Vatikan 71. 
Mortara, Mm-co, Die Censur hebr. Bücher inltal. 37. — Mss. der Ge- 

meindebibl. in Mantua 60. 
Moses, Begründ. d. tiber. Punktat. 14. 

— Castellazzo, Maler, Zusatz zu S. 25. 

— Chalajo 71. 

— b. HiUel 16. 

— Sahara, ^Bion na«^^ 4A. 

Muccioli, beschreibt Sammlung Malatesta 72. 

Mühlert, E., Palaeogr. etc. Beiträge etc. 2A. 

Müller, Joel, D^^anaian C|i^n 10 A. 

Muller, Buchhdl. in Amsterdam, Eataloge: Schaap — Jos. Almanzi — 

J. Emden — Michael — M. J. Lövenstein — Cardozo 63, 67. 
München, Bibl. 66, 89. 
Munk, S., Notizen zum Eatal. der Mss. in Paris 76; zu Neubauers 

Rapport 83. 
Munter, Fr., Eatal. 65 A. 

Murault, ThoraroUen u. Bibelfragm. in Mss. Firkowitz 83. 
Mustercodices 6. 

101 



— 102 — 

Nachmanides, Nachträge 44. 

Naftali, ben 10. 

Nagel, Jo. Andreas Mich., über Mss. in Nflmberg 8. 

Nakdan, Samuel 14. 

Namen, jttd. 56. 

Natan, Abot, Zeitalter 18. 

Naumann, R., Eatal. d. Ratsbibl. Leipz. 87. 

Neapel, Biblioteca nazionale 75. 

Nessel, Verzeichnis der Mss. in Wien 87. 

Neubauer, Ad., ed. Empfehlungsschreiben u. s. w., Zus. zu S. 9 A. 29. 
— Introd. of the Square Character in biblical mss. 27 A. — 
Katalog der Bodl. Mss. 28, 79. — Hebr. Ortsbezeichnungen des 
mittelalterl. Europa 54. — Catalogne of the Hebr. mss. in the 
Jews' College 61. — Notizen über Mss. von Dr. Ginsburg in 
London 64. — über Mss. in Spanien 70. — Bibl. Toulouse, 
Avignon, Nfmes, Paris, Lyon, Sens 76. — Gatal. Bodl. 78. — 
Mss. in Leeuwarden 81. — ThoraroUen und Bibelfragm.; „Rapport'' 
über Mss. Firkowitz, im Journal Asiat.; Aus der Petersburger 
Bibl. 83. — Mitteilungen aus Bern 84. — Mss. in Darmstadt 88. 

Non rogn6 34. 

Novem judices 86. 

Nürnberg, Bibl. 88. 

Ochse für Esel 49. 

Ochsenkopf als Wasserzeichen 22. 

Odessa, Bibl. 61. 

Omer, Chajjim, Katal. 62 A. 

Omont, H., Specimen des caract^res hebr. 27 A. 

Oppenheim, Samuel, Mss. 87. 

Oppenheimer, David, in Prag, Bibl., jetzt in der Bodl. 78, 79. 

Oratoire, Bibl. in Paris 75. 

Orgelbrand, Buchh. in Warschau, Eatal. 66. 

Ornamentik 25. 

Oxford, Bibl. (Bodl. u. CoUeges) 77. 

Ozimo, Bibl. 63. 

P (Wasserzeichen) 22. 

Paginierung 34. 

Palästina, Mss., Zus. zu S. 90. 

Palimpseste 24. 

Panizzi, Oberbibliothekar des Br. Mus. 76. 

Papier, Geschichte des 18. 

Papier- Mühlen 20. 

Papyrusstaude 18. 

Paris, Bibl. 75. 

102 



— 103 — 

Parma, Bibl. 72, 74. 
Pasoheles, W., Buchh. in Prag 66. 
Pasinus, Katalog d. Mss. in Turin 73. 
Patach 12. 

Paulus Aemüius 50. — Katal. der Münchener Mss. 89. 
Pen 24. 

Pentateuch, Vorlesen des 10. 

Pergament 17. 

Pergamenthändler 17 A. u. Zus. zu 8. 17. 

Perreau, Pietro, ehemal. Bibliothekar in Parma, Katal. h. Mss. daselbst 
72, 74, 75. 

Pesach-Haggada, koloriert 26. 

Pest, Mss. 88. 

Petersburg, Bibl. d. Orient. Akademie, des asiat. Museums, üniversitäts- 

bibl. (Catal. des manuscrits etc.) 81, 82. 
Petzholdt, JuL, Handb. der deutsch. Biblioth. 69 A. 
Peyron, Amadeus, Katal. seiner Mss. in Turin 73. 
— , Bemhardus, Katalog der Mss. in Turin 74. 
Pico, Jo., de la Mirandola, Mss. 68. 
Pinner, Moses, über Bibl. in Odessa 61, — seine Mss. 64. 
Pinsker, Simcha, Einleitung in d. assyr. Punktation 11. — Mss. 63, 82. 

— Likkute 80. 
Pocock(e), Mss. 78. 
Preise der Mss. 40. 
Prins, Jacob Elia, Katal. 62. 

Proops, Salomo b. Josef, Buchhändler in Amst. 65/66. 
Propaganda fide (de), Bibl. in Rom 72. 
Protokolle über Kauf v. Mss. 40. 

JtQCJTOXoXXoV 18. 

Punctator 15. 

Punktation, assyr. od. babylon. 10, 11, palästinische, tiberiens. 11. 
Punkte, Zeichen für deleatur 13, — geomant. Zeichen 43. 
Punti comma, fermo 16. 

Quandtins, Jo. Jac, De attramento Hebraeor. 23 A. 
Quaritch (London), Katal. 66. 
Quatrem^re, Katal. 65 A. — Mss. 89. 

Eabinowitz, R. N., in München, Katalog Merzbacher 64. — Buehh.- 

Kataloge 66. 
Rachmanus, Daniel b. Ascher, Katal. 62 A. 
Randnoten 43. 

Raphe über d. Buchst. ^, a, 3, ^ 13 A. 
Rask, A., Katal. 65 A. 
Raschikursiv 30. 

103 



— 104 — 

Basnren 24. 

Reggio, J. 8., M88. 59, 79. 

Reifmann, Jak., Bericht über Mss. in Zolkiew 60. 

Renchlin, Mss. 68, 88. 

Rouss, Jer. Day., Beschreibnng merkw. Bücher 8. 

Ritual V. Jemen 10. 

Ritnalien 4. 

Rödiger, E., Katal. 65 A. — Über Mss. Quatrem^re 89. 

Roest, M., Kataloge 60, 61, 63. 

RoUen 27. 

Rom, Bibliotheken 70. 

Roman, Jakob, Büchersammler 62. 

Romm, Bnchh. in Wilna, Eatal. 66. 

Rosenthal, L., Bibliothek 59. 

Rossi, de, 0. B., Mss. 74, 75. 

Rostock, Bibl. 86. 

Rubens, Mayer B., Eatal. 63. 

— , Salomo, in Amsterd., Mss. 59. 

Rückersfelder, F., Monogr. über Mss. in Daventer 7. 

Saadia Gaon, iips 15. 
Saalschütz, Eatal. d. Bibl. 64. 
Sabbatai Bafs, bibliogr. Werk 62, 80. 

— b. Samuel 52. 

Sacerdote, G., Deux Index expurg. 39. — Katalog d. Coli, dei Neofiti 72. 
Sachs, Sen., Bericht üb. Mss. Katzenellenbogen in Wilna 60. — Eatal. 

Günzburg 64. — Zusätze zu Zunz, Eatal. Bislichis 67. 
Saint- Germain, Bibl., jetzt in Paris 75. 
Salmon b. Jerocham, Mukaddama über Dekalog 14. 
Salomon, G., Bibl. 64. 
— , Isak Seligmann Berend, Eatalog 78. 

— Kohen Samuelsohn, Bibl. 62 A. 
Samaritaner 6. 

Sammlungen 57. 
Samuel Nakdan 14. 

— b. Natan, ypn 'o^n 53 A. 
San Marco, Bibl. in Venedig 72. 

Saphir, Jacob, Reisender im Orient, Katal. 67. 
Saraval, L., Bibl. 59. 
Sardini, Italien. Papierproben 21. 
Saumaise (Salmasius), Mitteil, über Mss. in Paris 75. 
Scaliger, Jo. Justus, Mss. in Leyden 80. 
Schaap, L. B., Bibl. 63. 

Schechter, Notes on H. Mss. in the Univ. Libr. Cambr. 79. 
Schelling, J. Fr., über Bibelhandschriften in der Stuttgarter Kon- 
sistorialbibl. 8. 

104 



— 105 — 

Schemot 57. 

Schemtob Ardntial, Gedicht des Streites zw. Schere a. Feder 24. 

Schiede, Jo. Ge., Monogr. Aber eine Hs. in Cassel 6. 

Schiller -Szinessi, Katal. d. Mss. in Trinity Coli. n. der Unirersitätsbibl. 
in Cambridge 79. 

Schmidt, Bnchh. in Wien, Katal. 66 A. 

Schnedermann , Controverse des L. Capellns etc. flb. Alter d. h. 
Punct. ... HA. 

Schnelligkeit d. Abschrift 50. 

Schmirrer, Chr. Fr., Diss. de Codd. h. V. T. etc. 8. 

Schönblnm, Sam., Bnchh. in Lemberg, Mss. 59. — Kataloge 63, 64 
(bis), 67, 71. 

Schorr, Os. H., Mss. 59. 

Schreiber 43, — Name der 3, — christliche 43 A. 

Schreibinstmment 24. 

Schreibmaterialien 23. 

Schrift, hebr., mikroskopisch 27, — ältestes Specimen 28, — franzö- 
sisch, spanisch, provenzalisch, knrsiv, rabbinisch 30, — der Linken 49. 

Schriftcharakter, Benennungen 29. 

Schriftproben 27. 

Schnltens, J. J., Katal. 65A. 

Schwab, M., Notes de comptabilitd jnive etc. 28 A. — Mitteilungen 
ans der Basler Bibl. 84. 

Schwenke, Paul, Adrefsbuch d. deutschen Bibl. 69. 

Segol 12. 

Seidenpapier 20. 

Seiden, Mss. 78. 

Selig b. Perez, Bibl. 62 A. 

Seligmanniana, Bibl. 78. 

Seminar, jfld.-theol. in Breslau, Bibl. 61. 

Semler, Jo. SaL, über Fragmente an Deckeln u. Einbänden 8. 

Sema (De la) Santander, 5 Tafeln mit Papierzeichen 21. 

Shapira, M. W., Mss. 64. 

Shaw, Henri, The art of illuminations as practised in the Middle Ages 25 A. 

Silvestre, Palaeographie universelle 27 A. 

Simcha, Isak Luzki, Bibliogr. der Karaiten 62. 

Simon, Jos., Katalog d. hebr. Mss. in Nfmes 76. 

— , Richard, Histoire crit. du V. T. 7. 

Simsen b. Elieser 5. 

Sinzheim, Josef David, Bibl. 60. 

Sixtns IV. sammelt h. Mss. 68. 

— Senensis, rühmt sich der Vernichtung hebr. Bücher 57. 

Slnck (Brand in) 61. 

Soave, M., handschriftl. Verz. der Bibl. della Vida 60. 

Solari , Sebastiane , (Rabbiner aus Bagdad,) Scriptor im Vatikan 7 1 A. 

Sorbonne, Bibl. in Paris 75. 

105 



— 106 — 

Sotheby, S. Leigh, Principia typogr. 21. 

Sotzmann, Über Papierfabrikation etc. 18 A. 

Spangen 33. 

Spitzelins, F., De vet. Ebraeor. et recent. bibl. etc. amore 57 A. 

Stargardt, Buchh. in Berlin, Eatal. 66. 

Steglich, Schrift u. Bücherw. d. Hebr. 2A. 

Steinschneider, M., Letter. Ital. dei gindei 16 A. — Arab. Namen 56. 
— Katal. Ghirondi-Schönblnm 64. — Eatal. der Sammlung Fischl- 
Hirsch; Beschreibung der Mss. von Lipschütz u. Schönblnm in Ashers 
Verzeichnis h. Mss. 67. — Übers. Perreans Beschreibung h. Mss. in 
Parma 75. — Conspectns Codd. h. in Bibl. BodL 79. — Catalogas 
Godd. hebr. Bibl. acad. Lugd. Bat. 80. — Mss. der Petersburger 
Universität 82. — Mitteilungen aus der Hamburger Bibl., Katal. der 
h. Handschr. in der Stadtbibl. in Hamburg 85. — Über Mss. in 
Erfurt; Die Handschriften Verzeichnisse der K. Bibl. in Berlin 86. — 
Geschichte der Mtinchener Bibl. etc. 89. — Katalog Mfinchen 90. 

Stern, S. G., Mss. 75. 

Stijer, Abr. Simon Sah, Bibl. 63. 

Stoff der Mss. 17. 

Stofsseufzer, poetischer, d. Abschreiber 49. 

Strack, H. L., D. bibl. u. masor. Hss. etc. 10 A. — Clavis zur babyl. 
Punktat. 11. — Firkowitz u. seine Entdeckungen IIA. — Proleg. 
crit. 69. — Thorarollen u. Bibelfragm. in Mss. Firkowitz 83. 

Strasoldo, Gius., erbot sich zu einem Index der Hebraica im Vatikan 71. 

Strafsburg, Bibl. 84. 

Stuttgart, Bibl. 88. 

Sussex, Mss. 65 A. 

Syrer, Punkte etc. 11. 

Tab-Jomi 5. 
Temoins 34. 

Tengnagel, Seb., Bibl. 87. 

Theodorus, Quelle des Fihrist fttr hebr. SchriiPt 28. 
Theremin, Paul. Aug , resp., s. Gausse (41). 
Thograi 31. 

Thorarollen 5, — in Goldlettem 25. 
Tiermaler, Zus. zu S. 25. 
Tinte 23. 

Tischendorf, Mss. (Analecta sacra) 82, 86. 
Todestage jüd. Autoren 3. 

Tomberg, Gar. Joh., Godd. or. bibl. Reg. univers. Lund 81. 
Traktat der Schreiber; Traktate, kleine 4. 
Trigland, J., Katal. 65 A. — Arbeiten über Karäer 80. 
Trinity GoUege Bibl. in Gambridge 79. 
Tuchpergament 19. 

Tychsen, Ol. Ger., Tentamen de var. Godd. gener. 8. — Ursachen der 

106 



— 107 — 

▼erschiedeiien Tinte der Vokale n. s. w. 23 A., 26 A. — Befr. Tent. 26. 
— Katal. 65 A. 

Überscliriften 26. 

Uffenbach, Zach. Conr. ab, Bibl. 84. 

Umschlagdeckel 33. 

ünterscheiduDgazeichen 16. 

Upsala, Bibl. 81. 

Urbinata, Mss. im Vatikan 70. 

Uri, Jo., Katal. d. Orient. Mss. der Bodleiana 32, 79. 

Talperga-Calusio, Thom., Bibl. 73. 

Varianten 44. 

Vaterland (d. Mss.) 52. 

Vatikan, Bibl. 70. 

Veige, Abr. da, Bibl. 63. 

Venedig, Bibl. San Marco 74. 

Verse 50. 

Verzeichnisse (v. Buch. n. Mss.) 43, 57. 

Vida, Samnel della, Bibl. 60. 

Vittorio Emannele, Bibl. in Rom 72. 

Vogel, Joh. Ludw., ttber Mss. in Helmstädt 7. 

Vokale 9. — Namen derselben 12. 

Vokalisation der Mischna 13. 

Vorcensnr 37, 38. 

IVagenseil, Jo. Chr., Mss., Katal. 86. 

Wall, C. W., Examination of the ancient orthogr. of the Jews 2A. 

Warner, Levin, Mss. n. Adversarien 80. 

Wasserzeichen 21. 

Wechsel (erfanden) 20 n. Zus. 

Weglassnng von Jahrhunderten 54. 

Weiberdentsch 31. 

Welsch 29. 

Wicel, G., Katal. 65 A. 

Wickes, W., A treatise of the accent. etc. 10 A., 28 A. 

Widmanstad, Joh. Alb., Mss. 89. 

Wien, BibL 66, 87. 

Wiener, Register zn Josef Kohen 53. 

— , 8am., Katal. d. Bibliotheca Friedlandiana 62. 

Wilson, Mss. in Hebron 90. 

Wittkowski (Wittkower) kopierte n. ed. aus Mss. Hamburg 85. 

Wolf, Dr. G., Katalog Beer 63. 

— , Jo. Chr., Bibliotheca Hebraica 2, 71, 84. 

Wolfenbfittel, Bibl. 86. 

107 



— 108 — 

Wright, W., The Almanzi Collection of Hebr. Mss. 77, 59. 
— W. Aid., Katal. d. Mss. Trinity Coli. 79. 
Würzburg, Mss. 88. 

^vXoxdQrlov 18. 

Teates, Thom., Collation of an Indian Copy of the Pentat. 6. 

Zahlwert 46. 

Zedner, J., Catalogne Brit. Mus. 60 A., 77, (geogr. Register) 53. — 
Bibl. 64. — Neue Erwerbungen des Br. Mus. 77. — Mitteilungen 
aus der Hamburger Bibl. 85. 

Zeichen, für deleatur 13, — fttr Frage und Ausrufung 16, — geo- 
mantische, s. Punkte. 

Zeilencustoden 34. 

Zeitrechnung, muhammedanische 55. 

Zelada, Bibl. in Rom 72. 

Zerstörung Jerusalems (Aera) 55. 

Zeugen bei Abtretungen von Mss. 40. 

Ziemlich, über ein Machsor in Nürnberg 88. 

Zolkiew, Mss. 60. 

Zotenberg, H., Catalogues des Manuscrits Hebreux et Samaritains 76. 

Zuckermann, Katalog der Mss. im Seminar zu Breslau 59. 

Zürich, Bibl. 84. 

Zunz, L., Zur Gesch. u. Lit. 2. — Monatstage etc. 3. — Abhandlung 
über span. u. prov. Ortsnamen in hebr. Schriften; Ortsregister zu 
„Ritus der synag. Poesie" 53. — Datenbestimmungen 55. — Namen 
d. Juden 56 A. — Sammlungen u. Verzeichnisse 57, 62. — Ver- 
zeichnis nicht verkaufter Mss. Bisl. 67. — D. hebr. Hss. in Italien 
(Mss. de Rossi) 69. — Mitteilungen aus der Hamburger Bibl. 85. — 
Addenda zu Eatal. Delitech 87. 



B. Hebräisch. 

nna« 22. nnim» 27, 29. 

^"■^iK 36. n'^^Tittss^ 29. 

anisT n-^is« laiK 26 A. na»« 52. 

nix 22. »^baa 14 A. 

niB^jßbn nrr\^^ 27 A. x'ab nSn 47. 

•»attJ »^nK 40. ri'^ 36. 

in"-»« 36. n sra 36. 

na '13"^« 42. nnnnDn 42. 

^'•»3« 36. "i-i'nasa 42. 

V"iK 47. n^'aa 42, 43. 

•nfiw "»^öK 47. nba 42. 

I^Sk 42. •'■on 43. 

108 



— 109 — 



'''5«T -j"baa 47. 

•nia»« "(ina 5. 

h^^y 6, 17. 

IT^ba 45. 

■^a'n r,ia 44. 

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ö^^anTon naan 23 A. 

ppn 27. 

riDTn 22. 

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crn-^Rn rr^'^ 55. 

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nnrnn^ai niBiBs 27 A. 
y^D 22. 
ans 27. 
wil3 — 30. 
nanan "»"s 44. 
isya^ "»'a 44. 
nöa naTo 29. 
npT — 29, 30. 
n^ai^ia — 29. 
roöp — 29. 



n*^ibn na-^na 31. 

(pQüi'^a) nion — 29. 

»««b 43. 

•^wiab 27. 

^ba^ 45. 

nottsanb 56. 

•p'i^nnb 56. . 

wiV 52. 

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n^'^s'^b 55. 

^KrattJ*^ "^a^j^b 55. 

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pB^b 55. 

t'pb 36. 

«^■^51 "ppb 55. 

m^üirb 55. 

»ia?3 11. 

r.baia 22. 

'^Kns'^n^ 10. 

pnsia 45. 

ppnn« 45. 

«3^:3« 16. 

nb^a 22. 

D-^abo 12. 

Dnao 55. 

nps^ 16. 

D'^nBiD naött 4. 

-iTO 26. 

■»«anr« 10. 

ü'^ttjs« 30. 

bfi^-ittj'^ ynx "^sab ö'^ttjyan 4. 

pT^Xi 45. 

*i3Ton — 45. 

*i'^'»x^ Zusatz zu S. 25 

«■^üJia 30. 

nVra 51. 

k: 45. 

xnoia 45. 

ppis 15. 

-J'^'^3 17. 

mn'^'^s 17. 

Tip'^3, 'iipa 13. — (Saadia Gaon) 15. 

•^anaa — 11. 

bÄ'ittS'^ l^n« — 11. 

•^nas 40. 



109 



— 110 — 



-1^5 43. 

^U5 15. 
ppa 14, 15. 

nnpa 13. 

D^^ara pnoB ninnttrai — 14. 

D'^^npsni D-^^ipsn 27 A. 

"pan ^«5 "^TascjK -ii^o 4A. 

nsjo 22. 

nmn — 4. 

l3W0 13. 

*^"nn5 42. 

(hdid) or 24. 

nb5 22. 

^1^5 22. 

lies «^^5 36. 

ir-'lB 33. 

b^iiJ (für Rom) 15 A. 

nnTfi 22. 

-)*^-i:c Znsatz zu S. 25. 

D'^^TSion n-^ys 45. 



nibip (->BD) 10. 

biabip 24. 

O'^nnaip 23. 

b'»'nüanp 23. 

oasi'mp 31. 

Cjbp 17, 22. 

O'^na?'^ n-^^p 52. 

•pn 27. 

nnio 22. 

no-»i25 22. 

niTi ^Bon «a'n KttJi^j'^tt) 4A. 

riabü 43. 

üioittj 15, 23 A. 

(T^an) "paxn (-^bd) 4, 13. 

i'h 36. 

53^tt5in 36. 

na-^n 22. 

"p^ 49. 

•^"snna ri'bn 47. 



:^DH 23. 
i«ai(b«) 23. 
na'^n(bK) 23. 

DK^3, D'^^^KID 17, 22. 

SÄHD 88 A. 
ptt:«« (opwKö) 30. 

iSäQ 22. 
nnaiQ 31. 

pKb51?3 31. 

ipaia 45. 
nao«? 29 A. 
nKm:£a(bK) 10. 



C. ArabiBoh. 



riTäipTQ 22. 

pttJo 31. 

bpKa 45. 

^03 30. 

bpa 45. 

aiao (ao:t? Zus.) 23. 

n^msO?«) 10. 
oDp 30. 

DKü^P 19. 
HbKon 22. 
oion» 23A. 
o'^pan 13. 



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Beihefte zum Centralblatt fiir Bibliothekswesen. 

Heft I: Personalyerzeichniss der Pariser Uniyersit&t tob 1404 und die 

darin aufgeführten Handschriften- und Pergamenthändler, von Dr. 
Max Spirgatis. 51 Seiten mit l Facsimfle-Tafel. Preis M. 2.— 

, 11: 1. Die Keichenauer Sängersclmle« Beit^e zur Geschichte der 
Gelehrsamkeit und zur Eenntniss mittelalterlicher Musikhuidschrif- 
ten, von Wilhelm Bramb ach. 42 Seiten mit l Facsimile-Tafel. 
2. Zur Bibliograpliie des Henricns Hembnche de Hassia dictas 
de Langenstein, von F. W. E. Roth. 22 Seiten. Preis M. 3.— 

„ UI : Scliema des Realcatalogs der ]£öiiiglielien Universitätsbibliotlielc 
zu Halle a. S« 845 Seiten. Preis M. 9.— 

„ TV: 1. Die Bnchdruckerei des Jacob Köbel und ihre Erzeugnisse 
(1503— 1572). Ein Beitrag zur Bibliographie des XVI. Jahrhunderts, 
von F. W. E. Roth. 35 Seiten. 

2. Zwei BücherTerzeichnisse des 14. Jahrhunderts in der Ad- 
monter Stiftsbibliothek^ von P. J. W ichner. 37 Seiten. 

Preis M. 2.80 

, V: 1. Dritte Nachlese zu Weller's deutschen Zeitungen. Mit An- 
hang: Deutsche Zeitungen des XVII. Jahrhunderts aus der Kgl. 
und Universitäts-Bibliothek und der Stadtbibliothek zu Breslau, von 
A. Hey er. 47 Seiten. 

2. Die arabischen Uebersetzungen aus dem Griechischen, von 
M. Steinschneider. 32 Seiten. Preis M. 2.80 

Bildet die Einleitung zu der 1893 als lieiheft XII erschienenen Haupfabhandlung. 

, VI: Beiträge zur Geschichte der üniTersitätsbibliothek Giesscn, 

von Emil Heuser. 72 Seiten. Preis M. 2.80 

„*Vir. Ueber die Entstehung und Bedeutung der BlockbQcher mit 
besonderer Rücksicht auf den Liber Regum seu Historia Davidis. 
Eine bibliographisch-kunstgeschichtliche Studie. Zugleich ein Bei- 
trag zur Geschichte des Unterrichtswesens, von Dr. Rudolf Hoch- 
egg er. 67 Seiten. Mit 1 Facsimile-Tafel. Preis M. 3.60 

,^*VIII: Dmclierregister zu Hain's Repertorium bibliographicnn^ be- 
arbeitet von K. Burger, Custos am Buchgewerbe -Museum zu 
Leipziff. 4*28 Seiten. Preis M. !2.— 

„ IX: Die Mainzer Buchdruclterfaniilie SchölTer ivährend des XYI. 
Jahrhunderts und deren Erzeugnisse zu Mainz, Worms, Strassburg 
und Venedig, enthaltend die Drucke des Johann Schöffer )503 
—1531, des Peter Schöffer des Jüngeren 1508—1542 und des Ivo 
Schöffer 1531—1555, zusammengestellt von F.W. E. Roth. 250 Seiten. 

Preis M. 9.— 

„ X: Adressbuch der Deul sehen Bibliothelien. bearbeitet von Dr. 
Paul Schwenke, Bibliothekar an der Kgl. Universitäts-Bibliothek 
in Göttingen. 41 1 Seiten. Preis M. 10.— 

„ XI: Die Disputationen und Promotionen an den deutschen Uni- 
rersit&ten seit dem XYI. Jahrhundert« Mit einem Anhang : Ver- 
zeicbniss aller ehemaligen und gegenwärtigen deutschen Universitäten, 
von Dr. Ewald Hörn. 128 Seiten. Preis M. 5.— 

„ XII: Die arabischen Uebersetzungen aus dem Griechischen, von 
M. Steinschneider. 111 Seiten. Preis M. 5. — 

Die Einlfitunf; hicrzn bildet Beiheft V. 2. 

„XIII: Die Incunabeln der Königl. Universitäts-Bibliotliek in Bonn, 

von Dr. E. Voülli6me. 202 Seiten. Preis M. 11.— 

„ XIV: Beiträge zur Incunabelnliunde , von P. G. Reich hart. Bd. I. 
482 Seiten. Preis M. 18.— 

„ XV: Jesuitendramen der niederrheinischen Ordensprovinz, von Dr. 
P. Bahlmann. 355 Seiten. Preis M. 15. — 

„XVI: Beiträge zur Geschichte Georg Yallas und seiner Bibliothek, 
von J. L. Heiberg. 129 Selten. Preis M. 5. — 

XVII: Heinrich von Ligerz, Bibliothelcar von Einsiedeln im 14. Jahr- 
hundert, von P. G. Meier. Mit zwei Tafeln Preis M. 3.— 

XVIII: Die ehemalige Dombibliothelc von Mainz, ihre Entstehung, Ver- 
schleppung und Vernichtung, nach gedruckten und ungedruckten 
Quellen, von Franz Falk. 179 Seiten. Preis M. 6.80 

*Nur noch in der ganzen Reihe käuflich. 

Leipzig. Otto Harrassowitz. 



c . 



^ 



BEIHEFTE 



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ZUM 






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CENTRALBLATT FÜR BIBLIOTHP:KSAVP:Sf:N 

XX 



CENTRALKATALOÖE 

UND 

TITELDRUCKE 

GESCHICHTLICHE ERÖRTERUNGEN UND PRAKTISCHE VORSCHLÄGE 
I IM HINBLICK AUF DIE HERSTELLUNG EINES GESAMTKATALOGS 

DER PBEUSSISCHEN WISSENSCHAFTLICHEN BIBLIOTHEKEN 



VON 



FRITZ MILKAU 



MIT 35 TAFELN IN ZINK ATZUNG UND 1 TABELLE 



LEIPZIG 

OTTO HARRASSOWITZ 

1898 



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CENTRALKATALOGE UND TITELDßüCKE 



GESCHICHTLICHE ERÖRTERUNGEN UND PRAKTISCHE VORSCHLÄGE 

IM HINBLICK AUF DIE HERSTELLUNG EINES GESAMTKATALOGS 

DER PREUSSISCHEN WISSENSCHAFTLICHEN BIBLIOTHEKEN 



VON 



FRITZ MILKAU 



MIT 35 TAFELN IN ZINKATZUNG UND 1 TABELLE 



XX. BEIHEFT ZUM CENTRALBLATT FÜR BIBLIOTHEKSWESEN 



LEIPZIG 

OTTO HARRASSOWITZ 

1898 



^ I 



ÜZT.oLy 3(^.7 



DRUCK VON EHRHARDT KARRAS IN HALLE A. O. S. 
ZINKÄTZUNGEN VON ALBERT FRISCH IN BERLIN 



VORWORT. 

Die Anregung zur vorliegenden Arbeit ist dem Unterzeichneten 
aus seiner amtlichen Beschäftigung bei den Vorarbeiten zur Herstellung 
eines Gesamtkatalogs der Preufsischen wissenschaftlichen Bibliotheken 
erwachsen. Dafs an ihrem Charakter als Privatarbeit dadurch nichts 
geändert wird, scheint kaum nötig zu bemerken. Im Frttlyahr 1896 
vorläufig abgeschlossen, wurde sie im Ausgang des letzten Jahres 
durch die Aufnahme des inzwischen neu hinzugekommenen oder nach- 
träglich bekannt gewordenen Materials erweitert. Man wird es freund- 
lich entschuldigen, wenn es nicht überall gelungen ist, die Spuren 
dieser Überarbeitung zu verwischen. 

Weiter bleibt mir hier nur die angenehme Pflicht des Dankes, 
vor allem gegen das vorgesetzte Königliche Ministerium der geistlichen, 
Unterrichts- und Medizinal -Angelegenheiten, das die Arbeit in jeder 
Weise unterstützt und gefördert hat. Auch den aus- und inländischen 
Bibliotheksverwaltungen, die alle meine Anfragen mit nie versagender 
Liebenswürdigkeit beantwortet haben, und Herrn Geheimrat Hartwig, 
der in freundlichem Entgegenkommen der Arbeit einen Platz in dieser 
Sammlung eingeräumt hat, spreche ich an dieser Stelle nochmals meinen 
ehrerbietigsten Dank aus. 

BERUN Pfingsten 1898. 

Fritz Milkau. 



INHALT. 

Seit« 

EINLEITUNG 1 

ERSTER TEIL. 
GESCHICHTLICHE ERÖRTERUNGEN. 



ERSTER ABSCHNITT. 

DER CENTRALE ATALOG. 

EINLEITUNG 4 

ERSTES KAPITEL. DER UNIVERSALKATALOG UND DIE 

UNIVERSALBIBLIOGRAPHIE 

I. Ferdinand Vander Haeghen (1893 n. 1895) 8 

IL Richard Garnett (1882 ü. 1892) 10 

m. Das Institut international de bibliographie in Brüssel (1895) . 12 

IV. James G. Bamwell (1877) 25 

ZWEITES KAPITEL. DER CENTRALKATALOG DER BIBLIO- 
THEKEN EINES LANDES 

I. Amerika. — Charles C. Jewett (1850) 27 

IL Italien. — Enrico Narducci (1867, 1876 u. 1883) 33 

III. Frankreich. — J. B. H6bert (1848) 36 

IV. Osterreich. — Karl Zelbr (1894) 38 

V. Deuitschland. 

1. Karl Ed. Förstemann (1842) und Heinrich y. Treitschke (1884) 40 

2. Karl Dziatzko (1884) 42 

3. Karl KochendOrffer (1884) 46 

ANHANG. NACHWEIS WEITERER PLANE. 

I. Der Universalkatalog wnd die 'Universalbibliographie. 

1. Martin Schrettinger (1810 u. 1829) .... - 47 

2. Louis F61ix Danjou (1845) 47 

3. Charles Dilke (1850) 48 



— VI — 

Seit« 

4. Andrea Crestadoro (1856) 48 

5. Ferdinand Bonnange (1874) 49 

6. Sir Henry Cole (1875) 49 

7. Ernest C. Thomas (1875) 49 

8. Chr. G. Hottinger (1876) 50 

9. B. Cadwallader (1877) 50 

10. Wm F. A. Axon (1878) 51 

11. Benedetto Salvatore Mondino (1878) 51 

II. Der Centralkatalog der Bibliotheken eines Landes. 

1. ^n^Zand. — Lord Seymour (1854) 52 

2. Italien. 

a. Emmanuele Rocco (1872) 52 

b. Domenico Gnoli (1881) 52 

3. Frankreich. 

a. Plan der FranzösiBchen Regierung v. 1791 52 

b. Plan der Französischen Regierung v. 1839 54 

c. Louis Felix Danjou (1845) 54 

d. Ferdinand Bonnange (1874 u. 1896) 54 



ZWEITER ABSCHNITT. 

DER DRUCK IM DIENSTE DER 
KATALOGISIERUNG. 

ERSTES KAPITEL DIE TITELDRUCKE DER BIBLIOTHEKEN. 

I. England. 

1. Die Universitäts- Bibliothek in Cambridge 

a. Die Accession 57 

b. Der Hauptkatalog 59 

2. Die Universitäts - Bibliothek in Glasgow 59 

3. Das Britische Museum in London 

a. Die Accession 60 

b. Der Hauptkatalog 64 

4. Die National Art Library in London 70 

II. Holland. 

Die Universitäts -Bibliothek in Leiden 70 

III. Frankreich. 

1. Die Bibliothöque Nationale in Paris 

a. Die Accession 72 

b. Der Hauptkatalog 73 

2. Die Universitäts -Bibliotheken 

o. Der Catalogue des th^ses et Berits acad^miques .... 80 
b. Die Liste des nouvelles acquisitions 80 

IV. Italien. 

1. Die Biblioteca Nazionale Centrale in Florenz 83 

2. Die Biblioteca Nazionale Centrale in Rom 85 



— VII — 

Seite 

y. Die Skandinavischen Länder. 

1. Die Univeraitäts - Bibliothek in Christiania 86 

2. Die öffentlichen Bibliotheken Schwedens 89 

I 3. Die Thesenverzeichnisse von Upsala, Kopenhagen und Lund 89 

i VI. DetU8chland. 

1. Die Murhardsche (Stadt-) Bibliothek in Kassel 90 

I 2. Die Königliche Bibliothek in Berlin 91 

3. Die Herzogliche Bibliothek in WolfenbQttel 91 

4. Die Ständische Landesbibliothek in Kassel 98 

5. Die Stadtbibliothek in Köln 94 

VII. Amerika, 

1. Die Boston Public Library 95 

2. Die Harvard College Library in Cambridge 98 

3. Die John Crerar Library in Chicago 99 

ZWEITES KAPITEL. DIE TITELDRÜCKE ÄUSSERHALB DER 

BIBLIOTHEKEN. 

Einleitung. TUelzettel der Verleger und Redaktionen .... 100 

L Unternehmungen im Interesse der Bibliotheken. 

1. Das Library Bnrean in Boston nnd die A. L. A 102 

2. Das Library Bureau in London 106 

II. Unternehmungen im Interesse bestimmter wissenschaftlicher 
Kreise. 

1. Die Botanical Supply Company in Cambridge Mass. ... 107 

2. Das Office of Experiment Stations in Washington .... 107 

3. Das Repertoire bibliographique des soiences math^matiques 108 

4. Das Concilinm bibliographicum in Zürich 109 

SCHLUSSBEMERKUNG 111 



ZWEITER TEIL. 
PRAKTISCHE VORSCHLÄGE. 



ERSTES KAPITEL. 

DIE HERSTELLUNG DES MANUSKRIPTS. 

I. Vorbereitende Mafsregeln. 
i 1. Erlais von Instruktionen für die Aufnahme und für die Ordnung 

der Titel des alphabetischen Katalogs 115 

2. Sorge für die FortfUhrung des Gesamtkatalogs 

a. Die Erwerbungen aus der neu erschienenen Litteratur . . 117 

b. Die Erwerbungen aus der älteren Litteratur 121 

II. Die Vergleichung der Bestände. 

I 1. Ort der Vergleichung 121 

2. Grundhige der Vergleichung 124 

I 



— vin — 

Seite 

3. Umfang der Vergleichnng 127 

a. Universitäts- nnd Schulschriften 1 27 

b. Karten nnd Musikalien 129 

4. Gang der Vergleichung 130 

5. Die Vergleichongsarbeit in den Universitäts -Bibliotheken . . 131 

6. Die abschliefsende Arbeit an der Centralstelle 134 

7. Daner der Vergleichnng 135 

ZWEITES KAPITEL. 

DER DRÜCK. 

I. Notwendigkeit des Drucks 136 

IL Anordnung des Katalogs 138 

ni. Äufsere Gestalt des Katalogs 139 

IV. Beginn des Drucks 143 

y. Dauer des Drucks 144 

SCHLÜSSWORT. 



VERZEICHNIS DER ANLAGEN. 

I. 

PROBEN VON TITELDRUCKEN. 

Blatt 

1. Cambridge, Univ.-Bibl. — Ausschnitt ans einem Bogen der Titeldracke. 

2. Cambridge, Univ.-Bibl. — Eine Seite des Weekly Bulletin. 

3. Glasgow, Univ.-Bibl. — Ausschnitt aus einem Bogen der Titeldrucke. 

4. Leiden, Univ.-Bibl. — Ausschnitt aus einem Bogen der Titeldrucke. 

5. Rassel, Mnrh. (Stadt-) Bibl. — Ausschnitt aus einem Bogen der Titeldrucke. 

— Stand. Bibl. — Ausschnitt aus einem Bogen der Titeldrucke. 

6. Wolfenbütte], Herzogl. Bibl. — Ausschnitt aus einem Bogen der Titeldrucke 

7. London, Nat. Art Library. — Etwa zwei Drittel eines Streifens der Titel- 

drueke. 

8. Ausschnitte aus dem Catalogue des theses und den Thesenverzeichnissen 

von Upsala, Lund, Kopenhagen und Basel. 

9. Paris, Bibl. Nat. — Eine Seite des Catalogue des dissertations. 

10. Berlin, Königl. Bibl. — Eine Seite des Jahresverzeichnisses der an den 

Deutschen Univ. erschienenen Schriften. 

11. Paris, Bibl. Nat. — Eine Seite des Bulletin mensuel des publications 

^trangeres. 

12. Eine Seite des Bulletin mensuel des r^centes publications fran^aises. 

13 Eine Seite aus der ersten Probe des Catalogue g^n^ral. 

14. Eine Seite aus der zweiten Probe des Catalogue g^n^ral. 

15. Florenz, Bibl. Naz. Centr. — Eine Seite des Bollettino delle pubblicazioni 

italiane &c. 
16. Eine Seite der zum Bollettino gehörigen Tavola sinottica. 

17. Rom, Bibl. Naz. Centr. — Eine Seite des Bollettino delle opere moderne 

straniere &c. 

18. Eine Seite des gemeinsamen Zugangsverzeichnisses der Franz. Univ.-Biblio- 

theken (Liste alphab. des nouvelles acquisitions). 

19. Stockholm, Königl. Bibl. — Eine Seite des Schwed. Accessions- Katalogs. 

20. Berlin, Königl. Bibl. — Eine Seite des Verzeichnisses der Erwerbungen 

aus d. neu erschienenen Litteratur. 

21. Christiania, Univ.-Bibl. — Eine Seite ans dem Norsk Bogfortegneise. 
22. Eine Seite ans dem Verzeichnis der ausländ. Erwerbungen. 



— X — 

Blatt 

23. Köln, Stadtbibl. — Eine Seite aas den Zngangsverzeichnissen. 

24. Zettel Vander Haeghens. 

25. Boston^ Public Library, — Zettel (Linotypesatz). 

26. Eine halbe Seite des Monthly Bulletin (Linotypesatz). 

27. Chicago, John Crerar Library. — Zettel, 
Cambridge, Harvard College Library. — Zettel. 

28. Boston, Library Bureau. — Zettel. 

29. Cambridge, Botanical Supply Co. — Zettel. 
Washington, Office of £xp. Stations. — Zettel. 
London, Library Bureau. — Zettel. 

30. Brüssel, Institut intern, de bibliogr. — Zettel. 
Zürich, Concilium bibliogr. — Zettel. 

31. Washington, Smithsonian Institution. — Slip. 

32. Ein Blatt des Repertoire bibliogr. des sciences math. 

33. London, Brit. Mus. — Eine Seite des Accessionsdrucks. 
34. Eine Seite des Catalogue of printed Books. 

II. 
ZUSAMMENSTELLUNG VON ZETTELFORMATEN. 

I. Zettelformate geordnet nach dem Flächeninhalt 
IL Zettelformate dargestellt in natürlicher Gröfse. 






EINLEITUNG. 

Durchaus treffend hat einmal der Heransgeber dieser Sammlung 
die Aufgabe, den Centralkatalog für die Bibliotheken eines mehr oder 
minder grofsen Staates herzustellen, als eine Geldfrage bezeichnet, die 
die Ministerien und Kammern zu lösen hätten, i) und damit zugleich 
den wahren Grund für die Thatsache gegeben, dafs dieser Gedanke 
trotz seines ehrwürdigen Alters und trotz seiner mannigfachen Lebens- 
ftufserungen bisher nur wenig ttber das Stadium der akademischen 
Erörterung hinaus gelangt ist. Abgesehen von dem an der Ungunst 
der Zeiten gescheiterten Unternehmen der Französischen Regierung aus 
dem Ende des vorigen Jahrhunderts ^) hat es eben bis in die jüngste Zeit 
hinein nie gelingen wollen, ihm Macht und Mittel des Staates dienstbar 
za machen, so grofs und so deutlich erkennbar die Vorteile sind, die 
seine Ausführung verspricht. Erst ganz kürzlich hat Leopold De lisle 
nachgewiesen, einen wie viel gröfseren Dienst der Wissenschaft ein 
Katalog der bedeutendsten Pariser Sammlungen leisten würde, als das 
Verzeichnis der Bibliothöque Nationale allein es vermögen wird.^) Und 
hier handelt es sich um die reichste Bibliothek der Welt, um die 
Oentral-Landesbibliothek eines grofsen Staates, der in der Ausbildung 
und Durchführung des Centralisationsgedankens von Alters her einzig 
dasteht. Danach mag man ermessen, welche Vorteile ein Land, das 
keine alles machtvoll überragende Centralbibliothek, wohl aber eine 
grofse Reihe selbständig erwachsener und nach eignen Gesichtspunkten 
gepflegter Büchersammlungen besitzt, von der Zusammenfassung dieser 
Schätze in einen einheitlichen Katalog erwarten darf. 

Mit Dank und Freude ist es also zu begrüfsen, dafs die Preufsische 
Regierung es unternommen hat, die Frage aus dem Reich der Träume 
in die Wirklichkeit hinüberzufahren. Im Staatshanshalts -Etat für das 
Jahr 1895/96 wurde dem Landtag der Plan yorgelegt, einen Gesamt- 



1) Centralbl. f. B. XI 1894 S. 417. 

2^ S. den Anhang zum ersten Abschnitt unter II 3 a. 

3) Vgl den Schlufs des Kapitels über die Bibliotheque Nationale. 

111 
Beiheft 20. 1 



— 2 — 

katalog der in der Königlichen Bibliothek zn Berlin, den Universit&ts- 
bibliotheken nnd einigen anderen wissenschaftlichen Bibliotheken vor- 
handenen Bücherschätze herzustellen, dessen Aufgabe es sein soll, die 
Benutzung des Bücherbesitzes zu erweitem nnd auf Grund des be- 
stehenden Leihverkehrs die Best&nde jeder einzelnen Bibliothek zu- 
gleich allen übrigen leichter zugänglich zu machen. 

Ministerien und Kammern haben das Ihrige gethan und dem 
Unternehmen die sichere Grundlage gegeben; Sache der Fachleute ist 
es jetzt, die Wege zu seiner Ausführung vorzuschlagen. Es versteht 
sich von selbst, dafs dies nur auf Grund einer umfassenden Unter- 
suchung aller bisherigen Leistungen auf diesem Gebiete geschehen darf. 
Die Aufgabe ist, wie gesagt, keineswegs neu; da aber bis heute keine 
der vielen zur Erreichung des gleichen Ziels empfohlenen Arbeits- 
methoden Gelegenheit gehabt hat, ihre Brauchbarkeit in der Praxis zu 
bewähren, so sucht man vergebens nach dem Vorbild, das eine rück- 
haltlose Anlehnung gestattete. 

Das Britische Museum hat 1881 den Druck seines Katalogs 
begonnen, aus rein praktischen Erwägungen heraus, die sich streng 
innerhalb der Grenzen des Instituts hielten ;i) es ist bei der Forderung 
des Drucks nie die Rede davon gewesen, in das eigne Verzeichnis die 
Inventare auch nur der übrigen Londoner Bibliotheken, soweit sie durch 
ihre Bedeutung solche Rücksicht fordern konnten, hineinzuarbeiten. Da- 
gegen stellte die Kommission, die sich über die Veröffentlichung des Kata- 
logs der Bibliothäque Nationale zu äufsern hatte, in ihrer Empfehlung des 
Drucks das allgemeine Interesse der Wissenschaft in den Vordergrund, 
nnd der Gedanke, auch die anderen Pariser Büchersammlungen anzu- 
schliefsen, blieb demgemäfs nicht unerörtert; aber das sehr berechtigte 
Bedenken, durch ihre noch unfertigen Verzeichnisse könne das ganze 
Werk gefährdet werden, ftlhrte auch hier zur Beschränkung auf die 
eine Bibliothek.^) So verwandt also in ihrer Bedeutung wie in ihren 
letzten Zielen die beabsichtigte Arbeit den beiden Unternehmungen in 
London und Paris ist und so viel von ihnen für die Einrichtung und 
den Druck des geplanten Katalogs zu lernen sein wird, so verlangt 
doch die Herstellung des Gesamtverzeichnisses einer ganzen Reihe von 
Bibliotheken, die über ein weites Land zerstreut sind, mit innerer Not- 
wendigkeit einen anderen Arbeitsplan als die Veröffentlichung des 
Katalogs einer einzigen Sammlung, sei sie auch allein reicher als die 
anderen zusammen. 

Aber auch die bisher zu verzeichnenden Fälle praktischer Durch- 



1) R. Garnett, The Printing of the British Museum Catalosnie (Tnuflact 
k Proceed. of the 4^^ & 5^^ annual Meetings of the L. A. U.K., London 
1884) 8. 123. 

2) G. Picot, Rapport pr6sent6 a M. le Ministre de rinstniction 
publique ... au nom de la Commission des biblioth^ues . . . charg^e 
d'examiner T^tat de Tinventaire des livres imprim^s de la Biblioth^ue 
Nationale et les moyens d'en effectuer Timpression (Paris 1894) S. 29 und 33. 

112 



— 3 — 

f&hrnng der Centralkatalogisiernng können wegen ihrer Beschränkung 
auf eine eng begrenzte Litteratur^) oder anf den laufenden Zuwachs '') 
trotz ihrer nahen Wesensverwandtschaft nicht als vorbildlich angesehen 
werden. Eher noch dtlrfte man die in Berlin und Bonn während der 
Jahre 1892 — 1897 bewirkte Znsammenfassung aller Inventare der zahl- 
reichen Institutsbibliotheken — in Berlin sind es 50 mit zusammen 
85000 Werken — in je einen gemeinsamen Centralkatalog hierher- 
ziehen. Der Unterschied jedoch in der Gröfse und Schwierigkeit der 
Aufgaben, der dort gelösten und der hier zu lösenden, ist so bedeutend, 
dafs auch die Mittel nnd Wege naturgemäfs hier andere sein müssen 
als dort. 

Aus diesem Mangel an praktischen Erfahrungen, die sich für die 
Organisierung des geplanten Unternehmens nutzbar machen liefsen, er- 
gibt sich die Notwendigkeit, auf den um so reicher strömenden Quell 
theoretischer Erörterungen über den Centralkatalog zurückzugehen, um 
in nüchterner Prüfung der dort entwickelten Arbeitspläne durch kritische 
Ausscheidung offenbar unzweckmäfsiger Vorschläge allmählich die gang- 
barste Strafse freizulegen. 

Im Gegensatz znr Kompilation ist der Druck eines Central- 
katalogs keine andere Aufgabe als der jedes beliebigen gleich um- 
fangreichen Verzeichnisses. An die Vorführung der nie verwirklichten 
Entwürfe wird sich also ein Überblick über die Leistungen der Drucker- 
presse im Dienste der Katalogisierung natürlich anschliefsen. 

Erst wenn diese Vorstudien zn voller Klarheit über Wesen und 
Umfang der Aufgabe geführt haben, wird ein Urteil über die Art der 
Ansfahrung möglich sein. 



1) V^L das neuste imd glänzendste Beispiel dieser Art, die von der 
UniversitätsDibliothek in Gent herausgegebene Bibliotheca Erasmiana, deren 
erster Band — Ada^ia — 1897 erschienen ist. 

2) Damm sind auch die gemeinsamen Accessionsverzeichnisse Italiens, 
Schwedens und Frankreichs nicht bei dem Abschnitt über den Centralkatalog, 
sondern bei den Titeldmcken behandelt. 



113 



ERSTER TEIL. 
GESCHICHTLICHE ERÖRTERUNGEN, 



ERSTER ABSCHNITT. 
DER CENTRALKATALOG.^) 

Dem Charakter der vorliegenden Aufgabe gemftifl dürften hier 
nur die Centralkatalogpläne im engeren Sinne, also die mit vorhandenen 
Bibliotheksbeständen rechnenden nnd auf das unmittelbare Bedürfnis 
der Bibliotheken zugeschnittenen Entwürfe berücksichtigt werden. Eine 
nahe Verwandtschaft aber mit dem Gedanken der Zusammenfassung ver- 
schiedener Bibliotheksinveniare zeigen die immer wieder auftauchenden 
Pläne, die zahlreichen vorhandenen und noch zu 8cha£fenden Biblio- 
graphien zu gewaltigen Denkmälern der litterarischen Produktion 
einzelner Länder oder der ganzen Welt zu verschmelzen. Trotz des 
abweichenden Ziels zeigen jene Bestrebungen, namentlich soweit sie der 
Universalbibliographie gelten, auch ftlr unser Unternehmen beachtens- 
werte Züge. Diese hat zudem ihrer Natur nach die stille oder aus- 
esprochene^) Absicht, sich an die Stelle der heutigen Bibliotheks- 



1) Einen guten Überblick über die prcJctischen Leistungen auf dem 
Gebiete der Centralkatalogisienmg — es smd dies . die eben mit ein paar 
Beispielen angedeuteten Ontemenmungen , die ihres beschränkten Umfangs 
wegen hier keine Berücksichtigung beanspruchen können — und somit eine 
treffliche Ergänzung der folgenden Zusammenstellung von Plänen gro&en 
Stils bietet die nach Abschlufs der vorliegenden Arbeit erschienene Studie 
von Victor und Charles M ortet, Des catalo^es coUectifs ou communs a 
plusieurs biblioth^ques (Revue internationale des archives, des bibliothegues 
et des mus^es 1895/96 — Bibliotheques — S. 169—195; das betreffende Heft ist 
erst im Juli 1897 ausgegeben). Auch einige der im folgenden behandelten 
Entwürfe haben die Verfasser in den Kreis ihrer Betrachtung gezogen, ohne 
dals es freilich ersichtlich wäre, welcher Gedanke sie bei ihrer Auswahl 
leitete. So haben sie z. B. flir Frankreich nur den Plan der Französischen 
Regierung von 1791 erwähnt, deren Plan aus dem Jahre 1S39 jedoch wie die 
Pläne von Danjon (1845), Hubert (1848) und Bonnange (1874 und 1896) mit 
Stillschweigen übergangen. Eine Erörterung der Mittel und Wege zur Her- 
stellung von Centralkatalogen haben sich die Verfasser bei der Beschränktheit 
des ihnen zur Verfügung gestellten Raumes versagen müssen. 

2) Vgl. S. 15. 

114 



— 5 — 

kataloge zu setzen. Es wird demnach nicht befremden, sie hier neben 
dem Universalkatalog mit ein paar der jüngsten Beispiele vertreten 
zn finden. 1) 

Mit wenigen nnd deshalb nm so rtllimlicheren Ausnahmen zeigen 
die Urheber dieser Centralisiemngspl&ne , mögen sie einen zahlreiche 
Bibliotheken umfassenden Katalog oder die Verschmelzung ungezählter 
Einzelbibliographien in ein einziges Riesenverzeichnis verlangen, nicht 
diejenige Kenntnis ihrer Vorgänger, die ihre eignen Gedanken hätte 
klären nnd vertiefen können. Von dem Versuch einer geschichtlichen 
Entwicklung des Gedankens war daher wenig zu erwarten. Aber 
auch auf eine vollständige Zusammenstellung aller seiner mannigfaltigen 
Äufserungen ist aus dem nämlichen Grunde verzichtet, zumal ihrer 
manche lediglich in der Fixierung des Ziels bestehen. Stände hier, 
wie es sonst die Regel ist, der Nachfolger auf den Schultern seines 
Voi^ängers, dann wäre es auch von praktischem Interesse, die Idee 
bis in ihre ersten Anfänge zu verfolgen. Wie die Sache aber liegt, 
ist es ziemlich belanglos, ob das Universalrepertorium mit Recht oder 
Unrecht auf Conrad Gesner (1545)^) zurückgeffihrt wird, ob Gabriel 
Naud^ (1627)3) und Gerard L an gbaine (1651)*) wirklich zuerst den 



]^ Um MiJsverständnissen vorzubeugen, sei zu der in dieser Arbeit 
gebrauchten Ausdrucksweise folgendes bemerkt : Der Begriff Katalog ist dem 
Begriff B^liographie untergeordnet nnd wird lediglich auf die Inventare von 
Bwihersammlungen angewandt, während die Bibliographie auch — und im 
eDgeren Sinne nur — em nach bestimmten Gesichtspunkten zusammengestelltes 
Verzeichnis von Büchertiteln bedeutet. Demgemäfs ist unter einem Central- 
katalog ein die Bestände mehrerer, gleichgiltig wie vieler Bibliotheken um- 
fassender Katalog zu verstehen. Unter diesen Begriff fällt mithin auch der 
üniversalkatalogj der die BUchersammlnngen der ganzen Welt ins Auge fafst, 
während die üniversalbibliographie oder das Universalrepertorium , zunächst 
unbekümmert um die Existenz oder den Standort der Bücher, auf die Ver- 
zeichnung aller in der Welt erreichbaren Titel ausgeht. 

2) Bibliotheca universalis (Tiguri 1545) in der Epistola nuncupatoria : 
Materiam operis undecunque corrafi : ex catalogis typographorum, quorum non 
paucos diuerfls e regionibus conquifiui : ex Bibliothecarnm elenchis, tum Biblio- 
theds ipHs paflim, et publicis & priuatis, in Germania, Italiäque diligenter 
infpectis, ex literis amicorü, ex narratione doctorum hominuna, denique ex 
Cataloffis fcriptorum, c^uos paulo polt nominabo etc. Dabei ist jedoch zu 
bemerken, dais er die m modernen Sprachen abgefafsten Werke nicnt berück- 
sichtigte. 

3) Advis pour dresser une bibliotheqne (Paris 1627) S. 27 f: En faitte 
de quoj il ne &ut point obmettre & negliger de faire tranfcrire tons les 
Gatalognes non feulement des grandes & renommees Bibliotheques, foit qu'elles 
foient vieilles ou modernes, publiques ou particulieres, & en la porredTion des 
noftres ou des eftrangers : mais aufli des Edudes & Cabinets, qui pour n'eftre 
cognns ny hantez demeurent enfenelis dans vn perpetuel Iilence. — Von den 
Gründen, mit denen er seinen Vorschlag unterstüzt, genügt es, diesen einen 
anzufahren (S. 29): parce qne c^eft faire plaifir & femice a vn amy anäd on 
ne Iny peut foumir le liure du(}uel U eft en peine, de luy monftrer & aeügner 
an vray le Heu oü il en pourroit trouuer quelque copie etc. 

4) In einem Schreiben an John Seiden vom 16 März 1651 (in loannis 
Lelandi antiqnarii de rebus Britannicis coUectanea, £d. II Vol. 5, Lond. 1 774 

115 



— 6 — 

Gedanken des Centralkatalogs — in seiner weitesten Ausdehnung wie 
in seiner bescheidensten Beschränkung — öffentlich zum Ausdruck 
gebracht haben, und wie viele schliefslich nach ihnen die immer wieder 
vergessene Idee immer wieder ans Licht zogen. Gerade die aller- 
neusten Vorgänge zeigen am deutlichsten die Zusammenhangslosigkeit 
aller dieser Bestrebungen. Wenige Tage nach der ersten internationalen 
bibliographischen Konferenz in Brüssel haben die Herren von der 
Association artistique et litt^raire internationale auf ihrem Dresdner 
Eongrefs am 24 September 1895, von Jules Lermina aus Paris geführt, 
die Begründung eines Universalverzeichnisses aller Werke der Wissen- 
schaft, Litteratur und Kunst beschlossen, die in der ganzen Welt er- 
schienen sind und erscheinen werden, ^) und es mttfste sehr wunderlich 
zugehen, wenn das stark zu Ende gehende Jahrhundert nicht mindestens 
noch einmal dieselbe Utopie mit dem gleichen Enthusiasmus proklamiert 
sehen sollte. 

Für die im folgenden gebotene Auswahl ist die Erwägung be- 
stimmend gewesen, dafs unter allen Plänen diejenigen der gröfsten 
Aufmerksamkeit wert sind, die sich nicht mit einer blofsen Andeutung 
des einzuschlagenden Weges begnügen, sondern nach Möglichkeit in 
die Einzelheiten der schwierigen Arbeit einzutreten versuchen. 



S. 288) : For my felf, I have engaged a matter of a fcore of our ableft men 
in that kind, to nndertake a thorough Survey of öur PubUck Library [Oxford], 
intending to make a perfect Catalogue of all the books according to their 
feverall Subjects in feverall kinds; and when that'i? done to incorporate in it 
all the Authors in any of our private College Libraries, which are wanting in 
the Publick, fo as he that deures to know, may fee at one view, wbat we 
have upon any fnbject. Dr. James made fome beginning in this kind ; but 
none yet has ventur'd either to perfect his or begin anew. — Von den hier 
angedeuteten Bestrebungen Thomas James (f 1629) ist auch in Macrays Annals 
of the Bodleian Library nichts zu finden, und Laugbaine ist gestoroen, ohne 
zur Ausführung seines Plans zu kommen. Vgl. Wheatley, How to catalogue 
a Library (London 1 889) S. 6 f. 

Vgl. S. 13. 

Nachrichten aus dem Buchhandel 11 1895 S. 1876 f.; 1985 f. 



ii 



116 



ERSTES KAPITEL. 

DER ÜNIVERS ALKATALOG 
UND DIE UNIVERSALBIBLIOGRAPHIE. 

Es scheint eine Umkehrung des thatsächlichen Verhältnisses, 
wenn WiUiam F. A. Axon in seiner kurzen Skizze über den 
Universalkatalogi) behauptet, die erste Frage, die zu beantworten 
wäre, sei die seiner Möglichkeit. Mflsse diese verneint werden, 
80 sei es zwecklos, seinen Nutzen zn erörtern. Ganz im Gegenteil 
ist es hier wie bei jeder anderen Arbeit die Daseinsberechtigung, 
die zunächst nachgewiesen werden mufs, bevor man die Mittel 
und Wege zur Ausführung ins Auge fassen darf. Und das eben 
ist der Grundfehler aller Weltkatalogpläne, dafs sie es mit diesem 
Nachweis sehr leicht nehmen und in der Regel die Nützlichkeit des 
Unternehmens ohne weiteres als Axiom hinstellen, während es ihre 
vornehmste Aufgabe sein müfste, die Welt davon zn überzeugen, dafs 
hier Arbeit und Gewinn in richtigem Verhältnis zu einander stehen.^) 
Ist das erst gelungen, dann ist auch der Universalkatalog nur noch 
eine Frage der Zeit. Die Erfüllung dieser Vorbedingung aber wird 
mit jedem Jahre schwieriger, in demselben Grade wie das Unternehmen 
selbst, dessen gewaltigen Umfang jedes neue Jahr litterarischer Pro- 
duktion von neuem erweitert. An der Möglichkeit des Weltkatalogs 
hat kein Vernünftiger jemals gezweifelt. Das wahre Hindernis aber 
liegt, wie bereits Edwards hervorgehoben hat, nicht in seiner Unaus- 
führbarkeit, sondern in seinem zweifelhaften Wert.^) 



1) The projected Universal Catalogue (Library Journal III 1878 S. 175 
bis 177). 

2) Genau die entgegengesetzte Ansicht äufsert freilich Petzholdt in 
seinem Neuen Anzeiger 187ti S. 369 : Zur Empfehlung eines Werkes, wie eines 
allgemeinen BUcherlexikons aller Litteratureu, hätte es des Hinweises auf 
seinen grofisen Nutzen . . . ffewifs nicht bedurft; denn Jedermann, der mit 
Litteratur zu thun hat, wird diesen Nutzen als unzweifelhaft von selbst er- 
kennen. 

3) Memoirs of Libraries (London 1859) II 868. 

117 



— 8 — 



I. FERDINAND VANDER HAEGHEN. 

Alle Skepsis möchte man freilich fahren lassen, wenn man die 
grofse nnd ehrliche Begeisterung sieht, mit der ein Mann wie Vander 
Haeghen, der Schöpfer der Bibliotheca Belgica, für den Universal- 
katalog eintritt J) Selbst bei grundsätzlicher Ablehnung des ganzen 
Gedankens wird man nicht ohne lebhaftes Interesse von dem Wege 
Kenntnis nehmen, den er der Ausführung seines am 4 Dezember 1893 
der Belgischen Akademie vorgelegten und am 7 Mai 1895 der- 
selben Körperschaft neu empfohlenen Projekts vorgezeichnet hat. Er- 
schöpfende Auskunft darüber gibt sein Organisationsentwurf, der hier 
unverkürzt folgt. 

1. Zur Herstellung eines Generalkatalogs der öffentlichen Biblio- 
theken in den beteiligten Staaten wird ein internationales Bureau er- 
richtet. 

2. Das Bureau hat seinen Sitz in . . . Es wird der bedeutendsten 
Bibliothek dieser Stadt zugeteilt. 

3. Es setzt sich zusammen aus einem Direktor, einem Sekretär, 
drei Hilfsarbeitern (commis-r^dacteurs) und einem Boten. Die Be- 
soldungen dieser Beamten werden auf . . . festgesetzt. Eine Geschäfte- 
ordnung regelt ihre Befugnisse und den Gang ihrer Arbeit. 

4. Der Katalog wird auf Zetteln angelegt.^) Jeder Zettel bringt 
nach dem Namen des Verfassers den genauen Titel eines Werks und 
seiner verschiedenen Ausgaben, mit Angabe der Bibliotheken, die es 
besitzen, entsprechend dem vereinbarten Muster. [Anlage 1 BL 24.] 

5. Der Katalog ist rein alphabetisch. 

6. Das Bureau besorgt die Abfassung und den Druck der Titel 
und schickt die Zettel in Korrekturabzügen an die beteiligten Biblio- 
theken. 

7. Die Verwaltung dieser Bibliotheken stellt auf den ihr über- 
sandten Zetteln fest: 

a, ob die angegebenen Ausgaben sich in ihrer Sammlung befinden; 

b. ob sie noch andere Ausgaben besitzt 

Die Fahnenabzüge werden spätestens 14 Tage nach dem Empfang 
zurückgeschickt. 



1) D'un catalogne gdn^ral des bibliothcques publiques (Bruxelles, 
Impr. de F. Hayez 1S95). — Hier sind mehrere Stücke aus aem Bulletin der 
Brüsseler Akademie zusammengefafst : Sitzungen v. 4 Dez. 1893, 5 März und 
7 April 1894 und v. 7 Mai 1896. 

Der Plan ist mit wohlwollenden Wünschen in der Revue Bleue 1894 II 
155—157 von P. R. angezeigt: Un projet de catalogue g^n^ral des biblio- 
theques publiques. — Dieser Artikel ist von George Watson Cole im Librarv 
Journal XlX 1^94 S. 333—336 ins Englische übersetzt: Matters bibliographical. 
•— Das vorgeschlagene Statut ist auch im Centralbl. f. B. XI 1894 8.290 f. 
abgedruckt. 

2) Die Titel sollen zunächst nicht den Büchern, sondern Bibliographien 
entnommen werden. 

118 



— 9 — 

8. Jede der beteiligten Bibliotheken erhält 5 Exemplare der 
fertigen Katalogzettel. 

9. Zu Beginn jedes Jahres gibt der Direktor des Bnreans den 
Regierungen der beteiligten Länder einen Rechenschaftsbericht über 
die im verflossenen Jahre geleisteten Arbeiten und den Fortschritt des 
Generalkatalogs. 

10. Privatbibliotheken , die durch die Zahl ihrer Bände oder 
dni'ch ihren Reichtum an Speziallitteratur hervorragen, können sich 
durch die Vermittelung der Regierung ihres Landes unter denselben 
Bedingungen wie die öffentlichen Bibliotheken dem Internationalen 
Bureau anschliefsen und an seinen Veröffentlichungen teilnehmen. 

11. Den beteiligten Bibliotheken steht das Recht zu, bei ihrem 
schriftlichen Verkehr mit allen Bibliotheken innerhalb der Vereinigung 
die Vermittelung des Bureaus in Anspruch zu nehmen. 

12. Qelehiien steht es frei, sich zur Erlangung bibliographischer 
Nachweisungen direkt mit dem Bureau in Verbindung zu setzen. 

13. Dem Bureau wird für seine sächlichen Ausgaben, wie den 
Ankauf von Büchern, für Bureaubedürfnisse, Druck, Portokosten u. s. w. 
eine jährliche Summe von . . . ausgeworfen. Aufserdem wird ihm 
ein erster Kredit von . . . zur Erwerbung von Bibliographien und zur 
Einrichtung bewilligt. 

14. Die Kosten des Bureaus werden von den beteiligten Staaten 
gemeinsam getragen und nach der Zahl der öffentlichen oder Privat- 
bibliotheken, die die Katalogzettel beziehen, verteilt. 

Statt auf die Einzelheiten dieses Planes einzugehen — für die 
Kritik seiner Arbeitsorganisation wird auf die des Dziatzkoschen Ent- 
wurfs hingewiesen — möchte ich den Blick fSr eine Minute in die 
Zukunft lenken, die die Verwirklichung des Vander Haeghenschen 
Gedankens vor sich sähe. 

In seiner ersten Mitteilung an die Belgische Akademie i) wirft 
der Genter Oberbibliothekar dem Katalog des Britischen Museums vor, 
er würde vollendet nur une minime partie des richesses biblio- 
graphiques de la seuie Eitrope überblicken lassen. Immerhin wird das 
Verzeichnis dieses kleinen Bruchteils nach der Berechnung Garnetts^) 
3^2 Millionen Artikel umfassen; lassen wir nun den gröfseren Teil 
davon als Verweisungen, zu deren Aufnahme das Britische Museum 
sich durch den Mangel eines systematischen Katalogs verpflichtet 
glaubt^), aufser Acht, so werden uns doch — Karten und Musikalien 
mitgerechnet — über anderthalb Millionen wirklicher Titel bleiben. 
Natürlich können Schätzungen wie die folgende heute, da kein Land 
über eine vollständige Bibliographie seiner Litteratur verfügt, nur sehr ins 
Blaue hinein gemacht werden; man wird aber doch eher zu tief als 



1) Vander Haeghen a. a. 0. S. 9. 

1) Note on Printing the British Museum Catalogue (Library Journal 
X 1885) S. 204. 

3) Garnett ebenda S. 205. 

119 



— 10 — 

zu hoch greifen, wenn man ein erschöpfendes Verzeichnis der in den 
Bibliotheken Europas allein angehäuften Schätze auf 4 Millionen Titel 
veranschlagt 1) Jetzt drängt sich die Frage auf: Stttnde selbst für eine 
grofse BiblioÜiek der Vorteil, den ihr der Besitz dieses Inventars 
brächte, in Oberhaupt annehmbarem Verhältnis zu den pekuniären 
Opfern und vor allem zu der kolossalen Arbeitslast, die ihr ans der 
Vergleichung^ Aufnahme und Ordnung dieser Millionen Titelzettel 
erwachsen wäre? 

Die Brüsseler Akademie hat, wenn auch nach langem Zögern, 
den ihr vorgelegten Plan schliefslich angenommen und der Regierung 
unterbreitet. 2) Zwei Jahre sind seitdem ins Land gegangen, ohne 
etwas Näheres Aber sein Schicksal in die Öffentlichkeit zu bringen. 
Vermutlich ist es die damals einsetzende stürmische Propaganda des 
Internationalen Brüsseler Instituts, der er zum Opfer gefallen ist. Für 
beide Unternehmen ist selbstverständlich in einem Lande nicht Platz; 
auch wäre es weiter nicht wunderbar, wenn hier, wo es auf die Werbe- 
kraft der Pläne in Laienkreisen ankam, der bei weitem solidere und 
bescheidnere dem keinerlei Grenzen respektierenden hätte Platz 
machen müssen. 

IL RICHARD GARNETT. 

Schon in seinem ersten Bericht über den Druck des Katalogs 
des Britischen Museums deutete Garnett^) an, dafs die Veröffentlichung 
dieses Verzeichnisses den Anhängern des Universalkatalogs erst die 
einstweilen durchaus fehlende Operationsbasis schaffen werde. Noch 
wäre ihr Plan eine Utopie; sei aber der Katalog des Museums erst 
durch den Druck allgemein zugänglich geworden, dann werde es 
möglich sein, dessen Lücken aus den Katalogen anderer Bibliotheken 
auszufüllen und so in langsamen Schritten das grofse Ziel zu erreichen. 



1) Wie 0. MUhlbrecht (Die Bücherliebhaberei, 2. Aufl., Bielefeld u. 
Leipziff 1898 S. 9) mitteilt, hat der Französische Bibliophile G. Peignot dieGe- 
samtzanl der bis zum Jahre 1822 gedruckten Werke auf 3681000 angegeben, 
und Charles Nodier ist ihm mit seiner Schätzung — 3277000 bis 1820 — 
recht nahe gekommen. Danach zu rechnen müfste man heute auf wenigstens 
6 Millionen angelangt sein. 

2) P. Bergmans, Un catalogue g6n6ral des biblioth^ues beiges et 
hoUandaises (Revue Internat des archives. des bibUotheques et des mu86e8 
1895/96 — Biblioth6ques — } S. 31. — Im Anschlufs an diese Mitteilung wird, 
allerdings etwas unklar, benchtet ^S. 33), Vander Haeghen habe den Universal- 
katjJog zu Gunsten eines CentralKatalogs der Belgischen und Holländischen 
Büchersammlungen aufgegeben. Der Hinweis auf die Seconde lecturCf in der 
Vander Haeghen diese Erklärung abgegeben haben soll, mufs auf irgend einer 
Verwechselung beruhen : es werden dort (in der 2 Mitteilung an die Belgische 
Akademie vom 7 Mai 1895) die Holländischen Bibliotheken überhaupt nicht 
CFwähnl) 

3) The Printinff of the British Museum Catalogue [read Sept 5^^ i882] 
(Transact. & Proceed. of the 4th & b^h annual Meetings of the L. A. U. K., 
London 1884) S. 127. 

120 



— 11 — 

Diesen Gedanken hat Gamett zehn Jahre später, im September 
1892, vor der Konferenz des Englischen Bibliothekarrereins in Paris 
wieder aufgenommen J) Wie von ihm, dem die Leitung des Londoner 
EatAlogdrncks reichliche Gelegenheit geboten hat, die Schwierigkeiten 
derartiger Unternehmungen praktisch kennen zn lernen, kaum anders 
zu erwarten war, finden wir in seinen AnsfÜhmngen nichts von der 
Sicherheit nnd Siegesgewifsheit, mit der wir in neuster Zeit die Ver- 
fechter weit umfassenderer bibliographischer Pläne vor die Öffentlich- 
keit treten zu sehen gewohnt sind. £s ist nicht die flbliche Be- 
geisterung für den Weltkatalog, mit der wir es hier zu thun haben, 
sondern eine wohlthuend ruhige Erörterung über die Lösung des 
Problems. 

Der üniversalkatalog ^ meint Garnett, hat, wie die Dinge heute 
liegen, nur eine Möglichkeit: Unter den zur Zeit existierenden ge« 
druckten Katalogen nähert sich der des Britischen Museums am meisten 
der angestrebten Vollständigkeit. Nur auf diesem Fundament kann 
der gewaltige Bau durch die gemeinsame Arbeit aller übrigen wichtigen 
Bibliotheken errichtet werden, indem diese ihren Besitz, soweit er im 
Katalog des Britischen Museums nicht bereits verzeichnet ist, einer 
Centralstelle zur Veröffentlichung — sei es in einzelnen Supplementen, 
sei es zusammen mit dem zu Grunde gelegten Inventar — melden. 
Die Schwierigkeiten sind freQich grofs. Zunächst ist der Katalog des 
Britischen Museums nicht verbreitet genug,)) um die Arbeit in Angriff 
nehmen zu können. Aufserdem aber ist er unvoUständig, da sein 
Druck eine lange Reihe von Jahren beansprucht hat und somit der 
neue Zuwachs, soweit er alphabetisch bereits veröffentlichten Bänden 
angehörte, nicht hat Aufnahme finden können. Ganz unerläfslich ist 
also vor allem der Neudruck des Katalogs und seine Verteilung an 
alle in Frage kommenden Bibliotheken. Es handelt sich mithin zu- 
vörderst darum , die Regierung zur Bewilligung der dazu erforderlichen 
Mittel zu bestimmen. Ist dies gelungen, so steht man vor der Auf- 
gabe, alle wichtigeren Bibliotheken zur Teilnahme heranzuziehen, ihnen 
die nötige pekuniäre Unterstützung zu verschaffen, die notwendige Ein- 
heit in der Behandlung einer Menge technischer Fragen zu erzielen 
und schliefslich die Centralstelle, der die Revision, Ordnung und Ver- 
öffentlichung des von allen Seiten zuströmenden Materials obliegen 
würde, zu begründen und auszustatten. 

Garnett ist, wie er selbst zum Schlufs gesteht, keineswegs sangui- 
nisch genug, an eine schnelle Überwindung dieser Organisations- 
Bchwierigkeiten zu denken, ohne uns freilich zu sagen, ob er überhaupt 



1) The British Museum Catalogue as the Basis of a Universal Cata- 
logue (The Library V 1893 S. 98—96). Der Vortraff wurde übrigens in Ab- 
wesenheit des Verfassers durch einen Vertreter verlesen. 

2) Von den 75 in den Verkehr gelaüigten Exemplaren sind die Hälfte 
Geschenke, vornehmlich an Volksbibliotheken. Näheres s. am Schlufs des 
Kapitels über das Britische Museum. 

121 



— 12 — 

hofil, die öffentliche Teilnahme werde einst die Stärke erreichen, nm 
auf sie gestützt mit der sicheren Aussicht anf Erfolg an das Unter- 
nehmen herantreten zn können. Sollte diese Zeit wirklich einmal 
kommen, so liegt sie jedesfalls in weiter Feme. Ist es doch bisher 
kanm zwei oder drei Ländern gelungen, anch nnr die staatlichen 
Bibliotheken in Eatalogisiemngsiragen nnter einen Hut zn bringen. 
Und diese Schwierigkeit wäre noch am leichtesten zn tiberwinden. 
Woher aber sollten die schon jetzt überlasteten Bibliotheken bei ihren 
stets wachsenden Aufgaben die für die nene Leistung nötigen Kräfte 
hernehmen? Nach dem bei der Schätzung der Arbeit zur Herstellung 
des Preufsischen Gesamtkatalogs angenommenen Satze würde die König- 
liche Bibliothek in Berlin 8000 Arbeitstage eines Beamten brauchen, 
um ihren augenblicklichen Besitz mit dem des Britischen Museums zu 
vergleichen, — wenn dessen Katalog, was bekanntlich jiicht der Fall 
ist, dieselben Ordnungsgrundsätze zeigte wie ihr eigner. Dieser Besitz 
aber wächst schnell und stetig, und die Vergleichung des Zuwachses 
erforderte neue Arbeit, die nimmer zu einem Stillstand käme, da das 
ganze Unternehmen nur dann einen Sinn hätte, wenn es in die Un- 
endlichkeit fortgeführt würde. Darum ist auch nicht einzusehen, warum 
die neue Auflage des dem Universalkatalog zu Grunde zu legenden 
Englischen Katalogs zugleich mit dem Hinweis auf die Unvollständig- 
keit des ersten Drucks gefordert wird, da doch der Neudruck voraussicht- 
lich wiederum 20 Jahre beanspruchen und wiederum einen grofsen Teil 
der Accession nicht berücksichtigen würde. Schliefslich aber würde der 
auf dem vorgeschlagenen Wege zustande gekommene Universalkatalog 
seine Aufgabe nnr unvollkommen lösen, da er für jedes Werk immer 
nur eine Bibliothek namhaft machen würde, in deren Besitz es zn finden 
ist, und zwar für die Hauptmasse der Bücher nur das Britische Museum, 
das die Benutzung seiner Schätze nur innerhalb seiner Räume gestattet. 



m. DAS INSTITUT INTERNATIONAL DE BIBLIOGRAPHIE 

IN BRÜSSEL.!) 

Vor acht Jahren begegneten sich die beiden Brüsseler Advokaten 
Henri La Fontaine und Paul Otlet in der gemeinsamen Absicht, 
die Bibliographie ihres Forschungsgebiets, der Recht«- und Staats- 
wissenschaften nach modernen Anforderungen zu organisieren. Aber 
nur kurze Zeit blieben sie bei dieser Beschränkung, um dann ihr 
Programm ins. Grenzenlose zn er weitem. Sie überzeugten sich, dafs 
schwer empfundene Unzulänglichkeiten, Systemlosigkeit und Ver- 
schwendung von Arbeitskraft keineswegs in der Bibliographie allein 
ihrer Disziplin zu beklagen wären, und gelangten so in ihrem Bestreben 



1) Bulletin de Tlnstitat international de Bibliographie. Erscheint seit 
dem Herbst 1895. 

122 



— 13 — 

nach einer gründlichen Heilnng des Übels zum kühnsten nnd nm- 
fassendsten aller bibliographischen Pl&ne, znm Universalreperiorium, 
Je gröfser der Umfang einer Bibliographie ist nnd je weiter die 
Kreise, denen sie dienen soll, desto wichtiger wird fdr sie die Frage 
der Anordnung des Materials. Dafs in einem solchen nach Millionen 
von Titeln sfthlenden Verzeichnis nicht dem Alphabet die alleinige 
Fflhmng überlassen werden dürfe, dafs vielmehr dem Inhalt der 
Schriften bestimmender Einflnfs auf ihre Ordnmig einzuräumen sei, 
darüber hegten sie von Anbeginn keinen Zweifel. Als dringlichste 
Vorarbeit ergab sich ihnen somit die Erkundung des besten Weges, 
dieser Seite ihrer Aufgabe gerecht zu werden. 

Das Studium der verwirrenden Fülle wissenschaftlicher und biblio- 
graphischer Einteilungen fahrte sie schliefslich auf ein System, dessen 
„geniale Einfachheit" und weite Verbreitung sie in gleichem Grade 
fesselte und das ihnen den Schlüssel zur Lösung des ganzen Problems 
in die H&nde zu geben schien: auf Melvil Deweys Decimal Ciassifi- 
catUm. Die in Amerika eingezogenen Erkundigungen bestätigten voll- 
auf ihre günstige Meinung; trotzdem hielten sie sich für verpflichtet, 
in eigner praktischer Arbeit die Brauchbarkeit der Deweyschen Ein- 
teilung zu erproben. In dieser Absicht schufen sie mit Hilfe von 
Freunden ihres Plans und mit Unterstützung der Belgischen Regierung 
das Office international de btbliographie , und nicht eher, als bis die 
Ordnung von 400000 Zetteln ihre Erwartungen in allen Stücken er- 
füllt hatte, hielten sie die Zeit für gekommen^ die Welt zur Mitarbeit 
aufzurufen. Die Einladungen gingen ins Land, und am 2 September 
1895 trat die erste internationale bibliographische Konferenz in Brüssel 
zusammen. 

Die Begeisterung fand ungewöhnlich glänzende Worte, das Erreichte 
zu preisen und die Zukunft ins hellste Licht zu setzen. Hier mufs 
die einfache Wiedergabe der Beschlüsse genügen. Dafs das Recht der 
Konferenz, sich international zu nennen, recht zweifelhaft war, thut 
wenig zur Sache. 

1. Die Konferenz ist der Ansicht, dafs die Decimal Classification 
vom praktischen und internationalen Gesichtspunkt aus vollständig be- 
friedigende Ergebnisse liefert. 

2. Die Konferenz stellt die ansehnliche Verbreitung fest, die das 
Deweysche System bereits gewonnen hat, und empfiehlt seine unver- 
änderte Annahme, um die schleunige Herstellung eines internationalen 
Einvernehmens zu erleichtem. 

3. Die Konferenz wünscht den Zusammentritt der Regierungen zu 
einem bibliographischen Weltverein (Union bibliographique universelle) 
behufs Errichtung eines internationalen bibliographischen Amtes {Office). 
Sie beauftragt ihr Bureau, diesen Wunsch der Belgischen Regierung 
mit der Bitte zu unterbreiten, alle zu diesem Ende ihr nützlich er- 
scheinenden Schritte zu thun. 

123 



— 14 — 

4. Die Konferenz besohliefst die Errichtnng eines internationalen 
bibliographischen Instituts {Institut). 

5. Die Konferenz macht in Erwägung des Umstandes, dafs jede 
systematische Ordnung die Existenz vollständiger und zuverlässiger 
nationaler Bibliographien voraussetzt, die Regierungen auf die Wichtig- 
keit einer einheitlichen Pflichtexemplargesetzgebung aufmerksam. 

6. Die Konferenz drückt den Wunsch aus, die Regierungen 
möchten, wenn sie ftlr die Untersttttzung nationaler Bibliographien ein- 
träten, auf die Annahme des Dezimalsystems bestehen. 

7. Die Konferenz wttnscht, dafs die Bibliographien privaten Ur- 
sprungs und ganz besonders die von Buchhändlervereinen ausgegebenen 
Verzeichnisse gleichfalls das Dezimalsystem annehmen. 

8. Die Konferenz wttnscht die idlgemeine Annahme der von der 
Association fran^aise pour Tavancement des sciences auf ihrer Ver- 
Sammlung in Bordeaux im August 1895 adoptierten Vorschläge be- 
tre£fend die von den Verfassern für die Titel ihrer Arbeiten zu geben- 
den Fingerzeige. 1) 

9. Die Konferenz nimmt die von den Herren La Fontaine und 
Otlet in ihrem und ihrer Mitarbeiter Namen abgegebene Erklärung zu 
Protokoll, ihr Repertorium von 400000 Zetteln dem von den Staaten 
zu gründenden internationalen bibliographischen Amt ohne Entgelt 
überlassen zu wollen. Sie dankt den Herren La Fontaine und Otlet 
ftlr ihre Initiative und für ihre grofsmütige Gabe. 

10. In Erwartung der endgiltigen Konstituierung dieses Amts 
ersucht die Konferenz das gegenwärtig in Brüssel thätige Amt, seine 
Arbeiten auf der Grundlage eines ausgedehnten internationalen Zu- 
sammenwirkens fortzusetzen. Sie wünscht besonders die sofortige Über- 
setzung der Tafeln des Deweyschen Dezimalsystems ins Deutsche, 
Französische und Italienische. 

Das ist es, was die konstituierende Konferenz zu sagen hatte. 
Wer wäre imstande, aus diesen ihren Äufserungen ohne weiteres den 
Gedanken herauszulesen, der im Grunde zu ihrer Berufung geführt 
hatte, den Gedanken der Universalbibliographie? So sehr hatte Deweys 
verführerische Erfindung Einberufer und Geladene gefangen genommen, 
dafs sie das System, dem unter allen Umständen nur sekundäre Be- 
deutung zukommt, unter stärkster Betonung seiner ausschlaggebenden 
Wichtigkeit in den äufsersten Vordergrund rückten, und noch heute 
thut man in Brüssel trotz aller warnenden Stimmen genau so, als sei die 
Deweysche Formel das Sesam Öffne dich, vor dessen Zauberkraft die 
Thore, die heute dem Forscher den unermefslichen Reichtum der Welt- 
litteratnr verschliefsen, auflspringen müfsten. So ist man dazu gekommen, 



1) Vgl. C. M. Gariel, Expos^ des propositions vot^es par le Ck>njnrto de 
rAssociation francaise pour Tavancement des Sciences, Bordeaux aout 1895 

g Bulletin de rinsntut IS. 62—66). Es handelt sich hier um die äu&erliche 
ervorhebung besonders charakteristischer Worte u. s. w. 

124 



— 15 — 

unter geradezu anflftlliger Yemachl&ssignng aller VorBicht den An- 
sehlods an das üniTersalrepertorinm derart von der Annahme des einmal 
gewählten Systems abh&ngig zu machen, dafs das eine mit dem andern 
steht und fällt. Wie gering aber die Aussichten auf den erträumten 
Siegeszug dieses Systems sind, werden wir gleich sehen. 

ZuYor ist noch einiges flber das Programm selbst zu sagen, das 
sich freilich nicht aus den sehr allgemein gehaltenen Satzungen des 
Yon der Konferenz begründeten Instituts, i) wohl aber ans der Note 
preliminaire der Herren La Fontaine und Otlet') einigermafsen deut- 
lich entwickeln läfst. Aufgabe des Instituts ist das Studium aller 
Fragen, die sich auf die Bibliographie im allgemeinen und auf die 
Ausarbeitung des Universalrepertoriums im besondem beziehen, oder, 
klarer ausgedrückt, die Vervollkommnung und die mit allen Mitteln 
der Propaganda zu betreibende Intemationalisierung des Deweyschen 
Systems zum Zweck der Erleichterung und Beschleunigung dieses ge- 
waltigen Werkes. Dem Amte aber, zu dessen endgiltiger Konstituierung 
sich die Begierungen vereinen sollen, ist die Bolle des ausführenden 
Organs zugeteilt. Die Herstellung und Veröffentlichung des Universal- 
repertoriums fUlt also ihm zu. 

Unter diesem Repertoire Bibliographique Dniversel versteht 
man ein Verzeichnis der gesamten Litteratur aller Länder und aller 
Zeiten, in dem die Zeitschriftenartikel und die einzelnen Arbeiten der 
Gesellschaftsschriflien ebenso Platz finden sollen wie die selbständigen 
Bücher und Broschüren. Es soll sowohl alphabetisch wie systematisch 
angelegt werden und in seiner änfseren Gestalt die Fähigkeit besitzen, 
stets auf dem Laufenden gehalten zu werden, also aus Zetteln bestehen. 
Keine gröfsere Stadt, kein Brennpunkt geistigen Lebens werde dies 
Bepertorium entbehren können. Dem Amt, dessen einzelne Abteilungen 
von Spezialvertretem der einzelnen Wissenszweige geleitet werden 
würden, liege es ob, das zunächst durch Ausbeutung sämtlicher vor- 
handenen Bibliographien zu gewinnende und ihm dann täglich von allen 
Seiten neu zuströmende Material zu sichten, jedem Titel die ihm 
seine Stelle im System anweisende Klassifikationsnummer zu geben 
und dann die gedruckten Zettel an die Abonnenten, vor allem an die 
überall zu gründenden Ortsämter (Offices bibliographiques locaux) zu 
verteilen. Deren gegebener Platz seien die gröfseren Bibliotheken, 
wo sie bald mit den kostspieligen und doch nur beschränkten Nutzen 
stiftenden Katalogisierungsabteilungen zusammenfallen würden.') Auch 



1) Abgedruckt nn Bulletm 1 S. 12^14. 

2) Bufletin I S. 15—38. 

3) Dem ersten Heft des Bulletins waren grüne Titelzettel für die 
einzelnen Abhandlun^n beigegeben, offenbar m Ausführung einer auf S. 47 
mitgeteilten Idee ärl Junkers aus Wien: Den Verlegern sollte vor- 

Seschlagen werden, für jedes neu aasgegebene Buch toeifBe Titelzettel in 
em vom Institut angenommenen Format (13,5x9 cm, später zu Gunsten 
des Amerikanischen rormats aufgegeben; vgl. im nächsten Abschnitt den 

125 



— 16 — 

werde es die systematische Ordnnng der Zettel erlauben, das Reper- 
torinm beliebig zn teilen nnd in einzelnen Bmchstttcken an die Inter- 
essenten abzugeben. Seine Grundlage werde das Amt in einer ge- 
waltigen Genossenschaft erhalten, zu der sich alle zusammenthun würden, 
denen am Zustandekommen des Uoiversalrepertoriums gelegen sein 
mflsse: Staaten und öffentliche Verwaltungen, wissenschaftliche Gesell- 
schaften und Bibliotheken, Verleger, Schriftsteller und Gelehrte. Die 
Regierungen würden sich ' verpflichten müssen, fUr eine regelmftfsige 
Registrierung der Bflcherproduktion ihrer Länder Sorge zu tragen und 
weiterhin das Unternehmen durch das Abonnement auf eine Zahl von 
Exemplaren, für deren Höhe die Bevölkerung und die litterarische 
Jahresproduktion bestimmend wären, zu fördern. 

So weit die Ziele. Zwei Jahre sind hingegangen, seit sie ver- 
kündet wurden. Was ist bisher praktisch erreicht? 

Verständiger Weise hat man nicht auf den bibliographischen 
Weltverein gewartet, um das Amt auf festere Füfse zu stellen. Das 
Belgische Ministerium des Innern und des öffentlichen Unterrichts, 
das bereits das provisorische Amt und die Konferenz unter seinen 
Schutz genommen hatte, ging den übrigen Regierungen mit gutem 
Beispiel voran und empfahl dem König die offizielle Anerkennung des 
Amtes, um so dem Lande eine Institution zu sichern, qui pourra devenir, 
k bröve ^cheance, forgane principal de la vie iniellectuelle des 
peuples.^) Am 12 September 1895 unterzeichnete der König die Stiftungs- 
urkunde des Office international de bibliographie^), die zugleich dem 
Unternehmen die nötigen Räume und pekuniäre Unterstützung in sichere 
Aussicht stellte. Die übrigen Mächte scheinen dagegen in ihrer Zurück- 
haltung zu verharren; wenigstens sind es aufser der Belgischen Regierung 
nur einige Schweizerische Behörden, denen die vom 2 bis zum 4 August 
1897 abgehaltene zweite Konferenz ihren Dank auszusprechen sich 
veranlafst gesehen hat. Dieser Mangel an thätiger Teilnahme hat jedoch 
das Amt nicht gehindert, eine erstaunliche Rührigkeit zu entfalten. In 
den Räumen, die ihm in einem Annex der Königlichen Bibliothek in 
Brüssel angewiesen sind, werden gedruckte Kataloge und Bibliographien 
auf dem üblichen Wege des Schneidens und Klobens in einzelne Titel- 
zettel aufgelöst, und eine grofse Anzahl wissenschaftlich gebildeter 
Hilfsarbeiter ist weiter damit beschäftigt, diese nach Deweys Tafeln 



Bericht über das Züricher Goncüium Bibliographionm und Anlage 1 Bl 30) 
mit den nötigen bibliographischen Notizen diucken zu lassen und sie un- 
entgeltlich dem Amt so zahlreich zur Verfügung zu stellen, dafs es alle seine 
Abonnenten damit versorgen könnte. — Jedem einzelnen Exemplar der Publi- 
kation wäre der nämliche Titel auf farbiaem Papier beizulegen. Kaufte nun 
einer der Abonnenten das Buch, so würde er den ihm vom Amt gelieferten 
weilsen Zettel durch den im Buch gefundenen farbigen ersetzen. Die Benutzer 
des Repertoriums auf grolsen Bioliotheken könnten dann mit einem Blick 
feststellen, ob das Buch angeschafft sei oder nicht. 

Bulletin I S. 59. 

Abgedruckt im Bulletin I S. 60 f. 

126 



i] 



— 17 — 

festzulegen.!) Die 400 000 Zettel, das Geschenk der Hen*en La Fontaine 
und Otlet, sind ein längst flberwnndener Standpunkt. Als die Mit- 
glieder der zweiten Konferenz dem Amt ihren Besach abstatteten, 
konnten sie feststellen, dafs das Repertorinm bereits über zwei Millionen 
Zettel hinansgewachsen war, von denen mehr als die Hälfte anch 
schon die Klassifikationsnnmmer führten. Sie besichtigten eingehend 
seine einzelnen Teile «und konnten sich wiederholt des lanten Ans- 
dmcks ihres Stannens nnd Lobes über das bereits Qeleistete nicht ent- 
halten*'.^) Sogar ein bibliographischer Dienst ist bereits organisiert. 
Das Institut nimmt Anfragen entgegen nnd beantwortet sie, so gnt es 
ihm der unfertige Zustand seiner Zettelsammlung erlaubt, indem es die 
zum fraglichen Gegenstande im Repertorium befindlichen Titel in Ab- 
schriften dem Interessenten zur Verfügung stellt. Für die ersten ftlnf 
Zettel wird eine feste Minimaltaxe von 1 Fr. erhoben; jeder weitere 
Zettel kostet 0,10 Fr. Geht die Zahl der zu liefernden Titel über 50 
(= 5,50 Fr.) hinaus, so wird der Fragsteller zur Vermeidung unlieb- 
samer Überraschungen davon benachrichtigt. 3) 

Während die geschilderte Arbeit der Bibliographie rifrospective 
gilt — einen den Begriff deckenden Deutschen Ausdruck gibt es 
nicht. — , hat man als deren Ergänzung zur Bewältigung der neuen 
Erscheinungen eine Reihe Von periodischen Publikationen ins Leben 
gerufen und andere bereits bestehende zum engen Anschlufs an die 
Forderungen des Instituts vermocht. Sie tragen den gemeinsamen 
Obertitel Bihliographia Universalis (FMiccdion coopSrative de VOffice 
inUmoHanal de biblioffraphie) und beobachten alle , wiewohl sie von 
verschiedenen Kreisen ausgehen, dieselben Grundsätze, d.h. in der 
Hauptsache, sie geben jedem Titel die Deweysche Nummer. Sie 
sind als integrierende Teile des Universalrepertoriums anzusehen 
und erscheinen teils in Zettelform (so die Veröffentlichungen des 
Concilium Bibliographicum in Zürich und des Amerikanischen Biblio- 
thekarvereins, fQr die hier auf die Darstellung im Abschnitt über 
die Titeldrucke verwiesen wird), teils in einseitig gedruckten Heften. 
Die Bihliographia Universalis umfafst heute (Mitte 1897) aufser 
den eben genannten Publikationen folgende Abteilungen: Biblio- 
graphia bibliographica (seit 1897, hrsg. vom Institut); Bibliographia 
philosophica (seit 1895, hrsg. vom Institut sup^rieur de philosophie 
der Universität Löwen); Bibliographia sociologica (seit 1895, hrsg. 
vom Bureau sociologique in Brüssel); Bibliographia astronomica (seit 
1896, hrsg. von der Soci^t^ beige d'astronomie in Brüssel; erscheint 
auch in Zettelform); Bibliographia medica italica (seit 1897, hrsg. 



1) Karl J unk er, Das Internationale Institut für Bibliographie in Brüssel 
(S.-A aus d. Böisenblatt f. d. Deutschen Buchhandel vom 2 Jan. 1897) S. 7. 

2) .yy. [=Karl Junker] in der Beilage z. Allgem. Zeitung v. 5 Aug. 
1897 (No 173). 

3) Bulletin II S. 142f. 

127 
Beiheft 20. 2 



— lÖ — 

von der Zeitschrift II Policlinico in Rom); Bihliografia ostetrica 
e ffinecologica iialiana (seit 1897, hrsg. von der Societä italiana di 
ostetricia e ginecologia in Rom) nnd Bibliographia musicalis italica 
(seit 1897, hrsg. von der Zeitschrift Tlnsegnante di mnsica in Rom). 
Eine Reihe weiterer Verbindungen ist dem Abschlnfs nahe. Desgleichen 
mag zu. den Erfolgen des Instituts gerechnet werden, dals eine Anzahl 
von Journalen dahin gebracht ist, ihre Artikel mit der Deweyschen 
Nummer auszurflsten. 

Das alles zusammen ist, genau angesehen, recht wenig im 
Vei^leich zu dem ungeheuerlichen Umfang der Aufgabe, an sich aber 
und zumal für die kurze Zeit von zwei Jahren eine sehr achtungs- 
werte Leistung, so dafs man bei allem Zweifel an der Nützlichkeit 
des ganzen Unternehmens doch nicht umhin kann, ihm eine bessere 
Zukunft zu wünschen, als sie ihm allem Anschein nach beschieden ist. 
Wohl haben die Träger der Brüsseler Bewegung zu Gunsten der 
Deweyschen Klassifikation eine auf dem stillen Gebiete der Bibliographie 
vorher nie erlebte Agitation in Wort und Schrift in Szene gesetzt, so 
dafs eine Aufzählung der Broschüren, Zeitschriftenartikel und Notizen 
der Tagespresse, die ihre energische Propaganda ins Dasein gerufen 
hat und täglich vermehrt, lange Seiten füllen würde, i) Wie vieLneue 
Anhänger aber dem System dadurch gewonnen sein mögen: dieser 
Erfolg schrumpft stark zusammen gegenüber der ablehnenden Haltung, 
die gerade die zum Urteil berufensten und einflufsreichsten Kreise mit 
wenigen Ausnahmen beobachten. 

Zwei Gründe werden angeführt, die die Annahme des Deweyschen 
Systems unabweisbar machen sollen: Einmal seine unbegrenzte Er- 
weiterungsfähigkeit, die internationale Verständlichkeit seiner Ziffem- 
sprache, die es befkhige, der Wissenschaft denselben Dienst zu leisten 
' wie einst die lateinische Sprache im Mittelalter, kurz seine zum Gipfel 
der Vollendung hinanreichende Vorzüglichkeit, 2) und weiter die That- 
sache — Otlet hat sie festgestellt — , dafs das System bereits in mehr 
als tausend Amerikanischen Bibliotheken heimisch ist.^) 

Was gegen das zuerst geltend gemachte Moment irgend gesagt 
werden kann, ist bereits wiederholt gesagt worden, und hier liegt keine 
Möglichkeit vor, den Kampf von neuem zu eröffnen. Die Un- 
zulänglichkeit eines bibliographischen Systems läfst sich nicht mit 



1) Wer sich in dies Studium vertiefen will, dem liefert die gewissen- 
hafte Buchführung des Bulletins das nötige Material. Nur auf eine Arbeit 
sei hier nachdrücklich hingewiesen, die eindringendste und sachlichste 
Kritik, die bisher über die Brüsseler Bestrebungen veröffentlicht ist: das ist 
Ch. V. Langlois Aufsatz A propos de l'lnstitut international de bibliographie 
im ersten und einzigen Bande der Revue internationale des archives, des 
bibliotheqnes et des mns^es — Biblioth^ques — S. 97 — 125. 

2) Bulletin I S. 27 : Les Am^ricains nous paraissent avoir apport6 une 
Solution ä peu pr^s definitive du problöme. 

3) Bulletin I S. 6. 

128 



— lÖ -- 

deiBelben zwingenden Überzeugungskraft darthnn wie etwa die falsche 
Lösung eines mathematischen Problems. Auch die Anhänger des 
Brüsseler Programms werden allmählich einsehen, dafs Europa nicht 
der Boden jftlr das Deweysche System ist. Aber sie werden, wie es 
scheint, stets mehr geneigt sein, dafür die Macht der Tradition und 
die SchwerfUligkeit der Gegner verantwortlich zu machen als das 
System selbst Eben jetzt hat es eine neue Niederlage erlitten. Im 
Herbst 1896 hatten sich auf die Einladung der Associazione tipografica- 
libraria italiana Buchhändler und Bibliothekare in Florenz zusammen- 
gethan, um zu den Forderungen der ersten Brüsseler Konferenz Stellung 
zu nehmen. Mit einem Non liquet war man auseinander gegangen. Jetzt, 
im September 1897, hat zwar die damals zum Studium der Frage eingesetzte 
Kommission zu Gunsten des Systems berichtet, aber nicht den Beifall 
des Plenums gewonnen. Während die Associazione tipografica-libraria 
— sie tagte diesmal in Mailand — dem System eine neue Prüfnngszeit 
auflegte und die endgiltige Entscheidung wieder hinausschob, erklärte 
die neulich begründete Societä bibliografica italiana, deren erste Ver- 
sammlung zeitlich und örtlich mit der jüngsten Jahreskonferenz des 
vorhin genannten Vereins zusammenfiel, die Deweysche Klassifikation 
in ihrer gegenwärtigen Gestalt für unannehmbar und betraute einen 
Ausschufs mit der schwierigen Aufgabe, ein System ausfindig zu machen, 
che inconiri ü favore di tutti, con una notazione speciale simbolica. 
Und was sagen dazu die Freunde des Dewey sehen Systems? Die 
Frage ist also noch nicht abgeschlossen, meint der Berichterstatter 
des Florentinischen BoUettinos; es ist daher zu wünschen, dafs die 
Angelegenheit in einer künftigen Versammlung vor Männer gebracht 
werde, die weniger voreingenommen und besser unterrichtet sind.^) 
Jedesfalls ein merkwürdiges Kompliment für die Herren von der 
Bibliographischen Gesellschaft. 

Was alsdann die weite Verbreitung des Systems in Amerika 
ai^eht, so scheint Otlet seine Erkundigungen bei Leuten eingezogen 
zu haben, die mehr vom Zählen als vom Wägen halten. Dafür 
kann hier ein Zeugnis angeführt werden, dessen Glaubwürdigkeit 
nicht den geringsten Zweifel aufkommen läfst. Bekanntlich hatte sich 
die im Juli 1896 auf die Einladung der Royal Society in London 
abgehaltene internationale Katalog -Konferenz auch mit der System- 
frage zu beschäftigen, und die beiden Führer der Brüsseler Bewegung, 
die dem Kongrefs als Delegierte Belgiens beiwohnten, thaten was 
sie konnten, um eine Entscheidung zu Gunsten des Deweyschen 
Systems herbeizuführen. Ihre Bemühungen waren vergeblich, wie man 
weifs. Auffallend wenig bekannt aber und doch der weitesten Ver- 
breitung wert ist die Darlegung, mit der John S. Billings ihnen ent- 
gegentrat So lehrreich seine Kiitik des Systems ist, hier kann nur 



1} Bollettino delle pubblicazioni italiane vom 30 Sept. 1896 und vom 
15 Okt 1897. 

129 

2* 



— 20 — 

seine Feststellang der thatsächlichen Verh&ltniBse wiedergegeben werden. 
'^Als ich erfahr", so ftufserte er sich wörtlich, "dafs ich zn dieser 
Konferenz entsandt werden sollte, versuchte ich die Verbreitung des 
Deweyschen Systems in Amerika zu ermitteln. Ich besuchte Herrn 
Dewey und hatte eine Unterredung mit ihm. Ich ging nach Boston, 
ich ging nach anderen Städten, und dies ist das Ergebnis meiner 
Nachforschungen: In den Vereinigten Staaten gibt es keine Staats- 
bibliothek, die das Deweysche System angenommen hätte; keine Uni- 
versitätsbibliothek der Vereinigten Staaten hat es adoptiert, aufser 
Albany — das ist die Bibliothek, die unter der Verwaltung Herrn 
Deweys steht — und New York (Columbia-Universität) — das ist die 
Bibliothek, die früher unter seiner Leitung stand und in die er es 
eingeführt hat, wo man jetzt jedoch daran geht, es durch ein anderes zn 
ersetzen, da man seine Mängel empfindet. Jede grofse Bibliothek von 
einigem Alter hat natürlich das Bestreben, an dem überkommenen 
System festzuhalten, es sei denn, dafs es recht schwere Unzuträglich- 
keiten mit sich brächte. Nach dem vor einem Jahre dem Unterrichts- 
ministerium der Vereinigten Staaten eingereichten Bericht . . . gab es 
weniger als 100 Bibliotheken mit dem Deweyschen System, nur 32 
mit dem Gutterschen und eine noch geringere Zahl solcher, die andere 
Systeme gebrauchten. Ein Grund, der die Benutzung des Deweyschen 
Systems erklärt — und weitere Verbreitung seiner Anwendung auf 
die Ordnung der Bücher im Magazin verhelfst — ist die Thatsache, 
dafs man allerorten im Lande kleine Bibliotheken errichtet und dafs 
die zu ihrer Verwaltung und Katalogisierung berufenen Personen zum 
gröfsten Teil junge Damen sind, die ihren Kursus in Herrn Deweys 
Bibliotheksschule durchgemacht und sich mit seiner Methode vertraut 
gemacht haben, und desgleichen die Thatsache, dafs das Library Bureau, 
das seine Organisation hauptsächlich Herrn Deweys Energie und 
technischer Begabung und Geschicklichkeit verdankt, Zettel, Bücher, 
Signaturenschilder, kurz alles nach dem Deweyschen System zurecht- 
gemacht liefert, so dafs es möglich ist, eine Bibliothek zu errichten, 
ohne viel davon zu verstehen. Das ist sehr bequem und aufserordentlioh 
nützlich. Ich bin für meinen Teil bereit, Herrn Dewey die höchste 
Anerkennung und Bewunderung zu zollen, nicht allein für den Scharfsinn, 
den er hierin und in anderen Fragen der Bibliotheksverwaltung bewiesen 
hat, sondern ebenso für das ungewöhnliche Mafs von Kraft und Eifer 
und Ausdauer , das er in dem Bemühen entfaltet, die Sache der Welt 
plausibel und seine Gedanken in möglichst weiten Kreisen heimisch 
zu machen. Ich liebe die Männer, die an sich selbst glauben und an 
ihre Ideen, und ihr Bestes thun, sie in die Wirklichkeit zu übersetzen. 
Die grofsen Bibliotheken in New York benutzen das Deweysche System 
nicht; die grofse Bostoner Bibliothek, die gröfste allgemein zugängliche 
Bibliothek, die wir haben, benutzt es nicht; das Boston Athenaeum in 
Boston und die Mercantile Library in New York, unsere gröfsten 
Subskriptionsbibliotheken, benutzen es nicht und haben überdies nicht 

tso 



— 21 — 

die geringste Absicht, es zu thnn. Selbst wenn sie jetzt frisch anfangen 
sollten, sagen sie, würden sie es nicht benutzen/' *) 

Das klingt denn doch wesentlich anders als das Ergebnis der 
Erkundigungen Otlets. 

Man sollte meinen, die Leute, die das Universalrepertorium for- 
dern, hätten es fUr eine ihrer ersten Aufgaben halten müssen, seinen 
voraussichtlichen Umfang unter sorgfältigster Benutzung aller vorhan- 
denen Hilfsmittel zu berechnen. Aber weder die erste noch die zweite 
Brüsseler Konferenz hat es für nötig gehalten, diesen Punkt bei der 
Formulierung ihrer zahlreichen Wünsche und Beschlüsse zu berück- 
sichtigen, und die Art, in der Otlet eine Reihe zum Teil kaum hierher 
gehörender Daten in einen Beitrag zur Beantwortung dieser Frage ver- 
einigt hat 2), zeigt klar, wie gering er ihre Bedeutung anschlägt. Wenn 
sich indes die Freunde des Repertoriums, die doch ein sehr praktisches 
Interesse an der Aufhellung des Dunkels haben, damit zufrieden geben, 
so haben wir erst recht keine Veranlassung, tiefer einzudringen. Be- 
gnügen wir uns also mit den Notizen, die Frantz Funck-Brentano') 
und Charles Riebet^) beigebracht haben, der eine, um die Aussichts- 
losigkeit des Unternehmens darzuthun, der andere, um seine Notwendig- 
keit zu beweisen. 

Auf Grund einer von den Nachrichten aus dem Buchhandel 
mitgeteilten Statistik^), die ihrerseits wiederum auf die Angaben des 
Droit d'auteur, des amtlichen Organs des von den Vertragsstaaten der 
Bemer Litterar-Konvention in Bern errichteten Bureaus, zurückgeht, 
schätzt Funck-Brentano die Jahresproduktion der Welt an selbstän- 
digen Schriften auf 200000 Nummern. Seiner eignen Ansicht nach 
zu niedrig veranschlagt er weiter die Zahl der darunter befindlichen 
Zeit- und Gesellschaftsschriften auf 10000 und kommt so, indem er 
für jede 6 Lieferungen mit je 6 Arbeiten annimmt, auf 360000 Ar- 
tikel und im ganzen auf rund 600000 Zettel, die das Internationale 
Amt in Brüssel aUjährlich zur Bewältigung der laufenden Produktion 
herzustellen haben wird. Die Inventarisierung der bereits erschienenen 
Litteratur schliefslich werde mindestens 10 bis 15 Millionen Zettel ver- 
langen^). — Dazu bemerkt Otlet, dieser Anschlag scheine ihm hinter 
der Wirklichkeit zurückzubleiben.'') 

1) Royal Society of London. — Report of the Proceedings at the 
International Conference on a Catalogue of Scientific Literature held in Lon- 
don, July 14—17, 1896 (London 1896) S. 77 f. 

2) La statistiqne internationale des imprimös. Quelques sondages 
(Balletm de Tlnstitut I S. 300-319). 

3) L'Office international de bibliographie et la Classification d^cimale 
(Correspondance historique et archdologique 111 1896 S. 33—46). 

4) La m6thode en bibliographie et la Classification d^cimale (Revue 
scientifique 4« S6rie, T. V 1896 S. 449—457). 

5) Die internationale Bücher -Statistik (Nachrichten vom 16 und vOm 
18 Sept. 1895, No 215 und 217). 

6) Vgl. die Schätzung der Monographien auf S. 10 Anm. 1. 

7) Bulletin I S. 301. 

131 



— 22 — 

Von den Ansätzen Richets brancht nur einer hier wiedergegeben 
zn werden. Nach den genanen Feststellnngen Marcel Bandonins be- 
länft sich die Zahl der in Zeitschriften veröffentlichten Arbeiten znr 
Medizin auf 40000 jährlich. Auf diese Berechnung gestützt veran- 
schlagt Riebet den Umfang der gesamten periodischen Litteratur anf 
jährlich 600000 Artikel. 

Zu diesen beiden Schätzungen ans der neusten Zeit hier eine 
dritte, die zehn Jahre alt ist. In seinem 1888 veröffentlichten Ent- 
wurf eines Realkatalogs der Periodica versichert F. Nizet bestimmt zu 
niedrig zu greifen, wenn er die Anzahl der in den Europäischen Zeit- 
schriften monatlich publizierten Artikel und wertvollen Notizen anf 
40000 schätze 0. Das gäbe jährlich 480000 bibliographische Nach- 
weisungen für die Periodica Europas allein. 

In Ermangelung zuverlässigeren Materials mufs man von diesen 
Anschlägen ausgehen, wenn man eine Vorstellung von dem Umfang 
des Unternehmens gewinnen will. Um auch den Schein der Über- 
treibung zu vermeiden, sei die Summe der Titel, die die Bibliographie 
der Vergangenheit beansprucht, auf 10 Millionen und die jährlich hin- 
zukommende Masse auf 500000 angesetzt. Aller Voraussicht entgegen 
sei femer angenommen, dafs die litterarische Produktion stabil bleibt 2). 
Desgleichen sei angenommen, dafs alle Wünsche der beiden Brüsseler 
Konferenzen über Nacht erfüllt werden, so dafs das Internationale Amt 
alljährlich eine Million Titel nicht allein wie bisher ausschneiden und 
aufkleben und klassifizieren, sondern auch drucken und an die Abon- 
nenten verteilen und nebenher noch die halbe Million jährlich neu 
hinzukommender Titel in gleicher Weise bewältigen kann: In zehn 
Jahren ist das Universalrepertorium mit seinen 15 Millionen Titeln fix 
und fertig. Die Bibliothek, die sich darauf abonniert hat, hat jetzt 
also 30 Millionen Zettel — ein systematisch und ein alphabetisch ge- 
ordnetes Exemplar — in Ordnung zu halten und täglich je 1700 Zettel in 
jeden der beiden Kataloge neu einzustellen. Die Anschaffung der 30 Mil- 
lionen Zettel hat 240000 Fr. gekostet'), ihre Unterbringung — ganz 
abgesehen von der Arbeit — annähernd ebensoviel, und jährlich sind 
weitere 8000 Fr. für den neuen Zuwachs und ebensoviel für die neuen 
Schubkästen zu zahlen. Das wäre viel Geld, doch nicht zu viel für ein 
so kolossales Besitztum. Gehen wir aber nur 20 Jahre weiter, nur 
20 kurze Jahre: das Universalrepertorium zählt jetzt 25 Millionen 
Titel; die Bibliothek hat also 50 Millionen Zettel aufzubewahren, und 
täglich schneit es neue auf die Bedrängten herab — Sollten die beiden 



1) F. Nizet, Projet d'an catalogue id^ologique (Bealkatalog) des P6rio- 
diques (Bruxelles 1888) S. 13. 

2) Die litterarische Produktion Deutschlands hat in der Zeit von 1870 
bis 1890 eine Steigerung von 160,8<^,'n erfahren. Roquette, Deutsche Univer- 
sitätsbibliotheken (Samml. bibliothekswissenschaftl. Arbeiten VI) S. 40 ff. 

3) Nach der Mitteilung Funck - Brentanos a. a. 0. S. 4t sollen 100 000 
Zettel im Abonnement für 800 Fr. abgegeben werden. 

182 



— 23 — 

Herren es nicht wirklich im ersten Eifer versänmt haben, die Kon- 
sequenzen ihres Vorschlags für die Znknnft zn ziehen? 

Und warum soll nnd mnfs die Welt diese Riesenarbeit auf sich 
nehmen ? Dies die Antwort : Über den Nntzen nnd die Notwendigkeit 
eines bibliographischen Universalrepertoriams herrscht vollkommene 
Übereinstimmung I). Das ist doch wohl etwas ktlhn und bliebe es auch 
dann noch, wenn die wenigen, die überhaupt zum Weltkataloggedanken 
öffentlich Stellung genommen haben, ausnahmslos ihre Übereinstimmung 
erklärt hätten. Denn in solchen Dingen sollte man Schweigen nicht 
ohne weiteres für Zustimmung nehmen. Aber von Anfang an hat 
es nicht an sehr berufenen Leuten gefehlt, die ihren Zweifel an 
der Nützlichkeit der ganzen Sache mit vollkommener Deutlichkeit 
zum Ausdruck brachten 2), wenn auch erst die Agitation der beiden 
letzten Jahre h&ufigeren Widerspruch wachgerufen hat. Es wird 
niemand einfallen zu leugnen, dafs auf dem Gebiete d^ Bibliographie 
noch sehr viel zu thun ist und dafs die unzähligen Stunden kost- 
barer Zeit, die heute auf mühselige und oft genug erfolglose Nach- 
forschungen untergeordneter Natur gewandt werden müssen, bei zweck- 
mäfsigerer Einrichtung und reicherer Ausgestaltung des bibliographi- 
schen Dienstes f)ir die schöpferische Arbeit gespart werden könnten. 
Entschieden muis dagegen den Freunden des Brüsseler Programms be- 
stritten werden, dafs sie auf dem rechten Wege sind, diese Hemmnisse 
des wissenschaftlichen Fortschritts — wenn in dem Ausdruck nicht eine 
Überschätzung der Bibliographie liegt — aus der Welt zu schaffen. Otlet 
erzählt, einer seiner Freunde besitze eine Sammlung von 3000 biblio- 
graphischen Notizen über eine einzige Augenkrankheit, die Conjuncti- 
vitis, und ein anderer habe in sechs Monaten des Jahres 1895 nicht 
weniger als 600 Titel von Arbeiten über die praktischen Ergebnisse 
der Serumtherapie gesammelt^), während Riebet in derselben Absicht 
berichtet, dafs die Litteratur des Eochschen Tuberkulins in den ersten 
zwei Jahren ihres Bestehens auf 596 Nummern angewachsen sei^). Wirk- 
lich, hätten die Herren mit gleichem Eifer das Unternehmen bekämpfen 
wollen, wie sie bemüht sind, seine Notwendigkeit nachzuweisen, sie 
hätten schwerlich passendere Beispiele finden können als diese. Denn 
das einzige, was sie mit unwiderstehlicher Beredsamkeit fAr die mo- 
derne Bibliographie darthun, ist die Unentbehrlichkeit der Kritik, die 
Notwendigkeit, die verhältni^mäfsig wenigen Arbeiten, die die Wissen- 
schaft gefördert haben, aus der erdrückenden Masse wertloser Kom- 
pilationen und zur Orientierung der grofsen Menge zusammengeschrie- 
bener Aufsätze herauszuheben, die Körner von der Spreu zu sondern. 
Wollte man alle Studien und Berichte über Röntgens Entdeckung 



1) Bulletin I S. 15. 

2) £s genügt, an Edwards (Memoirs of Libraries 11 868) und Qa^rard 
(Supercheries d^voU^es P 526 f.) zu erinnern. 

3) Bulletin I S. 302. 

4) a. a. 0. S. 450. 

133 



— 24 — 

in der vom Brflsseler Institnt angestrebten Vollständigkeit zusammen- 
stellen, so würde man sicherlich hente schon mit ganzen Tausenden 
von Notizen anfwarten können. Anfser dem Sammler selbst aber wfirde 
an dem rohen Verzeichnis, das in kommentar- und nrteilsloser Liebe 
den Artikel des illnstrierten Familienblatts neben die grundlegende 
Arbeit stellt, schwerlich jemand eine reine Freude haben, und selbst 
der speziellste Spezialist dttrfte Scheu tragen, sich durch diese Wildnis 
durchzuarbeiten. 

Es ist nahezu ausgeschlossen, dafs solche Bedenken sich nicht 
auch in Brflssel sollten geltend gemacht haben. Aber man scheint 
dort mit ihnen ebenso leicht fertig geworden zu sein wie mit dem 
Studium der Mittel und Wege zur Ausftihrung des Unternehmens. Man 
braucht in der That kein Pedant zu sein, um stutzig zu werden, wenn 
man vernimmt, wie sich die Wortführer der Bewegung zu diesem Punkt 
ge&ufsert habend): Bahnen wir uns erst einmal den Weg, sammeln 
wir eilig zwei oder drei Millionen Nachweisungen, woher wir sie 
uns am leichtesten verschaffen können; nehmen wir 25 oder 30 
Prozent Fehler, sei es bei der Verzeichnung der Titel, sei es bei 
ihrer Ordnung, mit in den Kauf. Die Fehler und die Lücken 
werden später richtig gestellt und ergänzt werden, und zwar sehr 
leicht, Dank der Anlage des Katalogs auf einzelnen Zetteln, wie 
wir bereits angedeutet haben. An diesen Berichtigungen wird die 
ganze Welt mitarbeiten; denn in einer grofsen Zahl von Exemplaren 
verbreitet wird das Repertorium zu gleicher Zeit allen denen zugäng- 
lich sein, die imstande sein werden, sie anzuzeigen. — So sicher es 
ist, dafs grofse Unternehmungen nicht ohne einen gewissen Leichtsinn 
ins Werk gesetzt werden können: zu dieser Freiheit der Auffassung 
werden sich nicht viele aufschwingen können. Von allen Arbeiten, die 
dem Bibliographen blühen, ist die Anlage eines systematischen Ver- 
zeichnisses die interessanteste, eben weil sie die schwierigste ist, und 
jeder, der einmal Gelegenheit gehabt hat, dabei mitzuthun, kennt den 
Kampf mit der Schar von Zweifeln und Bedenken, die die gewissen- 
hafte Unterbringung der Titel täglich neu heraufführt, nicht zu reden 
von den Fallstricken, die auch dem gut durchgebildeten Arbeiter die 
mangelnde Fachkenntnis legt. Kein System der Welt wird diese 
Schwierigkeiten aus dem Wege räumen, auch die Deweyschen Tafeln 
nicht. Was kann also Gutes dabei herauskommen, wenn diese sub- 
tilste aller bibliographischen Arbeiten von einem Heer wissenschaft- 
licher Hilfsarbeiter, die nur die Titel, nicht die Bücher vor sich 
haben, nach der weitherzigsten aller bibliographischen Instruktionen 
wie eine grobe Massenarbeit angegriffen wird, die gut gethan ist, wenn 
sie schnell gethan ist ? Wo in aller Welt ist die drängende Not, die 
die Unwissenschaftlichkeit des Verfahrens entschuldigen könnte ? Wir 
besitzen eine nahezu unübersehbar gewordene Fülle von Bibliographien 



1) Buüetinl S. 34f. 

134 



— 25 — 

und kritischen Litteraturberichten, die zn gatem Teil für ihr Gebiet 
weit mehr leisten, als das Universalrepertorinm je leisten könnte. Wir 
kennen die Schäden und die Lücken; wir wissen, wcls noch zu thnn 
ist; wir haben glänzende Vorbilder, wie die Schäden zu heilen und 
die Lücken auszufttllen sind, wenn der Wissenschaft ein wirklicher 
Dienst geleistet werden soll: Wo also ist die Notwendigkeit des 
Universalrepertorinms ? 

Die Teilnehmer der zweiten Brüsseler Konferenz haben die 
Notwendigkeit der Herstellung spezieller und kritischer Bibliographien 
zur Ergänzung des Universalrepertoriums offiziell anerkannt.^) Das 
führt zu einem versöhnlichen Schlufs : Bleiben wir auf unsem alten 
Pfaden und wünschen wir ihnen alles Gute auf ihre neuen Wege. 

IV. JAMES G. BARNWELL. 

Es ist schwer, die Folgerichtigkeit des Gedankenganges ein- 
zusehen, der allen diesen grenzenlosen Plänen zu Grunde liegt, und 
den niemand deutlicher ausgedrückt hat als James G. Barnwell 2), 
der Bibliothekar der Library Company of Philadelphia. Jedes Bücher- 
verzeichnis, heifst es bei ihm, ist ein Segen, eine Ersparnis an 
geistiger wie körperlicher Arbeit und an Zeit. Je weiter und um- 
fassender sein Zweck, desto gröfser die Wohlthat fUr seine Benutzer; 
und geht seine Absicht so weit, die Gesamtheit der schriftlich nieder- 
gelegten Erzeugnisse (recorded products) des menschlichen Geistes zu 
umfassen, so dürften seine Vorteile in Wahrheit grenzenlos sein. 

Von neuem mufs dagegen eingewandt werden, dafs aller Voraus- 
sicht nach der Gewinn hier weit hinter der Arbeit zurückbleiben 
würde. Ist es doch ziemlich ausgemacht, dafs unter hundert fleifsigen 
Benutzem einer grofsen wissenschaftlichen Bibliothek sich kaum mehr 
als fftnf oder sechs finden, denen es gelegentlich darauf ankäme, alles 
zu übersehen — wohlverstanden in blofsem Titelverzeichnis — , was 
jemals in der ganzen Welt über einen bestimmten Gegenstand ge- 
schrieben ist. Dafs es so viele Disziplinen gibt, für die schon die 
30 Jahre alte Litteratur nur noch historisches Interesse hat, dafs auch 
in den übrigen Wissenszweigen gewöhnlich eine Arbeit von der andern 
bald überholt wird, liefse sich zwar gegen jede Anlage eines voll- 
ständigen Katalogs einwenden, mit offenbarer Berechtigung aber doch 
gegen ein so gewaltiges Unternehmen, das weder lokale noch natio- 
nale Grenzen beachtet. Der Geist, der zur Schöpfung des Universal- 
kstalogs oder der Universalbibliographie drängt, hat eine gewisse 
Ähnlichkeit mit jenem, der einst in den längst glücklich überwundenen 
Ausgaben cum inlegris variorum notis, wo dem Streben nach Voll- 



1) Bulletin II S. 173. 

2) A Universal Catalogue: its necessity and practicabiiity (Library 
Journal I 1877 S. 54 ff.). 

135 



— 26 — 

ständigkeit jede Überlegnng zum Opfer fiel, sein verdunkelndes Wesen 
trieb. Die Ausgaben haben wenig Hofihnng auf Wiederbelebung, 
und nicht viel gröfser scheint die Aussicht auf Verwirklichung der 
Bestrebungen zu sein, die heute in Brflssel lebendig sind. 

Barnwells Plan — er denkt an ein alphabetisches Repertorium 
aller selbständigen Bücher der Welt — nimmt unser Interesse we- 
niger in Anspruch, weil er sich auf die Art des Vorgehens bei der 
Gewinnung des nötigen Materials überhaupt nicht einläfst. Sehr be- 
achtenswert scheint aber sein Vorschlag, dieses Verzeichnis chrono- 
logisch anzuordnen, etwa in der Art von Panzers Annalen. Wo auch 
immer die Arbeit stocken würde, es wäre etwas Selbständiges, Abge- 
schlossenes geliefert Ein Wiederdruck des Ganzen oder einzelner 
Teile, wie die alphabetische oder sachliche Anordnung ihn von Zeit 
zu Zeit notwendig machen würden, wäre hier nie erforderlich. Bei 
Nachträgen könne es sich nur um die verhältnismäfsig wenigen Bücher 
handeln, die bei der ersten Sammlung dem Auge des Bibliographen 
entgangen wären. Die ersten Teile des Repertoriums mit der älteren 
Litteratur würden aufserdem wahrscheinlich zahlreich genug abgesetzt 
werden, um ihre Kosten einzubringen. Natürlich wäre seine Benutzung 
nicht denkbar ohne Register, deren periodischer Wiederdmck aber 
lange nicht so kostspielig wäre wie der des ganzen Werkes. Wohl 
wären vollständige Titel mit allen nötigen Angaben sehr erwünscht, 
aber man könne sich auf das Erreichbare beschränken und sich an 
einzeiligen Titeln, wie sie der Englische Zehnjahrskatalog brächte, ge- 
nügen lassen. Bei der Annahme, dafs alle gedruckten Bücher sich 
in zwei Millionen Titeln verzeichnen liefsen^), würden 30 Bände in 
der Stärke dieses Katalogs zu ihrer Aufnahme hinreichen. 

Es leuchtet ein, dafs Barnwells Ordnungs verschlag nur dann 
annehmbar wäre — und bei der Anlage einer nationalen Bibliographie 
etwa würde man nicht umhin können ^ ihn ernstlich zu erwägen — , 
wenn man von seiner energischen Beschränkung der Titel auf je eine 
Zeile absähe. Sonst würde das Register nicht viel weniger Bände 
zählen als das Repertorium selbst, und der Nachteil, immer zwei Ver- 
zeichnisse anstatt eines befi'agen zu müssen, würde schwerlich durch 
den Vorteil der geringeren Ausgabe bei einem Wiederdruck eingebracht 
werden. 



Ein Wort zum Schlufs. Mögen der Universalkatalog und die Uni- 
versalbibliographie Utopien sein oder nicht: soviel ist sicher — und nur 
um Mifsdeutungen der vorstehenden Kritik zu begegnen, wird es gesagt — , 
dafs die Urheber der hier vorgeführten Pläne sich der aufserordent- 
lichen Schwierigkeit ihrer Aufgabe wohl bewufst sind und mit ihrem 
selbstlosen Eifer für ein — wenn vielleicht auch mifsverstandenes — 



1) Vgl. die Schätzung auf S. 10 Anm. 1. 

136 



— 27 — 

Interesse der Wissenschaft ein g^tes Recht anf unsere dankbare An- 
erkennung haben. Wer jedoch sehen will, mit welcher Unbefangen- 
heit man an eine so enorme Arbeit herangehen kann, der lese den 
Buchhandel und Wissenschaft betitelten Aufsatz in den Nachrichten 
ans dem Buchhandel^, wo A. L. J[elline]k aus Wien dies als einen 
der wesentlichsten Vorteile der von ihm empfohlenen Bibliographischen 
Encyklopädie ^) hinstellt: sie würde erst so recht erkennen lassen, 
wieviel Bflcher noch ungeschrieben seien. Hunderte von Gelehrten 
könnten so noch zu reichen Lorbeem kommen. 



ZWEITES KAPITEL. 

DER CENTBALK ATALOG DEB BIBLIOTHEKEN 

EINES LANDES, 

Wie bereits erwähnt wurde, ist eine stufenweis fortschreitende 
Entwicklung des Centralkataloggedaukens, die zu chronologischer Auf- 
reihung seiner Lebensäufserungen verpflichtete , nicht erkennbar. Somit 
bietet sich von selbst die Anordnung nach Ländern. 

L AMEBIKA. — CHARLES COFFIN JEWETT. 

Auch rein zeitlich gehörte ziemlich an den Anfang dieser Zu- 
sammenstellung das schon 1850 zunächst einem kleineren Kreise vor- 
gelegte Projekt Charles Cof&n Jewetts,^) das seinen Amerikanischen 



1) Vom 28 Sept. 1895 (No 226). 

2) Die wiederum in ihren Zielen weit über die des Brüsseler Universal- 
repertorinms hinausgeht. Vgl. S. 1744: «Alle Zeitschriften mUfsten excerpiert, 
alle Recensionen angegeben werden, ja selbst aus Büchern, wo man es sonst 
nicht sucht f mttisten charakteristische Stellen abgedruckt werden, z.B. bei 
Günther oder Gottsched Goethes Bemerkungen über diese, und über Goethe 
wieder Gottfried Kellers Ausspruch im 'grünen Heinrich' u. s. w." 

3) A Pbm for Stereotyping Catalogues by Separate Titles. and for 
Fonning a General Stereotyped Catalogue of PudHc Libraries in tne United 
States (Proeeedings of the American Association for the Advancement of 
Science, 4th Meeting, held at New Haven, Conn., August 1850, Washington 
1851 S. 165—176). Danach ist die Angabe Edwards in seinen Memoirsll 865, 
Jewett habe seinen Plan der dritten Versammlung der benannten Gesellschaft 
im August 1849 vorgelegt, zu berichtigen. — Dann selbständig: On the Con- 
struction of Catalogues of Libraries ana their Publication by means of separate, 
stereot^ed Titles, Washington 1852. ~ Eine 2 Aufl. erschien ebenda 1853 
als Smithsonian Report — Ins Italienische übers, v. Guido Biaffi: Ch. C. J., 
Della Compflazione dei Cataloghi per Biblioteche e del modo ai pnbblicarli 
per mezzo di titoli separat! stereoüpati, Firenze 1888. 

137 



— 28 — 

Ursprung, soweit sich dieser in kraftvoller Eigenart zeigt, dnrchaos 
nicht verleugnet. Von allen Centralkatalogplänen dürfte dies der 
einzige sein, bei dem die vollständige Erfolglosigkeit eine leise Ver- 
wunderung wachrufen könnte, zumal ihn die einflnfsreiche Smithsonian 
Institution, deren Bibliothekar Professor Jewett damals war, ihres Stiftungs- 
zweckes i) eingedenk zu dem ihren machte; und die Vergegenwärtigung 
der kolossalen Summen, die man drüben auch im Dienste wissen- 
schaftlicher Unternehmungen sieht, möchte das Befremden über diesen 
Mifserfolg noch verstärken. 

Auch in seiner Entstehung unterscheidet sich dieser Plan von 
allen andern. Während sonst überall der Centralkatalog als eine un- 
mittelbar aus wissenschaftlichen oder zugleich praktischen und wissen- 
schaftlichen Bedürfnissen heraus konstruierte Forderung erscheint, finden 
wir ihn hier, so zu sagen, als das letzte Glied einer natürlichen Ent- 
wicklungsreihe, als die abschliefsende Krönung eines allmählich auf- 
steigenden Baus. 

Dies ist Jewetts Weg: Jeder gedruckte Katalog einer stetig 
wachsenden Bibliothek ist veraltet, bevor er noch die Presse verlassen 
hat. Man nimmt no^edrungen seine Zuflucht zu Supplementen, die 
unerträglich werden, sobald ihre Zahl gröfser wird und der Benutzer 
der Bibliothek gezwungen ist, um eines Buches willen zehn Kataloge 
statt eines zu befragen. Es bleibt nichts anderes übrig als Einordnung 
der Nachträge und Neudruck des Ganzen. Die erforderlichen Kosten 
mögen aufgebracht werden, so lange es sich um kleinere Sammlungen 
handelt; für grofse sind sie unerschwinglich. Sollen diese also über- 
haupt darauf verzichten, die grofsen Vorteile des Drucks ihren In- 
ventaren dienstbar zu machen? Es gibt ein Mittel, dieser Schwierig- 
keiten Herr zu werden: Die Titel werden einzeln stereotypiert, die 
Platten in alphabetischer Ordnung, doch so, dafs der neue Zuwachs 
leicht eingereiht werden kann, aufbewahrt, und zu jeder beliebigen 
Zeit kann der Neudruck des ganzen Katalogs erfolgen.^) Die Kosten 
des neuen Satzes, also die hauptsächlichste Ausgabe, fallen so weg, 
und mit ihnen alle Arbeit ftlr Korrektur und Revision. 

Ganz abgesehen von der Ausdehnung, deren er fähig sei, zeige 
dieser Plan seinen bedeutenden Wert schon bei seiner Anwendung auf 
eine einzige Bibliothek. Die Extraausgabe für die Stereotypierung der 
Titel möchte gegenwärtig 507o der Satzkosten betragen. Aber schon 
beim ersten Wiederdiiick werde sie mehr als eingebracht; der Preis 
beider Ausgaben zusammen werde sich bei der Anwendung dieses Ver- 
fahrens um 52% geringer stellen als bei neuem Satz. Überdies würde 
man sich mit einer verhältnismäfsig kleinen Zahl von Abzügen begnügen 
können, wenn eine neue, vollkommenere Ausgabe sich so leicht würde 
herstellen lassen; man würde also an Papier- und Druckkosten sparen. 



1) ,For increase and diffnsion of knowledffe among men.** 

2) Vgl. Cooleys Plan am Scbluls des Kapiteu über das Britische Museum. 

138 



— 29 — 

Schliefslich ginge die Ordnung der Titel ftlr den Wiederdrnck ans den 
H&nden des Bibliothekars in die des Dmckers über; die Aufmerksam- 
keit des ersteren wUrde sich lediglich auf die neue Accession be- 
schränken. 

In ihrer ganzen Qröfse aber, so geht Jewett weiter, zeigen sich 
die Vorteile dieses Planes erst bei seiner Verbindung mit einer das 
ganze Land umfassenden Organisation. In zwei Bibliotheken uni- 
versellen Charakters mit je 10 000 und mehr Bänden wird sich etwa 
ein Viertel der Titel decken. Werden also einer zweiten Bibliothek 
die fOr die erste hergestellten Stereotypplatten zur Verfügung gestellt, 
so erspart sie für alle ihr mit der ersten gemeinsamen Titel die Kosten 
der Vorbereitung, des Satzes und der Stereotypierung, d. h. annähernd 
soviel, um damit die Extraausgabe für die Stereotypierung der ihr 
allein gehörigen Titel zu decken. Ein drittes Institut, das sich der 
Organisation anschliefst, wird einen noch gröfseren Teil seiner Titel 
unter den bereits stereotypierten vorfinden, und schon nach dem vierten 
oder fOnften Katalog wird es sich zeigen, wie grofse Summen die An- 
nahme dieses Planes den Bibliotheken erspart^) Die Arbeit der neu 
eintretenden Bibliothek, die gemeinsamen Titel herauszusuchen, wird 
dadurch erleichtert, dafs von Zeit zu Zeit alle bereits nach diesem 
Plan gedruckten Verzeichnisse zu einem Centraikatalog der beteiligten 
Institute zusammengefaist werden. 

Der Druck und die Stereotypierung der Titel, die nach festen, 
alle Mitglieder der Organisation bindenden Regeln von der Bibliothek, 
der sie gehören, vorzubereiten sind, erfolgt an einer Centralstelle, ohne 
Rücksicht auf ihre künftige Anordnung. Die Stichwörter werden, wenn 
es Namen sind, in besonderer Zeile stereotypiert; so braucht nicht bei 
jedem Titel der Name wiederholt zu werden, und andererseits können 
dann zwischen Namen und Titel, wenn es nötig ist, weitere Titel ein- 
geschaltet werden. Nach der Reihenfolge, in der sie zur Stereo- 
typierung gelangen, erhalten die einzelnen Titel laufende Nummern. 
Diese verweisen auf das Ortsregister (Local Index) des Centralkatalogs, 
wo neben der Nummer alle Bibliotheken verzeichnet sein werden, in 
denen das Buch zu finden ist. Zugleich aber werden diese Nummern 
die Ausdehnung und den Fortschritt des ganzen Werkes zeigen. 

Die Smithsonian Institution schliefslich erbietet sich, in voller 
Erkenntnis besonders der unschätzbaren Vorteile, die von dem letzten 
Ziele, dem Centraikatalog zu erwarten sind, die Arbeit einzuleiten und 
die Führung der ganzen Organisation nach folgendem Plane ^) zu 
übernehmen : 



1) S. 7 (ich citiere die 2 Aufl.) wird das Ergebnis einer Zählung mit- 
geteilt: unter mehr als 450000 Titeln, die sich auf 15000 Seiten von Katalogen 
öffentlicher Bibliotheken der Vereinigten Staaten vorfanden, waren nicht mehr 
als 150000 verschiedene festzustellen. Zwei Drittel der Druckkosten dieser 
Kataloge hätten also gespart werden können. 

2) Jewett, On the Constmction etc, S. 5 f. 

139 



— 30 — 

1. Die Smithsonian Institution veröffentlicht EatalogisiernngB- 
regeln. ^) 

2. Andere Institute, die sich mit der Absicht tragen, ihre Bttcher- 
verzeichnisse zu veröffentlichen, werden ersucht, sie in der Aussicht 
auf ihre Stereotypierun^ unter der Leitung der Smithsonian Institution 
mit diesen Regeln in Übereinstinmiung zu bringen. 

3. Die Smithsonian Institution trägt die Extrakosten der Stereo- 
typierung ganz oder zum vereinbarten Teile. 

4. Die stereotypierten Titel bleiben im Besitz der Smithsonian 
Institution. 

5. Jede Bibliothek, die diesem Plane beitritt, hat das Recht, alle 
diese Titel für den Druck ihres eignen Katalogs in der Offizin der 
Smithsonian Institution beliebig zu benutzen; sie bezahlt nur das 
Schliefsen der Seiten, den Druck und das Ablegen der Titel. 

6. Die Smithsonian Institution veröffentlicht so bald als möglich 
einen Generalkatalog aller beteiligten Bibliotheken, den sie in bestimmten 
Zwischenräumen neu aufzulegen hat. 

So weit Jewetts Plan, der unverkennbar einen Zug von Genialität 
an sich trägt. Ich bedaure, nicht bei einigen Punkten länger ver- 
weilen zu dürfen: wie überzeugend er fär die alphabetische Anordnung 
dieses Centralkatalogs eintritt, wie deutlich er die Vorteile seines Vor- 
schlags fftr die Herstellung einer nationalen Bibliographie demonstriert, 
die alle fünf Jahre in wünschenswerter Vollständigkeit neu erscheinen 
könne, u. s. w. Aber auch das Mitgeteilte wird genügen, das im Ein- 
gang geäufserte Befremden verständlich zu machen, weshalb dieser so 
wohl in die Welt gesetzte Plan nicht einmal einen ernsthaften Versuch 
seiner Verwirklichung erlebt hat, und das in einem Lande, dem es 
schon damals nicht an der notwendigen Vorbedingung, d. h. einer 
gröfseren Zahl reich dotierter 2) Bibliotheken fehlte. In einem Au&atze 
Charles A. Cutters') wird die Ansicht ausgesprochen, Jewetts Plan — 
often mentioned since in terms of regret and longing — sei an dem 
damaligen Mangel einer genügend starken nationalen Organisation ge- 
scheitert. Die Zahl der Bibliotheken sei überdies zu klein, ihre Macht 
zu gering, das Verlangen nach guten Katalogen nicht stark genug 
gewesen. Mag sein; inzwischen aber hat sich die Lage der Dinge 
gründlich geändert. Es gibt heute kein Land, in dem der Boden für 
eine genossenschaftliche Arbeit grofsen Stils im Gebiete des Bibliotheks- 
wesens so trefflich vorbereitet wäre wie in Amerika. Auch fehlt es 
dort keineswegs an Männern, die aus dem vollen Verständnis ffOa die 



1) Diese nehmen den gröJseren Teil des Jewettschen Buches ein. 

2) Denn auch bei einer so wesentlichen Verringerung der Kosten, wie 
sie der Anschlufs an Jewetts System voraussichtlich mit sich brächte, würde 
der doch wenigstens alle 10 Jahre zu wiederholende Neudruck des Katalogs 
für eine gröfsere Bibliothek sehr viel teurer sein ids die tadeÜose Fortführung 
eines guten handschriftlichen Inventars. 

3) Dr. Hagen's Letter on Cataloguing (Library Journal I 1877) S. 220. 

140 



— 31 — 

unbegrenzte Tragweite dieses Planes heraus sein Gedächtnis lebendig 
erhalten nnd in seiner Ausführung das beste Mittel erblicken, um 
endlich der bis zum Überdrufs gehörten Klage über die ewige Wieder- 
holung einer und derselben Arbeit ein Ende zu machen.^) Trotz 
alledem liegt auch dort dies fruchtbare Feld noch brach. Wenn sich 
aber jetzt, wie es allen Anschein hat, für Jewetts Plan eine neue Aus- 
sicht öffnet, so ist dies nicht dem Zusammenschlufs ihres Zieles be- 
wufster Bibliothekare zu danken, sondern einer staunenswerten tech- 
nischen Erfindung. 

Als im Jahre 1858 die Boston Public Library in ihr neues Haus 
fibersiedelte, wurde Jewett zu ihrem Superintendent gewählt und wirkte 
in dieser Stellung bis zu seinem Tode im Beginn* des Jahres 1868.^) 
Wieder hat jetzt — im Frühling 1895 — die inzwischen auf ttber 600000 
Bände angewachsene Bibliothek ein neues Heim bezogen, und zu 
gleicher Zeit beginnt sie, also eben das Institut, dem Jewett zehn Jahre 
seines Lebens gewidmet hat, die Verwirklichung seines Gedankens: 
aber anders sind Gestalt und Ausdehnung des Plans geworden, ganz 
anders seine Grundlagen, und Jewetts selbst wird mit keiner Silbe gedacht. 

Wie wir gesehen haben, spielte in seinem Plan die beträchtliche 
Erhöhung der Kosten durch die Stereotypierung eine nicht unbedeutende 
Rolle. Heute ist es weit billiger, eine mit der Hand geschriebene 
Zeile in den Zustand einer stereotypierten, tadellose Abdrücke liefernden 
Platte hinüberzuftthren als sie — nach der bisher allein üblichen 
Weise — einfach zu setzen. Die kombinierte Setz- und Zeilengiefs- 
maschine Linotype^ die dies Wunder möglich macht, ist eine Erfindung 
Mergenthalers, eines in Amerika lebenden Uhrmachers aus der Deutschen 
Schweiz.^) Sie arbeitet erst seit dem Beginn des letzten Jahrzehnts, 
ist aber jetzt bereits auf dem besten Wege, wenigstens in Amerika 
den Handsetzer überall da zu verdrängen, wo es sich um Zeitungs- 
oder einfacheren Werksatz handelt.^) Der Anschlag einer Taste 



1) Es genügt hier den leitenden Herausgeber des Hanptorfftns des 
Amerikanischen Buchhandels The Publiahers' Weekly mit seiner sehr inter- 
essanten und lehrreichen Arbeit Some notes on co-operative or labor-saying 
methods of printing library catalogs (Library Journal XIIl 1888 S. 280—282; 
XVU 1892 S. 157 — 161) zu nennen, die zugleich ein sehr anschauliches Bild 
von den technischen Schwierigkeiten gibt, die bei der Ausführung des 
Jewettschen Vorschlags zu überwinden sein werden. 

2) ^pleton's Cyclopaedia of Amer. Biography H 432 f. 

3) Über die Linotype unterrichtet gut (Ernst Morgenstern^ Ottmar 
Mergenthaler's Setz- und Giefsmaschine ^Linotype^, Berlin 1895. — Die Her- 
stellnnfl^ einer dem gleichen Zweck dienenden Maschine ist kürzlich in Berlin 
voUendet. Vgl. Ludwig Loewe, Der Bright-Loewe'sche „Typograph" 
(Deutscher Buch- und Steindrucker II 1895/96 S. 16 ff.). 

4) Im Jahre 1895 haben in Amerika der Deutsche und der Englische Bnch- 
drackerffehilfen-Verband Ermittelungen über die Verbreitung der Setzmaschine 
angesteut. Die Ergebnisse aus den Englischen Druckereien wurden im (Berliner) 
£<»io vom 14 NoY. 1895 mitgeteilt. Von den 304 Zweigvereinen, die der Eng- 
lische Gehilfenverband derzeit umfafste, hatten 289 Beridite eingesandt. Danach 

141 



— 32 — 

der Elaviatiir läfst die Matrize des gewflnBchten Buchstabens in eine 
Sammelrinne gleiten, die den Winkelhaken in der Hand des Setzers 
vertritt. Matrize reiht sich an Matrize; wie bei der Schreibmaschine 
macht anch hier ein Glockensignal auf das herannahende Ende der 
Zeile aufmerksam. Was dann noch weiter nötig ist, das Ausschliefsen 
der Zeile, ihr Abgufs in Stereotypmetall, das Ablegen der Matrizen: 
alles das besorgt die Maschine selbstthätig mit mechanischer Sicherheit, 
ohne den Setzer auch nur fftr einen Augenblick zur Unterbrechung 
seiner Arbeit zu zwingen. Die teure Anschaffung gegossener Schriften 
wird also durch die Maschine ttberflttssig gemacht, das Ablegen ist 
nicht mehr die zeitraubende Arbeit und gefärchtete Fehlerquelle zu- 
gleich, der Arbeiter kann seine Leistung auf mindestens das Sechs- 
fache des alten Handsatzes steigern, und die Typenzeilen können 
beliebig aufbewahrt oder nach der Benutzung wieder in den Schmelz- 
tiegel geworfen werden. 

Die hohe Bedeutung dieser Erfindung gerade fUr die Herstellung 
periodisch zu ergänzender Kataloge wurde von Anbeginn erkannt ^ 
und frühzeitig praktisch auszunutzen versucht, 2) doch blieb es dem 
Aufsiehtsrate der Boston Public Library vorbehidten, sie in ihrem vollen 
Umfange und in gro&em Stil zu verwerten. Ersparnisse und gröCsere 
Vorteile zugleich sich versprechend, beschlofs er die Erwerbung einiger 
Maschinen und die Anstellung der nötigen Setzer, um gleichzeitig mit 
der Eröffnung des Betriebs im neuen Hause eine Arbeit beginnen zu 
lassen, deren letztes Ziel der in einer stattlichen Reihe von B&nden 
gedruckte Katalog der Bibliothek ist Die Thätigkeit der Maschinen 
soll zunächst der neuen Accession gelten. Nach dem Druck der 
Katalogzettel aber sollen die Gufszeilen nicht eingeschmolzen, sondern 
in alphabetischer Ordnung aufbewahrt werden, so dafs nach je einem 
oder zwei Jahren ohne weitere Ausgaben die Veröffientllchung einer 
vollständigen Zugangsliste erfolgen kann. Gleichzeitig aber will man 
die Arbeit der Linotype auf die alten Bestände ausdehnen, allmählich 
rückwärts dringend, bis nach einer Reihe von Jahren der Tag erreicht 
ist, wo auch der letzte Titel stereotypiert ist und der Druck des voll- 
ständigen Katalogs der ganzen Bibliothek beginnen kann.') 

Jewett hat diese Erfindung nicht erlebt; aber sie ist es, die zur 
Umsetzung seines Traums in Wirklichkeit geführt hat, wenn zunächst 



waren unter den 289 berichtenden Städten — New York mit etwa SOO Masdunen 
hatte keinen Bericht geliefert — damals bereits 155, in die die Setz- 
maschine ihren Einzuff gehalten hatte. Ihre Zahl betrug 2094 und 2327 männ- 
liche und 145 weiblicne Operators waren an ihnen bescnäftigt. 

1) Vgl. Charles A. G[utterl im Library Journal Xä 1896 S. 468. — 
A.Growoll im Library Journal XV II 1892 S. 160. ^Nathan Billstein, Lino- 
typing Library Catalogs — pro and con. (Library Journal XIX 1894 S. 257 f^. 

2) Linotyping Library Catalogs — a Symposium (Library Journal XIX 

1894 S. 259—261). 

3) The Linotype at the Boston Public Library (Library Journal XX 

1895 S. 174 f.). Vgl. dazu die Notiz von P. S[ch wenke] im Centralbl. f. B. XII 

142 



— 33 — 

auch nnr in bescheidenen Grenzen. Ob dabei an seinen Namen an- 
geknüpft wird oder nicht, ist schliefslich gleichgiltig. Hat doch sein 
Interesse sicherlich nur der Sache gegolten. 

n. ITALIEN. — ENRICO NARDÜOCI. 

Die gröfste Zähigkeit in der Verfechtung seiner Idee zeigt 
Enrico Narducci, der 1893 verstorbene Bibliothekar der Alessandrina 
in Rom. Er ist zugleich der einzige, der immer von neuem in unver- 
drossener Arbeit die Ausführbarkeit seines Gedankens und die Vorteile 
seines Unternehmens durch die Vorlage gröfserer auf dem vorge- 
schlagenen Wege gewonnener Probeergebnisse aufser Zweifel zu setzen 
bemüht war. 

Nicht weniger als drei Anläufe aus verschiedenen Abschnitten 
seines Lebens sind bei ihm zu verzeichnen, jeder von gesteigerter 
Begeisterung und Energie zeugend, jeder aber auch — und das 
ist bezeichnend für die ganze Sache — auf ein anderes Ziel ge- 
richtet 

Zuerst, 1) im Jahre 1867, fordert er die Herstellung eines Central' 
kaialogs der gedruckten Bücher sämtlicher öffentlichen Bibliotheken 
Italiens — es würden etwa 300 sein — oder wenigstens desjenigen 
Teils ihrer Bestände, der sich aus italienischen Schriftstellern oder ans 
Werken zusammensetze, die auf das Vaterland Bezug hätten. Die 
Unmöglichkeit des Unternehmens ohne Mitwirkung der staatlichen 
Autorität wird stark betont; sie wird aber, wohl in Anbetracht der 
ungünstigen politischen Lage, nicht direkt angerufen wie in der Folge, 
wo die Vorachläge dem Ministerium des ö£fentlichen Unterrichts unter- 
breitet werden. 

Zu Beginn des Jahres 1876 erhielten alle 32 staatlichen Bibliotheken 
Italiens gemeinsame Vorschriften far die Anfertigung von Inventaren. 
An dies Regolamento organico delle Biblioteche governative anknüpfend 
empfiehlt Narducci jetzt den alphabetisOhen Centralkatalog der 
Manuskripte wie der Drucke eben dieser 32 Sammlungen. 2) Alles, 
was sie an Boccaccio -Handschriften und Ausgaben besitzen, legt er 



1895 S. 477 f. — Die bisherigen Ergebnisse der dortigen Arbeit s. beim Kapitel 
Über die Boston Public Library. 

1) Discorso del modo di formare un catalogo universale delle biblio- 
teche d'Italia, dove per incidenza si da un saggio dt bibliografia Dantesca in 
der von ihm hrsg. Zeitschr. 11 Buonarroti II 1867 S. 140. — S.-Abdr. u. d. T.: 
Nota delle edizioni della D. C. esistenti nelle principali biblioteche di Roma, 
Roma 1867. 

2) Di un catalogo generale dei manoscritti e dei libri a stampa delle 
biblioteche governative ditalia, proposta al Signor Ministro della Pubblica 
Istmzione, nella quäle si dk per saggio l'articolo „Büccaccio (Giovanni)'' In 
seiner Zeitschr. II Buonarroti XI 1876 S. 281 ff. — Der S.-Abdr. trägt die 
Jahreszahl 1877. 

143 
Beiheft 20. 3 



— 34 — 

in einem 16 Spalten umfassenden Verzeichnis zur Unterstützung seines 
Antrags vor. 

Wieder geht eine Reihe von Jahren ins Land, ohne die ijrfttllnng 
seines Wunsches zu bringen oder auch nur anzubahnen, aber auch ohne 
seine Zuversicht zu erschüttern, i) Seine Probe Boccaccio beweise nichts, 
hat man ihm hauptsächlich eingewandt; die Kompilation eines einzelnen 
Artikels wolle nicht viel sagen; die eines ganzen Alphabets wäre etwas 
anderes. Die Abgeschmacktheit dieses Einwurfs, der ganz übersieht, 
dafs sich der Katalog aus einzelnen Artikeln zusammensetzt, ist aufs 
klarste dargethan, wenn es ihm gelingt, den Anfang, das erste wirkliche 
Stück seines Katalogs zusammenzubringen. Aber die Beschränkung 
auf 32 Sammlungen wird jetzt aufgegeben; seine litterarische Lebens- 
aufgabe ist nunmehr der alphabetische Central kaialog der gedruckten 
Bücher aller italienischen Bibliotheken, und am 1 Oktober 1881 
ergeht an nicht weniger als 408 Bibliotheksvorstände die Bitte, ihm 
auf Zetteln in bestimmter Gröfse ein Verzeichnis aller ihrer Bücher 
einzuschicken, deren Titel unter A — Ab einzuordnen wären. Von 
127 der angerufenen Verwaltungen läuft in der That das gewünschte 
Material ein, wird bearbeitet und im Jahre 1883 als umfangreiche 
Arbeit^) mit allerlei Registern und neuer empfehlender Einführung dem 
Ministerium überreicht. 

Uns interessiert hier wie immer ganz vornehmlich die Organisation 
der Arbeit, die nur in dem Plane von 1876 eine etwas eingehendere 
Darstellung gefunden hat. 

Das Ministerium des öffentlichen Unterrichts läfst jeder Bibliotheks* 
verw^altung einen Musterzettel zustellen; sie sind einander durchaus 
gleich, nur trägt jeder am oberen Rande rechts eine andere Ziffer, nämlich 
die der betreffenden Bibliothek: 1 für die Universitätsbibliothek Bologna, 
2 fQr die in Cagliari u. s. w. bis 32 für die Marciana in Venedig. Jeder 
Bibliothekar hat sich alsdann eine den Werken seiner Bibliothek ent- 
sprechende Anzahl Zettel zu verschaffen, die in allen Stücken dem 
empfangenen Musterzettel gleichen, und die Arbeit kann beginnen. Was 
nun die Zahl der von den einzelnen Bibliotheken allmonatlich dem 
Ministerium einzureichenden Titelzettel angeht, so darf sie nicht ftir 
jede gleich grofs sein. Sonst wären ja die kleinen Sammlungen sehr 
bald fertig, während die gi'öfsten und wichtigsten zurückblieben, also 
mit der gleichzeitig durchzuführenden Verschmelzung der verschiedenen 
Kataloge an der Oentralstelle nicht gleichen Schritt halten könnten. 
Jede Bibliothek wird also monatlich soviel Zettel einschicken, als zur 
Verzeichnung des hundertsten Teils ihres Besitzes notwendig sind, so 
dafs überall gleichmäfsig nach hundert Monaten das Geschäft, soweit 



1) Vgl. Bibliofilo Anno I 1880 No 8 (Agosto) Appendice p. 2. 

2) Deir uso e della utilita di an catalogo generale delle biblioteche 
d'ltalia. Relazione e proposta a S. E. il Sig. Comm. Prof. Guido Baccelli, 
ministro della Istruzione pubblica, seguita dalla prima sillaba dello steaso 
catalogo, Roma 1888. 

144 



— 35 — 

es die Bibliotheken angeht, beendet ist.i) An der Centralstelle — für 
sie genügt ein „fleifsiger, thätiger und erfahrener Bibliograph" — ist 
es dann, das ganze Werk zu Ende zn führen. 

Znm Schlnfs tritt Narducci, auch in diesem Punkte ohne Vor- 
ganger und Nachfolger, in eine detaillierte Berechnung der Kosten 
ein, die er mit diesen liebenswürdigen, nicht gut übersetzbaren Worten 
einleitet: I sereni campi della scienza, le soavi e pure emozioni letterarie 
soggiaccono il piü delle volte agli ostacoli materiali, primo dei quali 
h il difetto di danaro. Ganz anders aber liege die Sache hier; es 
handele sich nicht allein nm ein verdienstvolles Werk, sondern auch 
nm ein gutes Geschäft. 

Das Verzeichnis der Handschriften wird drei Qnartbände zu je 
100 Bogen in Anspruch nehmen, und das der gedruckten Bücher dürfte 
kaum sieben gleiche Bände überschreiten. Der Druck kann auf zehn 
Jahre verteilt werden, so dafs jährlich nur die Kosten für die Her- 
stellung eines solchen Bandes in 3000 Exemplaren, d. h. 24800 L. 
aufzubringen sind. 

Gewifs werden die 1341 Institute, die das Jahrbuch des Unterrichts- 
ministers aufzählt, auf die Anregung ihrer vorgesetzten Behörde eilen, 
sich um den mäfsigen Preis von 30 L. für den Band in den Besitz 
dieses Werkes zu setzen; die übrig bleibenden 1659 Exemplare werden 
gleichfalls verkauft, und zwar an die vielen Bibliotheken und Privat- 
personen, deren Nachfragen aus allen Teilen Europas einlaufen werden. 
Das ergibt für jeden Band eine Einnahme von 90 000 L., der eine 
Ausgabe von 24 800 L. gegenübersteht. 

Dieser Kostenanschlag ist nur wiedergegeben, weil er gewisser- 
mafsen mit der Beweiskraft der Zahlen das bedenkliche Übergewicht 
der Phantasie feststellt, das in diesem Plan zu Tage tritt. Um aufser- 
dem zu zeigen, auf wie schwankendem Boden sich hier die Kritik 
bewegt, notiere ich die Ansicht Ginseppe Ottinos^), also eines Fach- 
manns und Kenners italienischer Bibliotheken, dafs nicht 7 Bände, 
wie Narducci kalkuliere, sondern nicht einmal 70 für den Central- 
katalog der gedruckten Bücher genügen würden, den er in Bausch 
und Bogen als ebenso nutzlos wie unmöglich (nö utile nh possibile) 
verwirft, während der alte erfahrene Julius Petzholdt^) zwar auch nicht 
recht an die Möglichkeit des Unternehmens glauben will, den Plan 
aber doch „sehr sinnreich und grofsartig^ nennt. 

Narducci berichtet selbst^), dafs sein Vorschlag von 1876 der 
Ausführung nahe gewesen sei; nur hätten sich die vom Minister ein- 



1) Das gilt nur filr die Drucke. Zwanzig Monate werden dagegen jeder 
Bibliothek genügen, in ebensoviel Abschnitten das Verzeichnis ihrer Hand- 
schriften mitzuteilen. 

2) Bibliografia Italiana 1877. Cronaca No 18 S. 69 ff. 

3) In seinem Anzeiger 1878 S. 42 f. 

4) Dell' uso e della utilitÄ &c S. VII f. 

145 

3* 



— 36 — 

geforderten Gatachten in ihrer Mehrzahl gegen die Arbeitsmethode 
ausgesprochen, und so sei sein Plan im Stadium des Traums geblieben. 

Es ist schade, dafs von diesen Einwänden nichts in die Öffent- 
lichkeit gedrungen ist. Vielleicht hätten wir daraus mehr ftlr unsem 
Zweck lernen können, als von Ottino und Petzholdt, die der praktischen 
Seite des Entwurfs keine Aufmerksamkeit schenken. Nicht anders 
macht es ein Anonymus im Centralblatt für Bibliothekswesen i) , der 
an Narduccis letzte Arbeit anknüpfend seinem Zweifel an der Aus- 
führbarkeit wie am Nutzen des Unternehmens ziemlich allgemeinen 
Ausdruck gibt und schliefslich den Bibliothekar der Alessandrina 
warnend an die vernünftige Abneigung seines grofsen Landsmanns 
Antonio Panizzi gegen den Druck des Katalogs des Britischen Museums 
erinnert. Keiner von den Dreien hat den mit den Händen zu greifenden 
Grundfehler des Plans gesehen: den befremdlichen Mangel in der 
Organisation der Arbeit 

An der ganzen bis zum Abschlufs des Drucks zu leistenden Arbeit 
fiele der Hauptanteil den einzelnen Bibliotheken zu, zumal es sich für sie 
nicht um die blofse Abschrift bereits vorhandener Titelkopien, sondern 
um eine ganz neue Aufnahme handeln würde. Dies halte man fest 
und suche sich dann aus einer der beiden letzten Katalogproben 
Narduccis einen Titel heraus, hinter dem die Siglen von 20 oder mehr 
Bibliotheken stehen, und konstruiere sich seine Entstehung: man sieht 
20 Leute an ebenso viel verschiedenen Orten Fleifs und Sorgfalt auf 
die nämliche Arbeit wenden, sieht die 20 Zettel nach der Centralstelle 
wandern und hier schliefslich den Beamten nach mühsamer Feststellung 
ihrer Identität die Siglen von 19 Zetteln auf den zwanzigsten über- 
tragen und diesen allein in die Druckerei schicken. Das ist ein aller- 
dings krasses Beispiel von der Kraftvergeudung, auf die Narduccis 
Organisation hinausläuft. Dieser Mangel wäre zu verstehen, wenn sein 
Enthusiasmus nicht über das Theoretisieren hinausgekommen wäre; 
dafs ihm aber die Praxis^) nicht die Augen geöffiiet hat — der nahe- 
liegende Weg zur Überwindung dieser Schwierigkeiten hätte sich dann 
von selbst gezeigt — , ist und bleibt unbegreiflich. 

m. FRANKREICH, — J. B. HfiBERT. 

Seinem letzten Plan von 1883 hat Narducci als Motto das Wort 
Benjamin Constants vorangestellt: Le triomphe des id^es utiles n'est 
jamais qu^une question de date. Es ist vielleicht kein blofser Zufall, wenn 
wir die nämlichen Worte auf dem Titelblatt eines Buches lesen, das 



1) I 1884 S. 75f. 

2) Sein Artikel Boccaccio führt bei 461 Drucken 1411 Bibliotheken an. 
Jeder Titel hat also durchschnittlich dreimal aufgenommen werden mUssen, 
was eine ffanz überflüssige Verdreifachung des schwierigsten Teils der ganzen 
Arbeit bedeutet. 

146 



— 37 — 

lange vor ihm den Gedanken des Centralkatalogs in weitere Kreise 
zu tragen bemfiht war: es ist dies J. B. Huberts Essai sur la formation 
d'nn calalogue general des iivres et marmscrits existant en France 
ä Taide de rimmatriculation, Paris 1848.0 Was hier der aneien Doyen 
des Notaires de Ronen verlangt und in sehr umfangreicher Auseinander- 
setzung klar zu machen sucht, geht zwar über unsere Absichten so 
weit hinaus, dafs nur noch der allgemeine Grundgedanke als gemein- 
samer Berührangspunkt flbrig bleibt. £ine kurze Dai'stellung seines 
Plans scheint trotzdem erforderlich. 

Die Biblioth^que Nationale ist die Centralstelle , die von den 
eignen Beständen ausgehend die Ergänzungen aus den anderen Biblio- 
theken herbeizuschaffen hat. Für jedes einzelne Werk, das die Biblio- 
thek besitzt — verschiedene Ausgaben desselben Buches werden zu- 
sammengefafst — wird ein Bulletin, also ein gröfseres Blatt gedruckt 
und allen staatlichen wie städtischen Bibliotheken in Frankreich zu- 
gestellt. Diese machen den eignen Besitz durch die Beifügung ihrer 
Signaturen kenntlich, geben eine genaue Beschreibung der Bücher, die 
sie etwa über den Bestand der Nationale hinaus in ihren Katalogen 
gefunden haben, und senden die Bulletins wieder zurück. Die Leitung 
in Paris kennt also jetzt alle in Frankreich existierenden Ausgaben 
und Exemplare des betreffenden Werks und macht sich an die Im- 
matrikulation des Titels, d. h. seine Individualisierung durch eine Reihe 
von Nummern, die seine Verwechselung mit irgend einem andern in 
der Welt unmöglich macht. Der Katalog, dessen Herstellung gefordert 
wird, soll nämlich vielerlei Ansprüchen gerecht werden. Er soll die 
schnelle Auffindung des begehrten Buches nicht nur dann gewährleisten, 
wenn der Suchende den Namen des Autors oder den behandelten 
Gegenstand kennt; auch dem, der nichts anderes als nur ein Wort 
des Titels weifs, mufs er sich als unfehlbarer Führer erweisen, ja über 
jeden im Titel vorkommenden Eigennamen wie über Leben und Thaten 
des Autors prompte Auskunft erteilen. Bis zu acht oder zehn Malen 
wird daher jeder Titel auf vei*schiedenen Matrikelzetteln wiederholt, 
die dann die Grundlagen für die einzelnen Abteilungen des später zu 
druckenden Katalogs bilden. 

Dieses Immatrikulationssystem, das also eine praktische und eine 
wissenschaftliche Seite hat, d. h. dem Buche nicht allein mechanisch 
nach den Worten des Titels, sondern auch wissenschaftlich nach dem 
Inhalt durch individualisierende Nummern einen unverrückbaren Platz 
anweist, ist alles in allem doch so kompliziert, dafs seine Vorführung 
— schon an sich unserem Interesse fernliegend — uns ungebührlich 
aufhalten würde.^) Es genügt, noch aus dem Schlnfskapitel mitzuteilen, 



1) Bildet die 5 Lief, seines Systeme g6n4ral d'immatriculation des per- 
sonnes, des immeubles et des titres. 

2) Wer sich für die Geschichte der Systeme interessiert, sei auf über- 
raschende Anklänge an Melvil Deweys Decimal Classification bei Hubert 
aufmerksam gemacht. Vgl. z. B. S. 33 : Noiis allons passer actuellement a la 

147 



— 38 — 

dafs anf Grund der Annahme, Frankreich besitze 4 Millionen Drucke 
und Handschriften, die Anzahl der nötigen Katalogbände auf 1000 zu 
400 Seiten, die Kosten auf 20 Millionen Fr. und die Arbeitsdauer 
auf 20 Jahre veranschlagt wird. 

Im Eingang seines Buches (S. 14) bittet der Verfasser um die 
Erlaubnis, sich zu seiner Idee beglückwünschen zu dürfen. Ob er 
wohl selbst an ihre Verwirklichung geglaubt hat? 

IV. Ö8TEBBEICH. — KARL ZELBR. 

Der jüngste Vorschlag zur Gentralisierung sämtlicher Bibliotheken 
eines Landes durch die Anlage eines gemeinsamen Katalogs geht von 
dem Österreichischen Bibliothekar Zelbr i) in Brunn aus. Sein Plan ist 
von allen, die hier in Betracht kommen, der bescheidenste; er betont 
fast einseitig allein den Nützlichkeitsstandpunkt und geht in seiner 
Beschränkung auf das Notwendige bis an die äufserste Grenze; aber 
auch über ihn ist man ohne Debatte zur Tagesordnung übergegangen. 

Zelbr empfiehlt einen alphabetischen Generalkaialop der seil 
1800 gedruckten Bücher aller Öffentlichen Bibliotheken Österreichs; 
die Litteratur der früheren Jahrhunderte habe nur noch historischen 
Wert; ihre wirklich epochemachenden Werke seien längst durch Neu- 
drucke und Sammlungen zugänglich gemacht. 



troisieme Division, speciale an Catalogne des mati^res, que nons pensons 
pouvoir 3tre ^tabli a Faide de la Dwiaion de tout en DIX PRINCIPES 
representis par ä 9. 

S. 33T.: Pour graver dans la memoire la division par nous adopt6e, 
nous avons formul^ la phrase snivante: 

TOUT ou le MONDE ^tait chij^s, Dien crSa Y 

1 HOMME qui repr6sente les ETRES ANIMES. Ceci arriva ä une 
certaine 

2 DATE oü Epoque; en un certain 
:* LIEU ... 

Si ces dix ohiffires arabes reprcsentent toat ce qui extste, toat cc que 
rhomme peut concevoir et connaitre, ils repr6sentent conscquemment tout ce 
qui a Ste 6crit et punrra etre 6crit. 

S. 36: ce a quoi nous tenons, c'est d'^tablir wiq Mähode Döcimale qui 
puisae se diviser de dix en dix. 

S. 39: Le Principe 1, repr&entant l'ETRE ANIME, pourrait se sub- 
diviser en dix auires principes . . . 

1—0 [Dewey schreibt 10] embrasserait tous les etres anim6s, sans 
Division — Classification — ni oriJre . . . 

S. 40: Si Ton cherche les Etres anim^s subdivises dans leurs rapports 
1_9 avec d'autres etres anim^s, on trouve la subdivision suivante: 

1—1. Les Chefs des Hommes. Savoir: Empereur, — Imp6ratrice, — 
Rüi, — Reine ... 

1—2. Les Hommes s'occnpant de Date: — Les Chronologistes. 

1—3. Ceux s'occupant de Lienx, tels que: G6ographes, — Astronomes, 
— Navigateurs, — Voyageurs etc. 

1) Memorandum betr.. die Anlage eines Generalkataloges der üif entlichen 
und Studien -Bibliotheken Österreichs, sowie der Centndisienmg des Biblio- 
thekswesens in den gröfseren Städten der Monarchie (Brilnn, Dnick v. C. 
Winiker 1894). — Vgl. 0. HLartwig] im Centralbl. f. B. XI 1894 S. 417. 

148 



— 39 — 

Gewifs würde selbst dieser Katalog zn nenn Zehnteln dem prak- 
tischen Bedflrfnis genügen. Man darf aber doch wohl annehmen, dafs 
den Verfasser weniger die von ihm selbst geltend gemachten Gründe 
zn dieser harten Beschränkung geführt haben, als vielmehr die Meinnng, 
dadurch die Aussichten seines Planes verbessern zu können. Darüber soll 
jedoch ebensowenig mit ihm gerechtet werden wie über die Erspriefslich- 
keit seiner sehr energischen Abkürzungen.^) Durchaus unverständlich 
bleibt nur, weshalb er bei der Herstellung des Katalogmanuskripts 
nicht von den Beständen einer der beiden grofsen Wiener Bibliotheken, 
sondern von einem Bücherlexikon — er schlägt Heinsius oder Kayser 
vor — ausgeht, das er durch "zehn verläfsliche und intelligente Hilfs- 
kräfte", die sich mit seinem Abkürzungssystem vertraut gemacht haben, 
auf Zetteln kopieren läfst. Freilich ist es sicher, dafs die Arbeiter 
hier leichter und schneller vorwärts kommen, als wenn sie die abzu- 
schreibenden Titel aus einem Katalog heraussuchen müfsten, der den 
ganzen Besitz der Bibliothek, nicht allein die Litteratur des 19 Jahr- 
hunderts aufführte. Was will aber dieser geringe Vorteil gegenüber 
dem viel gröfseren sagen, den der Ausgang von dem Verzeichnis der 
umfangreichsten Sammlung dadurch bietet, dafs zugleich mit der Ab- 
schrift die Besitznotizen gewonnen werden, der gröfsten Bibliothek 
also die zeitraubende Vergleichung erspart wird? Etwas anderes wäre 
es allerdings, wenn der geplante Katalog auf die Deutschen Bücher 
seit 1800 beschränkt werden sollte und es andererseits ein Bücher- 
lexikon gäbe, das eben diese Litteratur vollständig aufführte. Dann 
hätte der Ausgang von dieser Quelle den grofsen Vorzug, dafs er das 
ganze fUr den Generalkatalog überhaupt in Betracht kommende Material 
lieferte; man hätte alsdann nur die aus der Bibliographie kopierten 
Titel in die Kataloge der einzelnen Bibliotheken hineinzuvergleichen, 
das Vorhandensein der betreffenden Bücher zu notieren, schliefslich die 
überflüssig geschriebenen Zettel zu entfernen, und das Manuskript wäre 
fertig. Aber keine von beiden Bedingungen liegt vor. Zelbr berechnet 
selbst die im Bücherlexikon nicht verzeichnete Deutsche und die fremde 
Litteratur zusammen auf annähernd 30 ^^/q des Bücherbestandes aller 
Bibliotheken. £s sind also Ergänzungen nötig, und diese lassen sich 
nur dadurch beschaffen, dafs die ganzen Kataloge der einzelnen 
Bibliotheken — eine chronologische Anordnung dürfte sich in keinem 
finden — in das durch Abschrift des Bücherlexikons hergestellte Zettel- 
verzeichnis hinein verglichen werden. Böte aber wirklich die Biblio- 
graphie als Grundlage soviel Vorteile als sie in der That Nächteile 
hat, so würde sich auf dem bekannten Wege des Schneidens und 
Klebens — zwei Exemplare sind mit Leichtigkeit zu haben — für 
den zehnten Teil des Geldes und in sehr viel kürzerer Zeit ein zu- 
verlässigeres Material gewinnen lassen als durch die Abschreiber. 
Für die Änderungen und Abkürzungen wäre am Ende bei der Ord- 
nung der Zettel und beim Druck noch Zeit genug. 

1) G. = Grundrils, L. = Lehrbuch; Bi = Berlin, B2 = Breslau u. s. w. 



— 40 — 

Dem wesentlichsten Teile der Arbeit, d. h. der Vergleichung und 
Feststellung des Besitzes widmet Zelbr meines Erachtens nicht das 
wünschenswerte Interesse. Die alphabetisch geordneten Zettel werden, 
am Rande durchlocht und in buchähnliche Behälter eingesetzt, den 
einzelnen Bibliotheken zugeschickt, und zwar der gi'öfsten, der Wiener 
Universitätsbibliothek, zuerst. Jede der Bibliotheken hat durch ein 
Zeichen auf den Linien des unteren Randes anzumerken, ob sie das 
betreffende Werk besitzt oder nicht. Zur Verzeichnung der Bücher, 
die in dem Zettelkatalog nicht enthalten sind, werden diejenigen Ab- 
schreiber wieder herangezogen, die sich bei dessen Anfertigung als 
die zuverlässigsten erwiesen haben; diese Ergänzungen werden nach 
der Absolvierung jeder* Bibliothek in den alphabetischen Katalog ein- 
gereiht. — Das ist alles; ob der Zettelkatalog den einzelnen Ver- 
waltungen abschnittweise oder im ganzen zugestellt wird, ob sie nach- 
einander oder nebeneinander an der Vergleichung arbeiten, wird nicht 
gesagt; ebensowenig wird versucht, die Gröfse der zu leistenden Arbeit 
und der dazu notwendigen Zeit zu schätzen. Allem Anschein nach 
hat aber der Verfasser des Memorandums — und das verdient hervor- 
gehoben zu werden — den meiner Ansicht nach einzig richtigen Weg 
der Vergleichung im Auge, dessen Vorzüge gegenüber allen anderen 
bisher vorgeschlagenen Arbeitsmethoden darin gipfeln, dafs durch ihn 
jede einzelne Bibliothek in den Stand gesetzt wird, die Arbeit ihrer 
Vorgängerinnen für sich auszunutzen. 

V. DEUTSCHLAND. 
1. KARL ED. FÖR8TEMANN und HEINRICH v. TREITSCHKE. 

Bei uns hat man sich daran gewöhnt, die Anregung zur Cen- 
tralisierung unserer Bibliothekskataloge auf den Aufsatz Heinrich 
v. Treitschkes über die Königliche Bibliothek in den Preufsischen 
Jahrbüchern^) zurückzuführen und schlechthin von dem Treilschke- 
sehen ^Gedanken zu sprechen. Eine gewisse Berechtigung dazu liegt 
in der Thatsache, dafs jener Aufsatz die langvergessene Frage — und 
zwar ohne jede bewufste Anknüpfung — wieder aufgenommen und 
recht eigentlich in Flufs gebracht hat. Aber auch die Anwendung 
des sehr alten Gedankens auf unser Land ist sehr viel älter. 

Schon 1842 finden wir im 3 Bande des Serapeums die mit 
grofser Wärme vertretene Forderung, den Mangel einer Preufsischen 
Central-Landesbibliothek durch die Hei-stellung eines alphabetischen 
General-Nominal-Katalogs zu ersetzen. Die vortreffliche und noch 
heute angelegentlich zu empfehlende Arbeit, deren 6 Kapitel sich auf 
S. 247 ff. mit unserem Gegenstande beschäftigt, führt den Titel: Einige 



1) BdLIII 1884 S. 473 ff. — Am Schlufs S. 491 der Plan, die Berliner 
Bibliothek durch Centralisation des gesamten Deutschen Bibliothekswesens 
zur Centralstelle der nationalen Gelehrsamkeit zu machen, wo ieder Forscher 
erfahren könne, was er in den zerstreuten Sammlungen zu suchen habe. 

150 



— 41 — 

praktische Bemerknogen und Wünsche Aber die öffentlichen Bibliotheken 
in Prenfsen; sie ist nicht unterzeichnet, doch ist die Verfaeserschaft 
des 1847 als Universitätsbibliothekar in Halle gestorbenen Karl Eduard 
Förstemann sicher bezeugt. >) Auch er unterstützt seine Forderung 
ebenso wie Treitschke durch den Hinweis auf die Gentralisation der 
Bücherschätze Frankreichs in der Pariser Nationalbibliothek; beiden 
schwebt dieselbe Art der Ausführung vor, und beide kommen mit 
gleicher Leichtigkeit über die Schwierigkeiten der Arbeit hinweg.^) 
Während aber Treitschke sein Ziel, unseren Gelehrten ^eine unglaub- 
liche Masse nutzloser Schreiberei zu ersparen", erreicht sieht, wenn 
zunächst die gröfseren Provinzialbibliotheken Prenfsens Abschriften 
ihrer Kataloge in der Berliner Sammlung aufstellen — die anderen 
grofsen Deutschen Bibliotheken würden, schon in ihrem eignen Interesse, 
bald und gern nachfolgen — , geht Förstemann als praktischer Biblio- 
thekar natürlich den notwendigen Schritt weiter und fordert die Über- 
weisung aller dieser "sofort*' eingesandten "Duplikate'' an eine aus 
sachverständigen Männern zu bildende Kommission, der es obläge, da- 
raus einen alphabetischen General-Nominal-Katalog aller öffentlichen 
Bibliotheken des Staates herzustellen. Auch zeig^ er weiter an ein 
paar Beispielen^, wie dieser Katalog einzurichten sei, wie weit man 
hier in der Kürzung der Titel gehen müsse u. s. w. Sogar seine Fort- 
führung liegt ihm am Herzen; sie zu ermöglichen, sollen alle beteiligten 
Verwaltungen aUjährlich ein alphabetisches Verzeichnis ihrer neuen 
Erwerbungen einreichen. 

Man sieht: Treitschkes Forderung war nicht eigentlich von „über- 
raschender Neuheit."*) Unbestritten bleibt ihm aber das Verdienst, vor 
allem durch das Gewicht seiner Persönlichkeit zu neuer fruchtbarer 
Erörterung des Gedankens angeregt zu haben, der seitdem in vielen 
Köpfen lebendig geblieben ist und schliefslich zu dem Plane geführt 
hat, von dem wir ausgegangen sind. 

Die Schwäche der praktischen Seite seines Vorschlags tritt so 
deutlich zu Tage, dafs ein Schweigen der Fachkreise, mochten sie von 



1) Vgl. Böhmer, Gesch. der v. Ponickanischen Bibliothek (in d. Fest- 
schrift: Zur Feier d. 50 jähr. Vereinigung d. Univ. Halle a. Wittenberg, Halle 
1867) S. 65 Anm. 49. 

2) Förstemann: Um diesen grofsen und wichtigen Zweck zu erreichen, 
bietet sich ein sehr einfaches Mittel dar. Durch die dem Unterrichtswesen 
vorgesetzte hohe Behörde braucht nur an sämtliche öffentliche Bibliotheken 
des Landes der Befehl zu ergehen, dafs sie von ihren Nominal- Katalogen 
sofort ein Duplikat einzureichen haben. 

3) Herodiani bist, libri VIII gr. ac lat. (interpr. Ang. Politiano). Venet., 

Aldus. 1524. 8. 

Berlin. Oreifswald, Königsberg. 
(a.) Lovanii. 1524. 4. 

Berlin. Breslau. Haue. 
(gr. ac lat.) Basil. 1530. 32. 

Jbonn. Halle. Königsberg u. s. w. 

4) Dziatzko im Centralbl. f. B. 1 1884 S. 261. 

151 



— 42 — 

der Vortrefflichkeit seines Grundgedankens noch so durchdrungen sein, 
sehr verwunderlich gewesen wäre. In der That liefs der Widerspruch 
nicht lange auf sich warten, und seinen beiden ziemlich gleichzeitig 
erfolgten Äufserungen verdanken wir zwei neue Pläne, in Ziel und 
Wegen einander kaum näher stehend als dem gemeinsam bekämpften. 



2. KARL DZIATZKO. 

Dziatzko <) begann damit, Treitschkes Vorschlag auf seine Aus- 
führbarkeit hin zu prüfen und gelangte, trotz aller Sympathie für 
die Sache selbst, zu dem allein möglichen Ergebnis, „dafs der Um- 
fang der auf vorwiegend mechanisches Abschreiben verwendeten Arbeit 
enorm, die Kosten bedeutend, die Vorteile sehr problematisch, nament- 
lich zur Gröfse der Arbeit in gar keinem Verhältnis stehend sein 
würden." 

Wohl aber lasse sich, so geht Dziatzko weiter, der sehr be- 
herzigenswerte Gedanke auf einem anderen Wege verwirklichen, und 
zwar durch ein aller lokalen Interessen entkleidetes, wahrhaft nationales 
Unternehmen, nämlich die Herstellung eines gedruckten Realkatalogs 
aller öffentlichen Bibliotheken Deutschlands, Hinter dem Titel jedes 
Buches ständen die Siglen^) der Bibliotheken, die es besäfsen; bei 
Büchern, die sich in allen Sammlungen oder in bestimmten Gruppen 
fanden, würde je ein einfaches Zeichen genügen. 

So würde der Gelehrte nicht einzig und allein in Berlin, worauf 
Treitschkes Wunsch sich beschränke, sondern allenthalben in der Welt 
bequem und sicher ermitteln können, was er in den Bibliotheken 
Deutschlands zu suchen habe. Den Verwaltungen selbst aber erwachse 
auf diese Art — ganz abgesehen von der mit der Benutzung gedruckter 
Titel verbundenen Raumersparnis — eine Reihe unschätzbarer Vorteile ; 
sie könnten sich, soweit das Bedürfnis bei ihnen vorhanden sei, durch 
das Zerschneiden und Aufkleben einseitig bedruckter Exemplare in 
den eignen Besitz musterhaft angelegter Realkataloge setzen; das 
Schreibwerk bliebe auf die Ilinzufügung der Signaturen beschränkt. 3) 
Eine einfache Ordnung der die einzelne Bibliothek betreffenden Titel- 



1) Die Centralisation der Kataloge Deutscher Bibliotheken (Centralbl. 
f. B. I 18S4 8.201 ff.). 

2) , Am besten würden die einzelnen Städte mit Ziffern, die verschiedenen 
Bibliotheken derselben Stadt aber mit Differenzierungsbuchstaben benannt, und 
zwar wieder so, dal's dieselben Buchstaben überall je die Königliche, Univer- 
sitäts- oder Städtische Bibliothek u. s. w. bedeuten."* 

8) Lag es da nicht näher, den vollständigen Realkatalog aller Bibliotheken 
zugleich zu dem der einzelnen zu machen? Die Titel, neben denen hand- 
schriftliche Signataren zu lesen wären, stellten dann den Bestand der einzelnen 
Sammlung dar. Die aus dem Mifsverhältnis zwischen eignem und Gesamt- 
besitz zu erwartenden Unbequemlichkeiten fielen kaum ins Gewicht gegenüber 
der Leichtigkeit, mit der sich in den weitaus meisten Fällen neue Erweniungen 

152 



— 43 - 

streifen, nnd anf demselben, verhältnismärsig leichten Wege komme 
man zu einem neuen alphabetischen Katalog. Ein nicht unbedeutender 
Gewinn wäre es femer für Beamte und Benutzer zugleich, wenn unter 
dem Einflufs der gleichen Sachkataloge auch die sachliche Anordnung 
der Bibliotheken im Lauf der Zeit immer gleichmäfsiger wfirde. Endlich 
sei zu erwarten, dafs die Kosten des geplanten Central -Realkatalogs 
durch seinen Verkauf im ganzen wie in einzelnen Ausschnitten, die ja 
infolge der sachlichen Anordnung alle einen abgeschlossenen selb- 
ständigen Wert besäfsen, zu einem, wenn auch nur kleinen Teil, 
gedeckt würden. 

Über die Art des Vorgehens bei der Ausführung seines Planes 
ißt der Verfasser so kurz, dafs hier kein Wort übergangen werden 
darf. „Wenn, wie billig ist, die Königliche Bibliothek in Berlin Central- 
stelle ftlr diese Arbeit wird, so würde sie nach Feststellung und 
Mitteilung eines möglichst detaillierten Planes für die einzelnen Ab- 
teilungen sich zunächst mit denjenigen Bibliotheken in Verbindung 
setzen müssen, deren Bücherbestand gerade auf diesen Gebieten voraus- 
sichtlich besonders reich ist.*) Nachdem so [?] eine vorläufige 
Sammlung der Titel erzielt und ihre Ordnung erfolgt ist, werden sie 
in kleineren Abschnitten gedruckt und in Fahnenabztigen sämtlichen 
Bibliotheksverwaltungen, die in Betracht kommen, überschickt. Diese 
stellen fest, was bei ihnen vorhanden ist, sammeln Nachträge und auf 
Grund dieses ganzen Materials erfolgt abschnittweise der Abschlufs der 
Arbeit und des Druckes. — Durch den Druck regelmäfsiger Nachträge 
wird die Fortführung der Bibliothekskataloge auf gleicher Grundlage 
gesichert, bis die — nunmehr sehr viel leichtere — Umarbeitung und 
der Neudruck der verschiedenen Abteilungen des Central -Sachkatalogs 
notwendig und thunlich erscheint.^ 

Ich gehe nicht auf die Schwierigkeiten des Unternehmens ein, 
die sich desto höher türmen, je tiefer man eindringt. Wenn es 
wirklich gelänge, zur Einigung über ein System zu kommen, so dürfte 
es doch gegenwärtig fast zu den Unmöglichkeiten gehören, 35 Biblio- 



aus der älteren Litteratur unterbringen liefsen, und der vom Verfasser selbst 
mit Recht hervorgehobene Vorteil des Central-Realkatalogs, jeder einzelnen 
Bibliothek einen bequemen Überblick über die Lücken ihres Bestandes zu 
geben, käme hier doch eigentlich erst zur rechten Geltung. 

1) Ein Blick auf den alphabetischen Katalog des Britischen Museums, 
der freilich nur in seiner Ganzheit brauchbar ist, gibt hier dem Verfasser 
Gelegenheit zu einer Art von Unterantrag: , Sollte in Deutschland einmal ein 
Institut reich genug sein, einen umfassenden alphabetischen Katalog drucken 
zu lassen, so wäre dringend zu wünschen, dafs man dann nicht den Bücher- 
bestand einer einzelnen Bibliothek zum Inhalt des Katalogs machte, sondern 
einen Katalog aller in Deutschland gedruckten Bücher, einen Thesaurus Ger- 
maniae typographicus in Angriff nähme. Den anderen Nationen bliebe es 
überlassen, das gleiche für die Drucksachen ihres Gebiets zu leisten.^ 

2) Fufenote d. Verf.: Auch das liefse sich denken, dafs verschiedene 
Bibliotheken die Bearbeitung verschiedener Abschnitte übernähmen. 

153 



— 44 — 

theken^), die so viel verschiedenen, von einander unabhängigen Be- 
hörden nntei-stellt sind, mit demselben Geist opferfreudiger Energie 
zu beseelen, ohne den ein so grofsartig angelegtes Werk früher 
oder später ins Stocken geraten müfste. Auch die Arbeitsmethode 
möchte ich fflrs erste auf sich beruhen lassen und gleich zur 
Hauptsache kommen: Mir scheint die Erreichung des Zieles auf dem 
hier skizzierten Wege unmöglich. Es ist meines Erachtens tibersehen, 
dafs die notwendige Voraussetzung einer erfolgreichen Vergleichung 
die nämliche Anordnung des zu vergleichenden Materials ist Es 
gibt mehr als eine Bibliothek, die überhaupt keinen systematischen 
Katalog besitzt; unter den besitzenden finden sich aber sicherlich 
nicht zwei, die dasselbe System mit allen Einzelheiten angenommen 
und durchgeführt hätteu. Für die Anordnung der neueren Deutschen 
Litteratur im engeren Sinne, um nur ein Beispiel zu nehmen, ist in der 
Königlichen Bibliothek in Berlin zunächst die Dichtgattung mafsgebend 
gewesen und geblieben 2), in der Berliner Universitätsbibliothek die 
Chronologie, in Halle das Alphabet. Es ist nicht zu sehen, wie auch 
nur diese drei Bibliotheken die Vergleichung allein dieser Bestände zu 
einem erschöpfenden Ergebnis führen wollten, ohne ganze Jahre drüber 
zu verlieren. Der Königsberger Bibliothek, die ihren Reichtum an 
älterer theologischer Litteratur ebenso wenig wie die Hauptmasse ihres 
weiteren Besitzes systematisch verzeichnet hat, würde kaum etwas 
anderes übrig bleiben, als die betreffenden Fahnen bedauernd zurück- 
zuschicken, wie sie gekommen. Wenn man sich dann noch gegen- 
wärtig hält, dafs keine Bibliothek ohne einen alphabetischen Katalog 
existiert, so wird man mit Notwendigkeit zu dem Schlufs gezogen: 
Für die Herstellung des Central- Realkatalogs ist die des alphabetischen 
Centralkatalogs die ununigängl.che Vorarbeit, 

Aber auch die vorgeschlagene Organisation der Arbeit ist un- 
annehmbar. Dieser Einsicht Wird sich schwer verschliefsen können, 
wer solch einen Katalogabschnitt Schritt für Schritt bis zum Abschlufs 
des Drucks begleitet. 

Sind die 30 Fahnenabzüge zurückgekehrt, jeder von einer 
kleineren oder gröfseren Zahl neu hinzugekommener Zettel begleitet, 
so liegt es der Central stelle zunächst ob, die auf den verschiedenen 
Bibliotheken neben den einzelnen Titeln notierten Vergleichungsergebnisse 
von 29 Abzügen auf den dreifsigsten zu übertragen. Dann sind die 
Ergänzungszettel einzuordnen, wobei sich herausstellen wird, dafs die 
weitaus meisten dieser neuen Titel in zwei und mehr Abschriften ein- 
gegangen sind, da jede Bibliothek für sich allein ihr Mehr mitgeteilt 
hat. Auch hier müssen also noch die Besitznotizen auf je ein Exemplar 
zusammengetragen werden — die überflüssig gewordenen Titelkopien, 



1) Nach Dziatzkos eigner Berechnung auf S. 262. 

2) So dafs z. B. Goethes Gesammelte Werke, Gedichte, Dramen, und 
Romane an vier verschiedenen Stellen untergebracht sind.' 

154 



— 45 — 

deren Herstelliing Zeit and Geld gekostet hat, wandern in den Papier- 
korb — , bevor von neuem die Druckerei in Thätigkeit gesetzt werden 
kann. Hier wird der seit mehreren Tagen stehende Satz hervorgeholt; 
kein Titel ist vollständig, weil ihm noch die Siglen der Bibliotheken 
fehlen; keiner bleibt überdies an seiner Stelle, da die neuen Zuzügler 
einzuschalten sind. Nun zum zweiten Male Bürstenabzug, Korrektur 
und Druck: der Abschnitt ist fertig. 

Es ist klar, dafs man sich zur Annahme dieser Organisation, 
die so geringe Rücksicht auf Arbeits- und Gelderspamis nimmt, 
nur dann entschliefsen dürfte, wenn es entweder überhaupt keinen 
Weg gäbe. Mühe und Kosten zu verringern, oder wenn sie anderen 
Arbeitsplänen gegenüber den Vorzug hätte, weit schneller zum Ziele 
zu führen. Weder das eine noch das andere ist der Fall. 

Die Anfertigung überflüssiger Titelkopien wie die ganze zeit- 
raubende Arbeit der CentralsteUe liefsen sich dadurch vermeiden, dafs 
man nicht 30 Fahnenabzüge an die verschiedenen Bibliotheken, sondern 
einen einzigen auf eine Rundreise durch alle Anstalten schickte, so dafs er 
als fertiger Teil des Gesamtkatalogs zurückkehrte. Der Fortschritt des 
Werkes würde dadurch keineswegs verlangsamt werden, wie es auf den 
ersten Blick scheinen mag, da seine Schnelligkeit lediglich davon abhängt, 
wieviel Material zum Gesamtkatalog täglich an der CentralsteUe einläuft 
Dessen Umfang aber wäre hier wie dort derselbe, da man natürlich, 
ohne auf die Rückkehr des ersten Abschnittes zu warten, Tag fdr Tag 
einen neuen nachschicken würde, so dafs die Kontinuität der Arbeit 
in den einzelnen Anstalten gesichert bliebe. Der einzige Unterschied 
wäre der, dafs hier das erste Stück des Gesamtkatalogs und demgemäfs 
auch das ganze Werk ein paar Wochen später abgeschlossen würde, 
worauf niemand Gewicht legen wird. Diese Änderung der Organisation 
brächte aber noch keine Vereinfachung des Drucks. Vielmehr käme 
hier noch zu der Einschaltung der Besitznotizen und aller neuen 
Titel die sehr kostspielige Notwendigkeit, Hunderte von Seiten im 
Satz stehen zu lassen. 

Es existiert jedoch ein Weg, auch dieser Schwierigkeiten voll- 
kommen Herr zu werden. Er wäre der gegebene, wenn es sich 
allein um die Verwirklichung des Treitschkeschen Gedankens handelte. 
Er ist aber zugleich der einzige, der auch bei weiterer und weitester 
Fassung der Aufgabe — wie sie einerseits der in einer beschränkten 
Zahl von Exemplaren vervielfältigte und andererseits der gedruckte, 
allerorten mit gleicher Leichtigkeit zu befragende Centralkatalog dar- 
stellen — übrig bleibt: Nicht Fahnenabzüge, sondern die handschrift- 
lichen Titelzettel werden zur Grundlage der Vergleichung gemacht, 
und die Druckerei wird nicht eher in Anspruch genommen, als bis 
das Manuskript mindestens des betre£fenden Abschnitts, am besten 
des ganzen Katalogs vollständig abgeschlossen ist. 



155 



— 46 — 



3. KARL KOCHENDÖRFFER. 

Der zweite, der an Treitschkes Anfsatz anknüpfend einen anderen, 
vorteilhafteren Weg zum Ziele zu zeigen suchte, war Kochendörffer 9, 
damals Assistent an der Ständischen Landesbibliothek in Kassel. Seine 
Lösnng wurde ihm wohl durch das nahe Vorbild der Murhardschen 
(Stadt-) Bibliothek an die Hand gegeben, deren Direktor Uhlworm 
etwa ein Jahr vorher — als erster in Deutschland — den Zettel- 
druck eingeführt hatte. 2) 

Fast an allen Deutschen Bibliotheken werde gerade jetzt (1884), 
meint Kochendörffer, mit Eifer an die Neubearbeitung der Kataloge 
Hand angelegt. Könne man sich nun entschliefsen , hier die alte 
Gewohnheit des Schreibens mit allen ihren Mifsständen ein fElr allemal 
aufzugeben und die schon für das einzelne Institut sehr viel vorteil- 
haftere Neuerung des Drucks der Katalogzettel anzunehmen, dann sei 
zugleich der Gesamtkalalog aller in Deutschland vorhandenen Bücher 
gegeben, dessen natürlicher Standort die Königliche Bibliothek in 
Berlin sei. Jede Bibliothek hätte eben eine bestimmte Zahl dieser 
gedruckten Zettel mit ihren Signaturen — ftir Einheitlichkeit des 
Formats wie der Titelredaktion zu sorgen wäre eine Hauptaufgabe der 
dazu niederzusetzenden Kommission — nach Berlin einzuschicken, wo 
die Verschmelzung sämtlicher Sendungen in ein einziges Alphabet 
erfolge. An diese Centralstelle habe sich künftig jeder Gelehrte zu 
wenden, um ohne Mühe seine Wünsche erfüllt zu sehen. 

Wenn Kochendörffer jede Bibliothek anwiese, ihre Titelzettel im 
Manuskript partienweise der Centralstelle zu überaenden, dieser aber die 
Aufgabe zuteilte, die Drucklegung zu überwachen und jeder einzelnen 
Verwaltung die gedruckten Zettel in der nötigen Zahl von Exemplaren zur 
Verfügung zu stellen, so bedeutete dieser Weg gegenüber dem wirklich 
empfohlenen schon bei der sehr niedrigen Schätzung, dafs jedes Buch 
durchschnittlich nur zweimal in Deutschland vorhanden ist, eiae Ver- 
ringerung der von allen Bibliotheken zusammen aufzubringenden enormen 
Druckkosten um die Hälfte, von der Arbeitsersparnis ganz abgesehen. 
Aber auch gegen diesen Plan noch behielte der gegen Narduccis 
Arbeitsorganisation erhobene Einwand seine volle Geltung. Es genügt, 
auf ihn zu verweisen. 



Soweit die theoretischen Erörterungen. Für zusammenfassende 
Folgerungen, was von ihnen nach der negativen wie nach der positiven 



1) Ein Gesamtkatalog der Deutschen Bibliotheken (Preufs. Jahrbücher 

LIV 18>i4 S. 168 ff.). 

2) Vgl. Milchsack in der WolfenbUtteler Instruktion von 1893 S. llf. 

156 



— 47 — 

Seite fftr den Prenfsischen Gesamtkatalog zu lernen ist, findet sich 
später ein besserer Ort. 



ANHANG. 
NACHWEIS WEITERER PLÄNE, 

Za Nntz nnd Frommen derer, die. der Theorie des Centralkatalogs 
ein tieferes Interesse entgegenbringen, folgt hier mit kurzen Quellen- 
nachweisen eine Znsammenstellang aller tlbrigen Pläne, soweit sie sich 
nngesncht im Laufe der Arbeit geboten haben. Auch hier wird jedoch 
wie vorhin von solchen Entwürfen abgesehen, deren Ziel die Ver- 
zeichnung einer inhaltlich, zeitlich oder örtlich begrenzten Litteratur ist. 

I. 
DER ÜNIVERSALKATALOG UND DIE UNIVERSALBIBLIOGRAPHIE. 

1. Martin Schrettinger hat in seinem 1808 — 1829 erschienenen 
Versuch eines vollständigen Lehrbuches der Bibliothek -Wissenschaft 
dem Gedanken der Wellbibliographie an mehreren Stellen in unklarer 
nnd sich widersprechender Darstellung Ausdruck gegeben. In dem 1810 
ausgegebenen 3 Heft wflnscht er den Zeitpunkt herbei, wo "sich eine 
Gesellschaft erfahrener und thätiger Bibliothekare zur Verfertigung eines 
allgemeinen [systematischen] Repei*toriums der gesamten Litteratur 
vereinigen" möchte. Im Schlufshefte aber, das 1829 erschienen ist, tritt 
er für die Herstellung eines alphabetischen Realkatalogs [darunter 
versteht er ein "Sachen-Register"] über die ganze existierende Litteratur 
ein. "Setzen wir nun den Fall, der Realkatalog über die Münchener 
Hof- und Central-Bibliothek werde einst, wenn er durch die ganze Biblio- 
thek durchgeführt sein wird, im Drucke erscheinen, dann haben 
alle anderen Bibliotheken weiter nichts mehr zu thun, als Supplemente 
dazu herauszugeben, um die Ausführung der ungeheueren Idee . . . 
möglich zu machen." Sogar die Ausdehnung des Unternehmens auf 
die einzelnen Abhandlungen aller Journale und Sammlungen, auf die 
Recensionen und schliefslich auf die Handschriften wird hier bereits 
ins Auge gefafst. 

Ortner im Centralbl. f. B. XIV 1897 S. 131—133. 

2. Louis Fdlix Danjou, Musiker und Bibliothekar, tritt 1845, von 
den Vorteilen der allgemeinen Annahme eines wissenschaftlichen Systems 
ausgehend, für einen Central kaialog der Französischen Bibliotheken 
ein. Dazu würde man zunächst "a priori" eine üniversalbibliographie 
herstellen, die alle seit der Erfindung der Buchdrackerkunst erschienenen 
Schriften in sachlicher Anordnung enthielte. Um nun den Centralkatalog 

167 



— 48 — 

aller Sammlungen Frankreichs oder selbst Europas zu erhalten, brauchte 
man nur noch anzugeben, wo jedes Werk sich befände. 

[Danjonl. — Expos^ anccinct d'nn nouvean svsteme d^organi- 
sation des Dibliotheques publiques. Par un bibliothöcaire. — 
Montpellier 1845. 

Nach Qn^rard, La litt^rature fran^aise contemporaine III 137 
und Qa^rard, Sttpercheries d^voilSes l* 526 f. Am ScUuCs fol- 
gende Kritik : On voit par les id6es 6mises dans cet opuscule, 
que son autenr est ^tranger aux travaux de catalogue.O 

3. Charles Dilke^) kommt 1850 am Schlufs seiner Anzeige des 
Report of the Commissioners appointed to inquire into the Constitution 
and Government of the British Museum im Athenaenm (May 1 1 th, 
1850 S. 501) zu folgendem Vorschlag: Notwendig ist ein Katalog, der 
uns nicht allein zeigt, was wir besitzen, sondern auch alles, was uns 
fehlt, und zugleich angibt, wo die Bücher, die wir bei uns vergeblich 
suchen, zu finden sind. Panizzi müfste also den Dnick seines Katalogs 
möglichst schnell beendigen (der erste und letzte Band war 1841 er- 
schienen), eine Reihe von Assistenten aber aus anderen Katalogen und 
Bibliographien alle auf Bntischem Gebiet gedruckten Bflcher zusammen- 
bringen, die dem Britischen Museum fehlten. Cooleys Plan, die Titel 
einzeln zu stereotypieren 3) , würde die Herstellung eines so veryoU- 
st&ndigten Verzeichnisses innerhalb weniger Jahre ermöglichen. Dies 
aber wäre der Beitrag Englands zum Universalkatalog , der dadurch 
zustande kommen müfste, dafs die wichtigsten Regierungen der Welt 
auf dem gleichen Wege für ihre Länder dasselbe leisteten. Bemerkens- 
wert ist noch der Rat, diesem Katalog dadurch eine gröfsere Dauer 
zu sichern, dafs man ihn gemäfs der Verschiedenheit der Bedürfnisse 
von Studenis und Readers auf die Litteratur bis zum Jahre 1838 be- 
schränkt (soweit reicht der 1841 ausgegebene erste Band von Panizzis 
Katalog), alle neueren Erscheinungen aber besonders inventarisiert. 

Vgl. Frank Campbell, The Theory of national and inter- 
national Bibliography (London 1896) S. 171ff. 

4. Andrea Crestadoro verlangt 1856, ohne sich auf Einzelheiten 
einzulassen, den Universal katalog alier Druckwerke der WelL „There 
can be little doubt but that the whole civilized world would rejoicc 
to assist in the noble undei-taking.^ Die Verzeichnung des Inhalts 



1) Bei dieser Gelegenheit berichtet Qa6rard über einen Vorninger 
DaDJous: Ce projet de bibliographie universelle on de catalogue g6n6rai avait 
ete connu par le pauvre M. (F.-M.) Foisv, loufftemps avant M. Danjou, et 
radministration de la Biblioth^que Royale, ä laquelle M. Foisy fut aussi 
attach^, sait, combien le cerveau malade de ce aeraier enfanta de projets 
impraticables pour l'am^lioration de Tetablissement auquel il appartenait. 

2) Die Artikelreihe im Athenaeum ist nicht unterzeichnet. Den Ver- 
fasser nennt, sich auf die allgemeine Annahme berufend, Axon im Library 
Journal III lb78 S. 176. 

3) Vgl. den SchluJGs des Kapitels über das Britische Museum. 

158 



— 49 — 

einer BiblioQiek, meint er zum Schlafs mit dem Verfasser der eben 
genannten Artikelreihe des Athenaeums, möchte noch hingegangen sein 
(might have passed) damals, als 

Menschen, durch den schmalen Bach getrennt, 
Einander halsten — 

sei jedoch unwürdig eines Zeitalters und eines Volkes, das in der 
Ausstellung des Jahres 1851 der ganzen Welt die Bruderhand ent- 
gegengestreckt habe. 

[Crestadoro]. — The Art of makmg Catalognes of Libraries; 
or, a method to obtain in a short time a most perfect, complete, 
and satia&ctory Printed Catalogue of the British Museum Library, 
by a Reader therein. — London 1856 (S. 59 f). 

5. S. den Plan Bonnanges aus dem Jahre 1874 (in diesem 
Anhang U 3 d). 

6. Sir Henry Cole, der schon 1852 Dilkes Gedanken der Society 
of Arts unterbreitet hatte, tritt 1875 mit einem eignen Plan hervor: 
Die HaupUtaaten Europas vereinigen sich zur Inventarisierung der 
mnerhalh ihrer Grenzen gedruckten Werke nach einheitlichen Regeln. 
Jedes Land veröffentlicht in bestimmten Zeitabschnitten bestimmte 
Mengen dieser Titel, und zwar stets in einseitigem Druck, mit dem- 
selben Satz und in demselben Format. Doch gelangt in den ver- 
schiedenen Ländern verschiedenfarbiges Papier zur Verwendung: rotes 
in England, grflnes in Frankreich^ braunes in Italien, blaues in Deutsch- 
land u. 8. w. Bei der Veröffentlichung wird chronologisch vorgegangen; 
die erste Periode wird die Litteratur bis zum Jahre 1550 bringen; 
dann aber werden die Abschnitte immer kleiner werden und schliefs- 
lich nur noch einzelne Jahre zusammenfassen. Die verschiedenen 
Länder tauschen ihre Titel aus, und nun ist man fiberall in der Lage, 
auf dem Wege des Schneidens und Elebens Kataloge jeder Art und 
jedes Umfangs herzustellen. 

Axon, The projected Universal Catalogue (Library Journal 

m 1878) S. 176. 

Der Privatdmck, in dem Sir Henry Cole seinen Vorschlag be- 
kannt machte, ist auch im Britischen Museum nicht zu finden. 
Der Titel lautet nach Axon: (Sir Henry Cole). — Specimen 
Sheets of a proposed Catalogue to contain the title of every 
book which has been printed from the invention of printing. 
These tities will form the basis of a general catalogue of the 

ßrinted books of all nations, being indispensable to every great 
brary, both public and private , as showing their contents and 
deficiencies. — London, Printed by Spottiswoode & Co. 1875. 

7. Emest C. Thomas empfiehlt 1875 das Universalreperlorium. 
Näheres kann hier nicht mitgeteilt werden, da das kleine Schriftchen, 
das seinen Plan einem engeren Kreise bekannt machen sollte: Notes 
of a proposal to make a Universal Index to Literature (London, 

159 
Beiheft 20. 4 



— 60 — 

Pardon & Son Print. 1875) sich nirgend, auch im Britischen Mnseam 
nicht hat auffinden lassen. 

Petzholdt in seinem Neuen Anzeiger 1876 S. 369. 
Vgl. auch Gamett in der Library V 1893 S. 93. 

8. Chr. G. Hottinger unterbreitet 1876 seinen Freunden einen 
vorläufigen Entwurf zu einem Verzeichnis alier Druckwerke, Das 
Unternehmen soll von Angehörigen verschiedener Kulturvölker und 
von Mitgliedern der daran interessierten Berufskreise (Bibliothekaren, 
Buchhändlern, Gelehrten und Förderern wissenschaftlichen Strebens) 
in Angriff genommen und durch ihre gemeinsame Arbeit wie auf ihre 
gemeinsame Kosten vollendet werden. Den Ausgangspunkt bilden die 
vorhandenen Bibliographien, deren Titel entweder durch Abschrift 
oder auf dem Wege des Schneidens und Klobens auf einzelne Zettel 
gebracht und alphabetisch geordnet werden. Ist dies rein mechanische 
Geschäft erledigt, so erfolgt gleichfalls an der Centralstelle durch 
bibliothekarisch gebildete Beamte die zur Erzielung der Einheitlichkeit 
notwendige Redaktion. Zugleich arbeiten an verschiedenen öffentlichen 
und Privatbibliotheken die beauftragten Korrespondenten, deren Auf- 
gabe es ist, der Centralleitung solche Werke zu melden, die in den 
Bibliographien gamicht oder falsch angefahrt sind. Aus allen mög- 
lichen Quellen, erforderlichen Falls durch direkte Anfragen, werden 
Ungenauigkeiten berichtigt, Vornamen ergänzt, biographische Daten 
(Geburtstag, Geburtsort und ev. Todestag) hinzugeftigt u. s. w. SchUefs- 
lich wird bei jedem Titel durch einen grofsen und einen kleinen 
lateinischen Buchstaben angegeben, welchem Wissensgebiet und welcher 
seiner Unterabteilungen das betreffende Werk angehört, um so dem 
systematischen Verzeichnis aller Druckwerke, das nach Vollendung des 
alphabetischen ausgegeben werden soll, vorzuarbeiten. Herstellung und 
Druck des alphabetischen Verzeichnisses in 7000 Exemplaren — die 
Anzahl der aufzunehmenden Werke wird auf drei Millionen geschätzt 
— sollen zehn Jahre in Anspruch nehmen und 1845000 M. kosten. 

Das autographierte Schriftchen, dem die vorstehende Mitteilung 
entnommen ist, zählt nur 8 Seiten, vertieft sich aber in alle Einzel- 
heiten und fafst sogar die Bildung eines Kapital grundstocks für lebens- 
längliche Pensionen an die Mitarbeiter des Werks ins Auge. 

Hottinger. — Ein Verzeichniss aller Druckwerke. Voischlag. 

— Strafsburg i. E. 7 Okt. 1876. 
Vgl. Petzholdt in seinem Neuen Anzeiger 1876 S. 369—371. 

9. B. Cadwallader predigt 1877 den Bibliotheken Cooperation 
in all things. Diese fruchtbar zu gestalten, mfisse ein Centralbureau, ein 
Hauptquartier geschaffen werden. Dazu eigne sich am besten die 
Kongi-efsbibliothek. Seine vornehmste Aufgabe solle der Universal- 
katalog sein. Nach einem von allen beteiligten Bibliotheken ange- 
nommenen System würde man hier jeglichem Buch eine Klassifikations- 
nummer zuweisen und diese Arbeit in offiziellen Mitteilungen veröffent* 

160 



— 51 — 

liehen. B^ ZweifelsÜllle wird die Berufung an einen besonderen Ge- 
richtshof vorgesehen. Jede Bibliothek meldet diejenigen ihrer Bücher, 
die nicht in den Bulletins des Hauptquartiers zu finden sind, diesem 
zur nachträglichen Klassifizierung. Seien so alle Btlcher numeriert, dann 
könne der Druck des Universalkatalogs beginnen, der am besten die 
Gestalt eines Dictionary Catalogue mit Verfassern, Titeln und Gegen- 
ständen in einem Alphabet erhielte. Nach dessen Beendigung würde 
jede Bibliothek ihren Besitz durch ein geeignetes Zeichen festlegen 
und so im Universalkatalog zugleich ihren eignen haben. Jahres- 
supplemente würden das Unternehmen so lange fortführen, bis ein 
Neudruck ratsam wäre u. s. w. 

G[adwaUader] , A National Library System, with a Universal 
Catalogue (Library Journal 1 1876/77 S. 869—371). 

10. William F. A. Axon fordert 1878 im Gegensatz zu E. F. Taylor, 
dem Schreiber des Artikels Bihliogrnphy in der Encyclop. Brit. ("The 
idea is now whoUy chimerical, since the number of books surpasses 
all human calculation"), und unter Berufung auf den gewifs sachver- 
ständigen H. G. Bohn, der die Vollendung der Universalbibliographie 
in wenigen Jahren für möglich hält, den internationalen Zusammen- 
schlufs zu Herstellung eines Verzeichnisses aller vor 1600 gedruckten 
Bücher. Dieses würde sich so nützlich erweisen, dafs sein weiterer 
Ausbau in die Gegenwart hinein sich rechtfertigen würde. 

Axon, The projected Universal Catalogue (Library Journal III 

1878 S. 175—177). 

11. Benedetto Salvatore Mondino empfiehlt 1878 einen Universal- 
Zettelkatalog der Druckwerke aller öffentlichen Bibliotheken, ähnlich 
wie Gamett von dem — damals erst geplanten — Druck des Katalogs 
des Britischen Museums ausgehend. Die notwendige Ergänzung sei 
ein Gesamtkatalog aller Handschriften. 

Mondino. — Breve relazione del primo Congresso intemazionale 
dei Bibliotecari tenuto in Londra in Ottobre 1877. — Palermo 1^78 
(S. 25—29). 

ANMERKUNG. 

Im Compte-rendu de la premiöre Session de la Conference du Livre 
tenue h Anvers au mois d'aoüt 1890, Anvers 1891 wird im Programme des 
travaux S. XVI ein Vortrag von F. Hasselbrink angemeldet: De la creation 
d'une bibliographie internationale comprenant aussi les pays dont la litterature 
est peu r^panaue. Dieser Vortrag scheint Jedoch nicht gehalten zu sein; 
weni^tens ist er in dem genannten Bericht nicht zu finden. Dagegen handelt 
hier Merzbach in seinem Vortrag über die Schöpfung nationaler Bücher- 
verzeichnisse auf S. 109f sehr vernünftig über den höchst zweifelhaften Wert 
der Bibliographie universelle. Vgl. auch S. 188. 



161 



— 52 — 

II. 
DER CENTRALKATALOG DER BIBLIOTHEKEN EINES LANDES. 

1. ENGLAND. 

Lord Seymonr trägt 1854 dem Honse of Commons den Wünsch 
vor, alle öffentlichen Bibliotheken (des Landes?) möchten sich zur Her- 
stellung eines gedruckten gemeinsamen Katalogs vereinigen. 

Crestadoro. — The Art of making Gatalogues of Libraries. ~ 

London 1856 (S. 59). 

2. ITALIEN 

a. Emmanuele Rocco tritt zweimal im Laufe des Jahres 1872 
für einen Fachkatalog aller Handschriften und Drucke in den öffent- 
lichen Bibliotheken Italiens ein. 

Rocco. -— Alcuni progretti letterarii. Discorso letto ed appro- 
vato il 1 febbraio 1872 nella sezione delie Lettere dair Associazione 
Nazionale Italiana di scienziati, letterati ed artisti. — Napoli [?] 
1872 (S. 2 — 3). 

Rocco. Dei cataloghi alfabetici delle biblioteche (II Galilei, 
qaaderno VlI. maj^gio 1 872). 

Nach Narducci, Dell' uso e della utilita di un catalogo delle 
biblioteche dltalia, Roma 1883 S. VI. 

b. Domenico Gnoli, Direktor der Biblioteca Vittorio Emannele 

in Rom, empfiehlt 1881 die Herstellung eines Centralkatatogs aller 

Druckschriften der Italienischen Bibliotheken. 

Gnoli, Un sogno (II Fanfallal881 No 29). 
Nach Narducci, Deir uso etc. S. VII. 

8. FRANKREICH. 

a. Der älteste Plan zu einem Centralkatalog grofsen Stils ist der 
der Französischen Regierung vom Jahre 1791. Die Aufhebung der 
Communaut6s religieuses hatte den Staat in den Besitz einer enormen, 
noch unbekannten Büchermasse gebracht. Man wollte damit grofse 
öffentliche Bibliotheken zur Bildung des Volks begründen. Um aber 
über die Schätze verfägen zu können, mufste man sie zunächst kennen 
lernen. Je drei Mitglieder der beiden Komitees, die die Konstituierende 
Versammlung zur Verwaltung der Kirchengüter eingesetzt hatte (Comit6 
eccl^iastique und Comit^ d'alidnation des biens nationaux), traten am 
16 Oktober 1790 zusammen, um den Erlafs einander widersprechender 
Mafsregeln zu vermeiden. Ihre erste Thätigkeit bestand darin, eine 
Reihe von Gelehrten um Unterstützung in ihren Arbeiten anzugehen. 
Dies war der Ursprung der freiwilligen Kommission, die im Palais des 
Quatre Nations tagte und von diesem Ort ihren Namen erhielt. Sie 
teilte sich selbst in Sektionen , und Mercier de Saint-L^ger, Ameilhon, De 
Bure und Dom Poirier, lauter hervorragende Fachmänner, wurden be- 
sondei-s beauftragt, die Lösung der bibliographischen Fragen vorzubereiten. 

Am 24 März, am 16 Mai und am 8 Juli 1791 erliefsen die 

162 



— 63 — 

Comit^-r^nnis gemeinsam mit dem Comit^ des Qaatre Nations eingehende 
Instrnktionen an alle Distriktsbebörden, die in ihrem Bereich befind- 
lichen Handschriften und Bücher nach bestimmten Vorschriften zu 
inventarisieren nnd diese Verzeichnisse nach Paris zu schicken. Hier 
aber sollten sie nicht allein die richtige Auswahl und Verteilung der 
Bücher ermöglichen, sondern auch zur Errichtung eines Generalkatalogs 
aller Französischen Bibliotheken dienen, der dem inländischen wie dem 
fremden Gelehrten angeben könnte, wo er ein dem Staate gehörendes 
Buch oder Manuskript zu suchen habe. 

Die Comitds-r^nnis lösten sich am 30 September 1791 zugleich 
mit der Assemblee Constituante auf, ohne einen nennenswerten Erfolg 
ihrer Bemühungen gesehen zu haben. Wohl nahm die Gesetzgebende 
Versammlung das Werk der Konstituierenden auf, befahl durch Dekret 
vom 2 — 4 Januar 1792, die Eatalogisierungsarbeiten ungesäumt fort- 
zusetzen und legte zur Beschleunigung der Arbeit alle durch sie 
entstehenden Kosten der Staatskasse auf. Aber sie war ebenso ohn- 
mächtig, die Gleich giltigkeit und den passiven Widerstand der Lokal- 
behörden zu brechen, wie der Nationalkonvent, der durch die Commission 
temporaire des arts am 27 Januar 1794 die Instruktionen von 1790 
nnd 1791 neu einschärfen liefs.^) Der grofs angelegte Plan, fUr dessen 
Ausführung der Staat alle seine Macht- und Hilfsmittel einsetzte, fiel 
der Unruhe der Zeit zum Opfer. 2) 

Labiche, J. B. — Notice sur les d6pdts litt^raires et la r6- 
volntion bibliographiqne de. la fin du dernier siecle. — Paris 
1880 (S. 6—14). 



1) Aus der im Eingang (S. 4 Anm. 1) erwähnten Arbeit von Victor 
nnd Charles M ortet ist hier noch nachzutragen, dals es während dieser Zeit 
besonders der Bischof von Blois und Konventsdepntierte Grögoire war, der 
sich lebhaft für das Unternehmen interessierte. Als er 1794 seinen Rapport 
8ur la bibliographie erstattete, waren etwa 1 200 000 Zettel eingelaufen, die 
noch nicht ein Drittel der heranzuziehenden Sammlangen umfa&ten. 

2) Funck-Brentano geht in seinem Aufsatz L'office international de 
bibliographie (Correspondance historique et archSologique 111 1896) S. 44 
auf diesen Plan zurück: Le projet, dont l'auteur ^tait Quatresols - MaroUes, 
fnt adopt6 le 2 janvier 1792, sur un rapport, dat6 da 12 d^cembre 1791, 
de Jean de Bry. Das ist ein Irrtum, vor dem ihn ein aufmerksameres 
Studium seiner Quelle (Proces-verbaux da Comite d'instruction publique 
de TAssembl^e legislative publi^s & annot6s par J. Guillaume, Paris 1889) 
hätte bewahren können. Mit aller Deutlichkeit wird hier gesagt (S. 13 
Anm. 3), dals das ComitS d'instruction nur das Werk der Constituante fort- 
führte, nicht aber den Plan ms Leben setzte. — Von Quatresols - Marolles 
heifst es im Sitzungsbericht vom 4 Dez. 1791 (S. 45): M. Quatresols - Marolles 
ayant la un projet concemant le travail de la bibliographie g^n^rale du 
royaume, ce projet a 6t6 renvoyö ä la section des bibliotheques et monuments. 
Da& es sich hier jedoch nicht um die Autorschaft des vorliegenden Planes 
handelt, zeigt bereits die Note des Herausgebers: C'est la seule mention qui 
801 1 faite de ce projet de Quatresols-Marolles, que nous n'avons pas trouv6 
aux Archives nationales. — Und was schliefslich den Bericht Jean de Brys 
vom 12 Dez. angeht, so bezieht er sich nicht auf den Plan Quatresols-Marolles, 
sondern handelt von den moyens d'accel^rer Tachevement des catalogues 

103 



— 54 — 

b. Durch den Artikel 37 der Ordonnance organique des Uhlio- 
th^qnes pnbliques vom 22 Februar 1839 werden alle Bibliotheken, die 
Zuwendungen aus ministeriellen Bflchersubskriptionen erhalten oder an 
den Vorteilen des Pflichtexemplargesetzes teilnehmen, beauftragt, ihre 
Kataloge dem Unterrichtsministerium einzusenden, um hier die Errichtung 
des Grand livre des bibliotheques de la France zu ermöglichen, das 
allen Bibliographen, Schriftstellern und Gelehrten zur Verfügung gestellt 
werden soll. — Mit der AusfQhrung diesei* Bestimmung scheint man 
überhaupt nicht angefangen zu haben. 

Labiohe, J. R, Notice sur les d^pöts iitt^raires etc, S. 14. 

c. S. den Plan Danjous vom Jahre 1845 (in diesem Anhang 12). 

d. Ferdinand Bonnange, früher Bureauvorsteher im Ackerban- 
minlsterium und jetzt Maire von Palaiseau, zeigt 1874 die Mittel und Wege 
zur Herstellung eines Katalogs aller Französischen Bibliothekeji. Der 
Verfasser des Artikels Catcdogue im Dictionnaire Larousse habe mit seiner 
Ansicht, ein Universalrepertorium aller Schöpfungen des Menschengeistes 
sei unausftlhrbar, bis vor wenigen Jahren durchaus Recht gehabt Heute 
aber liege die Sache anders; denn durch seine, Bonnanges Erfindung, 
die es erlaube, den Zettelkatalog dem Publikum zugänglich zu machen, 
ohne die Zerstörung seiner Ordnung befürchten zu müssen i), sei die 
Lösung des Problems nicht allein möglich, sondern sogar leicht ge- 
worden. Zwanzig Abschreiber könnten in spätestens fünf Jahren die 
drei Millionen Titel der Biblioth^que Nationale fertig stellen. Sehr viel 
leichtere Arbeit hätten die übrigen Bibliotheken mit der Verzeichnimg 
ihres weit geringeren Besitzes. Sie würden eine weitere Million Titel 
hinzubringen, so dals mit einem Kostenaufwand von 320000 Fr. der 
Catalogue universel national (^c'est le seul qu'un Fran9ais puisse avoir 
actuellement Tambition d'6tablir") herzustellen wäre. Hätte dann jedes 
Volk fUr sich dasselbe geleistet, so gäbe es keine Schwierigkeit mehr, 
den wirklichen Universalkatalog zu schaffen. 

Der Plan der Bibliotheque Nationale, ihren Katalog in Buchform 
drucken zu lassen, gibt Bonnange Gelegenheit, 1896 von neuem ftlr 
seinen Gedanken einzuti*eten. Die Kommission, die die Veröffentlichung 
mit dem Ausdruck des Bedauerns empfohlen habe, von der Aufnahme 
der Bestilnde auch nur der übrigen wichtigen Pariser Bibliotheken 



des bibliothcqnes et la bibliographie g^n^rsJe de la France. Die hier vor- 

geschlagene und am 2 Jan. angenommene Bestimmung le^te eben, wie oben 
erichtet, zur Beschleunigung der Arbeit die Kosten der Staatskasse auf 
(S. 51 u. 53 f.). 

1) Sein System hat grofse Ähnlichkeit mit dem bei uns bekannteren 
Staderinis. Die Zettel tragen an der unteren Kante einen mittels eines Lein- 
wandstreifens befestigten Talon. Dieser untere Teil wird scharf znsammen- 
geprefst, während der obere, der die Titel aufnimmt, aus dem Kasten hervorragt. 
Genaue Beschreibung und Zeichnung in Bonnange, Nouveau Systeme de 
catalogue an moyen de cartes, Paris 1866 und in desselben oben genannter 
Schrift von 1874. 

164 



— 65 — 

absehen za mflssen^), wäre sicherlich zn einem ganz anderen Ergebnis 
gekommen, wenn sie seine Erfindung gekannt hätte. Der gewünschten 
Ansdehnnng des Verzeichnisses stehe nur ein Hindernis entgegen, und 
das sei die vorgeschlagene Buchform. Bei der Annahme seines Systeme 
de caries fixes mobiles wäre die Ausdehnung des Katalogs auf alle 
Französischen Bibliotheken eine Leichtigkeit Jeder Titel würde in der 
Bibliothöque Nationale Ar sich auf besonderem Blatt zunächst auto- 
graphiert, dann nach Feststellung des Besitzes der anderen Sammlungen 
ebenso gedruckt u. s. w. Die Kosten dieses Inventars, das in allen 
bedeutenderen Städten Aufstellung finden mttfste, werden auf rund 
sechs Millionen Fr. geschätzt. 

Bonnange. — Le bilan de Fesprit humain. Projet d'un cata- 
logae universel des prodnctions intellectuelles. Memoire sur les 
inoyens k employer ponr dresser rapidem ent des catalogues 
exacts et complets oes richesses renfermöes dans les biblio- 
thöqnes Ir^c^d^ d'ane pr^ace de M. E. Littr6. — Paris 1874. 

Bonnange. — Projet d'un catalogue g^n^ral, unique et per- 
p6tnel des imprim^ compris dans les bibUotheques nationales 
et les bibUotheques municiptdes. M6moire explicatif des moyens 
a employer pour aecomplir ce erand oeuvre, Timprimer et le 
mettre au Jour d^ rouvertore de Texposition universelle de 1900. 
— Corbeill896. 



1) S. die Einleitung. 



I 165 



ZWEITER ABSCHNITT, 
DEM DRUCK IM DIENSTE DER KATALOGISIERUNG. 

Bis über die Mitte dieses Jahrhunderts hinaus kannte man den 
Druck im Dienste der Eatalogisierang nur bei der Veröffentlichung 
des ganzen Inventars oder periodischer Zugangsverzeichnisse, die allein 
den Zweck hatten, die Benutzer der Sammlung auf dem Laufenden zu 
erhalten. Es war also ein erheblicher Fortschritt, wenn man jetzt 
begann, unter Aufgabe der bis dahin allein üblichen handschriftlichen 
Fortführung der Kataloge die Vorzüge des typographischen Ver- 
fahrens — vor allem den Qewinn fftrs Auge und die Raumersparnis 
— auch bei der täglichen Katalogisierungsarbeit zur Geltung zu 
bringen. In ihrer ganzen Bedeutung zeigt sich die Fruchtbarkeit dieses 
Gedankens erst in einer sehr geringen Anzahl von Fällen, da nämlich, 
wo man den letzten Schritt gethan und die Anwendung des Drucks 
mit einer Centralisienmg der Arbeit verbunden hat. 

Für die hier vorzuführende Auswahl werden zwei Gesichtspunkte 
mafsgebend sein. Zunächst ist die Veröffentlichung des Gesamtkatalogs 
der Preufsischen Büchersammlnngen ein so umfangreiches Unternehmen, 
dafs nur die Katalogdrucke der gröfsten Bibliotheken der Welt mit 
Nutzen herangezogen werden können. Andererseits aber erscheint im 
Hinblick auf seine Fortführung eine reichere Berücksichtigung der 
Fälle geboten, in denen bei der Inventarisierung der laufenden Accession 
der Druck an die Stelle der Handschrift getreten ist 

Im Gegensatz zu den theoretischen Erörterungen des Central- 
kataloggedankens ist hier die Beeinflussung der späteren Leistung durch 
die frühere deutlich wahrnehmbar. Es ist deshalb die chronologische 
Anordnung gewählt, mit der Einschränkung jedoch, dafs die Arbeiten 
der einzelnen Länder beisammen bleiben. 

Diese Übersicht allein aber liefse das Bild, das hier gegeben 
werden soll, in wesentlichen Stücken unvollständig. In den letzten 
Jahren ist anfserhalb der Bibliotheken eine ganze Reihe biblio- 
graphischer Unternehmungen erstanden — von den umfassenden Zielen 
des Brüsseler Instituts ist bereits im ersten Abschnitt berichtet worden — , 

16(> 



— 67 — 

die lediglich od^ doch als Nebenzweck die Absicht verfolgen, den Biblio- 
theken die EatalogiBierungsarbeit abzunehmen. Auch ihre Leistungen 
mtBsen hier also berflcksichtigt werden, und dies am so mehr, als sie 
bei uns bisher nicht die Anfmerksamkeit gefanden haben, die ihnen 
alz den Zeugnissen einer neuen und sehr beachtenswerten Richtung 
in der Entwicklung der Bibliographie gebührt. 



£RST£S KAPITEL. 
DIE TITELDEÜCKE DER BIBLIOTHEKEN. 

L ENGLAND, 

1. DIE UNIVERSITÄTSBIBLIOTHEK IN CAMBRIDGE. «) 

o. Die Accession. 

Auf die Anregung ihres damaligen Principal Assistant Hob so n, 
der seinerseits an ähnliche Amerikanische Vorbilder anknüpfen konnte, 
ging die Universitätsbibliothek Cambridge im Oktober 1861 an den 
erfolgreichen Versuch, die Titel ihrer Accession zu drucken und 
ihre Kataloge mit Hilfe dieser gedruckten Titel auf dem Laufenden 
zu halten. Ihr gebührt das Verdienst, diesem bedeutsamen Fortschritt 
in Europa Bahn gebrochen zu haben. ') 

Der Gang, den die Katalogisierungsarbeit heute in Cambridge 
nimmt, ist bis auf kleine Einzelheiten derselbe, wie ihn Henry Bradshaw, 
der 1867 die Leitung der Bibliothek übernahm, mit glänzendem organi- 
satorischen Talent fest geregelt hat. Für die nähere Kenntnis seiner 
ganzen Arbeitsmethode sei auf seinen ungewöhnlich interessanten und 
lehrreichen Bericht verwiesen; hier kann nur auf die Einrichtung der 
Titeldmcke eingegangen werden. [Anlage l Bl, 1.] 

An jedem Montag früh kommen die neuen Erwerbungen, soweit 
sie in die Titeldrucke aufgenommen werden sollen 3), vollständig fertig^ 



1) Henry Bradshaw, Some Account of the Organization of the Cam- 
bridge University Library (Transact. & Proceed. of the 4^^ & 5^^ annual Mee- 
tings of the L. A. U. K., London ]8S4 S. 229 ff.) Wieder abgedr. in s. Col- 
lected Papers (ed. by Francis Jenkinson). Cambridge 1889 S. 385 ff. — Dazu 
direkte Mitteilungen des jetzigen Leiters der Bibliothek Franqis Jenkinson. 

2) Vel. R. Garnett, The Printing of the British Mnseam Catalogae 
(Transact. & Proceed. of the A^^ & 5th annual Meetings of the L. A. U. K.) 
S. 120 u. 122. 

3) Auiser Lieferungen und Zeitschriftenheften sind u. a. davon aus- 

Snommen die minderwertigen Pflichtexemplare, die Bradshaw der sogenannten 
noer Library überweist. Sie werden, getrennt von der General Library^ 

167 



— 58 — 

fär den Verkehr, d. h. gebunden, signiert nnd etikettiert in den Revising- 
Room. Hier werden sie in vier getrennten Serien aufgestellt, je nach- 
dem es Englische Pflichtexemplare, k&uflich erworbene BUcher aus der 
fremden Litteratur, Geschenke und Erwerbungen frflher erschienener 
Bflcher oder schliefslich Vermächtnisse sind, die beisammen bleiben 
sollen. Jede Serie ist nach den Signaturen geordnet nnd in jedem 
Buch liegt der handschriftlich hergestellte Titelzettel mit den etwa 
nötigen allgemeinen Verweisungen, i) 

Die vier Zettelserien passieren jetzt die Schlufsrevision — flir 
jede ist ein besonderer Beamter bestimmt — und werden, jede ftir 
sich, im Anschlufs an die letzte Ziffer der entsprechenden in der 
vorangegangenen Woche revidierten Serie mit laufenden Nummern 
versehen. Alljährlich beginnt ftir jede Serie eine neue Zählung. 
Während der Signatur (Saal-, Gestell- und Bandnummer) der Platz 
links oben Aber dem Ordnungswort angewiesen ist, wird die laufende 
Nummer samt der durch die beiden letzten Ziffern bezeichneten Jahres- 
zahl oben in die rechte Ecke gesetzt. Hier dienen verschiedene Inter- 
punktionen, die Arbeit der einzelnen Revisoren und nebenher die ein- 
zelnen Serien auseinanderzuhalten. Ein Punkt zwischen Jahreszahl 
und laufender Nummer (95 . 1) bezeichnet die erste Serie, ein Doppel- 
punkt (95:1) die zweite, ein dreifacher (95... 1) die dritte und ein 
Semikolon (95 ; 1) die vierte. 

Jetzt erst werden die Zettel in die Druckerei 2) gegeben. So oft 
60 Titel einer Serie beisammen sind — das ist der Durchschnitt • , 
werden sie auf die beiden inneren Seiten eines offenen Bogens gedruckt, 
jede Seite in drei Spalten. Korrektur und Revision werden von dem 
Beamten erledigt, zu dessen Serie der Bogen gehört 

Wiederum am Montag Morgens werden die im Laufe der voran- 
gegangenen Woche aus der Druckerei eingelaufenen Bogen — er- 
klärlicher Weise ist zuweilen überhaupt keiner zustande gekommen — 
dem Buchbinder überliefert, der die Titel ausschneidet und in den 



einfach nach dem Jahr ihrer Einliefening und nach dem Format aufgestellt; 
ihre Reihenfolge innerhalb des Jahres wird durch laufende Nummern ge- 
sichert. Damit ist auch ihre Signatur gegeben. So bedeutet z. B. 64. 6. 180, 
dafs unter den 1864 eingelieferten 6 Zoll hohen Büchern dies das 180. war. 
Filr die Signatur der Anisenseite begnügt man sich mit der dritten Zahl, hier 
also mit 180. Die handschriftlich hergestellten Titelzettel dieser Lower 
Library werden alphabetisdi geordnet in Schubläden aufbewahrt Zeigt sich 
später durch die gröDsere Nachfrage, dafs ein Buch zu Unrecht in diese 
Sammlung gekommen ist, so wird es nachträglich in die General Library 
aufgenommen. 

1) Besondere Verweisungen für Herausgeber, Übersetzer u. s. w. werden 
dadurch gespart, da(s zwei Ordnungswörter über einander gedruckt werden 
und der nämliche Titelstreifen an zwei verschiedenen Stellen des Katalogs 
eingeklebt wird. 

2} Es ist vielleicht nicht überflüssig zu bemerken, dais die Universität 
Gambridee ihre eigene Druckerei hat, die natürlich auch für die UnfversitXta- 
bibliotiiek arbeitet. 

168 



— 59 — 

«Iptkabetisohen Bnohkatalog einklebt J) Die in diesen Bo^n veraeieh- 
neten Btlcher aber, die noch im Revising-Hoom stehen, werden auf 
einen besonderen Tisch gebracht, wo sie bis Freitag Mittag ausgestellt 
bleiben. Bis dahin sind die Titel im alphabetischen Katalog an Ort 
nnd Stelle untergebracht, nnd die oben rechts gedruckte Nummer ist 
auf die RQckseite des Titelblatts geschrieben, so dals aus dem Buche 
selbst festgestellt werden kann, wann und von wem es aufgenommen 
ist und wo ein Duplikat des Titels zu finden ist Am Freitag Mittag 
werden die ausgestellten Bflcher an ihren Platz ins Magazin gebracht 
und können jetzt ausgeliehen werden. 

Von jedem Bogen werden 12 Exemplare abgezogen. Eins wird 
als Standard oder, wie man dort sagt, als File-copy aufbewahrt und 
jaltfgangweise gebunden. Jede Verbesserung, jeder Zusatz, der auf 
einem gedruckten Titelstreifen im Katalog gemacht wird, wird gleich- 
zeitig in dieses gebundene Exemplar übertragen. Was nicht fflr die 
Zwecke der Katalogisierung verbraucht wird, bleibt in der Reserve für 
den Fall, dafs ein Titel im Katalog beschädigt wird oder verloren geht. 

Seit 1885 wird nach dem Druck der Bogen der Satz nicht ab- 
gelegt, sondern umgebrochen und mit ihm das Weekly ßulleiin her- 
gestellt, auf das man sich für 6 s. jährlich abonnieren kann [Anlage I Bl. 2]. 
Es erscheint am Freitag und verzeichnet die neuen Erwerbungen^ die 
eben am Tage seiner Ausgabe in die Bibliothek eingestellt werden und 
also verleihbar sind. Ein den ganzen Jahrgang umfassendes alpha- 
betisches Register wird zum Schlufs nachgeliefert. 

Vol. XI 1895 zählt 4106 Titel. 

b. Der Hauptkatalog. 
1871 hat in Cambridge auch die Neukatalogisierung der alten 
Bestände begonnen. Man geht dabei von Gestell zu Gestell, so dafs 
diese Bogen gleichzeitig einen freilich etwas rohen Fachkatalog abgeben. 
Der Gang der Arbeit ist sonst ziemlich derselbe wie bei der neuen 
Accession. Auch hier zeigt eine laufende Nummer den Fortschritt des 
Werks innerhalb des Jahres an; nur steht hier, damit die Titel neu- 
katalogisierter Bücher von denen der neuen Erwerbungen auf den 
ersten Blick zu unterscheiden sind, die Jahreszahl an zweiter Stelle 
(1 : 95 u. s. w.). Auch von diesen Bogen wird ein Exemplar auf- 
bewahrt und jahrgangweise gebunden; jedoch werden ihre Titel nicht 
in das Weekly Bulletin aufgenommen. 

2. DIE UNIVERSITÄTSBIBLIOTHEK IN GLASGOW.^) 

Vermutlich stand William Purdie Dickson unter dem Einflufs 
der eben geschilderten Cambridger Neuerung, als er 1866 seine Er- 

1) Nur die Kanten der Titelstreifen werden angestrichen, so dafs sie 
sich unschwer lösen und versetzen lassen. 

2) Robert B. Spears. On the Catalogues of Glasgow University Library 
(Vortrag auf dem 1 internationalen Bibliothekar -Kongreis in London; abgedr. 

169 



— 60 — 

nennnng zum Kurator der Universitätsbibliothek in Glasgow zunächst 
dazu benutzte, den Katalogisierungsarbeiten dieses Instituts unter gleich- 
zeitiger Einführung des Drucks eine vollständig neue Gestalt zu geben. 
In den drei Jahrzehnten, die seitdem vergangen sind, hat sich keine 
Notwendigkeit gezeigt, Änderungen von irgend welcher Bedeutung 
eintreten zu lassen, und derselbe Mann, auf den die Methode zurück- 
zufahren ist, fiberwacht noch heute ihre Ausführung. 

Die mit wenigen Abweichungen nach Jewetts Katalogisierungs- 
regeln aufgenommenen Titel werden wie in Cambridge auf die inneren 
Seiten eines Foliobogens gedruckt, der jedoch bei genau demselben 
Format, wie es dort gewählt ist, nicht sechs, sondern nur vier Kolumnen 
zeigt. [Anlage I Bl 3.] Bei der Aufnahme älterer Bestände werden die 
Titel in der Folge gedruckt, wie sie sich aus der Stellung der Bücher 
im Magazin ergibt, während ftlr die Ordnung des neuen Zuwachses die 
Zeit der Erwerbung mafsgebend ist. Im ersteren Falle werden am Seiten- 
rande die Signaturen mitgedruckt, im letzteren nur die Accessionsnummern, 
indem die Standortsbezeichnung handschriftlicher Ergänzung vorbehalten 
bleibt. Die persönlichen wie die sachlichen OrdnungswÖrtcr werden 
stets in besonderer Zeile gedruckt. Gleichfalls abweichend vom Brauch 
der Cambridger Titeldrucke erscheinen die — sehr knapp gehaltenen 
— Verweisungen für sich hinter den zugehörigen Titeln. Von den 60 
Exemplaren, die aus der Druckerei kommen, werden drei zerschnitten 
und Titel für Titel in die drei Bandkataloge^ den alphabetischen, den 
Standorts- und den Fachkatalog eingeklebt; die übrigen werden ge- 
ordnet aufbewahrt, so dafs die Verwaltung jederzeit die Möglichkeit 
hat, überfüllte oder stark abgenutzte Bände durch neue zu ersetzen 
und Sonderkataloge aller Art herzustellen. 

Jährlich werden 1500—2000 Titel auf 20—25 Bogen gedruckt. 
Die Drnckkosten betragen 25 — 30 £; der Titel kostet danach rund 30 Pf. 

3. DAS BRITISCHE MUSEUM IN LONDON.») 

a. Die Accession. 
Catalogue of the Accessions to the British Museum Library. 

Im Jahre 1851 wurde ein neuer Katalog im Lesesaal aufgestellt. 
Die Titel waren nicht auf die Katalogblätter selbst geschrieben, sondern 

im Library Journal II 1878 S. 176 f.)- — Ergänzt durch direkte Mitteilung des 
zeitigen Bibliothekars James Lymburn. 

]) I. Drei Artikel Richard Garnetts. der erst 1890, als er Direktor 
der Drackschriftenabteilang wurde, die gleich im Beginn übernommene 
Leitung des Katalogdrucks an Arthur Miller abgegeben hat. 

a. The Printing of the British Museum Catalogue [read Sept 5^^ 1 882] 
(Transact & Proceed. of the 4^^ & b^h aunual Meetings of the L. A. U. K., 
London 1884 S. 120—128). 

6. Note on Printing the British Museum Catalogue (The Library Journal X 
1885 S. 200—206). 

c. The Past, Present and Future of the British Museum Catalogue 
(Universal Review 1888 No 6 S. 241—253). 

II. Desselben direkte Mitteilungen. 

170 



— 61 — 

anf dflnne, aber zfthe Papierstreifen (slips), die man etwas lose in die 
Bände eingeklebt hatte, so dafs sie sich erforderlichen Falls mit dem 
Papiermesser ablösen liefsen.^) Reichlich war der fflr die Einschaltung 
neuer Titel vorgesehene Ranm und es fehlte nicht an Falzen für neue 
Bl&tter. Der Katalog zählte trotzdem nur 150 Bände. 

Die Fortfähmng geschah nach demselben System. Die Ein- 
richtung der versetzbaren Titelstreifen erleichterte wohl die Aufrecht- 
erhaltung der alphabetischen Ordnung, gab aber dem Blatt eine drei- 
fache Stärke, ohne das fortwährende Einlegen neuer Blätter, Zerteilen 
und Umbinden zu stark gewordener Folianten wesentlich seltner nötig 
zu machen. Die Zahl der neuen Erwerbungen stieg rapid. Bis 1875 
hatte sich die Zahl der Eatalogbände verfUnf zehnfacht; der Buchstabe 
B nahm jetzt soviel Platz ein wie im Jahre 1851 der ganze Katalog.^) 

Das Schatzamt, dem die grofsen Kosten dieser Art Fortführung 
des Katalogs auffielen, riet selbst, aus Gründen der Sparsamkeit, zur 
Einführung des Drucks.^) Es dachte dabei natürlich nur an den neuen 
Zuwachs. Die Verwaltung des Museums aber — Garnett hatte als 
Vorsteher des Lesesaals die Sache zu vertreten — konnte von dieser 
Mafsregel allein nichts anderes als eine Verlangsamung des Wachstums 
der Bändezahl erwarten und betonte nachdrücklich die Notwendigkeit, 
den Umfang des Katalogs durch die Anwendung des Drucks zu ver- 
ringern. Sie schlug also ihrerseits vor, gleichzeitig wenigstens be- 
sonders grofse Artikel des Katalogs, wie Bible, Academies, Shakespeare 
u. s. w. einzeln zu veröffentlichen und so jedesmal mehrere schwer- 
f^lige und plumpe Folianten in einen handlichen Band zusammen- 
zudrängen. Die Verhandlungen führten jedoch weder diesmal noch 
1878 zu einem praktischen Ergebnis. 

Aber die Frage war reif geworden, und mehr noch als alle 
anderen Erwägungen drängte zum Druck die sich immer empfindlicher 
bemerkbar machende Schwierigkeit, neue Katalögbände im Lesesaal 
— neben dem Hauptkatalog nahmen noch das Verzeichnis der Karten 
und Pläne in über 300 und das der Musikalien in 450 Bänden grofsen 
Raum in Anspruch*^) — unterzubriDgen. Im Herbst 1878 wurde 
K A. Bond Oberbibliothekar und trat sofort in neue Unterhandlungen 
mit dem Schatzamt. Nicht viel mehr als ein Jahr ging hin, und im Januar 



1) Eine von Panizzis Neuerungen. Die Anregimg war ihm 1849 gleich- 
zeitig und unabhängig von zweien seiner Beamten, Wilson Groker und 
Roy gekommen. Die Titel wurden — und das ist die vorteilhafteste Seite 
di^er Methode — unter Anwendung des carbonic process in vier Exemplaren 
hergestellt, so dafs mit einer Arbeit das Schreibwerk für alle vier Kataloge 
des Museums (s. S. 62 Anmerk. 1) abgethan war. — Vgl. la S. 121 f. und 
Dziatzko, Die Bibliothek und der Lesesaal des Brit. Museums (Preuis. 
Jahrb. XLVIH 1881) S. 361. 

2) Ic S. 245 und la S. 122. Die Zahlen der drei Berichte decken sich 
nicht immer. 

3) 1& S. 201. 
Ic S. 251. 

171 



s 



— 62 — 

1880 begann die Presse ihre Arbeit im Dienste des Britischen Museums, 
zunächst allerdings nur fUr die neuen Erwerbungen. [Anlage I ßl 38.] 

Seitdem werden die handschriftlich aufgenommenen Titel der Ac- 
cession nicht mehr wie früher mit Hilfe des carbonic process vervier- 
fältigt, sondern partienweise — davon ist weiter unten die Rede — 
in die Druckerei geschickt. Vier einseitig bedruckte Exemplare werden 
zerschnitten und in die Kataloge^) eingeklebt, wo die Titel einen 
blofsen Bruchteil des Raumes einnehmen, den vordem die handschriftlich 
hergestellten sitps beansprucht hatten. 

Im Gegensatz zu Cambridge scheidet der Londoner Accessionsdruck 
grundsätzlich nichts aus und bringt es so — das ist die Veranschlagung 
aus dem Anfang der 80er Jahre — auf etwa 60000 Titel jährlich.*) 

Die von der Verwaltung beim Druck beobachtete Praxis hat im 
Januar 1889 gewechselt. Während seit dieser Zeit die Titel samt- 
licher neuen Erwerbungen ohne Teilung — nur die Russischen bleiben 
ftlr besondere Hefte zurück — regelmäfsig alle vierzehn Tage in 
die Druckerei gehen, aus der sie nach weiteren vierzehn Tagen 
zurückkehren, wurden sie vordem in vier Gruppen geteilt, je nachdem 
es sich um Erwerbungen aus der modernen^ d. h. im Laufe der letzten 
fünf Jahre erschienenen Englischen (A) oder Ausländischen (B) Litteratur 
(1882 in eine Gnippe A & B zusammengelegt) oder weiter um ältere 
Englische (G) oder Ausländische (D) Bücher handelte, wobei die in 
England gedruckte fremdsprachliche Litteratur der dritten Sektion 
überwiesen wurde. ^) Erst wenn eine Titelgrnppe so angewachsen war, 
um für sich ein stattliches Heft von dem Umfange der einzelnen Parts 
des Hauptkatalogs ^) abzugeben, wurde sie in alphabetischer Ordnung 



1) Alphabetischer Bandkatalog in drei Exemplaren und ein Standorts- 
verzeichnis (shelf register) auf Zettem. Von den drei Exemplaren des Bnch- 
katalogs ist das erste in grUnes Leder gebnnden {Workma oder Bindet's 
Copy), das zweite in rotes {Assütanfs Copy) und das dritte in Dianes (Reader'a 
Copy), Sie sind kein Luxns, sondern eine Notwendigkeit, wenn anders 
Beamte und Leser stets im Besitze eines vollständigen Katalogs sein sollen. 
Sind die neuen Titel in den Band der Binder's Copy eingeklebt, so wird der 
entsprechende Band der Assistant's Copv herausgeholt und daftlr der eben fertig 
gewordene der Binder's Copy^ einffestefit. Ist weiter der Band der Assistant's 
Copy vervollständigt, so wird der' der Keader's Copy zu gleicher Arbeit 
entfernt und durch den der Assistant's Copy ersetzt. Ist auch das letzte 
Exemplar erledigt, dann erfolgt wieder der RUcktausch. — Ein fünftes Ver- 
zeichnis ist alphabetisch geordnet wie die Bandkataloge; es besteht aus den 
ersten handscnriftlichen Aufnahmen, die flir die Bucnkataloge vervielfältigt 
werden. Sie eeben jederzeit die Möglichkeit nachzuweisen, ob ein später 
entdeckter Fehler dem Drucker zur Last fällt oder dem revidierenden Beamten, 
dessen Namenszeichen auf dem Zettel zu finden ist. 

2) la S. 124 u. 126. — Der Ausdruck Titel wird im Britischen Museum 
gleichmäOsig für Haupttitel wie f)ir Verweisungen angewandt. 

3) Zwei weitere Gruppen bildeten von Beginn des Accessionsdrncks 
bis zur Erschöpfung des Materials die dem alten gedruckten Katalog des 
Museums entnommenen Haupttitel (E) und die zugehörigen Verweisungen (F). 

4) Vgl. S. 64 Anm. 5. 

172 



— 63 — 

dem Drucker übergeben. Wie beim Cambridger Accessionsdruck las 
man Aber dem Ordnnngswort links oben die Signatur, während rechts 
der Sektionsbuchstabe mit der laufenden Nummer innerhalb der be- 
treffenden Sektion seinen Platz hatte. 

Nicht weniger als 224 Parts waren nach dem eben geschilderten 
System gedruckt, als man zu der neuen Einrichtung überging und 
zugleich die Zahl der Abzüge so weit herabsetzte, als die Zwecke des 
Museums selbst es zulieben, w&hrend man bis dahin die Titel des 
ganzen Zuwachses um eine Jahressubskription von 3 £ jedem zu- 
gänglich gemacht hattet 

Es hält nicht schwer, hinter die Gründe zu kommen, die die 
Verwaltung des Museums zur Aufgabe der alten Praxis bestimmt haben 
werden. Die Zahl der Abonnenten dürfte sehr gering gewesen sein, 
und es bleibt fraglich, ob die Gratisempfänger dies voluminöse Geschenk 
mit frohem Blick begrüfsten. Jedesfalls kann von der praktischen 
Verwertung der Drucke für die Inventarisierung der eignen Erwerbungen 
nicht gut die Rede gewesen sein, da im Museum selbst infolge 
der unglücklichen Teilung der Titel eine ftlr die heutige Auffassung 
ungebührlich lange Zeit vergangen sein mufs, bis die Eintragungen 
in den Katalog kamen. 

Die 1889 eingetretene Änderung bedeutet einen tüchtigen Schritt 
in die rechte Richtung, nicht mehr. Wie wenig erspriefslich auch jetzt 
noch den übrigen Englischen Bibliotheken die Ausnutzung der Londoner 
Arbeit ftlr die eigne Katalogisierung scheinen mufs, sieht man deutlich 
an dem Beispiel der Universitätsbibliothek in Cambridge, die ihren 
Aecessionsdruck ruhig fortsetzt, obgleich ihre Erwerbungen — sie hat 
ebenso wie das Britische Museum das gesetzmäfsige Anrecht auf alle 
im Vereinigten Königreich veröffentlichten Schriften ^) — sich fast aus- 
nahmslos in den Londoner Titeldruckeu verzeichnet finden dürften. 
Die nötigen einseitig bedruckten Exemplare wären wohl trotz der 
Einstellung des Verkaufs ohne grofse Schwierigkeit vom Museum zu 
erhalten. 

Auch bei dem neuen Zustand der Dinge bleibt danach die 
Thatsache festzustellen, dafs man in dem „Besten bibliographischen 
Observatorium der Welt*^,^) wohin die gesamte Englische Litteratur und 
von der Ausländischen mehr als in irgend ein anderes Institut Englands 
zusammenströmt, diese kolossalen Schätze zwar in musterhafter Weise 
nach allen Regeln der Kunst registriert, aber, soweit sich aus der Ferne 
sehen läfst, keine Vorkehrungen trifft, diese Arbeit zugleich in den 
Dienst der übrigen Bibliotheken des Reichs zu stellen. 

1} la S. 124 u. 126. 

2) Mit dem Unterschiede freilich, dafs das Gesetz die Lieferung des 
{Exemplars für das Britische Museum bedingungslos fordert, während es nach 
Cambridge erst on demand thereof einzuscnicken ist. Vgl. Franke, Abgabe 
der Pflichtexemplare (Berlin 1889) S. 167. 

3) Dieser Ausdruck Frank Campbeils (Theory of bibliography, London 
1896 S. ix) wird gern acceptiert. 

173 



— 64 — 

b. Der Hanptkatalog. 
Bntiah Museum Catalogue of printed Book». 

Am 6 März 1847 gab Panizzi, damals Direktor der Dmckschriften- 
abteilnng des Britischen Musenms, vom Earatoriam nm seine Meinung 
über den Dmck des Katalogs befragt, folgende Erklftmng ab : Es wäre 
möglich, bis zum Ende des Jahres 1854 den Katalog aller Büeher, 
die das Mnsenm um diesen Zeitpunkt besitzen werde, fertigzustellen, 
doch wfirde die Vorbereitung ftlr den Druck bis 1860 dauern. Der 
Katalog würde 70 Bände umfassen. Da die Korrektur zweier Bände 
ein Jahr in Anspruch nähme, würde der Druck des ganzen Katalogs 
35 Jahre erfordern und bei seiner Vollendung im Jahre 1895 den 
Zustand der Bibliothek von 1854 darstellen. ^ 

Am 1 Januar 1881 hat der Druck des inzwischen zu dem enormen, 
von Panizzi sicherlich kaum geahnten Umfang von drei Millionen Titeln-) 
angewachsenen Katalogs begonnen [Ardage 1 El. 84]. Ungleich seinem 
in den Anfängen verunglückten Vorgänger von 1841^) beschränkt er 
sich überdies nicht auf die bei seinem Beginn vorhandenen Bestände, 
sondern nimmt in seinem Fortschreiten nach Möglichkeit auch die Titel 
der neuen Accession — das waren noch Ende der achtziger Jahre etwa 
40 000 jährlich*) — in sich auf. Mit fortgesetzt gesteigerter Schnelligkeit 
schreitet das Unternehmen vorwärts; an die 400 Bände (Parts) ^) sind bis 
heute erschienen, und man hat jetzt die Hoffnung, noch vor dem 
Schlufs des Jahrhunderts das Ende dieser Riesenarbeit zu erleben.*) 

Als im Jahre 1880 der Druck der Titel aller neuen Erwerbungen 
begann, war im Lesesaal der ftlr den Katalog verfügbare Raum er- 
schöpft; auch nicht ein weiterer Band war unterzubringen.'') Die 
Einführung der Titeldrucke bedeutete keine Abhilfe gegen diesen unhalt- 
baren Zustand, und so wandte sich der Oberbibliothekar von neuem 
ans Schatzamt, den Druck des ganzen Katalogs mit genau denselben 
Gründen empfehlend wie vorher den der Accessionsliste. Er wies auf 

1) L. Fagan, Life of Sir Anthony Panizzi (London 1880) 1 260. 

2) Vgl. S. 68 Anm. 2. 

3) Ende 1838 hatte das Kuratorium den Druck des Katalogs verfügt, 
and Panizzi hatte, wider seine bessere Einsicht, die ihm anfgedi&igte Verant- 
wortlichkeit übernehmen müssen. 1841 war aer erste und letzte Band, den 
Buchstaben A umfassend, erschienen. Es verdient besonders hervorgehoben 
zu werden, dais man allgemein die Hauptursache dieses Scheiterns in dem 
unglückseliffen Entschluß sieht, den Druck zu beginnen, bevor der ganze 
Katalog voUendet war. 

4) Ic S. 251. Die Titel der Accession, die nicht mehr aufgenommen 
werden können, weil die Bände, in die sie gehören, schon die Presse verlassen 
haben, sind bereits abgezogen. Natürlich wird ihre Zahl in jedem Jahre gröfser. 

5) Der Band übersteigt nicht 300 Spalten in gr. 4® mit durchschnittlich 
5000 Titeln. Den Grund zu dieser Beschränkung des Umfangs s. S. 66. 

6) 1 c S. 247 wird der ganze Katalog auf 600 Bände veransohhigt Es 
mülste also jetzt, wenn diese Schätzung nicht zu hoch ist, eine ganz be- 
deutende Beschleunigung des Drucks eintreten. Vgl. die Angabe über die 
Jahresleistung auf S. 66. 

7) 1 c S. 247. 

174 



— 66 — 

die flbergrofse Zahl der B&nde hin, auf ihre Schwerfälligkeit^ auf die 
beträchtlichen Kosten des ewigen Zerlegens und Wiederbindens, auf 
den handgreiflichen Vorteil, jedesmal eine ganze Reihe von Bänden 
in einen zusammendrängen nnd auf unbegrenzte Zeit hin Raum fAr 
Nachträge schaffen zu können. Lediglich auf diese Orflnde hin — Er- 
wägungen litterarischer Natur kamen Oberhaupt nicht in Frage — 
erklärte sich das Schatzamt einverstanden und bewilligte für so lange, 
als es ihm passend scheinen würde, eine bestimmte jährliche Summe i) 
für die allmähliche Umwandlung des handschriftlichen Katalogs in 
einen gedruckten. 

Dies mufs man festhalten, wenn man den Gang der Publikation 
des Katalogs verstehen will. Man hatte nicht das Geld fQr den Druck 
des ganzen Katalogs bewilligt, sondern eine mäfsige jährliche und 
stets zurückziehbare Summe zur Heilung der von der Verwaltung an- 
gezeigten Schäden. Daher konnte der Druck nicht mit A beginnen, 
wie es unter anderen Umständen natürlich gewesen wäre. Sondern 
es mufsten die unhandlichsten, kaum mehr zu bewältigenden Bände, 
die sonst dem Buchbinder zugefallen wären, ftlr den Druck heraus- 
gesucht werden , so dafs z. B. einer der ersten Bände des gedruckten 
Katalogs den Artikel Virgilius brachte. Erst später, als sich das 
Schatzamt von der Wichtigkeit und dem allgemeinen Nutzen des Unter- 
nehmens überzeugt hatte, gestattete es eine natürlichere Reihenfolge 
der einzelnen Hefte.^) 

Über den Gang der Arbeit ist wenig zu sagen. Sind drei oder 
vier Folianten des handschriftlichen Katalogs, die zu einem gedruckten 
Band vereinigt werden sollen, ausgewählt, so werden sie zuerst einer 
litterarisch-bibb'ographischen Revision unterzogen, deren Notwendigkeit 
jedem einleuchtet, der bedenkt, dafs der Text des Katalogs, der jetzt 
in die Druckerei geht, seine Entstehung der vierzigjährigen Arbeit von 
mehr als vierzig verschiedenen Beamten verdankt. Sehr viel schwieriger 
als diese Durchsicht ist die Revision der Anordnung der einzelnen 
Eintragungen; hier gibt es viel zu thun und um so gröfsere Sorgfalt 
ist notwendig, als nachträgliche Verbesserungen dieser Art die sehr 
kostspielige Umstellung des Satzes erfordern würden. 3) Aber auch 
diese Arbeit wird ebenso wie die Korrektur des Drucks — man läfst 
sich an einer genügen — von einem führenden Grundsatz beherrscht, 
den der Leiter des ganzen Werks Richard Gamett in seinen Berichten 
immer und immer wieder betont: Schnelligkeit und Regelmäfsigkeit 
sind mehr wert als peinliche Genauigkeit. Es handelt sich nicht um 
eine Bibliographie, sondern um einen Katalog. Es ist hundertmal 
besser, ein paar Fehler stehen zu lassen, als dem Todfeind aller guten 
Verwaltung, dem Rückstand eine Thür zu öffnen. 

Zwei Umstände kommen hinzu, diese Forderung des Führers auf 

1) Diese stieg erst allmählich auf 8000 £. 

2) I 6 S. 202. 

3) I 6 S. 203. 

176 
Beiheft 20. 5 



— 66 — 

das oachdrttcklicliste zu nnterstützen. Erstens müTste lant gesetzlicher 
Bestimmung alles, was von der bewilligten Jahressumme nicht zu dem 
bestimmten Zweck im Lauf des Rechnungsjahres verbraucht wäre, wieder 
in die Staatskasse zurückfliefsen und wäre also dem Museum verloren J) 
Dann aber liegt es auf der Hand, dafs die gröfste Schnelligkeit zu- 
gleich die gi'öfste Sparsamkeit ist. Der gröfsere Teil aller seit dem 
Beginn des Drucks hinzugekommenen Titel '^) mufs zweimal gedruckt 
werden, zuerst für die Accession und dann für den Hauptkatalog. 
Je schneller dieser also vorwärts schreitet, desto mehr wird die doppelte 
Ausgabe vermieden, ein Gesichtspunkt, der wiederum das Schatzamt 
zur allmählichen Erhöhung der jährlichen Bewilligung auf 3000 £ 
mit veranlafst hat. So ist das Unternehmen mit fast beispielloser 
Schnelligkeit gefördert worden. Die Jahresleistung hat sich von nmd 
15 Bänden in der Anfangszeit bald auf durchschnittlich 30 gehoben;') 
von dieser Höhe ist sie dann freilich wieder herabgestiegen, scheint 
sich jedoch ftlr die letzten Jahre der Arbeit noch verdoppeln zu 
wollen.'^) Dafs aber die Zuverlässigkeit unter der Eile nicht gelitten 
hat und dafs der Katalog ein bibliogi*aphisches Hilfsmittel von her- 
vorragendem Wert ist, darüber herrscht nur eine Ansicht. 

Gamett hebt mit Recht die Thatsache hervor, dafs die ganze 
Arbeit ohne Vermehrung des Beamtenpersonals geleistet wird.^) Es 
liefse sich kaum etwas anfahren, was einen lebendigeren Begiiff von 
der Liberalität gäbe, mit der das Museum ausgestattet ist. 

Bei dem für den Druck gewählten Grofsquartformat dürfte der 
geringe Umfang der Bände auffallen, die nie über 300 Spalten mit 
durchschnittlich 5000 Titeln hinausgehen. Bestimmend ist hier die 
Rücksicht auf die Fortführung des Katalogs gewesen. Das gedruckte 
Heft gibt nur den nucleus des für den Gebrauch der Bibliothek 
herzurichtenden Bandes, der die Fähigkeit besitzen soll^ die ohne Unter- 
lafs neu hinzukommenden Titel aufzunehmen. In der ersten Zeit be- 
gnügte man sich, die für die Verwaltung bestimmten Exemplare ein- 
spaltig auf starkes Velinpapier abziehen zu lassen, so dafs also auf 
jeder Seite eine Kolumne für das Aufkleben neuer Titelstreifen frei 
blieb.®) Falze gaben aufserdem die Möglichkeit, neue Blätter einzu- 
schalten. Bald jedoch scheint es sich herausgestellt zu haben, dafs 
der Reichtum der Accession auf diesem Wege nicht unterzubringen 
war. Man klebte also die Kolumne eines einseitig bedruckten Exem- 
plars auf die beträchtlich gröfsere Seite eines Bogens des stärksten 
und zähesten Velinpapiers ; der gedruckte Streifen nahm nur einen Teil 
der linken Seite des Blattes ein; die ganze rechte Seite und ein an- 



1) I c S. 248. 

2) Vgl. S. 64 Anm. 4. 

3) I c S. 246. 

4) Vgl. Anm. 6 auf S. 64. 

5) la S. 125; 16 S. 206. 

6) la S. 126. 

176 



— 67 — 

sehnlicher Raam oben und nnten blieben ftir die Nachträge. So wurden 
im Lesesaal ans den Qnartbänden gewichtige Folianten, i) Doch auch 
diese Erweiterung des far den Zuwachs bestimmten Platzes genügte 
nicht, und heute werden die Kolumnenstreifen so eingeklebt, dafs auf 
jede gedruckte drei weifse Spalten folgen. Natürlich ist es nun auch 
nicht mehr möglich, die durchschnittlich 250 Kolumnen des gedruckten 
Heftes in einen Band unterzubringen, so dafs die für den Gebrauch 
des Museums hergerichteten Exemplare des Katalogs mehr Bände zählen 
als die öffentlich ausgegebenen.^) 

Aufser den für Verwaltungszwecke bestimmten einseitigen Drucken 
werden 247 Exemplare abgezogen.') Jeder Band kostete Anfangs 
110 £; später gelang es, durch Vereinbarungen die Kosten um fast 
Ve herabzusetzen,^) so dafs die jährlich verfügbare Summe von 3000 £ 
zur Herstellung von 30 Bänden ausreichte. Jeder Band enthält durch- 
schnittlich 5000 Titel; das Museum bezahlt also den Druck jedes Titels 
mit rund 40 Pf. Wenn mithin Oametts Schätzung, der vollendete 
Katalog werde 3^2 Millionen Titel umfassen,^) nicht zu hoch ist, wird 
seine Herstellung — abgesehen von der Arbeit der Beamten — etwa 
1 400 000 M. kosten. 

Was dem gegenüber der Verkauf des Katalogs einbringt, kommt 
kaum in Betracht. Der Subskriptionspreis wurde im Anfang unter der 
Voraussetzung, dafs jedes Jahr 15 Bände ausgegeben werden würden, 
auf 3 £ 10 s. jährlich festgesetzt,^) später aber, als die erhöhte 
Bewilligung die Ausgabe von 30 Bänden jährlich erlaubte, nicht erhöht, 
so dafs Garnett mit Recht den Katalog eines der billigsten Bücher 
der Welt nennen kann."^) Von den 247 Exemplaren aber kommen 
trotzdem nur 75 in den Verkehr, und die Hälfte davon sind Ge- 
schenke.^) Man würde sich jetzt wohl entschliefsen, eine nochmalige 
Subskription zu eröffnen und den neuen Abonnenten alle bisher ge- 
druckten Teile umsonst oder zu einem wesentlich verringerten Preis 
abzugeben; unglücklicher Weise ist aber im ersten Jahr eine so mäfsige 
Zahl von Exemplaren abgezogen worden, dafs sie sofort vergriffen 



1) Ic S. 246. 

2) IL 

S) 1 6 S. 204. 

4) la S. 125. 

5) I 6 S. 202 n. 204. Zu den 3 Millionen schon beim Beginn des Drucks 
vorhandener Titel kommt während des Drucks eine halbe Million durch die 
Accession hinzu. 

6) I a S. 127. — Die Angabe I ft S. 205 und I c S. 247 (3 £) beruht wohl 
auf einem Druckfehler. 

7) I c S. 247 ; I 6 S. 205. 

8) I 6 S. 204. Funck- Brentano weifs in seinem Aufsatz LWfice inter- 
national de bibliographie et la Classification d^cimale (Correspondance histo- 
rique et arch^ologiqne III 1896) S. 43 dazu folgendes zu berichten: La 
pnblication du Mus6e Britannique a sur le eontinent, en tout et ponr tout, dix 
abonn^s. Des pays qui prennent une part active au mouvement scientifique 
eontemporain, comme la nollande, n'eu comptent pas un seul. 

177 

6* 



^ I 



— 68 — 

sein würden.!) Anch die Separatansgaben einzelner besonders wichtiger 
Artikel, wie Arisiotle^ Bacon, Byron, Dante, Goethe n. s. w., die Dank 
dem Bestreben der Verwaltung, durch flberaus zahlreiche Verweisungen 2) 
den Mangel eines systematischen Katalogs zu ersetzen, vollständige 
Bibliographien der betreffenden selbständigen Litteratur, soweit sie im 
Museum vorhanden ist, darstellen, finden nicht die erwartete Zahl von 
Abnehmern, obgleich sie zu äufserst niedrigem Preis, meist ftlr 2 s.^ 
verkauft werden.^) Ob die umfangreicheren Sonderabdrflcke, vor allem 
die beiden überaus wertvollen Verzeichnisse der Zeit- und Gesellschafts- 
schriften des Museums (Periodicals und Academies) besser gehen^ wird 
nicht . berichtet. 

Wie schon erwähnt, hat der Druck in der letzten Zeit einen so 
schnellen Schritt angenommen, dafs höchstwahrscheinlich die ganze 
Arbeit noch vor dem Schlufs des Jahrhunderts beendet sein wird. Aber 
nur die im Museum für den Gebrauch des Publikums und der Ver- 
waltung auf dem Laufenden erhaltenen Exemplare des Katalogs geben 
ein vollständiges Bild seiner Bestände. Überdies sind diese Bibliotheks- 
exemplare in ihren älteren Teilen durch die Fülle der seit 1881 neu 
hinzugekommenen Titel bereits wieder so belastet und verdunkelt, dafs 
unmittelbar nach dem Schlufs der Arbeit der Neudruck beginnen würde, 
wenn — das Schatzamt sich zu neuen Bewilligungen bereit fände.^) 
Daran wird aber wohl mit Recht gezweifelt. Schon 1882 betonte 
Gamett die Notwendigkeit des Neudrucks in bestimmten Zwischen- 
räumen.^) Ein Zettelkatalog aber, dessen Fortführung mit diesen 
Schwierigkeiten nicht zu kämpfen hätte, ist für das Britische Museum, 
in dessen Lesesaal 300—400 Benutzer daran gewöhnt sind, den Katalog 
in vollster Freiheit zu befragen und in allen Zweifelsföllen mit dem 
Bande unter dem Arm zum Superintendent hinaufzugehen, durchaus 
unbrauchbar,*) ganz abgesehen von all den anderen schweren Mängeln, 
die ihm anhaften. Es scheint, dafs hier wirklich die Buchform die 
einzig mögliche ist, und diese wird bei einem so grofsen Institut 
ohne periodischen Neudruck nicht aufrecht zu halten sein. Und 
jedesmal wachsen die Kosten des Drucks und steigert sich die Arbeit 
der Korrektur. Drängt sich nicht hier von selbst der Gedanke auf, 

1 ) I c S. 247. Hier empfiehlt Gamett den Neudruck dieser ersten Bände, 
dessen Kosten er auf 1500 £ veranschlagt. 

2) Es ist weniger die Zahl der Bücher — das Britische Museum zählt 
1600000 Bände — , der der Katalog semen kolossalen Umfang von 3000000 
Artikeln verdankt, als vielmehr die FtjUe der Verweisungen von verschiedenen 
NamensformeD, von Herausgebern nnd Übersetzern, von kommentierten Autoren, 
von Arbeiten in Sammelwerken, von Personen, deren Leben und Thaten den 
Gegenstand des Buches bilden, von Lokalitäten, die auf dem Titel genannt 
sind, u. 8. w. Vgl. I fe S. 205 f. 

3) 1 c S. 251. Die auffällige Thatsache wird hier damit erklärt, daia 
diese Ausgaben zu wenig bekannt seien. 

4) 1 c S. 252 und II. 

5) la S. 127. 

6) n. 

178 



— 69 — 

dafB das Mnsenm ^t gethan hätte, die Titel des Katalogs wie der 
Accession nach Jewetts Plan einzeln zn stereotypieren und die Platten 
wohlgeordnet anfznheben, zumal unter Durchführung des Garnettschen 
Gedankens,!) dem Institut nach dem Muster der Universitäten Oxford 
und Cambridge eine eigne Druckerei zu geben? 2) 

Es ist bereits bemerkt, dafs die Verzeichnisse der Karten 
und Musikalien eine gesonderte Existenz neben dem Hauptkatalog 
führen. Das erstere liegt seit 1886 im Druck vor: Catcdogue of 
pr'mted tnaps, plans and Charts; hier ist es gelungen, die über 



niaS. 125. 

2) Wie Gamett mir nachträglich mitteilt, hat man in der That 
den Versuch gemacht, ihn aber aufgegeben, weil weder das Museum noch 
die Druckerei die Möglichkeit vor sich sahen, die enorme Menge der Platten 
aufzubewahren. 

Erst aus Campbeils Theory of national and international bibliography 
(Lond. 1896) S. 453 ff. erfahre ich — was freilich schon aus dem 1850 ge- 
druckten Report of the Commissioners appointed to inquire into the Con- 
stitution and Government of the British Museum (S. 294 ff., besonders Q. 4713 
bis 4717; 4728—4739) zu lernen gewesen wäre — , dafs der Gedanke, den 
Katalog des Britischen Museums mit einzeln stereotypierten Titeln zu drucken, 
die dann für Spezialkatalo^e und neue Auflagen immer wieder zu benutzen 
wären, sehr alten Datums ist. Bereits am 9 Februar 1849 wurde der König- 
lichen Kommission, deren Bericht eben genannt ist, von einem der WitneaseSy 
dem Sekretär der Hakluyt Society William Desborou^ Cooley der gleiche 
Vorschlag unterbreitet, mit derselben Klarheit in der Hervorhebung der vor- 
teilhaften Seiten des Systems, wie sie bei Jewett zu finden ist, und mit der- 
selben Miene eigner Erfindung. 

Bei der groCsen Zukunft, die die Erfindung der Zeilengielsmaschine 
diesem Gedanken bringen dürfte, ist die Frage, wem die Originalität oder 
wenigstens die Priorität zuzuerkennen sei, nicht ohne Interesse. Diese Frage 
existiert allerdings schwerlich für den, der unter dem frischen Eindruck oer 
beiden Entwürfe steht Damit ist sie aber noch nicht aus der Welt geschafft. 

Jewett hat, soweit es sich bis jetzt feststellen läfst, seinen Plan erst 
im August 1850 in die Öffentlichkeit gebracht (s. S. 27 Anm. 8). Campbell 
glaubt diüier, die Priorität nlr Coole v in Anspruch nehmen zu müssen, während 
Edwards in seinen Memoirs of Libraries (Lond. 1859) das eine Mal (II 863) 
die Ansicht äulsert, die beiden Gelehrten seien unabhängig von einander und 
fast gleichzeitig auf denselben Gedanken gekommen, während er schon auf 
der nächsten Seite (II 864 f.) Cooley nur die Priorität der öffentlichen Mit- 
teilung zuspricht, weiter aber die höchst unwahrscheinliche Annahme gleich- 
zeitiger Konzeption fallen lälst und, wenn auch mit gewundenen Worten, die 
Abhängigkeit seines Landsnumnes von Jewett einzuräumen scheint : Mr. Cooley 
appears to have been the first to propose publicly this ingenious plan for 
a permanent and expansive catalogue, but the same idea had already occurred 
to Professor Jewett . . . who seems to have made it the subject of discussion 
with some of his friends and correspondents, both in England and America etc. 

In der That hat Jewett bereits im Herbst 1847 seine Pläne Henry 
Stevens mit der Bitte mitgeteilt, sie einigen Herren aus dem Kreise des 
Britischen Museums vorzulegen (vgl. A. GröwoU im Library Journal XIII 1888 
S. 281; leider ist die Quelle dieser Notiz nicht angegeben). Soweit sich also 
jetzt der Sachverhalt erkennen läfst — vielleicht wird sich bei näherer Nach- 
forschung volle Sicherheit gewinnen lassen — , geschieht es mit gutem Recht, 
dafs überall, wo von dieser Anwendung der Stereotypie bei der Herstellung 
von ELatalogen die Bede ist, nur Jewett genannt wird. 

179 



— TO- 
SCO Folianten des handschriftlicben Inventars in zwei bequeme Drnck- 
bftnde zusammenzudrängen, die, nach der geschilderten Art für die 
Benutzung hergerichtet, im Lesesaal auf 14 Bände verteilt sind.*) Der 
längst in Aussicht gestellte Musikalienkatalog ist bis heute nicht er- 
schienen. 

Es bleibt nur noch zu. erwähnen, dafs das Museum eine Reihe 
einseitig bedruckter Exemplare zurflcklegt, um mit ihrer Hilfe nach 
Beendigung des Hanptkatalogs sachlich geordnete Spezialkataloge an- 
zulegen. 2) Fflr die neuere seit 1880 erworbene Litteratur ist diese 
Arbeit bereits von 6. E. Fortescue geleistet und auf Kosten der Ver- 
waltung unter dem Titel A subj'ecl index of the modern works added 
to ihe Library of the British Museum in drei starken Bänden ver- 
öffentlicht Sie sind 1886, 1891 und 1897 erschienen und umfassen 
den Zuwachs von je fOnf Jahren: 1880-85, 1885-90 und 1891-95. 



4 DIE NATIONAL ART LIBRARY IN LONDON.») 

Die 1852 begrflndete kunstwissenschaftliche Bibliothek des South 
Eensington Museum hat 1890 ihren Eatalogisierungsarbeiten eine neue 
Richtung gegeben. Der alphabetische Bandkatalog ist aufgegeben und wird 
allmählich durch einen Zettelkatalog ersetzt. Seit dem 1 Januar 1893 
aber werden wöchentliche Zugangsverzeichnisse gedruckt [Anlage I Bl 7], 
die nicht allein die Fortführung dieses Zettelkatalogs, sondern weiter die 
Anlage einer grofsen Reihe systematisch geordneter Sonderverzeichnisse 
ermöglichen, die dann wieder in Buchform gedruckt und zu billigen 
Preisen verkauft werden. Besonders hervorzuheben ist an dieser 
Neuerung noch der Umstand, dafs sich die Eatalogisierung auch auf 
die Aufsätze der Periodica erstreckt. 



U. HOLLAND. 

DIE UNIVERSITÄTSBIBLIOTHEE IN LEIDEN.«) 

Wie es scheint, ist es das Beispiel der Leidener Universitäts- 
bibliothek, nicht das weit ältere Vorgehen von Cambridge, auf das alle 



1) I c S. 251. 

2) IL 

3) W. H. James Weale, History and Catalo^ing of the National Art 
Library (in den demnächst erscheinenden Proceedmgs der 2 internationalen 
Bibliothekar - Konferenz in London 1897). — Vgl. John Bernhoff im Central- 
blatt f. B. XIV 1897 S. 234 f. 

4) W. N. Du Rieu, Note on the Card Catalog of the Leiden University 
(Library Journal X 1885 S. 206 — 208). Der Bericht trägst das Datum vom 
10 März 1884. — Dazu direkte Mitteilang des jetzigen Leiters der Bibliothek 
S. G. de Vries. 

180 



— 71 — 

sogenannten Titeldracke des Festlandes zarfickznfUhren sind. Wenigstens 
wird berichtet, dafe die Biblioth^que Nationale ebenso wie die Stadt- 
bibliothek in Kassel ihre später für gröfsere und kleinere Institute vor- 
bildlich gewordene Praxis in der Verwendung gedruckter Titel von dort 
bezogen haben. ^) 

In Leiden selbst datiert die ständige Thätigkeit des Druckers 
im Dienste der Bibliothek vom Jahre 1871, sieht also bereits auf ein 
volles Yierteljahrhundert zurück. Einen klaren und fesselnden Einblick 
in die seit jener Zeit dort übliche Eatalogführung gibt der eben ge- 
nannte Bericht des kürzlich verstorbenen Direktors der Bibliothek 
W. N. Du Rieu im Library Jourhal. - Seit 1866 mit dem Institut ver- 
bunden hatte er noch die ersten Anfänge der Neuerung gesehen. 
Leider meldet er nicht, an welches Vorbild man damals anknüpfte; 
nur soviel geht aus seinen Worten hervor, dafs man keineswegs der 
Meinung war, eine Erfindung gemacht zu haben. 

Das Verfahren ist heute das nämliche wie damals. Haben sich 
etwa 130 — 140 Titel angesammelt, so werden sie alphabetisch geordnet 
und in 5 Spalten von je 11 cm Breite einseitig auf Bogen im Folio- 
format gedruckt [Anlage I Bl 4]. Es werden 50 Exemplare abgezogen, 
genug, um nicht allein die vier Zettelkataloge — je einen alpha- 
betischen und systematischen für Verwaltung und Publikum — , die 
Accessionsliste und sonstige amtliche Register auszurüsten, sondern auch 
der Nachfrage von Dozenten zu entsprechen, die die Bogen ftir ein paar 
Pfennige kaufen, um sich die Titel für ihren Privatgebrauch zu ordnen. 
Ganz beiläufig sei noch bemerkt, dafs nur die beiden den Lesern zur 
Verfügung gestellten Zettelkataloge die bekannte Buchform ^) zeigen, die 
von Leiden aus durch die Welt gezogen ist. Die für den Gebrauch 
der Verwaltung reservierten Zettelverzeichnisse dagegen werden ohne 
mechanische Sicherung der Reihenfolge in Schubkästen aufbewahrt. 

Auffallend niedrig sind die Kosten des Verfahrens. Alles mit 
eingerechnet — Satz mit zwei Korrekturen, Druck und Papier — kosten 
die 50 Abzüge, 25 auf dünnem, 25 auf stärkerem Papier, 11 Gulden. 
Das wären 18 M. 70 Pf. in unserem Geld, so dafs bei durchschnittlich 
135 Titeln auf dem Bogen die Verwaltung den Titel mit 14 Pf. bezahlt. 



1) Du Rieu a.a.O. S. 208; 207 und Milchsack in der Wolfenbüttler 
Instruktion von 1893 S. 11 f. 

2} Bemerkenswert ist hier noch eine Eigentümlichkeit, die von den 
beiden Kasseler Bibliotheken z. 6.. die das Leidener System adoptiert haben, 
nicht übernommen ist Die einzelnen Titelzettel werden nämlich in Leiden 
wie die Blätter eines semitischen Buchs zusammeneefafst , so dafs der Be- 
nutzer das Katalogbttchlein in der rechten Hand halten und mit der linken 
umschlagen mufs. Dadurch wird erreicht, dals die Ordnungswörter, nach 
denen cUs Auge zuerst sucht, stets das beste Licht haben. 



181 



— Ta- 
rn. FRANKBEICK 

1. DIE BIBLIOTHfeQüE NATIONALE IN PARIS.«) 

a. Die Accession. 

Im Ausgang des Jahres 1874 begann die Verwaltung der Nationale 
zu Gunsten ihrer Leser autographierte Monatsverzeichnisse ihrer neuen 
Erwerbungen aus der fremden Litteratur herstellen zu lassen. Diese 
Einrichtung hatte einen so grofsen Erfolg, dafs mit dem Beginn des 
Jahres 1877 an die Stelle des antographischen Verfahrens der Druck 
treten mufste. Seitdem erscheint ohne Unterbrechung das Bulletin 
mensuel des publicaiions itrangeres recues par le Departement des 
imprimes de la Bibliotheque Nationale [Anlage I Bl.U], 
Jahrgang XIX 1895 zählt 4228 Titel. 

Von dieser Publikation waren jedoch die fremden Universitäts- 
Schriften ausgeschlossen. Für ihre Registrierung wurde bald darauf 
ein eignes Organ geschaffen, der Catdlogue des disseriations et icrits 
academiques provenant des ichanges avec les universitSs itrangeres 
et repus par la Bibliotheque Nationale [Anlage l Bl.9], dessen erstes 
EetUi die Erwerbungen von 1882 umfassend, 1884 erschien. 
Jahrgang 1895 (ausgegeben 1896) zählt 2731 Titel 

Die Vorteile des Bulletin dtranger auch für die Zwecke der Ver- 
waltung traten so deutlich zu Tage, dafs man sich zu Anfang des 
Jahres 1882 entschlofs, den Druck auch auf den Zuwachs an Fran- 
zösischer Litteratur auszudehnen. Ende Januar erschien die erste 
Nummer des Bulletin mensuel des ricentes publications franpaises 
avec un appendice contenant tindication des Cartes giographiques 
et des Livres anciens nouvellement entris au Departement des 
imprimis [Anlage I BL 12], 

Band XIV 1895 zählt 9190 Titel. 

Auch diese Inventarisierung der heimischen Bücherproduktion 
liefs die Universitätsschriften unberücksichtigt. Für sie wurde jedoch 
von anderer Seite gesorgt.^) 

Keine der beiden Zugangslisten registriert die Erwerbungen aus 
der periodischen Litteratur, aufser wenn es sich um neu gegründete 
Unternehmungen handelt. Nur für das Bulletin ^tranger ist diesem 
Mangel durch eine eigne Publikation abgeholfen: es ist dies die 1896 
in neuer Auflage 3) ausgegebene Liste des Periodiques etrangers 
(repus par le Departement des imprimes de la Bibliotheque Nationale). 
Sie zählt 4324 Titel. 

Beide Bulletins zeigen rein alphabetische Anordnung. Register 

1) Die folgenden Mitteilungen beruhen im wesentlichen auf Georges 
Picots mehrfach erwähntem Rapport von 1894. 

2) Vgl. S. 80. 

3) Zuerst 1882; dazu ein Supplement 1886. 

182 



— 73 — 

f&r die einzelnen Lieferungen sind also flberflflsfiig; sie fehlen aber 
bedauerlicher Weise auch am Schluis des Jahrgangs. Deshalb ist 
wohl auch die sonst übliche fortlaufende Zählung der Titel unter- 
blieben. Die Signaturen werden jedoch ebenso wie in Cambridge und 
London — in Florenz und Berlin geschieht es niclit — mitgedruckt. 
Nicht selten werden die Erwerbungen zweier Monate in Doppelhefte 
zusammengefafst. 

Zur praktischen Verwendung fQr die Zwecke der Verwaltung 
werden nicht weniger als 20 einseitig bedruckte Exemplare jedes 
Bulletins, sobald sie aus der Druckerei kommen, zerschnitten, auf 
Kartons oder Zettel gezogen und den verschiedenen Betriebsstellen 
der Bibliothek überwiesen. So werden zur alleinigen Benutzung des 
Publikums zwei Zettelkataloge unterhalten, wohlverstanden nur der 
neueren Litteratur, soweit sie in den bisher erschienenen Jahrgängen 
der beiden Bulletins verzeichnet ist. Der eine ist alphabetisch, der 
andere alphabetisch- systematisch in der Art des Amerikanischen Dictio- 
nary Catalogue angeordnet. Die Zettel werden nach dem Leidener 
Vorbild durch bewegliche Einbände zusammengehalten.^) 

Aus der Art der Publikation dieser Zugangslisten geht hervor, 
dafs unter Umständen, wenn z. B. die Eingänge zweier Monate in eine 
Nummer zusammengebracht werden, ein Buch gut ein Vierteljahr in 
der Bibliothek sein kann, bevor der zugehörige Titelzettel in den 
Katalog eingereiht wird. Eine Verwertung dieser Verzeichnisse seitens 
der übrigen Französischen Bibliotheken zur Unterhaltung ihrer Kataloge 
ist mithin so gut wie ausgeschlossen, findet auch in Wirklichkeit nicht 
statt 3), was um so bedauerlicher erscheint, als das Bulletin franyais, 
wenn anders das Pflichtexemplargesetz streng gehandhabt wird, die 
ganze litterarische Produktion Frankreichs inventarisiert. 

b. Der Hanptkatalog. 
Im Britischen Museum handelte es sich, wie vorhin ausgeführt ist, 
lediglich um die Umwandlung des handschriftlichen Katalogs in einen 
gedruckten. Es war also nur die eine Frage zu beantworten, ob der 

1) Das in der Bibliothek übliche Format zeigt bei einer Höhe von 8,7 cm 
eine Breite von 6 cm. Für die beiden dem Publikum zur Verfügung ge- 
stellten Kataloge, von denen im folgenden die Rede ist, verlangte schon die 
Art der Unterbringung ein gröüseres Format; diese Zettel sind 11 cm hoch 
und 17 cm breit. 

2) Abweichend von dem Leidener System zeigen jedoch hier die Band- 
deckel bei einfacher Breite die dreifache Höhe des Zettels, so dafs jeder 
dieser Katalogbände drei Zettelpackete aufnimmt. — Der Mangel an Platz 
and die Schwierigkeit, die beträchtliche Masse des neuen Zettelzuwachses 
einzuordnen, hat die Verwaltung bestimmt, mit dem Ende des Jahres 1894 
eine erste Serie jedes dieser beiden Repertorien abzuschliefsen und die bis 
dahin durch die Ausbeutung der Zugangsverzeichnisse gewonnenen Zettel 
durch handschriftlich hergestellte Bände zu ersetzen, die alle diese Titel ab- 
gekürzt in geschlossener Reihe aufführen. Eine zweite Serie der beiden Ver- 
zeichnisse nmfaist die Titel der Bulletins von 1895 ff. 

3) Mitteilung des Administrateur g6n^ral Delisle. 

188 



— 74 — 

Drnck anzuwenden sei oder nicht. Alles ttbrige ergab sich dann 
von selbst. 

Ganz anders liegen die Verhältnisse in der Pariser Bibliothek. 
Hier gibt es tlberhanpt keinen einheitlichen Katalog der ganzen Drnck- 
schriftensammlnng. Die Znsammensetznng des Inventars ans ttberans 
zahlreichen 1) nnd sehr verschiedenartigen Bestandteilen, deren jeder 
eine Sonderexistenz ftihrt, ans handschriftlichen, antographierten nnd 
gedruckten Band- nnd Zettelkatalogen ältesten nnd neueren Datums, 
aus alphabetischen und systematischen Verzeichnissen aller Art ist so 
kompliziert, dafs es schwer ist, sich aus der Feme ein klares Bild 
seines Zustandes zu machen. So hatte die 1893 eingesetzte Kommission 
hervorragender Gelehrter und Fachleute, deren von Georges Picot am 
24 Dez. 1893 gezeichneter Bericht dieser kurzen Darstellung zu Grunde 
liegt, nach Prüfung des Standes der Katalogisierungsarbeiten nicht 
allein den Druck eines Generalkatalogs zn empfehlen oder zu wider- 
raten, sondern mufste gleichzeitig, falls, wie kaum anders zu erwarten 
war, ihre Entscheidung für den Druck ausfiel, zu einer Reihe wichtiger 
Fragen tlber die Einrichtung des neuen Katalogs Stellung nehmen. 
Dieser Aufgabe ist sie glänzend gerecht geworden. 

Die Kommission empfiehlt den Druck eines alphabetischen Katalogs 
sämtlicher Druckschriften der Nationalbibliothek in drei getrennten 
Abfeilungen] die erste verzeichnet die Werke, deren Verfasser bekannt 
sind, die zweite die anonymen und Sammelwerke, während die letzte 
sich aus einer Gruppe von Spezialkatalogen zusammensetzt. 

In der Befürwortung des Drucks wird nicht allein das Interesse 
der Bibliothek und der ganzen Wissenschaft betont, sondern es werden 
— was für unsere Verhältnisse etwas Befremdliches hat — als voll- 
kommen gleichwertig seine Vorteile für die Sicherung des staatlichen 
Eigentums geltend gemacht So oft die Bibliothek in die Lage ge- 
kommen sei, ein ihr entfremdetes Buch als ihr Eigentum in Anspruch 
zu nehmen, sei die Berufung auf die Eintragung im Katalog als giltiger 
Beweis ihres Rechts angenommen worden. In sehr viel höherem Mafse 
als das handschriftliche Inventar der Bibliothek werde also der überall 
verbreitete gedruckte Katalog ein ausgezeichnetes Mittel zur Sicher- 
stellung oder Wiedergewinnung des öffentlichen Besitzes abgeben. 

Der Katalog soll durchaus alles umfassen, was die National- 
bibliothek an Druckschriften besitzt, bis herab zu den Maueranschlägen, 
Wahlaufrufen, Buchhändlerkatalogen und Klavierstücken. Weder irgend 
eine Gruppe minderwertiger Litteratur noch die Handbibliotheken des 
Münzkabinets, der Kupferstichsammlung oder der Handschriftenabteilung 
dürfen ausgeschlossen werden, ebenso wenig wie die der Nationale 1888 
überwiesene Sammlung in Fontainebleau; ja auch die vermifsten Bücher 
hat er mit besonderen Vermerken an Ort und Stelle aufzuführen. 



1) Picot S. 19: Ces innombrables ^l^ments de rinventaire. S. 54 zählt 
er nicht weniger als 45 verschiedene Gruppen, deren Verschmelzung dem 
Druck des Katalogs vorangehen mtüs. 

184 



— 75 — 

Der Eommissionsberioht zeigt in allen seinen Teilen eine mnster- 
hafle Klarheit Nahezu unübertrefflich dllrfte ihm der Nachweis ge- 
lungen sein, dafs fQr die Veröffentlichung des Katalogs einer wirklich 
grofsen Sammlung die alphabetische Anordnung die allein gegebene 
ist. Freilich hatte die Kommission eine so nachdrücklich redende 
Warnung vor der systematischen Einteilung in nächster Nähe, wie sie 
vielleicht nur noch das Beispiel des verunglückten Fachkatalogs der 
Tübinger Universitätsbibliothek bietet: 1855—1879 waren vom Real- 
katalog der Französischen Geschichte elf^) und 1857-^-1889 von dem 
der Medizin drei Quartbände erschienen; ihre Herstellung hatte den 
gröfseren Teil des Personals in Anspruch genommen und den inneren 
Dienst schwer geschädigt, so dafs man sich entschliefsen mufste, mitten 
in der Arbeit abzubrechen. Der Bericht begnügt sich jedoch nicht 
mit dem Hinweis auf diese Erfahrungen. Ein so grofses Unternehmen 
— dies ist ungefähr der Gang seiner Darlegung — bedarf einer mög- 
lichst sicheren und festen Grundlage. Es fehlt aber durchaus an einem 
allgemein anerkannten wissenschaftlichen System. Und wenn es eins 
gäbe, fest bis in die kleinsten Einzelheiten hinein: die Langsamkeit 
und Schwierigkeit der Arbeit, das Tasten und Zögern, der Irrtum und 
die Willkür würden damit nicht aufgehoben. Überdies ist die Wissen- 
schaft etwas Lebendiges, ein Baum, der unaufhörlich neue Zweige und 
Blüten treibt, so dafs selbst die im Beginn der Arbeit vollkommenste 
Einteilung Gefahr läuft, vor der Beendigung des Werks veraltet zu 
sein. Die Schwierigkeit bibliographischer Arbeiten ist allbekannt. 
Selbst der Gelehrte, der einer beschränkten Disziplin die Arbeit seines 
Lebens gewidmet hat, wird oft genug im Zweifel sein, welchen Platz 
er einem bestimmten Buche anweisen soll, oder wo er es zu suchen 
hat. Doch abgesehen davon, dafs eine Bibliographie eine rein persön- 
liche wissenschaftliche Arbeit ist, die nicht zu den Aufgaben des 
Bibliothekars gehört, ist und bleibt der beste Realkatalog, so lange 
er alle Aufsätze und alle Hinweise auf Sammelwerke oder die zu- 
gehörigen Abschnitte gröfserer Arbeiten vernachlässigt, eine sehr un- 
genügende Bibliographie. Der Katalog soll aber — das ist seine erste 
Aufgabe — die Möglichkeit geben, das gesuchte Buch so schnell als 



1) Systematisch -alphabetischer Uauptkatalog der Königl. Univ.-BibL 
za Tübingen (hrsg. v. Fallati, fortges. v. Roth). £r begann 1854 und scheint 
zu Anfang der 80 er Jahre endnltig aufgegeben zu sein. Die wenigen Ab- 
teilangen, die ausgegeben sind, naben bis dahin je 20 und mehr Jahresnach- 
träge erhalten, in zwei oder drei Blättern, mit derselben minutiösen Einteilung, 
so daJs das ganze ein fast unbenutzbares Bruchstück ist, zumal es ganz an 
alphabetischen Registern fehlt, die durch die alphabetische Anordnung inner- 
halb der detaillierten Teilung nicht ersetzt werden. 

2) 1896 ist als 12 Teil des Catalogue de l'histoire de France die Table 
des auteurs erschienen. ''C'est le demier volume de la collection des cata- 
logues mSthodiaues de la Bibliotheque Nationale qui ne sera pas continu6e 
(Revue Internat, aes archives, des bibliotheques et des musees I 1895/96 
— Bibliotheques — S. 164). 

18& 



— 76 — 

irgend möglich zu finden. Die alphabetische Anordnung hat der sach- 
lichen gegenüber den dreifachen Vorteil, einfach, sicher nnd ein für 
allemal feststehend zu sein. Hier gibt es weder ein Schwanken bei 
dem Beamten, dem die Redaktion übertragen ist, noch bedarf das 
Pabliknm irgend einer Führung. 

Wie bereits erwähnt, empfiehlt die Kommission die Teilung des 
Katalogs in drei vollständig getrennte und nach verschiedenen Grund- 
sätzen zu behandelnde Gruppen. Sie ist hier über die Festlegung 
allgemeiner Gesichtspunkte hinausgegangen, indem sie eine Reihe ver- 
schiedenartiger Publikationen ihrer Prüfung unterzogen nnd ihre Zu- 
gehörigkeit zu den einzelnen Abteilungen bestimmt hat, um so feste Grund- 
sätze für die Teilung zu schaffen. Hier sei nur einiges zur Charakteristik 
herausgehoben. Die Th^ses de doctorat werden als selbständige Bücher 
der ersten Abteilung zugewiesen, mit Ausnahme der medizinischen, deren 
ungeheure Menge — die Nationale besitzt ihrer 85000 — die Re- 
gistrierung in einem Spezialkatalog der dritten Gruppe rätlich er- 
scheinen läfst. Die Thöses de licence dagegen erhalten ebenso wie 
die ausländischen Dissertationen ihren Platz in der zweiten Abteilung 
unter den Stichworten Facuite de droit und üniversUes elrangeres. 
Die theoretischen Arbeiten über Musik und musikalische Werke von 
Bedeutung kommen in das Autorenverzeichnis, während die über 200000 
Klavier- und Gesangstttcke mit dreifachem Register der Komponisten, 
Dichter und Zeichner einen Sonderkatalog der dritten Gruppe bilden 
sollen. Dasselbe geschieht mit den Bücherkatalogen, soweit sie nicht 
den Wert persönlicher Arbeiten haben und in die erste Abteilung 
gehören. Aufser der orientalischen Litteratur wird nur noch eine 
Klasse von Schriften von der Kommission der dritten Gruppe über- 
wiesen: es sind dies die besonders ftlr die Geschichte der Rechtsprechung 
überaus wertvollen sogenannten Factums, von denen bereits vier Bände 
publiziert sind. 9 

Wenn man sich den im Eingang angedeuteten Stand der In- 
ventarisierung in der Nationale vergegenwärtigt, so begreift man, dafs 
diese Teilung die Herstellung des Katalogs wesentlich erleichtert. In 
Paris ist man aber weiter der Ansicht, dafs sie dem einheitlichen 
Katalog gegenüber auch Vorteile hinsichtlich der Benutzung biete. 
Die Verschmelzung der verschiedenen fast zwei Millionen Titel um- 
fassenden Gruppen in ein Alphabet würde die Arbeit des Suchens 
nicht fördern, sondern im Gegenteil erschweren und verlangsamen.^) 
Diese Anschauung wird da, wo man an einheitliche Inventare gewöhnt 
ist, kaum geteilt werden, und in den beiden Berliner Bibliotheken, wo 
die alphabetischen Kataloge in eine Autoren- und eine Anonymen- 
abteilung zerfallen, wird eben diese Trennung namentlich vom Publikum 
sehr unbequem gefunden. Bei uns möchten also die Vorschläge 



1) Gatalogne des Factums par M. A. Gor da I— IV 1890 — 96. 

2) Picot S. 19. 

ise 



— 77 ~ 

der Pariser Kommission schwerlich weites Verständnis finden. Die 
ErwXgong jedoch, dafs sie ans der intimen Kenntnis des Instituts, der 
Bedfirfnisse des Publikums und der Gewöhnung der Beamten hervor- 
gehen, und dafs hier femer in jeder Beziehung aufserordentliche Ver- 
hältnisse vorliegen, zwingt unser Urteil zur Zurückhaltung. 

In der Redaktion der Titel empfiehlt die Kommission die goldene 
Mittelstrafse zwischen ausgiebiger Beschreibung und energischer Kürzung 
einzuhalten, ganz nach dem Muster der beiden Bulletins, deren Satz 
gleichfalls als vorbildlich hingestellt wird. 

Der mit der Leitung des Unternehmens beauftragte Beamte wird 
zunächst etwa ein Dutzend der erfahrensten und zuverlässigsten Ar- 
beiter der Bibliothek um sich scharen; dieser Stab wird dann später, 
wenn das Werk ordentlich im Gange ist, nach Mafsgabe der vor- 
handenen Mittel verstärkt. Nicht eher, als bis dem ersten Bogen das 
Imprimatur erteilt ist, gilt das Material des betreffenden Bandes für 
abgeschlossen; ganz wie beim Katalog des Britischen Museums wird 
also jeder Band den Stand der Sammlungen zu einer andern Zeit 
darstellen. 

Während aber dort, wie vorher gezeigt ist, die fttr die Zwecke 
der Verwaltung bestimmten Exemplare durch Einfügung der neu hinzu- 
gekommenen Titel auf dem Laufenden gehalten werden, hat die Pariser 
Bibliothek an den früheren Drucken ihres Katalogs oder einzelner 
Teile die Erfahrung gemacht, dafs die Aufrechterhaltung der Ordnung 
auf diese Weise nur eine ganz kurze Zeit lang möglich ist.^) Dem- 
gemäfs denkt die Kommission weder an die Fortführung des gedruckten 
Bandkatalogs noch an die Ausgabe von Supplementen oder gar an 
die Notwendigkeit eines Neudrucks. Sie ist vielmehr der Überzeugung, 
dafs die einzige Form, die fttr die Inventarisierung einer so grofsen 
nnd so rapid wachsenden Sammlung überhaupt in Betracht kommt, 
die des Zettelkatalogs ist.^) Einige Exemplare des gedruckten Katalogs 
werden also das Material zur Herstellung nicht allein alphabetischer, 
sondern auch aller möglichen sachlichen Zettelverzeichnisse liefern, 
die Bulletins aber wie bisher fort und fort die neuen Ergänzungen 
bringen.') 

Unter Zugrundelegung der Verhältnisse des Londoner Katalogs 
veranschlagt der Kommissionsbericht den Umfang des geplanten Ver- 
zeichnisses auf etwa 80 Bände in Grofsquart, deren jeder auf 800 
Seiten 32000 Artikel enthalten würde. 

Im April 1894, meinte die Kommission, würden die vorbereitenden 
Arbeiten beginnen können. Schon 1895 wurden zwei Ausschnitte aus 
dem Buchstaben A probeweise gedruckt und weiteren Kreisen durch 
ihre Aufnahme in das Bulletin des publications räcentes fran9ai8es 



1) Picot S. 27. 

2) Picot S. 27. 

3) Pieot S. 68. 

187 



— 78 — 

zugänglich gemacht. Es sind dies die Artikel Petrus de Ahano (im 
Februar -März -Heft S. 142 — 144) und Aristoie (Anhang zum Mai-Joni- 
Heft, L Seiten stark), i) [Anlage l £2.13]. Das von der Kommission 
empfohlene Grofsqnart ist zn Gunsten des Oktavformats der beiden 
Bulletins aufgegeben^), so dafs die Proben nicht allein inhaltlich, 
sondern auch äufserlich ein Bild des kfinftigen Katalogs geben. Wie 
weit die Kommission mit ihren Teilungs- und Ordnungsvorschlägen 
durchgedrungen ist, wird wohl ^chon die nächste Zukunft lehren. ') 
Der Artikel Aristoie hat 1896 ein bemerkenswertes Supplement^) 
erhalten, das auf 37 Seiten aufser einigen Nachträgen aus der Biblio- 
theque Nationale die Aristoteles -Ausgaben und Übersetzungen aus sieben 
weiteren Pariser Bibliotheken^) zusammenstellt. Jeder Titel wird durch 
die Nummer eingeleitet, die ihm in einem Centralkatalog der Pariser 
Bibliotheken angewiesen werden wttrde. Wie schon in der Einleitung 
bemerkt wurde, ist es allein der unfertige Zustand der Kataloge der 
anderen Pariser Sammlungen gewesen, durch den die Kommission zurflck- 
gehalten wurde, die Aufnahme dieser Schätze in den geplanten Katalog 
der Nationalbibliothek zu empfehlen. So gut diese Beschränkung zu 
verstehen ist, so lebhaft mufs man sie bedauern, wenn man aus diesem 
Supplement erföhrt, dafs die Pariser Sammlungen 1023 Aristoteles- 
. Ausgaben und Übersetzungen enthalten, von denen die Bibliotheque 
Nationale nur 741, also etwas weniger als drei Viertel besitzt. 

NACHSCHRIFT. 
Die Arbeit war abgeschlossen, als der erste ä titre (fessai ge- 
druckte Band der ersten Abteilung (Auteurs) des Catalogue general 
des livres imprimes dela Bibliotheque Nationale erschien [AnlagelBlAi], 
Auf 565 Seiten führt er in 11067 Artikeln die Autoren von Aachs bis 
Albyville auf, und es werden drei weitere Bände von der gleichen 
Stärke nötig sein, um den Buchstaben A — wohlgemerkt nur dieser 
ersten Gruppe — zu Ende zu fähren. Der ei*ste Bogen trägt das 



1) Dieser Artikel hat auch einen eignen Umschlag erhalten, auf dem 
zu lesen ist : Aristote. (Extrait du Catalogae g^n^ral des livres imprimes de 
la Biblioth^qne nationale.) 1895. 

2) Mitteilung Delisles. 

3) Einen nicht sehr wohlwollenden Kritiker hat der Plan der Bibiio- 
thecjue Nationale in H. Sftein] gefunden (Revue Internat, des archives, des 
bibliotheques et des mns^es 1 1S95;'96 — Bibliotheques — S. 43 ff.), der dem 
Unternehmen ein sehr ungünstiges Prognostikon stellt und merkwürdiger 
Weise die reuige Eiickkem* zu den Facnkatalogen prophezeit, plus faciles ä 
prSparerj plus maniables, plus simples et moins couteux. 

4) Aristote. Suppl6ment au Catalogue pr^cMemment publik des oenvres 
de cet autenr conservees au Departement des imprimes de la Bibliotheque 
Nationale. — Paris, Impr. nat. 1896. 

5) Es sind dies die Bibliotheken des Palais de Fontainebleau , des 
Arsenals, die Mazarine, die Sainte-Genevieve, die des Instituts, der Sorbonne 
und der Ecole normale. 

188 



— 79 — 

Datnm September 1896, der letzte April 1897. Über die Vorschläge 
der Kommission hinausgehend hat die Verwaltung es sich zum Gesetz 
gemacht, selbst die erst während des Drucks in den Besitz der Biblio- 
thek gekommenen Bficher in den Katalog aufzunehmen, falls ihre Titel 
noch in Korrekturabztigen Platz finden können, deren Satz noch nicht 
zu Seiten formiert ist. 

In einer LXXXU Seiten starken Einleitung gibt Delisle mit der 
ihm eignen bewunderungswürdigen Klarheit Aufschlufs über die Ge- 
schichte der Sammlung, ihrer Ordnung und Inventarisierung und eine 
glänzende Begründung der Einrichtung des neuen Katalogs. Wie 
nicht anders zu erwarten war, ist an dem Plan der Kommission, der 
ja doch im wesentlichen auf Delisle zurückgeht, festgehalten. Nur 
in der wichtigen Äufserlichkeit des Satzes ist man von dem Vorschlage 
der Kommission, die den Satz der Bulletins als vorbildlich hingestellt 
hatte ^) und den auch die ersten Proben zeigen, abgegangen, meines 
Erachtens nicht zum Vorteil des neuen Katalogs. 

Im letzten Kapitel behandelt Delisle die auch von der Kommission 
berührte Frage der Erweiterung des Katalogs durch die Aufnahme 
der* übrigen Pariser Sammlungen. Die hervorragende Bedeutung und 
Fruchtbarkeit des Gedankens, dessen Keime er bis in das Jahr 1791 
zurück verfolgt, hat er durch mehrere Stichproben festgestellt, die alle 
zu einem ähnlichen Ergebnis geführt haben, wie es in dem oben er- 
wähnten Supplement zum Artikel Aristole veröffentlicht ist. Was 
flOr den Augenblick nicht zu erreichen ist, hofll er von den nächsten 
Jahren. Hätten die übrigen Pariser Bibliotheken erst ihre Inventari- 
sierung abgeschlossen, so könnten sie in einem Exemplar des neuen 
Katalogs der Biblioth^que Nationale ihren Besitz durch Zufügung ihrer 
Signaturen kennzeichnen und ihr Mehr auf Zetteln verzeichnen, womit 
der Katalog jeder dieser Sammlungen und zugleich das Material für 
ein Supplement zu dem der Nationalbibliothek gewonnen wäre. Ab- 
gesehen von dem Nutzen, den die Ausführung dieses Planes der 
Wissenschaft bringen müfste, würde sie den Verwaltungen eine un- 
schätzbare und heute schwer vermifste Direktive fUr ihre Erwerbungen 
ans der älteren Litteratur geben. Schliefslich aber würde sie auch 
die Entwicklung eines Ausleihesystems anbahnen; denn wenn man erst 
feststellen könne, dafs ein Buch in zwei oder mehr Pariser Sammlungen 
vertreten sei, so liege kein Hindernis mehr vor, es zeitweise dieser 
oder jener Provinzialbibliothek anzuvertrauen. 

Alles vereinigt sich also, damit schliefst Delisle, den Druck 
unseres Generalkatalogs zu rechtfertigen. Hoffen wir demnach, dafs 
das Parlament uns die nötigen Mittel zur schnellen Vollendung eines 
Unternehmens bewilligen werde, das der Regierung der Republik zu 
grofser Ehre gereichen wird. 



1) Picot S. 51 u. 57. 

189 



— 80 — 

2. DIE UNIVERSITÄTSBIBLIOTHEKEN. 

a. Der Catalogue des th^ses et Berits acad^miques. 

Unter ausdrücklichem Hinweis auf den weitreichenden Nützen des 
von der Nationalbibliothek ausgegebenen Verzeichnisses ihres Zuwachses 
an fremden Universitätsschriften wies der Minister des öffentlichen 
Unterrichts durch Erlafs vom 25 Juni 1885 1) die Rektoren der Aka- 
demien an , ihm alljährlich spätestens zum 20 August ein Verzeichnis 
der im Laufe des verflossenen Studienjahres erschienenen Scripta aca- 
demica zur Veröffentlichung einzureichen. In ihrer weiteren Ausfahrung 
bestimmt die Verfügung, dafs die Titel von den Universitätsbibliotheken 
auf Zetteln angegebenen Formats aufzunehmen, mit den Listen des 
Sekretariats zu vergleichen und in fester Reihenfolge zu ordnen seien, 
so dafs in Paris der Druck sofort nach ihrem Eintreffen beginnen und 
vor dem 15 November abgeschlossen sein könne. 

Die Buchhandlung Hachette & Cie übernahm die Veröffentlichung, 
und seit 1885 — das Studienjahr 1884/85 machte den Anfang — 
erscheint regelmäfsig zur vorgeschriebenen Zeit der Cataloffue des 
iheses et ecrits academiques [Anlage I Bl. 8]. Je fünf Jahrgänge 
werden durch gemeinsame Verfasser- und Sachregister in einen Band 
zusammengefafst. 

Fase. XI 1894/95 zählt 1296 Titel. 

h. Die Liste des nouvelles acquisitions.') 

Seit dem Jahre 1886 haben die Französischen Universitätsbiblio- 
theken die statutenmäfsige Verpflichtung, sich mit ihren Beständen 
gegenseitig auszuhelfen, wobei die Leihfrist bis auf drei Monate aus- 
gedehnt werden darf. Alle beteiligten Kreise empfinden den Segen 
dieser Mafsregel; alle sind sie aber auch darin einig, dafs man, um 
die ganzen grofsen Vorteile der neuen Einrichtung auszunutzen, auf 
jeder der in Frage kommenden Bibliotheken den Besitz aller übrigen 
übersehen können mttfste. 

Von diesem Bedürfnis ausgehend wandte sich Albert F^camp, 
der Direktor der Universitätsbibliothek und Professor der Deutschen 
Sprache in Montpellier, im Jahre 1891 mit einem alle Einzelheiten 
ins Auge fassenden Plan an die beteiligten Fachgenossen. Gewifs 
würde einmal die Zeit kommen, wo jede Universitätsbibliothek ein 
gedrucktes oder autographiertes Verzeichnis ihrer gesamten Bestände 
besäfse, womit ja jenes Desideratum aus der Welt geschafft sein würde. 
Freilich nur zum Teil; denn auch die Verwirklichung dieses Zukunfts-. 
traumes würde noch den Übelstand zurücklassen, dafs man immer und 



n Mitgeteilt von A. Carriere im Centralbl. f. B. II 1885 S. 322 f. 

2) A. F^camp, Projet d'un catalogue g^n6ral annuel des acquisitions 
des bibüoth^ques Universitaires (Revue des biblioth^ues 1 1891 S. 417—432) 
und desselben direkte Mitteilungen. 

190 



— 81 — 

immer wieder auf Nachträge würde warten müssen , da es einmal das 
Schicksal jedes Katalogs sei, bereits im Beginn des Drncks den Vorzug 
der Vollständigkeit einznbüfsen. Statt nun in nnthätigem Warten die 
Hände in den Schofs zu legen, solle man sich zu einem gemeinsamen 
Unternehmen zusammenthnn , das nicht allein augenblickliche, wenn 
auch unvollständige Abhilfe verspräche, sondern auch die vollkommene 
Befriedigung des vorhandenen Bedürfnisses in gröfsere Nähe zu rücken ge- 
eignet wäre: nämlich zur jährlichen Veröffentlichung eines Gesamtinven- 
tars aller Erwerbungen der Französischen Universitätsbibliotheken. 

Dieses würde, äufserlich sich genau an das Muster des amtlichen 
Catalogue des thöses et (Scrits acadömiques anschliefsend , alljährlich 
im November erscheinen und in einem Alphabet alle während des 
verflossenen Studienjahres von den 16 Universitätsbibliotheken *) er- 
worbenen Bücher vorführen, so zwar, dafs man bei jedem nicht allein 
den Namen des besitzenden Instituts, sondern auch die ihm dort an- 
gewiesene Standortsnummer fände. Die Arbeit, die den Bibliotheken 
hieraus erwüchse, wäre zu erti'agen. Schriebe der Beamte nur bei der 
Aufnahme jedes Buches einen zweiten Zettel und legte ihn bei Seite, 
so hätte er am Schlufs des Jahres seinen Beitrag zur Absendung an 
die CentralsteUe bereit, wo die Ordnung, die Entfernung der doppelt 
und dreifach geschriebenen Zettel mit der alsdann nötigen Übertragung 
der Besitznotizen und schliefslich der Druck erfolgen würde.^) 

Jedesfalls blieben voraussichtlich Mühe und Rosten hinter den 
zu erwartenden Vorteilen weit zurück. Denn noch über den eigentlichen 
Zweck — die intensivere Ausnutzung des staatlichen Besitzes — hinaus 
würde die neue Einrichtung sich nützlich erweisen und einen sehr 
erfreulichen Fortschritt in der Eatalogführung der einzelnen Institute 
anbahnen, indem einseitig auf dünnes Papier gedruckte Exemplare des 
gemeinsamen Accessionsverzeichnisses sie am Schlufs des Jahres instand 
setzen würden, die eben in der Erwartung des Drucks nur für den 
einstweiligen Gebrauch in die Kataloge eingereihten handschriftlichen 
Zettel mit ihren stark gekürzten Aufnahmen (cartes d^attente) durch 



1) Aix und Toulouse haben Abzweigungen mit eignen Büchersamm- 
luDgen in Marseille und Montauban; in Paris aoer wären aufser der eigent- 
lichen Bibliothec|ue de TUniversit^ npch die Bibliotheken der Juristischen 
und der Mediziuischen Fakultät, der Ecole sup6rieure de pharmacie und des 
Mus6um d'histoire naturelle heranzuziehen, so dafs im ganzen 22 Institute 
sich zn dieser Arbeit zasammenschliefsen müfsten. 

2) Gern möchte F^camp der CentralsteUe noch eine andere Aufgabe 
zuweisen, nämlich die, jedem Titel durch eine Signatur seine feste Stelle 
innerhalb eines reich gegliederten wissenschaftlichen Systems zu geben, so 
daCs der Benutzer, nachdem überall allmählich auch die alten Teile des 
methodischen Katalogs mit dem neuen System in Einklang gebracht wären, 
auf allen Universitätsbibliotheken dieselbe Einteilung fände una nicht jedesmal 
erst umzulernen brauchte. Dieser Vorschlag, der bei uns einen etwas 
phantastischen Beigeschmack haben würde, scheint für Frankreich, wo Fach- 
und Standortskatalog nicht, wie bei uns in der Regel, zusammenfallen, sehr 
w^ohl zu überlegen. 

191 

Beiheft 20. 6 



— 82 — 

gedruckte Titel zu ersetzen, deren Schönheit und Übersichtlichkeit von 
der Handschrift nie erreicht werden könnte, i) 

F^camp ist, wie er selbst sehr wohl weifs, nicht der erste, der 
mit einem derartigen Plan hervorgetreten ist.^) Aber sehr im Gegen- 
satz zu seinen Vorgängern hat er das Glück, die Verwirklichung seines 
Gedankens mit eigner Hand dem Ziel entgegenzuführen, was um so 
mehr bemerkt zu werden verdient, als die Bedingung, von der er in 
seinem Entwurf eine glückliche Entwicklung des Unternehmens ab- 
hängig gemacht hat, nämlich die Ausstattung der Centralstelle mit 
staatlicher Autorität und staatlichen Mitteln, bis heute nicht erfüllt ist 
Erst nachdem er seinen zweifelnden Fachgenossen die Nützlichkeit 
der vorgeschlagenen Neuerung durch die wiederholte Veröffentlichung 
der Zugangsliste von Montpellier^) demonstriert hatte, konnte er mit 
einem verhältnismäfsig bescheidenen Anfang die Ausführung seines 
Plans einleiten: Universitd de France. Bibliotheques Universitaires de 
Bordeaux, Caen, Dijon, Montauban, Montpellier et Toulouse. — Liste 
aiphdbetique des nouvelles acqutsUions. I Ann^e scolaire 1893 — 94. 
Schon für den zweiten Jahrgang lieferten auch Aix und Marseille ihr 
Material, beim dritten kamen Besan9on, Clermont und Lille hinzu, und 
heute hat Fecamp wohlgegründet« Hoffnung, bald auch die letzten 
Institute in den Kreis seiner Publikation zu ziehen, ein Ergebnis, das 
rückhaltloser Anerkennung und lebhafter Teilnahme überall sicher 
sein kann. [Atdage I ßl 18] 

Der Jahrgang 11 1894/95 zählt 3206 Titel. 



IV. ITALIEN, 

Der Artikel 62 des Regolamento per le biblioteche pubbliche 
governative vom 20 Okt. 1885 brachte eine wichtige Neuerung: dem 
Gelehrten sollte von amtlicher Seite die Möglichkeit gegeben werden, 
sich genau und schnell über den Zuwachs der öffentlichen Bibliotheken 
an neuer Litteratur zu nntemchten. Es wurde deshalb den beiden 
Centralbibliotheken in Florenz und Rom aufgegeben, in regelmäfsigen 
Zwischenräumen gemeinsame Zugangsverzeichnisse der staatlichen Samm- 
lungen zu veröffentlichen. Die Teilung der Arbeit sollte in der Weise 
geschehen, dafs Florenz die Erwerbungen aus der Italienischen, Rom 



1) Hier ist zu bemerken, dafs das durchaus übliche Zettelmaterial in 
Frankreich ein starker Karton (bristol) ist, der sich nicht wirft. Was unsere 
geklebten Zettel so abscheulich macht, tritt also dort gar nicht zu Tage. 

2) Vgl. z. B. für Deutschland Joh. Franke, Der Druck der Katalogtitel 
und die Gesamtzugangsliste (Centralbl. f. B. IV 1887 S. «0— 66) und Emil 
Heuser, lieber ein Gesammtverzeichnils der an den deutschen öffentlichen 
Bibliotheken gehaltenen Periodica (Centralbl. f. B. VII 1890 S. 81—85). 

3) Acad6mie de Montpellier. Bibliotheque universitaire. — Liste alpha- 
b^tique des nouvelles acquisitions. I Annee scolaire 1891—92; II Ann^e 
scolaire 1892 — 93. Montpellier 1893. 

192 



- 83 — 

die ans der fremden Litteratur übernähmeJ) Beide Publikationen 
setzten gleichmäfBig mit dem Jahre 1886 ein. 

1. DIE BIBLIOTECA NAZIONALE CENTRALE IN FLORENZ.«) 

Seit 1867 lieferte die Centralbibliothek in Florenz, die damals 
schon, wie später auch die erst 1875 begründete Vittore Emannele in 
Rom, gesetzmäfsig alles erhielt, was im Königreich gedruckt wnrde,^) 
im Auftrage des Unterrichtsministers der Associazione tipogi-afico-libraria 
das Material zur Zusammenstellnug ihres offiziellen Organs, der Biblio- 
grafia italiana.^) Für sie brachte demnach das Regolamento von 1885 
im wesentlichen nur die eine neue Verpflichtung, dies Material fortan 
auch selbst zu veröffentlichen. Denn die Liste ihrer Pflichtexemplare 
mufste natürlich gleichzeitig das Verzeichnis der von den staatlichen 
Bibliotheken erworbenen neuen Italienischen Litteratur darstellen. Es 
fehlten also nur noch die Hinweise auf die Institute, die etwa 
aufser den beiden Centralbibliotheken in den Besitz der betreffenden 
Bücher gelangt waren, um diese Liste zum gemeinsamen Accessions- 
verzeichnis zu erheben. 

Die Nazionale Centrale in Florenz brauchte und braucht mithin, 
um ihrer Aufgabe gerecht zu werden, die Mitwirkung der übrigen 
Italienischen Bibliotheken lediglich zur Zusammenstellung der Besitz- 
angaben. Von einer gemeinsamen Arbeit aller Staatsbibliotheken kann 
folglich bei diesem Unternehmen nicht gut die Rede sein. Freilich 
bestimmte das Reglement, die Bibliotheken sollten nicht allein das 
ihnen von Florenz zugeschickte Bollettino unter Angabe der von ihnen 
erworbenen Nummern zurückschicken, sondern auch Titelzettel für die- 
jenigen neuen Italienischen Publikationen beilegen, die in ihren Besitz 
gelangt, aber nicht im Bollettino verzeichnet wären. Das konnte jedoch 
nur den Zweck haben, die Aufmerksamkeit der Centralbibliothek in 
Florenz auf die ihr entgangenen Pflichtexemplare zu lenken. Immerhin 
aber wäre es eine Art von Zusammenwirken; wenn dies jedoch jlber- 

1) Für die periodische Litteratur war bereits vorher gesorgt worden: 
1SS5 war als 1 Teil der vom Ministerium des öffentlichen Unterrients herans- 
gegebenen Sammlung Indici e Catalo^i in Rom unter dem Titel Elenco delle 
piwblicaziani periodiche ricevute dalleBiblioteche pubbliche aovemative d'ltalia 
nel 1884 ein Italienischer Central - Zeitschriftenkatalog erschienen. Er enthält 
1N90 Titel in alphabetischer Ordnung; neben den Titeln sind mit ihren Initialen 
die Bibliotheken angegeben , die die betreffende Reihe vollständig oder zum 
Teil besitzen. Mehrere gute Register, besonders der Indice per materie er- 
höhen wesentlich den Nutzen der Publikation. 

2) Alle Angaben über den Gang der Arbeit, die Zahl der beteiligten 
Bibliotheken, die Höhe der Auflage, die praktische Verwendung der Titel- 
diucke n. s. w. beruhen auf direkter Mitteilung des gegenwärtigen Leiters 
der Bibliothek D. Chilovi. 

3) Die Vittore Emanuele allerdings mit Ausschlufs der rechtswissen- 
sehaftlichen Litteratur, die an die Bibliothek des Ministero di Grazia e 
Giustizia geht. Vgl. Franke, Die Abgabe d. Pflichtexemplare (Berlin 1SS9) 
B. 1 1 8 f. 

4) Bibliografia ital. XX 1886 P. 11 Cronaca S. 1. 

193 

6* 



— 84 — 

hanpt einmal bestanden hat: heute, wo etwa 200 über das Land zer- 
streute Regie Procure presso i Tribunali e Corti d^appello an der 
Arbeit sind, sämtliche Italienischen Publikationen in je drei Exemplaren 
einzuziehen, um sie nach Florenz, Rom und an die zuständige Bezirks- 
bibliothek abzuführen, ist das Bollettino delle puhhUcazioni iialiane 
ricevute per diritto di stampa [Anlage l BL 15] die Arbeit der Central- 
bibliothek allein.^) 

Bei der Herstellung des Manuskripts bedient man sich gedruckter 
Formulare, die dem Ordnungswort, dem sachlichen Teil des Titels, 
Ort und Jahr wie allen weiteren bibliographischen Angaben ihren be- 
stimmten Platz anweisen. Das Bollettino erscheint halbmonatlich und 
ftlhrt, gemäfs der Anordnung des Regolamento, die Publikationen in 
sachlich -alphabetischer Ordnung auf. Die einzelnen Titel werden 
durch laufende Nummern eingeleitet ; auf sie verweist am Schlufs jedes 
Heftes ein alphabetisches Autorenverzeichnis. Die Umschläge bringen 
aufserdem kleine Mitteilungen aus dem Bibliothekswesen. 

Die übrigen 30 staatlichen Bibliotheken melden nach Florenz, 
welche von den im Bollettino registrierten Werken sie erworben haben. 
Auf Grund dieser Angaben stellt die Oentralbibliothek am Schlufs des 
Jahrgangs die Tavola sinoUica zusammen, eine Übersichtstabelle, in 
der die mit den Titelnummem des Bollettino korrespondierenden Ziffern 
von den Siglen der Bibliotheken begleitet erscheinen, in deren Besitz 
das betreffende Buch gelangt ist [Anlage I BL 16]. Auch zur Herstellung 
des Manuskripts für die Tavola sinottica dienen praktische Formulare; 
jeder Nummer wird ein Zettel gewidmet, auf dem die Siglen aller be- 
teiligten Bibliotheken schon vorgedruckt sind. Die Siglen der Institute, 
die das durch die obei; stehende Ziffer bezeichnete Buch besitzen, werden 
durchstrichen, und der Setzer weifs, dafs er nur diese zu beachten 
hat. Ein ausführliches Register in der Art des Englischen Einzeilen- 
katalogs fafst schliefslich den ganzen Jahrgang zusammen. 

Das Bollettino wird in 1500 -Exemplaren abgezogen^^) von denen 

1) Gustavo Cini in der Revue inteniat. des archives, des bibliotheques 
et des musees 1 1895/96 — Bibliotheoues — S. 135. 

2) Die Sache hätte weniger Worte gekostet, wenn nicht die Dar- 
stellung R. M Unzeis geei^et wäre, ein falsches Bild von der Entstehung 
des Bollettino zu geben. In seiner Arbeit über das Italienische Bibliotheks- 
Reglement V. J. 18h5 (Centralbl. f. B. VII 1890) heifst es S. 243 f.: „Es entsteht 
in der Weise, dafs die einzelnen, für den Druck vorbereitetefi Nummern von 
Florenz ans an die Bibliotheken, soweit sie ein Anrecht auf Pflichtexemplare 
besitzen, versandt werden" u. s. w. 

Unter den für den Druck vorbereiteten Nummern kann man schwerlich 
etwas anderes verstehen als die Nummern im Manuskript. Davon ist aber 
weder im Regolamento etwas zu finden noch entspricht es der Wirklichkeit 

3) Wie schon im Anfang erwähnt, stellte die Associazione tipografico- 
libraria die ersten 19 Jahrringe ihrer Bibliografia italiana auf Grund des 
ihr von der Nationalbibliotnek in Florenz gelieferten Materials zusammen. 
Seit IShß ist der offizielle Teil der Bibliografia italiana von dem Florentiner 
Bollettino nur durch den Titelkopf unterschieden. Darauf ist die, Höhe der 
Auflage zurückzuführen. 

194 



— 85 — 

300 an die wichtigsten wissenschaftlichen Institute des Auslands als 
Geschenke abgegeben werden. 

Der Jahrgang 1895 zählt 10021 Titel. 

Was nun die praktische Verwendung dieser gemeinsamen Za- 
gangsliste für Katalogisiernngszwecke angeht, so ist leider zu berichten, 
dafs nur ganz wenige Exemplare mit einseitigem Druck hergestellt 
werden — obgleich jede Bibliothek nur den Wunsch zu äufsem 
braucht, um solche zu erhalten — und diese fast nur für den Ge- 
brauch der Nationalbibliothek in Florenz, die mit ihrer Hilfe drei 
Zettelkataloge unterhält, einen alphabetischen, einen sachlichen und 
einen topographischen. Am meisten dürfte es wohl befremden, dafs 
nicht einmal die Centralbibliothek in Rom, der doch auch ganz Italien 
tributpflichtig ist, von dem BoUettino den angedeuteten Gebrauch macht. 

Während die neubegründeten Periodica und Zeitungen Italiens 
im BoUettino regelmäfsig verzeichnet werden, wird für diejenigen, die 
bereit« vor seinem Beginn, also vor 1886 existierten, auf den im Ein- 
gang (8. 83 Anm. 1) erwähnten Central -Zeitschriftenkatalog und weiter 
auf den als Teil VI der Indici e Oataloghi 1886 in Rom erschienenen 
Indice dei Giomali poUiici e daliri che irattano di cose locali, 
ricevuii dälla Biblioieca Nazionale Centrale di Firenze, 1 luglio 

1885 — 30 giugno 1886 (736 alphabetisch geordnete Titel mit topo- 
graphischem Register) verwiesen. — Die erstgenannte Publikation ist 
zum Teil überholt durch das von der Nazionale Centrale in Florenz 
1891 herausgegebene Verzeichnis der ihr nach dem Pflichtexemplar- 
gesetz zugehenden Periodica: Eienco delle PubhUcazioni Periodiche 
iialiane ricevuie dalla Bihlioteca nei 1891 (1362 systematisch ge- 
ordnete T^tel mit alphabetischem Register). 

2. DIE BIBLIOTECA NAZIONALE CENTRALE IN ROM.0 

Das Regolamento (Art. 62 d) wies alle staatlichen Bibliotheken 
an, die Titelzettel ftlr ihre Ankäufe und Geschenke aus der modernen 
fremden Litteratur an die Vittore Emanuele in Rom einzusenden, die 
auf Grund dieses und ihres eignen Materials die Ergänzung zum 
BoUettino delle pubblicazioni italiane zu veröffentlichen hatte, so dafs 
auf diese Weise ein Gesamt -Jahresinventar aller litterarischen Er- 
werbungen des Staates, soweit sie nicht der vor 1886 erschienenen 
Litteratur entstammten, zustande kam. 

Das BoUettino delle opere moderne straniere acquistate dalle 
biblioteche pubbliche governative del regno d*Italia begann gleichfalls 

1886 [AnlagelBlAl], hat jedoch gegen Ende des Jahres 1893 sein 
Erscheinen eingestellt.^) 

1) Die Angaben beruhen zum Teil auf einer Mitteilung des gegen- 
wärtigen Leiters der Bibliothek D. Gnoli. 

2) Es wird, wie der im BoUettino delle pubblicazioni italiane 1897 
S. liiij abgedruckte Ministerialerlals vom 12 Juli 1S97 zeigt, mit dem Beginn 
des Jahres 189S zu neuem Leben erwachen. 

J95 



— 86 — 

Der erste Jahrgang erschien in 6 Heften; später wurden gröfsere 
Zeiträume zusammengefafst , wie z. B. die erste Lieferung des Jahres 
1888 die Erwerbungen vom Januar bis zum Juni einschliefslich brachte. 
In einigen Äufserlichkeiten, vor allem in der Wahl des Satzes unter- 
scheidet sich diese Publikation von dem Bollettino delle pubblicazioni 
italiane, nicht zu ihrem Nachteil. Die Einrichtung und Anordnung 
jedoch ist bis zu den Mitteilungen aus dem Gebiete des Bibliotheks- 
wesens und den Registern dieselbe. Nur sind hier hinter jedem Titel 
gleich die Siglen der Bibliotheken aufgeführt, die das betreffende Werk 
erworben haben. Eine kleine Tavola sinottica verzeichnet aufserdem 
am Schlufs des Jahres in der vorhin geschilderten Weise diejenigen 
neuen Erwerbungen aus der fremden Litteratur, die bereits in frfiheren 
Jahrgängen des Bollettino registriert sind. 

Der Jahrgang VI 1&91 zählt 3265 Titel. 

Eine praktische Verwendung dieser Accessionsliste für die Kata- 
logisierung hat auch in Rom selbst niemals stattgefunden. 



V. DIE SKANDINAVISCHEN LANDER 

1. DIE UNIVERSITÄTSBIBLIOTHEK IN CHRISTI ANIA. 

Der Artikel 11 des Norwegischen Pflichtexemplargesetzes vom 
20 Juni 1882 >) weist die Universitätsbibliothek in Christiania an, all- 
jährlich so frflh als möglich, in jedem Falle aber vor dem 1 August ein 
Verzeichnis aller im Laufe des vergangenen Jahres im Reiche her- 
gestellten und ihr auf Grund des Gesetzes zugegangenen Verlagswerke 
— dazu gehören auch Musikalien, Kupferstiche, Lithographien u. s. w. — 
zu veröffentlichen. Diese Bestimmung ist um so dankenswerter, als es 
vordem an einer vollständigen Zusammenfassung der Norwegischen 
Litteratur fehlte. Bedauerlicher Weise aber rückt das Gesetz die Ab- 
lieferungsfrist für die im Laufe des Jahres erscheinenden Publikationen 
bis Ende Januar des folgenden hinaus, so dafs es nicht wunderbar ist, 
wenn Unregelmäfsigkeit und Lässigkeit in der pflichtmäfsigen Hinter- 
legung dort in besonderer Blüte stehen. Diesem Umstand ist es 
wesentlich zuzuschreiben, dafs das nach eignen Katalogisiernngsvor- 
schriften2) ausgezeichnet redigierte Norsk Bogfortegneise [Anlage I 5/. 21] 
bisher noch nie zur vorgeschriebenen Zeit ans Licht gekommen ist. Das 
Gesetz, dem es seine Entstehung verdankt, trat am 1 Januar 1883 in 
Kraft; der Katalog der Norwegischen Litteratur des Jahres 1883 hätte 
also spätestens im Juli 1884 die Presse verlassen müssen, erschien aber 
erst in dem 1885 ausgegebenen Jahrbuch der Universitätsbibliothek 



1) Abgedruckt im (Egl. Norske Frederiks) Universitcts-Bibliotekets 
Aarbüg for 1884 S. XVf. — Vgl. Franke, Die Abgabe der Pflichtexemplare 
(Berlin 1889) S. 171 f. 

2) Abgedruckt im Aarbog fllr 1884 S. VIII— X. 

196 



— 87 — 

jfttr 1884 als erster Teil des darin enthaltenen Zngangsverzeichnisses 
för 1883, und bisher ist es der Verwaltung mit nichten gelungen, 
diese starke Verspätung auf ein bescheideneres Mafs einzuschränken. 
Zu der immer von neuem beklagten Schwierigkeit, die Bücher recht- 
zeitig aus den zur Abgabe verpflichteten Druckereien zu erhalten, ge- 
sellten sich Mangel an Arbeitskräften in der Bibliothek und Budgets- 
bedrängnisse, ^) so dafs der Gang der Publikation im ganzen noch 
schleppender wurde. Während die Einleitung zum Norsk Bogfortegneise 
für 1883 am 26 November 1884 unterzeichnet ist — hier sind die mit 
selbständigen Titelblättern ausgestatteten Sonderabdrücke aus dem 
Jahrbuch gemeint — , hat sich die Arbeit am Verzeichnis des Jahres 
1891 bis zum Mai 1893 und an dem fKr 1892 gar bis zum September 
1894 hingezogen. Der nächste Jahrgang konnte frühzeitiger — im 
Januar 1895 — und mit guten Aussichten auf eine pünktliche Er- 
ledigung der Arbeit in der Zukunft verabschiedet werden. Aber diese 
Hoffnung ist gründlich getäuscht worden. Heute, in der zweiten Hälfte 
des Jahres 1897, liegt noch nicht einmal das Verzeichnis für 1894 vor. 

Es versteht sich unter diesen Umständen von selbst, ist aber auch 
durch eine Mitteilung des zeitigen Oberbibliothekars A. C. Drolsum 
bestätigt worden, dafs man weder in Christiania noch in einer der 
anderen Bibliotheken des Reichs an eine unmittelbare Verwendung 
dieser Titeldrncke für die Zwecke der Katalogisierung denken kann. 
Die Schuld an dieser bedauerlichen Thatsache dürfte vor allem den 
Bestimmungen des Gesetzes beizulegen sein. Eine kurz bemessene 
Ablieferungsfrist, wie sie fast alle modernen Pflichtexemplargesetze 
vorschreiben, würde der Saumseligkeit der zur Abgabe Verpflichteten 
am besten steuern. Und würde dann noch, was sich heute von selbst 
verbietet, die Bibliothek angewiesen, ihr Verzeichnis in kurzen Zwischen- 
räumen auszugeben und am Schlnfs des Jahres dui'ch ein Register zu- 
sammenzufassen, so würde mit derselben Arbeit der zehnfache Nutzen 
erzielt werden. Erfreulicher Weise gibt es kein weiteres Beispiel dafür, 
dafs eine Bibliothek gesetzlich gehalten wird, ein Verzeichnis der ge- 
samten litterarischen Produktion des Landes drucken zu lassen, ohne 
aus dieser Arbeit Vorteile für die eigne Katalogisierung ziehen zu 
können. 

Zur Einrichtung der Publikation ist zu bemerken, dafs sie in 
vier alphabetisch geordneten Abteilungen die Druckschriften mit Ein- 
schlnfs der Periodica, die Musikalien, die Kupferstiche, Lithographien 
u. 8. w. und schliefslich die Zeitungen aufführt. Den Abschlufs machte 
bis zum Jahrgang 1892 ein nur der Sonderausgabe des Bogfortegneise 
beigegebenes systematisches Inhaltsverzeichnis, im Auftrage des Ver- 
legers von J. B. Halvorsen und für 1892 von A. Kjaer hergestellt. 
Mit dem Jahrgang 1893 ist die Publikation in den Verlag der Biblio- 



1) Vgl. die Einleitung zu den Sonderausgaben des Norsk Bogfortegneise 
für 1891 und 1892 und das Gentralbl. f B. XIl 1895 S. 187. 



— 88 — 

thek selbst übergegangen, und damit ist leider das nützliche Register 
weggefallen. 

Neben dem Verwaltungsbericht bringt das Jahrbuch der Univer- 
sitätsbibliothek aufser dem Norsk Bogfortegneise ein alphabetisches 
Verzeichnis des sonstigen Zuwachses der Norwegischen Abteilung und 
eine systematisch geordnete Liste der Erwerbungen aus der fremden 
Litteratur [Anlage I Bl. 22] mit Ausnahme der Periodica, die von fünf zu 
fünf Jahren (vgl. die Jahrgänge 1888 und 1893) zusammenhängend in 
der Einleitung aufgeführt werden. Die ganze Publikation ist, was die 
Korrektheit und Knappheit der Titel, die Anordnung und die typo- 
graphische Ausstattung angeht, tadellos. Nur wäre es lebhaft zu 
wünschen, dafs die Verwaltung bald in den Stand gesetzt würde, ihrem 
Gang eine gröfsere Lebendigkeit zu geben. Um die Verö£fentlichung des 
Zuwachses der Ausländischen Abteilung nicht unter den Hemmnissen 
leiden zu lassen, die eine rechtzeitige Fertigstellung des Norsk Bog- 
fortegnelse unmöglich machen, hat man sich 1893, wie das Vorwort 
zum Jahrgang 1892 zeigt, entschlossen, die beiden Teile des Jahrbuchs 
in Zukunft getrennt auszugeben. Während aber jetzt das Norsk Bog- 
fortegnelse für 1893 vorliegt, ist die Bekanntmachung der Erwerbungen 
aus der fremden Litteratur nur bis zum ersten Semester desselben 
Jahres gediehen. 

Das Norsk Bogfortegnelse für 1893 zählt 20S8, das Verzeichnis 
des weitereu Zuwachses im Jahre 1892/93 2231 Titel. 

2. DIE ÖFFENTLICHEN BIBLIOTHEKEN SCHWEDENS.^ 

Die Öffentlichen Bibliotheken Schwedens besitzen seit 1886 ein 
gemeinsames Verzeichnis ihrer neuen Erwerbungen aus der fremden 
Litteratur, das, im Auftrage der Königlichen Bibliothek in Stockholm 
von dem Bibliothekar der Schwedischen Akademie der Wissenschaften 
E. W. Dahlgren mit ungemein praktischem Blick und Geschick redigiert, 
alljährlich unter dem Titel Sveriges OffeniUga Bibliotek . . . Accessions- 
Katalog in einem Oktavbande von durchschnittlich 400 Seiten erscheint 
und den Zuwachs des vorhergehenden Jahres in 29 sachlichen Haupt- 
abteilungen vorführt [Anlagel BIA^]. Innerhalb dieser Fächer herrscht das 
Alphabet. Die zugehörigen Gesellschafts- und Zeitschriften sind aus der 
Reihe der Monographien herausgehoben und am Schlufs jeder Abteilung 
gesondert aufgeführt. Die gleichen Publikationen allgemeinen und ge- 
mischten Inhalts bilden die beiden letzten Hauptabteilungen. Bei jedem 
Titel zeigen die Siglen der Bibliotheken — augenblicklich sind 25 
beteiligt — an, wo das betreffende Buch zu finden ist. Den Schlufs 
jedes Bandes macht eine Aufzählung der Universitäten und Fakultäten, 
mit denen Schwedische Bibliotheken im Tauschverkehr stehen. Neben 
dem Namen der Universität findet sich die Zahl der in dem betreffenden 



1) Nach Mitteilungen £. W. Dablgrens. 

198 



- 89 - 

Jahre von ihr eingelieferten Schriften und die Siglen der Bibliotheken, 
die sie empfangen haben. Die wertvolleren Abhandlungen dieser 
Provenienz sind überdies gehörigen Orts mit ihren Titeln erwähnt. 

Das Fehlen zusammenfassender alphabetischer Indices dürfte die 
Benutzung der einzelnen Bände beeinträchtigen. Um so willkommener 
wird dem Schwedischen Gelehrten das die ersten 10 Jahrgänge 1886 
bis 1895 zusammenfassende Register sein, von dessen vortrefflicher 
Einrichtung — die alphabetisch geordneten und ganz kurz gefafsten 
Titel verweisen auf Jahrgang und Abteilung — die bereits vorliegenden 
Bogen Zeugnis ablegen. Es wird noch im Laufe dieses Jahres (1897) 
in der Stärke von etwa 50 Bogen erscheinen. 

Die beteiligten Institute haben den Auftrag, ihren Zuwachs an 
moderner ausländischer Latteratur nach einer von der Königlichen 
Bibliothek in Stockholm ausgearbeiteten Instruktion ^ zu verzetteln, 
die Titel in das der Einrichtung des Accessionskatalogs zu Grunde 
liegende System zu bringen und sie so geordnet alljährlich im Anfang 
Januar der Königlichen Bibliothek einzusenden, wo unter der Leitung 
Dahlgrens die Schlufsredaktion und der Druck erfolgen. 

Der Jahrgang X 1895 zählt mit Einschlals der Zeitschriften 
und Fortsetzungswerke 7276 Titel. 

Eine praktische Verwertung dieser Publikation ftii* die Katalogi- 
sierung findet erklärlicher Weise nicht statt. Es werden nur wenig 
einseitig bedruckte Exemplare abgezogen, die lediglich. Redaktions- 
zwecken dienen. 



3. DIE THESENVERZEICHNISSE VON UPSALA, 
KOPENHAGEN UND LUND. 

Der in der Einleitung des ersten Catalogue des th^ses et dcrits 
acadcmiques ausgesprochene Wunsch, die am Universifätsschriften- 
Austansch teilnehmenden Länder möchten dem Beispiele Frankreichs 
und Deutschlands folgen und den Bibliotheken die Inventarisierung 
ihrer Scripta academica durch gedruckte Verzeichnisse erleichtern, hat 
bisher in geringem Mafse Erfüllung gefunden. Nur die Universitäts- 
bibliotheken in Upsala, Kopenhagen und Lund haben vor kui*zem be- 
gonnen, ihren Sendungen doppel- und einseitig bedruckte Verzeichnisse 
beizulegen [Anlage l BIS], und zwar Upsala 1893/94 (1895/96: 37 Titel), 
Kopenhagen 1895 (1896: 15 Titel) und Lund 1896/97 (23 Tiiel).'^) 



1) P. M. Angäende bidragen tili Accessionskatalogen. (Stockh. 1888.) 
[Autogr.] 5 S. 4. 

2) Erst nach Abschlufs der Arbeit erfahre ich, dafs sich ietzt auch 
die Universitätsbibliothek in Basel diesem löblichen Thun angeschlossen hat. 
Das erste Verzeichnis für das Studienjahr 1896/97 zählt 57 Titel von Univer- 
aitätsschriften und 4 Titel von Baseler Schulprogrammen [Anlage 1 Bl. 8]. 

199 



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VI. DEUTSCHLAND, 

1. DIE MURHARDSCHE (STADT-) BIBLIOTHEK IN KASSELJ) 

Im Frühling 1882 lernte Uhlworm auf einer Instrnktionsreise 
durch die Holländischen Bibliotheken den dort in den 70 er Jahren 
eingefühi-ten Titeldiiick kennen. Zu Hause gelang es ihm, die mafs- 
gebende Stelle von den Vorteilen dieses Verfahrens zu ttberzengen, 
und noch in demselben Jahre konnte er beginnen, sie bei der Kata- 
logisierung der ihm anvertrauten Sammlung praktisch zu erproben. 
Die Murhardsche Bibliothek hat also das Verdienst, allen Deutschen 
Bibliotheken in der Annahme dieser wichtigen Neuerung vorangegangen 
zu sein.2) 

Die Titel werden in sachlich -alphabetischer Ordnung einseitig 
auf halbe Bogen gedruckt [Anlage I Bl 5]. Es werden 100 Exemplare 
abgezogen, die zum Teil in der üblichen Weise zur Herstellung der 
nach dem Leidener System 3) aufbewahi-ten Zettelkataloge verwandt 
werden. An die Stelle der speziellen Verweise tritt stets der Haupt- 
zettel,*) wobei die nötigen Verweisungsstichwörter, die auch im Titel- 
text durch besonderen Satz ausgezeichnet sind, handschriftlich aus- 
geworfen werden. 

Die Arbeit ist heute so weit gefördert, dafs mit Ausnahme der 
Karten und Pläne alle Bestände der Bibliothek im Druck verzeichnet sind. 

Ein ganz besonderes Interesse bietet der von Uhlworm angestellte 
Versuch, den einmal vorhandenen Satz zur Herstellung direkt bedruckter 
Zettel zu benutzen, um so die ganze Kleberei zu vermeiden. Nach 
dem Druck je eines Bogens wurden vor dem Abwerfen der Schrift 
die einzelnen Titel auseinandergerückt; die Handpresse trat wieder in 
Thätigkeit, und fix und fertig zur Einreihung in die Kataloge kamen 
mit jedem Bogen zugleich je 25 Zettel von allen auf ihm verzeichneten 
Titeln aus der Druckerei. Die 100 Bogenabzüge nebst allen Einzel- 
zetteln kosteten, das Papier eingeschlossen, 22 M. Der Versuch hat 
also — der Bogen enthält über 50 Titel — zu einem ausgezeichneten 
Ergebnis geführt: der direkte Druck liefert nicht allein sehr viel 
schönere, bequemere und haltbarere Zettel, sondern bedeutet zugleich, 
sobald die Auflage nur etwas gröfser ist, gegenüber dem üblichen 
Modus des Schneidens und Klebens eine Ersparnis. Wenn die Ver- 
waltung trotzdem die Herstellung fertiger Zettel nur ein Jahr lang 
durchgeführt und dann aufgegeben hat, so liegt dies an rein äufser- 
lichen GiUnden, die das Wesen der Sache nicht berühren. 

1) Mitteilung des jetzigen Leiters der Bibliothek Oskar Uhlworm. 

2) Milchsack in d. Wolfenbütte] er Instruktion v. 1893 S. 11 f. 

3) Der zusammenhaltende Faden ist durch einen praktischen metallenen 
Verschlufs ersetzt. 

4) Milchsack a. a. 0. S. 15. 

200 



— 91 — 

2. DIE KÖNIGLICHE BIBLIOTHEK IN BERLIN. 

Die hierhergehörigen Veröffentlichnngen der Königlichen Bibliothek 
in Berlin, das Jahres- Verzeichnifs der an den Deutschen Universitäten 
erschienenen Schriften (seit 1885) [Anlage l BL lOj, das Jahr es - Ver- 
zeichnifs der an den Deutschen Schulanstalten erschienenen Ab- 
handlungen (seit 1889) nnd schliefslich das Verzeichnifs der aus der 
neu erschienenen Litteratur erworbenen Druckschriften (seit 1892) 
[Anlage I Bl. 20] sind so weit verbreitet, dafs nähere Angaben überflüssig 
erscheinen. Nur das eine sei hier bemerkt, dafs in der Einrichtung 
der letzten Publikation, der sogenannten Titeldrucke, mit dem Beginn 
des Jahres 1896 eine sehr erfreuliche Änderung eingetreten ist. Die 
Druckerei hat den Auftrag erhalten, mit jeder Woche den Satz ab- 
zuschliefsen und den Druck fertig zu stellen, gleichviel ob das vor- 
handene Material zur Füllung des Bogens ausreicht oder nicht. Überdies 
erscheinen seitdem die Titel in alphabetischer Folge. Durch diese beiden 
Verbesserungen wird anderen Anstalten die Möglichkeit, die Arbeit 
der Königlichen Bibliothek für ihre eigene Katalogisierung zu ver- 
werten, wesentlich erhöht, da sie nun nicht allein schneller in den 
Besitz derselben gelangen, sondern auch die gesuchten Titel leichter 
auffinden können. 

Die im Oktober 1897 durchgeführte Erweiterung der Titeldracke 
zu einem Verzeichnis der von der Königlichen Bibliothek und den 
Preufsischen Universitätsbibliotheken aus der neu erschienenen Litteratur 
erworbenen Druckschnffcen ist nach der dem 37 Bogen des Jahrgangs 
1897 beigegebenen Mitteilung der Generalverwaltung als Versuch zu 
betrachten. 

Univ. -Schriften -Verzeichnis X 1894/95: 2823 Titel. 
Schulschriften-Verzeichnis VII1895: 646 Titel. 
Titeldrucke 1895: 8630 Titel und 4116 Verweisungen. 

Eine Ergänzung der Titeldrucke, die nur die neubegrttndeten 
Periodica berücksichtigen, bildet das 1892 ausgegebene Verzeichnifs 
der jieit' und Vereinsschriften der Königlichen Bibliothek zu Berlin. 
1892. Es zählt 3799 alphabetisch geordnete Titel. 

3. DIE HERZOGLICHE BIBLIOTHEK IN WOLFENBÜTTEL. 

Die Wolfenbütteler Bibliothek führt die Anwendung des Drucks 
bei ihrer im Jahre 1889 in Angriff genommenen Neukatalogisiernng 
direkt auf die Anregung Uhlworms zurück. Wie es scheint, waren 
dort weder die Englischen noch die Französischen Titeldrucke bekannt.^) 
Sicherlich kam man ganz selbständig auf den bereits in Cambridge 
durchgefilhrten Gedanken, im Gegensatz zu den anderen druckenden 

1) Instruktion für die Bearbeitung d. alph. Zettelkatalogs d. Herzogl. 
Bibliothek zu Wolfenbüttel. Wolfenb. 1893. 

2) S. 11 nennt Milchsack die Holländischen Bibliotheken als diejenigen, 
die zuerst — und zwar in den 70 er Jahren — den Versuch gemacht hätten, 
die Titel ihrer Zettelkataloge drucken zu lassen. 

201 



— 92 — 

Bibliotheken Deutschlands nicht allein den nach Inhalt nnd Umfang 
bedeutendsten Teil dem Druck zu überweisen, die bibliothekarischen 
Zuthaten dagegen schiiftlicher Ergänzung vorzubehalten, sondern auch 
diese Formalitäten, wie Ordnungswort, Signatur u. s. w. durch den Druck 
wiederzugeben [Anlage I Bl. 6] und schriftlicher Mitwirkung ganz zu ent- 
raten. Während man aber in England und Frankreich das Ordnungswort 
einfach voranstellt und dann den Titel folgen läfst, gewöhnlich noch 
mit Wiederholung des Ordnungsworts an seiner Stelle innerhalb des 
Titeltextes, hält man in Wolfenbüttel soweit an der althergebrachten 
Zetteleinteilung fest, dafs man Signatur und Stichworte links und rechts 
über eine oberhalb des Titels laufende Linie bringt, was gegenüber 
dem anderen Verfahren kaum einen Gewinn an Raum und Kosten 
bedeutet. In Cambridge erspart man sich, wie wir gesehen haben, 
den gröfsten Teil der Verweisnogen dadurch, dafs man über das 
vorangestellte Hauptordnungswort des Titels das des Verweises druckt 
und dann den Titelstreifen, so wie er ist, an zwei Stellen des Katalogs 
unterbringt. Wie lange dieser Brauch dort geübt wird, ist mir un- 
bekannt,^ schwerlich dürfte er auf das Beispiel Wolfenbüttels zurück- 
zuführen sein. Wenngleich er in dem sehr ins einzelne gehenden Bericht 
Bradshaws nicht erwähnt wird. Neu ist sicher am Wolfenbütteler 
Druck der Grundsatz, alle speziellen Verweisungen dadurch entbehrlich 
zu machen, dafs die Ordnungsworte sämtlicher Verweise neben das 
Hauptstichwort des Titels gedruckt werden. Das letztere steht stets 
rechts in der Ecke über der Linie, während die anderen in der Reihen- 
folge, wie sie im Titel auftreten, sich links anschliefsen. So dienen 
die in beliebiger Zahl zur Verfügung stehenden Hauptzettel zugleich 
als Verweisungen, indem die in jedem besonderen Fall ungiltigen 
Ordnungswörter vor dem Aufkleben auf den Karton durch Ausschneiden 
beseitigt werden. Um aufserdem den als Hauptzettel geltenden von 
den zur Verweisung dienenden sofort unterscheiden und das Verhältnis 
der Ordnungswörter unter einander kontrollieren zu können, hebt man 
das Hauptordnungswort auch im Titeltext durch fette Schrift hervor. 
Es ist nicht zu leugnen, dafs diese Einrichtung eine grofse 
Arbeits- und Kostenersparnis bedeutet. Dafs man überdies bei An- 
wendung dieses Verfahrens im Katalog stets statt der kahlen Ver- 
weisung den vollen Titel des Hauptzettels vor sich hat, ihn also nie 
besonders aufzusuchen braucht, ist ein nicht zu unterschätzender Gewinn. 
Der Einwand, dafs bei verschiedenen Auflagen eines Buchs die Ver- 
weiszettel sich unangenehm häufen müssen, trifft bei dem in Wolfen- 
büttel durchgeführten Grundsatz, alle vorhandenen Auflagen derselben 
Schrift auf einen Zettel zu vereinen, nicht zu. Nur eine, und meines 
Erachtens nicht leichte Unbequemlichkeit bringt die Wolfenbütteler 
Form der Titeldrucke mit sich: die Stichworte stehen nicht, wie es 
durchaus wünschenswert ist, auf jedem Zettel an ein und derselben 
Stelle; bei allen Verweisungszetteln erscheinen sie mehr oder weniger 
nach links gerückt, zuweilen bis hart an die in der linken Ecke 

202 



— 93 — 

stehende Signatur. Die Benutzung des Zettelkatalogs wird eben dadurch 
aufserordentlich erleichtert, dafs das erste Ordnnngswort überall genau 
an dem nämlichen Punkte einsetzt. Dies ist aber bei der Wolfen- 
bütteler Übung, die Stichworte in die rechte Ecke und aufserdem 
die Vornamen vor den Familiennamen zu bringen, nicht einmal bei 
den Hanptzetteln der Fall. Dieser ofifenbare Nachteil für die Hand- 
habung des Katalogs hätte doch wohl — zum gi'öfsten Teil wenigstens — 
dadurch vermieden werden können, dafs man, wie es zudem aller- 
orten üblich ist, die Stichwörter der linken Ecke zugewiesen, den 
Familiennamen stets vorangesetzt und überdies den jetzt nur bei ge- 
häuften Verweisungen geübten Brauch, die Ordnungswöiter über einander 
statt neben einander zu setzen, häufiger angewandt hätte. 

Die Titel werden ebenso wie in Cambridge auf die beiden 
inneren Seiten eines offenen Foliobogens gedruckt, jede Seite in zwei 
Kolumnen. Jeder Bogen trägt den Namen des katalogisierenden Be- 
amten. Es werden 50 Exemplare abgezogen, lediglich für den Ge- 
brauch der Bibliothek. Jedoch hat die Verwaltung der Zwisslerschen 
Verlagsbuchhandlung gestattet, den einmal vorhandenen Satz zu Buch- 
ausgaben einzelner Teile des Katalogs zu verwenden. Von diesen 
Ausgewählten Bücherverzeichnissen aus der HerzogL Bibliothek zu 
IVolfenbütlel sind bisher zwei Nummern erschienen: 1. Systematisches 
Verzeichnifs der Lessing -Litteratur. 1889. — 2. Alphabetisches Ver- 
zeichnifs der Fi*anzösischen Litteratur (unter Ausschlufs des 19 Jahr- 
hunderts). 1894. 

4. DIE STÄNDISCHE LANDESBIBLIOTHEK IN KASSEL.i) 

Im Jahre 1889 hat auch die Ständische Landesbibliothek in Kassel 
die Neukatalogisierung ihrer gesamten Bestände unter Anwendung des Titel- 
druckverfahrens begonnen, in allen Äufserlichkeiten sich ziemlich genau 
an den Brauch der Murhardschen Bibliothek anschliefsend [Anlage I El. 5J. 
Je ein paar hundert nach einer eigenen Instruktion 2) angefertigter Titel- 
zettel werden, alphabetisch geordnet, in die Druckerei geschickt und 
dort in derselben Reihenfolge gedruckt. Nur in schwierigeren Fällen 
wird eine zweite Korrektur verlangt. Es werden 50 Exemplare jedes 
Bogens abgezogen, wovon die Hälfte auf der Rückseite gummiert wird. 
In der Regel werden 10 dieser gummierten Abzüge dem Buchbinder 
überliefert, der sie zerschneidet und die Titelstreifen auf die Kapsel- 
zettel klebt. Auch hier gibt es keine besonderen Verweisungen. Das 
Hauptordnungswort und die Verweisungsstichwörter sind fett gedruckt. 
Beide werden auf dem Zettel oben rechts nach der Anweisung eines 
Beamten durch einen Schreiber in Rundschrift ausgeworfen. 



1) Mitteilung des gegenwärtigen Leiters der Bibliothek E. L. W. Loh- 
meyer. 

2) Regeln fUr Aufnahme, Druck und Ordnung der Buchtitel bei der 
Standischen Landesbibliothek in Kassel Kassel 1893. 

203 



— 94 — 

5. DIE STADTBIBLIOTHEK IN KÖLN.i) 

Zunächst im Interesse ihrer Benutzer begann die Kölnische Stadt- 
bibliothek nnter Leitung Keyfsers im Oktober 1890 mit der Ausgabe 
monatlicher Zugangsverzefchnisse; doch war bei ihrer Einrichtung von 
vornherein zugleich die Rücksicht auf ihre praktische Verwertung ftlr 
die Katalogisierung bestimmend; sie erschienen deshalb einseitig auf 
dünnes Papier gedruckt [Anlage I Bl. 23]. Nachdem 18 Nummern in 
3 Bänden ausgegeben waren, mufste aus Mangel an Arbeitskräften von 
der Fortsetzung des Unternehmens Abstand genommen werden. 

Die Titel werden in systematisch-alphabetischer Anordnung auf- 
geführt. Zusammenfassende Register sind auch den einzelnen Bänden 
nicht beigegeben worden. Zudem fehlt es an einer fortlaufenden 
Zählung, so dafs es selbst für die Verwaltung mit Schwierigkeiten ver- 
bunden sein mnfs, später den gesuchten Titel herauszufinden. Über 
Einzelheiten in der Auswahl der aufzunehmenden Erwerbungen, in der 
Titelredaktion u. s. w. gibt die der ersten Lieferung vorangehende Ein- 
leitung Aufschlufs. Nur das eine sei hier herausgehoben, dafs von 
der Voranstellung des Verfassernamens wie seiner schäiferen Kenn- 
zeichnung durch fetten Druck abgesehen wurde, um der Verwendung 
der Titel für jede beliebige Art von Katalogen nicht vorzugreifen. 
Der Jahrgang 1891/92 (= Bd 2 u. 3) zählt 1367 Titel. 

Vn. AMERIKA. 

Wie seiner Zeit erwähnt wurde, knüpfte die Universitätsbibliothek 
in Cambridge, als sie 1861 — soweit sich ermitteln läfst, in Europa 
zuerst — bei der Fortführung ihrer Kataloge den Druck an die Stelle 
der Handschrift setzte, an Amerikanische Vorbilder an. Ganz abgesehen 
aber von der Schwierigkeit, hier zuverlässige Daten zu ermitteln, wider- 
spräche es auch dem Zweck der vorliegenden Arbeit, mit der bis- 
herigen Ausführlichkeit auf die Entwicklung und den gegenwärtigen 
Umfang der Verwendung des Drucks in den Amerikanischen Biblio- 
theken einzugehen.^) Nur die jüngste Eigentümlichkeit des dortigen 
Katalogdrucks, die in den Bibliotheken Europas bisher leider keine 
Nachahmung gefunden hat, soll hier herausgehoben werden, das ist 
die Herstellung gedruckter Katalogzettel unter gänzlicher Vermeidung 
der bekannten Praxis des Schneidens und Klebens.^) Nach der An- 
gabe Andrews auf der letzten Londoner Konferenz sind es aufser der 
seiner Leitung unterstellten John Crerar Library in Chicago wenigstens 



1) Mitteilung des jetzigen Leiters der Bibliothek Adolf Keyfaer. 

2) Näheres darüber findet man bei Charles A. Cutter, Library Catalogues, 
Abschu. II: Printed or Manuscript? (Public Libraries in the Ü. S. A. etc., 
Wash. 1876 S. 552—622) und bei Wm C. Lane, Cataloguing (Papers prepared 
for the A. L. A. for its annual Meeting held at the Columbian Exposition 
1893, ed. by Melvil Dewey, Wash. 1896 S. 838 f.) 

3) Vgl. jedoch den Versuch Uhlworms auf S. 90. 

204 



— 95 — 

drei Bibliotheken, die diese bedeutsame NeaeniDg eiDgeffihrt haben, 
nämlich die Boston Public, die Harvard College und die New York 
Public Library. Von der letztgenannten Anstalt, die vermutlich erst 
mit der Übeinahme der Direktion durch John 8. Billings zum Zettel - 
druck übergegangen ist, kann hier nur aus dem Vortrage Andrews 
mitgeteilt werden, dafs sie den Titel mit 12 c. bezahlt. 



1. DIE BOSTON PUBLIC LIBRARY.i) 

Die Boston Public Library, die bereits unter der Verwaltung 
Justin Winsors (1868 — 1877) zum Zetteldruck übergegangen ist,2) hat 
sich durch den eifolgreichen Versuch, die vordem fast ausschlieislich 
für den Zeitungs- und einfacheren Werksatz thätige Zeilengiefsmaschine 
Linotype'^) in den Dienst der Katalogisierungsarbeit zu stellen, den 
Dank aller Bibliotheken verdient. Eine Umgestaltung des bei ihrer 
Einführung in Aussicht genommenen Arbeitsprogi'amms ^) hat es mit 
sich gebracht, dafs über eine besonders charakteristische Seite der 
Maschine, nämlich über die erst mit ihr geschaffene Leichtigkeit, den 
einmal hergestellten Satz zu verschiedenen Drucken zu verwenden, 
bis heute keine praktischen Erfahrungen vorliegen. Doch zweifelt man 
nicht nächstens beweisen zu können, dafif man auch in dieser Be- 
ziehung nicht zu viel gehofft hat, wie man sich heute schon von der 
grofsen Überlegenheit der Maschine über den Handsatz auch auf dem 
Gebiete des Titeldrucks überzeugt hat. 

Im Erdgeschofs des neuen Gebäudes ist ein Raum von 5,20 x 
12,20 m Grundfläche der Druckerei überlassen. Ihre Ausrüstung be- 
steht in zwei Linotypes, etwa 60 verschiedenen Schriftsortiments für 
den Handsatz und drei Pressen; die Linotypes sind zudem mit drei 
Extramagazinen — die Magazine können ausgewechselt werden — 
und etwa einem Dutzend in Bild und Grad verschiedener Matrizensätze 
ausgestattet. Das Personal setzt sich aus dem Vorsteher, zwei Setzern 
(Frauen), einem Di-ucker und einem Mann für alles zusammen. Der 
Maschinensatz spielt seine Hauptrolle bei der Herstellung der Katalog- 
zettel, der monatlichen Zugangsliste (Monihly Bulletin) und der zahl- 
reich ausgegebenen systematischen oder alphabetischen Spezialverzeich- 
nisse über einzelne Bestände der Bibliothek und ihrer Zweiganstalten. 
So ausschliefslich als möglich werden dabei drei Grade einer einzigen 
Antiqua -Schrift verwandt, die reichlich mit accentuierten Buchstaben 
aller Art und Sonderschriftzeichen versehen ist, so dafs der Handsatz 



1) Boston Public Library. Memoranda conceniing the Printing Depart- 
ment (prepared for the 2°^ international Library Conference in London by 
Francis Watts Lee, Chief of the Printing Department). — (Boston) 1897. 
30 S 8 

2) Library Journal XllI 1888 S. 2S2. 

3) Vgl. S. 31f. 

4) Vgl. S. 82. 

205 



— 96 — 

nur bei griechischer, russischer und hebräischer Schrift — dieser Satz 
wird zum Druck in die Linotypeban*en (slugs) eingefügt — in An- 
spruch genommen zu werden braucht. Doch beabsichtigt man, auch für 
diese Alphabete volle Matrizensortiments, wie die Linotype sie verlangt, 
anzuscha£fen. 

Auf den Eatalogzetteln wird der Text des Titels in kleiner 
Cicero, die Inhaltsangabe in Petit gegeben. Sind die Fahnenabzüge 
mit der Angabe der von jedem Titel gewünschten Anzahl von Exem- 
plaren*) aus dem Catalogue Departmoit zurückgekehrt, so werden die 
Titel zu Sechsen auf kleine Formen verteilt, wobei nach Möglichkeit 
diejenigen, die die gleiche Zahl von Abdrücken brauchen, zusammen- 
gebracht werden. Jeder Bogen — das Material ist ein ziemlich 
starker Karton — liefert also sechs Zettel^ die alle die laufende 
Nummer des Bogens, aus dem sie herausgeschnitten sind, und das 
Datum des Drucks tragen [Anlage I BL 25]. 

Während diese Barren nach der Vollendung des Zetteldrucks 
entgegen dem ursprünglichen Arbeitsprogamm in den Schmelztiegel 
wandern, werden die zur Herstellung der monatlichen Zugangsliste 
von der Linotype gelieferten Bleizeilen, nachdem sie ihren ersten 
Zweck erfüllt haben, zu weiterer Verwendung aufbewahrt. Sie eignen 
sich besser zur Herstellung der beabsichtigten umfangreicheren Kata- 
loge, weil die Titel des Monthly Bulletin unter ausschliefslicher Be- 
nutzung der Petitschrift gedruckt werden und weit sparsamer in ihren 
bibliogi*aphischen Zuthaten sind als die der Katalogzettel [Anlage I Bl. 26]. 
Zur Aufnahme dieses Satzes sind 800 hölzerne Satzschiffe vorgesehen, 
die so aufgestellt sind, dafs sie eine Grundfläche von 0,69 x 3,55 m 
einnehmen. Sie können etwa zwölf Tonnen fassen und sind bereits 
zur Hälfte gefüllt. Der Druck der ersten Jahreszugangsliste ist in 
Vorbereitung. 

Die von der Linotype erwarteten Vorteile sind nicht ausgeblieben. 
Die Statistik hat nicht weniger denn 150 Titel als die achtstündige 
Tagesarbeit eines Setzers oder vielmehr einer Setzerin ergeben. Dazu 
kommt eine wesentliche Verbilligung des Drucks gegenüber dem alten 
Verfahren, da die festen Zeilen eine sehr viel gröfsere Freiheit und 
Schnelligkeit beim Umbrechen und Ausschiefsen gestatten als der aus 
beweglichen Typen bestehende Satz; die gefürchteten Zwiebelfische sind 
unmöglich. Diese Leichtigkeit in der Behandlung der festen Zeilen 
hat zusammen mit der praktischen Einrichtung eigens für diesen Zweck 
konstruierter Formrahmen die Kosten des blofsen Drucks von 4 c. 
für den Titelzettel, die vor zwei Jahren der Zetteldruck der Bostoner 
Bibliothek mit beweglichen Typen beansprucht hatte, auf etwas weniger 
als 1 c. verringert. Weiter hat sich gezeigt, dafs die Anwendung 
der Maschine eine grofse Raumersparnis mit sich bringt. Ein voller 

1) Der Titel wird immer nur einmal gedruckt Für den systematischen 
Katalog und für die VerweLsungen werden die nötigen Ordnungswörter band- 
scbriftlich ergänzt, so dafs man also überall den volleu Titel findet. 

206 



— 97 — 

Matrizensatz hat in einer flachen Schublade von dem Umfange eines 
gewöhnlichen Schriftkastens Platz, nnd um mit beweglichen Typen 
dieselbe Arbeit zu leisten wie mit einer Maschine, würde man einen 
fünfmal so grofsen Raum für Regale und Schriftkästen brauchen, als 
die Linotype ihn verlangt. Die Ausgabe für Setzkästen wird ganz 
vermieden und die für Schriften auf ein Sechstel herabgesetzt, da der 
Preis des Schriftmetalls, das seinen anfänglichen Wert behält, auch 
nachdem es tausendmal im Schmelztiegel gewesen ist, nur den sechsten 
Teil des der gegossenen Schrift beträgt, die verhältnismäfsig schnell 
abgenutzt wird und schliefslich nur noch ihren Metallwert hat. Die 
sich kaum merklich abnutzende Matrize aber kostet 2^2 c, und da für 
jedes Schriftzeichen 5 — 20 Matrizen vollständig ausreichen, ist die An- 
schaffung eines neuen Satzes keine wesentliche Ausgabe. Weiter geben 
die stets neu gegossenen Zeilen so scharfe, klare Abdrücke, wie sie 
nur nagelneue Typen liefern können. Das Ausgehen einzelner Buch- 
staben, worunter selbst grofse und wohlversehene Druckereien bisweilen 
leiden, ist beim Gebrauch der Linotype unbekannt, da die Matrizen 
nach dem Gufs jeder Zeile sofort zu neuem Gebrauch in das Magazin 
zurückkehren. Die besonders bei der letzten Korrektur sehr lästigen 
Blockaden gibt es hier also nicht. Schliefslich ist es nicht der geringste 
Vorzug der Maschine, dafs sie das Ablegen mit unfehlbarer Sicherheit 
besorgt und damit die ausgiebigste Druckfehlerquelle verschliefst. 

So vielen Lichtseiten stehen natürlich auch Mängel gegenüber. 
Undeutliches Manuskript verlangsamt die Arbeit des Maschinensetzers 
in sehr viel höherem Grade als die des Handsetzers. Die Verbesserung 
eines Fehlers verlangt den neuen Satz der ganzen Zeile, der wiederum 
die Möglichkeit eines neuen IiTtums mit sich bringt und also besonders 
bei der Erledigung der letzten Korrektur ungewöhnliche Sorgfalt er- 
fordert. Da die Tastatur nur grofse und kleine Buchstaben, Ziffern, 
Interpunktionszeichen und die gewöhnlicheren Charaktere und Accente 
enthält, müssen alle Matrizen für die Kursive, für kleine Versalien 
u. s. w. mit der Hand aus der Soris-box eingesetzt werden, und wenn- 
gleich dies Verfahren nicht sehr mühsam ist im Vergleich zum Hand- 
satz, so ist es doch so viel langsamer als die normale Arbeit der 
Maschine, dafs es in der Praxis zu sparsamster Verwendung solcher 
Auszeichnungen führt Aber man hat sich überzeugt, dafs auch das 
einfache Einrücken der Zeilen zur Hervorhebung der Ordnungs Wörter 
genügt nnd dafs die Abwesenheit auffallender Typen dem Bild des 
Satzes einen gleichmäfsigeren Ton gibt. 

Diese Mängel sind jedesfalls unschwer mit in den Kauf zu nehmen, 
wie sie denn auch andere Amerikanische Bibliotheken nicht abgehalten 
haben, dem Beispiele Bostons zu folgen. A. Growoll, der die Biblio- 
thekare zuerst auf die Vorzüge der Maschine Mergenthalers gerade für 
die Herstellung von Katalogen öffentlich aufmerksam gemacht hat,^) 



1) Vgl. S. 32 Anm. 1. 

207 

Beiheft 20. 



— 98 — 

nennt in einer privaten Mitteilung anfser der Boston Public Library 
vier Bibliotheken, "not to mention more", die die Linotype eingeführt 
haben: die Carnegie Library in Pittsbnrgh Pa und die Yolksbiblio- 
theken in Scranton Pa, Cleveland 0.^) nnd St. Joseph Mo. Ans dem 
Library Journal XXI 1896 S. 231 kann diese Liste durch die Denver 
Public Library ergänzt werden. 

Zum Schlufs ein paar Zahlen. Das Printing Department hat im 
Jahre 1896/97 für den Zettelkatalog 12762 Titel gednickt. Die 
Kosten belaufen sich auf 7 — 8 c. fttr den Titel in acht Exemplaren, 
wobei der Karton mit eingerechnet ist Zu den Kosten der in Buch- 
form gedruckten Kataloge wird nur eine Angabe gemacht, die jedoch 
vorbildliche Geltung haben soll: die Seite des Monthly Bulletin (Satz- 
fläche 20,5x13 cm mit durchschnittlich 34 Titeln) wird in 5000 Exem- 
plaren für etwa 3 | hergestellt. Bemerkenswert ist nebenbei, dafs 
dies monatliche Zugangsverzeichnis für den erstaunlich niedrigen Preis 
von 25 c. für das Jahr zu beziehen ist. 

Die Maschine wird einstweilen nur in Amerika hergestellt und 
kostet 3000 |. 



2. DIE HARVARD COLLEGE LIBRARY IN CAMBRIDGE.«) 

Wie es scheint, ist die heute in der Bibliothek der Harvard- 
Universität übliche Katalogisierungsmethode auf ihren kürzlich ver- 
storbeuen Leiter Justin Winsor, der vor zwei Jahrzehnten nach muster- 
hafter Organisierung der Boston Public Library sein neues Amt in 
Cambridge antrat, zurückzuführen.^) Die Titel werden zunächst auf 
Fahnen von 50x11 cm Satzfläche abgezogen {Harvard University 
Library Accessions)] dann aber werden sie nicht, wie es sonst Sitte ist, 



1) William H. Brett, der Leiter dieser Bibliothek, hat die Linotype 
dazu benutzt, ein überaus nützliches Unternehmen ins Leben zu rufen, im 
Juni ] 896 erschien, 32 Qaartseiten stark, die erste Nummer seines Cumulative 
Index to a selected List of Periodicals. Die Eigenart dieser Publikation, die 
die einzelnen Arbeiten einer Reihe von Zeitschriften in der Art des Dictionary 
Catalogne nach Verfassern, Titeln und Gegenständen in einem Alphabet 
verzeichnet, besteht darin, dafs jede folgende Nummer bis zum Schluls des 
Jahres die Artikel aller vorhergehenden Nummern in sich aufnimmt und in 
ihr Alphabet einreiht, daüs also für das laufende Jahr immer nur das eine 
Alphabet des letzten Heftes befragt zu werden braucht. Die Zahl der aus- 
gezogenen Periodica belief sich zunächst auf 60, ist aber im zweiten Jahrgang 
auf 100 erhöht worden. Der Subskriptionspreis betritt 5 5 Jährlich. Die 
letzte Nununer, die also ein vollständiges Jahresverzeichnis darstellt, wird 
den Abonnenten ohne Extrakosten gebunden geliefert. Vgl. Library Journal 
XXI 1896 S. 278 u. 346; XXII 1897 S. 83 u. 368; Conf. No. S. 81. 

2) Mitteilung von Wm H. Tillinghastin Cambridge. — Dazu C. W. 
Andrews, Printed Card Catalogues (in den demnächst erscheinenden Proceed- 
ings der 2 internationalen Bibliothekar -Konferenz in London 1897). 

3) Vgl. sein Schreiben an A. Growoll im Library Journal XIU 1888 S. 282. 

208 



— 99 — 

zu mehreren anf eine gröfsere Form verteilt nnd auf ganze Bogen ge- 
druckt, die in einzelne Zettel zu zerschneiden sind, sondern jeder wird ftlr 
sich geschlossen nnd mit der Handpresse in genau so viel Exemplaren 
abgezogen, als die Zwecke der Bibliothek es erheischen [Anlage I Bl 27]. 
Zn diesem Einzeldruck hat man sich hauptsächlich darum entschlossen, 
weil er die beim Bogendruck unvermeidliche Herstellung überflüssiger 
Zettel ausschliefst. Für den Sachkatalog gelangen übrigens beim 
Druck Kartons zur Verwendung, die durch eine rote Linie zwiefach 
geteilt sind. Während der grofse untere Raum den Titel aufnimmt, 
ist der obere schmale für die nach dem Druck handschriftlich zu 
ergänzenden Ordnungs Wörter bestinunt. 

Die Fahnen, deren 4 — 5 wöchentlich zur Aufnahme der Acces- 
gion notwendig sind, werden in 50 Exemplaren abgezogen. Von den 
einzelnen Zetteln verlangt die Bibliothek im Durchschnitt 5 Exemplare, 
und zwar 2 für den Autoren- und 3 für den sachlich geordneten 
Katalog. Jeder Titel kostet 20 c; zur Erklärung dieses hohen 
Preises wird darauf hingewiesen, dafs die Arbeit von der Universitäts- 
drnckerei ausgeführt wird, die gezwungen ist, für gelegentliche An- 
forderungen ein umfangreiches Betriebsinventar bereit zu halten und 
daher nicht so billig arbeiten kann wie private Anstalten. 



3. DIE JOHN CRERAR LIBRARY IN CHICAGO, i) 

Die am 1 April 1897 eröflfaete John Crerar Library 2) in Chicago, 
die wesentlich das Gebiet der Naturwissenschaften pflegt, sieht ebenso 
wie die Boston Public Library die Benutzung des einmal für den 
Druck ihrer Zettel hergestellten Satzes zur Veröffentlichung umfang- 
reicherer Kataloge in Buchform vor, ohne jedoch die Linotype zu 
benutzen. Die Titel werden vielmehr mit der Hand gesetzt; ist 
dann der Druck der Zettel erfolgt, so wird der Satz dem Galvano- 
plastiker überliefert, der für jeden Titel ein dünnes und leichtes 
Kupferklischee anfertigt. Diese Galvanos werden nach der fort- 
laufenden Titelnummer, die ihren Platz dicht unter dem Haupt- 
ordnungswort hat, aufbewahrt. Will nun die Verwaltung eine um- 
fassende Zugangsliste oder einen Sonderkatalog drucken lassen, so 
hat sie weiter nichts zu thun als dem Drucker die Nummern der 
Titel in der Reihenfolge zu nennen, in der sie in der neuen Publi- 
kation erscheinen sollen. Selbstverständlich sind die dünnen Klischees 
zum Druck auf der Rückseite durch Blöcke zu verstärken. Noch sind 



1) Nach Mitteilungen des Bibliothekars Clement W. Andrews und 
seines Assistenten Anderson H. Hopkins. — Dazu des ersteren Vortrag auf 
der 2 internationalen Bibliothekar -Konferenz in London 1897: Printed Card 
Catalogues. 

2) Gestiftet 1894 mit 3 Millionen $ und benannt nach ihrem Stifter. 

209 

7* 



— 100 — 

dort keine Versuche in dieser Richtung gemacht, doch will man 
nächstens damit beginnen. i) [Anlage l El, 27.] 

Das geschilderte Verfahren hat gegenüber der Verwendung der 
Zeilengiefsmaschine zu gleichem Zweck den grofsen Vorzug, dafs die 
Ansammlung kolossaler Metallmassen vermieden wird, da die dünnen 
flachen Galvanos nur einen bescheidenen BruchteU des Gewichts und 
des Umfangs der schweren tiefen Bleizeilen ausmachen. Andererseits 
verursacht es ungleich höhere Ausgaben. Der Titel kostet in 20 Exem- 
plaren^) 16 c, wozu noch 6 c. für die galvanoplastische Reproduktion 
kommen. Jährlich werden 2000—3000 Titel gedruckt. 



ZWEITES KAPITEL. 

DIE TITELDBÜCKE AUSSERHALB DER 

BIBLIOTHEKEN, 

Es scheint nicht sicher festgestellt, wer zuerst den Verlegern den 
Vorschlag gemacht hat, jedem Exemplar jedes von ihnen ausgegebenen 
Buches gedruckte Titelzettel beizulegen, um so den Bibliotheken die 
Mühe der Titelaufnahme zu ersparen.^) Jedesfalls ist von allen Plänen, 
die ihre Entstehung dem tiefen Verdrufs über die ewige Wiederholung 
derselben Arbeit in ungezählten Bibliotheken verdanken,^) dieser nicht 
allein der bequemste, sondern leider zugleich der aussichtsloseste, und 
es ist schwer zu begreifen, woher seine Anhänger Angesichts des 



1) Im Anschluls an die Darstellung seiner Methode machte Andrews 
der Konferenz die interessante Mitteilung, dafs die Anwendung von Gelluloid- 
klischees anstatt der Galvanos zunehme. Diese cellutvpes, wie sie genannt 
würden, seien nicht nur billiger und viel leichter als die Galvanos, sondern 
aach dauerhafter und weniger empfindlich. Es wäre nicht unmöglich, dais 
sie zur Wiederbelebung des Jewettschen Plans führten. 

2) Zur Erklärung der verhältnismäfsig hoben Auflage ist zu berichten, 
dafs die Bibliothek von diesen Zetteln einmal flir ihre eignen Kataloge — 
einen systematischen und zwei alphabetische, von denen der eine nach Ver- 
fassern, der andere nach Gegenständen geordnet ist — einen sehr ausgedehnten 
Gebrauch macht, und weiter je ein Exemplar an sechs Institute in der Stadt 
oder deren unmittelbarer Nachbarschaft unter der Bedingung abgibt, dafs sie 
geordnet aufbewahrt und dem Publikum zugänglich gemacht werden. Es 
sind dies die Chicago Public Library, die Newberry Library, die Universität 
Chicago, die Northwestern University, das Armour Institute of Technology 
und das Field Columbian Museum. 

8) Vgl. zur Geschichte dieser Bestrebungen Karl Junker, Gedruckte 
Katalogzettel (Börsenblatt 181)6 No 252 S. 6963 — n965). — Über die neusten 
Erfolge berichtet Georg Maas im Centralbl. f. B. XIII 1896 S. 681 f. und XIV 
1897 S. 48 f. 

4) Die Pläne sind bis auf die neuste Zeit zusammengestellt in der 
Französischen Ausgabe von Graesels Grundzügen zur Bibliothekslehre: Manuel 
de biblioth^conouue. Traductiou de Jules Laude, Paris 1897 S. 467 — 473. 

210 



— 101 — 

Widerstandes nnd der Indifferenz hüben nnd drttben nnd Angesichts 
der schier unendlichen Mannigfaltigkeit widerstrebender Anschauungen 
nnd Interessen, die hier zu vereinigen wären, den Mut hernehmen, die 
Agitation lebendig zu erhalten. 

Mehr Boden unter den Fttfsen hat das verwandte Bestreben, die 
Redaktionen von Zeitschriften zur Beigabe einseitig bedruckter Ver- 
zeichnisse der einzelnen Aufsätze zu veranlassen. Hier ergibt sich die 
Form der Aufnahme von selbst, und niemand wird an solche Titel, 
die ebenso wie die Verweisungen lediglich praktischen Zwecken dienen, 
hohe Ansprüche stellen. Für diejenigen Bibliotheken, die ihre Kata- 
logisierungsarbeit überhaupt auf Zeitscbriftenartikel ausdehnen, ist also 
jedes derartige Verzeichnis ein wirklicher Gewinn, was von den Titel- 
zetteln, die einige Verleger ihren Büchern beizulegen sich entschlossen 
haben, nicht allgemein behauptet werden kann. Von einer Aufzählung 
der noch ziemlich vereinzelten Erfolge aller dieser Bemühungen darf 
hier abgesehen werden; nur des Beispiels halber mag auf die altbe- 
kannten vorbildlichen Slips der Smithsonian Institution [Anlage I Bl. 31] 
und auf die Ergebnisse der unermüdlichen Propaganda Desiderio 
Chilovis^) hingewiesen werden. 

Zu rechnen ist nattirlich nur mit solchen Unternehmungen, die 
einem Geist und einem Willen unterthan sind. Der folgende Über- 
blick, der sich übrigens auf den sogenannten direkten Zetteldruck be- 
schränkt, ist nicht gerade geeignet, den Bibliothekar mit Stolz zu er- 
füllen. Wenn wir auf der einen Seite die Anstrengungen im unmittel- 
baren und gemeinsamen Interesse aller Bibliotheken durch die nahezu 
unbegreifliche Indifferenz der Bibliotheken selbst lahm gelegt sehen, 
so zeigen andererseits die in erster Linie den Bedürfnissen einzelner 
wissenschaftlicher Disziplinen entgegenkommenden Unternehmungen, 
dafs man sich in weiten Kreisen daran gewöhnt hat, der bibliothe- 
karischen Hilfe in bibliographischen Nöten vollständig zu entraten. 
Auf der im Juli 1896 in London auf die Einladung der Royal Society 
abgehaltenen internationalen Konferenz, die sich einstimmig für die 
Ausgabe eines Verzeichnisses der vom 1 Januar 1900 ab erscheinen- 
den Litteratnr der gesamten Naturwissenschaften in Buch- und Zettel- 
form ausgesprochen hat, war weder das Britische Museum noch sonst eine 
Englische Bibliothek vertreten, und unter den 41 Delegierten, die an 
den Sitzungen teilnahmen, sind nur fünf Bibliothekare zu zählen.^) 
Das ist vielleicht nicht filr die Sache, jedesfalls aber für den biblio- 
thekarischen Beruf lebhaft zu bedauern, um so mehr, als diese Konfe- 
renz vielleicht für die Entwicklung der Bibliographie von aufser- 
ordentlicher Bedeutung sein wird. 



1) Vgl. BoUettino delle pnbblicazioni italiane v. 31 Jan. 1896 und v. 
31 Jan., 28 Febr., 15 Apr., 30 Apr., 15 Mai nnd 15 Juni 1897. 

2) Royal Society of London. — Report of the Proceedings of the 
International Conference on a Catalogue of Scientific Literature held in London, 
July 14—17, 1896. — (London 1896.) 

211 



— 102 — 

I. 
UNTERNEHMUNGEN IM INTERESSE DER BIBLIOTHEKEN. 

1. DAS LIBRARY BUREAU IN BOSTON UND DIE A.L.AJ) 

Die in Amerika seit der ersten Versammlung der Bibliothekare im 
Jahre 1876 erstrebte und immer von neuem diskutierte Centralkata- 
logisierung, d. h. die Lieferung bibliothekarischen Ansprüchen genügen- 
der gedruckter Titelzettel von einer Centralstelle aus schien nach einer 
Reihe vergeblicher Anstrengungen^) im Beginn des Jahres 1894 Wirk- 
lichkeit werden zu wollen. Zwei Unternehmungen kündigten gleich- 
zeitig die Erfüllung der so lange umsonst gehegten Wünsche an, so dafs 
die Redaktion des Library Journal ihre Mitteilung mit dem Sprichwort 
It never rains^ hut it pours einleitete.^) 

Die Rudolph Indexer Company in Philadelphia zeigte für den 
1 Januar 1894 die Eröffnung einer besonderen Katalogisierungsabteilung 
in New York unter der Leitung Cutters an, die die Bibliotheken mit 
gedruckten Titeln in dem Format, wie es die Rudolphsche Maschine 
verlangt, vereorgen sollte. Die Thätigkeit sollte überdies nicht auf 
die moderne Litteratur Amerikas und Englands beschränkt bleiben, 
sondern auch auf ältere Bestände, wie sie in Bibliothekskatalogen ver- 
zeichnet sind, ausgedehnt werden. Zu gleicher Zeit versandte das 
Library Bureau in Boston Prospekte mit dem nämlichen Anerbieten, 
nur dafs hier die Titelzettel die in Amerika übliche Gröfse haben 
sollten. Das Library Joniiial brachte Proben beider Unternehmungen,*) 

1) Library Journal XXI 1896 S. 278; 316; 440; Conf. No S. 101 ff.; 
XXII 1897 S. 21 f. (vgl. dazu S. 147); 127; 143. — A. L. A. PhiUdelphia Con- 
ference. Report of the Publishing Section 1897. 4 S. 8°. 

2) Vgl A. GrowoU, Some notes ou co- operative or labor-saving 
Methods of printiog Library Catalogues (Library Journal XIII 1888 S. 280—282; 
XVII 1892 S. 157—161). — Von den verunglückten Versuchen genügt es hier 
das Title -Slip Registry tu nennen. Es war dies eine einseitig auf dünnes 
Papier gedruckte Sonderausgabe des Publishers' Weekly, die von den 
Bibliotheken direkt für ihre Kataloge verwandt werden sollte. Sie begann 
1879. Keine Mühe wurde gescheut, die Publikation zweckmälsig zu gestalten; 
so wurden z. B. für die Abfassung orientierender Bemerkungen und die Aus- 
wahl der für die Bibliothekskataloge nötigen Stichwörter keine geringeren 
Leute gewonnen als Charles A. Cutter und Melvil Dewey. Trotzdem fand 
das Unternehmen so gerhige Teilnahme, dafs es nach einem Jahr aufgegeben 
werden mnfste. Ein zweiter Versuch derselben Art, den der Verlag des ge- 
nannten Bucbbändlcrorgans 1 882 mit noch sorgfältigerer Berücksichtigung der 
Bedürfnisse der BiblioÜieken unternahm, führte zu keinem besseren Ergebnis. 
— Ob die von Hans Schnorr vonCarolsfeld vorgeschlagene Ausgabe des 
Hinrichsschen Wöchentlichen Verzeichnisses mit einseitigem Druck (Cenlralbl. 
f. B. XII 1895 S. 448—452), wenn sie überhaupt ins Leben getreten wäre, ein 
günstigeres Schicksal gehabt hätte? GrowoU hat während seiner langen Wirk- 
samkeit im Bureau des Publishers^ Weekly merkwürdige Erfahrungen ge- 
sammelt über die Bereitwilligkeit der Bibliothekare, in ihrer aller Interesse 
unternommene Arbeiten zu unterstützen : * Of that several tales might be told." 

3) XVIII 1 893 S. 497. 

4) XVIII 1893 S. 509f. 

212 



— 103 — 

und ans der Art der Berichterstattimg geht hervor, ^afs man in Fach- 
kreisen mit diesen Plänen bereits wie mit Thatsachen rechnete. Trotz- 
dem ist die Centralkatalogisierung hente auch drüben noch nicht über 
das Stadium des Versachs hinansgelangt. 

Das Unternehmen der Rudolph Indexer Company scheint über- 
haupt nicht ins Leben getreten zu sein. Das einzige, was der nächste 
Jahrgang des Library Journal darüber bringt, ist die Erklärung des 
Vertreters der Gesellschaft in der Januarversammlung des New York 
Library Club, dafs sofort nach der bald bevorstehenden Rück- 
kehr Cutters ans Europa die Vorbereitungen beginnen und in etwa 
zwei Monaten die Lieferungen ihren Anfang nehmen würden. i) 
Noch in demselben Jahre mufs sich jedoch die Gesellschaft aufgelöst 
haben, da der Rudolph Indexer seitdem von einer anderen Firma 
vertrieben wird. 

Das Library Bureau hat dagegen Ernst gemacht und mit dem 
Anfang des Jahres 1894 den Zetteldruck begonnen, um sich nach 
21/2 Jahren opferwilliger Arbeit, reich an Enttäuschungen und arm an 
Erfolgen, an die Publishing Section des Bibliothekarvereins mit der Bitte 
zu wenden, ihm die ehrenvoll getragene Last von den Schultern zu 
nehmen. Ein Hindernis sei es ganz besonders, das die Entwicklung 
des Unternehmens aufgehalten und sich als unübersteigbar erwiesen 
habe: das sei der Mangel an Entgegenkommen seitens der Verleger, 
die durch keine Bemühungen dazu hätten gebracht werden können, 
anstatt in dem Bureau einen unbequemen Gratisempfänger zu sehen, 
in der schleunigen und vollständigen Lieferung ihrer Bücher den 
eignen Vorteil zu erkennen. Diese Schwierigkeit würde verschwinden, 
sobald der Bibliothekarverein, bei dem die Verleger ein geschäft- 
liches Interesse nicht argwöhnen könnten, die Arbeit in seine Hände 
nähme. 

Die Publishing Section erklärte sich unter dankbai-er Anerkennung 
der Leistungen des Library Bureau und in voller Würdigung seiner 
mifslichen Lage bereit, das Erbe anzutreten. Das Bureau hatte jähr- 
lich rund 1700 Werke, nur ein Drittel ungefähr der in The Publishers' 
Weekly registrierten Zahl, auf 5000 Zetteln (für Verfasser-, Titel- und 
Sachkatalog) [Anlage I Bl 28] verzeichnet und 59 Exemplare dieses 
Katalogs an 49 Subskribenten zum Preise von 37,50 — 52,50 1 je nach der 
Güte des Kartons abgesetzt. Der hohe Preis hatte den kleineren Biblio- 
theken die Beteiligung unmöglich gemacht, und durch eine Umfrage wurde 
festgestellt, dafs auch die gröfseren Institute, die sich zur Subskription 
entschlossen hatten, nur ein Drittel der gelieferten Zettel für ihre 
Kataloge verwenden konnten. Die Publishing Section glaubte daher, 
die Zahl der Abnehmer wesentlich zu vermehren und dadurch anderer- 
seits die Verleger zu lebhafterer Teilnahme anzuspornen, wenn sie 
Abonnements auf einzelne Teile des Zettelkatalogs eröfTnete. Sie er- 



1) XIX 1894 S. 20. 

213 



— 104 — 

bot sich, den subskribierenden Bibliotheken vom 1 Januar 1897 ab 
ein- oder zweimal wöchentlich kurze Listen der zu katalogisierenden 
Bücher (advance lists) zuzusenden, auf denen sie diejenigen Werke, 
die sie wahi*scheinlich erwerben würden, zu bezeichnen hätten. Nach 
vierzehn Tagen sollten die Listen zurückgeschickt werden, und unmittelbar 
darauf würden ihnen die betreffenden Zettel in jeder gewünschten 
Gröfse und Qualität zugehen, voraussichtlich zugleich mit dem Er- 
scheinen der Bücher selbst. Auf dieses Anerbieten liefen jedoch so 
wenig Antworten ein, dafs man sich genötigt sah, den Plan fallen zu 
lassen und auf dem Pfade des Library Bureau weiter zu wandern. 

Der Sekretär und Schatzmeister der Publishing Section W. Coolidge 
Lane übernahm die Leitung des Werks, und Mifs Nina E. Browne, die 
den Zetteldruck des Library Bureau von seinem Beginn an die drei 
Jahre hindurch besorgt hatte, wurde fär die Eatalogisierungsarbeit ge- 
wonnen. Der Preis der Zettel ist derselbe geblieben, 7,50 — 10,50 1 ftlr 
das Tausend, und auch die Anzahl der abgesetzten Exemplare hat sich 
nicht geändert. Die Einnahme aus den Subskriptionen und der Erlös 
aus dem Verkauf der von den Verlegern übersandten Bücher genügen 
zusammen annähernd zur Deckung der Kosten, wobei nicht zu ver- 
gessen ist, dafs das Unternehmen, dem das Boston Athenaeum ein 
Arbeitszimmer und seine ganze Büchersammlung zur Verfügung gestellt 
hat, keine Ausgaben für Miete, Heizung und Beleuchtuug kennt und 
dafs Lane die Leitung der Arbeit als ein Ehrenamt übernommen hat. 
Trotz dieser günstigen Bedingungen liegt, wie der Bericht der Publishing 
Section selbst zugibt, heute noch die Sache so, dafs jede Verminderung 
in der Zahl der Abnehmer oder eine Steigerung der Schwierigkeit, die 
Bücher von den Verlegern zu erhalten, voraussichtlich dem Unter- 
nehmen sein Ende bringen würde. 

Der am 19 Februar 1897 angenommene Gesetzentwurf über die 
Verwendung der für die Kongrefsbibliothek bewilligten Mittel bestimmt 
die Einrichtung einer besonderen Abteilung unter dem Namen Copyright 
Department.^) Von diesem Amt hofft man nicht allein eine Reorgani- 
sierung der Mafsregeln zum Schutze des litterarischen Eigentums, 
sondern auch — wenigstens thun dies die Amerikanischen Biblio- 
thekare — eine segensreiche Wirksamkeit zu Gunsten der Bibliotheken 
des Landes. Die Gebühr für die Eintragung einer Schrift in die 
Listen des Amtes beträgt 50 c, und für weitere 50 c. wird dem 
Interessenten eine Bestätigung der Registrierung ausgestellt. Nun ist 
es Brauch, den ganzen Dollar einzuschicken, eben um die Bescheinigung 
zu erhalten. Warum sollte diese nicht, meint das Library Journal, 
in regelrechter bibliographischer Form auf einen Standard - Zettel ge- 
druckt und so dem Inhaber des Eigentumsrechts übermittelt werden? 
Damit wäre zugleich die Eatalogisierungsarbeit für die Kongrefsbiblio- 
thek geleistet und weitere Exemplare des Drucks würden in allen 

1) Für sie allein werden 30 Beamte mit zusammen 36440 $ Jahrgehalt 
vorgesehen. 

214 



— 105 — 

Bibliotheken des Landes freudige Abnehmer finden, so dafs diese Ein- 
richtung dem Amte sogar eine Steigerung seiner Einnahmen verschafien 
könnte. 1) 

Die Vorteile dieses Planes liegen so klar auf der Hand, dafs 
sich die mafsgebende Stelle ihnen schwerlich wird verschliefsen können. 
Aber der Weg von der Einsicht in die Fruchtbarkeit eines Gedankens 
bis zn seiner Ausführung wird dort kaum weniger weit und be- 
schwerlich sein als bei uns in Europa. 

NACHSCHRIFT. 

Die ungemein rührige Publishing Section der A. L. A. ist in 
diesen Tagen mit einem neuen Unternehmen hervorgetreten, dem der 
beste Erfolg zu wünschen ist. Es handelt sich um den Druck 
von Katalogzetteln für die einzelnen Artikel einer ansehnlichen 
Reihe von periodischen Publikationen, der mit Januar 1898 beginnen 
soll {Printed Catalog Cards for Ariicles in Curreni Periodicals and 
Society Puhlications). Die Anregung ist von fünf grofsen und reichen 
Instituten des Landes ausgegangen, den Bibliotheken der Harvard- und 
der Columbia -Universität, der John Crerar in Chicago, der Boston 
Public und der New York Public Library. Sie haben gemeinsam die 
Liste der zu analysierenden Periodica — der Prospekt nennt 184, 
darunter nicht weniger als 59 deutsche — aufgestellt und auch die 
Arbeit der Katalogisierung übernommen. Von ihnen soll die Publishing 
Section das Manuskript erhalten und ihrerseits den Druck und den 
Vertrieb der monatlich zweimal auszugebenden Zettel besorgen. 

Im Hinblick auf den bekannten Plan der Royal Society hat man 
im aUgemeinen Publikationen ausschHefslich naturwissenschaftlichen 
und mathematischen Charakters ferngehalten, aber kaum eine der be- 
deutenderen gelehrten GeseUschaften übergangen.'^) Gelingt es dem 
Unternehmen, die nötige Teilnahme zu gewinnen, so soll es später auf 
weitere Periodica, Regierungspublikationen, Sammelwerke und sogar 
für eine noch zu bestimmende Auswahl von Journalen auf alle seit 
ihrem Beginn erschienenen Bände ausgedehnt werden. 

Die Zettel werden das in Amerika verbreitetste Format von 
7,5x12,5 cm (postal size) zeigen. Um den Bibliotheken, die das 
kleinere Format (5x12,5 cm) benutzen, entgegenzukommen, soll der 
Druck so angeordnet werden, dafs ohne Schädigung des Titels 2^2 cm 
vom unteren Rande des Zettels weggeschnitten werden können. Die 
einstweilen festgesetzten Subskriptionspreise soUen im Laufe der Zeit 
80 weit erniedrigt werden, als es die Zahl der Abonnenten erlauben 



1) Vgl. den Bericht über den 2 internationalen Bibliothekar -Eongrefs 
in London (Centralbl. f B. XIV 1 897) S. 467. 

2) Weshalb freilich von den Göttinger und Leipziger VeröfFentlichnngen 
nur die Abhandlungen^ nicht auch die Nachrichten imd Berichte auf das 
Programm gestellt smd, ist nicht recht zu begreifen. 

215 



— 106 — 

wird. Fürs erste sind 100 Titel mit 3 oder mit 41/2 f zn bezahlen, 
je nachdem sich das Abonnement anf die ganze Zettelbibliographie 
oder nnr anf die Titel bestimmter Publikationen erstreckt. Der 
einzelne Titel kostet danach 12 oder 18 Pf. — Diese Preise ver- 
stehen sich für die Lieferung jedes Titels in zwei Exemplaren; werden 
noch weitere Exemplare verlangt, so wird hier das Hundert Zettel 
nach der vorhin gemachten Unterscheidung mit 40 oder mit 50 c. 
berechnet. 

Zu den Subskriptionen der fünf genannten Bibliotheken fehlen 
mindestens fünf weitere Abonnements auf die ganze Bibliographie, um 
das Unternehmen materiell sicher zu stellen. Dafs diese sich zusammen- 
finden werden, unterliegt kaum einem Zweifel. Es wäre jedoch lebhaft 
zu bedauern, wenn der für kontinentale Verhältnisse hohe Preis unsere 
Bibliotheken von der Beteiligung zurückhielte. Denn mit jeder neuen 
Subskription wächst die Möglichkeit der Preisherabsetzung; die A. L. A. 
will keine Geschäfte machen, sondern dem allgemeinen Besten dienen. 
Die Ausdehnung der Inventarisierung auf die einzelnen Arbeiten der 
Periodica ist eine Forderung, der auch wir uns auf die Dauer nicht 
werden entziehen können, und hier ist eine treffliche Gelegenheit ge- 
boten, mit dieser Erweiterung unserer Kataloge zu beginnen. Das von 
der A. L. A. gewählte Format ist jedesfalls kein Hindernis, ihre Arbeit 
für uns auszunutzen, da nicht einzusehen ist, weshalb nicht das Inventar 
der Zeitschriftenartikel eine Sonderexistenz neben dem der Mono- 
graphien führen könnte. Die Zahl der Titel, die die Eatalogisieiung 
der zunächst in Aussicht genommenen Periodica ergeben wird, ist 
auf 3098 geschätzt. Die 93 i^ oder 372 M., die mithin ein ganzes 
Abonnement kosten wird, werden unsere gröfseren Bibliotheken am 
Ende erschwingen können. Die Sache ist ein Opfer wert. 

2. DAS LIBRARY BUREAU IN LONDON, t) 

Das von Cedric Chivers geleitete Library Bureau in London, ein 
Zweig des Bostoner Instituts, begann am 1 Januar 1896 mit der Aus- 
gabe einer neuen monatlich erscheinenden Bibliographie der Englischen 
Litteratur.2) Zugleich eröffnete es eine Subskription auf einen gleich- 
falls monatlich auszugebenden Zettelkatalog aller in dieser Bibliographie 
zu verzeichnenden Bücher zum Jahrespreise von 3 £. Die Zahl der 
Werke wurde im Prospekt auf jährlich 6000 geschätzt , schlofs aber 
im ersten Jahre mit 5596 ab. Obgleich sich nur 15 Abonnenten 
einfanden, die zusammen 20 Exemplare bestellten, wurde die Zettel- 
ausgabe unternommen und zwölf Monate lang unter beträchtlichen 
pekuniären Opfern durchgeführt, dann aber, als auch der Jahresschlufs 
keine günstigeren Aussichten brachte, aufgegeben. [Anlage I BL 29.] 



1) Mitteilung des Bureaus. 

2) Angezei^ von Alfred Schulze im CentralbLf.B.XIV 1897 S.309— 3^2. 

216 



— 107 — 

n. 

UNTERNEHMUNGEN IM INTERESSE BESTIMMTER 
WISSENSCHAFTLICHER KREISE. 

1. DIE BOTANICAL SUPPLY COMPANY IN CAMBRIDGE mass.2) 

Unter dem Titel Bihliography of American Boiany veröffentlicht 
die Cambridge Botanical Supply Company in monatlichen Zwischen- 
ränmen auf Zetteln eine Bibliographie aller neu erscheinenden Arbeiten 
zur Botanik Amerikas [Anlagel El 29]. Bis zum Mai 1897 sind 2359 Zettel 
ausgegeben; ihre monatliche Durchschnittszahl belauft sich auf etwa 60. 
Der Subskriptionspreis ist bei Vorausbezahlung auf 5 | fdr das Jahr 
festgesetzt und erhöht sich um 1 $ bei späterer Regelung der Rechnung. 
Die Herbeischaffung des Materials geschieht durch ein Komitee, dem 
die Botaniker der Columbia- Universität, des National Herbarium und 
anderer Institute angehören, während die Veröffentlichung unter der 
Leitung eines Ausschusses der American Association for the Advance- 
ment of Science durch die oben genannte Gesellschaft erfolgt. Die 
Ausgabe beschränkt sich einstweilen auf die Befriedigung der Bedürf- 
nisse des alphabetischen Katalogs; eine Ediiion by Sübjects ist in 
Vorbereitung. 

Zur Entstehung des Unternehmens wird berichtet,^) dafs auf den 
Wunsch des in Madison abgehaltenen Botanischen Kongresses N. L. 
Britton, der Herausgeber des Bulletin of the Toney Botanical Club, 
sich entschlofs, seinen monatlich ausgegebenen Iudex to literature 
relating to American Botany in ein Zettelverzeichnis umzugestalten 
und alle geschäftlichen Einzelheiten der Botanical Supply Company 
übertrug. 

2. DAS OFFICE OF EXPERIMENT STATIONS IN WASHUSfGTON.4) 

Die dem Ackerbauministerium in Washington untergeordnete Ab- 
teilung fQr Versuchsstationen ist seit einer Reihe von Jahren mit der 
Herstellung eines gedruckten Zettel Verzeichnisses der von den landwirt- 
schaftlichen Versuchsstationen und verwandten Anstalten des Landes ver- 
öffentlichten Litteratur beschäftigt: Suhject Index of Literature of Agri- 



V) "Es ist begreiflich, dafs sich das Verlangen nach bibliographischen 
Hilfsmitteln vorzugsweise auf den Gebieten der Natur wissenschanen geltend 
macht Die Forscner haben hier in erster Linie Naturprodukte, keine litte- 
rarischen Arbeiten als ihre Objekte vor sich. Das BeaUrfnis, sich Über das 
auf ihren Untersnchungsgebieten schon Geleistete genauer zu unterrichten, 
tritt erst sekundär hervor, während ftir manche Geisteswissenschaften ihre 
Geschichte einen Hauptteil dieser Wissenschaften selbst bildet.'' 0. Hartwig, 
Die Bewegungen auf dem Gebiete des internationalen Bibliothekswesens 
(Cosmopolis VI 1897) S. 566. 

2) Prospekt der Cambridge Botanical Supply Company. 

3) Bulletin de l'Institut international de bibliopaphie 1 1895/96 S. 120 f. 

4) Zirkulare 102 und 106 des Office of Expenment Station». 

217 



— 108 — 

ctUiural Experiment Slations and Kindred Institutions. [Anlagel Bl. 29.] 
Jeder Zettel enthält den Titel eines Artikels, den Namen seines Verfassei's, 
einen Hinweis auf die Publikation, der er entnommen ist, wie anf den 
Experiment Station Record und schliefslich unter dem Strich eine ge- 
drängte Angabe seines Inhalts. Während die links unten angebrachte 
Zahl die Reihenfolge angibt, in der die Zettel hergestellt wurden, 
weist die Ziffer in der oberen rechten Ecke dem Titel seinen Platz 
in dem systematisch anzuordnenden Verzeichnis an.^) 

Bisher sind etwa 13000 Zettel ausgegeben, die die Litteratnr 
von 1888, dem Entstehungsjahr der meisten dieser Stationen, bis 1894 
umfassen. Die Inventarisierung der älteren Arbeiten ist handschriftlich 
bereits abgeschlossen, und alle Anstrengungen werden gemacht, die 
neusten Jahrgänge zu bewältigen. Je ein Exemplar des Verzeichnisses 
wird den landwirtschaftlichen Schulen und Versuchsstationen kostenfrei 
zugesandt. Aufserdem ist das Bureau gesetzlich ermächtigt, eine be- 
schränkte Anzahl von Exemplaren zu einem Preise zu verkaufen, der 
nur die durch ihren Druck entstehenden Mehrkosten decken soll. 
Diese sind auf 2 ^ für je lOÖO Zettel festgesetzt. Die in ver- 
schiedenen Farben gehaltenen Übersichtszettel (division cards) sind für 
1 1 25 c. zu beziehen. 

3. DAS REPERTOIRE BIBLIOGRAPHIQÜE DES SCIENCES 

MATHßMATIQUES.2) 

Auf die Einladung der Soci^t^ math^matique de France trat am 
16 Juli 1889 in Paris ein Kongrefs von Mathematikern aller Länder 
zusammen, um die Frage der mathematischen Bibliographie, der die 
genannte Gesellschaft seit langem ein lebendiges Interesse zuwandte, 
einer befriedigenden Lösung entgegenzuführen. Das Organisations- 
komitee, an dessen Spitze Professor Poincar^ stand, konnte der Ver- 
sammlung eine sehr ins Einzelne gehende Einteilung der mathematischen 
Wissenschaften unterbreiten, die in drei Sitzungen mit zahlreichen 
kleinen Änderungen angenommen wurde.^) Damit war die schwierigste 



1) Das zu behandelnde Wissensgebiet ist in 13 Gruppen eingeteilt, 
deren jede sich nach einem dezimalen System, das iedocb mit dem Deweyschen 
nichts zu thuu hat, in eine mäfeige Zahl von Abteilungen und Unterabteilungen 
gliedert; z. B. 

8. Entomolögy 

1. Beneficial Insects 

1. Apiculture 

2. Sericulture etc. 

2. Injurious Insects 

1. Insects affecting animals 

2. Insects affecting plants etc. 

2) Index du Repertoire bibliographique des Sciences math6matiques 
publie par la Commission permanente du R6pertoire. — Paris 1893. 

3) Das System ist ausführlich dargestellt in der eben • genannten 
Publikation. Die einzelnen Abteilungen werden durch lateüiische Majuskeln 

218 



— 109 — 

Aufgabe der Konferenz gelöst, und in schneller, einmütiger Arbeit 
wurden am Schlufstage alle übrigen Punkte des Programms erledigt. 
Man beschlofs, ein Repertorium aller Arbeiten zur Mathematik von 
1800 bis einschliefslich 1889 wie der zu ihrer Geschichte von 1600 
bis zur nämlichen Grenze zu veröffentlichen und zur Fortsetzung des 
Werks von zehn zu zehn Jahren Supplemente auszugeben. Im einzelnen 
wurde weiter entschieden, dafs die Arbeiten zur angewandten Mathe- 
matik nur dann aufzunehmen seien, wenn sie die reine Mathematik 
selbst gefordert hätten, und dafs die astronomische Litteratur, die 
bereits in der Bibliographie von Houzeau und Lancaster verzeichnet ist, 
keine Berücksichtigung finden solle. Schliefslich setzte die Konferenz 
zur Überwachung der Ausführung ihrer Beschlüsse einen ständigen 
Ausschnfs mit Poincar^ als Vorsitzendem ein und bestimmte Paris als 
dessen Sitz. 

Die Sammlung des Materials hat eine verhältnismäfsig kurze Zeit 
beansprucht. Schon 1894 erschien im Verlage von Gauthier -Villars 
die erste Zettelserie des Repertoire hihliographique des Sciences 
maihematiques ^ im Oktober 1896 die vierte. Die Serie kostet 2 Fr. 
und enthält 100 Zettel, im Format von 14x8,5 cm, deren jeder 
9 — 10* Titel zählt. Ihre Anordnung innerhalb des Systems ist durch 
das Alphabet bestimmt [Anlage I Bl. 32]. 

4. DAS CONCILIÜM BIBLIOGRAPHICÜM IN ZÜRICH. t) 

Auf den einstimmigen Beschlufs des dritten internationalen Zoologen- 
kongresses in Leiden wurde 1895 in Zürich ein internationales biblio- 
graphisches Bureau (Concilium Bibliographicum opibus complurium 
nationum Turici institutnm) zur Registrierung der gesamten neu er- 
scheinenden zoologischen Litteratur — der in Zeitschriften veröffent- 
lichten sowohl wie der selbständigen — begründet Behörden, Gesell- 
schaften und Private vereinigten sich, seine materielle Existenz zu 
sichern. Die unmittelbare Leitung der durch ständige Assistenten und 
auswärtige Korrespondenten auszuführenden Arbeit wurde Herbert 



bezeichnet; sie zerfallen nach Bedürfnis in Unterabteilungen, die durch lateinische 
Majuskeln mit einem Ziffernexponenten dargestellt werden. Abteilungen und 
Unterabteilungen gliedern sich weiter in Klassen, Gruppen und Untergruppen, 
zu deren Bezeichnung der Reihe nach die arabische Ziffer, die lateinische 
und die griechische Minuskel verwandt werden. Originell ist die rechteckige 
Umrahmung der Signatur: 

L^ 3ba 



1) Concilium Bibliographicum opibus complurium nationum Turici 
institutum. (Zürich 1896.) 8 S. 8^. — Die Reorganisation des Concilium Biblio- 
graphicum. [Zürich 1896.] XVI S. 8°. — The analytical card catalogue of 
current zoological literature (Bulletin de l'Institut international de bibliographie 
I 1895/96 S. 121--126). — Bulletin de ITnstitut international de bibliographie 
1 1895/96 S. 56; 67—72; 164. 

219 



— 110 — 

Haviland Field unter der Aufsicht einer vom Kongrefs ernannten 
internationalen Kommission übertragen. 

Das Bureau begann mit der Ausgabe der Bibliographia Zoologica, 
die — als Fortsetzung des bibliographischen Teils des Zoologischen 
Anzeigers*) — das grofse Werk, mit dem Carus, Wilhelm Engelmann 
und Taschenberg ihre Namen unlöslich verknüpft haben, fortfahrt. 
Den wesentlichsten Zug des neuen Unternehmens aber bildete die 
gleichzeitige Sonderausgabe der Publikation auf Zetteln. Schon am 
1 Januar 1896 erweiterte das Bureau seine Aufgabe beträchtlich, indem 
es nicht allein die Redaktion der von Fischer in Jena verlegten 
Bibliographia AnatomicaP) sondern auch die von Ch. Riebet in Paris 
begründete Bibliographia Physiologica^) übernahm und so die Möglich- 
keit gewann, seine Zettelbibliographie auf die neu erscheinende anato- 
mische und physiologische Litteratur auszudehnen, und weiter dürfte 
die damals bereits und später von neuem angekündigte Einrichtung 
einer vierten, anthropologischen Sektion unter Leitung von Rudolf 
Martin inzwischen erfolgt sein. 

Sobald 35 Titel beisammen sind, wird das Manuskript zur Presse 
geschickt, wo es sofort gedruckt wird. Man hofft durch diese erst 
nach einjährigem Experimentieren getrofi'ene Einrichtung den Klagen 
über die Verzögerung des Zettelkatalogs zu begegnen und ihn schneller 
als irgend eine andere bibliographische Publikation auf den Markt zu 
bringen. Jeder Zettel trägt die Deweysche Klassifikationsnummer, die 
in genauer Übereinstimmung mit den Regeln des Institut international 
de bibliographie in Brüssel gegeben wird, wie das Bureau seinerseits 
das Brüsseler Institut bestimmt hat, das anfänglich gewählte Format von 
13,5x9 cm zu Gunsten des von ihm angenommenen Amerikanischen 
Formats von 7,5x12,5 cm aufzugeben [AnlagelBl,^(Si\, Überhaupt 
ist das Züricher Zettelverzeichnis als ein integrierender Teil des in 
Brüssel geplanten Universalrepertoriums anzusehen. 

Das Concilium Bibliographicum ist kein kommerzielles Unter- 
nehmen und darf nach seinen Statuten aus dem Verkauf der Zettel 
nicht mehr verdienen als nötig ist, seine Ausgaben zu decken. Bei 
der Berechnung des Verkaufspreises wurde die einmalige Auslage für 
Manuskript, Satz und Druck, die sich um so günstiger gestaltet, je 
gröfser die Auflage wird, von den in gleichem Verhältnis mit der 
Zahl der Abonnenten steigenden Kosten (Karton, Schneiden, Lochen, 
Sortieren u. s. w.) getrennt. Unbedruckte Zettel aus weifsem Karton 
werden das Tausend mit 4 Fr., aus braunem zähem und weniger dickem 
Packpapier mit 2,50 Fr. berechnet. Für Satz, Druck u. s. w. wird dann 



1) Dessen Herausgeber Victor Carus die Hauptredaktion der Biblio- 

fraphia Zoologica übernahm oder vielmehr beibehielt, wie auch der Verlag 
ei Engelmann in Leipzig blieb. 

2) Der bibliographische Teil des Anatomischen Anzeigers. 

3) Riebet fUhrt die Hanptredaktion weiter; die Buchausgabe haben 
Zürcher & Furrer in Zürich m Verlag genommen. 

220 



— 111 — 

der Preis in Franken fAr das Tausend dadurch festgesetzt, dafs man 
600 durch die jeweilige Zahl der Abonnenten dividiert. Indessen 
werden unter keinen Umständen mehr als 6 Fr. verlangt. 

Diese Preise verstehen sich für systematisch oder alphabetisch 
angeordnete Serien von sämtlichen Zetteln. Aufserdem aber eröffnet 
das Institut eine grofse Reihe verschiedener Jahresabonnements auf 
einzelne Teile der Bibliographie. So kann z. B. der Zoologe, der 
sich fQr die Faunistik in ihren geographischen Verhältnissen interessiert, 
sämtliche Zettel zur Faunistik überhaupt für 1 Fi*., zur Fauna Frank- 
reichs für 5 Fr. jährlich beziehen u. s. w. Auch für anderweitige 
Dienstleistung stellt sich das Concilinm Bibliographicum den Gelehrten 
zur Verfügung, soweit es sich dazu durch seine Stellung und seine 
Einrichtungen eignet. Solche aufsergewöhnliche Aufträge werden nach 
Mafsgabe des Zeitaufwandes berechnet, wobei die Arbeitsstunde oder 
deren Teil mit 1,25 Fr. in Anschlag gebracht wird. Sollen dabei 
Zettel geliefert werden, so werden sie mit 2 Fr. das Hundert angesetzt. 

Eine besondere Einrichtung ist zu Gunsten der Bibliotheken ge- 
troffen. Diejenigen Zettel, die sich auf selbständig erschienene Schriften 
beziehen, werden fOr 2 Fr. das Hundert (Kartonausgabe) geliefert. Zu 
gleichem Preise werden die Zettel zusammengestellt und abgegeben, 
die die einzelnen Aufsätze derjenigen Zeitschriften verzeichnen, die 
die Bibliothek dem Bureau angibt. Abonnements auf sämtliche Zettel 
wären nach dem Vorschlage des Bureaus folgendermafsen für die 
Katalogisierungsarbeit auszunutzen: die Bibliothek schickt dem Con- 
cilinm eine Liste der von ihr gehaltenen Zeitschriften ein. Diejenigen 
Zettel, die sich auf die in ihnen enthaltenen Arbeiten beziehen, werden 
alsdann in zwei Exemplaren — die Duplikate am zweckmäfsigsten 
in der billigen Ausgabe auf braunem Papier — zum Mehrpreise von 
1,20 Fr. fOrs Hundert versandt. Die weifsen Zettel dienen dann als 
Grundstock der Bibliographie; ersetzt man sie nun, sobald die betreffen- 
den Arbeiten zugänglich sind, durch die braunen Duplikatzettel, so 
ergibt sich in der Hauptbibliographie eine bequeme Übersicht über die 
in der Bibliothek vorhandene Litteratur; die herausgenommenen weifsen 
Zettel aber wandern in den Bibliothekskatalog. 



SCHLUSSBEMERKUNG. 

Im Eingailg dieser Übersicht ist darauf hingewiesen, dafs der 
schon an sich bedeutsame Gedanke, den Druck der laufenden Kata- 
logisierungsarbeit dienstbar zu machen, seine ganze Fruchtbarkeit nur 
da entfalten könne, wo sich seiner Durchführung die Centralisiernng 
der Arbeit zugeselle. Die Universitäts- und Schulschriftenverzeichnisse 
sind bisher die einzigen Beispiele, die alle Vorteile dieser glücklichen 

221 



— 112 — 

Verbindung erkennen lassen. Über ihren Nutzen gibt es nnr eine 
Stimme. Jede Bibliothek, die in der Lage ist, die beiden Berliner 
Publikationen z. B. voll auszunutzen, kann den Gewinn, der ihr aus 
dieser an der Centralstelle geleisteten Arbeit erwächst, alljährlich auf 
Hunderte von Arbeitsstunden berechnen. <) Ein weiterer sehr erfreu- 
licher Vorteil ist es, dafs durch sie die für das ganze mechanische 
Katalogisierungswerk überaus wünschenswerte Einheitlichkeit wenigstens 
in der Behandlung eines Litteraturzweiges Platz gegriffen hat Aber 
diese Fälle können insofern nicht als vorbildliche Lösungen des Pro- 
blems angesehen werden, als sich bei ihnen die grofse Schwierigkeit, 
die die Centralisierung der Tagesarbeit bietet, kaum geltend macht. 
Die hier verzeichnete kleine Litteratur kommt nur zu ganz geringem 
Teil in den Buchhandel, weshalb die Nachfrage des Publikums sich 
erfahrungsmäfsig ziemlich spät regt. Überdies gelangt sie gewöhnlich erst 
am Schlufs des Studien- oder Schuljahres in geschlossener Masse in 
den Besitz der Bibliothek, so dafs die ein paar Monate danach von 
der Centralstelle eintreffenden Titel durchaus zur Zeit kommen. 

Anders steht es mit allen übrigen Erwerbungen der Bibliothek, 
deren schleunigste Inventarisierung im Interesse des Publikums wie des 
Betriebes dringend geboten ist. Es liefse sich unschwer feststellen, 
wie grofs — vom idealen Gewinn nicht zu reden — der materielle 
Vorteil für die Bibliotheken eines Landes oder eines Staates wäre, 
wenn jede zugleich mit dem Erscheinen der Publikation oder spätestens 
14 Tage nachher die nach bibliothekarischen Grundsätzen aufgenommenen 
Titel von einer Centralstelle in genügender Zahl geliefert erhielte, um 
alle ihre Kataloge damit versorgen zu können. Dies ist das nie aus 
den Augen zu verlierende Ziel, und einmal wird und mufs es erreicht 
werden. 

Einstweilen ist man ihm, wie der vorstehende Überblick gezeigt 
hat, nur sehr wenig näher gerückt, trotz der seit langen Jahren hundert- 
fältig angestimmten Klagen über die ungeheuerliche Zeit- und Kraft- 
vergeudung, die darin liegt, dafs an so und so viel Bibliotheken zu- 
gleich eine und dieselbe Arbeit vorgenommen wird, die einmal für 
alle geleistet werden könnte. 

Von den im zweiten Kapitel zusammengestellten Unternehmungen 
kommt hier nnr die des Amerikanischen Bibliothekarvereins in Betracht, 
und auch sie bleibt weit vor dem Ziele stecken, ohne bei ihrer unvoll- 
kommenen Grundlage — und eine solche wird das Entgegenkommen 



1) Joh. Franke, Der Druck der Katalogtitel und die Gesamtzngangs- 
liste (Centralbl. f. B. IV 1887) S. 61 f. gibt eine interessante Gegenüberstellung 
aas der Göttinger Bibliothek. Die handschriftliche Eintragung von 750 Titeln 
Französischer Dissertationen — die Anfertigung der Indices in den Bänden 
eingeschlossen — kostete 20 Tage eines wissenschaftlichen Beamten. Dagegen 
erforderte die vollständige Unterbrinj^ong dieser 750 Dissertationen bei ge- 
liefertem Titeldmck 3 Tage eines wissenschaftlichen Beamten und 5 eines 
klebenden Dieners. 

222 



— Ha- 
der Verleger wohl immer bleiben — Aussicht zu haben, es je zu er- 
reichen. Die Arbeiten der Bibliotheken selbst aber bieten kein 
günstigeres Bild. Von den drei gemeinsamen Zugaugslisten , die wir 
kennen gelernt haben, fafst nur die Französische die direkte Verwendung 
ihrer Titel seitens der beteiligten Anstalten ins Auge, ist aber bei 
ihrem Gange — sie erscheint nur in jährlichen Zwischenräumen — 
weit davon entfernt, ihnen eine Enllastung in ihren Eatalogisierungs- 
arbeiten zu bringen. Wir sehen weiter Englische, Französische, Italienische 
und Norwegische Bibliothekare seit Jahren an der Arbeit, nach allen 
Regeln der Kunst angefertigte Verzeichnisse der gesamten neuen litte- 
rarischen Produktion ihrer Länder periodisch zu publizieren, jedesmal 
lediglich zum Nutzen einer einzigen Bibliothek. Von dem Norwegischen 
Druck kann auch das nicht einmal gesagt werden. 

Es gibt überhaupt nur ein Institut, das die Herstellung und den 
Versand seiner Titeldrucke von vornherein daraufhin eingerichtet hat, 
sie gleichzeitig anderen Anstalten nutzbar zu machen: das ist die 
Königliche Bibliothek in Berlin. Wenn bisher das Resultat hinter 
ihren Absichten zurückgeblieben ist und auch der neulich eingeführte 
schnellere Gang der Versendung schwerlich zu einem vollständig be- 
friedigenden Ergebnis führen dürfte, so liegt dies an Verhältnissen, 
deren Meisterung aufserhalb des Bereichs der Verwaltung liegt, vor 
allem an dem unregelmäfsigen und späten Eingang der Pflichtexemplare. 
Es wird also mit diesem teilweisen Mifserfolg noch nicht der Beweis 
fElr die Unlösbarkeit des Problems erbracht sein. Vielmehr lehrt auch 
das Beispiel der ausländischen, unter sehr viel günstigeren Verhält- 
nissen in der angedeuteten Richtung ganz erfolglos arbeitenden Landes- 
bibliothekeo , da(s wir selbst dann, wenn wir ein einheitliches gutes 
Pflichtexemplargesetz und eine Centralbibliothek besäfsen, einen anderen 
Weg einschlagen müfsten, um zum Ziele zu kommen. Von Privat- 
drncken, Regierungspublikationen und Tageszeitungen abgesehen strömt 
die gesamte litterarische Produktion unseres Landes, sobald sie markt- 
reif geworden, in die Centrale des Buchhandels zusammen. Die treibende 
Kraft aber ist das allereigenste Interesse der Verleger, ist also ebenso 
stark wie unversieglich. Was liegt danach näher, als das Arbeitsfeld 
eines Unternehmens, dem die schleunigste Verfügung über die neusten 
Erscheinungen des Büchermarkts die erste Lebensfrage ist, dorthin zu 
verlegen? 



223 
Beiheft 20. 8 



ZWEITER TEIL. 

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE, 

Es ist eines der sichersten Ergebnisse der vorangehenden ge- 
schichtlichen Erörterungen, dafs die Herstellung des alphabetischen 
Gesamtkatalogs im Manuskript unter allen Umständen notwendig bleibt, 
gleichviel wie weit man die Aufgabe fasse, nnd gleichviel anch, ob 
man der endgiltigen Gestaltung des Katalogs das Alphabet oder ein 
System zu Grande legen will. Daraus ergibt sich für die nun folgenden 
Vorschläge zur Ausführung des Unternehmens die einfache Teilung in 
die beiden Kapitel von der Herstellung des Mannskripts und vom 
Druck. Die Frage nach der definitiven Anordnung des Katalogs ist 
in so hohem Grade von der seiner Veröfientlichung abhängig, dafs 
ihre Unterordnung unter diese nicht befremden wird. 



ERSTES KAPITEL. 
DIE HERSTELLUNG DES MANUSKRIPTS. 

I. VORBEREITENDE MASSREGELK 

Der Gesamtkatalog soll die Druckschriftenbestände der Preufsi- 
schen Bibliotheken vorführen und gleichzeitig bei jedem Buch an- 
geben, wo es zu finden ist; er kann also nur auf Grund einer syste- 
matisch von Titel zu Titel vorgehenden Vergleichung aller Sammlungen 
zustande kommen. 

Welchen Gang diese auch nehmen mag: sie darf erst beginnen, 
nachdem zuvor zwei Fragen ihre Beantwortung gefunden haben. 

224 



— 115 — 

1. ERLASS VON INSTRUKTIONEN 
FÜR DIE AUFNAHME UND FÜR DIE ORDNUNG DER TITEL 

DES ALPHABETISCHEN KATALOGS. 

Für die Aufnahme der Titel besitzen die Preufsischen Biblio- 
theken seit 1892 in der Berliner Instruktion Äur Herstellung der 
Zettel des alphabetischen Katalogs eine gemeinsame Anleitung. Diese 
völlig unverändert auch dem Gesamtkatalog zu Grunde zu legen, wird 
schon deshalb nicht angehen, weil sie in allen Fällen, in denen es 
sich um früher d. h. vor 1892 erworbene Werke handelte, ?ur Revision 
der alten Aufnahmen nach den Büchern selbst zwänge, so unver- 
dächtig auch ihre Korrektheit wäre. Aber auch abgesehen davon wird 
es sich im Interesse des schnellen Fortgangs der Arbeit und nicht 
weniger im Hinblick auf den eine knappere Fassung der Titel fordernden 
Druck empfehlen, für die Herstellung des Gesamtkatalogs eine Reihe 
von Erleichterungen der heute geltenden Bestimmungen eintreten zu 
lassen. Auf Einzelheiten einzugehen, ist hier nicht der Ort. Wie 
weit in dieser Richtung gegangen werden darf, ohne dem Wert der 
Aufnahmen Abbruch zu thun, darüber wird sich unschwer eine Einigung 
erzielen lassen. Nur wird man sich von vornherein klar zu machen 
haben, dafs diese neue Instruktion nicht gut auf die Herstellung des 
Gesamtkatalogs beschränkt bleiben darf. 

So lange die Sammlungen, deren Bestände er in eins verschmelzen 
soll, sich lebendig weiter entwickeln und so lange die Gitlnde, die 
heute zu seiner Schöpfung drängen, ihre Kraft behalten, so lange wird 
auch die Arbeit am Gesamtkatalog dauern. Der wesentlichste Teil 
dieser Arbeit aber, die Aufnahme der Titel, wird, wie man sich auch 
die Fortführung des Unternehmens denken mag, stets von den be- 
teiligten Bibliotheken zu leisten sein. Will man also nicht die Central- 
stelle, der nach dem vorläufigen Abschlufs des Werks auch seine 
Weiterführung obliegen wird, für alle Zeiten zu neuer Redaktion der 
von den Bibliotheken hergestellten Titelkopien verpflichten, so wird 
man entweder trotz der vorhin namhaft gemachten Gründe von einer 
Änderung der heutigen Instiniktion lediglich ftlr den Gesamtkatalog 
absehen oder den Geltungsbereich der zunächst nur für den Gesamt- 
katalog revidierten Instruktion auch auf die interne Arbeit der be- 
teiligten Bibliotheken ausdehnen müssen. Eine neue Stütze erhält 
dieser Standpunkt, wenn man den im folgenden näher begründeten 
Vorschlag annimmt, zur Fortführung des Gesamtkatalogs und zugleich 
der einzelnen Bibliothekskataloge eine gedruckte Gesamtzugangsliste 
der Preufsischen Bibliotheken ins Leben zu rufen. 

Die Berliner Instruktion ist erst seit sechs Jahren in Kraft. Das 
Bedenken, durch ihre Änderung eine störende Ungleichheit in die 
Zettelkataloge der Bibliotheken hineinzubringen, dürfte also kaum mit- 
sprechen, und andererseits ist die Meinung, ihre Anforderungen an die 

225 

8* 



— 116 — 

Genauigkeit der Aufnahme könnten gemildert werden, ohne dafs da- 
runter die Sicherheit der Kataloge zu leiden hätte, in Fachkreisen 
weit verbreitet. 

Ungleich dringlicher jedoch ist die Aufstellung fester Grund- 
sätze für die Ordnung der Titel. Heute zeigt jede Bibliothek hierin 
mehr oder weniger Eigenheiten. Das Library Journal, um ein Beispiel zu 
nennen, ist auf der Königlichen Bibliothek in Berlin unter Jonmal zu 
finden, während überall da, wo man sich an die Dziatzkosche Instruktion 
hält, die im Titel gebotene Reihenfolge der beiden Wörter auch für die 
Einordnung in den alphabetischen Katalog mafsgebend ist. Dem Be- 
amten, der heute von einer Bibliothek an die andere versetzt wird, 
bleibt nichts anderes übrig als „umzulernen"; aber auch bei aufmerk- 
samster Selbstkontrolle wird er gelegentlich in seine frühere Gewohnheit 
zurückfallen. 

Das ist ein unerfreulicher Zustand, der auch den Dienstbetrieb 
ungünstig beeinflufst. Er möchte wie bisher weiter ertragen werden, 
so lange jede Bibliothek für sich allein arbeitet; er mufs unbedingt 
aufhören, sobald sich alle zur Herstellung eines gemeinsamen alpha- 
betischen Katalogs verbinden. Es liegt auf der Hand, dafs dies Werk 
die gemeinsame Befolgung der nämlichen Grundsätze in der Anordnung 
der Titel zur Voraussetzung hat, dafs also seinem Beginn der Erlafs 
einer fQr alle beteiligten Bibliotheken gleich verbindlichen Insti-uktion 
vorangehen mufs. 

Diese dürfte am besten dadurch gewonnen werden, dafs der 
durch eine Kommission revidierten Dziatzkoschen Instruktion amtliche 
Geltung gegeben wird. 

So wünschenswert die völlig gleiche Ordnung der zu vergleichenden 
Inventare ist, so wird schon in Rücksicht auf die Bibliotheken, die 
keinen vollständigen Zettelkatalog besitzen, nicht die Forderung auf- 
gestellt werden dürfen, noch vor der Vergleichung die Verzeichnisse 
aller beteiligten Sammlungen auf die neuen Grundsätze hin durchzu- 
arbeiten. Ganz notwendig aber scheint es, dafs in dem der Vergleichung 
zu Grunde zu legenden Katalog der gröfsten Sammlung vor dem Beginn 
der Arbeit die fortab allgemein giltigen Ordnungsprincipien, soweit 
sie von den bisher zur Geltung gebrachten abweichen sollten, durch- 
geführt werden, so dafs störende Nachzügler nach Möglichkeit ver- 
mieden werden und der vergleichende Beamte wenigstens an der 
Grundlage einen festen Halt hat. • 

2. SORGE FÜR DIE FORTFÜHRUNG DES GESAMTKATALOGS. 

Die Vergleichung der nach Hnnderttausenden zählenden Titel 
wird nur Schritt fQr Schritt vorwärts gehen können und demgemäfs 
eine ganze Reihe von Jahren in Anspruch nehmen. Erwirbt nun eine 
der beteiligten Bibliotheken heute ein Buch, dessen Titel dem ersten, 
bereits gestern verglichenen Abschnitt ihres alphabetischen Katalogs 

226 



— 117 — 

angehört, so wird selbst das erste kleine Stück des Gesamtverzeich- 
nisses, noch bevor es vollständig fertig ist, schon veraltet sein, falls 
nicht die spätere Erwerbung nachträglich auch in ihm registriert wird. 
Zugleich mit dem Beginn der Vergleichnng mufs also die Sorge für 
die fortlaufende Ergänzung der jeweiligen Ergebnisse der Vergleichnng 
einsetzen, um nie, auch nicht nach Vollendung des Gesamtkatalogs 
wieder auftinhören, es sei denn, dafs man sich einmal entschlösse, das 
ganze Werk verfallen zu lassen. 

Je nachdem die nach dem Beginn der Vergleichnng gemachten 
Erwerbungen, um die es sich hier handelt, der neu erschienenen oder 
der älteren Litteratur angehören, wird sich eine verschiedene Behand- 
lung empfehlen. 

a. Die Erwerbungen ans der neu erschienenen Litteratur. 

Es wäre die Befriedigung eines alten und oft geäufserten Bedürf- 
nisses, wenn sich mit der Erreichung des vorliegenden Zwecks zugleich 
die Centralisation der Eatalogisiemngsarbeit durchführen liefse, soweit sie 
ftlr ein einzelnes Land, dessen Bibliotheken sich nicht auf die Sammlung 
der heimischen Litteratur beschränken, überhaupt im Bereich der 
Möglichkeit liegt. 

Die Musterung der Titeldrucke hat zu dem Schlufs geführt, dafs 
ftlr Deutschland oder vielmehr für die Deutsche litterarische Produktion 
eine zufriedenstellende Lösung des Problems der Centralkatalogisierung 
nur dann zu erwarten ist, wenn die Arbeit von den Sonderinteressen 
der einzelnen Bibliotheken losgelöst und aus ihren Räumen in die 
Centrale des Deutschen Buchhandels verlegt wird. Dafs das Wöchent- 
liche Verzeichnis der Hinrichsschen Buchhandlung in Leipzig trotz 
seiner allgemein anerkannten Zuverlässigkeit, die es in gleichem Mafse 
der ausgezeichneten Organisation des Deutschen Buchhandels wie der 
Sorgfalt seiner Redaktion verdankt, in der Behandlung der Titel doch 
den Ansprüchen nicht genügt, die an die Kataloge ordnungsmäfsig 
verwalteter Bibliotheken durchaus gestellt werden müssen, braucht hier 
nicht erst auseinandergesetzt zu werden. Ohne weiteres ist zuzugeben, dafd 
die Ausgabe in einseitigem Druck, wie sie Schnorr von Carolsfeld^) 
empfohlen hat, sehr geeignet wäre, auch in den Bibliotheken vielfache 
und nützliche Verwendung zu finden. Es scheint jedoch ausgeschlossen, 
dafs die Zugeständnisse der Redaktion einerseits und die Herabminderung 
der Ansprüche der Bibliotheken andererseits sich jemals so weit ent- 
gegenkommen könnten, um die unmittelbare Verwendung des Ver- 
zeichnisses zur Fortführung der Kataloge zu gestatten. Titel-Ergänzungen 
oder Berichtigungen und Verweise, um nur ein paar Punkte heraus- 
zugreifen, liegen in der Regel ganz aufserhalb des Interesses der 
Redaktion, sind aber den Bibliotheken unentbehrlich. Wollte man 



1) Gedruckte Eatalogzettel (Centralbl. f B. Xll 1895 S. 448 ff.) 

227 



— 118 — 

also in der aDgedeuteten Richtung vorgehen, so bliebe nichts anderes 
übrig, als ein vollständig neues Unternehmen ins Leben zu rufen, 
das selbstverständlich in die Hände verantwortlicher Beamter ge- 
legt werden müfste. Dafs die Hinrichssche Buchhandlung sich unter 
annehmbaren Bedingungen bereit finden wurde, die ihr zugehenden Er- 
scheinungen des Deutschen Büchermarkts einem solchen Eatalogisierungs- 
Bureau zur Verfügung zu stellen und den Verlag der neuen Publikation 
zu übernehäien, ist wahrscheinlich, wie es andererseits kaum einem 
Zweifel unterliegt, dafs das Unternehmen sich selbst dann auch vom 
finanziellen Gesichtspunkt aus rechtfertigen liefse, wenn seine Nutzbar- 
keit auf die zunächst am Gesamtkatalog zu beteiligenden Bibliotheken 
beschränkt bliebe. Aber schon die eben berührten Ausfflhiiingen 
des Oberbibliothekars der Münchener Universitätsbibliothek, um nicht 
weitere Zeugnisse anzuführen, zeigen, dafs es über diesen Kreis hinaus 
lebhafter Teilnahme sicher wäre. Es bedarf mithin einer Begründung, 
wenn jetzt aus diesen Voraussetzungen nicht der erwartete Schlufs 
gezogen wird. 

Zunächst ist es sehr fraglich, ob es gelingen würde, die äufseren 
Hindernisse, die meines Wissens bisher der Ausführung des oben 
angedeuteten Planes entgegengestanden haben, mit der Schnelligkeit 
zu beseitigen, wie sie im Interesse der Sache geboten ist. Dann 
aber ist es die Sorge für die Fortführung des Gesamtkatalogs, von 
der wir ausgegangen sind und der darum auch der entscheidende 
Einflufs auf die Gestaltung des hier zu machenden Vorschlags einge- 
räumt werden mufs. Und von diesem Standpunkt aus gelangt man not- 
wendig zur Forderung einer Publikation, die alle Erwerbungen der 
beteiligten Bibliotheken verzeichnet, nicht weniger und nicht mehr, so 
dafs ihre Titel ohne weiteres in den Gesamtkatalog hineingearbeitet 
werden können. Die neue Ausgabe des Wöchentlichen Verzeichnisses 
würde dagegen einerseits ebenso wenig wie die heutige von den Er- 
scheinungen Notiz nehmen können, die nicht in den Buchhandel 
kommen, — von Zeitungen und Musikalien ganz zu schweigen — und 
andererseits wiederum sehr viel mehr bringen, als die Bibliotheken er- 
werben. Die Bedürfnisse des Gesamtkatalogs verlangten also einmal zur 
Ergänzung dieses Verzeichnisses aufser einer Zusammenstellung der in 
die Bibliotheken gelangten Privatdrucke, Regierungspublikationen u. s. w. 
die Anlage einer gemeinsamen Zugangsliste für die Erwerbungen aus der 
fremden Litteratur. Eine solche Teilung in der Verzeichnung des neuen 
Zuwachses wäre offenbar nicht wünschenswert, könnte aber ohne langes 
Bedenken mit in den Kauf genommen werden. Sehr viel unbequemer 
jedoch würde sich bei der Einrichtung des Leipziger Verzeichnisses 
der andere, an zweiter Stelle erwähnte Umstand bemerkbar machen, 
dafs es nämlich mit seinem Material weit über die Erwerbungen der 
beteiligten Bibliotheken hinausginge. Für die Fortführung des Gesamt- 
katalogs käme mithin nur ein wenn auch noch so grofser Teil seiner 
Titel in Betracht, und es müfsten folglich erst die Meldungen der 

228 



— 119 — 

einzelnen Bibliotheken über ihre Erwerbungen abgewartet werden, 
bevor man daran gehen könnte, die fraglichen Titel herauszusuchen 
und einzuordnen« 

Ungleich einfacher und klarer wird der Arbeitsplan, wenn man 
sich dazu entschliefst — die Forderung ist schon vorhin berührt — , 
die ganze Accession zusammenzufassen. Unter bedauerndem Verzicht 
auf weitergehende Vorschläge mufs hier demgemäfs die Einrichtung 
eines gemeinsamen Zugaugsverzeichnisses der beteiligten Bibliotheken 
oder vielmehi*, wie es sich bei den bestehenden Verhältnissen von 
selbst versteht, die Erweiterung der Berliner Titeldrucke zu einem 
solchen Verzeichnis empfohlen werden. 

Auf Einzelheiten einzugehen scheint kaum nötig, da sich alles 
Weitere aus der feststehenden Notwendigkeit ergibt, den Gang der 
Herstellung aufs äufserste zu beschleunigen, um die direkte Verwendung 
der gedruckten Titel zur Fortführung auch der einzelnen Bibliotheks- 
kataloge nach Möglichkeit zu t()rdem. Unter diesem Zwang wird zur 
Ermittelung der Ergänzungen kein anderer Weg übrig bleiben, als 
dafs die Universitätsbibliotheken mindestens einmal wöchentlich ihre 
neuen Erwerbungen in regelrechten Aufnalimen, die sie natürlich um- 
gehend zurückerhalten, der Königlichen Bibliothek mitteilen, und die- 
selbe Rücksicht wird dazu nötigen, von der Festlegung des Besitz- 
verhältnisses bei den einzelnen Titeln selbst, wie wir sie in den 
gemeinsamen Zugangslisten von Rom, Stockholm und Montpellier kennen 
gelernt haben, abzusehen. Die hier allein brauchbare Methode der 
Besitzfeststellung ist vielmehr dieselbe, wie sie bereit Jewett geplant*) 
und wie wir sie in der Publikation der Nazionale Centrale in Florenz 
durchgeführt sehen. 2) Ob die Zählung der Titel mit jedem Jahre 
neu beginnt oder nach dem Vorschlage Jewetts beständig weitergeführt 
wird, ob also die Übersichtstafel, die neben den auf die Titel ver- 
weisenden Nummern die betreffenden Bibliotheken aufzuführen hat, von 
Jahr zu Jahr oder in willkürlich bestimmten Abschnitten, etwa nach 
dem jedesmaligen Abschlufs von 10 000 Titeln ausgegeben wird, dürfte 
ziemlich gleich sein. Im einen wie im andern Falle wird jede Über- 



1) Vgl. S. 29. 

2) Vgl. S. 84. — Wie schon im ersten Teil dieser Arbeit berichtet wurde, 
hat die Königliche Bibliothek bereits im Oktober 1897 zunächst versuchs- 
weise mit der Erweiterung ihrer Titeldrucke zu einer Gesamtzngangsliste 
der Preufsischen Bibliotheken begonnen. Dabei ist fUr die Feststellung 
des Besitzverhältnisses das Verfahren gewählt, da{s die Erwerbungen der 
Universitätsbibhotheken nur dann — und zwar nur mit der Sigle der die 
Erwerbung zuerst meldenden Bibliothek — als solche gekennzeichnet werden, 
wenn sie nicht zugleich in die Königliche Bibliothek gelangt und hier auch 
nicht mit Sicherheit zu erwarten sind. Es scheint in honem Grade wünschens- 
wert, diesen Modus auch dann beizubehalten, wenn aus dem Versuch ein 
Definitivum wird, damit man auch vor dem Erscheinen der Übersichtstafel, 
die die Beteiligung der einzelnen Anstalten an den Erwerbungen vollständig 
klarstellen soll, wenigstens eine Bibliothek kennt, in der das fragliche Buch 
zu finden ist. 

229 



— 120 — 

Bichtstafel in einem Nachtrag diejenigen Erwerbungen ans dem frag- 
lichen Zeitraum mit ihren Titelnummern und neuen Besitznotizen 
aufzählen müssen, die bereits in einem früheren Teil der gemeinsamen 
Zugangsliste verzeichnet sind. 

Damit ist die Fortführung des Gesamtkatalogs, soweit sie die 
nach dem Beginn der Vergleichung gemachten Erworbungen aus der 
seit dem nämlichen Zeitpunkt erschienenen Litteratur angeht, gesichert 
Die Arbeit kann einfacher nicht gedacht werden. Die Titel der Zu- 
gangsliste werden ausnahmslos von Bogen zu Bogen in das grofse 
Verzeichnis hineingearbeitet. Eine Übertragung der Besitznotizen auf 
die Katalogzettel selbst ist überflüssig, da sich mit Hilfe der Titel- 
nummer aus den Übersichtstafeln — die selbstverständlich stets nach 
den Nachträgen handschriftlich zu vervollständigen sein werden — 
ohne Mühe feststellen läfst, wo das gesuchte Buch zu finden ist, und 
bei der Vergleichung der Bestände schliefslich wird man die Titel 
von Büchern, die nach dem Anfang der Arbeit erschienen sind, als 
erledigt überschlagen düi-fen. 

Übrig bleiben hier noch diejenigen nachträglich erworbenen 
Publikationen, die nach dem Beginn der Vergleichung erschienen, aber 
seiner Zeit in keine der beteiligten Bibliotheken und darum auch nicht 
in die gemeinsame Zugangsliste gelangt sind. Es wird das Beste sein, 
sie ebenso wie die Erwerbungen aus der vor der Vergleichung er- 
schienenen Litteratur zu behandeln. 

Bevor jedoch zu diesen übergegangen wird, scheint es notwendig, 
eine Frage zu berühren, die mit dem vorliegenden Gegenstand eng 
zusammenhängt. Im nächsten Kapitel wird der Nachweis versucht 
werden, dafs der Gesamtkatalog nur dann einen dem erforderlichen 
Aufwand von Kosten und Mühe entsprechenden Gewinn bringen kann, 
wenn er zum wenigsten an jeder der beteiligten Bibliotheken in einem 
stets vollständig gehaltenen Exemplar zu finden ist, und dafs weiter 
für die äufsere Gestalt dieser Exemplare die des Zettelkatalogs die 
gegebene ist. Macht man sich nun diese Aufstellungen zu eigen und 
entschliefst man sich, den darin liegenden Forderungen nachzukommen, 
so liegt es nahe, mit den notwendigen Arbeiten nicht auf den Ab- 
schlufs des ganzen Katalogs zu warten, sondern sie sofort mit dem 
Beginn der Vergleichung in Angriff nehmen zu lassen, d. h. den 
beteiligten Bibliotheken aufzugeben, von diesem Zeitpunkt ab die 
gemeinsame Zugangsliste zur Anlage von Gesamtinventaren der Er- 
werbungen aus der neuen Litteratur zu benutzen, die später durch die 
Aufnahme der alten Bestände zu vollständigen Gesamtkatalogen zu 
ergänzen wären. Die Vorteile eines solchen Vorgehens werden leicht 
erkannt werden, nur scheint es bedenklich, den schon durch die Ver- 
gleichung ungewöhnlich in Anspruch genommenen Bibliotheken eine 
neue Arbeit aufzubürden. Diese liefse sich freilich ganz wesentlich 
dadurch erleichtem, dafs man den 8atz der Zugangsliste, wie es im 
zweiten Kapitel mit näherer Begründung für die Drucklegung des 

230 



— 121 — 

Gesamtkatalogs vorgeschlagen werden wird, zugleich znr Herstellung 
fertiger gedruckter Zettel verwendete, so dafs den Bibliotheken die 
zeitraubende Überwachung des schneidenden und klebenden Buchbinders 
erspart und lediglich die Ordnungsarbeit übrig bliebe. Alles in allem 
dürfte es sich empfehlen, mit dem direkten Zetteldruck für alle Fälle 
einstweilen versuchsweise zu beginnen und die endgiltige Entscheidung 
der vorliegenden Frage von dem aus der Theorie mit Sicherheit nicht 
zu schätzenden Umfang der Arbeit abhängig zu machen, die die 
Bibliotheken bei der Vergleichung der Bestände zu leisten haben werden. 

h. Die Erwerbungen aus der älteren Litteratur. 

So lange die Vergleichung dauert, wird es bei den Erwerbungen 
aus der vor ihrem Beginn erschienenen Litteratur darauf ankommen, 
ob die Titel dem noch zu vergleichenden oder dem bereits verglichenen 
Teile des Alphabets angehören. Im ersteren Falle wird man sie 
ohne weiteres einordnen, da sie ihrer Zeit an die Reihe kommen, im 
letzteren aber auf kürzeste Frist der Centralstelle in Berlin einschicken, 
wo entweder nur die Besitznotiz nachgetragen oder, falls es sich um 
ein im Gesamtkatalog noch nicht vertretenes Buch handelt, für diesen 
eine Abschrift des Titels genommen wird. 

JVach Abschlvfs der Vergleichung dagegen werden alle diese 
Titel der Centralstelle zu gleicher Arbeit zu übermitteln sein, wenigstens 
so länge der Gesamtkatalog nur in einem handschriftlichen Exemplar 
existiert. Ist er jedoch veröffentlicht, dann ist jede der beteiligten 
Bibliotheken in der Lage, selbst festzustellen, ob ihre Erwerbung 
bereits im Gesamtkatalog verzeichnet ist oder nicht, und anderei'seits 
haben alsdann alle Anstalten, die sich in seinem Besitz befinden, das 
gleiche Interesse, von diesem neuen Zuwachs Kenntnis zu erhalten, 
woraus wiederum der Centralstelle die Aufgabe erwächst, über ihn 
öffentlich zu berichten, gleichviel ob es sich dabei nur um eine Aus- 
dehnung des Besitzes oder um eine materielle Bereicherung des Katalogs 
handelt. Die gegebene Stelle für die Bekanntmachung dieser Nachträge 
dürfte die gemeinsame Zugangsliste sein; es scheint jedoch verfrüht, 
jetzt bereit« nähere Anordnungen für die Ausführung dieser erst nach 
langen Jahren ihre Lösung heischenden Aufgabe vorzuschlagen. 

IL DIE VEBQLEiCHÜNQ DER BESTANDE. 

1. ORT DER VERGLEICHUNG. 

Unter den Preufsischen Büchersammlungen nimmt die Königliche 
Bibliothek in Berlin weitaus die erste Stelle ein. Sie umfafst nach 
annähernder Schätzung zwei Drittel der für den Gesamtkatalog in Betracht 
kommenden Bestände. Daraus folgt, dafs das Inventar dieses Instituts 
zur Grundlage der Vergleichung zu machen ist. 

23t 



— 122 — 

Hier erhebt sich zunächst die Frage, wo die Vergleichnng vor- 
zunehmen sei. 

Es gilt festzustellen, wie weit sich der Bestand jeder einzelnen 
Universitätsbibliothek mit dem der Königlichen deckt, und femer, was 
die Hauptsache ist, womit er über ihn hinausgeht; umgekehrt aber 
haben die Universitätsbibliotheken während der Vergleichungsarbeit 
nicht das geringste Interesse an dem Mehr der Königlichen. Daraus 
ergibt sich, dafs jedes der kleineren Verzeichnisse in das eine um- 
fangreichste hineinzu vergleichen ist, gleichviel, wo die Vergleichnng 
vor sich geht. Die Summe der Arbeit ist also dieselbe, ob sie nach 
Berlin oder nach den Universitätsbibliotheken verlegt wird. 

Auch für die Lösung der im Laufe der Vergleichnng auftauchenden 
Zweifel an der Identität oder an der Verschiedenheit zweier Bücher 
macht es keinen Unterschied, wo die Arbeit vorgenommen wird. Nur 
in seltenen Fällen wird der Einblick in eines der Bücher genügen, 
der Unsicherheit ein Ende zu machen, und dieses eine Buch kann 
ebenso wohl hier wie dort sein; meistens wird das Zusammenhalten 
beider notwendig sein, um Klarheit zu schaffen. 

Der Umstand, dafs die Zahl der Sendungen, falls der Katalog 
der Königlichen Bibliothek den übrigen Anstalten zugestellt werden 
soll, um soviel Mal gröfser sein wird, als er den Durchschnittsumfang 
der anderen luven tare übertrifft, kann ebenso wenig den Ausschlag 
geben wie die Überlegung, dafs es natürlicher ist, einen Katalog 
den Gefahren der Reise auszusetzen als deren zehn. 

Die Entscheidung liegt in den äufseren Verhältnissen. 

Wären überall alphabetische Zettelkataloge vorhanden, so liefse 
sich in allen auf Qrund der gemeinsamen Instruktion eine vollkommen 
gleiche Ordnung der Titel herstellen, und wiederum machte es in der 
Theorie keinen Unterschied, ob die Vergleichnng in Berlin oder in den 
anderen Anstalten erfolgte. Nun besitzen aber vier der Preufsischen 
Universitätsbibliotheken (Berlin, Göttingen, Kiel und Königsberg) keinen 
vollständigen alphabetischen Zettelkatalog, sind also fElr die Vergleichnng 
auf ihre Bandkataloge angewiesen, deren Einrichtung die nachträgliche 
Herstellung der gleichen Ordnung verbietet. Diese darf aber, wie 
schon im Anfang bemerkt ist, auch nicht für alle Zettelkataloge ver- 
langt werden, wenn der Beginn der Arbeit nicht auf Jahre hinaus- 
geschoben werden soll. Es wird also nur übrig bleiben, jedesmal 
Titel für Titel in eben der Reihenfolge, wie sie der Katalog der 
Universitätsbibliothek bietet, in den der Königlichen hineinzuvergleicheiL 
Alsdann aber wird der vergleichende Beamte — und dies ist als be- 
sonders wichtig festzuhalten — , wenn er den gesuchten Titel nicht im 
Katalog der Königlichen Bibliothek an der nämlichen Stelle findet, 
wo ihn der der Universitätsbibliothek aufführt, damit noch keineswegs 
die Überzeugung haben, dafs das betreffende Buch der Königlichen 
Bibliothek fehlt. Diese Sicherheit gewinnt er vielmehr erst dann, wenn 
er den Titel auch an der Stelle nicht findet, wo er nach den ihm 

232 



— 123 — 

bekannten Ordnnngsgrundsätzen des Katalogs der Königlichen Bibliothek 
stehen müfste. Ein Beispiel wird das etwas schwierige Verhältnis 
verdeutlichen: Der Beamte kommt im Lanfe seiner Arbeit am Buch- 
staben L anf den Titel Library Journal; er findet ihn nicht an der 
entsprechenden Stelle des Katalogs der Königlichen Bibliothek, weifs 
aber, dafs deren Grundsätze ihm seinen Platz unter dem Ordnungs- 
worte Journal anweisen. Erst wenn er ihn auch hier nicht fände, 
wäre er sicher, dafs es sich um ein der Königlichen Bibliothek fehlendes 
Buch handelte. Die Verweisung, die er etwa unter Library findet, 
nfltzt ihm allein nichts, da sie ihm weder die Zahl der vorhandenen 
Bände nennt noch den Besitzvermerk aufnehmen darf. In allen solchen 
Fällen — und sie werden leider nicht selten sein — kann der Beamte 
also nur dann zu einem eudgiltigen Ergebnis kommen, wenn er den 
ganzen Katalog der Königlichen Bibliothek vor sich hat. Da es aber 
erklärlicher Weise nicht angeht, diesen in seinem ganzen Umfange 
jeder Universitätsbibliothek für mehrere Jahre zur Verfügung zu 
stellen, mufs man die Königliche Bibliothek zum Ort der Vergleichung 
machen — oder, falls genügend starke Gründe dagegen sprechen, 
die wahrscheinlich recht fühlbaren Unbequemlichkeiten, wie sie eben 
angedeutet sind, lästige Nachzügler u. s. w. mit in den Kauf nehmen. 

Meines Erachtens haben in der That die Bedenken, die sich 
gegen die Verlegung der Vergleichungsarbeit in die Königliche Bibliothek 
geltend machen, das Übergewicht. 

Einmal dürften die Kataloge der Universitätsbibliotheken nicht in 
demselben Mafse ohne Schädigung des Betriebes zu entbehren sein, wie 
der Zettelkatalog der Königlichen Bibliothek. Der alphabetische Band- 
katalog der Universitätsbibliothek in Königsberg z. B. zählt nur 56 Bände; 
die ErledigUDg eines Bandes auf der Königlichen Bibliothek würde 
voraussichtlich mindestens einen Monat in Anspruch nehmen, und so 
lange müfste man in Königsberg ohne ihn auszukommen suchen, was 
doch wohl nicht ohne eine empfindliche Störung des Geschäftsganges 
abginge, besonders da während dieser Zeit die neuen Eintragungen 
ruhen müfsten. Und dieser Zustand dauerte so lange, bis die Ver- 
gleichnngsarbeit für den Königsberger Katalog vollständig abgeschlossen 
wäre. Dies Argument spricht noch stärker, wenn, wie später vorge- 
schlagen werden soll, für die Zwecke des Gesamtkatalogs eine Abschrift 
des Zettelkatalogs der Königlichen Bibliothek angefertigt wird, diese 
also auch bei der Zuweisung der Arbeit an die Universitätsbibliotheken 
im ungestörten Besitz aller ihrer Inventare bleiben kann. 

Alsdann wird es bei der Herstellung der Ergänzungszettel, wenn 
auch bibliographische Genauigkeit nicht von ihnen gefordert werden 
dürfte, doch nicht selten durchaus notwendig sein, auf das Buch selbst 
zurückzugehen, zumal bei den Bandkatalogen, deren ältere Eintragungen 
nicht immer die erforderliche Zuverlässigkeit besitzen. Die Möglichkeit 
dazu liegt aber nur dann vor, wenn die Vergleichung in eben den 
Bibliotheken vorgenommen wird, deren Mehr verzeichnet werden soll. 

233 



— 124 — 

Ferner scheint es bei dem wechselnden Umfang und der ver- 
schiedenen Gestalt der einzelnen Kataloge der Universitätsbibliotheken 
unmöglich, einen so klaren nnd übersichtlichen Arbeitsplan für die 
Vergleichnng an der Königlichen Bibliothek zn schaffen, wie er sich 
bei der Verlegung des Arbeitsplatzes in die Universitätsbibliotheken 
von selbst bietet und wie er im Interesse eines regelmäfsigen Fort- 
gangs des Werkes notwendig ist. 

Schliefslich leuchtet es ein, dafs bei der Herstellung des Ge- 
samtkatalogs die Vergleichnng der Bestände die wichtigste Arbeit ist. 
Sie darf unter keinen Umständen frisch herangezogenen Hilfskräften 
anvertraut werden, sondern ist in die Hände erfahrener und ihrer Ver- 
antwortung sich bewufster Beamter zu legen. Ftlr sie aber mufs, bis 
das Ende der Vergleichnng ihre Thätigkeit wieder in den Dienst der 
Bibliothek stellt, ein Ersatz geschaffen werden. Dieser dürfte sich, 
da fast alle beteiligten Bibliotheken mit ihren eignen Arbeiten genug 
und übergenug zn thun haben, in der Regel kaum anders als durch 
Anwerbung von Hilfsarbeitern gewinnen lassen. Auf sie würden die 
untergeordneten mechanischen Arbeiten, an denen keine Bibliothek 
Mangel leidet, vereint, und die so entlasteten Beamten teilten sich in 
die Dienstobliegenheiten ihres durch die Vergleichnng festgelegten Mit- 
arbeiters. Wie wahrscheinlich es aber auf der einen Seite ist, dafs 
jede Universitätsbibliothek einen ihr bereits bekannten und im Besitz 
ihres Vertrauens befindlichen Gehilfen findet, dafs ferner die neue Ver- 
teilung der Arbeiten keine grofsen Schwierigkeiten machen und der 
innere Dienst nicht unter der aufserordentlichen Aufgabe leiden wird, 
so sicher scheint es andererseits, dafs die Königliche Bibliothek weder 
zehn bis zwölf ihrer besten Arbeiter für eine längere Reihe von Jahren 
entbehren noch die gleiche Zahl neu angeworbener Hilfskräfte, selbst 
wenn es gelänge, sie in der wünschenswerten Tüchtigkeit zu finden, 
im laufenden Dienst beschäftigen könnte, ohne in ihrem Betrieb- 
empfindlich gestört zu werden. 

Die Vergleichungsarbeit wird mithin den Universitätsbibliotheken 
zuzuweisen sein. 



2. DIE GRUNDLAGE DER VERGLEICHUNG. 

Dafs die Grundlage der Vergleichnng in dem Zettelkatalog der 
Königlichen Bibliothek gegeben ist, unterliegt keinem Zweifel. Fraglich 
ist es nur, ob er den beteiligten Anstalten im Original oder in einer 
eigens für die Zwecke des Gesamtkatalogs anzufertigenden Abschrift 
zur Verfügung zu stellen ist. 

Gegen die Verwendung des Originals dürfte weder der Einwand 
seiner Unentbehrlichkeit noch der seiner Gefährdung aufrecht zu halten 
sein. Wenn der Zettelkatalog der Königlichen Bibliothek auch die voll- 
ständigste Inventarisierung ihrer Bestände darstellt, so spielt er doch 
neben den beiden Bandkatalogen, dem systematischen und dem alpha- 

234 



— 125 — 

betischen, mehr die Rolle eines nltimnm reifuginm als eines stark 
gebrauchten Arbeitsinstiiiments, und die Sicherheit des Betriebes würde 
schwerlich in nnerträglichem Mafse verringert werden, wenn er in 
kleinen Abschnitten für ganz kurz bemessene Fristen der Bennizang 
entzogen würde. Die Gefahr des Verlustes der Sendungen aber ist 
so gering, dafs sie kaum in Betracht gezogen zu werden verdient, i) 

Dazu kommt, dafs die Zuverlässigkeit des Zettelkatalogs, über 
dessen Titel im Laufe der Jahre bei der Aufnahme , der Revision und 
der Einordnung so viele Augen prüfend hingefahren sind, nur schwer 
von einer Abschrift zu erreichen ist; und gerade diese Korrektheit ist 
für die Vergleichungsarbeit doppelt wünschenswert. 

Wollte man sich also auf die Herstellung des Gesamtkatalogs 
in einem Exemplar beschränken, so genügten schon diese Erwägungen, 
die Verwendung des Originals nahe zu legen, auch abgesehen von 
den Kosten der Abschrift und dem letzten und wichtigsten Argument, 
dafs nämlich der natürliche Standort dieses einen Exemplars die König- 
liche Bibliothek wäre, und dafs man somit in die verwunderliche Lage 
käme, zwei gewaltige alphabetische Zettelkataloge, deren Titel sich 
zu zwei Dritteln deckten, in einem Institut neben einander fortführen 
zu müssen. 

Doch selbst bei dieser Beschränkung der Aufgabe würde man 
sich wohl oder übel zur Abschrift entschliefsen müssen, wollte man 
nicht sehr fühlbare Nachteile mit in den Kauf nehmen. Es scheint 
nur selbstverständlich, dafs die Notizen, die die Beteiligung der 
einzelnen Anstalten an dem im Gesamtkatalog inventarisierten Besitz 
darstellen, stets an der nämlichen Stelle des Zettels ihren Platz finden. 
Diese Forderung aber ist unerfüllbar, wenn man den Zettelkatalog der 
Königlichen Bibliothek im Original zum Grundstock des Gesamtkatalogs 
macht, es sei denn, dafs man die Rückseite des Zettels heranzöge. 
Dazu könnte man sich am Ende verstehen, wenn man lediglich an 
die Benutzung des Katalogs dächte. Man braucht sich aber nur für 
einen Augenblick die Äufserlichkeiten bei der Vergleichung und bei 
der Aufzeichnung der Besitznotizen zu vergegenwärtigen, um einzusehen, 
welch eine lästige Erschwerung der Arbeit dieser Entschlufs im Ge- 
folge hätte. 

Ein ganz anderes Aussehen jedoch gewinnt die Frage, wenn 
man, wie es erforderlich ist, von vornherein den Druck ins Auge 
fafst. Unter diesem Gesichtspunkt erscheint die Abschrift; nicht blofs 
vorteilhaft, sondern geradezu notwendig. 

Einmal sind bei der Redaktion der Titel für den Zettelkatalog 
der Königlichen Bibliothek andere Grundsätze beobachtet worden, als 
sie für den Gesamtkatalog mafsgebend sein werden. Zudem enthält 



1) Nach einer Mitteilung des Reichspostamts an den Herausgeber dieser 
Sammlung geht jährlich auf 238000 Wert- oder eingeschriebene Packete nur 
eins verloren. Vgl. Centralbl. f. B. X 1893 S. 414. 

235 



— 126 — 

jeder Zettel, woran kaam erinnert zu werden braucht, eine Reihe von 
Angaben, die allein fttr das Exemplar im Besitz der Königlichen Bibliothek 
Giltigkeit haben, über Herkunft und Standort der Schrift, über ihre 
Zugehörigkeit zu einem Sammelbande, ihre Behandlung durch den 
Buchbinder u. s. w., lauter Zuthaten, die, so unentbehrlich sie der 
Bibliothek selbst sind, iib Gesamtkatalog naturgemäfs keinen Platz 
haben. Man hätte also beim Abschlufs der Arbeit noch lange kein 
druckfertiges Manuskript, sondern müfste erst an der Hand der neuen 
Instruktionen in eingehender und sehr kostspieliger Schlufsrevision die 
fttr die Veröffentlichung notwendige Einheitlichkeit in die Titelauf- 
nahmen hineinbringen und femer für den Setzer die eben angedeuteten 
Notizen, die er zu übergehen hätte, kenntlich machen. Dadurch aber 
würde wiederum die Deutlichkeit des Manuskripts beeinträchtigt, die 
Kosten des Drucks erhöht und die Arbeit der Korrektur erschwert, so 
dafs sich vermutlich zum Schlufs die Rücksicht auf die Kosten, die 
allein zum Verzicht auf die Vorteile der Abschrift fahren könnte, als 
Übel angebracht herausstellen würde, ganz abgesehen von der keines- 
wegs gering anzuschlagenden gründlichen Verderbnis, die die Klarheit 
und Sauberkeit des auch nach dem Druck fürs erste unentbehrlichen 
Zettelkatalogs der Königlichen Bibliothek durch den Bleistift des 
Revisors und die Hände des Setzers erfahren müfste. 

Wie viel klarer und einfacher wird dagegen das Bild, wenn 
man die Abschrift ins Auge fafst: der Zettelkatalog der Königlichen 
Bibliothek bleibt unversehrt, und man erhält vollständige Fi'eiheit, 
von Anfang an die Bedürfnisse des neuen Katalogs zu berücksichtigen. 
Man wird also ein ganzes Feld des Zettels, das am besten die Siglen 
der zu beteiligenden Bibliotheken im Vordruck erhielte, den Besitz- 
notizen vorbehalten; man wird die Bestimmungen der neuen Instruktionen 
ebenso zur Geltung bnngen wie die Universitätsbibliotheken bei der 
Herstellung ihrer Ergänzungszettel, so dafs ein einheitliches und jeder- 
zeit druckreifes Manuskript zustande kommt; und schliefslich wird man 
alle Angaben über die Individualität des betreffenden Exemplars — 
es sei denn, dafs es sich um seine UnvoUständigkeit handelte — bei 
Seite lassen.!) 

1) Auf den ersten Blick scheint es allerdings beinahe selbstverständlich, 
dafs man bei der Abschrift die Signaturen der Königlichen Bibliothek über- 
nimmt und damit zugleich ihren Besitz kennzeichnet. Aber nur auf den ersten 
Blick ; bei näherem Zusehen Überzeugt man sich schnell von der Unerspriels- 
lichkeit dieser Mafsregel. Einmal könnte die Königliche Bibliothek keine 
Umordnung vornahmen, d.h. keine Signatur ändern, ohne dafür zu sorgen, 
dafs die gleiche Änderung auch im Gesamtkatalog vorgenommen wird, und 
weiter käme doch nur etwas Halbes dabei heraus, da die Fortführung des 
Gesamtkatalogs lediglich in der Ausnutzung des gemeinsamen Zugangsver- 
zeichnisses bestehen wird, dessen Titel bei der Schnelligkeit seiner Herstellung 
unmöglich von Signaturen begleitet sein könqen. — Etwas anderes wäre es 
freilieb, wenn man von vornherein die Absicht bätte oder doch die Möglich- 
keit offen lassen wollte, die alphabetische Anordnung des GesamtkaUdogs 
nach seiner Vollendung im Manuskript in die sachliche umzuwandeln. 

236 



— 127 — 

Eine Verzögerung des Werkes ist von der Abschrift nicht zu 
befürchten, da beide Arbeiten, Abschrift und Yergleichung, ohne 
Störung neben einander hergehen können. Wohl aber hat sie eine 
andere, nicht geriuge Schwierigkeit im Gefolge. Bei den gegenwärtigen 
Raumverhältnissen der Königlichen Bibliothek scheint es nahezu un- 
möglich, den Platz für ein halbes Dutzend neuer Arbeiter und vor 
allem für den neuen Katalog selbst, den schnell wachsenden und bei 
seiner Zettelform sehr anspruchsvollen, frei zu machen. Entschliefst 
man sich also zur Abschrift — und es ist nicht zu sehen, wie man 
um sie herumkommen könnte — , so wird man notgedrungen auch 
daran denken müssen, dem Unternehmen die nötigen Räume aufserhalb 
der Königlichen Bibliothek zur Verfügung zu stellen, und das trotz 
aller Einsicht in die mannigfachen Unbequemlichkeiten, die sich aus 
dieser Trennung ergeben werden. 



3. UMFANG DER VERGLEICHUNG. 

Besäfse jede der zu beteiligenden Bibliotheken ein ihre gesamten 
Bestände ohne Ausnahme umfassendes alphabetisches Inventar, so käme 
der Umfang der Vergleichung Überhaupt nicht in Frage. Da dies jedoch 
nur in Marburg der Fall ist, alle übrigen Anstalten aber diese oder 
jene Litteratnigattung von ihrem Hauptkatalog ausgeschlossen haben, 
80 bleibt zu untersuchen, wie weit die Vergleichung auszudehnen ist. 



a. Universitäts- und Schnlschrifteu. 

Bei weitem die meisten Bibliotheken haben den Universitäts- und 
Schulschriften eine besondere Behandlung widerfahren lassen, sie in 
eignen Bandkatalogen oder auf Zetteln abweichenden Formats ver- 
zeichnet. Eine Verschmelzung dieser Kataloge fordern hiefse von den 
Bibliotheken , die diese Litteratur in Bandkatalogen inventarisiert haben. 
Unmögliches verlangen. Es müfste also für diese Publikationen eine 
eigene Vergleichung vorgenommen werden. Davon dürfte aber um 
80 weniger die Rede sein, als hier selbst dann, wenn solche Hinder- 
nisse nicht vorlägen, Arbeit und Gewinn in ungewöhnlichem Mifsver- 
hältnis stehen würden, da die älteren Schriften dieser Gattung im 
allgemeinen wenig begehrt werden, die grofsen Massen der modernen 
aber infolge des Austauschverhältnisses in allen beteiligten Anstalten 
ziemlich gleichmäfsig vertreten sind. Danach scheint es geboten, die 
Universitäts- und Schulschriften von der Vergleichung auszuschliefsen; 
sie werden also, soweit sie in den Zettelkatalog der Königlichen Bibliothek 
aufgenommen sind, auch bei der Abschrift nicht berücksichtigt werden 
dürfen. 

Nun liegt aber die Sammlung und Inventarisierung gerade dieser 
Litteratur fast überall mehr oder weniger im Argen. Sie ist aufserdem 

237 



— 128 — 

nicht in den Buchhandel gekommen und deshalb anch nicht in den 
landläufigen Bücherverzeichnissen zu finden. Das ist ein Mangel, der 
sich in doppelter Richtung fühlbar macht: einmal leidet empfindlich 
unter ihm die Erledigung der Bestellungen, zumal bei der weit ver- 
breiteten Sitte, diese Schriften in Sonderkataloge unterzubringen; anderer- 
seits sind sie den wissenschaftlichen Arbeitern zum Teil gänzlich un- 
bekannt, also vergrabene Schätze. Die Herstellung und der Druck 
authentischer Verzeichnisse dieser Litteratur ist demnach ein dringendes 
Bedürfnis, das überdies oft genug zum Ausdruck gebracht ist und auch 
von staatlicher Seite, wie die beiden Jahresverzeichnisse der König- 
lichen Bibliothek zeigep, als berechtigt anerkannt wird. 
Es werden deshalb zwei Mafsregeln vorgeschlagen. 



a. Die Universitätsschriften. 

Die Universitätsbibliotheken erhalten den Auftrag, auf Grund 
ihrer Bestände und unter Benutzung des amtlichen Aktenmaterials 
innerhalb einer bestimmten Frist Verzeichnisse sämtlicher an der be- 
treffenden Universität von deren Beginn bis zum Einsetzen der Berliner 
Jahresverzeichnisse erschienenen Schriften fertig zu stellen. >) Diese 
Arbeiten werden in möglichst einfacher Ausstattung gedruckt. Ein 
sämtliche Verzeichnisse umfassendes alphabetisches Autorenregister macht 
den Schlufs des Werkes. 

Im Laufe der Arbeit wird sich herausgestellt haben, dafs keine 
Bibliothek eine vollständige Sammlung der Schriften ihrer eignen 
Universität besitzt. Diese Lücke hat jede, soweit es überhaupt noch 
möglich ist, auszufüllen. Ist der Versuch, die fehlenden Stücke durch 
den Antiquar zu beziehen, gescheitert, so wird durch Umfrage festgestellt, 
ob sie sich in einer der übrigen Preufsischen Bibliotheken vorfinden. 
Dann tritt zutreffenden Falls eine Besitzabtretung oder ein Austausch 
ein, so dafs jedermann, dem es um eine Schrift einer Preufsischen 
Universität zu thun ist, von vornherein weifs: wenn sie überhaupt im 
Besitz des Preufsischen Staates ist, so ist sie sicher in der Bibliothek 
derjenigen Universität zu finden, an der sie erschienen ist. 



ß. Die Schulschriften. 

Sämtliche höheren Lehranstalten werden angewiesen, an einem 
bestimmten Termin statt der üblichen wissenschaftlichen Abhandlung 
ihrem Jahresbericht ein nach einfachen Vorschriften angefertigtes, von 
der zuständigen Universitätsbibliothek revidiertes und in einem vorge- 
schriebenen Format gedrucktes Verzeichnis aller ihrer Publikationen 



1) Wie es für Bonn bereits veröffentlicht, für Berlin im Manuskript ab- 
geschlossen, für Göttingen und Kiel seit mehreren Jahren in Vorbereitung ist 

238 



— 129 — 

bis zum Erscheinen der Berliner Jahresverzeichnisse herab beizulegen 
und in einer festzusetzenden Anzahl von Exemplaren an die zuge- 
hörige Universitätsbibliothek abzufahren J) Diese hätte die Verzeich- 
nisse ihrer Provinz durch Titelblatt und Register in Bände zu ver- 
einigen, während der Königlichen Bibliothek die Herstellung eines 
alle Programmabhandlungen der Preufsischen Lehranstalten zusammen- 
fassenden Autorenregisters zufiele. 

Die dem Druck vorangehende Eontrolle der einzelnen Verzeichnisse 
hat jeder Universitätsbibliothek Gelegenheit gegeben, die Lücken ihrer 
Sammlung der Schulschriften ihrer Provinz festzustellen. Auch hier 
erfolgt jetzt die Ergänzung auf dem vorhin angedeuteten Wege, so 
dafs der Zweck der Vergleichung auch ftlr diese kleine Litteratur, 
wenigstens soweit sie aus Preufsischen Anstalten hervorgegangen ist, 
in der Hauptsache erreicht ist. 

Dafs es überaus wünschenswert wäre, beide Publikationen durch 
Vereinbarungen mit den Unterrichtsverwaltungen der verbündeten Staaten 
auf ganz Deutschland auszudehnen, braucht nicht gesagt zu werden. 
Es dürfte jedoch unter keinen Umständen ratsam sein, den Angriff der 
wichtigen und dringend notwendigen Arbeiten, die zugleich wertvolle 
Beiträge zur Geschichte der Universitäten und Gelehrtenschulen liefern 
würden, von dieser Erweiterung des Planes abhängig zu machen. Auch 
eine viel engere Beschränkung würde zu Ergebnissen von selbständigem 
Wert führen und überdies der späteren Ausdehnung der Mafsregel 
nicht vorgreifen. 

b. Karten und Musikalien. 

Die Königliche Bibliothek in Berlin und die Universitätsbibliothek 
in Göttingen, also die beiden gröfsten Preufsischen Sammlungen, haben 
ihre Bestände an Karten und Musikalien von ihren Hauptkatalogen 
ausgeschlossen. Die Vergleichung verlangte mithin entweder hier eine 
Verschmelzung oder in allen übrigen Anstalten — die Kieler Bibliothek 
besitzt bereits einen Spezialkatalog ihrer Karten — die gleiche Trennung 
wie in Berlin und Göttingen, um eine nachträgliche Vergleichung zu 
erleichtern. Das eine wie das andere ist da, wo man nur Bandkataloge 
hat, unmöglich oder doch nur mit grofser Mühe zu erreichen. Es scheint 
deshalb ratsam, von der Vergleichung dieser Bestände abzusehen. Der 
Verzicht dürfte durch die Erwägung erleichtert werden, dafs der aus 
den anderen Anstalten für das Verzeichnis der Königlichen Bibliothek 
zu erwartende Zuwachs hier voraussichtlich sehr gering sein würde. 



1 ) C. Fr. M U 11 e r berechnete 1 88S (Centralbl. f. B. V 1 888 S. 5 1 2) die Jahres- 
ausgabe ftlr die Programme in Preufsen auf ca 1 50 000 M. Ohne den wissen- 
Bcbaftlichen Wert der beigegebeneu Arbeiten irgendwie in Zweifel zu ziehen, 
dürfte man doch behaupten, dafs die teilweise Verwendung dieser Summe 
für die vorgeschlagene Inventarisierung der Wissenschaft gröberen Gewinn 
bringen würde als so und so viel hundert neue Abhandlungen. 

239 
Beiheft 20. 9 



— 130 — 

Auch macht sich das praktische Bedürfnis, das doch der Anlage des 
Gesamtkatalogs zu Grunde liegt^ hier in viel geringerem Grade geltend, 
als bei den eigentlichen Druckschriften. 



4. GANG DER VERGLEICHÜNG. 

Sind die neuen Instruktionen lange genug in Kraft, um allen 
Beamten geläufig zu sein, ist femer das gemeinsame Zugangsverzeichnis 
über seine Versuchszeit hinaus und haben schliefslich die Universitäts- 
bibliotheken die geeigneten Arbeitskräfte frei gemacht, dann kann, 
wenige Wochen nachdem die Abschrift des Zettelkatalogs der König- 
lichen Bibliothek begonnen hat, die Vergleichung ihren Anfang nehmen. 

Die Organisation der Arbeit mufs vor allem diesen beiden 
Forderungen gerecht werden: Im Interesse der Schnelligkeit liegt es, 
dafs alle Anstalten gleichzeitig am Werke sind, während das der 
Kraffcerspamis ein Nacheinander verlangt, der Art, dafs jeder Bibliothek 
die Möglichkeit gegeben wird, die Arbeit ihrer Vorgängerinnen in der 
Vergleichung zu Obersehen und zu benutzen, damit nie zweimal und 
dreimal gethan zu werden braucht, was mit einem Mal fßr alle zu- 
sammen abgemacht werden kann. Aufserdem aber ist dringend wünschens- 
wert eine so einfache Gestaltung des Ganges, dafs die Arbeit, einmal 
begonnen, mit der Regelmäfsigkeit und Sicherheit eines Uhrwerks bis 
zu ihrem Ende fortläuft. 

Diese Forderungen führen im Verein mit den Ergebnissen der 
bisherigen Untersuchung über Ort und Grundlage der Vergleichung 
zu folgendem Arbeitsplan. 

Die Abschrift des Zettelkatalogs der Königlichen Bibliothek wird 
in täglich einander folgenden Sendungen stets gleichen Umfangs von 
Berlin ausgeschickt, und mit gleicher, fester Regelmäfsigkeit kehren 
die einzelnen Abschnitte Tag für Tag zurück, aber erst dann, wenn 
sie alle beteiligten Anstalten passiert und die Besitzvermerke wie die 
Ergänzungen aufgenommen haben, also unterwegs zu fertigen Teilen 
des Gesamtkatalogs geworden sind. Genau wie bei der Centralstelle 
geht auch bei den übrigen Instituten, solange die Vergleichung währt, 
alltäglich eine Sendung ein, eine andere aus. Jede Anstalt mufs ihre 
Ehre darin setzen, die Regelmäfsigkeit des Ganges, soviel an ihr liegt, 
aufrecht zu halten, da jede Verzögerung auf der ganzen Linie schwer 
geftihlt wird. 

Da die Universitätsbibliotheken nur ihre Titel in den Berliner 
Katalog hineinzuvergleichen haben, ist die Summe der Arbeit nicht 
überall dieselbe, sondern je nach dem Umfang der Sammlung gröfser 
oder geringer. Aber auch bei gleicher Gröfse der Bestände wäre die 
Arbeit nicht an allen Orten gleich. Die Universitätsbibliothek, die 
die Berliner Sendung zuerst empfängt, hat alles auf Zetteln zu ver- 
zeichnen, was sie über den Bestand der Königlichen Bibliothek hinaus 

240 



— 181 — 

besitzt; die zweite nnr das, was weder in der Königlichen noch in 
der ersten Universitätsbibliotbek zu finden ist, n. s. f. Je weiter die 
Sendnng kommt, desto geringer wird die zu ihrer Erledigung nötige 
Arbeit, da die Zahl neu hinzuzufügender Titelzettel immer kleiner und 
überdies die eigentliche Vergleichnng infolge der unterwegs anwach- 
senden Titelmenge immer leichter wird. Denn am meisten Zeit wird 
jede Bibliothek znr Feststellung ihres Mehr gegenüber dem ihr zu- 
•geschickten Katalogansschnitt brauchen, und dieses wird um so geringer 
sein, je mehr Bibliotheken er vorher durchwandert hat Eine weitere 
Ungleichheit des den einzelnen Anstalten zufallenden Arbeitsmafses 
bringt die Verschiedenheit der Kataloge mit sich, da erklärlicher Weise 
die Bibliothek, die einen guten alphabetischen Zettelkatalog besitzt, 
ihre Arbeit viel leichter bewältigen wird als die, die von einem Band- 
katalog ausgehen mufs, wäre er selbst frei von allen ihm gewöhnlich 
eigenen Verstellungen. 

Ans diesen Erwägungen folgt zunächst, dafs der Umfang des 
täglich ausgehenden Katalogabschnittes nach der von der gröfsten 
Universitätsbibliothek zu leistenden Arbeit zu bemessen ist, und zweitens, 
dafs für die Reihenfolge der zu beteiligenden Anstalten wesentlich die 
Güte ihrer Kataloge mafsgebend sein mufs. Geographische Rücksichten 
dürfen hier ganz vernachlässigt werden, da es gleichgiltig ist, ob der 
Gesamtkatalog ein paar Tage früher oder später fertig wird. Vom 
Umfang der täglichen Sendung, der die Dauer der Vergleichung be- 
stimmt, soll später die Rede sein. Für ihren Gang dürfte sich folgende 
Reihenfolge empfehlen: Breslau — Hiille — Marburg — Bonn — 
Münster — Göttingen — Kiel — Greifswald — Königsberg — Berlin, so 
dafs also die beiden zuletzt abgeschlossenen Zettelkataloge den Anfang, 
die beiden am wenigsten vorwurfsfreien Bandkataloge den Schlufs 
machten. 



5. DIE VERGLEICHUNGSARBEIT IN DEN 
UNIVERSITÄTSBIBLIOTHEKEN. 

In Breslau ist die erste Berliner Sendung eingetroffen; ihren Um- 
fang gibt die aufsen sichtbare Aufschrift an: „Aa — Abbas". Der mit 
der Vergleichung beauftragte Beamte holt sich aus dem Zettelkatalog 
seiner Bibliothek den gleichen Abschnitt herbei, der hier nur den dritten 
Teil jener Titel zählen wird, und geht an die Arbeit. Die Ver- 
weisungen seines Katalogs kümmern ihn ebenso wenig wie das Mehr 
des Berliner Verzeichnisses. Er nimmt den ersten Zettel und sucht 
den entsprechenden Titel in dem ihm übersandten Abschnitt. Hier 
gibt es nun eine Fülle verschiedener Möglichkeiten. 

Findet er den gleichen Titel, so notiert er das Vorhandensein 
des nämlichen Buches in Breslau, indem er die auf dem Zettel vor- 

241 

9* 



— 132 — 

gedrnckte Sigle^) seiner Bibliothek mit einem links oben ansetzenden 
rechtwinkligen Haken einfafst. 

Zeigt sich dabei, dafs seine Bibliothek weniger von dem betreffenden 
Werk besitzt, als erschienen ist, so erhält die Sigle nnr einen Strich 
zur Linken,^) und der Umfang der Unvollständigkeit wird nnter Voran- 
schicknng der Sigle in kürzester Fassung auf der Rückseite des Zettels 
angegeben; z.B. 2: Bd. 3— 6 fehlen. 

Ist umgekehrt das Exemplar der Königlichen Bibliothek, das dei' 
Aufnahme zu Grunde gelegen hat, unvollständig, das seiner Bibliothek 
dagegen vollständig oder doch weniger lückenhaft, so liefert er die 
nötige Ergänzung der Aufnahme, jedoch nicht auf dem Zettel selbst, 
sondern auf einem eigens für derartige Fälle vorgesehenen Formular,^) 
das seinen Platz hinter dem zugehörigen Zettel erhält. 

Auf gleichem Formular, niemals auf dem Zettel des Gesamt- 
katalogs selbst notiert der vergleichende Beamte seine Bedenken oder 
Berichtigungen, wenn er mit der einem Titel im Gesamtkatalog zu- 
gewiesenen Stelle nicht einverstanden ist, wenn er ihn in wesentlichen 
Stücken fnr unrichtig hält oder wenn ihm schliefslich Zweifel an der 
Identität des ihm zu Grunde liegenden Werkes mit dem in seinem 
Katalog verzeichneten aufstofsen, die sich nicht durch den Einblick 
in das Buch selbst beseitigen lassen. 

Findet er dagegen den gesuchten Titel nicht, obgleich er nach 
den ihm bekannten neuen Ordnungsgiiindsätzen eben da, wo er ihn 
suchte stehen müfste, so hat er die Sicherheit, dafs es sich um ein 
in Berlin nicht vorhandenes Buch handelt. Er fertigt also eine Ab- 
schrift dieses Titels samt den nötigen Verweisungen fQr den Gesamt- 
katalog an — nur wo es durchaus notwendig scheint, geht er auf das 
Buch selbst zurück — , umrahmt die 2 auf dem neuen Zettel in der 
vorhin angegebenen Weise und ordnet ihn zusammen mit den dahinter 
gestellten Verweisungen an Ort und Stelle ein. 

Weisen jedoch die im Berliner Verzeichnis zur Geltung ge- 
brachten Ordnungsgrundsätze dem gesuchten Titel seinen Platz aufser- 
halb des vorliegenden Katalogabschnittes an, so hat der Beamte fUrs 



1) Vgl. S. 126. Besser als die immer etwas umständlichen Bnchstaben- 
zeichen werden sich dazu die arabischen Ziffern eignen. Wird die 1, wie es 
natürlich ist, für die Königliche Bibliothek festgelegt, so ergeben sich die 
Siglen der Universitätsbibliotheken aus der Reihenfolge, in der sie an der 
Erweiterung des Katalogs der Königlichen Bibliothek zum Gesamtkatalog 
arbeiten; es wäre also 2 = Breslau, 3 = Halle, 4 = Marburg, 5 = Bonn, 
6 = Münster, 7 = Göttingen, 8 = Kiel, 9 = Greifswald, 10 = Königsberg, 
1 1 = Berlin. 

2) Die vorgeschlagene Kennzeichnung des Besitzes empfiehlt sich auch 
durch die Leichtigkeit, mit der bei nachträglicher Vervollständigung des 
Werkes der Strich zu einem Haken zu ergänzen ist. 

3) Dafür wird sich ein farbiges Blatt im Format des Katalogzettels 
mit folgendem Aufdruck etwa empfehlen: Die Königl u. üniv.'Bibliothek 
in Breslau bemerkt zum Titel (folgen die Ordnungswörter): .... 

242 



— 133 — 

erste keine Möglichkeit auszumachen, ob das Buch der Königlichen 
Bibliothek fehlt oder nicht. Nun kommt es darauf an, ob die dem 
Titel gebührende Stelle vor oder hinter dem eben verglichenen Katalog- 
abschnitt liegt. 

Ist das erstere der Fall, gehört er also einer bereits erledigten 
Partie des Alphabets an, so wird eine Titelabschrift angefertigt auf 
die Gefahr hin, dafs sie in Berlin nach Übertragung der Besitznotiz 
auf den schon vorhandenen Titel vernichtet wird. Den Zettel seines 
eigenen Katalogs aber lUfst der Beamte nicht stehen, wo er ihn ge- 
gefunden hat, sondern bringt ihn an die ihm durch die neuen Vor- 
schriften angewiesene Stelle. 

Im letzteren Falle dagegen genügt es, den Titel an den ihm 
zukommenden Platz zu bringen, da er dann im weiteren Laufe der 
Vergleichung noch einmal an die Reihe kommt. 

Gröfsere Schwierigkeiten machen hier die Bandkataloge, deren 
Einrichtung die einfache Versetzung der Titel ausschliefst. Den Zweck 
dieser Umordnungen wird man hier am einfachsten dadurch erreichen, 
dafs man an gehöriger Stelle auf den Titel verweist, etwa mit farbiger 
Tinte, um auf die noch ausstehende Vergleichung aufmerksam zu 
machen und gleichzeitig anzudeuten, dafs hier nach den neuen Ordnungs- 
grundsätzen der Titel selbst stehen müfste.^) 



1) Es versteht sich eigentlich von selbst, dafs damit nicht die sofortige 
rigorose Durchführung der neuen Instruktion in den alten Katalogen gefordert 
wird. Auch im Zettelkatalog läfst sich die Umstellung der Titel nicht ohne 
weiteres vornehmen, da sie die sehr zeitraubende Änderung der ausgeworfenen 
Ordnnngswörter zur Voraussetzung hat. Eine genaue Übereinstimmung mit 
den neuen Grundsätzen wird sich im unmittelbaren AnschluDs an die Ver- 

flelchung höchstens in den Zettelkatalogen erzielen lassen, fUr deren Ordnung 
ie Breslauer Instruktion mafsgebend gewesen ist Schwerlich aber wird man 
eine solche Forderung, um nur ein Beispiel zu nennen, an die Universitäts- 
bibliothek in Halle stellen dürfen, die alle Anonyma mit gleichem ersten 
Stichwort wie die verschiedenen Schriften einzelner Verfasser nach den Sig- 
naturen geordnet hat. Einstweilen wird es genügen, wenn überall die Be- 
stimmungen über die Wahl des ersteti Ordnungsworts mit gleicher Strenge 
durchgeführt werden, was freilich bei dem Göttinger Bandkatalog mit seiner 
wohl von England übernommenen Zusammenfassung einzelner Kategorien von 
Titeln unter bestimmten Stichwörtern auch nicht möglich sein w^ird. Die 
Vergleichung wird sich auch ohne strengere Uniformierung der Kataloge zu 
einem guten Ende führen lassen, da man natürlich an der Centralstelle die 
auszuschickenden Katalogabschnitte, ohne sich pedantisch an die Normalzahl 
von Zetteln zu binden, so abmessen wird, dafs die Schriften eines Autors 
ebenso beisammen bleiben wie die unter gleichem sachlichen Ordnungswort 
stehenden Titel. Die Schwierigkeiten des Göttinger Katalogs aber werden 
dadurch ihre Erledi^ng finden — eine andere Möglichkeit scheint es nicht 
zu geben — , dafs die Artikel CataloguSj Ordnungen u. s. w. und desgleichen 
die in den alphabetischen Katalog überhaupt nicht auf|?enommenen Deductiones 
iuris und Conciones fimebres zunächst gar nicht berücksichtigt und am Schlufs 
der Arbeit zur Vergleichung nach Berlin geschickt werden. 

Beginnt dann erst der Druck des Gesamtkatalogs, der den einzelneu 

243 



— 134 — 

In allen genannten Fällen schliefBlich wird der Beamte, gleich- 
viel ob er den gesuchten Titel im Katalogabschnitt der Königlichen 
Bibliothek findet oder nicht nnd gleichviel auch, ob er von einem 
Zettel- oder von einem Bandkatalog ausgeht, jeden für den Gesamt- 
katalog verglichenen oder abgeschriebenen Titel seines Katalogs als 
solchen kennzeichnen, am einfachsten wohl mit den beiden Buch- 
staben GK^ die nach Möglichkeit stets an derselben Stelle anzubringen 
sein werden. Nur so wird man zum Schlufs die nötige Sicherheit ge- 
winnen können, dals die Arbeit gründlich gethan ist, nnd andererseits 
werden es diese Zeichen sein, die eine nachträgliche Vergleichung der 
einstweilen ausgeschlossenen Druckscliriften wenn nicht überhaupt er- 
möglichen, so doch wesentlich erleichtern werden. 

So geht die Vergleichung' Blatt für Blatt vorwärts. Zuletzt 
werden die Nachzügler, d. h. die für alle Fälle abgeschriebenen Titel, 
die dem zurückliegenden Teile des Alphabets angehören, in einem 
mit entsprechendem Aufdruck versehenen Umschlag an den Schlufs 
des Berliner Katalogbruchstücks gestellt, und die Arbeit ist soweit 
beendet. Der nächste Zug führt den Abschnitt „Aa — Abbas** nach 
Halle u. s. w. 

6. DIE ABSCHLIESSENDE ARBEIT AN DER CENTRALSTELLE. 

Ist die Sendung zur Central stelle zurückgekehrt, so werden zu- 
nächst die Nachzügler entweder eingeordnet oder, falls die fraglichen 
Titel bereits im Oesamtkatalog vertreten sind, nach Übertragung des 
Besitzvermerks vernichtet 

Alsdann werden die von den Beamten der Universitätsbibliotheken 
zu diesem oder jenem Titel kundgegebenen Bedenken oder Berichti- 
gungen sachgemäfs erledigt. Ist der gegen die Richtigkeit der Ein- 
ordnung eines Titels erhobene Einwand auf eine abweichende Aus- 
legung der Instruktion zurückzuführen, so wird es sich empfehlen, die 
Entscheidung in die Hände der Königlichen Bibliothek zu legen. 
In diesem wie in allen anderen Fällen, in denen die Einheitlichkeit 
der Arbeitsgrundsätze in Frage kommt, wird es notwendig sein, die 
zunächst interessierte Bibliothek oder erforderlichen Falls alle be- 
teiligten Anstalten von der getroffenen Entscheidung in Kenntnis 
zu setzen. 

Zum Schlufs werden die Zettel noch einmal besonders auf ihre 
Ordnung hin durchgesehen und gleichzeitig die unterwegs hinzuge- 
kommenen Verweisungen, die bisher hinter den zugehörigen Titeln ge- 
standen haben ^ herausgehoben und entweder in den bereits fertigen 
Teil des Gesamtkatalogs eingestellt oder für sich geordnet, um später 
eingestellt zu werden. 

Bibliotheken die Möglichkeit gibt, ihre alten haudschriftlichen Kataloge all- 
mählich in gedruckte umzuwandeln, dann ergibt sieb auch die allgemeine 
DarchfUhrung der neuen Instruktion von selbst. 

244 



— 135 — 



7. DAUER DER VERGLEICHUNG. 

Die Daner der vorgeschlagenen Arbeit hängt von dem Umfang 
der täglichen Sendung ab. Es sind rnnd 1200000 Zettel, die die 
Wanderung durch die Bibliotheken machen sollen. Wenigstens scheint 
es ratsam, nicht allein die Titel im engeren Sinne, die zwei Drittel 
dieser Zahl kaum tibersteigen dttrften, sondern mit ihnen auch die 
Verweisungen auszuschicken, die in Fällen abweichender Ordnung die 
Yergleichung nicht unwesentlich erleichtern werden. 

Je umfangreicher die Bibliothek, desto gröfser ihr Anteil an der 
Arbeit Auf einen 100 Titel zählenden Eatalogabschnitt der König- 
lichen Bibliothek werden in Göttingen durchschnittlicli 50 — 60, in 
Mtaator aber nur 10 — 12 Titel kommen; seine Erledigung wird also 
dort voraussichtlich fQnfmal so viel Zeit fordern als hier. Eine 
Sendung, zu deren Bewältigung in Münster die Tagesarbeit eines 
Beamten ausreichte, wUrde in Göttingen die Einstellung von fünf Be- 
amten nötig machen. Der Umfang des täglich auszuschickenden Ab- 
schnittes ist demnach, da auch die gröfseren Anstalten nur eine Arbeits- 
kraft für die Yergleichung bereitzustellen in der Lage sein dürften, 
so zu bemessen, dafs seine Abfertigung auch in der gröfsten Bibliothek, 
also in Göttingen, nicht über die Tagesleistung eines Beamten 
hinausgeht. 

Einen Anhalt für die ungefähre Schätzung dieser Arbeit gibt 
die in den Jahren 1891 — 1893 ausgeführte Yergleichung des Zettel- 
katalogs der Berliner Universitätsbibliothek mit dem der Königlichen, 
wobei es sich im wesentlichen um die Übernahme der systematischen 
Anordnung handelte. Nach den damals gemachten Erfahrungen darf 
angenommen werden, dafs der Beamte in der Stunde 25, also am 
Tage 150 Titel seines Katalogs in allen Einzelheiten, wie sie oben 
vorgeführt sind, erledigen kann. 

Der Abschnitt des Göttinger Katalogs, der 150 Titel umfafst, 
wird in der Königlichen Bibliothek deren 300, oder, wenn die Yer- 
weisnngen hinzugerechnet werden, 450 Zettel in sich schliefsen. Über 
diese Zahl wird also die tägliche Sendung nicht hinausgehen dürfen; 
im Gegenteil empfiehlt es sich, zur Yermeidung von Stockungen etwas 
hinter ihr zurückzubleiben, i) 

Werden täglich 400 Zettel ausgeschickt,^) so sind 3000 Tage 



1) Für die Bereciinung können erklärlicher Weise nur die Durchschnitts- 
zahlen in Betracht kommen. Gewifs wird es zuweilen vorkommen, dafs der 
Katalogabschnitt in Göttingen ebensoviel oder gar mehr Titel zählt als der 
Berliner, und der Beamte sich also nach Hilfe umsehen mufs. Dieser Fall 
wird jedoch auch hier äuTserst selten eintreten, in anderen Bibliotheken 
voraussichtlich nie. 

2) Dafs man nicht rücksichtslos an dieser Zahl festhalten dürfen wird, 
ist bereits gesagt worden (S. 133 Anm. 1). Aber auch die oben vorgeschlagene 

245 



— 136 — 

oder 10 Jahre zu 300 Arbeitstagen nötig, nm den ganzen Katalog der 
Königlichen Bibliothek durch die beteiligten Anstalten zu ftihren und 
so das Manuskript des Gesamtkatalogs zu vollenden. 



ZWEITES KAPITEL. 

DER DRÜCK 

Während bisher, da es sich um die Organisierung eines durch- 
aus neuen Unternehmens handelte, eine gewisse Ausftlhrlichkeit ge- 
boten schien, darf sich die Darlegung jetzt, nachdem die Gesamtkatalog- 
frage auf die des Katalogdrucks zurückgeführt ist, zugleich unter 
Berufung auf die kritischen Erörterungen des ersten Teils gröfserer 
Kürze befleifsigen. 

I. NOTWENDIGKEIT DES DRUCKS, 

Der Gesamtkatalog in einem Exemplar, dessen Standort, wie schon 
wiederholt betont wurde, nur die Königliche Bibliothek sein düi-fte, käme 
in erster Linie den Benutzern dieser Sammlung zu gute, ohne jedoch der 
Verwaltung, die bereits im Besitz eines guten Zettelkatalogs ist, einen 
andern Nutzen zu bringen als die Möglichkeit, die Erwerbung älterer 
und selten gebrauchter Werke, sofern sie in einer der beteiligten Biblio- 
theken vorhanden sind, zu vermeiden. Für die übrigen Anstalten dürfte 
sich der Gewinn darauf beschränken, dafs sie in ihrem Leihverkehr mit 
Berlin statt des einfachen Bescheides „Nicht vorhanden" auf dem Be- 
stellzettel zutreffenden Falls die Angabe der dritten oder vierten Biblio- 
thek finden würden, an die sie den Besteller weisen könnten. Der 



Frist für die Aufeinanderfolge der Sendungen soll nicht als die allein mög- 
liche hingestellt werden. Es ist denkbar, dal's eine Bibliothek auch unter 
normalen Verhältnissen weniger Schwierigkeiten findet, innerhalb 48 Stunden 
mit 800 Zetteln fertig zu werden als mit der Halftern 24 Stunden, and bei 
plötzlicher Verhinderung des mit der Vergleichung beauftragten Beamten, fdr 
den sich bei der Eigenart der Arbeit nicht immer ein sofortiger Ersatz stellen 
lassen dürfte, wird dies sogar sehr wahrscheinlich der Fall sein. Es muls 
also anheim gestellt werden, es entweder mit d^r vorgeschlagenen Frist zu 
versuchen, bis die praktischen Erfahrungen eine Änderung ratsam erscheinen 
lassen, oder sie von Anbeginn unter entsprechender Erweiterung des Ümfangs 
der Sendung zu verlängern. Woran aber unter allen Umständen festzuhalten 
sein wird, das ist die strengste Ee^^elmäisigkeit des Ganges. 

246 



— 137 — 

auswärtige Gelehrte schliefBlich, der nicht in der Lage wäre, die Ver- 
mittelung des Leihverkehrs in Anspruch zn nehmen, könnte mit einer 
einzigen Anjfrage in Erfahrung bringen, ob das gesuchte Buch in den 
Preufsischen Sammlungen zu finden sei, würde also, wie Treitschke 
hervorgehoben hat, eine „Masse nutzloser Schreiberei^ ersparen. 

Damit aber wären die Vorteile des handschriftlichen Gesamt- 
katalogs erschöpft. So schätzenswert sie sein mögen: sie werden sich 
kaum als grofs genug herausstellen, um die auf seine Herstellung 
verwandte Arbeit zu rechtfertigen. Die eigentlichen Zwecke des 
Gesamtkatalogs, die weiteste Ausdehnung gegenseitiger Aushilfe und 
die Schaffiing einer allen Bibliotheken gleich notwendigen Direktive 
für die Ergänzung der Bestände, sind nur durch seine Vervielfältigung 
zu erreichen. Entscheidend aber ist ein anderer Gesichtspunkt. 
Wenn es wahr ist, dafs die vornehmste Bestimmung der Bibliotheken 
ihre möglichst ausgedehnte Benutzung ist und dafs diese ganz wesentlich 
von der Zugänglichkeit und Zuverlässigkeit der Kataloge abhängt; 
wenn es ferner Thatsache ist, dafs es einigen der beteiligten Anstalten 
bisher nicht möglich gewesen ist, die altüberkommenen Schäden ihrer 
Inventarisierung zu heilen und desgleichen, dafs auch die Kataloge 
der übrigen, wie es anderswo keineswegs anders ist, noch dies oder 
jenes zu wünschen lassen: dann braucht auch die Notwendigkeit eines 
Unternehmens, das mit verhältnismäfsig geringem Aufwand allen 
Preufsischen Bibliotheken zugleich vorwurfsfreie Kataloge in beliebig 
viel Exemplaren zu liefeiii verspricht, keine weitere Begründung. 

Nur die Art der Vervielfältigung könnte vielleicht noch in Frage 
kommen. Jedesfalls wird es angemessen sein, wenngleich die absolute 
Überlegenheit des Drucks von vornherein festzustehen scheint, auch 
andere Möglichkeiten in Betracht zu ziehen. 

Dürfte man sich an vier bis fünf Exemplaren genügen lassen, 
so läge es nahe, bei der Aufnahme der Titel die Schreibmaschine zu 
verwenden. Aber wären auch die geklebten Zettel weniger unschön 
und unhandlich, als sie es in der That werden, wenn man nicht un- 
gewöhnliche Preise für das Aufziehen der Titelstreifen anlegen kann, 
so würde doch allein die Überlegung, dafs die Herstellung dieser 
wenigen Exemplare mindestens ein volles Drittel der Kosten des 
Zett«ldrucks beanspioichte, zur Ablehnung dieses Verfahrens ausreichen. 

Ebenso wenig wird die autographische Vervielfältigung ernstlich 
in Frage kommen können. Bei handschriftlich hergestellter Urschrift 
würden die Zettel alle Nachteile eines von verschiedenen Händen zu- 
sammengeschriebenen Katalogs zeigen. Diese Mängel würden zwar 
vermieden, wenn man, was technisch möglich und nicht kostspieliger 
ist, die dem Lithographen zu liefernde Urschrift mit der Schreib- 
maschine anfertigte. Aber auch so erhielte man nur Zettel, die sich, 
was Schönheit und Deutlichkeit anlangt, mit gedruckten nicht messen 
könnten, überdies aber zur Herstellung von Bandkatalogen, die das 
dringendste Bedürfnis jeder Bibliothek sind, deshalb nicht zu verwenden 

247 



— 138 — 

wären, weil der Umfang eines mit der Maschine geschriebenen Titels 
gröfser als der eines handschriftlichen nnd mindestens dreimal so grofs 
ist als der eines gedruckten. Was endlich die Eostenirage angeht, 
so kann auch dies Verfahren im vorliegenden Falle nicht mit dem 
Druck konkurrieren, da selbst dann, wenn die Urschrift geliefert wird, 
die VervielHiltigung in 20 Exemplaren nur um ein Viertel billiger, in 
100 Abzügen aber bereits ebenso teuer ist wie der Dimck. 

Die übrigen Reproduktionsarten kommen hier überhaupt nicht in 
Betracht; teils geben sie unklare und mit der Zeit mehr oder weniger 
verblassende Kopien, teils sind sie zu kostspielig. 

Es bleibt mithin nur der Druck übrig. 



n. ANORDNUNG DES KATALOGS. 

Bisher hat sich, von berichtenden Notizen abgesehen, nur eine 
Stimme öffentlich zu dem vorliegenden Plan vernehmen lassen, und 
zwar in einem Artikel der Kölnischen Zeitung vom 30 Juni 1895, 
der folgende Überschrift führt: Der Katalog der Königlichen Bibliothek 
zu Berlin. Aber nur aus den einleitenden Worten erfährt man, dafs 
der unbekannte Autor das umfassende Unternehmen der Preufsischen 
Regierung im Auge hat. Im übrigen beschäftigt sich der Auf^tz 
seiner Überschrift entsprechend lediglich mit dem Druck des Katalogs 
der Königlichen Bibliothek, dessen sachliche Anordnung nicht gefordert, 
sondern als selbstverständlich vorausgesetzt und gegenüber dem Alphabet 
des Londoner und Pariser Katalogs in das vorteilhafteste Licht gerückt 
wird. Die Universitätsbibliotheken brauchten dann weder ihre Kataloge 
zu drucken noch ein Druckmanuskript für Berlin anzufertigen, sondern 
hätten dann nur in ihrem Exemplar des Katalogs der Königlichen 
Bibliothek, der voraussichtlich in den sogenannten Universitätswissen- 
schaften ebensoviel enthalten werde, als jede einzelne besäfse, die 
Bücher anzustreichen, über die sie selbst verfügten, und ihr Mehr nach- 
zutragen. Der Gesamtkatalog, wie ihn die Etatsforderung deutlich 
kennzeichnet, wird überhaupt nicht berührt Eine Widerlegung der 
hier geäufserten Ansichten zu versuchen, wäre mithin verkehrt, da es 
gamicht sicher ist, ob der Verfasser ebenso wie ftlr den Druck des 
Katalogs der Königlichen Bibliothek auch für den des Qesamtkatalogs 
die sachliche Ordnung fordern würde. 

Dafs der alphabetische Centi'alkatalog die notwendige Vorarbeit 
des systematischen ist, hat seiner Zeit die Kritik des Dziatzkoschen 
Plans ergeben. Man wird sich also jetzt, da er im Manuskript vollendet 
ist und der Druck beginnen soll, zu entscheiden haben, ob man die 
1200000 Zettel in der bereits vorhandenen alphabetischen oder in 
einer erst zu schaffenden sachlichen Anordnung veröffentlichen will. 
Zwei Dritteln von ihnen, die den Besitz der Königlichen Bibliothek 
darstellen, könnte durch die einfache Übernahme der Signaturen bei 

248 



— 139 — 

der Abschrift 1) ihr Platz im System angewiesen werden. Es bliebe 
also die Aufgabe, die tlbrigen 400 000 Titel einzureihen. 

Es ist keineswegs die kaum noch strittige Frage System oder 
Alphabety die bei dieser Entscheidung vornehmlich in Betracht kommt, 
sondern es sind im Gegenteil rein praktische Erwägungen, von denen 
man sich hier wird leiten lassen müssen. Nicht darum handelt es 
sich, was das Beste und Wflnschenswerteste ist — dann gäbe es hier 
überhaupt keinen Zweifel — , sondern in erster Linie darum, was 
unter den gegebenen Verhältnissen und mit den vorhandenen oder 
günstigsten Falls zu erwartenden Mitteln zu en*eichen ist. Und von 
diesem Standpunkt aus wird man trotz aller Einsicht in die grofse 
Überlegenheit der sachlichen Gliederung zu dem Schlufs gedrängt 
werden, dafs die Anordnung auch des gedruckten Gesamtkatalogs nur 
die alphabetische werden kann. Es scheint zwecklos, jetzt von neuem 
die endlosen Schwierigkeiten vorzuführen, mit denen das Unternehmen 
zu kämpfen hätte, falls man sich ftir die s^'stematische Ordnung entschiede. 
Es wird genügen, auf das Menetekel der Tübinger und Pariser Fach- 
kataloge einerseits und auf die neuen Beispiele des Britischen Museums 
und der Biblioth^que Nationale, namentlich die Erörterungen des 
Picotschen Berichts andererseits hinzuweisen. Alsdann aber sei daran 
erinnert, dafs die Arbeit am systematischen Katalog der Königlichen 
Bibliothek etwa 1840 begonnen hat und dafs die Zahl der verschiedenen 
Beamten, die an seiner Herstellung beteiligt gewesen sind, doch 
wohl über ein halbes Hundert hinausgehen dürfte. Hält man sich 
dazu gegenwärtig, wie schwer es bei dergleichen Arbeiten ftlUt, selbst 
den eigenen Standpunkt konsequent zu wahren, dann wird man kaum 
dafür stimmen, diesen Katalog, so wie er ist, zum Abdruck zu bringen. 
Doch die inneren Widersprüche liefsen sich ausgleichen, die veralteten 
Teilungen sich den modernen Anschauungen anpassen u. s. w., kurz diese 
Schwierigkeiten wären zu überwinden, wenn auch wahrscheinlich nur 
in jahrelanger Arbeit. Anders jedoch steht es mit den 400000 aus 
den Universitätsbibliotheken hinzugekommenen Titeln. Diese und 
weiter alle neuen Erwerbungen an der Centralstelle in das System 
der Königlichen einordnen hiefse einen sehr reich gegliederten Real- 
katalog nach blofsen Titeln d. h. ohne Zuziehung der Bücher selbst 
weiterftihren, und dazu wird ein Fachmann schwerlich raten wollen. 



III. ÄUSSERE GESTALT DES KATALOGS. 

Auf den ersten Blick mag es übeiTaschen, dafs die Frage nach 
der äufseren Gestalt des Gesamtkatalogs überhaupt aufgeworfen wird; 
so selbstverständlich erscheint die Buchform. Jede Bibliothek liefse 
zwei oder drei Exemplare mit Papier durchschiefsen, kennzeichnete 



1) Vgl. S. 126 Anm. 1. 

249 



— 140 — 

ihrep Besitz dnrch Beisetznog der Signaturen nnd versorgte Beamten- 
zimmer, Lesesaal und etwa noch die Universität mit musterhaften 
alphabetischen Katalogen, die Benutzbarkeit ihrer Schätze wesentlich 
erhöhend nnd gleichzeitig ihren Geschäftsbetrieb entlastend. 

Das Beispiel des Britischen Museums zeigt aber aufs deutlichste, 
dafs die Aufrechterhaltung der Ordnung in gedruckten Bandkatalogen, 
wo ohne Zwischenraum Titel sich an Titel schliefst, selbst ftir kürzere 
Zeit tiberaus schwierig und kostspielig, auf die Dauer aber unmöglich 
ist. Von dieser Erkenntnis geht auch die Verwaltung der Bibliothöque 
Nationale aus, wenn sie von vornherein darauf verzichtet, die Bände 
ihres gedruckten oder vielmehr zu druckenden Katalogs durch Ein- 
schaltung der neuen Titel auf dem Laufenden zu halten und f^r die 
zum Geschäftsbetrieb herzurichtenden Exemplare die Form des Zettel- 
katalogs festsetzt. Dieselbe Überlegung dürfte es auch sein, die die 
Bibliotheken in Kassel und Wolfenbüttel bestimmt hat, bei ihrem 
Katalogdruck von der Buchform abzusehen. 

Eine Möglichkeit, die Ordnung des gedruckten Bandkatalogs 
ungestöil; zu erhalten, zeigt sich in dem Ausweg, ihm eine bestimmte 
zeitliche Grenze zu setzen und nur den Zuwachs ans der vor diesem 
Termin veröffentlichten Litteratur in ihm nachzutragen, alle später 
erschienenen Erwerbungen dagegen in einem zweiten Katalog auf Zetteln 
zu inventarisieren. Sofort aber drängen sich die schweren Mängel 
dieses Systems auf. Über die Schwierigkeiten, wie sie neue Auflagen 
und Serienwerke bieten, käme man wohl durch doppelte Eintragungen 
hinweg. Sehr viel mifslicher und namentlich für das Publikum irre- 
führend wäre die Trennung der Schriften eines Autors. Die schlimmste 
Seite dieser Einrichtung wäre aber die, dafs sie schliefslich zur ständigen 
Befragung zweier Kataloge statt eines zwänge, da bei Bestellungen 
das Erscheinungsjahr ebenso oft garnicht wie unrichtig angegeben ist. 
Jedesfalls würde ein negativer Bescheid nur selten aus einem Katalog 
heraus erteilt werden dürfen. 

Das Interesse der Verwaltungen fordert also nicht die Buchform, 
so notwendig ihnen der Bandkatalog ist. Nicht viel dringlicher dürfte 
sie die Rücksicht auf weitere wissenschaftliche Kreise des In- und Aus- 
landes verlangen, die den am Gesamtkatalog beteiligten Bibliotheken 
fern stehen. Ein Vergleich mit den beiden gröfsten Büchersammlungen 
der Welt scheint hier nicht zulässig. Der Picotsche Bericht schliefst 
mit der stolzen Bemerkung (S. 63), das Inventar der Nationalbibliothek 
werde ein Denkmal alles dessen darstellen, was die Franzosen seit 
vier Jahrhunderten gedacht und geschrieben. Und mit gleichem Recht 
darf Garnett 1) vom Katalog des Britischen Museums sagen, er gebe 
ein Verzeichnis der ganzen wirklich wertvollen Litteratur aller Zeiten. 
Der Gesamtkatalog der Preufsischen Bibliotheken wird sich in der 
Reichhaltigkeit mit diesen beiden Inventaren schwerlich messen können; 

1) The Printing of the British Museum Catalogne etc. S. 127. 

250 



— 141 — 

er wird vor allem, und das ist entscheidend, nicht die nationale Litte- 
ratnr in solcher Geschlossenheit anfftlhren wie sie. Wenn der Londoner 
Katalog trotzdem kanm 40 zahlende Abonnenten gefunden hat, so 
kann darans ein ziemlich sicherer Schlufs gezogen werden, anf wie 
wenig Abnehmer hier gerechnet werden darf. 

Wird von der Aufnahme der speziellen Verweisungen abgesehen, 
80 bleiben noch 1200000 Titel für den Druck. Diese wfirden, falls 
ihrer Herstellung die heute giltige Instruktion zu Grunde gelegt wäre, 
rund 140 Bände zu 50 Bogen oder 800 Seiten im Format der Titel- 
drucke der Königlichen Bibliothek füllen. Auch die weitestgehenden 
Erleichterungen durften den Umfang des Titels allerhöchstens um ein 
knappes Drittel verringern, so dafs immer noch etwa 100 solcher 
Bände nötig wären. 

Nun kostete bei vorhandenem Satz die vollständige Fertigstellung 
des Bandes an Druck, Umschlag und Broschieren unter der Annahme 
mittlerer Preise etwa 200 M. Man mufs sich also notwendig die Frage 
BteUen, ob man 200x100 = 20000 M. fUr die zwei bis drei Dutzend 
Exemplare, die voraussichtlich abgehen werden, ausgeben darf; allein 
für sie, denn die Zwecke der Verwaltungen verlangen lediglich 
den einseitigen Druck. Die Antwort wird schwerlich bejahend aus- 
fallen können. Etwas anderes wäre es, wenn eine Subskription wider 
alles Erwarten ein gttnstiges Ergebnis lieferte. 

Fttr die Gestalt des Katalogdrucks dürften also fast ausschliefst 
lieh die Bedürfnisse der Verwaltungen bestimmend bleiben. 

Was zunächst den in allen Bibliotheken gleichmäfsig aufzustellenden 
und mit Hilfe des gemeinsamen Zugangsverzeichnisses fortzuführenden 
Gesamtkatalog angeht, der die Dienste einer verhältnismäfsig selten 
befragten Auskunftetelle, nicht eines vielgebrauchten Betriebswerkzeugs 
leisten soll, so ist ftir ihn das Zettelsystem das gegebene. 

Ebenso wird man andererseits zugeben, dafs die neuen Kataloge 
der eigenen Bestände, zu denen der Druck den einzelnen Bibliotheken 
verhelfen wird, am besten die Buchform erhalten. Der Zettelkatalog 
ist und bleibt dem Bandkatalog gegenüber trotz seiner grofsen Vorzüge 
alles in allem doch ein minderwertiger und schwerfälliger Ersatz. Das 
Problem, die Vorteile beider Einrichtungen, die unbegrenzte Beweglich- 
keit mit der Sicherheit der Titelfplge und der Übersichtlichkeit zu 
verbinden, hat bisher keine befriedigende Lösung gefunden, ebenso 
wenig durch das alte Heidelberger Albumsystem wie in dem Ameri- 
kanischen Rudolph Indexer neuesten Datums. Nach dem heutigen 
Stand unserer Erfahrungen und Anschauungen ist am einwandfreisten 
das Göttinger System, dessen Grundsatz, jedem Autor ein eigenes Blatt 
zu geben und gleichzeitig die Einschaltung neuer Blätter vorzusehen, 
auch dem Bandkatalog eine fast unbegrenzte Dauer verschafft. Es 
erscheint demnach selbstverständlich, dafs die Bibliotheken — nur 
Göttingen und Kiel besitzen einstweilen derartige alphabetische Band- 
kataloge — die ihnen durch den Druck gegebene Möglichkeit, sich 

251 



i 



— 142 — 

vom Buchbinder tadellose Bandkataloge zusammenkleben zu lassen, 
nicht vernachlässigen. 1) Sie brauchen also einseitig auf dünnes Papier 
gedruckte Titel. 

Anders steht es um die Kataloge, mit denen nunmehr — diese 
Forderung wird schwerlich auf Widerspruch stofsen — auch die Lese- 
zimmer der Bibliotheken auszustatten sein werden. Gewifs wäre auch hier 
die Buchform das Beste. Die zeitraubende Fortführung zweier alpha- 
betischer Bandkataloge wird jedoch keine Verwaltung auf sich nehmen 
können, und schliefslich genügt fttr die Zwecke der Benutzer, deren 
Nachforschungen meist in wenigen Minuten beendet sind, auch der 
Zettelkatalog. Nur dürften die Zettel nicht in die Tiefen von Schub- 
kästen geborgen, sondern müfsten dem Publikum in irgend einer Form 
des Leidener Buchsystems geboten werden. 

Diese Bedürfnisse der Verwaltungen zu befriedigen gibt es drei 
Möglichkeiten: 

1. Der Katalog wird in Buchform gedruckt; doch werden nur 
einseitige Exemplare abgezogen. Die Zettelkataloge werden dann 
ebenso wie die Bandkatalöge auf dem Wege des Schneidens und 
Klobens hergestellt. 

2. Der Satz wird nach der Korrektur titelweise auseinandergerückt 
und auf gröfsere Schiffe verteilt Beim Abzug kommt sowohl stärkeres 
wie dünnes Papier zur Verwendung. Die stärkeren Bogen werden 
zerschnitten und liefern also direkt bedruckte, zum Einstellen fertige 
Zettel; die dünnen werden zur Herstellung der Bandkataloge benutzt 
und aufserdem von jeder Bibliothek in so und so viel Exemplaren 
für Nachträge, zur Erneuerung überladener Blätter u. s. w. zurückgelegt. 

3. Nachdem wie im ersten Falle eine Reihe einseitig bedruckter 
Exemplare vom zusammenhängenden Satz abgezogen ist, werden die 
Titel zur Herstellung direkt bedruckter Zettel auseinandergerückt. 

Wie vorhin bemerkt, wird jede Bibliothek zwei Zettelkataloge 
fuhren müssen, den aller Preufsischen Sammlungen und zum Gebrauch 
des Publikums im Lesesaal den ihrer eigenen Bestände. Bei der Wahl 
der ersten Möglichkeit wird also in den elf beteiligten Bibliotheken 
zusammen jeder Titel durchschnittlich 13 Mal auszuschneiden und auf- 
zukleben sein. Die blofse Herstellung eines Zettels auf diesem Wege 
kostet V2 ^^'^)i in 13 Exemplaren mithin rund 7 Pf. Auf der anderen 
Seite ist das Verteilen des Satzes, der Druck und das Zerschneiden 



1) Dann aber wird man gut thun, das altUberkommene Folioformat 
aufzugeoen und sich mit einem mäfsigen Quart zu begnUffen, dessen Blatt- 
grüfse in 90 unter 100 Fällen vollständig ausreichend ist. Ebensowenig sollte 
man die alte Falzeinrichtung übernehmen, sondern vielleicht eins der Brief- 
ordnersysteme den Bedürfnissen des Katalogs anpassen oder die Italienische 
Schraubeneinricbtung adoptieren. — Vgl. Altmann, Bibliothekstechnisches 
(Geutralbl. f. B. XII 1895 S. 41 Off.). 

2) Dies ist der bei der Katalogisierong der Institutsbibliotheken ge- 
zahlte Satz. 

252 



— 143 — 

der Bogen zn Zetteln mit 10 PfJ) ftlr den Titel zu bezahlen. Hält 
man dazn, dafs zur Aufnahme der Titelstreifen ein stärkeres und 
teureres Papier nötig ist als zum Zetteldruck, und dafs ferner bei dem 
Ansatz von V2 P^« ^^® Arbeit des den Buchbinder kontrollierenden 
Beamten nicht in Anschlag gebracht ist, dann wird man kaum noch 
Bedenken tragen, sich ftlr das letztere Verfahren zu entscheiden. Den 
Ausschlag aber gibt die grofse Überlegenheit des fertig aus der Druckerei 
kommenden Zettels in Schönheit, Handlichkeit und Haltbarkeit 

Noch bleibt jetzt die Sorge ftir die Bandkataloge, die einseitig 
auf dünnes Papier gedruckte Titel verlangen. Hier ist also zwischen 
der zweiten und dritten Möglichkeit zu wählen. 

Bei Benutzung des zum Zetteldruck verteilten Satzes entstünden 
kaum nennenswerte Mehrkosten. Nicht zu verkennen ist jedoch, dafs 
das Heraussuchen der nötigen Titel aus den losen Bogen, die Auf- 
bewahrung und spätere Benutzung sehr empfindliche Unbequemlich- 
keiten mit sich bringen und vielleicht gar die Vorteile des Unter- 
nehmens nach dieser wichtigen Seite hin in Frage stellen würden. Die 
dünneren Bogen ebenso wie die stärkeren zu zerschneiden und sich 
80 die Reserve in Zetteln anzulegen, dürfte wegen der Unsicherheit 
der Ordnung gleichfalls nicht ratsam sein. 

Danach bleibt nur der dritte Weg übrig: der Satz wird zuersjt 
zur Herstellung von einseitigen Drucken in Buchform und dann zum 
Zetteldruck verwandt. 

Gegenüber dem blofsen Zetteldruck bedeutet dieser Entschlnfs 
eine Mehrausgabe von 20000 M. Man wird sie um so weniger scheuen 
dürfen, als diese einseitig bedruckten Exemplare gleichzeitig dem wenn 
auch voraussichtlich gelingen Bedürfnis weiterer Kreise Rechnung 
tragen, nicht viel anders als es zweiseitig bedruckte thun würden. 

IV. BEGINN DES DRUCKS, 

Mag man auch von dem vorgeschlagenen Gang der Vergleichung 
absehen und einem andern Arbeitsplan den Vorzug geben: man wird 
keinen Weg finden, der Nachzügler und Nachträge unmöglich machte 
und mit jedem Schritt ein vollständig abgeschlossenes Stück des Ge- 
samtkatalogs lieferte. Schon aus diesem Grunde scheint es geboten, 
mit dem Druck nicht eher zu beginnen, als bis das ganze Material 
beisammen ist Jener Katalog des Britischen Museums, dessen erster 
und letzter Band 1841 erschien, ist nach dem Urteil der Sachver- 
ständigen nur daran gescheitert, dafs man ihn zu drucken anfing, bevor 
er fertig vorlag. Zudem wird die Herstellung des Manuskripts bereits 
so viele Arbeitskräfte dem ordentlichen Bibliotheksdienst entziehen, 
dafs es bedenklich sein dürfte, deren noch mehr bei der Überwachung 
des Drucks festzulegen, so wünschenswert auch die schnelle Vollendung 



1) Zn Grunde liegen einige Kostenanschlage von Druckereien. 

253 



— 144 — 

des Werkes ist. Auch ist es zweifelhaft, ob es gelingen würde, eine 
derartige Erhöhung der jährlichen Bewilligung zn erzielen, dafs alle 
drei Arbeiten, Abschrift, Vergleichnng nnd Drnck nebeneinander her- 
gehen könnten« Schliefslich aber trägt das ganze Unternehmen, so 
klar seine grofsen Vorteile vor Augen liegen und so dringend ein 
schneller Beginn im Interesse weitester Ausnutzung der angesammelten 
Schätze geboten ist, doch, soweit die Ausführung in Frage kommt, den 
Charakter eines Schrittes ins Dunkle. Auch die sorgsamsten Berech- 
nungen können durch die praktische Erfahrung über den Haufen ge- 
worfen werden. Ein vorzeitiger Beginn des Drucks aber würde selbst 
zu widerwilliger Verfolgung des einmal eingeschlagenen Weges zwingen. 

V. DAUER DES DRUCKS. 

Die Dauer des Drucks wird lediglich von den zur Verfügung 
stehenden Mitteln abhängen. Je schneller er vorwärts geht, desto 
nutzbarer wird das Kapital angelegt, da die Vorteile des Unternehmens, 
zumal für die Universitätsbibliotheken, erst dann zur Geltung kommen, 
wenn das ganze Werk beendet ist. 

Der Katalog des Britischen Museums schreitet jedes Jahr um 
150000 Titel vor. Verteilen wir unsere Arbeit ebenso wie die Ver- 
gleichung auf 10 Jahre, so haben wir jährlich 120000 Titel oder 
täglich ihrer 400 zu drucken J) So wird der Gesamtkatalog der 
Preufsischen Bibliotheken 20 Jahre zu seiner Vollendung brauchen. 
Das ist eine lange Zeit, und manchen Verwaltungen wird es unmöglich 
scheinen, die Verbesserung ihrer Inventare bis dahin aufzuschieben. 
Dabei ist aber nicht zu vergessen, dafs ihnen die Vergleichung eine 
gründliche Revision ihrer Hauptgebrauchskataloge bringt, während die 
Zugangsliste sie in den Besitz tadelloser Gesamtverzeichnisse der neuen 
Litteratur setzt. 

SCHLUSSWORT. 

Die sicherste Gewähr für das Gelingen des Plans liegt in seiner 
Beschränkung. Die elf zunächst beteiligten Bibliotheken haben zwar 
nicht durchaus gleichartige Einrichtungen; alle aber empfangen ihre 
Weisungen von einer Stelle, und alle werden in gleichem Geiste ver- 
waltet. So ist ein Gemeinschaftsgefühl vorhanden, wie es für ein der- 
artiges Zusammenwirken notwendig scheint. Ein Schritt über diesen 
Kreis hinaus, und die Schwierigkeiten wachsen. Schon eine Aus- 
dehnung des Plans auf die wichtigeren wissenschaftlichen Spezial- 
bibliotheken Preufsens würde sich voraussichtlich als ein Hemmnis er- 
weisen, seine Erweiterung auf aiie grofsen Bibliotheken Deutschlands 
aber auf nahezu unüberwindliche Hindernisse stofsen. 



1) Dabei ist nach wie vor angenommen, dafs alle speziellen Ver- 
weisungen, die sich durch die Hanpttitel ersetzen lieCsen, vom Drnck aus- 
geschlossen bleiben. 

254 



— 145 — 

Damit soll jedoch keineswegs gesagt sein, dafs der Gesamtkatalog 
dieser elf Sammlungen das letzte Ziel darstelle. Er ist im Gegenteil 
nur als der erste grofse Schritt zum Gesamtverzeichnis aller in den 
Deutschen Bibliotheken angesammelten Schätze aufzufassen. Die vor- 
geschlagene Arbeitsorganisation wird es jederzeit erlauben, den Kreis der 
Bibliotheken zu erweitern ; an einen planmäfsigen Ausbau des Katalogs 
nach dieser Richtung aber wird man, falls sich nicht die Arbeit günstiger 
gestaltet als vorauszusehen ist, doch wohl erst dann gehen dürfen, 
wenn durch seinen Abschlufs eine Grundlage von der Ausdehnung 
geschaffen ist, wie sie ein so grofses Unternehmen braucht Alle 
Deutschen Bibliotheken von einiger Bedeutung werden vollständige 
Zettelexemplare des Preufsischen Gesamtkatalogs erhalten, und eine 
nach der anderen wird sich dazu verstehen, ihr Mehr festzustellen und 
nach Berlin mitzuteilen. Soweit ihre Kataloge bereits gedruckt sind, 
wobei in erster Linie an die gerade fär die vaterländische Litteratur 
80 bedeutungsvolle Wolfenbüttler Sammlung zu denken ist, werden sie, 
wenn die nötigen Exemplare zu erhalten sind, einfach in das Berliner 
Exemplar des Preufsischen Gesamtkatalogs hineingearbeitet w.erden 
können. Ist so in langsamer Arbeit das Mögliche erreicht, hat man an 
einer Stelle alles beisammen, was die öffentlichen Bibliotheken Deutsch- 
lands besitzen, dann werden zum Schlufs noch die beiden Riesenkata- 
loge von London und Paris mit ihrem Besitz an Deutscher Litteratur her- 
angezogen. Denn der natürliche Abschlufs, die Krönung des ganzen 
Werks ist der Druck einer vollständigen Deutschen Bibliographie. 



255 

Beiheft 20. 10 



REGISTER. 



AccesHonS' Katalog f Sveriges offentl. 
Bibliotek 88 f.; Anl. I BL 19. 

Aix Üniv.-Bibl 82. 

Albany State Library 20. 

Altmann, Wilb. 142. 

AmeilhOD, Hubert Pascal 52. 

American Association for the Advance- 
ment of Science 107. 

American Library Association (Zettel- 
druck) 102ff.; 112f.; Anl. I Bl. 28. 

Andrews, Clement W. (Zetteldruck in 
Amerika) 94; 98; 99 f. 

Anzeiger j Anatomischer 110. 

Anzei^eTj 2^olo^i8cher 110. 

Association artistique et litt. Inter- 
nat. 6. 

Association fran^. pour Tavancement 
des Sciences 14. 

Associazione tipografica- libraria ita- 
liana (Stellung zu Dewevs System) 
19; (Verbältnis zur Bibliografia ita- 
liana) 83 f. 

Axon, Wm F. A. (zum Universalkata- 
log) 7; 48; 49; (s. eigner Plan) 51. 

Bamwell, James G. 25 f. 

Basel Üniv.-Bibl 89; Anl. I Bl. 8. 

Bandouin, Marcel 22. 

Beremans, P. 10. 

Berlin Königliche Bibliothek (Jabres- 
verzeicbnisse der Univ.- und Schul- 
Schriften) 91; 112; 128f.; Anl. I 
Bl. 10; (Verzeichnis d. Erwerbungen) 
91; 113; 119; Anl. I Bl. 20; (Zettel- 
katalog) 121 ff.; 129; Anl. II; (Syst. 
Katalog) 44; 138 f.; (Instr. f. d. Her- 
stellung d. Zettel) 115 f. 

— Üniv.-Bibl. (Zettelkatalog) 122; 
Anl. II; (s. Vergleichung mit dem 
derK. B.) 135; (System) 44; (alph. 
Bandkatalo^) 131; (Katalogisierung 
d. Institutsbibliotheken) 3; (Berliner 
U]^v.- Schriften) 128. 



257 



Bemhoff, John 70. 
Besannen Üniv.-Bibl. 82. 
Biaffi, Guido 27. 
Bibliografia italiana 84. 
Bibliografia ostetrica eßinecol. ital. 18. 
Bibliographia anatom%ca 110. 
Bibliographia astronomica 17. 
BMiographia bibliographica 17. 
Bibliographia medica italica 17. 
Bibliographia musicalis itcUica 18. 
Bibliographia philosophica 17. 
Bibliographia physiotogica 110. 
Bibliographia aociologtca 17. 
Bibliographia wniversalis 17 f. 
Bibliographia zoologica 110. 
Bibliographyof American Botany 107; 
BiMiotheca t^rasmiana 3. [Anl. I bl. 29. 
Billings, John S. (Stellung zu Deweys 

System) 19 ff.; (Zettel£uck in der 

New York P. L.) 95. 
Billstein, Nathan 32. 
Boehmer 41. 
Bohn, H. G. 51. 
BoUettino deüe opere moderne stra- 

niere &c. 85 f.; Anl. I BL 17. 
BoUettino delle pubhlicazioni italiane 

&c. 84 f.; Anl. I Bl. 15 u. 16. 
Bond, E. A. 61. 
Bonn Üniv.-Bibl, (Katalogisierung d. 

InstitutsbibL) 3; (Bonner Univ.- 

Schriften) 128; (Beteiligung am Ges.- 

Kat.) 131 ; (Zettelgröfse) Anl. IL 
Bonnange, Ferd. (Katalogpläne) 49; 

54 f.; (Katalogsystem) 54. 
Bordeaux Üniv.-BM. 82. 
Boston Boston Athenaeum (Stellung zu 

Deweys System) 20; (Unterstützung 

d. Zetteldrucks der A. L. A.) 104. 

— Library Bureau 102 ff.; Anl.I Bl. 28. 

— Public Library (Stellung zu Deweys 
System) 20 ; (Einflihrunff d. Linots^pe) 
31 f.; 95 ff.; (Zetteldruck n. Monthly 
Bulletin) 95 ff.; Anl. I Bl. 25 u. 26; 

10* 



—. I 



— 148 — 



(Printed Catalog Cards for Articles 

in carrent Periodicals) 105. 
Botanical Supply Co in Cambridge 

Mass. 107; Anl. I Bl. 29. 
Bradshaw^ Henry 57. 
Breslau univ.-BibL (Beteiligang am 

Ges.- Katalog) 181; (Zettelgrölse) 

Anl. II. 
Brett, Wm H. 98. 
Britton, N. L. 107. 
Browne, Nina E. 104. 
Brüssel Acadimie des Sciences 10. 

— Bwreau sociologique 17. 

— Institut intern, de bibliographie 
12 ff^ Anl. I Bl. 30. 

— Office intern, de bibliographie 12flf. 

— Sociit6 beige d^astronomie 17. 
Bry, Jean de 53. 
Bücherverzeichnisse y Ausgewählte d. 

Herzogl Bibl in Wolfenbüttel 93. 
Bulletin mensuel despublications itran- 

gbres 72 f.; Anl. I Bl. 11. 
Bulletin mensuel des r6centes publi- 

cations frang. 72 f.; Anl. I Bl. 12. 
Bulletin of the Torrey Bot. Club 107. 
Bure, Guillaume [?] de 52. 

Cadwallader, B. 50 f. 
Caen Univ.- Bibl. 82. 
Cambridge in Engl. Univ.- Bibl. (Titel- 

dmcke u. Weekly Bulletin) 57 ff.; 

63 ; Anl. I Bl. 1 u. 2. 
Cambridge Mass. Botanical Supply Co 

107; Anl. I Bl. 29. 

— Harvard College Library (Zettel- 
druck) 98 f.; Anl. I Bl. 27; (Printed 
Catalog Cards for Articles in cur- 
rent Periodicals) 105. 

Campbell, Frank (zum Universalkata- 
log) 48; (Benennung d. B. M.) 63; 
(zu Cooley u. Jewett) 69. 

Carri6re, A. 80. 

Carus, Victor 110. 

Cataloaue des dissertations et Berits 
acad. 72 ; Anl. I Bl. 9. 

Catalogue des tktses et 6crits acad. 80 ; 
Anl. I Bl. 8. 

Chicago John Crerar Library (Zettel- 
druck) 99 f.; Anl. I Bl. 27; (Printed 
Catalog Cards for Articles in cur- 
rent Periodicals) 105. 

Chilovi, Des. (zu den Titeldrucken d. 
B. N. C. in Florenz) 83 ; (zu d. Titel- 
zetteln d. Verleger) 101. 

Chivers, Cedric lü6. 

Christiania Univ.- Bibl. (Norsk Bog- 
fortegnelse u. Aarbog) 86 ff.; 113; 
Anl. I Bl. 21 u. 22, 



Cioi, Gustavo 84. 

Clermont Univ.- Bibl. 82. 

Cleveland 0. Public Library 98. 

Cole, Greorge Watson 8. 

ColCj Sir Henry 49. 

Comit6 d'ali^nation des biens natio- 
nanx 52. 

Comit^ eccl^siastique 52. 

ComitS d'instruction 53. 

Comit6 des Qnatre Nations 52 f. 

Commission temporaire des arts 53. 

Concilium bibliographicum in Zürich 
109 ff.; Anl. I Bl. 30. 

Conference du Li vre 51. 

Constant, Benjamin 36. 

Cooley, Wm Desborough (zur Stereo- 
typierung einzelner Titel) 69; 48. 

Corda, A. 76. 

Crerar, John 99. 

Crestadoro, Andrea (Katalogplan) 48 f.; 
52. 

Croker, Wilson 61. 

Cumulative Index to a selected List 
of Periodicals 98. • 

Cutter, Charles A. (Verbreitung s. 
Systems) 20; (zu Jewetts Plan) 30; 
(zur Linotype) 32; (zum Katalog- 
druck) 94; (Title-slip Registry) 102; 
(Unternehmen d. Rudolph Indexer 
Co) 102 f. 

Dahlgren, E. W. 88. 

Danjou,Louis F6lix (Katalogplan)47; 54. 

Debure s. Bure. 

Delisle, L6op. (zu d. Titeldrucken der 

B. N.) 73 ; (zum Catal. g6n. der B. N.) 

78 f.; (zum Centralkatalog d. Pariser 

Bibliotheken) 1; 79. 
Denver Public Library 98. 
Dewey, Melvil (Verbreitung s. Systems) 

1 3 ff; 1 1 ; (Anklänge an Hubert) 37 f.; 

(Title-slip Registry) 102; (Papers 

prepared for the A. L. A.) 94. 
Dickson, Wm Purdie 59. 
Diion Univ.- Bibl. 82. 
Dilke, Charles (Katalogplan) 48; (Sir 

Henry Coles Anknüpfung) 49. 
Drolsum, A. C. 87. 
Du Rieu, W. N. 70 f. 
Dziatzko, Karl (Katalogplan) 42 fr.; 

(über d. Brit. Mus.) 61; (Breslauer 

Instr.) 116; 133. 

Edwards, Edw. (zum Universalkata- 
log) 7; 23; (zu Jewetts Plan) 27; 69. 

Elenco delle puhblicazioni periodiche 
ricevute daue Biblioteche ptAbl gov. 
d^Itcdia 88. 



258 



— 149 — 



Elenco deUe pubblieazioni periodiche 
iteUiane ricevute dalla B. N, C. 85. 
EDgelmann, WilL 110. 

Faii^, L. 64. 

FaUati, Job. 75. 

F^camp, Albert 80 ff. 

Field, Herbert Haviland 109 ff. 

Florenz Bibl M. C. (Titeldrueke) 83 ; 

118; 119; Aul. IBl. 15 u. 16; (Zettel- 

grOäe) Anl. II. 
Foerstemann, Karl Ed. 40 f. 
Foisy, F. M. 48. 
Fortescue, G. K. 70. 
Franke, Job. (Abgabe d. Pfliobtexem- 

plare) 63; 83; 86; (znm Druck d. 

katalofftitel) 82; (znr Verwendung 

gedruckter Titel) 112. 
Fonck-Brentano, Frantz (znm Brüsseler 

Universalrep.) 21 f.; (znm Plan v. 

1791) 53; (zum Katalog d. B. M.) 67. 

Gariel, C. M. 14. 

Gamett, Bicb. (Katalogplan) 10 ff.; 
(zum Katalogdrnck d. B. M.) 2; 9; 
60 ff.; 140; (zu d. Cambridger Titel- 
dmcken) 57. 

Gent Univ.'Bibl 3. 

Gesner, Konrad 5. 

Glasgow Univ.-Bibl, 59 f.: Anl. I Bl. 3. 

Gnoli, Dom. (Katalögplan) 52; (zu 
den Titeldmcken der B. N. C. in 
Rom) 85. 

Goettingen üniv,-BibL (Alpb. Band- 
katalo^l38; (Musikalien u. Karten) 
129; (Katalogsystem) 141; (Zettel- 
katalog) 122; Anl. II; (Beteiligung 
am Ges.-Kat) 131; 135; (Güttinger 
Univ.-Schriften) 128. 

Graesel, Arnim 100. 

Grand livre des bibliotheqxies de la 
France 54. 

Gr6goire 53. 

Greifswald Univ. -Bibl. (Beteiligung am 
Ges.-Kat) 1 31 ; (Zettelgröfse) Anl. II. 

GrowoU, A. (zu Jewetts Plan) 31; 69; 
(zur Linotype) 32 ; 97; (zur Central- 
katalogisierung in Amerika) l(i2. 

Guillaume, J. 53. 

Haegben, Vander s. Vander Haegben. 
Halle Univ.'Bibl (Beteiligung am 

Ges.-Kat.) 131; (zur Anordnung im 

alpb. Katalog) 133; (znm System) 

44; (Zettelgröfse) Anl. H. 
Halvorsen, .1. B. 87. 
Hartwig, 0. (zum Centralkatalog) 1 ; 

(zu Zelbrs Plan) 38; (zu d. intern. 

bibliogr. Untemebmungen) 107. 



259 



Hasselbrink, F. 51. 

H6bert, J. B. 36 ff. 

Heidelberg Univ.-Bibl. 141. 

Heuser, iSaiii 82. 

Hinricbs Wöcb. Verz. 102; 117 f. 

Hobson 57. 

Hopkins, Anderson H. 99. 

Hottinger, Chr. G. 50. 

Jahresverzeichnis d. an d. Deutschen 
Schulanstalten ersch. Abhandlungen 
91. 

Jahresverzeichnis d. an d. Deutschen 
Universitäten ersch. Schriften 91; 
Anl. I Bl. 10. 

James, Tbomas 6. 

Jellinek, A. L. 27. 

Jenkinson, Francis 57. 

Jewett, Charies C. (Katalögplan) 27 ff. ; 
119; (Priorität gegenüber Cooley) 
69; (Katalogisierungsregebi) 30; 6U. 

Index to literature relating to Ameri- 
can Botany 107: Anl. I Bl. 29. 

Indice dei (fiomati politici &c. 85. 

Insegnante dl musica. L' 18. 

Institut intern, de oibliographie in 
Brüssel 12 ff.; AnL I Bl. 30. 

Junker, Karl (zu d. Titelzetteln d. Ver- 
leger) 15 f.; 100; (zum Brüsseler 
Institut) 17. 

Kassel Stadt -Bibl. (Anknüpfung an 
Leiden) 71; (Titeldrucke) 90; 140; 
Anl. I Bl. 5; (Zettelgröfse) Anl. II. 

— Stand. Bibl. (Titeldrucke) 93; 140; 
Anl. I Bl. 5; (Zettelgröfse) Anl. II. 

Keysser, Adolf 94. 

Kjaer, A. 87. 

Kiel Univ.-Bibl. (Zettelkatalog) 122; 
Anl. II ; (Bandkatalog) 141 ; (Karten) 
129; (ßeteiligimg am Ges.-Kat.) 
131; (Kieler Univ.-Schriften) 128. 

Kochendörffer, Kari 46. 

Koeln Stadt-Bibl. 94; Anl. I Bl. 23. 

Koenigsberg Univ.-BM. (Zetielkata- 
lag) 122; Anl. II; (Bandkatalog) 
123; 131; (syst. Katalog) 44. 

Kopenhagen Univ.-Bibl. 89; Anl. I 
Bl. 8. 

Labiche, J. B. 53 f. 

La Fontaine, Henri 12 ff. 

Lane, Wm C. (znr Katalogisierung in 

Amerika^ 94; (Leitung des Zettel- 

drucks der A. L. A.) 104. 
Langbaine, Gerard 5. 
Langlois, Ch. V. 18. 
Laude, Jules 100. 



— 150 — 



Lee, Francis Watts 95. 

Leiden Univ.-Bibl (Titeldrueke) 70; 
Anl. I Bl. 4; (Zettelgröfse) Anl. IL 

Lennina, Joles 6. 

Library Barean in Boston 102 ff. ; Anl. I 
Bl. 28. 

Library Bnreaa in London 106; AnL I 
Bl. 29. 

Lille üniv.'Bihl 82. 

Liste alphabHique des noiivelles acqui- 
sitions 80 ff.; Anl. I Bl. 18. 

Liste des P^riodiques Strangers <£c. 72. 

Loewe, Lndw. 31. 

Loewen Institut sup, de philos. 17. 

Lohmeyer, E. L. W. 93. 

London british Museum (Panizzis 
Katalog) 64; 48; 148; (Gatalogue 
of the Accessions) 60 ff.; AnL I Bl. 
33; (Catalogae of printed Books) 
2; 9; 64 ff.; 113; 140: Anl. IBl. 34; 
(Catalogae of printed maps, Charts 
& plans) 69 f.; (Subject index of 
the modern works) 70; (Bandkata- 
loge) 62 ; (Zettelkataloge)*62; Anl. II. 

— Library Bureau 106 ; Anl. I Bl. 29. 

— National Art Library (Titeldracke) 
70; Anl. I B1.7; (Zettelgröfse} Anl. IL 

— Royal Society (Ratalogplan) 19; 
101; 105. 

Lund Univ.-Bibl. 89; Anl. 1 Bl. 8. 
Lymbam, James 60. 

Maas, Geore 100. 

Marburg iMiv.-Bibl. (alph. Katalog) 
127; (ZettelgröJjse) Anl. II; (Be- 
teiligung am Ges.-Kat.) 131. 

Marseöle Univ.-Bibl 82. 

Martin, Rad. 110. 

Mercier, Bartheiemi abb6 de St. L^ger 
52. 

Mergenthaler, Ottmar (s. Linotype) 
31 f ; 95 ff.; Anl. I Bl. 25 u. 26. 

Merzbach 51. 

Milchsack (zum Zetteldruck in Kassel) 
46; 71; 90; (in Wolfenbüttel) 91 f. 

Miller, Arthur 60. 

Mondino, Bened. Salv. 51. 

Montauban Univ.-Bibl. 82. 

Monthly Bulletin (Boston P. L.) 96 ff. ; 
Anl. i Bl 26. 

Montpellier Univ.-Bibl. 82; Anl. I 
Bl. 18. 

Morgenstern, Ernst 31. 

Mortet, Charles (Des catalogues coUec- 
tifs) 4; 53. 

Mortet, Victor (Des catalogues collec- 
tifs} 4; 53. 

Muehlbrecht, 0. 10. 



260 



Mueller, C. Fr. 129. 

Maenster, Kgl. Paul. Bibl. (BeteiliguDg 

am Ges.-Kat.) 131; 135; (Zettel- 

grOfse) Anl. II. 
Muenzel, Rob. 84. 

Narduoci, Enrico (Katalogpläne) 33 ff.; 

(zu anderen Katalogplänen) 52. 
National Herbarium 107. 
Naud6, Gabriel 5. 
New -York Columbia College Library 

(Stellung zu Deweys System) 20; 

(Printed Catalog Cards for Artioles 

in current Periodicais) 105. 

— Mercantüe Libra/ry 20. 

— Public Library (Zetteldmck) 95; 
printed Catalog Cards for Artldes 
in current Periodicais) 105. 

Nizet, F. 22. 
Nodier, Charles 10. 
Norsk Bogfortegneise 86 ff.; Anl. I 
Bl. 21. 

Office of Experiment Stations in Wash- 
ington 107 f.; Anl. I Bl. 29. 

Office intern, de bibliographie in Brüssel 
13 ff.; Anl. I Bl. 30. 

Ortner, Max 47. 

Otlet, Paul 12 ff. 

Ottino, Ginseppe 35. 

Panizzi, Sir Anthony (s. Katalog v. 
1841) 64; 48; 143; (zum Druck d. 
Katalogs des B. M.) 64; 36; (Ein- 
führung der Slips) 61. 

Paris Bmioth^u^ Nationale (Bulle- 
tin 6tranger) 72 f.; Anl. I Bl. 11- 
(Bulletin fran^) 72 f.; 113; AnL I 
Bl. 12; (Catalogue des dissertations) 
72; Anl. I BL 9; (Catalogue g^n6ral) 
73 ff.; Anl. I Bl. 13 u. 14; (Fach- 
kataloge) 75; (Zettelkataloge im 
Lesesaal) 73; (Zettelform f.d. Ge- 
brauchskataloge) 77; 140; (Zettel- 
gröfse) Anl. IL 

— Commission permanente du Rep. 
bibliogr. des sciences math. 108 f.; 
Anl. I Bl. 32. 

Peignot, G. 10. 

Petzholdt, Jul. (zum Universalkatalog) 

7* (zu Narduccis Plan) 35; (zu 

Thomas Plan) 50; (zu Hottingers 

Plan) 50. 
Philadelphia Rudolph Indexer Co 102 f. 
Picot, (Georges (zum Druck d. Kata- 

loffs derB. N.) 2; 72 ff.; 140. 
Pittsburgh Pa Carnegie Library 98. 
Poincarö, H. 108 f. 



— 151 — 



Poirier, Germaln dorn 52. 

Polidinico, 11 18. 

FHrUed Catalog Cards for Articles in 

current Periodiccda 105. 
PublisherB* Weekly t02. 

Qnatresols-Marolles 53. 
Qa6rard, J. M. (Kttm Universalkatalog) 
23; 48. 

lUpertoire bihliogr. des aciences math. 
108 f.; Anl. I Bl. 32. 

B^pertoire bibliogr, universel 12 AT.; 
AnL I Bl. 30. 

Kichety Charles (zum Brüsseler Unter- 
nehmen) 21 ff.; (zum Züricher Unter- 
nehmen) 110. 

Rocco, Emman. 52. 

Rom Biblioteca N. C, (Pflichtex.) 83 ; 
Cnteldmcke) 85 f.; Anl. I Bl. 17; 
(Zettelgrölse) Anl. IL 

— Societä it(u. di ostetricia e ginecol 
18. 

Roqaette, Adalb. 22. 

Roth, Rud. 75. 

Roy 61. 

Royal Society in London (Katalog- 
plan) 19; 101; 105. 

Rudolph Indexer Ck> in Philadelphia 
102 f. 

Rudolph, Alex. J. 141. 

St. Joseph Mo. Public Library 98. 
Schnorr v. Carolsfeld, Hans (gedr. 

Eatalogzettel) 102; 117 f. 
Schrettinger. Martin 47. 
Schulze. Alned 106. 
Schwenke, P. 32. 
Scranton ra Public Library 98. 
Seymour, Lord 52. 
Smithsonian Institution in Washington 

(zu Jewetts Plan) 28 ff. ; (Slips) 101 ; 

Anl. I BL 31. 
Sodeti bibliografica italiana 19. 
Society italiana di ostetricia e gineco- 

logia in Rom 18. 
Societä beige d'astronomie in Brüssel 

17. 
Sod6t^ math. de France lOS. 
Spears. Rob. B. 59. 
Staderini 54. 
Stein, H. 78. 
Stevens, Henry 69. 
Stockholm KOniglicheBibliothek (Titel- 

dmoke) 88 f.; AnL I BL 19. 



StraCsburg L. u. Üniv.-Bibl Anl. IL 
Subject index of Literature of agrt- 

ciiUural Experiment Stations 107 f.; 

Anl. I Bl. 29. 
Subject index of the modern works 

added to the Library of the B. M. 70. 

Taschenberg, Otto 110. 
Taylor, E. F. 51. 
Thomas, Emest C. 49 f. 
Tillinghast, Wm H. 98. 
Title-slip Megistry 102. 
Toulouse Univ.'Bibl 82. 
Treitschke, Heinr. v. 40 ff. 
Tübfaigen Univ-Bibl 75. 

Uhlworm, Oskar (Einführung d. Titel- 
drucks in Deutschland) 46; 90; 91. 
Upsala Univ.-Bibl 89; Anl. I Bl. 8. 

Vander Haeshen, Ferd. (Katalogplan) 
8 ff.; Anl.I BL 24. 

Verzeichnis d. aus d. neu ersch. Litt, 
von d. Königlichen Bibliothek er- 
worbenen Druckschriften 91; 118; 
119; Anl. I Bl 20. 

Verzeichnis d. Zeit- u. Vereinsschriften 
der Königlichen Bibliothek in Berlin 
91. 

Verzeichnis, Wöchentliches (Hinrichs) 
102; 117f. 

Vries, S. G. de 70. 

Washln^n Library of Congress 104. 

— Ofm;e of Experiment Stations 
107 f.; Anl. I Bl. 29. 

— Smithsonian InstittUion (zu Je- 
wetts Plan) 28 ff. ; (Slips) 101; Anl. I 
BL 31. 

Weale, W. H. James 70. 
H'eeÄc^i/Bu^^e^in (Cambridge) 59; Anl.I 

Bl. 2. 
Wheatley, Henry B. 6. 
Winsor, Justin (Zetteldruck in der 

Boston P. L.) 95 ; (in der Harvard 

College L.) 98. 
Wolfenbüttel Herzogliche Bibliothek 

(Titeldrucke) 91 ff; 140; Anl. I Bl. 

6; (Beteiligung am Ges.- Kai) 145; 

(ZettelgrOlse) Anl. IL 

Zelbr. Karl 38 ff. 

ZÜricn Concilium bibliographicum 
109 ff.; Anl. I BL 30. 



961 



\ 



BERICHTIGUNG. 

S. 31 Addi. 1 ist der Name des Verfassers der dort angeführten 
Abhandlang A. Growoll nachzutragen. 




ANI^OE I. 



PROBEN VON TITELDRUCKEN. 



/ 



71 



a 



Blatt 1 



Ver.6.88.2 (96. I3i6) 

DILLON (Arthur). River songs, and other poems. 

8vo. London, 1882. 

Ver. 6 . 89 . 19 

New ed. 8vo. London, 1893. 



Ver. 6 . 88 . 3 

FANE (Yiolet). Antumn Songs. 



{96. 1317) 
8vo. London, 1889. 



Ver. 6. 88. 4 (96. isi8) 

HEDDERWICK (Thomas Charles H.). 
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Faust tumed into English with an introduction and 
Aotes. 8yo. London, 1887. 



Ver. 6. 88. 5 {96. \s\9) 

PARKER (Louis N.). 
IBSEN (Henrik). Rosmersholm. A Play. Transl. 
from the Norwegian by Louis N. Parker. 

8yo. London (1889). 



Ver. 6. 88.6 (96. 1320) 

KING (Edward), of SpringfiM, Mass. A Venetian 
Lover. 8va Londtm, 1887. 



July 3, 1896. 96. 1261—1320. 



Cambridge. — Ausschnitt; Grösse des ganzen Bogens 44,6x67 em (s. 3.68), 



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Ist &] BULLETIN. JAN. 8, 1890. 11 

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8va CakuUa, 1889. 

PF. 5. 75 (89. 1585) 

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By A. C, and Edward CarpmaeL 2nd ed. 

8vo. Landony 1889. 

PH. 12. 114 (89. 1586) 

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WHEATON (Henry). Elements of International 
Law. 3rd Eoglish ed. Ed. with notes, by A. C. 
Boyd. 8vo. Land<m^ 1889. 

RA. 48. 68 (89. 1587) 

SIMPSON (M. C. M ). 
SERGENT MARCEAU (Antoine Fran^ois). Remi- 
niscenoes of a Regieide. Ed. from the original MSS, 
by M, C. M. Simpson. 8vo. London, 1889. 

RA. 48. 69 (89. 1588) 

CHARLOTTE ELIZABETH, Prineess PaUttine. Life 
and Letters.. .1652-1722. Transl. and gathered from 
▼arious souroes. 8vo. London, 1889. 

RC.33.15 {S9. 1589) 

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WOOD (Anthony). ^'Snrvey of the Antiquities of the 
City of Oxford," oomposed in 1661-6. Ed. by Andrew 
Clark. YoL i (Oz£ Higi Soc. 1889. xv.) 

8va Oxfiyrd, 1889. 



Printed at the Umyenity Press asd sold at the Universi^ Library. 

Prioe 6«. a year, paid in adyanoe. 



Cambridgf, — Eine Seite des Weekly Bulletin ($. S. 59), 



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BALFOUR (ALICE BLANCHE). 

460.— i8»7 Twelve hundred miles in a wa^on. With illustrations 

by the ^uthor [14 plates and map]. S^ Lond. 1895. 

BOYLE (GEORGE DAVID), M.A., DEAN OF SALISBÜRY. 

Ml.- 1897 .... Recollections. [ With portrai t] S** Lond. 1895. 

FERGUSON (MARY CATHERINE, LADT). 

462.-1897 Sir Samuel Ferguson in the Ireland of his day. With 

[2] portrai ts. In two volumes. 8** Edin. 1896. 

FERGUSON (SIR samüel), P.R.I.A., Life of. See Ferguson 
(Mary Catherine, Lady). 

MARTINEAU (john). 

i€8.-i897 The life and correspondence of Sir Bartle Frere, Bart.» 

G.C.B. In two volumes. [With 2 portraits, 6 plates and 
7 mups.] 8' Lond. 1895. 

FRERE (SIR HENRY BARTLE EDWARD), BART., Life of. See 

Martineau (John). 

POPE (JOSEPH). 

4c 4.-1897 Memoirs of .... Sir John Alexander Macdonald, G.C.B., 

first Prime Minister of the Dominion of Canada. In two 
volumes. [Witli 2 portraits and 2 facsimiles.] 

8* Lond. 1894. 

MACDONALD (sir john Alexander), G.C.B., Life of. See 
Pope (Joseph). 

RAE (WILLIAM FRÄSER). 

4c.y-i897 Sheridan: a biography. With an introduction by.,..the 

Marquess of DufFerin and Ava. With [8] portraits [12 
facsimiles amd 2 plates]. In two volumes. 8"^ Lond. 1896. 

SHERIDAN (RICHARD BRiNSLEY),Life of. See RAE(William F.). 

DUFFERIN AND AVA (frederick temple blackwood. 
MARQUESS OF). See Rae (William Fräser). 

Olaitgoie. — Juttchnitl; (i röste des ganten Bogens 44,6 X 67 cm (s. S. 60). 



Blatt 4 



Weeshuls (Het) Prevost te Cempuis. Rapport van liet onderzoek, 

ingesteld op last der Vereenigingen De Dageraad , Afd. I. y./h. 

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GbrharD; P. DK Geto, H. W. J. A. Schook]. Amsterdam 1895. 8°, 

Op hei omslag de Ute): De aizijdige opvoeding. Het weeshuis Pr6vost 
te Cempuis. 

Aeeonnt (An) of the Smitheonian Institution, ifs origin, Mstorj; 
objects and achievements. Washington 1895. W. pl. 8«. 

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8.p. (Paris 1892— ). 8^ 

Bertrand (Jos.), L'Academie des sciences et les academiciens de 
1666 iL 1793. Paris 1869. 8^ 

CatalogQS. — Bibliotheque Nationale. Inventaire des Dessins, 
Photographies et Gravures relalifs ä Thistoire generale de Tart 
legues an Departement des estampes de la Bibliotheque Nationale 
par M. A.. Armand. Bedige par Fr. Courboin. Lille 1895. 
2 vol. S*', 

Catalogas. — Catalogue d'estampes Japonaises. Collection A. W. 
SuTHOFr [redige par M. Dbshaybb]. Leyde (1896). 8^ 

Warbarg (Ab.), Sandro Botticellis „Geburt der Venus" und 
^Frühling". Eine Untersuchung über die Vorstellungen von 
der Antike in der Italienischen Frührenaissance. Strassburg 
1892. M. Taf. 8^ maj. [D 

Behla (Rob.), Die Urnenfriedhofe mit Thongefassen des Lausitzer 
Typus. Eine Monographie. Mit Abb. Luckau 1882. 8**. 

Palnstre (Lto.) et X. Barbier db Montault, Le tresor de 
Treves. 30 planches en phototypie par P. Albert-Dujardin. 
Paris (1895). 4^ 

Melanges d'art et d'arch^Iogie. Directeur L. Palustre. Ann^e I. 

Sittl (Ea.), Empirische Studien über die Laokoongruppe. Würz- 
burg 1895. M. Taf. 8^ 

Jorgensen (C), Evindefigurer i den archaiske Graeske Eunst, 
med saerligt hensyn til de paa Athens Akropolis fundne figurer. 
Med abb. Adjectum est argumentum Latine conscriptum. Ejöben- 
havn 1888. 8^ [D 

List of ancient Monuments in Bengal. Revised and corrected up 
to 31st Aug. 1895. [by Babu P. C. Mükherji]. Calcutta 1896. fol. 

Bembrandt als Erzieher. Von einem Deutschen [J. Langbbhm]. 
Leipzig 1890. 8^ 



Leiden, — Aunchnitt; Grösse des ganzen Bogens 50X64,6 cm (s. S. 71). 



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Blatt 6 

T^'^liinir. Jugement. Gabr. Wandl 

Ivgement de tovt ce qvi a este imprime contre le cardinal Mazarin, Dep. le 6- 
melanu., jusques ä la Declaration du ler Auril 1649 [par Gabriel Naudöj. 0. 
0., Dr. u. J. [1650.] 4^ — 492 S. — (6.5 Pol.) (161 

Dass. 0. 0., Dr. u. J. 40. — 7 1 8 S. 

^pVai'il^z!' P- Chlnlac de La-Bastide. Sim. Pelloutler. 

Histoire des Celtes, et particulierement des Gaulois et des Germains, dep. Les 
Tems fabuleux, jusqu'ä la Prise de Rome par les Gaulois: par Mr. Simon Pel- 
loutler. T. I. II. La Haye, Is. Beauregard, 17 jo. 1 2^ |i6i 

Dass. Nouv. fed., Rev., Corr.etAugm ParM.[P.] deChiniac[de La-Bas- 

tide], ... 

. . . T. I. Paris, Gauguery, 1 770. 1 2^ 

. . . T; II— IV. Paris, i'lmpr. de Quillau, 1 770. 1 2^ 

. . . T. V— VIII. Paris, Quillau, 1771.12«». 

?ranMKanigr. Chn Fr. Francke Dstein. Benj. Prlolus. 

Benj:[aminiJ PrioU ab excessu Ludovici xiii. de rebus Galileis, Historiarum. Li- 
brixii — Ultrajecti, Pe. Elzevirius, 1569. (! 1669.) 12«. |i6i 

Mit I Kpfrtitel: Benj. Prioli historiae Galliae, Libri xii. Ultrajecti, Ex off. El- 
zeviriana. 1669. 

Dass. Juxta exemplar Carolopoli 1665. Impressum. Ghristian-Frider. Fran- 
ckenstein. Indicibus et notls sub manu natis auctum recudi fecit. LIpslae, 
Sumpt. Jo. Grossii, et Consort. Lit. Jo. Coleri. 1 669. 8®. 

Dass. A Christiano Friderico Franckensteinio, ... Indicibus Et Notls Lo- 
cupl. Ed. altera ... Lipsia?; Sumpt. Jo. Grossii, lit. Chni Scholvinii. 1686. 8°. 

FrVnz^'Sig^^^ Mr. 1. 1. Q. I J. Jac. Quesnot de La-Chesnee. 

Le parallele de Philippe 11. et de Louis xiv. Par Mr. I. i. Q. [Jean Jacques Ques- 
not de LaChesnie]. Cologne, Jaq. le Sincere. 1 709. 1 2". [161 

?:::^Km,r. rranckrelch. Relation. 

Siiie^ ^o^eu Ministri abgeftattete relation von t)em gei^eiiiuärtigen 3uftanbe be^ Rh 
niflrcic!^^ grandreic^, abfonbcrlic^ bcffcn ^of=camerQl unb fricg^^-ftaat betreffenb. ßöHii 
1703. 4®[8«). [161 

Dass. 9tebfi bcn neueften Saractereii berer fürnemfteii ^erfonen felbige^ ^ofed. (^oln, 
1705. 8«. — 176 S. 
istep] Aufl. (S. 10, Z. 1 : gna-l. . .) 

Dass. 9iebft ben neueften S()arafteren berer f ürnemften ^er)oneii felbige^ ^o]ti, Sö(n^ 
1705. 8*». — 176 S. 
2te [.^J Aufl. (S 1 0, Z. I : gnabc L . .) 

55 + 55 + J TiieL — 6. 1. 1893. Dr Hans Graef. 

Wolfenbattel. — Aut$chnitt; Grösse des ganzen Bogens 47 x 63 cm (s. S. 91). 



Blatt 6 



Blatt 7 



[ 



Bleut 7 

NATIONAL ART LIBRARY. 
Books : January 1—8, 1897. 



AJALBERT, J. 

— UAuvergne. Illustrations de A. Montader. Photo- 
ziTicotypes. (13 x 10) Paris, 1896. 13. G. 

ATHENS : £cole8 Fran^aises cCAihenea et de Rome. 

— P£lissi£R, L^on G. Recherches dans les archives 
Italiennes. Louis XII et Ludovic Sforza (8 Avril 
1498-23 Juillet 1500). 2 vols. (9x6) Paris. 1896. 

17. R 

BERENSON, Bernhard. 

— Le CartoQ attribu^ ä Raphael du British Museum. 
8 pp. 4 photo-zincotypes. 

See Oazette des Beaux-Arts, 3 S., xvii, 59. 1897. 

22. R 81. 

BIRMINGHAM : Museum and Art OaUery. 

— Wallis, Whitworth, and Chamberlain, Arthur 
Bensley. Catalogue of a loan collection of Paintings 
in oil and water colours by W. J. Müller. With de- 
scriptive notes. 50 pp. £4^ photo-zincotypes. (11x8) 
Birmingham, 1896. 

BRAUN, J., &J. 

— Roermonder Häuser des XVi. Jahrh. 7 pp. 4 photo- 
zincotypea. 

See Zeitschrift für Christliche Kunst, ix^ 303. 1896. 

7. A. 38. 

CAVIS-BROWN. John. 

— Chichester. 5 pp. S pTioto-zincotypes. 
See Art Journal, The, 1897, p.l8. 

COPENHAGEN : Antik-Kabinet 

— See UssiNO ( J. L.). To Grsesko Vaser i Antik-Eabi- 
nettet. 1866. 

COPENHAGEN: Antiksandingen. 

— SeeVssiSQ (J. L.). Nye Erhvervelser ül Antiksam- 
lingen. 1884. 



London, N. A. L. — Auuehnitt; Orö$st des ganten Streifen» 33X90,5 cm (s, S. 70). 



■^ ■ 



355 



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Paris. Th. med. 1896-97. N* 36«. 

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benigne chez les enfants. — Part«, 1897, 
io-8« (85 p). 

Paris. Th. med. f 896-97. N' 367. 



RETT( Jacques-Achille-perdinand) . - 
sur les gaugrtnes d origioe veineuse. 
ris, 1897, in 8* (96 p.). 

Paris. Tb. möd. 1896-97. N* 368. 



-£tude 
— Pa 



Loftman, Karl August, öfversättniug och 
kommentar tili profeten Hoseas bok. 
Linköping 1896. 8:o. vm, 239. (1) s. 

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om själ och kropp enligt identitets- 
hypoteaen eller parallelteorien. Akad. 
aflumdl. Land 1897. 8:o. iv + 131 sidd. 



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ponsabiütö dans les crimes. — Pari$, 1897» 
in-8» [92 p.]. 

Paris. Th. m«d. 1896-97. N* 878* 

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boissons et du milieu sur la production de 
l'obteitö. — Pari», 1897, in-8* (64 p.]. 
Paris. Tb. med. 1896-97. N* 379. 

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litique du crAne. Intervention chirurgicale. 
— Pari«, 1897, hi-8- (72 p., 1 pl.). 

Paris, Tb. mM. 1896-97. N« 380. 



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les langues romanes. Upsala 1896. 8:o. 
2 bl.. 158 .*»., 1 hl. 

Diss. Upsal. phiL 



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land 167&— 1679. Akad. afhandl. Lund 
1897. 8:o. xi + 328 (+ 1) aidd. + 6 
kart. o. pl. 



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Kjebenhavn. — Phil. Dissert. 



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Retropharyngal-Absces hos Bern. (Kjebenhavn). 1896. 194 S. og Ind- 
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Kj0beDha?n. — Med. Dissert. 



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1896. 35 S. 8^. 1 Karte. (Separatabzug aus 
.Zeitschrift f. roman. Philol.«. Bd. 20.) 
Basel PhJL Diss. 1896/97. 



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kammem. Leipzig 1897. IV— 85 S. 8^ 2 Tabellen. 
Basel Phil Diss. 1896/97. 



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iMmdt Kopenhagen und Batet (s. S. 89). 



Blatt 8 



Blatt 9 



Blatt 9 



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(Max). — Zur Kenntnis der 
Löslichkeit von Mischkristallen... — 
(i8W.) [8» Berl. ph. 951 

[Solubilit^ de cristaux mixtes.] 

Hoskins (J.-Preston). — Über die 
Arten der Conjunctivsälze in dem 
Gedicht« diu Klage». I Selbständige 
Conjunctivsätze... — 1895. 

[8° e Berl. ph. 952 

[Les phrases conjonctives daiis le poöme 
« dm Klage ». I.] 

Hütz (Hugo). — Ueber das Phenyün- 
doxyl und einige Derivate des Benzoins 
... — 1805. [8* e Berl. ph. 953 

fPhänytiodoxyl et quelques derives de ta 
beozoioe.] 

Imgart (Hans). — Ober Dithiourazol 
und Imidothiourazol... — (1895.) 

[8° e Berl. ph. 95/i 

Jahn (Eduard). — Holz und Mark an 
den Grenzen der Jahrestriebe... — 
Cassel, 1894. [8^ 8 Berl. ph. 955 

[Bois et moelle aux limites des poussees 
aoaueiles.] 

Jarosiaw (Benno). — Bestimmung 
der Löslichkeit von Jod in einigen 
organischen Flüssigkeiten... —1895. 

[8« Berl. ph. 956 

[Daerminalion de la solubiiite de Tiode 
daas quelques liquides orgauiques.] 

Kalischer (Georg). — Zur Kenntnis 
der Isonitrosoketone. Eine Darstel- 
lungsweise des Diamidoacetons... — 
18Ö3. [80 e Berl. ph. 957 

[Isonilrosokötoncs. Un mode de prepura- 
tioQ de la diamidoacetooe.] 

Klamt (Ernst). — Methanhydrazo- 
methan. Einwirkung von Rhodanessig- 
säure auf Phenylhydrazin. (Phenylami- 
dopyrithiazou.)... — (1895.) 

[8» e Berl. ph. 958 

[Methanehydrazomöthane. Action de Tacide 
rliodaoacetique sur la phtJoylhydrazioe.] 

Klinkenborg (Melle). — Geschichte 
der ten Broks... — Aurich, (1895.) 

[8» e Berl. ph. 959 
[Histoire des tca ßrok.] 

Köbner (Otto). — Die Methode einer 
wissenschaftlichen Rüciifailsstatislik 
als Grundlage einer Reform der Krimi- 
nalstatistik... — 1895. 

[S* Berl. ph. 960 

IMelhode d'uoe statislique scientifique de 
la röcidive comme foodement d'une 
reforme de la slatistique crimioeile.] 



Köhler (Paul). — Der zusammenge* 
setzte Satz in den Gedichten Heinrichs 
von Melk und in des armen Hartmann 
Rede « Vom glouben ». I. Teil. Die Tem- 
poralsätze... — GrossrÖhrsdorf, (\89a,) 

[80 Berl. ph. 961 

[La proposition compos^e dans les poesies 
d'HeDri de Melk et dans le « Discours 
sur la foi » da pauvre Hartmann. I.] 

Kolkwitz (Richard). — Untersuchun- 
gen über Plasmolyse. Elasticität, Deh- 
nung und Wachstum an lebendem 
Markgewebe... — (1895.) 

[8* Berl. ph. 962 

[Plasmolyse : ^laslicite, eitensibilitd et 
croissapce du tissu mödullaire vivantj 

Künne (Hermann). — Zur Kenntnis 
der Amidoketone der Fettreihe... — 
1895. [80 6 Berl. ph. 963 

[Amidokelones de la sörie grasse.J 

Levy (Anton). — Die Multirotation 
der Dextrose. . . — 1895. 

[8* Berl. ph. 964 

Leyen (Friedrich von der). — Des 
armen Hartmann Rede « Vom glouven ». 
Eine deutsche Reimpredigt des 12. 
Jahrhunderts. Teil I... — (1894.) 

|8» e Berl. ph. 9ß5 

[Le n Discours sur la foi » du pauvre 
Harlmann, sermon rime du zn* si^cle.I.] 

Lehmann (Friedrich). — Vauban. 
Seine Stellung in der Geschichte der 
Nationalökonomie und sein Reformplan 
... — Leipzig, 1895. [8« Berl. ph. 966 

[Vauban, sa place dans Phistoirede Teco- 
nomie politique et son plan de r^forme.] 

Lult (Wilhelm). - Die Entwickelung 
des Dialoges im alten Hildebrandsliede 
... - (1895.) [8« e Berl. ph. 967 

[Le dialogue dans le poeme sur Hilde- 
braud.] 

Lustig (Franz). — Ueber einige 
Amido-Derivate des p-Xylols... — 1895. 

[8« ö Berl. ph. 963 
[Quelques derivös amides du p-xyloi.] 

Maas (Günther). — Die untere Kreide 
des subhercynen ' Quadersandsteinge- 
birges... — 1895. [8* e Berl. ph. 969 

[La craie inferieure da gr^s eo pierres 
de taille sous-hercynienrj 

Maass (Albert). — Allerlei provenza- 
lischer Volksglaube zusammengestellt 
nach F. Mistrars « Mir^io »... — (1895.) 

[8» 8 BerL ph. 970 

[Croyances populaires de la Provence 
notees de partout k propos de la 
(( Mireille » de Mistral.] 



J*ari$ B. A\ — Eine ßeite dfs Catttlogue de» diuertationa (s. 8. 79). 



ßlatt 10 



Berlin 1894—95 21 

204 Hütz, Maximilian Hugo [aus Frankfurt a, M.]: Ueber das 
Phenylindoxyl und einige Derivate des Benzoins • . . Berlin, 
A. W. Schade's Buchdr., 1895; 33 S.» 1 Bl. 8. 

Berlin, Phil. Fak., Inaug.-Diss. v. 10. Aug. 1895 

205 Jahn, Eduard [aus Berlin] : Holz und Mark an den Grenzen 
der Jahrestriebe ... M. 1 Taf. (Aus: Bot. Centralbl, 1894 
Bd. Lix.) Cassel, Druck v. Gebr. Gotthelft, 1 894 ; 30 S., 1 Bl., 
l Taf. 8. 

Berlin, Phil. Fak., Inaug.-Diss. v. 13. Okt. 1894 

206 Jaroslaw, Benno [aus Breslau]: Bestimmung der Loslich- 
keit von Jod in einigen organischen Flüssigkeiten . . . Berlin, 
A. W. Schade's Buchdr., 1895; 48 S., i Bl. 8. 

Berlin, Phil. Fak., Inaug.-Diss. v. 30. Jan. 1895 

207 Imgart, Hans [aus Pollnow '(Pomm.)']: Über Dithiourazol 
und Imidothiourazol . . . Berlin, C. Vogts Buchdr., 1835; 35 S., 

1 Bl. 8. 

Berlin, Phil. Fak., Inaug.-Diss. v. 18. März 1895 

208 Kalischer, Georg [aus Berlin]: [i.] Zur Kenntnis der Iso- 
nitrosoketone. [n.] Eine Darstellungsweise des Diaraidoace- 
tons . . . Berlin, A. W. Schade's Buchdr., 1895; 32 S., 1 Bl. 8. 

Berlin, Phil. Fak., Inaug.-Diss. v. 6. März 1895 

209 Klamt, Ernst Sigismund Adolf [aus Saarau *(Schles.)*]: 
(1.) Methanhydrazomethan. (n.) Einwirkung von Rhodanessig- 
säure auf Phenylhydrazin. *(Phenylamidopyrithiazon.)* . . . 
Berlin, Buchdr. v. G. Schade, 1895; 39 S., 1 Bl. 8. 

Berlin, Phil. Fak., Jnaug.-Diss. v. 1. Aug. 1895 

2*0 [J5.] Klinkenborg, Melle Goeman [aus Grimersum]: Ge- 
schichte der ten Broks . . . [Erschien vollst. 1895 ^^^ H« Braams 
in Norden.] Aurick, Druck v. IL W. H, Tapper Sf Sohn, 1895; 

2 Bl., 46 S., 1 Bl. 8. 

Berlin, Phil. Fak., Inaug.-Diss. v. 2. März 1895 

211 [550 Köbner, Otto Maximilian [Dr. iur., Kammerger.-Ref.]: 
Die Methode einer wissenschaftlichen Rückfallsstatistik als 
Grundlage einer Reform der Kriminalstatistik . . . (Erschien 
vollst, in: Zeitschr. f. d. ges. Strafrechtswiss., Bd. xm Heft 5.) 
Berlin, J. Guttentag, 1895; 45 S. 8. 

Berlin, Phil. Fak., Inaug.-Di.ss. v. 13. März 1895 

212 [5. u. Ant.] Köhler, Albert Paul [aus BerUn]: Der zusam- 
mengesetzte Satz in den Gedichten Heinrichs von Melk und 
in des armen Hartmann Rede vom glouben. I. Tl. Die Tem- 
poralsätze . . . Grossröhrsdorf, Buchdr. v. C. Daberkow, 
1895; 34 S., i Bl. 8. 

Berlin, Phil. Fak., Inaug.-Diss. v. 8. Aug. 1895 

2 13 Kolkwitz, Gustav Jtäiiia Richard [aus Berlin]: Untersuchim- 
gen über Plasmolyse, Elasticität, Dehnung und Wachstum 
an lebendem Markgewebe . . . Berlin, C. Vogts Buchdr., 1895; 
43 S., 2 Bl. 8. 

Berlin, Phil. Fak., Inaug.-Diss. v. 10. Juni 1895 



Berlin, K. B. — Eine Seite des Jahresverz. d. Univ.- Hehr if ten (». S. 91). 

b* 



Blatt 10 



Biatt 11 



y 



Blatt It 



50 



BULLETIN MENSUBL DBS PUBUCATIONS ÖTRANGl&RBS. 



• Reicherson ( Moise • Cohen ) . — 
... nSsn DIDn mo. — »ViVna, imp. de. L. L, 
Mals, 1883, in-8«. Piöce. [8» X. 11349 (2) 

\Sidur Hinukh Tefitah.., Livre de priercs» 
avec addilioii d*une courle grammaire he- 
braique.] 

(I£n h^bruu.) 

Reid (Slnart-J.). — Lord John Russell, 
l>3' Stuart J. Heid. — London, S. /.o?<», 
1890, in-16. |Nx. 2245 

(The Ouecii's primn minislers... cdiled by 
Siuarl J. Htiid,... IX.) 

Reiizenstein ([Ions v.}. — Der Pa- 

trouillcnführer. Fortsetzung der <k Prok- 

tischeu Anleitung zur Ausbildung der 

Kompagnie iui Felddiensl ». Für den 

jungen Ortizior und Unleroriizier. Von 

Hans Frhr. v. Reitzenstein,... Drltle 

vermehrte und unter Berücksichtigung 

der Felddieustordnung 189^4 verbesserte 

Auflage... — ßeWin, /T, S. Mittkr, 1895, 

in-16. (8« V. 26210 

(Lechcfdc palroiiille. Conlinuation du « (iiiidii 
pratiqü'e pour rinsU'uclion do la compagmc 
dans Ic Service cn campagne ». 3* eOilion.] 

Richardson (Ralph). — George Nfor- 
land, painter, London (!'7(>3-18ü4). By 
Ralph Richardson,... — London, K. Siock, 
180Ö, in-8». (Nx. 2474 

Rixne Anliche Italiane, socondo la 

leziono del codice Vaticauo 321 'i e del 

codicc Casanatenscd.v. ö, pubblicate per 

cura del dott. Mario Pelaez. — Bologna, 

BomagnoU'DaWAcqua, 189ö, in -8*. 

[Z. 32314. 68 

(Collezione di operc incdile o r;iro di scriitori 
italiani dal xiii al xvi secolo, pubbücala 
per cura della r. Commissionu pc*testi di 
liiigua noite provincic deU'tlmilia e dirolla 
da Giosuö Carduoci.) 

Ritter (Karl). — Ritters geographisch- 
statistisches Lexikon... Ein Nachschlage- 
werk über jeden geographischen Namen 
der Erde von irgendwelcher Bedeutung 
für den Wellverkehr. Achte, vollständig 
umgearbeitete, vermehrte und verbes- 
serte Auflage, unter der Redaktion von 
Jobs. Penzier... — Leipzig ^ 0. Wigand, 
1890, 2 vol. in-4". [4° G. 659 

[Diclionnaire de ^^ographie cl de »laUsUf|iie. 
8* edilion, publice par J. Pcnziet . I.] 

Roberts (Charles). — An English- 
Zulu Dictionary; with thc principles of 
pronunciation and classiflcation fully 
explained. By Iho rev. Charles Roberts, 
... Second edition, with Supplement. — 
London, K, Paul, 1895, in-16. 

[8- X. 11351 

Roberts (Charles). — The Zulu-Kaiir 
Language simplifled Tor beginners. B.y 
the rev. Charles Roberts,... Third edi 
tton, eolarged. — London, K. Paul, 1805, 
iQ-8«. [80 X. 11352 



Roby (Henry-John). — A Gramraar 
of the Latin language from Plautus to 
Suetonius... H... Syntax... Prepositions 
... — London, Macmillan, 1892, in-16. 

[8» X. 4053 

• POÄOC/lOBHAfl rpaooBT. u 
ÄBopflni> MitJiopaAOBiiqeii. — Saint- 
Petrrsbourg, imp. V. S. Balachev, 1879, 
i n-8». Pi6ce. [4» M. Pifece. 397 

{ftodoslovnaia... Table ^^n^logiqoe des 
comies et nobles de la famillc Miloradovilcb.) 

Rohdewald (Wilh.). — Die Abtre« 
tung des l^lsass an Frankreich. Ein 
Beitrag zur Geschichte des Westphäli- 
scben Friedens. Von Dr. Wilh. Roh- 
dewald. — Ilalle, M. Niemeyer, 1893, 
in-S«. |8» M. 1114 

|La rcssion da l'Alsace i la France.] 
(Hatle.<^rhe Abhandlungen zur neueren Ge- 
.nchichtc. Herausgegeben von G. Droysen. 31.) 

• 

RoUe of Hampole (Richard ).~York- 
shire Wrilers : Richard Rolle of 'Ham- 
pole, an English Tather of the Church 
and bis followers. Ediled by C. Horst- 
man,... — London, S. Sonnenschein, 
1895, in-8°. [8» Z. 14201 

(Library or early English wrilcrr, edited by C. 
llorsiman. Vol. I.) 

RoUinger (Leopold). — Vortrage 
über Testungskrieg. Zusammengestellt 
von Leopold RoUinger,... Zweite Auf- 
lage. - Wien, L, W. Seidel, 1895, in-«». 

[8« V. 26214 

[ConKrenoM sur la gucrro de forleresse. 2* 
6dilion.| 

• Roscoe (Thomas). — The Tourist 
in France, by Thomas Roscoe. Illuslra- 
ted from drawSngs by J. D. Harding. — 
Lo^idon, Jennings, 1834, in-8*'. [L^. 154 

(The Landscape Annual for 1834.) 

Rothe (A. V.). — Geschichte der Psy- 
chiatrie in Russland, von Dr. med. 
A, V. Rothe,... — Leipzig, F, Deuticke, 
1895, in-8«. [Td». 689 

(llisioire de la psyehiatrie cn Russie.) 

Round (J.-H.). — Feudal England : 
historical studies on thc xith and 
xnth centurics. By J. H. Round,... — 
London, S. Sonnenschein, 1895, in-8». 

[Nu. 73 

• Royo (Jose-Maouel). — Curso com- 
picto de zoologia para las escuelas y 
colegios de Colombia, por Jose Manuel 

Royo,...— Carlagena, 0* Byrne, 1889, in-8®. 

|8* S. 8889 

•Royo (Jose-Manuel). — Quimica. 
Curso preparatorio. Nociones muy Im- 
portantes por Jose Manuel Royo,... — 
Cariagena {Bolioar), 0. E, O'Byme, 1890. 
in-8« [8* R. 13179 



Pari», B. y. — Eine Seile des Bulletin lUranger (s. S. 72). 



Blatt 12 



BULLBTrif MEIfSOEL DBS HtfCBTTTES PÜBLICATIOIfS FRAIf^ISES. 



389 



Behr (Jean). — Cinq Semalnes k la 
forme du Gros-Ormeau, par Jean 
Behr,... — Parti, Lechie, Oudin et C»>, 
i895, iD-8«. [8« S. 8734 

(NoarelU BibliotUqoe il]a«tr£e üe vulgansalioo.) 

Beissier (Fernand). — Phry nette, 
Operette en un acte, paroles de Fer- 
nand BeisBier, musique de Justin Cie- 
rice, representee ä Paris au Parisiana, 
le 28 janvier 1895. — Paris, Joubert^ 
1895, gr. in-8'». Pi6ce. fYth. 6220 

(La coaTertare iinprtm^ Mrt d« titre*) 

Beissier ( Fernand ). — Fernand 
Beissier. üne Tante bien gardee, co- 
m^die en un acte. — Paris^ A. Hen- 
nuyer^ 1895, in-16. Piöce. 

[Yth. 27212 

B^jot (Alfred). — Alfred Beiot. Ri- 
mes maladives. — Paris, L Chailley, 
1895, ia-12. [8« Yc. 3950 

Belhomme (Lieutenant-coloncl V.). 
— L'Armöe francaise en 1690, par le 
lieutenant - colonel V. Belhomme. — 
Parü^ L Baudoin^ 1895, in-8<>. 

(Lf*o. 126 

Bellens ( Charles ). — Traito des 
chaudiöres a vapeur, ^tude sur la Va- 
porisation dans les appareils indus- 
triels, par Charles Bellens,... (25 avril 
1895.) — Paris, Baudry, 1895, inS«. 

[8« V. 25971 

Bellevüe iC^« de). — O* de Belle- 
▼üe. Le V*« de Toustain de Richebourg 
et la seigneurie de La Gree-de-Callac. 
(Biai 1895.) — Rennes^ J. Plihon et L 
Uerv^y 1895, in-8». [Ln^. 43452 

B^raad lEdmond). ^ Edmond Bc- 
raud,,.. Le Centenaire de Quibcron, 
27 juin-26 aoüt 1795, Souvenir et ensei- 

fnement. — Paris, LamuUe et Poisson, 
895, ia-16. Pidce. [Lb««. 6249 

Börenger (Henry). — L'Aristocra- 
tie intellectuelle, par Henry ßprongo.r. 
(25 decembre 1894.) — Paris, A. Colin, 
i895,in-12. [8« R. 12910 

B^rengler (Le R. P. dorn Theo- 
phile). — L'Episcopat francais au 
xvin« siccle. Notice sur Merr Jean-Bap- 
tiste de Surian, äv^que de Veoce (1727- 
1754), par le R. P. dorn Theophile 
B^rengier,... — Marseille, imp. mar- 
UülaUe, 1894, in-8« [Ln». 43406 



Bergeron (J.). — Notes et Observa- 
tion s ä propos de la communication de 
M. de Longraire sur les seismes et 
volcans, par M. J. Bergeron. Extrait 
des « Memoires de la Societö des Inge- 
nieurs civils de France » (bulletin do 
mars 1895). — Paris, 10, citi Rougt" 
mont, 1895, in-8». Piöce. 

[8» 8. Piece. 6579 

(Sociöti des ing^Ditan oirili d« Fruiee.) 

Berkeley (Charles de). — Charles 
de Berkeley. Instinct du cceur. — Po* 
ris, A. Colin, 1895,in-12. 

[8» Y*. 49377 

(Ia eourertare imprimto port« en plos : Pour 
les heum de loitir,) 

Bernard (Genöral). — Tacllque et 
Strategie, mouvements de flanc. G^n4- 
ral Bernard,... — Tarbes, imp. de J.-A. 
Uscamela, 1893, in-16. [8« V. 25986 

Bernard (Abbe E.). — Le Fraxinet, 
drame en trois actes et en vers, par 
M. l'abbe E. Bernard,...— Lyon, Vitte, 
1895, in-18. [Yth. 27236 

Bernhardt (C). — C. Bernhardt. 
Deneuvre et Baccarat, d'aprös des do- 
cuments inedits. — Nancy, imp. de Cri» 
pin-Ublond, 1895, in.8». [Lk^. 29675 

Berr de Turique (Julien). — Ju- 
lien Berr de Turique. Madame et mon- 
sicur. — PariSy C. Uvy, 1895, in-18. 

[8o Y>. 49330 

Berthier (A.). — Manuel de photo- 
chrumie interferentielle, proc6a6s de 
rcproduction dirocte des couleurs, par 
A. E3crthier. — Paris, Gautkier-Villars 
et fils, 1895, in-12. [8» V. 25993 

(Bibliolheque photo^phiqua.) 

Bertot (J.). — J. Bertot. Guides du 
cycliste en France... — Paris, G. Bou- 
det, 1895, in-12. [L». 146 

De Paris a Bordeaux, Bayonne et 

La Hochelle. 
De Paris a Brest et Nantes. 
De Paris k Metz et Strasbourg. 
De Paris ä Saint-Malo, Cherbourg 

et Le Havre. 



Bertout (Auguste), 
tout. Fleurs decloses. 
vaitre, 1895, in-18. 



Auguste Ber- 
Paris, L. Sau- 
[8* Ye. 3963 



Bertrand d'Anglade. — Toulouse, 
imp. de A. Loubens et A. Trinchant, 
(1895,) in-16. [Ln^?. 43252 



Parti f Ä. N. — Eine Seite dct ßulUtin francais (s. S. 72). 



ßlatt 12 



Blatt 13 



Blatt 13 



LI?RB8 INCIENS. 



XLl 



618. 

ßi6Xia y 

1546. In-So. 



RHETORICA. 
Grec et grec-Iatin. 

— Basilex^ apud Isingriniumy 



fX. 16676 



619. — 'ApKTTOTcXouc T^x^« f>iTopixri; 

pi6Xia xpia. Arislolelis de arte dicendi 
libri tres. — Partsiis, apud Guil. Morel- 
lium, 1559. ln-4o. [X. 3052 

620. — 1562. — Ibid. In.40. 

2 ex. [X. 1939 (10) et 3053 (1) 

621. — Aristotclis Rhetoricorum li- 
bri III, in latinum sermonem conversi, 
etscholiis brevioribus explicati, a Joan- 
ne Sturmio...— ir^enan«, T. Rihelius, 
4570. In-8«. [X. 16682 

622. — 'ApiflrroxIXouc tIxvy)? pYitoptXTj« 
ßi6Xia y'. Aristotelis artis rhetoricae libri 
tres, ab Antonio Riccobono latine con- 
versi. Ejusdem rhctoricae paraphrasis... 
— Hanovix, apud heredes A. Wecheli^ 
C, Marnium et J. Äubrium, 1588. In-8°. 

[X. 19980 

623. — 1606. — Ibid. In-8». 

[X. 16686 

624. — 'ApioTOTÄou; TexvT]? priTopixrjc 
ßi6).(a TpCa. Aristotelis artis rhetoricae 
sive de arte dicendi libri III, a M. ^rai- 
lio Porto,... nova interpretatione illus- 
trati ; item Francisci Porti,... in eosdem 
libros porpetui latini commentarii... — 
Spirx, B. Albinus, 1598. ln-80. 

[X. 16683 

(LcB eommentaires de F. Porto ont un titre et 
une pagin. part.) 



625. — 1606. — (S, /.,; in bibliopolio 
Commeliniano. Iq-8*. [X. 19981 



626. — ApKJTOT£).OU? 'T^X^^^ PIQ'TOplX^Jc 

ßta-a Tpia. Aristotelis de Rhetorica seil 
arte dicendi libri tres, graicolatini. — 
Londini^ iypis Eduardi Griffini, 1619. 
ln-40. [X. 3055 

627. — (Un autrc ex. avec notes mss. 
de L. Piques.) [Res. X. 999 

628. — 1696. — Londiniy iypis Ben, 
Griffini. In-i». [X. 3057 



629. — Aristotelis artis rbetoric» 
libri tres, latina versione e regione 
graeci sermonis posita. Editio postrema, 
a mendis quibus scatebai eipurgata. 
Antonio Riccobono interprete. — Pari- 
siis, apud S. et G. Cramoisy, 1648. In-8». 

2 ex. [R. 9483 et X. 16689 

630. — Aristotelis de arte rhetorica 
libri tres, graece et latine, editi cura 
Christophori Schraderi. Editio secunda. 
— Helmestadiiy Henning Muller, 1661. 
In-4«. [X. 3056 

631. 'ApKTTOTfiXoUC T^X^tJC ^Y)TOp(XljC 

ßt6Xia Tp(a. Aristotelis de Rhetorica seu 
arte dicendi libri tres graeco-latini ; con- 
textu graeco ad exempiaria selectiora 
emeodato; latino paraphrasi, ubi opus, 
intertexto. . . Ruic eaitioni accessere 
notae quaE^dam... — Caniabrigiw , G, 
Thuribourn, 1728. In-8^ [X. 16690 

(Les notca »oftat de William Battie, d'aprte un« 
Dote ms. de Villoisoo.) 

632. — 'ApcffTOTeXouc t^x^rjc pv)TOpixr,; 
ßtßXia rpia. (Edidit J. Holwell.) — 'Ex 
^edtpou SV 'O^ovia, 1759. In-8<>. 

[X. 16673 

633. — 'ApiiroT^Xouc Tcxvr)? pt)Topixl$c 
ßi^Xt'a y', ex aliquot editionum colla- 
tione. (Ediderunt G. Garve et F. W. 
Reitz.) — Lipsix, sumtu E. B. Suikerti. 
1772. In-80. [X. 16680 

634. — Aristotelis de Rhetorica libri 
tres, ad fidem manuscriptorum reco- 

f;niti, cum versione latina. Altero vo- 
umine continentur animadversiones 
varioruni. — Oxonii, e typographeo Clü'^ 
rendoniano, 1820. 2 vol. in-S«. 

[X. 20485-20486 

635. — Aristotelis ars rhetorica, cum 
adnotatione Lconardi Spengel. Acce- 
dit vetusla translatio latina. — Upsi»^ 
in xdibus B.-G, Teubneri, 1867. 2 vol. 
in-8». [X. 20488-20489 

636. — The Rhetoric of Aristotle, 
wiih a commentary by Xhc late Edward 
Mcrcdith Copc... revised and edited... 
by John Edwin Sandys,... — Cam^ 
bridge, the Universily press, 1877. 3 vol. 
in-S'». [8* X. 10953 



G37. — Aristotelis ars rhetorica, cuni 
nova cudicis A^ et voliista^ Iranslalio- 
nis collatione, odidit Adolphus Rfcmer. 
— Lipsiw, in xdibus B^-G. Teubneri, 
1885. In-8<». [8» Z. 27 

(Hibliolbeca Teuboeriana.) 



Pari$, B. N, — Catalogue gdadral: erste Probe (t. S. 78), 



Blatt 14 



ABRAHAMSON. 



109 



ABRAHAM ZAHALON.— D>3tnn i^ 
[Manufl sedulorum. De caleniiario he- 
bneo, diristiano et muhamtnedico, aac- 
tore Abraham Zahalon; hebr.] — Vene- 
ti», 1895. Ia-4*. [A. 2842(4) 

Vtih M9')0 [Medcla animiB. 



Gommentarius in Isaaci Lorias Institu- 
tionem poeniteotise, aiictore Abraham 
Zahalon; Ae6r.] — Venetiis, i5g5. In-&^ 

[A. 2842 (3) 

DmSk yc^^ [Salus Dei. Gom- 



mentarius in Esther, ab Abraham Zaha- 
lon; hebr.] — Venetiis, iSgS. In-4'. 

[A. 2842(q) 

ABRAHAM ben ZODOK. — Briefe 
eines reisenden Juden über den gegen- 
wartigen Zustand des Religionswesens 
anter den Protestanten. Herausgegeben 
von einem Layen-Bruder. (Sign^ : Abra- 
ham ben Zodok.) — (S./.) 1777. In-8'. 

[D^. 5382 

[Laltre d*aD voyageor jaif sar Tetat acluel 
de la religioo protestaote. ] 

ABRAHAHI (Johannes). -- De Sus- 
oeptoribus, ex tustoria ecciesiastica . . . 
disputabunt prsBses M. Andreas Schulerus 
... et i^espondens Johannes Abrahami 
... ad d. i3 oclobr. 1688. — Witten- 
iergm^fTwlo M. Henckelii (s. d.). In-4*. 
PiÄce. [Hz. 913 

ABRAHAMS (Arthur).— ^(/.ABRA- 
HAMS (Nicolas Christian L). Meddeielser 
afmit Liv . . . — Kißbenhavn , 1 876. In-8'. 

[S" M. 880 

[SoQTenirs de ma vie.] 

ABRAHAMS ( I.). — 6d. The Jewish 
Quarterly Review... — London, 
1888-1894. 7 vol. in-8*. [8- H. 5461 

ABRAHAMS ( Nicolas -Chrislian-L). 
— Description des manuscrits fitin^ais du 
moyen äge de la biblioth^ue royalc de 
Gopenhague, pr^ddee d*unc notice bis- 
tonque sur cette biblioth^mie , par N. C. L. 
Abrahams, ... — Copenhague, ivipr, de 
Thiek, i844. In-4-. 

9 ». [Q. 1618 et 4" Q. 186 

Meddeielser afmit Liv, afN. C. L. 

Abrahams. Udgivne af Arthur Abrahams. 



— Ki0benhavn, Forlagslmreauet , 1876« 
In-8-. [8- M. 880 

[Souvenirs de ma vie. ] 

id. CASTI6LIONB (Baldas- 

sare de). Aulici über tertius, secun- 
dum veterem versionem gallicam ... — 
HaunuB, i848.In-4\ [R. 7128 

ABRAHAMSON (Joseph). Om den 
indbyrdes Dnderviisnings Vssen og 
Vajrd, vcd P. H. Monster,. . . og J. Abra- 
hamson , . . . — Kjabenhavn , trykt hos 
A, Seidelin, 1891-1829. 9 vol. in-8'. 

[R. 23852-23853 

[Naiure et valeor de renaeigoemeDt mu- 
tueh] 

Om den indbyrdes Underviis- 

nings Fremgang i Danmark. Anden Hoved- 
rapport, sluttet med 3 t** December 1 894. 
Exlract af en allerunderdanigst Rapport 
af 98'* Januarii i8a5, af J. v. Abranam- 
son, ... — KJBhenhavn, trykt hos A. Sei- 
dclin, t895.1n.4\ [R. 6790 

I Progr^ de renaeignement matuel en Dä- 
nemark. 9* rapport giniral arr^t^ an 
3i d6cembre i8a6.] 

Progrös de Tenseignement mu- 

tnel en Danemark. Second rapport g^^ral 
termin^ au 3t d^mbre 1094. Extrait 
d'un rapport au Roi dald du 98 janvier 
1895, par M. d'Abrahamson , . . . — 
Copenhague, impr. de A. Seidelin, 1898. 
In-4'. [R. 6791 

( Incoroplet ) 

ABRAHAMSON ( W. H. F.). — Trad. 
MÜLLER (P. Erasm). Antiquarische 
Untersuchung der unweit Tondern ge- 
fundnen goloncn Hörner. . . — Kopen- 
hagen, \So6. In- li\ [J. 4639 

[Rechorches arch^ologiques sur les Cornea 
d'or recemment dccouvertes pres de Ton- 
dern.] 

Trad. MUNTER (Friedrich). 



KjöbenhavnsBcleiring, Sommern 1 807,.. 

— KJBbmham (s. d.)- ln-8*. 

[M. 18597 

[Lc siego de Copenhaguo pendant Tele de 
1807.] 

td. Udvalgte Danske Viser 

fra Middelaldercn . . . — Kjabenhavn, 
181 9-1 81 4. 5 vol. in-8\ [Yl. 118-122 

[ Ghoii de cbanis danois du moyen dge. \ 



PariSt^B. y. — Catalogue g<!ndral: etctitc Probe (s. S. 78). 



Blatt 14 



Blatt 16 



Blatt tS 



BOLLETTINO 

DELLE PUBBLICAZIONI ITALIANE 

RIOEVUTB P£B DIBITTO DI 8TAMPA 

DALLA 

BIBLIOTEOA NÄZIONALE CENTRALE DI HEENZE 



NO SSO 



S8 I'ebbraio 



*^* Sono notate con un asteriseo U opere ncn ricevute per diritto di stampa* 



BIBLIOGEAFIA 

1200. Agnelli G., biblioUeario, Biblioteca 
comunale di Ferrara: relaxione alla oommis- 
sione di vigilanza neu* adaoanza 11 gennaio 
1895. Ferrara, 8. tip., 1895. 8^ p. 11. 

Rstr. dalla Odtsetta ferrarete, ü\ 19, IS. 

1201. Lumbroso Alb. Saggio di una bi- 
blioerafia ragionata per servire alla storia 
delr epoca napoleonioa. Barluzzi-Baszoni. 
Modena, tip. Ut. Aogelo- Namias e C, 18U5. 
8*. p. viij,179. 

EdisloQo di soll 200 esemplari. — Cfr. BoUettino^ 1894, 
n* 6205. 

1202. Vandini Baimondo. Appendice se- 
oonda al catalogo dei codici e manoscritti gik 
possedati dal marchese Giaseppe Campori e 
corredata di an indice generale degli aatori 
e delie materie oompreai nella oollezioae: dal 
seoolo XIII al Beoolo XIX inclusive. Mo- 
dena, tip. Domenico Tonietto, 1895. 8^. 
p. 888-979. 

Coinprende l'eleneo dl 1632 codfcf, diitribultl per le* 
eoU. — Cfr. BolUttino, 1887, n* 1477. 

Arn ACCADBMfOi 

1208. Annuario della r. aooademia dei Lin- 
cei, 1895. Roma, tip. della r. accademia dei 
Lincei, 1895. 24^. p. 103, Ixxxviiij. 

1204. Atti dei reale isticuto veneto di 
■cienso, lettere ed arti dal novembre 1894 al- 
1' ottobre 1895. Serie VII, tomo VI, disp. 2. 
Venezia, presso la sogreteria delP Istituto 
(tip. Carlo Ferrari), lö95. ü'^fig, p. 79-276, 
Iv-lxij. L. 3.25. 

De Giovanni /L.i ComuuieAr.loue della coromis- 
•ioite per ie propoate doiri»lituto bacleriologico iu l'a- 
dova. Pavaro A.., Nuovi conirihuti alla storia dtil 
proc«sBo di Galileu : nota. Ferraris C- F-, Noie »la- 
tlatiehe sullu dotasionl delle uuivursiiä gerinanicbe eil 
Italiane. Piazza S.. Horatiana: Quibus teiiifiuribiis 
Horatium tres priores carminum libroa et priuroin epi 
Btularuin ronfecisae atque edidlsne verlsiinilliiiium «il. 
CipoUa TP.t Albinlamo e laabelllsmo : nota. Artini 
BS., Appunti peirografici aopra alcunu roccie dei viMioto; 
I basalti dei verouese : nota. — Cfr. BolUttino, u** 370. 

1205. Istituto (Reale) lombardo di scietizo 
e lettere: readiconti. Serie II, vol. XXVllI, 
fasc. 2-8 (adunanze ordinarie dei 10 e 24 gen- 
naio 1895). Idiiano, Ulrico Hoepli edit. (tip. 
Bernardoni di 0. Rebeschini e G.), 1895. 8°. 
p. 97-200 

Oelll S!>f Nuovo etperldDM intorno all' inflaenai dei 
CAlore aulla veloeili di traamissione dei muviinento ner* 
VOM neU* uomo. Oantoni G.» Di an <lMiderabile rior- 



dlnaniento detail itadt aaperlori in Italia. Visalll P., 
SuIle eonfpruenxe generate da due plani punteggiati In 
corriapondenza (1, v). Qiussani Carlo, Note luere- 
xiaue. Pini E., Riasaunto delle oaaervazioni meCeo- 
roloffiebe C8<'euite preaao il r. oaaervatorio di Brera nel- 
l'aaoo 1894. Baratta Mario. Sul terremoto vogherese 
dei 17 ottobr« 1894 -e aulla attlvili aiamlea aeU'appen- 
nino paveae. Ferrlni Rinaido. Sul teorema dl lord 
Kelvin rolativo al calcolo delle eoadutture elettriohe. — 
Cfr. BolUttino, n** 754. 

FIIOSOFIA - TEOLOGIA 

1206. Bobba Bomaaldo. L* ultima Cri- 
tioa di Ausonio Franchi. Roma, tip. Terme 
Diooleziane di G. Balbi, 1895. 8^ p. 84. 

Cfr. Bollettino, 1893, n« 6573. 

1207. Bucceroni p, Januarius , «. J. Ca- 
sus consoientiae propositi a card. De Lugo, a 
p. Beniamino Elbel, a p. Joanne Pietro Gury, 
aliisque auctoribus, resolati. Aocedunt plu« 
res casus rcsoluti a ss. rom. congr. Vola* 
me II (ultimo). Romae, ex typ. Polyglotta 
8. 0. de Propaganda fide, 1895. 8*^. p. 289. 

1. De partleularibua laicorum obltgationibua. 2. De 
partieularibus clerlcorum obligatlouibua. 3. De benell- 
oiariis. 4. De particularibua regularlum obligattoniba«. 
5. De aacraroentia In genere. 6. De baptiaino. 7. De oon- 
firroalioae. 8. De eucharialla. 9. De poenitvatia. 10. Do 
extrema unctlone. 11. l>e ordine. 12. De matrlmoalo* 
13. De eenauria. 14. De Indulgentiia. 15. Appendix. — 
Cfr. BolUttino, 1894, d* 8566. 

120R. Scola (La) Fr. Osservazioni aulla 
origine e su talune manifestazioni dei oarat- 
tere. Palermo, tip. dei Boeeone dcl Fovero^ 
1895. 8». p. 232. L.2. 

1209. Teiberman Leiio V. Pagine stao- 
oate dagli scritti di Lelio V. Teiberman, [a 
cura di V. Banterle]. Foligno, stab. tip. 
Feliciano Oampitelli, 1894. 4^. p. 40. 

Rütr. dal pcriodico di Mllauo La seuola eattolica e la 
scieuza italiana, quaderno dl genualo 1895. 



PVBBUCAZIOHI RELIGIÖSE $ FIE LETTURE 

1210. Associazlone eattolica di s. Franoeseo 
di SaleB per la difesa e conservazione della 
fede, diocesi di Brescia: origine, ttatuti, 
vantagpri. Brescia, tip. Quermiana, 1895. 
21". p. 57. Cent. 10. 

1211. Barberifl sac. Giulio. Della vita di 
8. Francesco di Sales: libri quattro proposti 
alla gioventu. Terza edizione. Torino, libr. 
Balesiana edit. (S. Benigno Ganavose, tip. Sa- 
lesiana), 1895. 16^. p. xxiiij, 640, con tavola. 
L.2.60. 



— 63 — 



nialt 19 



TAVOLA SINOTTICA 



DELLE 



PTJBBLICAZIOI^TI ITALIAIO: 

BEOISTRATE 

HEL B0LL£7TfH0 D£LLA BIBLIOTEGA NAZIOKALE CENTRALE DI FIREHZE 

CHE PURONO RICEVUTK DILLE ALTHE 

BIBLIOTECHE FUBBLICHE GOVERNATIVE ITALIANE 

NEL 

1890. 



Avvertenze. — In questa tavola sinottica non son rappresentate le pubblicazioni 
italiane lo quali in virtü della Logge sulla stampa e relative disposizioni son ricevute 
dalla Biblioteca Nazionale Centrale Vittorio Emanuele di Roma e dalla Biblioteca Na- 
sionale Centrale di Firenze. — II Numero corrisponde a quelle delle Pubblicazioni 
registrate nel Bollettiko, e lo altre Bibliotcche sono indicate con le seguenti sigle: 



B. UniversiUrla 


dl Boloffna. 


ME. 


EitCQse di Modena. 




Ps. Univertitaria di Piaa. 


C. Universiiaria di Catania. 


MU. 


Uuiversitaria di Modena. 


Pv. IJuiversitaria di Pavia. 


Cg. UnlTerslUria dl Cagliari. 


Ms. 


Universitaria di Mess 


Ina. 


RA. Angeliea di Roma. 


Cr. Governativa df Cremona. 


N. 


Nazionale di Napoli. 




RC. Casanalense dl Roma. 


FM. Marncelliana di Firenze. 


NU. 


Uuivenitarla di Napoli. 


RU. L'oivertitaria dl Roma. 


O. UniveraiUria di Geaova. 


P. 


Nazionale di Palermo 


■ 


S. Uuiversitaria di SawarU 


X«. Governativa dl Laeca. 


Pd. 


UniversitariA dl Pado 


va. 


T. Nazionale di Torino. 


IC. Nazionale dl Milano. 


Pr. 


Unlversitaria di Parma. 


V. Nazionale di Venesia. 


1 KC. 


Pr.Ps.S. T. 


203 Cr. FM. S. 


222 Cr.FM.RC. 


241 Cr.FM.RC. 


2 L.M.N.Ps. 


V. 


T. 


S. T. 


8. T. 


T. V. 


109 FM.N.RA. 


4 Cr.FM.RC. 


23 Cr.FM.RC. 


42 Cr.FM.RC. 


8 qg.Cr. FM. 
G. L. N. Pr. 


T. 


S. T. 


S. T. 


8. T. 


111 T. 


5 Cr.FM.RC. 


24 Cr.FM.RC. 


43 Or.FM.RO. 


RA. T. V. 


12 FM.W.Pv. 


S. T. 


S. T. 


S. T. 


4 M. 


T. 


6 Cr.FM.RC. 


25 Cr.FM.RC. 


44 Cr.FM.RC. 


6 Ps. 


13 Ps. 


S. T. 


S. T. 


S. T. 


9 S. 


U T. 


7 Cr.FM.RC. 


26 Cr.FM.RC. 


45 Cr.FM.RC. 


lO T. 


15 G. 


S. T. 


S. T. 


8. T. 


11 T. 


17 L. 


8 Cr.FM.RC. 


27 Cr.FM.RC. 


46 Cr.FM.RC. 


14 T. 


18 T. 


S. T. 


S. T. 


8. T. 


19 Pd. 


120 FM. Ps. 


9 Cr.FM.RC. 


28 Cr.FM.RC. 


47 Cr.FM.RC. 


31 T. 


23 Ps. 


8. T. 


S. T. 


S. T. 


22 T. 


24 B. Cg. L. 


210 Cr.FM.RC. 


29 Cr.FM.RC. 


48 Cr.FM.RC. 


83 T. 


Pv. S. 


8. T. 


S. T. 


S. T. 


88 T. 


25 Ms. N. S. 


11 Cr.FM.RC. 


230 Cr.FM.RC. 


49 Cr.FM.RC. 


89 T. 


T. 


8. T. 


S. T. 


S. T. 


69 Ps. 


28 B. 


12 Cr.FM.RC. 


31 Cr.FM.RC. 


250 Cr.FM.RC. 


67 T. 


132 T. 


S. T. 


S. T. 


S. T. 


70 T. 


36 Ps. 


18 Cr.FM.RC. 


32 Cr.FM.RC. 


51 Cr.FM.RC. 


71 T. 


87 T. 


S. T. 


S. T. 


8. T. 


72 Ms. 


143 Pd. 


14 Cr.FM.RC. 


33 Cr.FM.RC. 


52 Cr.FM.RC. 


75 Cr. 


44 Ps. 


S. T. 


8. T. 


8. T. 


85 T. 


175 Cr.MB.T. 


15 Cr.FM.RC. 


34 Cr.FM.RC. 


53 Cr.FM.RC, 


cftj Bd. 


183 Gg. M.MB. 


S. T. 


S. T. 


S. T. 


8B T?v. 


T. V. 


16 Cr.FM.RC. 


35 Cr.FM.RC. 


54 Cr.B'M.RC. 


90 M. 


87 G. 


S. T. 


S. T. 


8. T. 


92 S. 


88 T. 


17 Cr.FM.RC. 


86 Cr.FM.RC. 


55 Cr. FM. 8. 


94 T. 


193 Cr. 


S. T. 


S. T. 


T. 


95 M. 


94 ßO. 


18 Cr.FM.RC. 


37 Cr.FM.RC. 


56 Cr. FM. 8. 


99 T. 


98 Ps. 


S. T. 


S: T. 


T. 


101 G. 


200 Cr. FM. 8. 


19 Cr.FM.RC. 


88 Cr.FM.RC. 


264 T. 


2 FM, T. 


T. 


S. T. 


S. T. 


65 Pd. 


8 T. 


1 Cr. FM. S. 


220 Cr.FM.RC. 


39 Cr.FM.RC. 


66 Ps. 


4 N. 


T. 


S. T. 


S. T. 


69 Ms. 


5 T. 


2 Cr. FM. S. 


21 Cr.FM.RC. 


240 Cr.FM.RC. 270 S. 


6 FM.N.Pd. 


T. 


S. T. 
— Ixxxxvij — 


S. T. 71 T. 




-- 













Vl^.»^,m. 



o %f rf 



Zt^^ls.. ... 



,/..• 9t....^Io »Sm.M4tijt^ /. 



C? O^ ) 



Blatt 16 






Blatt 17 



Blatt 17 



\ 



BOLLETTINO 

DELLE OPERE MODERNE STRANIERE 

ACQ.UISTATE DALLE 

BIBLIOTECHE PUBBLICHE GOVERNATIVE 

DEL REGNO D'ITALIA 



Num. 24. 



Roma, 1892 



Dicembre 



BlBLlOGRAFlA. EnCICLOPEDIA. 
POLIGRAFIA. . 

57} 2. Archives (Nouvelles) des missions 
scientifiques et littiraires. Choix de rapports et 
instructions publik sous les auspices du Mini- 
st^re de Tinstruction publique et des beaux-arts. 
Tom. I. Paris, Leroux, 1891,8°. [T. 

Cfr. BolUttino 1891, n. 1410. 

573 j. Costa Carlos — Catalogo systcmatico 
da Bibliotheca da Faculdade de medicina do 
Rio de Janeiro organisado pelo dr. Carlos Co- 
sta. Rio de Janeiro^ Impr, nacional, 1892, 4^, 
p. XII, SS 6. C^B. 

5754. Gallardo Bartolom^ J. — Ensayo de 
una Bibliotheca espanola de libros raros y cu- 
liosos, formado con los apuntamientos de Bar- 
tolomi Josi Gallardo coordinados y aumentados 
por M. R. Zarco del Valle y I. Sancho Ray6n. 
Madrid, Tello, 1863-89, v. 4, S«. [R. 

5735. Grauz Ch., Martin A. — Notices som- 

maires des manuscrits grecs d*Espagne et de 

Portugal par Charles Graux, mises en ordre et 

complities par Albert Martin. Paris, Leroux, 

1892, 8^ p^ 321. [•V. 

Extr. des Nouvelles Archipet des mistiont icien- 
tißquet et litUrairet. Tom. II. 

5736. Inventario dos manuscriptos da Bi- 
bliotheca nacional de Lisboa. Sec^ao XIII : Col- 
leccao Pombalina. Lisboa, 1890, 4^, p. [200], 
143. C'L. 

5737. Lang Andrew — The Library, by An- 
drew Lang. With a chapter on modern English 
illustrated boolcs by Austin Dobson. 2 edition. 
London, Macmillan and Co,, 1892, i6^,p. xxi, 
192, tav, 4. [T. 

5738. Manitiiis M. — Philologisches aus al- 
ten Bibhothekskatalogen (bis 1300), zusammen- 



gestellt von M. Manitius. Frankfurt a. M. 
Sauerländer, 1892, 8^ ^. VIII, I$2. [T. 

Rheinisches Museum für Philologie. Nene Folge. 
XLVII Band. 

5739. M^ly (De) Fernand, Bishop Edmund— > 
Bibliographie g^n^rale des inventaires imprim^, 
par Fernand De MMy et Edmund Bishop. 
Tom. I: France et Angleterre. Paris, Leroux, 
1892, 8^/>. IX, 335. [L. 

Ministere de Tinstr. publigoe et des baaux^artt. 

5740. Vogel Emil — Bibliothek der gedruck- 
ten weltlichen Vocalmusik Italiens aus den Jah- 
ren 1 500-1700 enthaltend die Litterajtur derFrot- 
tole, Madrigale, Canzonette, Arien, Opern, etc. 
Von Emil Vogel. I Band. Berlin, Haack, 1^91^ 
8®, p, XXIV, 530. [RM. 



$741. 

^ 597. 



II Band. ß4rlin,Haack, 1892, 8^, 

[T. 



PiLOsoFCA. Pedagogia. Teologia. 

S742. Andr6 Tony -^ L^esdavage chez les 
anciens Hibreux. £tude d*arch^ologie biblique 
par Tony Andrö. Paris, Fiscbbacber, 18921 8^» 
p. 197. [R. 

$743. Bourdeau Louis — Le probltoe de 
la mort ses Solutions imaginaiies et la sdence 
positive, par Louis Bourdeau. Parti, Alcau^ 
1893, 8», />. 3S4. [R. 

Bibliothiqae de philosophie contemportloe« 

S744. Chuquet Arthur — J. J. Rousseau, ptr 
Anhur Chuquet Paris, Hacbetts et Co,, 1893, 
16°, p. 203, tav. I. [R. 

Les graods ecrivains francatt. 

S74S- I>ti Potet J. de Sennevoy — La mag^e 
d^voil^e ou prindpes de sdence occulte, par 
M. le baron Du Potet 3 ^tioa Parti, V^ot, 
1895, «^i>. XV. 334. [R. 



— 129 — 



Rom, B. N. C. — Eine SeiU des BolUttino (t, B. 86). 



Blatt 18 



— 321 — 



Herder. — Herders Saemmtliche 
Werke. Herausgegeben von 
Bernhard Suphan. Bd. 1-13 ; 
15-31. — Berlin^ Weidmann ^ 
1877-1892, 30 vol. in-S*. 

Up. 430,861. 

Herder. -- Werke. Heraosgegeben 
von Heinrich Meyer. ^ T. I. 

(Vol. i-tj, — Stuttgart, Deutsehe 
Verlagsgesellschaft, (i. d.), tn-Ä». 

T. 60,117. 

H6rie«on (G^ d'). — Journal d'un 
inlerprMe en Chine. 18* ^d. — 
Paris, Ollendorff, 1886, in-12. 
(442 p.J. 

C. 43,052. 

Hiriseon [C^ d'). — Journal de la 
Campagne d'ltalie, 1859. 7« «d. 
— FarU, Oilendorff. 1889, in-li. 
{X\\'312 p.). 

G. 43,051. 

Herlant(A.). — fitude descriptive 
des m^dicamenls natnrels d'ori- 
gine v6g6Ule. — Bruxelles, La- 
mertin, 1888-1892, in'8'', {786 p., 
12 pl., 28 eartes.). 

(Le Cuckttltf i port« comm« lilr« sp^ial: 
ifttroäuetioH ä tüude descriptive de» mi- 
dieameHte natwreUd^origiitieoigitale, 1888. 
Le tilre principttl mI 4 U paf« 89.] 

D. 66,884. — Mp< 37,949. 



Hermann (Carl Friedrich). — 

Dispttlatio de Socratis magislris 
eldisciplina juvenili. — Jf(ir6tir(7i, 
Baifrhofer, 1837, tn-4«. {56 p.). 

[Pro|^iiiai«.1 

Bz. 40,447. 



Hermenjat (Louis). — Weriher et 
les frftres de Werther. £tude de 
littörature compar6e. — Ltfu- 
sänne, fmp. Fache, 1892, m'8\ 
(Vl|./.40p.}. 

(Di«farUlion pi4f«nt6« k I« FftC«dM L«t- 
IrM de rUniveniU de LauMB»«.] 

Mp. 37,994. 



Hertling (Georg, Freiherr Ton). 
— John Locke und die Schule 
von Cambridge. — Freitmrg^im* 
Breisgau, Herder. 1892,in 8: (IX- 
319 p,). 

Bx. 40,469. 



Hertwig ( Osoar }. — Trait6 d*em- 
bryologie ou histoire du d^velop- 
pement de Thomme et des ver- 
iebr^s. Traduit sur la 3* Edition 
allemande par Charles Julin. 
— Paris, Reinwald, 1891, gr, 
in-8: (XlV-tfO/ p.), 

D. 6,956. — Mp. (1,823. — 
T. 103,906. 



Hertwig (Oscar). — La eellnle et 
les tissus. Elements d*anatomie 
et de Physiologie g^n^rales. Tra- 
diyt de rallemand par Charles 
Jolin. — Paris, Carri^ 1894^ 
gr. ih'8: (X1V^52 p.) 

Bxm. 36,043. — C. 42,886. 
T. — 103,980. 



Herts (Heinrich). — Gesammelte 
Werke. — Leipzig, Barth, 1894- 
1895, 3 vol. in'8: 

Bx. 40,391.— D.90.6QI. 



Franz. Univ,' Bibliotheken. — Eine Seite der Litte alphaMique de» nouv. aequititions (s. S. 80.) 



Blatt 18 



Blatt 19 



Blatt 19 



1895 21. BCORom, post- ocb kommükikatiovsvIsem. 289 

# 

InfeotioiunieM of milk. Result of inTestigatioos made for tho trustees 
of the Massachasetts Society for promoting agriculture. Boston 1895. 
8:o. "J 

Jaokson» 8h«, Report on introduction of domeaticated reiodeer into 

Alaska, with map« and illustrations. Wasb. 1894, 1895. 8:o. VM'U 
(Barean of edncatlon.) 

Levasseur, B., L'agricnlture aux ätats-Unis. Paris 9l Nancy 1894. 
8:o. R 

HaTepiaJiu no iray^eHi» pyccRHxx no^Bi»; A. Cob^tobi h B. 

JlOKy^aeBl». [liaterialier tili studiet af ryska jordens beskaffenhet ntg. 
af A, Sovjetov och V. Dokucajev.'] 1—9. C-FleTepÖ. 1886—95. 
8:o. 'U 

Meitsen, A., Der Boden und die landwirtscbaf (lieben Verhaltnisse des 
preussischeo Staates. Im Auftrage des Kgl. Minist, der Finanzen 
und des Kgl. Minist, ftir Landwirtschaft, Domainen und Forsten 
dargestellt ... Bd 5 (Nach dem Gebietsumfaoge der Gegenwart). 
Merseburg 1894. 8:o. B 

Maercker, M.« Amerikanische Landwirtschaft und landwirtschaftliches 
Versuchs- Und Unterrichtsweseu. Persönliche Wahrnehmungen auf 
einer gelegentlich der Weltausstellung zu Chicago 1893 unternom- 
menen Reise durch Amerika. Berl. 1895. 8:o. Jn 

Petermann, A., Recherches de chimie et de physiologie appliquees 
k ragriculture. T. 1—2. Paris 1886, 95. 8:o. 'J 

SohroU, H., Om Landbrugsregnskab, dets Form, Nytte og Betydning. 
Khvn 1894. 8:o. 'J 

Bohults-Lupits« Zwischenfnichtbau auf leichtem Boden. Berl. 1895. 
8:o. n 

Weits, M., Der landwirthschaftlicho »Raubbau». Eid Mahnruf! 3:e 
Aufl. Berl. 1895. 8:o. n 

Wrangel, C. G., Ungarns Pferdezucht in Wort und Bild. Lief. 25 
—28. Stuttg. 1894, 95. 8:o. S 

ZoUa, D., Los questions agricoles d'hier et d'aujourd*hui. Chronique 
agricole du »Journal des D^bats». Ser. 2. Paris 1895. 8:o. n 



Berkeley. California university. 

Report of work of the agricultural experiment stations for the year 
1892/93 by E. W, Hilgard. Sacramento 1894. 8:o. 'L'M'Ü'V 
Boston. Massachusetts Agricultural College. 

Annual report. 30 (1893). 8:o. T 

State Farm at Bridgewater. Annual Report of the trustees. 39. 

1892. T 

State Agricultural Experiment Station at Amherst, Mass. Annual Report 

of the Board of Control. 10. 1892. Boston 1893. 8:o. T 

Ithaca, N. Y. Cornell university. College of agriculture. 

Bulletin of agricultural experiment Station. N:o 84 — 108 1895. 

8:o. *e 

Accettiofuhatalog 1895, 19 



Eine Seite d, Schwed. Äeoet$ion*'Katalogt (». 8. 88). 



Blatt »0 



[%.] Grenzerleut*. Bilder a. d. Alpen v. Arthur Achleitner. Berlin: Ver, 

f. Deutsch. Schriftth. 1896. (2 BL, 243 S.) 1 Bd 8. 
« [Yeröffentlichungen d. Vereins f. Deutsch. Schriftthum.] Jg. n. 

Bd 4. [97* 567a 

Die Depeschen des Nuntius [ Hier onymus] Aleander vom Wormser 
Reichstage 1521, übs. u. erl. v. Paul Kalkoff. 2., völlig umgearb. u. 
ergänzte Aufl. Halle a, S. : M, Niemeyer 1 897. (2 BL, 266 S.) 1 Bd 8. [97.5673 Ko 

Kalkoff, Paul [Obs.] 

s. Aleander, Hieronymus: Die Depeschen v. Wormser Reichstage 
152 1 . (97.5673 

[Umschlagt.:] Spezialkarte des Schwarzwaldes im Massst. 1:200,000 f. 

Touristen bearb. v. J. L. Algermissen. 9. Aufl. Revid. 1897/98. 

Freiburg i/B.: F. P. Lorenz (1897). (1 Ktnbl. ?) i Bd 8. 
(CoUection Lorenz.) [97. 5674 

Officers of the Marischal College and University of Aberdeen. 1593 — 
1860. (Vf. P[eter] J. Anderson.) (Aberdeen): Univ. Pr. 1897. (v, 
77 S.) 1 Bd 8. [97. 5675 Ha 

Offlcers of the Marischal College a. University of Aberdeen 

s. Anderson, Peter J. [Vf.] [97- 5673 

The works of Archimedes. Ed. in modern notation w. introduct. chap* 
ters by T[homas] L[ittle] Heath, Sc. D., sometime f ellow of Trinity 
Coli., Cambridge. Cambridge: Univ. Pr. 1897. (CLXXXViS., 1 B1.,326S.) 
1 Bd8. [97- 5676 

Heath, Thomas Little [Hrsg.] 

s. Archimedes : Works. [97. 5676 

*Arib« Tabarf continuatus quem ed., indicibus et glossario instruxit 
M[ichael] J[an] de G o ej e. Lugduni-Baiavorum: E. J. Brut 1897. [A.T. :] 
[ Arab.] Sillat tarib at-Tabar! li-*Ar!b Ibn Sa*ad al-Kurtubl . . . (xxvn, 
2 1 3 S., 1 Bl.) 1 Bd 8. C97. 5677 

^abari continuatus 

s. 'Arib [Vf,] [97. 5677 

*Arib : Sillat tarib at-Jabart 

s. ^Arib: Tabari continuatus. [97- 5677 

Ooeje, Michael Jan de [Hrsg.] 

s. ' Arib : Tabarf continuatus. [97* 5677 

'ApiOToqpdvouq Eiprjvr]. Cum scholiorum antiquorum excerptis passim 
emendatis recogn. et adn.Henricus van Her werden. P. 1.2. Lugduni- 
Batavorum:A. W. Sijtftoff 1897. 2 Bde 8. 

1. contincns praefat. et textum c. scholii [!] metricis et adnotatione crit (3BI., 
XXXIX, 112S.) 

2. cont. commentarium exeget. et indices. (2 Bl., 244 S., l Bl.) [97. 567a 

Herwerden, Hendrik van [Hrsg.] 

s. Aristophanes : E l p n v r]. [97. 5678 

•'11 ■ _— - , ,„, ^ - , - - ^ - ^ 

[Umschlagt.:] [g.] Extra- Ausgabe. Arizona- Kicker. Unabhängiges 
Organ. Arizona Sf BerUn: C. Georgi [18951]. (24 S.) i Bd 8. (97. 5679 

BiSkapet Wahan Art'rouni. Zantaht ... WagarsapaX: Tparan ma'r 
aCo^o* erbo' Acmiaifni 189 7. [Arzt W. A. : Die Pest, Wagarsapat .'Druckerei 
des hL £.J (79 S.) 1 Bd 8, [97. 5680 

.^8 686 



Berlittf K. B. — Ein« Seite d, Verzdclmitiei d. nni<n Erve*rbung<n (t. S. 91). 



iilatt 20 



matt 2 i 






Blatt M l 

Gran— 0«ldb«rg. A 33 

Grani» Johan F. Ueber einigte Derivate des p-Diamidodiphenylmethans. Tnaa^ral-Disser- 
tatton zur Eriangung der philosophischen Doctorwitrde vorgelegt der Hohen Philoso- 
phischen Facaltät der Universität Jena. Chra. 1892. Druck von W. C. Fabritins & 
Senner. 8. 39 S., i S. A» 

Gran, T. O. Et forseg i stejlskrift Se Kristiania borger« og realskole. Aarsberet- 
ning for skoleaaret 1891 — 92. Kra. 1892. 

»- Regnebog for folkeskolen paa landet I. Smaaskolen. (Ferste til feinte trin. Tallene 

t til 1000). 2. opL Kra. 1892. P. T. Mallings boghandels fori. J. Chr. Gonder* 

sens bogtr. 8. 32 S. A» [0.20]. 
[OmtUgett Inderside indeholder: Begningtarterne]. 

Greb, Forste, p& lyren. Digte udgivne af gymnasiatsamfundet »Fram«. (1883^1891)« 
Hamar 1892. Eget fori. Hamar stiftstidendes bogtr. ved P. Bjemaes. 8. 45 S.» 
1 BI. A. 

Greve, M. Gymnastik i Hjemmet for Sunde og Syge med et Tillaeg om »Massagec og 
»Brugen af Vandc. Med 57 Tegninger. Kra. 1892. N. W. Damm & Sens Fori. 
A. W. Breggers Bogtr. 8. 4 BI., 90 S. 4. [Indb. 1,30]. 



• • . • 



Grims^aard« [Martin]. Kortfattet Haandbog for Ryttere. Udarbeidet af Ritmester 

Med Illüstrationer. H. 2. Chra. og Kbhvn. 1892. I Komm, hos Alb. Cammermeyers 
Fori [Det Mallingske Bogtr.]. 8. S. 65—128. [i.oo]. 

[H. 1 udkom i 1890}. 

Grosch, H. Kunstindustrimuseum. Kristiania. — En Fercr gjennem dets Samlinger udar» 
beidct af ... 2. Udg. Kra. 1892. Trykt hos \V. C. Fabritins & Senner. 8. 
I Bl., 95 S. i4. [0,50]. 

[Paa OmsUgett Side % en ^Orundplan over Kanstindastrimuteef*]. 

Grtiner, H. Chr. Norsk*engelsk handels-ordsamling med varianter og synonymer. Kra. 
og Kbhvn. 1892. Alb. Cammermeyers fori. Centraltr. 8. 40 S. ^ & h\ 

[Kart. 0,80]. 

Grund lov, Fotolitografisk gjengivelse af to ori^inaleksemplarer af Kongeriget Norges. I. 
Det af det overordent)if;e storthiiigs prasident og sekretaer under 4: de novbr 1814 
underskrevne eksemplar, paafort rcdaktionskomiteens paatcgnifig af 1 1 : te novbr s. a. 
og de svenske kommissariers paategning af 4: de novbr s. a. 11. Det af redaktions- 
komiteen under 7: de novbr 1814 underskrevne eksemplar. Kra. 1892. Kristiania 
Litograhske Aktiebolag. Fol. 2 ßl. lith. Omslag, 31 BI. Text. A* 
(GjenDemtrukket og fortyoet med Storthingeft Segl]. 

Grundmann, J. Kaptein Brendall eller Kiipperevet i det stille Ocean. En Fortielling for 
Ungdommen. Kra. 1892. .Sophus Kriedts Fori. Bredrene Manches Bog- og Nodetr 
8. I kol. Titelbillede. 72 S., 3 kol. Billedcr. F. [Kart. 1,00]. 

— Pelsjapgeren. Fortaelling fra det fjeme Vesten. Kra. 1892. Sophus Kriedts Fori. 
Bredrene Manches Bog- og Nodetr. 8. 1 Titelbillede, 74 S., 3 kol. Billeder. F* 

{Kart. 1,00]. 

•— Vaha-Hajo, Scminolernes Hevding. Kra. [ 1 89 1]. Se Fo r t se 1 1 i n ge r fra fjerne Lande. 
No. II. 

Grundregler for Tolgen Indremissionsforening, vedtagne i Mede l5deMai 1892. [Hamar 
1892]. Hamar Stiftstidendes Bogtr. 8. 4 S. A^ 

— for Dale Fabrikarbejderes Syge- og Dedelade. [Bergen 1892. J. D. Beyers Bogtr.J. 

8. 4 Hl. F. 

[Udeu firrtkUt Titelblad]. 

Gransdal, H. Sniaastykker til diktat og gjenfortaclling i folkeskolen. Samlede og bear* 
bcidede af , . . . Bergen 1892. £d. B. Giertsens fori. Griegs bogtr. 8. 4 BI., 
126 S. A [«.40]. 

Galbrandson, R. Sc Norges forsvarsforening, Stavanger kreds. — 1. Aarsberetnin^ 
for 1891^92 &c. Stavanger 1892. 

Gnldberg, O. Hae9h. Se Psalmebog. 

Unlr.-BibL Aarbog. 189«. 3 



Chriitiania, U. B. — Eine Seite de» North Bogfortegnelte (». S. 86). 



Biatt »8 



FUologl. 



B33 



Hommel, P. Aufsätze und Abhandlungen 
arabistisch-semitologischen Inhalts. Hälfte i. 
München 1892. 8. 

HoratiltS Flaccus, Q. Carmina Itenim 
rec. Luc, Mueller. Ed. maior. Lips. 
1890. 8. 

Hügel, P. S. Der Wiener Dialekt. Lexi- 
kon der Wiener Volkssprache. (Idioticon 
Viennense). Wien. Pest. Lpz. 1873. 8. 

Hygini gromatici Liber de munitionibus 
castrorum ex rec. Guildmi GemolL Lips. 
1879. 8. 

Hypcrides. Orationes quattuor cum cetera- 
rum fragmentis ed. JF. Blass. Ed. II. 
Lips. 1881. 8. 

lamblichns. Protrepticus. Ad fidem codicis 
Florentini ed. H. Pistelli. Lips. 1888. 8. 

Inscriptiones Graecae Siciliae et Italiae addi- 
tis Graecis Galliae, Hispaniae, Britanniae, Ger- 
maniae inscriptionibus. Cunsilio et auctori- 
tate Academiae Utterarum regiae Borussicae 
ed. Cr. Kaibel. Galliae inscriptiones ed. 
A' Lebegue. Berolini 1890. Fol. 

Inscriptions hi^roglyphiques recueillies en 
Europe et en Egypte. Publiees, traduites 
et comment^es par JT. PieM. 4. 

1. Partie. Planches. Sth., Lpz. 1886. 

2. Partie. Commentaire. Lpz. 1888. 

— — recueillies en ^ypte par K. Piehl. 
2. sörie. 4. * 

L Planches. Lpz. 1890. 

IL Cummentaire. Ups. 1892. 

IttvencuSk C. Vettins Aquilinus. Libri 
evangeliorum IUI. Ad fidem codicum an- 
tiquissimorum rec. C Marold. Lips. 
1886. 8. 

Jackson, A. V. W. An Avesta grammar in 
comparison with Sanskrit. Stuttg. 8. 

P. I. Phonology, inBection, word-formation 
with an introduction on the Avesta. 
1892. 

Jacob, G. Ein arabischer Berichterstatter 
aus dem 10. Jahrhundert über Fulda, Schles- 
wig, Soest, Paderborn und andere deutsche 
Städte. Zum ersten Male aus dem Arabi- 
schen übertragen, commentirt und mit einer 
Einleitung versehen. 2. um zwei Anhänge 
verm. Ausg. Berlin 1891. 8. 

— Studien in arabischen Geographen. H. 
II— IV Berlin 1892. 8. 

The Jätaka together with its commentary, 
being tales of the anterior births of Gota- 
ma Baddha. For the ürst timc ed. in the 
original Päli by V. Fausböll* Vol. 5. 
London 1891. 8. 

üniT.-Bibl. Aarbog. 1893. 



Jeep, L. Zur Geschichte der Lehre von den 
Redetheilen bei den lateinischen Gramma- 
tikern. Lpz. 1893. ^* 

Joel, M., und P. Fachs. Anleitung zur Er- 
lernung der russischen Sprache. 6. Auf!, 
& Schlüssel. Frf. a. M. 1891. 8. 

Jönsson, F. Stutt islenzk bragfraedi. Kanp- 
mannahöfn 189 2. 8. 

— Den oldnorske og oldislandske litteraturs 
historie. B. i. H. i. Kbh. 1893. 8. 

Josephus, Flavius. Opera omnia. Post 
/. Bekkerum rec. 5. -4. Naber. Vol. 
I— IV. Lips. 1888—93. 8. 

Kahle, B.. Die Sprache der Skalden auf 
Grund der Binnen- und Endreime verbunden 
mit einem Rimarium. Strassb. 1892. 8. 

Kalhana's Räjatarangini or Chronicle of the 
kings of Kashmir. Ed. by M. A. Stein, 
Vol. I. Bombay 1892. Fol. 

Kilidäsa. Qakuntald. The Bengali recen- 
sion. With critical notes edited by R, 
Fiachei Kiel, London 1877. 8. 

Kaikar, O. Ordbog til det aeldre danske 
sprog(i300 — 1700). H. 19. Kbh. 1892. 8. 

Keil, B. Die solonische Verfassung in Ari- 
stoteles Verfassungsgeschichte Athens. Ber- 
lin 1892. 8. 

Keller. O. Lateinische Volksetymologie and 
Verwandtes. Lpz. 1891. 8. 

— Zur lateinischen Sprachgeschichte. Lpz. 8. 

T. I. Lateinische Etymologien. 1893. 

Kermode, P. M. C. Catalogue of the 
Manks crosses with the runic inscriptions 
and various readings and renderings com- 
pared. 2. ed. Ramsey [1892]. 8. 

Körting, G. Formenlehre der französischen 
Sprache. Paderborn. 8. 

B. I. Der Formenbau des französischen 
Verbums in seiner geschichtlichen Ent- 
wicklung dargestellt. 1893. 

Kühner, R. Ausführliche Grammatik der 
griechischen Sprache. T. i. 3. Aufl.. Be- 
sorgt von F' Blase. B. 2. Hannover 
1892. 8. 

Lajiah, Alf,walajlah. Al-kitÄb l— 5. Bajrüt 
1 888— 1890. 8. 

von Landherg, C. Graf. Dr. K. U. Ny- 
lander's Specimenschrift DalAü el-Nubuwwa 
kritisch beleuchtet. Leiden 1892. 8. * 

B3 



Chrittianiaf U. B. — Eiru ^U d. Vereeichnistet ausländ. Erwerbungen ($. S. 88). 



Blatt 32 



BicUt 23 



Btatt 93 

Stadtbibliothek in Köln 



Zugangsverzeichnisse 

1 

1890 Oktober. 



A. Allgemeine Wissenschafbskunde und Geschichte 
der Wissenschaften; Schriften allgemeinen \md ver- 
mischten Inhalts. 

^Sltigafd^er «Imanad^ für 1877. ^a^rg. 20. 9Rit 3 Origina('©ta^Ifti(!^eiu 
Wigo, Dr. u. »crl. t>. SD5. 5. |)ä(fcr. [1876.] 8». (Paat Hermens.) 

* Index scholarum aestivarum publice et privatim in universitate litte- 
rarum Jenensi a die XXI m. Apriiis a. MDCCCXC ad diem XXXI m. 
Augusti eiusdem anni habendarum Inest commentatiuncula Macrobiana 
Georgii Goetz... Jenae, prostat in libraria G. Neuenhahni. [1890.] 4P 
(Un.-Bibl. Jena.) 

♦Index scholarum hibernarum publice et privatim in universitate litte- 
rarum Jenensi a die XX m. Octobris a. MDCCCXC ad diem XVI m. 
Martii a. MDCCCXCI habendarum Insunt Emendationes Militis gloriosi 
Plautinae Georgii Goetz... Jenae, prostat in libraria G. Neuenhahni. 

[1890.] 4«. (Un.-BibL Jena.) 

-•• • ,....•••••>.•. .•.•<•••••..••.•••*•• 

* Siülmibifc^cr Äalcnbcr auf bo« ^ütjr m^ C^rifti ®cburt 1877, 1878... 
{Riga, gebr. u. j. fjabcn b. SB. g. 4)äctcr. [1876, 1877.] 8«. (Post. Hermens.) 

* Katalog der forstakademischen Bibliothek zu Hann. Munden. Munden, 
[o. Verl., Dr. v. Gressner & Schramm i. Leipzig.] 1885. 8^ (ForsiakacL 
Bibl. i. Münden.) 

• • • • • .•••.•!•••••. •••••«.. 

"^Katalog der nachgelassenen reichhaltigen Bibliothek des Herrn Dom- 
baumeisters August Hartel zu Strassburg im Elsass. Architektur und 
Kunstgeschichte. Versteigerung zu Köln . . . durch J. M. Heberle. Köbi, 
Dr. V. M. DuMont-Schauberg. 1890. 8^. (H. Lemperiz' Söhne.) 

* Königliche Universitäts-Bibliothek zu Göttingen. Verzeichniss der im Lese- 
saale aufgestellten Handbibliothek. [Abgefasst von Richard Schröder.] . . • 
Göttingen, Dr, d. Univ.-Buchdr. v. W. Fr. Kaestner. 1890. 8^ (Un.Bihl 
Göttingen.) 



Köln, Stadt' Bibl. — Eine Seite d. Zugangnerteichniue {%, S. 94). 



f 



Blatt »4 



BRASMUS (desid.), roteroo. 

Famiiiarium coRoquiorum formulae. Antverpiae, Mich. -Hlllenius, 
1518. 40. 

La Haye : bibl. roy. 

Id. Basilcae, lo. Frobenius, 15 18. 40. 

Innsbruck : univ. — Leipilg : univ. ~ Munkb : b. roy. 

Id. BasÜeae, lo. Frobenius, 1518. 80. 

Bile : univ. — Munich : b. roy. — Nurenberg : b. viUe. 



Id. Lipsiac» Val. Schumann« 15x8. 40. 



Cracovie : nniv. 



Id. Parisiis, Henr. Stephanus, expensis G>nradi (Resch), m. febr. 

1518. 40. 

Cambcai : b. villc. — Copenbague : b. roy. » Paris : b. Max. 

Id. Antverpiae, Mich. Htllenius, 1(19. 40. 

Oarmsudt : b. gr. duc. — Gand : univ. — Londres : Br. mas. 

Id. Basileae, lo. Frobenius, m. maio 1519. 80. 

BUe : univ. — Bresbu: b. ville. — Copenbague : b. roy. — 
Fribourg-cn-Brisg. : univ. — La Haye : b. roy. — 
Montbdliard : b. viUe. — Oxford : b. Bodl. - Stras- 
bourg : univ. 

Id. G>loniae, Euch. Cervicomus, m. dec. 15 19. 4*. 

Luxembourg .* b. atb^nie. — Utrecht : ootv. 



Zftttl Vandtr Haeghen» (t. S. 8). 



Blatt S4 



Blatt 26 



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Blatt 96 



Blau rt 



1 



Blatt 27 



D 34.8 Book chat; [a monthly review of current books and 
magazines]. Vol. i.-viii. (in 7 vol.). 1886-93. New 
York. 1886-93. 1.8^. Wdcts. 

No more published. 

Vol. i., ii. wcrc cdited by W. G. Jordan; üi.-viii. by Adr. Schade van 
Westrum. 

Each number contains an index to teading articics in pcriodicals of the pre- 
ceding monlh. 



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iMi 



Cambridge Afats.j Harvard College lAhrary. — Probe det XetteUrudtt ($. S. 98). 



Faulkner, Frank. 663.3 07^^ 

""• The theory and practice of modern brewing. A re-writtcn and 
much enlarged cdition of "The art of brewing;" with a complete 
appendix, specially written for the present period. Second edition. 
xii,[8],396 p. iL 20 pl. O. London: F.W. Lyon, 1888. 



o 



Chicago, John Crerar Librarjf. ~ Probe de$ Zetteldruckt (t. S. 99}. 



Blatt 28 



Call Numb«r 



Van Dyke, Henry Jacksonj^ 

Christ-child in art ; a study in interpretation 

N. Y. Harper 1894 [c. 1893] 15+236 p. Ulus. O, cL I4. 



o 



755 Wm5 Va8 Christian art Clirist ^^> — ' L.B^ 



Call Number 



Christ-child in art 
Van Dyke, Henry Jackson] ;r 

Christ-child in art ; a study in interpretation 

N. Y. Harinr 1894 [c 1893] 15+236 p. iUus. O cl. ^. 



Call rjumb«r 



Christian art 
Van Dyke, Henry Jackson] ;> 

Christ-child in art : a study in interpretation 

N, Y. HarfHr 1894 [c. 1893] 15+236 p. ülus. O cl. ^4. 



BottoUf Librarp Bureau. — Probe des Zttteldrucls (t. S. 109). — /n der Keke Unk» unten 
lie»t man zuerst die Deuieptehe Nummer, dann die Signatur nach Cutter i Expansive Classification ^ 
veiter die sogen, author mark und schliesslich sachliche ikhlagteörter. 



ßlatt 28 



Blatl 29 



ßlatt 29 



Arnold, F. Lichenologische Fragmente, 35. Newfoundland. Oester- 
rich. Bot. Zeitsch. 46: i 28-131; 176-182; 213-220; 245-251; 286- 
292; 326-332; 359-3^3- "^96- 

(22430) Reprinted (rom Bull. Torr. Bot. Oob 24: i6a.ie6. 30 Mr 1897« 



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Vol.4pt.3BO. I. 



Cambridge Ma$$., Botanical Suppfp Co. — Probe de* EetMJ ruckt (»."S. 107). 



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Plum Scale in Western New York.— M. V. Slingerland. 8.22 

üew York Cornell Bai. No, 83, Dec, 189i, pp. 681-699, fig%» 4 (E. 8. B,fVol. 6, p, 1004). 

This contains the results of investigations on a supposedly new species of scale 
insect belonging to tbe genus Lecanium, which has suddenly deyeloped in alarming 
prevalence in the plum orchards of the State. Notes are given on the appearance 
of the pest, its life history, damage, enemies, and the xnost advantageous remedies. 
See also report of the Station for 1894, p. 681. 



12608 



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Wathington^ Office of Experiment Stations. — Probe des Zetteldruckt (t. S. 107). 



Lawson, E. Kerr- A catalogrue of the painting^s in the Museo del 

PradO at Madrid. 344 pp. Cr. 8vo, 1896, cloth, 3ß. net; paper, 
28. 6d. net. Eeihimanh 

Short biographical ootioes of the painten are given, aod sizes of the piotorea. 
Kote is also made of the oolleotions to whiob the pictures belonged. 



London, Library Bureau. — Probe det Zetteldruckt (t. S. 106). 



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Richet, Charles. 



0x6. 6X2 



X895. BIBLIOGRAPHIA P HYS 10 LOCI CA iSgS. Repertoire 
des travaux de Physiologie de Tannee 1895, classe d apres la Clas* 
siiication decimale et formant la pariie[6i2j de la Bibliographia 
Universalis, par Ch. RICHET, professeur de Physiologie de la 
Faculte de medecine de Paris, avec la coUaboration de MM. Alha- 
nasiu, J. Carvallo, Contejean et Dupuy. 

Bruxelles, Instiiut International de Bibliographie, 1896. 109 
jn-8% fr. 3.5o. 



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In Bibliographia Universali Schedulam edidit : Institut International de Bibliographie 



Brüssel, Institut Intern, de BihUogr, — Probe des Zetteldrucks (s. S. 16). 



BorissoiL .112.2 

189B. Ueber die chemiotaktische Wirkung einiger Stoffe auf die amoebi- 
schen Zellen. Beitr. path. AnaL Pbysiol. Bd. 16. p. 432. 



In Bibliographia Universali 618 



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edidlft Conciliam Bibliographicimi. 



Zürich, Concilium hihliogr. — Probe des Zetteldrucks (s. S. 109). 



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SMITHSONIAN INSTITUTION. 

Washington City, yufy, i8q6, 
This work (No. 1034), "Atmospheric Actinometry 

AND THE ACTINIC CONSTITUTION OF THE ATMOSPHERE," 

by Professor E. Duclaux, forms part of Vol. XXIX, 
Smithsonian Contributions to Knowledge. Other parts 
of the volume are in preparation. 



LIBRARY CATALOGUE SLIPS. 



Smithsonian Institution. 

Atmospheric Actinometry and the Actinic 

Constitution of the Atmosphäre. By Professor 

E. Duclaux. City of Washington, published by 

the Smithsonian Institution, 1896. 4''. iii. 48 pp. 

From Smithsonian Contributions to Knowledge, Vol. 
XXIX. (Number 1034.) 



Duclaux, (E.) 

Atmospheric Actinometry and the Actinic 

Constitution of the Atroosphere. By Professor 

E. Duclaux. City of Washington, published by 

the Smithsonian Institution, 1896. 4**. iii, 48 pp. 

From Smithsonian Contributions to Knowledge, Vol. 
XXIX. (Number 1034*) 



Atmospheric Actinometry and the Actinic 
Constitution of the Atmospbere. By Professor 
£. Duclaux. City of Washington, published by 
the Smithsonian Institution, 1896. 4*". iii, 48 pp. 

From Smithsonian Contributions to Knowledge, Vol. 
XXIX. CNumbcr 1034.) 



Wathington, Smithsonian Institution. — Probe der Slips (s. S. 101). 



Blatt 32 




V. BRÜNAGCa. — Sopra i principj e le apiicazioni del 
Galcolo differenziale ed integrale (A/. J. iV. It., i, 
2* partie, 79-ia3; 1806). 

P. GURTEN. — [ Bsquisse et essai d'un calcul exponen- 
tiel] (i38; Rotterdam, 1810). 

D. DBULRUE.— [Cours de Calcul difT6rentiel etthöorie 
alg^brique des ^quations] (328 p. ; Saint- Pötersbourg, 
1869). 

S. OOüRIEF. — [Exposition succincte des möthodes dif- 
f^rentes pour expliquerle Calcul difförentiel] (A. P. R, 
S., 4, i59-2ii; 1815). 

MORAND. — Premier Memoire sur les v^ritables prin- 
cipes du Calcul dilTerentiel et du Calcul integral (C. R., 
20, 5oo; 1845). 

D. PEREVOGHTCHIKOV. — [ Gncyclop^die manuelle. 
Calcul differentiel et integral] (333 p.; Sloscou, 1827). 

J. 8ABININE. — [Demonstration dun thäor^me du Cal- 
cul differentiel] [M. G., 1, 107-108; 1861). 

F.-TH. SCHUBERT. ~ R^flexions sur la th^orie du Cal- 
cul differentiel (A. P. M., 6, i53-a34; 1818). 



S. 8PETERT VAN DER ETK. — [ßtude des principes 
du Calcul differentiel et integral] (47; Leiden, 1803). 

A.-B. STRABBB. — [Nouvelle methode pour la Solution 
des equations par des nombres, par Thomas Simpson ] 
(\K.,2, 3i-4i; 1806). 



Zettel des Rupert, bibliogr. des sciences math. (s. S. 108). 



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1 GOTTINGEN 

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2 BERLIN 

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KÖNIGSBERG 
K. u. Univ.-Bibl. 

3 BONN 

Univ.-Bibl. 

4 BRESLAU 

K. n. Univ.-Bibl. 

5 KIEL 

Univ.-Bibl. 

6 GREIFSWALD 

Univ.-Bibl. 

7 STRASSBURG 

L.- u. Univ.-Bibl. 

8 BERLIN 

Univ.-Bibl. 

9 MÜNSTER 

Paul. Bibl. 

10 PARIS 

Bibl. Nat. 

11 (Hochgestellt) 
MARBURG 

Univ.-Bibl. 

HALLE 
Univ.-BibL 

12 In AMERIKA 

stark verbreitet 

13 LONDON 

Nat Art Libr. 

14 In AMERIKA 

ziemlich verbreitet 






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Als Beihefte zum Centralblatt für Bibliothekswesen er- 
schienen bisher und sind, ausgenommen No. 7 nnd 8, die nur noch bei 
Entnahme der completen Serie abgegeben werden können, einzeln zu 
beziehen: 

Heft 1: PersonalTerzeichnisB der Pariser üniTersit&t Tonl404 und die 

darin angeführten Handschriften- imd Per^amenthändler, von Dr. 
Max Spirga^is. 51 Seiten mit l Facsimile-Tafel. M. 2. — 

, II: 1. Die Beiehenauer Sängersehule. Beiträge zur Geschichte der 
Gelehrsamkeit und zur Kenntniss mittelalterlicher Musikhandschrif- 
teu, von Wilhelm Brambach. 43 Seiten mit l Facsimile-Tafel. 
2. Zur Bibliographie des Henricns Hembuehe de Hassia dictns 
de Langenstein, von F. W. £. Roth. 22 Seiten. M. S.— 

„ III: Schema des Bealcatalogs der königlichen Uniyersitätsbibliothek 
zn Halle a. S. 850 Seiten. M. 9.— 

„ IV: ]. Die Bnchdmckerei des Jacob Köbel nnd ihre Erzeugnisse 

(1503—1572), von F. W. E. Roth. 85 Seiten. 

2. Zwei Bücherverzeichnisse des 14« Jahrhunderts in der Ad- 

monter Stiftsbibliothek, von P. J. W i c h n e r. 36 S. M. 2.80 

, V: 1. Dritte Nachlese zu Weller's deutschen Zeitungen. Mit An- 
hang: Deutsche Zeitungen des XVII. Jahrhunderts aus der Kgl. 
und Universitäts-Bibliothek und der Stadtbibliothek zn Breslau, von 
A. Hey er. 47 Seiten. 

2. Die arabischen Uebersetzungen aus dem Griechischen, von 
M. Steinschneider. 32 Seiten. M. 2.80 

, VI: Beiträge zur Geschichte der Universitätsbibliothek Giessen, 

von Emil Heuser. 74 Seiten. M. 2.80 

„ VII: Ueber die Entstehung und Bedeutung der Blockbiicher mit 

besonderer Rücksicht auf den Liber Regum seu Historia Davidis, 
von Dr. Rudolf Hoch egger. 68 Seiten. Mit 1 Facsimile-Tafel. 

M. 3.60 
„ VIU: Druckerregister zu Hain's Repertorium bibliographicum, be- 
arbeitet von K. Burger. 428 Seiten. M. 12.— 

„ IX: Die Mainzer Buchdruckerfamilie Schöffer ^rährend des XYI. 
Jahrhunderts und deren Erzeugnisse zu Mainz. Worms, Strassburg 
und Venedig, zusammengestellt von F.W. E.Roth. 250 Seiten. M.9.— 

;, X: Adressbuch der Deutschen Bibliotheken, bearbeitet von Dr. 
Paul Schwenke. 411 Seiten. M. 10.— 

„ XI: Die Disputationen und Promotionen an den deutschen Uni- 
versitäten seit dem XYI* Jahrhundert , von Dr. Ewald Hörn. 
128 Seiten. M. 5.— 

„ XII: Die arabischen Uebersetzungen aus dem Griechischen, von 

M. Steinschneider. 111 Seiten. M. 5. — 

„ XIII: Die Incuuabeln der KonigL Universitäts-Bibliothek in Bonn, 

von Dr. E. Voüllieme. 262 Seiten. M. 11.— 

„ XIV: Beiträge zur Incunabelnkunde^ von P. G. Reich hart. Bd. I. 
464 Seiten. M. 18.— 

„ XV: Jesuitendramen der niederrheinischen Ordensprovinz^ von Dr. 

P. Bahlmann. 849 Seiten. M. 15.— 

„ XVI: Beiträge zur Geschichte Georg Tallas und seiner Bibliothek, 

von J. L. Heiberg. 129 Seiten. M. 5.— 

„ XVII: Heinrieh von Liirers^Bibliothekar von Einsiedeln. im 14« Jahr- 
hundert, von P. G. Mer. Mit zwei TafeUi. 68 Seiten. M. 3.— 

„XVIII: Die ehemalige Dombibliothek zu Mainz, ihre Entstehung, Ver- 
schleppung und Vemich)tung, von F r a n z F ai k. 1 75 Seiten. M. 6.80 

„ XIX: Vorlesungen über die Kunde hebräischer Handschriften, deren 
Sammlungen u« Yerzefchnisse, von M. Steinschneider. UOS. 
Mit 1 Tafel. M. 5.— 

Lieipzig. Otto Harrassowitas. 



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Beihefte 




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zum 



Centralblatt 



Bibliothek» wesdn^ — 



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e Lutherdrucke 



der 



Erlanger Universitätsbibliothek 

aus den Jahren 1518 — 1523 



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von 



Dr. phil. Karl Heiland 



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Leipzig 

Otto Harrassowitz 

1898 



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Die Lutherdrueke 



der 



Erlanörer Universitätsbibliothek 



aus den Jahren 1518—1523 



von 



Dr. phiL Karl Heiland 



X\l. Beiheft zum Centralblatt fttr Bibliotheksweseil 



Leipzig 

Otto Harrassowitz 

1898 



Meinem 



lieben Freunde 



Herrn OTTO KOCH 



Pfarrer in Sondheim. 



Inhaltsübersicht 



8elte 

Einleitung und Litteratorangabe 1 

Beschreibungen der Drucke 

ausd. J. 1518= Nr. 1—5 4 

„ 1519 = „ 6—22 6 

„ 1520 = „ 28—52 12 

„ 1521 = „ 53—75 21 

„ 1522 = „ 76—112 28 

1523 = „ 118—159 40 

Beschreibungen der Ornamente 

a) der Bilder = Nr. 1 —6 (Nr. 3 u, 5 Lutherbilder) ... 57 

b) der Titelbordtiren = Nr. 7—31 58 

Übersicht der Druckorte und Drucker 65 

Alphabetisches Verzeichnis der Titel 68 

Berichtigungen 72 



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Die vorlieg nde Bearbeitung der Lotherdrucke der Erlanger 
Universitätsbibliothek aus den Jahren 1518 1) — 1523 wurde im wesent- 
lichen bereits im Jahre 1892 angefertigt.^) Sie wird nunmehr nach- 
träglich veröffentlicht mit dem innigen Wunsche, dafs sie auch jetzt 
noch ihren Zweck zu erfüllen vermöge. Eine der kleinen Vorarbeiten 
zu einer erschöpfenden Lutherbibliographie, soll sie zugleich zur Ver- 
anschaulichung der Verbreitung der Lutherschen Schriften, sowie zur 
Geschichte des Buchdrucks und der Bücherillustration ein Scherflein 
beitragen. 

Die Norm für dergleichen bibliographische Beschreibungen ist 
von A. von Dommer gegeben worden, für die Anordnung kamen auch 
Heyers „Lutherdrucke*' in Beti-acht. 

Von der benützten Litteratur folgen nachstehend die Titel der 
abgekürzt angeführten Werke: 

Cat. Beck = Bibliotheca Lutherana. E. Sammig v. Autotypen Luthers etc. 

Nach den Originalen aufgenommen und bearb. v. d. Antiquariat 

der 0. H. Beck'schen Buchhandlg in Nördlingen . . . Nördlingen 

1883. ([Umschlt.:] . . . Antiquar. Catalog No. 160 . . .) 

V. Domm. = Lutherdrucke auf der Hamburger Stadtbibliothek 1516 — 

1523 von A. v. Dommer. Leipz. 1888. 
Erl. A. = Dr. Martin Luther's sämmtliche [deutsche] Werke . . . Erlangen 
(Bd. 49 ff.: Eriangen u. Frankf. a. M.) 1826—1857. 

1—20 (Hrsg. V. J. G. Plochmann). 21—67 (Hrsg. v. J. K. 
Irmischer). 
Erl. A. (2. A.) = Dr. Martin Luther's sämmtliche [deutsche] Werke. 
(Hrsg. V. Ernst Ludwig Enders . . .) 2. Aufl. Frankf. a. M. 
u. Erlangen (7 ff.: Frankf. a. M.) 1862—1885. 
1—20 H. 24—26. 



1) Frühere Drucke sind nicht . vorhanden. Überhaupt ist die Sammlung 
von „Reformationsdracken* in der hiesigen Bibliothek nicht so reichhaltig, 
wie vielfach angenommen wird. Vgl. dazu Zucker im Centralbl. f. Biblio- 
theksw. Jahrg. XV, 1898, S. 197-199. 

2) Fllr die Anregung zu der Arbeit sowie flir freundlich erteilten Rat 
gestatte ich mir auch an dieser Stelle Herrn Oberbibliothekar Dr. Zucker 
meinen verbindlichsten Dauk auszusprechen. 

263 
Beiheft 21. t 



— 2 — 

Erl. A. Briefw. etc. "» Dr. Martin Luther's sämmtl. Werke in beiden 
Originalsprachen . . . Hrsg. v. J. K. Irmischer, Chr. S. T. Els- 
perger, H. Schmid, H. Schmidt n. E. L. Enders. Briefwechsel. 
(Bearb. v. . . . Enders.) Fkf. a.M. (2 ff.: Calw u.Stnttg.) 1884—97. 
1—7. 
Erl. A. Comment. etc. = D. Martini Lntheri Commentarinm in epistolam 
S. Pauli ad Galatas cur. Dr. Joan. Conrad. Irmischer . . . 
Erlangae MDCCCXLIII. MDCCCXLIV. (Auch zu Op. ex. Lat.) 
I— III. 
Erl. A. Op. ex. = D. Martini Lntheri exegetica opera Latina '. . . 
Erlangae (XXI ff.: Erlangae et Francof. ad M. XXIV ff.: 
Francof. ad M.) MDCCCXXIX— MDCCCLXXXVI. 

I — VIII: cur. Christoph. Steph. Theoph. Elsperger. IX — XI: 
cur. Henr. Schmid. XII — XX: cur. Dr. Joan. Conrad. 
Irmischer. XXI: cur. Dr. Joan. Conrad. Irmischer et Dr. 
Henricus Schmidt. XXII — XXIII: cur. Dr. Henricus Schmidt. 
XXIV— XXVIII: cur. Joannes Linke. 
(NB! XXIV ff. a. u. d. T.: D. Martini Lutheri opera quae exstant 
omnia et Latina et Germanica ... ed. ... J. E. Irmischer, 
Chr. S. T. Elsperger, J. 6. Plochmann, H. Schmid, H. Schmidt, 
E. L. Enders, J. Linke. Exeg. op. Lat. . . .) 
Erl. A. 0. V. a. == D. Martini Lutheri opera Latina varii argumenti ad 
reformationis historiam imprimis pertinentia. Curavit Dr. Henricus 
Schmidt. Francof. ad M. et Erlangae (IV ff.: Francof. ad M.) 
MDCCCLXV— MDCCCLXXIU. 
I— VII. 
Heitz, Initialschm. = Der Initialschmuck in den elsäss. Drucken des 
XV. u. XVI. Jahrh. (Hrsg. v. Paul Heitz.) Strafsburg. 
Reih. I, 1894. ü, 1897. 
Heyer = Lntherdrucke auf der Breslauer Stadtbibliothek 1516 — 1523 
(von A. Hey er) (in: Centrälblatt f. Bibliothekswesen Jahrg. IX, 
1892, 8. 21—29, 267—274, 403—416, 459—483). 
Kuczynski == Thesaurus libellorum historiam reformationis illustrantium. 
Verzeichnifs e. Sammlung von. nahezu 3000 Flugschriften 
Luthers u. s. Zeitgen. Nach d. Origin. anfgen. u. bearb. v. 
Arnold Euczyliski. Zu den beiges. Preisen z. h. bei T. 0. 
Weigel Buchh. i. Leipz. Snpplem. z. d. Handbüchern v. Panzer, 
Weller, Goedeke u. Heyse. Leipzig 1870. 
Neudr. = Neudrucke deutscher Litteraturwerke des XVI. u. XVII. Jahr- 
hunderts . . . Halle a. S. 1876 ff. 
Oesterheld = Luthers Schriften in der Carl Alexander - Bibliothek zu 
Eisenach. Von August Oesterheld. (Thl. I.) Beilage zum 
Jahresbericht 1891/92 des Carl Friedrich - Oymnasiums in 
Eisenach. Eisenach [1892]. 
Panzer 1 f. bzw. Zus. «» . . . Georg Wolfgang Panzers . . . Annalen der 
altem deutschen Litteratur oder Anzeige und Besohreibnng 

264 



— 3 — 

derjenigen Bücher, welche ... in deutscher Sprache gedruckt 
worden sind. 

Band [1] . . . von Erfindung der Buchdruckerkunst bis MDXX 

. . . Nürnberg 1788. 
Band 2 . . . v. J. MDXXI bis MDXXVI . . . Nürnberg 1805. 
Zusätze zu den Annalen . . . von Erfindung der Buchdrucker- 
kunst an bis MDXX . . . Leipz. 1802. 
Panzer VI f. = Annales typographici ab anno MDI ad annum MDXXXVI 
continuati post Maittairii aliorumque doctissimorum virorum 
curas in ordinem redacti emendati et äucti cura (D) Georgii 
Wolfgangi Panzer . . . Norimbergae MDCCXCVni— MDCCCIII. 
VI— XI. 
Schmidt, Rupert. = Repertoire Bibliographique Strasbourgeois jusque 
vers 1530 . . . par Charles Schmidt. 

I— IV, 1893. V. u. VI, 1893(— 94). YU, 1895. VÜI, 1896. 
Schwarz = [Schwarz, Georg Christoph:] Von einem Hülfsmittel, Schriften, 
die ohne Ort und Drucker erschienen sind, in Ansehung dieser 
Umstände näher zu bestimmen. (In: Neue Bey träge zur 
Litteratur besonders des sechszehnten Jahrh. . . . von Georg 
Theodor Strobel. Nürnb. u. Altd. 1790 ff. n, 1 S. 79—128.) 
W. A. := D. Martin Luthers Werke. Kritische Gesammtausgabe . . . 
Weimar. 

1, 1883. 2, 1884. 3, 1885. 4, 1886. 5, 1892. 6, 1888. 

7, 1897. 8, 1889. 9, 1893. 12, 1891. 13, 1889. 14, 

1895. — Wo ,.W. A.** ohne Bandzahl citiert wird, habe ich 

nur vorläufige Abztlge von in Vorbereitung befindlichen 

Bänden einsehen können. 

Weller = Repertorium typographicum. Die deutsche Literatur im 

ersten Viertel des sechzehnten Jahrhunderts. Im Anschlufs 

an Hains Repertorium u. Panzers deutsche Annalen. Von Emil 

Weller. (A. u. d. T.: Georg Wolfgang Panzers Annalen der 

älteren deutschen Literatur M.D.— M.D.XXVI. Dritter Theil . . .) 

[Nebst] Supplement [I] & II. Nördlingen 1864. 1874. 1885. 

de Wette = Dr. Martin Luthei-s Briefe, Sendschreiben u. Bedenken, 

vollständig . . . gesammelt, krit. u. hist. bearb. v. Dr. Wilhelm 

Martin Leberecht de Wette . . . (Th. 6 hrsg. v. Lic. theol. 

Johann Karl Seidemann.) Berlin 1825 — 1856. 

1—6. 



265 



1518. 

1518 1. @^nn ©crmon öon bcni ÄMafj | önnb grtabc / burd^ bcn toirbigcn 
boctwu [so] I SRarttnü Sutl^cr Slu^uftincr | ftu SBittcnbcrg!. || 
W. A. 1 S. 240 B. Erl. A. 27 S. 2 Nr. 1. Panzer Zus. 8. 146 
Nr. 896»» [„boctorh"]. Cfr. v. Dommer 6. Kolde, Th.: M. Luther 
(Gotha 1884/93) I 8. 150. 
In 4®, 4 Bll.y Sign. Slij Sliii; ohne Cuat Schwab. Lettern, doch Titelz. 1 
u. Bl.lv. 1 got. Die 4 Titelz. 20/22 mm äocä. Cimftr. 89/90 mm; 30/33 Z. 
je nach d. Spatien zw. d. Abschn. Cptz. — 

Bl.lv. Z.\ — 4 genaue Titelwiederholung; nach e. Spatium v. 15 mm 
Z.b: I il ©3um crften folt tjfir toiffcn / ba»8 ctltd^ ncto lerer / | al8 3)lflr [so] 



@cn: ©. X^oma» . . . 



u. 19 Z. Schlufs 4r. 20: | tjif^n . öiib önS rccöteunn 



80] 

ad) 



fi)nn . 5lmm. ||J| H @eb2ucft feu SBittaiberg burcö 3oanne | @2uncnbcr9!, 9 
^l()2fft geburt Sau« | fcnt funff l&unbert mib ijm ac^tge^eiiben | t)ax. || 4 t?. feer. 
Wittenberg, Johann Grunenberg, 1518. 

2. Slfiologetica [sie] refponfio | contra dogmata, qug in « M « Jo « | Syluiü 
Egranum a calnm | niatoribus inuul" | gata funt | 4f ||jl E R 
Impietas, e ad impietatis crime ee mutü ♦ || [Titelbord. Um. 19.' 

W. A. 1 S. 315 B. Erl. A. Briefw. 1 S. 181 Nr. 74, 2. Panzer IX 
S. 397 Nr. 259 b. 

In 40, ABU., Sign. AijAiij; ohne Cuat Titdz. 1 in mäfsig grofsery 
schlanker got. Schrift ^ sonst Antiqua; Überschr., Seitentitel j Anfangszeilen^ 
bzw. 'Worte, Zeile üb. d. Impressum in Versalien derselben; Margin. m. röm. 
Ziffern; Cptz. — Holzschnittinit: \v.: E m. c. Knaben, der a. e. Instrumente 
bläst; der Unterkörper des Kindes ist fischschwanzartig ; 2r.; P, hinter dem 
ein korbähnl. Gefä/sj aus dem sich nach beiden Seiten ie eine Blatt-Verzierung 
heräbneigt. — Glmbr. 88 — 89 mm; 31—34 Z., je nacha. Spatien zw. d. Abschn. 
— Im Titel ist zu lesen: Errasmns] R[oterodamas]. 

Bl\v.: \F . MARTIN VS E« | LEVTHERIVS | AVGVST . SVO IG • | 
SYLVIO • S Jl * II (E)N TIBI ARBITRIVM ME« | um de dogmatib9 tuis, . . . | 
u. 19 Z.; letzte: | de came inuicem fumus ♦ Vale , || Am Band in Höhe der 
4./ 5. Z. V. unten e. Hand, in H. d. 9. v. unten: \ Prouerbiü |. Bl. 2 r. [m. Sign. 
Aij]: I PAVCVLA VERBA EX EGRANI j concionibus . . . \ u. S\ Z., Bl. \r. 
28 : I ra docuerit . | VERITATI CONSECRATVM , | Bafile^ apnd Pamphilü 
Gengenbachinm | Mefe AuguHo « AN « M « D « XVIII , || Bl. Av. leer. 
Basel, Pamphilns Gengenbach, 1518. 

3. @9n beutf(^ ^toloQia « bad ift | (S^n ebleiS Sud^Ie^n / t^on red^tem 
tJo:ftanb / toa^ J Slbam ünb S^aiftu« fe^ / önb tote Slbom ^n | ön« 
fterbctt / önb ffi^jiftuö crfteen fall ♦ || [TitelhoUschn. = v. Domm., 
Ornam. I, 6.] 

266 



— 5 — 

= V. Dommer 3. [Bl 2 in d, Höhe d. Sign, etw. beschäd, — 1518 
Bl 31 hat Sign. Qüi — Cpt^. H. — Bl 40 r. 25: | Ojüncn- 
bcrfl ♦ . . .] W. A. 1 S. 376 A. Erl. A. 63 S. 236 b. 
In 4«, 40 Bü.f 40 V. leer. — Als 1. vollst Ausg. der deutschen Theologie 
ist dieser Druck nach Nr. 1 u. 2 eingeordnet. 

Wittenberg, Johannes Granenberg, 1518. 

4. S^n gutte troft" | lid^e pitbiq t)0 ber zt^irbtge it" re^tung |u be 
l^od^ibir- 1 biflcn ©acramcnt ♦ 2)0- 1 ct02^ aKartini Sutl^cr .| Slugufttttcr 
jU SSuittcn- bcrg ♦ ||| 3tcm 2bie boS leiben | ©^lifti betrad^tct fol | 
jbcrbcn. | [Titelbord. Om. 21.] 

W. A. 1 S. 327 c. Erl. A. (2. A.) 16 8. 18 Nr. 4 („1519"). 

Weller 8. 149 Nr. 1224. Köstlin, J.: M. Luther (4. A.) 1 

8. 787 Anm. 1 z. 8. 184. 
In 4^ 8 Bll, 8. leer; Sign. SUj — Sttj; ohne Cust. E. Impressum fehlt. 
Der Titel in got. Buchst, von 3 Öröfsen^ die erste Titelz. besond. breite u. 
grofse Schrift; in der 2. Gröfse: aufser Tttelz. 2—7 Bl. 2r. \ u. 1 r. 9\ in d. 
3.: Titelz. 8 — 10, die Anfangsz. eines jeden Abschnittes; sonst arofse u. schöne 
Schwab. Lettern; Bl. 2r. 20 e. uncicHes (^ u. 7r. 11 c. @ cus Initialen. — . 
Clmbr. 107 (/108) mm^ 34 Z. 

Bl. Iv. leer. 2r.: \ SBijc nit allein gar nuft önnb frud&t« | bar/ ... | 
u. 28 Z. 7 r. 9: I SBijc ha» Ut)bm (£^2ifti jol betrachtet | toerben J . . . Schlu/s 
7 v. 33: I t>vh iinuo2bient / bed trofi btcb allein • || 

[Leipzig, Melchior Lotther.] 

5. > ACTA R ♦ PA I TRIS MARTINI LVTHERn AVGV | STINLiNI 
APVD D , LEGA | TVM APOSTOLICVM | AVGVSTAE. | 

W. A. 2 8. 4 F. Erl. A. 0. v. a. II 8. 347, 3. Cat. Beck 8. 12 
Nr. 56 („7,50 M."). Köstiin, J.: Martin Luther. (4. A.) Berlin 

188^. 1 8. 234 f. 

In 4<», 20 BU. m. Nr. 2—37, 20. leer; st. Nr. 36 nur 2 Punkte. Sign. 
a2 — e3 (Je 4 Bll); Seiteneust. 0. Impress. — Titelzz. Höhe v. 30 mm. 
Titelz. 1, 1 v. 1, 13 v. 8 u. d. Initialen Sr. u. 14 r. grofse Antiqua -Vers.; 
aufserd. Antiqua in 2 Gröfsen, die kleinere in Titelz. 2 — 5, d. Seitentiteln^ 
1 V. 2, 2r. Margin. f Sr. 15; die andere zieml. grofs u. wohlgeformt. — Clmbr. 
99 (/lOl) mm, 25/26 Z. 

Bl. 1 V. [m. Nr. 2J: | PIO LECTORI F ♦ | MARTINVS LVTIIERIVS 
S « III Ignofce mihi chania « lector, . . . Bl.3r. [m. Nr. 5 u. Sign. a3] Z. 15: 
I^RESPONDI TVNC . J . . . Bl. 12 r. Im. iVr. 23] Z. 17: | me habere dignetiir . || 



Reuerendifs . p • t « deditus filias ||| F « Martinas Latherius | Augnrtinianas « 
dann d. Cust. Bl.Vlv. [m. i^r. 24]: | ReuerendilTimo in Chril'to patri & 
domino Tho | mce tit . fancti Sixti prefbytero Cardinali, fanctse fedis | aporto- 
licse per Germania de latere Legate &c * in Chri- 1 fto metuendo & colendo, 
F » Martinas Lutherius falu- | tem, & leipfum . | Vidit ... Bl. l^v. [m. Nr. 26] 
Z. 4: I dilTima « £x Carmelo Augaften « die fancti Lucas euan- | ffeliltse 
M . D , XVIII . I Reuerendiifl . p . t . deditns filius . || F , Martinas Lutherins 
Auguftinianus • || IN NOMINE DO- | mini Ame . Anno . . . M.D, XVIII, 
Indl I ctione VU . . . Bl. 19 r.Tm. AV. 37] Z. 6: | Et ego Gallus knnigender 
de IlerbrachtigeD, laicus | . . . Z; 1 9 : | ui, in fidem & teftimo- j nium omnium | 
& fingnlo I mm prsemiflbrü, | rogatus & requil'itus. || Darunter Sign, c 3. 
Z. 15—23 in Kelchform. Bl. 19 v.; | Errata , | . . . [5 Z.] 
[Basel, Joh. Froben, 1518.] 

267 



— 6 — 

1519 1519. 

6. ®ermo be t)ir« | tute e;comuittcati9tö Sta | tri aRartto Sutl^er 
9lu<- I guftiniano a Itgutö | tertii^ tabe euet'- | beratud« || [Titel- 
bordüre Orn, 22».] 

Nicht l d. W. A. 1 S. 634 ff. erwähnt. Erl. A. 0. v. a. II, 

301 Abs. 2 [doch hier „fratri^, „eyerberatus*, sowie alle 

Alküregn aufgelösf]. Panzer VU 8. 206 Nr. 684. 

In 4^ 4 m, Sign. Ali Aiii, ohne Cust u. Num, NB! Das vorliegende 

Exemplar a. Bande beschädigt. — Titel: Got. in 2 Oröfaen «. zw, Z. 1 : derbe 

Missdubuchstf Text: Antiqua; die über den Cpt, stehenden Zahlwörter in Vrs. 

— Cptz. — Clmbr. 100 mm. 88 Z. 

Bl. l V. [oberer Rand beschädigt] : | F. M ARTINVS LVTHER PIO 
LEGTORI I SALYTEM . || (M) Agna aere gfa mihi a dfio nöftro Ihefu Chri- 1 
(to . . . Z. 24: I qaando uideant & ipfi, Amen • Vale « || Bl2r. [m. Sign. 
Ali] : I DEBITVM VOBIS SERMONEM TOTIESQVE PROMIS | fum. tandem 
aliqoando perfolno, hoc e(t, de Virtnte | Excommunicationis hodie dicendum 
elt, I quod nt planillime intelligatis^ | diftincte procedam « || a PRIHVM. | (V)I- 
dendü, qd fit excömnnicatio Eccl'isß, & quan- | tum . . . Schlufs Bl Ar. 31: 
I magis tarnen ipfi tenentnr feruire noitris infirmitalibas «HO Lipfise. ex 
officina Melchioris Lottheri | Anno domini Millefimo qainge- | tefimo aeci- 
monono • || Bl. -iv. leer. 

Leipzig, Melchior Lotther, 1519. 

7. ÄufSlcflung I bc§ l^unbcrt önb neun* | btc ^)falmc ♦ 3)ijit bit^ 
boniio ntco ♦ ©octoii« | aRartini Sutl^er ♦ Au* | guftincr ftu aBittcn« 
bcrg ♦ |u l^crr ^itxont) \ mo ®bncr Sojjunger | ftuSlumbcrgl ♦ 
[Titelbord. = v. Dommer, Ornam. 88.] 

= V. Dommer 49 [v. Do. verweist aufserdem auf Nr. 29 ; 
doch Bl. 2r. Z.d: ... ®eo2giu« . . .; 2v. 31: | . . . S)aufent/ . . . 
18r. 22: | H ©zatta (v. Do. 29: „a ©rntia") . . .]. W. A. 1 
8. 688 D. ErL A. 40 8.2 Nr. 3 [doch hier: ^»«ufefegung'' u. 

Z.6: I . . . feu. . . .] 
In 40, 18 Bü. 

Leipzig, Melchior Lotther, 1519. 

8. ©ermo h Sri | plici iufttcia «. ?ßatri« | äRorttni Sutl^cr «u- 
guftiniani SSuit- 1 tcnbcrgenfig. || [Titelbord. v. Dommer, Ornam. 88. 

= V. Dommer 52. W. A. 2 8. 41 D. ErL A. 0. v. a. H 8. 304 
Z. 26 ff. [„institia'']. 
In 40, 4 Bll, 4 V. leer. 

Leipzig, Melchior Lotther, 1519. 



9. AD LEONEM X ♦ | PONTIFICEM MAXIM VM. || 

H RefoIntiones difpntationnm de nirtnte indulgentiarü re- | uerendi 
Patris, ac Sacrsß Theologiaß doctoris Martini Lu- | ther 
Angufiiniani Ynittenbergenfis. || 
H Fratris patris Sylueftri Prieratis ordinis Prsedicatorü Ma | giftri 

facri Palatij ad Martinnm Dialogns. || 
H R. P. Martini Luther ad enm Dialognm Refponfio « || 

268 



— 7 — 

H Contra D. loannem Eokinm Ingoldltadienfem Sophifti | cum 1519 
argatatorem, Apologetiog propofitiones D. Andre» { Bodenftein 
Archidiaconi Yuittenbergenfis. || 

H R. P. Martini Luther, Sermo de pcenitentia. || 

H Sermo de indnlgentijs. || 

H Sermo de nirtute excommonicationiB. || 

H Decem prsecepta Ynittenbergenfi populo prsedicata. || 

H Replica fratris Sylaeltri Prieratis Ad Renerendfi Mar | tinum 
Lutherinm « || 

Et alia qn»dam. | 

= Heyer 50 (S. 269) [Antiqua in 4 Gröfsen, in Majuskeln : 
1 r. 1, 2 r, 1, 4 r. 1, 6 v. 1, 7 r. 1, 67 r. 1, 77 v. 15, 111 v. 16, 
118t;. 18, 122r. 20, 122t;. 21, 127 r.l, 196r. 30. B167 
bis 77 d. Worte d, Prierias in Schwab. Sehr.; einige griech. 
Typen. Als Initialen Antiquamaj. u. Holzschnittinit. versch. 
Gr. — 37, 33 u. 28 Z.; — Clnibr. c. 98 mm]. Bl. 1 des vorlieg. 
Exempl. oben beschädigt. — Cfr. Erl. A. 0. v. a. II S. 125—126 
u. W. A. 1 S. 524 [„Frobenius, Basel«]. — Panzer IX 8. 121 
Nr. 144. 

In 4°, 200 Bll. 

[Strafsbnrg, Matthias Schürer,] 1519, Ang.i) 

10. 3)octo2 I aWarttni Sut- | t^cr öufluftiner^ önber- J ric^t / ouff ctlid 
Ärtifcl I bic ini bon feine mifegün* | nem auffgclegt onnb ja 
gemeffen mcrben. ||| M.D.XIX. || [Titelbord. = v. Dommer, 
Orn. 112.] 

W. A. 2 S. 67 H. Erl. A. 24 (2. A.) 8. 2, *d. Panzer Zus. 
8. 159 Nr. 932 11 [doch hier: ^milgünnern"]. Cfr. de Wette 
1 8. 235. Schwarz 8. 93 I & 8. 94. Knezynski 8. 123 Nr. 1336 

[Titeh. 6: | ... ju / . . ., erwähnt Titelz. 8 nicht]. 
In 4®, 4 BU.j Sign. Slij Sltii, ohne Cust. Kein Impr. Schwab. Lettern: 
Titelz. 1 in breiter grofser Schrift, Z. 2 u. Lemm. %n etwas kleinerer u. 
schmälerer j sonst Text-Schwab. Deutlicher Druck. — Clnibr. 100 (/ 101) mm. — 
33/34 Z. — Cptz. 

Bl. \v.: I o STHcn bte bifen b2tef fc^cn / ^hm ober Icfcn ®mbcüt | i(ö 
2)lartiitu» iiut^cr ... Z.\i:\ «on bcr lieben l^ailiacn fürbitt. | a (Sag \^ . . . 
Schlufs 4r. 32: | fatncm beüd&Icr nimmer glauben. |T giniS ♦ || 4 t;. leer. 
[Angsburg, Sylvan Otmar,] 1519. 

11. Id. lib. 

Titelbord, schwach Jcolor. — Einige Imndschriftl. Margin. 

12. @in @ermon bon bem elid^en ftanbt | S)octo2i^ äRartini Sutter 
!(u- I guftiner ju jbittenburgf ge | ))2ebiget im taufent fünf | l^unbert 



1) Von Dommen Ordnungsprincip ist insofern abgewichen worden, als 
Dracke mit genauerem Druckdatum unter diesem und nicht unter dem der 
ersten Ausgabe eingeordnet worden sind. Sind es Dnicke, von denen bereits 
in früheren Jahren Ausgaben erschienen sind, so folgen sie hinter den weniger 
genau datierten in besonderer chronologischer Ordnung. 

269 



- 8 — 

1519 ün neunte | ^cnbcn Qor. |||| [Wappen der Stadt Leipjng, 49 mm 

hoch.] II ®ctru(ft ju Se^ijfigf burd^ SBoIf- | gang ©tocfri in b'r 
grtmifd^c gaffen . [Punkt undeuil] \\ 

W. A. 2 S. 162, 1. Erl. A. (2. A.) 16 8. 49 Nr. 1 [ohne Zeilen- 
abteilg,, Titels. 8: ^grintifd^c'']. de Wette 1 8. 256. 
In 4», ABÜ.y Sign.: Slij 2(tü; ohne Cust u. Num. Kein Jahr; nach 
W. A. ioahrschl. ürdruckf aber nicfu v. Luther beeorgt. Tit. u. Bl. 1 v. 1 in 
schlanken got. T., Text: Schwab. — Clmbr. 101/2 mm. 36 Z. 

Bl. \v.: I 9h4)tic fade fat in ^ana (Salilce 2C. || H 2)lan pflcijt ^eut in 
bcm etoanacUo gu fagcn öon bcr el^c / bar | umb bai ©^2iftu8 . . . | u. 32 Z. 
Schlufs Bl. 4 17. 23: | bcm (Ö2ifi^ glaube /ban e« foft ^o gotty fon fc^n rofen« 
farbed blut. [Punkt undeutlich.] \\ 

Leipzig, Wolfgang Stöckel [1519]. 

13. (St)n ©ermon || k)on ber Setrad^tung | bei^ l^e^Iigen (ebbend dfyi^ 
S). I aRar. Sutl^er ju SBittebcrg || [Tüelholzschn. = v. Dommer, 
Om. 27.] 

= Heyer 21 (8. 25). W. A. 2 8. 132 D. Erl. A. (2. A.) 11 
8. 151 Nr. 2 [mit Punkt am Schlufs des Titels]. Panzer 
Zus. 8. 159 Nr. 932pp. 8chwarz 8. 108, 12. 
In 4^ 6 Bü. Titelz. 1 in grofsen MisaaUypeny Titelz. 2 in etw. kleinerer 
got.j sonst Schweb. Sehr. Clmbr. 98 mm. 88 Z. 
Leipzig, [Valentin 8clinmann,] 1519. 

14. öm ©cmton öon j bcr betrad^tüg | bei^ l^ciltge lei | bei^ Knfti [so] 
J)o I cto2 aWartini | Sut^er ju | SBittenn | berg. |l [Titelbordilre 
Om. 7.] 

W. A. 2 8. 133 M. Erl. A. (2. A.) U 8. 153 Nr. 14. WeUer 
8. 150 Nr. 1237. 
In 4° ß Bll. Sign, aij — aüij (Teme). Ohne Cust. und Num. Kein 
Impress. Typen: Breite Titel- u. kleine j stumpfe Text - Schwabacher. Cptz. 
Schlechter Dr. Clmbr. 96/97 mm. 32 Z. 

Bl \v. leer. 2r. [m. Sign, aij]: | a 3um crftcn bcbcnncfen etlid^ ba8 
Ict)bcnn (^^2tflt alf o : | ba« f ü . . . Schluß 6 r. 26 : | en attain auff b2icff öf 
an bic tottxh gemalt. || @ot fct) lob. || 6v. leer. 
[Augsburg, Hans Froschaner, 1519.] 



15. RE80LVTI0 | LVTHERLÄ.NA 8VPER PROPOSITI- | ONE 8VA 
TERCIADECIMA DE | POTESTATE PAP^ . || 

W. A. 2 8. 181 D. Erl. A. 0. v. a. lU 8. 296 [Nr. 1] [hier: 
„sex quatern."]. Panzer IX 8. 71 Nr. 37 [?, wohl = W. A. 2 
8. 181 A]. Oesterheld 8. 7 Nr. 20. Kuczyöski 8. 122 Nr. 1325 

In A^, 20 BU.y Sign, aij — eiij; ohne Cust. Cptz. Kein Impr., naxih d. 
Typen scheint d. Druck v. Otmar zu sein. Titelz. l in grofser^etter Antiqua- 
Majuskel j eine solche auch Init. I v.; Titelz. 2-4 u. I^nma Bl. 1r. in Vers, 
der gröfseren Textantiqua, die Bl 1 v., 2r. 1—11. 38, 3r. 15. 19. 20, 19 r. 40 
angewendet ist. Text in sehr kleiner u. komprefs gedruckter Schwab. Sehr. 
Titelzz. 31 mw hoch. Clmbr. 102—104 mm. 46 Z. 

Bl Iv.: I Ad lectorem ♦ || (C) Ogor ego folus fere ... 2r. [m. Sign. 
aij]: I a PROPOSITIO ECCIANA . | Romanam Ecclefiam non fuilTe fuperiore 

270 



— 9 — 

aliis ecclefiiB | . . . Z. \2: \ Q $2tmum k)ibeiS : ledo: : be re ipfa . . . Schlufe 1519 
19 t;. 39: | tmmutabile : tarn m Dita qj mo2te. ||| Soli deo gloria. || Bl 20 ker, 
[Augsburg, Sylvan Otmar.] 

16. EPISTOLA I D « Martini Luther Ad Georgium Spala- | tinum &c. 
de difputatione fua « || Eiufdem fuper Tredecim Propofitöibus | 
Lipfie difputatis Refolutiones « | 

w!^ A. 2 8. 389 E. Erl. A. 0. v. a. lü 8. 226 Z. 28 ff. [keine 

genaue Titelabschr.]. Oesterheld 8. 7 Nr. 22 [doch hier: 

„20 Bll.**]. 

In 4^ ISBllf Sign, aij — bitj (b Teme); ohne Cust Kein Impress,; 

gleiche Typen in Nr. 15. Titel (1. Z. grofse M^u8kel)j 6 r. 34, die Conclusiones 

(Lemmata in Versalien)^ 18r. 43: Antiqua; Text in kleiner eng^edr. Schwab., 

m. Äusn. V. 2r. 1 m. 2, wo gröfa. u. fettere Typ.; 2r. Uncialintt. — Qrofse 

Cptz. Clmbr. 103/104 mm. 46 Z. 

Bl.\v. leer. 2r. [m. Sign, aifl: | 3^cfu8 . || Dptimo z crubilo öiro 
■ - — - ■ iKfli- ^ . ^- . . . 



S) ♦ @c» I 02010 @t)aIatitto 3ttuftrif ♦ Jßjitictjjis gfribcrici @ajonic @Iccto2i» 
3mj)crti ciufoeqj äJicarij ♦ 2c a libctti» 2 facti» fuo ♦ @ • || (^) SPo^iö famofc 
$uiu8 btfputatöt« rjic] : qua ßipftc l^abuimuö : opttmc | (Spalatmc : ... 6r. 33: 
I . . . toittcnbergc ^m^^.m. Slffutnptionig SJlarianc ♦ | [Gustos:] bij | Seqnuntur 
Refolutiones .11 6 v.; | a CONCLVSIO PRIMA « | Quotddie peccat omnis homo, 
Ted & quottidie poeni- | tet, . . . Z. %: \ Q S^ia concluflo . . . Schlufs 18r. 
41 : I tfle * ^men , \ $2efend male iubicat tia^ « Subiciu mehuS pofteritatid ertt « || 
Finis ♦ II 18v. leer. 

[Augsburg, Sylvan Otmar.] 



LI AD GALATA8, | F. 
STINIANI, I COMMEN 



17. [Boter Br.f] INEPI8T0LAMPAV 
MARTINI LV- I THERI AVGV- 
TARI- I V8. II [Schwarz. Dr..] LIBER AD LECTOREM. || [4 
Disticha:] Plus, fatis, eft actum : fano modo iudice : fanum | Ad 
ftomachum facio, caetera turba, vale. | Si fophisB pupis, mundi 
dominifque placerem, | Gertum eft, me domino difplicuiffe meo. | 
Prima mihi laus eft;, nullis mea facra probari, j Qui temere a 
facra relligione, Tument. | Caetera turba, vale, fola eft mihi fpefqj 
falnfqj, | Vel foli CHRISTO, me placuiffe, vale, ||| [Roter Dr.:] 
CVM PRIVILEGIO. || [Schwarz. Dr.:] Nolite timere deos alienos, 
quia I oues meae, vocem meam audiunt. {j [Titelbordüre = 
V. Dommer, Ornam. 89.] 

= W. A. 2 8. 438 C. v. Dommer 82 weicht 2r. u. 6 r., 

Heyer 48 (8. 268): l v. u. 6 r. ab. Erl. A., Commentarius etc. 

I S. V, I. Oesterheld cfr. 8. 8 Nr. 27. Cat. Beck 8. 48 Nr. 275 

[„alineos" st. „alienos** — „9 M."]. 




M. 1 8 — 20, d. Lenimatttj Bl. 2 r. — 6 r. u. d. der Auslegung einzeln vorgedruckten 
Epistelsätze. Titelz. 1 kein Spatium zwischen den einzelnen Worten. Holz- 
schnittinit. , gröfsere Bl. 2 r. , kl. (Lotthersches Alphab. m. d. horiz. Ghu^nd- 
Schraffierung) Bl. 1 v. (1) u. 1 r. (2); Uncialinit: ISr. (gröfsere), 31 r., 56 r., 
81 V. Clmbr. 89—92 u. 106 mm, 47—49 w. 33 Z. Seitentttel u. Margin. 

Bl. 1 V.: OTHO GERMANVS, PIO LECTORI . S . | (N) On dubiü eft, 
quin ea philofophia Chriftiano, vel maxi- | me . . . Z. 49: \ . . . Data Vuitten- 

271 



— 10 — 

1519 bergsB, tnü llngnarü nfefföie r«icj, claree . | 1519 , || Ä. 2 r. [m. 8. Alj]: | Prse- 
ftantifs 4 viriS; pnrse & yerse TheologisB Doc« | toribas, dominis, Petro Lnpino 
Radhemio, Cus | ftodi, & AndresB Bodenfteyn CaroloRadio, | ... | ... | 
... I obferuandis, F. Martin9 Ln | tberius AaguHinianus Salutem « 1 . . . 
Bl.ßr.: L lOHANNIS PVCHERII, OGDOA« | STICHON, VERBA SVNT | 
LIBRI AD LEC= | TOREM • 11 . . . [4 Disticha]; dann Z. 13: 1 HARTVICI 
STOTERROGGII | HEXASTICflON, QVO LI» | BRVM FACIT LO« 1 
QVENTEM . III [3 Disticha] ... Z. 23: | QVOD SEQVITVR | SPECTA . | 
... [1 Distichi] Z. 27: | ITEM . I| . . . [Distich., dessen Pentam.:] \ Liuor, 
. . . folet .11 JS. 6 V. leer. Bl. 7 r. [„FOLIO . I .", m. Sign. Bl: | Argumentnm 
Epirbolse Pauli ad Galatas « || . . . Bl. S\ v. Z. 10 : \ quo iram eias* quam- 
primü mitigaremus. [Spt.\ O Finis . ||| PAVLVS COMMODVS BRETÄNNVS, 
LECTORI S . II . . . Z. 89: I . . . Data in Acade- | mia Vulttenbergenfi, . . . 
Z. 43: I . . . Anno . . ., fapra ferquimiUefimü «xix« || Bl. 82 leer, 

[Leipzig, Melchior Lotther.] 

18. CONTRA MA | LIGNVM lOHAN | NI8 ECCII IVDICIVM ♦ 
8V- I PER ALIQVOT ARTI- | CVLIS A .FRATRI- | BVS 
QVIBVSDAM EI SVP | P0S1TI8, MARTINI LVTHERI DE 
FENSIO * II ERRORES ITEM HAERETICI ♦ XXHU , EX ECCII 
FRATRVMQVE DOGMATIBVS | C0N8ECTANEI ♦ || 

W. A. 2 8. 623 B. Erl. A. 0. v. a. II 8. 465 Abs. 5 [doch hier 
im Titel: „XXIV"]. Panzer IX 8. 101, 335 „(Wittenbergae)". 

In 4°, 18 JB«., 18. [leer] fehlt. Sign, aij — diiij (d Teme), ohne Cust. 
Kein Impressum. Titel in viererlei Antiqua -Majuskeln oder -Versalien. 
Lemmata z. T. in den Antigua-Vers, der Titelz. ßff.j z. T., gleich den hervor- 
gehobenen Articuli haeretict Eccii u. d. Anfangsz.^ in der entspr. Textschr.; 
Texttypen kleine Antiqua; am Textanf. grofse schöne Zierinitiale. Clmbr. 
111/113 wm. 40/41 Z. 

Bl I V. leer. 2 r. \m. Sign, aij] : | F. MARTINVS LVTHERVS | BONO 
LECTORI . S • II (L) Egimus in Euangelio, ludseos : | quando ... 3r. [m. 
Sian. aiij] 7: | putare . . . Vale optiine lector . || ARTICVLVS PRIMVS • 1 
Nihil tenet de concilijs geueralibus, . . . ]6r. 10: | Articuli hseretici lohanniä 
Eccij, & quo« [Abtlgsz. undeutl.] \ rundam fratrum, ... | ... per Martinnm | 
Lutherum deducti || . . . Schluß 17 1;. 9: | & libcretur a inireria infanae adula- 
tionis & glorise Amen . ||| FINIS || 

[Augsburg, Sigmund Grimm & Marx Wirsung.] 



19. (St)n ©ermon t)on bcnt ©a- | cramcnt ber puf^ | 2). 3R. | £. 

W. A. 2 8. 710 A. Erl. A. (2. A.) 16 8. 33 Nr. 2. Panzer 

Zus. 8. 155 Nr. 932 n. 

In 4«, SBll. Sign. Slij — Siij, 1 Bogeneust. Die 4 Titelz. Iiahen zus. 
e. Höhe v. 42 mm. Typen: Grunenbergs Titelgot. im Titel u. Bl. \v.l u. 
2 r. 1, sonst Textschwao. Cptz. Clmbr. 90 mm. 34/35 Z. je nach den Spatien 
zw. d, Abschnitten. 

Bl iv.: I ®cr 2)urlcucötcn [so] ünb $0(6* | 0cpo2ncn jjfurjltnncn ünbjjjratoen/ 
fratocn 2JJargarctöc | jcpoinc öon ^Ict^bcrgc / . . . z. 84: | . . . mllQ^dl ♦ II 
2r. [m. Sign. Stitl: | @Qn ©crmon bon bem (Sa* | cramcnt bcr Spufe ®oct02i8 
2»artmi | 2. ^. SB. | u. 30 Z. ScUufs 8v. 12: | ba8 ad^tct noc^ gott bandft J| 

®üma ©umntarum. ||| SBcr glaubt /btm ift ^"„^^t^T^cW^^ 

272 



— 11 — 



^«n ift nÄ l^Sm\ II ^ ®^^^"** ^" SBittcnbcrg / nac^ ©^2tfi gehurt [t un- l^l^ 
dcu«.] I 2:aufent fuiiff l^unbcrt / tonb im ticunbs | öc^&enben 3a^t ♦ 
Wittenberg, [Job. Grnnenberg,] 1519. 



20. g^nn ©crtnott | ö5 bcr bcrcitug l| cgum ftcrbcn | 2)oc ♦ SKar ♦ 
lutt^cri I «Uß . III [Titelbord. = v. Dommer, Orn. 89.] 

W. A. 2 8. 681 D. Erl. A. 21 S. 254 Nr. 12 [doch hier: 

;,ßut^cri"]. Weller S. 182 Nr. 1556. Schwarz 8. 109, 14 u. 

8.110. 

In 40, 10 JB«. Sign, M — ^x\\ (ö Temc); oÄn« Cust. Kein Impress., 

nach Bord. u. Typen v. Lotther^ Leipzig. Die 6 Titdz. in grofBem^ fettem 

?ot. Druck, Text grofse u. deutliche Schwab. Bl. H) r. 32 in Versal. Bl. 1 v. 1 
nitiale (S, m. Blumenomament auf horizontal schraffiertem Grunde. Clmbr. 
104/105 mm. 84 Z. Hndschr. Margin. 

\v.: I (©) Qnm crftcnn • 3)tc toc^I ber tobt ein ab« | fd&icb ift bon btfcr 
hjelt/ . . . I tt. 32Z. Schlufs lOr. 31: | btücrgc^cft ♦ ®a8 ^clff bn» got . 



10 V. leer. 
Leipzig, Melchior Lotther.] 

21.») [Slin ©crmon bort | ber SScraitung junt ftcrbcit | S)octoi aWartiiti 

Sutl^cr^ I Suguftincr 2c.] || [Titelholzschn. = v. Dommer , Orn. 43.] 

W. A. 2 8. 681 K. Sehr ähnlich v. Domm. 86. Erl. A. 21 

8.254 Nr. 8. Weller 8. 182 Nr. 1555 [„1520"]. 

In 4°, 10 Bll, El. 1 [Titdhl] u. Bl. 6 fehlen. Sign, atj — büi (a Teme). 

Ohne Cust. u. Num. Text 2 Qröfsen Schwab. Typen. Ctmbr. c. 1 1 mm 35 Z. 

— Hndschr. Marg. 

[Bl. 1 V. leer.] Bl. 2r. [m. Sign, aij]: I Sliti ©crmon öon bcr bcrattüg | 
jum ftcrbcn / ®ücto2 SJ^artini ßuftcrg Sluguftmcr 2c. || a 3um crften ^ietocil 
ber tob am abfd&ib ift bon bifcr | toelt/ . . . ScMufs Bl. 10 r. Z. 35: | ne lob / 
bog hu nit bnbergceft / bc» l^clff önS got . Slmen . || Verso leer. 
[Augsburg, Sylvan Otmar, 1519.] 

22. 2)tfputatio I excellentium ^ D » doctorü lohannis Eccij & | Andrej 
Caroloftadij [50] q cepta eft Lipfig | XXVII , lunij , AN . M,D,XIX. ||| 
Difputatio fecunda « D 4 Doctorü lohänis | Sccij [so] & Andrej 
Caroloftadij q cepit | XV « Inlij « ||| Difputatio eiufdem « D ^ 
lohaonis Eccy [so] & | D « Martini Lutheri Augnftiniani q | cepit 
, IUI , luhj , I 

= Dommer 80 [Bl. 60 r.: | . . . 1 . . . — Einzelne griech. 
Typen]. Panzer VU 8.211 Nr. 735 [nicht genau]. Betr. 
W. A. 2 8. 252 [„im Decemher 1519 die Presse verlassen^] 
cfr. Do. Erl. A. 0. v. a. III 8. 21 [keine genaue Titelabschr.]. 
Oesterheld 8.8 Nr. 24 [doch hier Z. 3: „Lipfie", Z. 5: „lo- 
hanis", Z. 6: „Andree** u. Z. 10: „mii«]. Cat. Beck 8. 122 

Nr. 725 \fdeiine Äbweich. — „6 Jlf."]. • 

In 4«, 62 -Bö., 62 v. leer. 
[Erfurt, Matthes Maler.] 



1) Ein mit obigem Übereinstimmender, vollständiger Dmck ist, wie mir 
freundlichst mitgeteilt wurde, in der Stadtbibhothek zu Schaffhausen vorhanden. 

273 



— 12 — 

1520 1520. 

23. 2)ic Sieben Sufa«- | pfolm mit bewtfd^er oufjleguttfl | itad^ bem 



ben / neben fe^n^ 
TitelhoUschn, = 



fd^2ifftlid^en f^nne | |u @^^2ifti t)nb gotted gna 

felben ♦ toare erfent | mf ♦ grunblid^ gerid^tet ♦ 

V. Dommer, Orn. 23.] 

W. A. 1 S. 156 F. Erl. A. 37 8. 341 Nr. 5 [^ou^egung" w. a. ^.]. 
Panzer Zus. 8. 166 Nr. 968^. Cat. Beck 8. 47 Nr. 269 [„8 Jf."; . 

In 4° A4 Bll. Sign. 5lii — ßlij {aufser ® i*. g fernen), oÄne Cu«^. u. 
^wm. Titdz. 1 <7ro/»e u. fette got.Titellettem; 2 — 4 it. -Bi. 2r. 1 e^u^as kleineref 
sonst Schwab, u. zwar Titelz, 5 u. 6 u. d. hervorgehobenen Psalmtextsteüen 
etwas gröfsere Typen. Clmbr. 88/ S9 (auch 90) mm. 38 Z. 

j^Z. 1 v.; I äSen Heben glibma^en Q(^2tfii bte bt^ | bäc^lein Ie|en • || @nabe 
bnb fribt ... Z.20: \ 'S^Ttaxtim» ßuber Stuguftincr | Ju Wittenbergs || 
2r. [m. Sign. Sit]]: | ^er @rfte Jjufgpfalm an ber | ijal • ber fechte . [«o] || . . . 
Schlufs 43 V. 10: I cfe^t fic^ crnftitcb fernen .HU ©ebrucft öuSc^pfecf burdfe ben 
borfic^ttgen mann | Sacobum X^anncr ^adj (5^2ift geburt Xanfent | funff^unbert 
ünb ^m . yj . Ijare . || Druckersignet. Bl. 44 leer. 

Leip^g, Jacobus Thanner, 1520. 

M.D.XX. III 

24. $(in fur^e m \ bern)eQfung mie man beid^ten fol : aufj ^o ] cto: 
SRartinuiS Su** | tl§er^ Sluguftiner | n)oImainung j gejogen « || [Titel- 
bord. = V. Dommer, Orn. 114 A.] 

= V. Dommer 102. W. A. 2 8. 58 H. Erl. A. 21 8. 245 
Nr. 4. WeUer 8. 186 Nr. 1598. Oesterheld 8. 8 Nr. 32. 
Köstlin, Luther (4. A.) 1 8. 295. 8chwarz 8. 95, 2. 
In 4°, 6 Bll, 6 V. leer. 

[Augsburg, 8ylvan OtmarJ 1520. 

25. 8lin fcrmon üö ber ffleraitung | feum ftcrbc / Docto: aWartini Sutl^er 
Sluguftincnc. || [Titelhohschn. Orn. 4.] 

W. A. 2 8. 682 P [10 r. 30: j . . . ju . . .]. Erl. A. 21 8. 

253 Nr. 4. Panzer Zus. 8. 172 Nr. 973«° [doch Hohschn. z. T. 

abweichend]. Erl. A. u. Panzer /. Titel: ,rfeum" u. 10 r. 30: 

I . . . ju . . . u. Z. 31 nach „^ßarfuffcr" keinen Punkt 

Schwarz 8. 99, 6. & S. 100. 
In 4°, \{) Bll. Sign, aij— biij (a Teme: «^b:S3); ohneCust. Schwab. 
Druck, Titelz. 1 u. Bl. 2 r. 1 in gröfsercn Typen; stumpfe Lettern. Cptz. 
Clmbr. c. 93 mm. 34 Z. 

Bl. 1 V. leer. Bl. lr. \n\. Sign, aij]: | 5lin (Sermon tjon ber bcraitung | 
aftm ftcrben 2)oct02 SDiartini äuü^tri Sluguftiner . || a Mm [ä oder u, undeut- 
lich] crftm / 3)ie toeil ber lobt ain abfdj^b ift üon biffcr | todi / . . . Schlufs 
lOr. 29: | got ber öater/önb ber fun/onb ber bailig gaift.5lmen* || @eb2ucft 
gö Slugfpurg / burcb S^^^gen dlahUx \ bei) ^ßarfuffer • [so] ®02 im 2W . ® ♦ Unb 
ff .3^1^® M II 10 V. leer. 

^ Augsburg, Jörg Nadler, 1520. 

26. /l^%4|f ©crmö öon bc ^o^zt)xx* \ bigen ©acramct / be^ ^c^Iigen 
VS'i/ll ttjaren Se^d^- jnamfe E^aiftt ♦ Unb öo ben S52ubcrfd^afften ♦ | 

2).aR.s.a.|| 

[Uolzscim. = V. Donifner, Ornam. 31.] 

274 



— 13 — 

= V. Dommer 121. W. A. 2 S. 739 E. Beyer 56 (S. 271) 1520 

[Signet, wie v. diesem beschr.]. Erl. A. 27 S. 26 Nr. 2. 

Handschrtßl. Notizen v. älterer Hand. 
In 4«, 12 BU., 12. [leer] fehU. 

Leipzig, Valentin Schumann, 1520. 

27. «in ©crmon öon htm fjoä)" \ toirbigen ©acrament / bc^ J^ailigen 
marcn leid^- 1 nam^ Kl^Jtfti ♦ SSnb öon bcn Sziibcrfd^offten | SJoctw 
aWartini 2ut^cr§ Sluguftincr | gu SBittcnberg. gtir bic Sa^en. || 
[THelholzscJin. = v. Dommer, Orn. 45.] 

W. A. 2 S. 740 H. Erl. A. 27 8. 26 Nr. 3 [doch hier Schlufs, 
drittletzte Z,: | . . . günff | . . .]. Panzer Zus. 8. 174 Nr.973nn 
[doch hier: „aSrubcrfd^oftcn", ^äu^ „gur", „%m^ . . ."]. 

In 40 14 5«. Sio«. 2lti — eiüj (6: Teme). Ohne Cust. Cptz. 2 Sorten 
Schwab., die gröfserm %n Titdz. \ , Bl.2r.\ u. Bl. 1\ r. W. Chnbr. lOü bis 
1 Ol mm. 34 Z. 

Bl. 1 V. leer. 2r. [m. Sign. Stii] Z. 1— 4 Titelmederholung m. abweich. 
Interpunkt a. Schlufs der 3. u. 4. Z. Z.\:\ %vx ©crmon bon bcm 1^0(6» | 
»irbtgcn ©acrament / bcÄ l^ailigcn toaren Ieid&- | nam» ^Ö2iftt/ . . ./ | . . . 
£ut^erj^ ^uguftiner . ||| o 3um erften * ^ai» 6ai(tg faaament beS altarS / t>n bed | 
l^ailigcn toarcn Icicftnam» ... llr. 11: | feon bcn ©nlbcrj(6afftcn |l a ^wm 
crftcn . SBcncn toir . . . ScWm/» 13 v. 27 : | affc gtbot. |J ®cb2ncft 3Ü [ö.i^] Sluafpurg 
bur(6 ©iluanum [n undeu^ri Ottmar | beb fant aSrfula cloftcr / am bjctjtgc^cnbcn 
tag I ^02nung / nacg bcr gcburt 6^2tfti ^^unff | ^c^cn^unbcrt bnb im amain« ' 
Ötgiflcn iar. || Bl. 14 leer. 

Augsburg, 8ylvan Otmar, 1520. 



28. Compendiofa decem preceptorü | explanatio, Eorü tranfgrelTio- 
nes, Impletöes, Literam occi | dentem, & SpiritQ uiui- | ficantem 
cöprehedens | p«R*P*D* Slartinü | Lutherum Vuit- ( tenberge 
edita , ||| M , D * XX ^ || [Titelbordüre = v. Dommer, Orn. 113. 

= V. Dommer 96. W. A. 1 8. 257 B. Erl. A. 36 8. 146 

Nr. 3 [doch Z. 4: etc. statt &]. 
In 40, 6 Bll., 6 V. leer. 

Augsburg, Sylvan Otmar, 1520. 

29. S^eologia . \ £eüt[^ . || |^^ %a^ ift ain ebefö üft foftKc^d ^ki^^ \ 
lin [so] I Son red^tcm Scrftanbt / ma« | Slbam önb E^aiftui^ fet| / 
t)nnb I mic Mbam in mi ftcrbcn ♦ | önb E^ziftu^ toiber | erftecn 
fol 2C. I ^ II [Titelbord. = v. Dommer, Orn. 146.] 

W. A. 1 8. 377 G [„Sü^Iin"]. Erl. A. cfr. 63 8. 235 ff. 
Schmidt, Rupert. VIl 8. 59 Nr. 197 und Panzer 1 8.435, 970 
Beschr. nicht ganz genau. Kuczydski 8. 234 Nr. 2618 

__ In 40, 40 Bll, 40. [leer] fehlt, ohne Num. u. Cust.; Sign. MT ^k 
Bl^ iii, 81 — 3tii (ßüi nicht gedr.). Deutl. fette Textschwab, u. zweierlei 
gröfsere got. T. u. zwar Titelz. 1 in Missalgot., d. and. in Titelz. 2 u. in d. 
Überschrr. Bl. Iv.u. 5 r. je e. gröfsere, 2 r. c. kleinere Holzschnittinit. Cptz. 
Clmbr. 107/9 tnw. (34/)35 Z. Hndschr. Marg. 

Bl. 1 V.; I ^ic 002rcbe . | (2») 2(n liefet / \>a^ ©ant Sßaulu» geringer önnb | . . . 
Schlufs dess. Bl. 2 r. [m. Sign. S#" ij] Z. 10: | on stteifcl bie beften ^^cologi 

275 



— 14 — 

1520 U^tn .2C. I a ®oct02 3^artinud gütiger | ^uaufitneraü Sßitteberg || (^)361^<^(i6^ 
Im [undeutl., ob t oder d] f^at ber aEmec^tig etotg gott auftge« | fi)2o4en . . . 
Z. 28: I ^lad^uolgt bai» 9}eaifter . || . . . P^ 4 r. Z. 32: | an baS enb bii buc^i» « | 

V I a @ott fci) lob . II Bl.iv, leer. Bl.br. [m. Sign. «]: | Xa8 crfl 6ca)itcl [t 
verseamm.] | (@)9[nctud $auIuiS fp2t(i6t SBeft hai üolfömen | . . . Sc^Zu/« 
BL 39 1;. z. 29: | gen aaift / in DoHIdmener b2eQfaItig!eit etDigflicg Slmen . || a @e:> 

rudK ünb boUebet gu Strasburg / burd^ | Scannern ^oblouc^ am 9}htkD0(Ji nac^ j 

ant 3acob beö gtoelffpottc tag . ma6^ \ (S^2ifti gebärt . 3m Rünfftgel&un» j bcrt 

>o] önb ätoenöigftcn jar ♦ | 

Strafsburg, Johann Enoblonch, 1520. 

30. @in nterdli^ | nfi^ f)2ebig toie man | on t^erfc^ulbung mit j^tlic^ 
gut ümb I gan fol. 3tem bon bem gingfauff | ober i&rlic^er gülte / 
aud^ t)o I bem toud^er. ®urd^ | 9. SRartinum Sut^er befd^2iben. || 
[TttelhoUschnitt u. Titelbordüre -» v, Dommer^ Omam. 38 
u. 100]. 

= V. Dommer 124 [doch dieser Titelz. 5: | . . . iärlic^er . . . 

(3)»nt [st. (8)Sa3m] . . . w. JB?. 12 r. [m. Sign. 



. . . gu(te 



Bl. Iv. 4: 
ccii] Z. 2: 
(2. A.) 16 S. 78 Nr. 8 

In 4», ISBU., 18 t;. leer. 
Basel, Adam Petri, 1520. 



st gürte] ]. W. A. 6 S. 34 J. Erl. A. 
doch „iVii", ^iärlid^cr'', ^^luud^cr"]. 



31. SSojcIerung | S)octo2ii^ aKar- | tini Sutl^er etlid^er | SSrtidcI . ^nn 
fernem | ©ermon . öon | bem l^e^Iigenn fa- 1 crament. | [TitelhoU- 
schnitte ■- Heyer, Om. 24.] 

-= Heyer 62 (8. 272) [Titelz. 1 in sehr grofser u. derber, 
2 u. 1 v. 1 in kleinerer got. Sehr.]. W. A. 6 S. 77 D. Erl. A. 
27, 70 Nr. 4 [^bDCtoriS", „feinem'']. Panzer Zus. 8. 175 
Nr. 973 tt [^boctori«"]. Cat. Beck 8. 14 Nr. 69 [„5 Jf."]. 
Köstlin, Luther (4. A.) 1 8.316. 
In 4", 4 Bll, 4 V. leer. 

[Leipzig, Valentin Schumann.] 

32. Xeffarabeca^ 6^on | foIato2ia )?2o Iabo2anti6ud et | onerattiS ®« 
aWartini Su- | t^eri «uguftiit SBit- | tenbcrgeii ♦ T ♦ : ♦ * || 

W. A. 6 8. 101 C. Erl. A. 0. v. a. IV, 86 I.Abs. [„Otmar"]. 

Panzer VI 8. 158 Nr. 174 abw., W. A. kennt keinen Druck, 

wie ihn Panzer beschreibt. 
In 40, 14 Bü., Sign. Slij — ©üj (S Teme); ohne Cust. 4 Sorten Schwab.^ 
sehr grofse u. fette in Titelz. 1 , mittlere in Titelz. 2-5 u. Ä. 2 r. 1 , au/ser- 
dem kleinere, wohlgestaltete Texttypen. Gröfsere Uncialinitialen. Cptz. 
Clmbr. 105 (auch 104 u. 106) mm. 43 Z. 

Bl 1 V. leer. 2r. [m. Sign. Hij]: | $ß2cfatio • 1 (Sl)«ßoftoIu8 Sßaulu» ffio : 
X\) . bcfinituru» (ib2ifitanDV folacia bi 1 cit: . . . Schluß 13 v. 36: | nu8 nofitcr 
3Öefu8 6^2iftu8 : amen • | Söuftriff . * • X . J| D2at02 gratcr 2»ortinu« | Butler 
9lug . toittenbergen • || ^ugufte in ebibui» (SUuant Ottmar * ^nno Wt^di£ • " 
Bl. 14 leer. 

Augsburg, 8ylvan Otmar, 1520. 

276 



— 15 — 

33. Condemnatio doctrina- | lis libroif Martini Lu- | theri, per 1520 
quofdä Ma giftroB noftros Lo- | uanien ^ & ColO'« | niefi, facta « 
Refpöf io Lntheriana | ad eandem condem | nationem « |{ M ^ D « XX « 
[Titelbord, = v. Dommer, Om, 112.] 

W. A. 6 S. 172 C. Erl. A. 0. v. a. IV S. 175 Abs. 1 [„Libro- 

mm" etc.]. Panzer IX S. 122 Nr. 151 [abweichend]. Oesterheld 

S. 10 Nr. 46. Köstlin, Luther (4. A.) 1 8. 319 f. 
In 4», 18 Bll, Sign, aii — diiii (d: Teme; st aiii: Aiii). Ohne Cust. u. 
Num. Grofse Textantiqua, deutlicher Druck; gröfsere Initialen am Anfang 
neuer Abschnitte; Schlufszeile Bl. 17 v. 5 in grofser fetter Schwab. Cimbr. 
104/6 mm. 31 Z. 

Bl. \v. leer. 2r. [m. Sign, aiij: | Spectabilibns & preclarüTimis niris 
Magiltris noftris, | Decano & facultati Theologie Louaniefi, ... | . . . A * Car • 
Dertufeü. || (S)pectabile8 pr^clarüTimi . . . • 2t;. 15: | . . . £x | Papiol.IIII* 
Decembria . Ann • MDXIX • || (V)Ninerfis & lingPis ... 4 t;. 22: | . . . Io- | 
annes van hone Notarins J| 5 r. [m. Si^. b]: | Condemnatio Facultatis Theo- 
logie [sie] Colonieii . | adnerfus doctrina F.Martini Lutherii. || (V)Niuerris 
& ringnlis ... 6 v. ; | GmatilTimo Viro D . Ghriltophoro Blanco I * Y . | Licen- 
tiato . . . Salntem* || (M)Itto ad te, . . . ScMu/s 17 t;. 4: | h^c , Tn interim 
aale uir optime in Chrifto* ||| £auS beo || IS leer. 

[Augsburg, Sylvan OtmarJ 1520. 

34. CONFITENDI RATIO Doctoris Martini Lutheri Au- | guftiniani 
Wittenbergen ♦ |||| M ♦ D ♦ XX ♦ || {Titelbord. = v. Dommer, 
Om. 113.] 

W. A. 6 S. 155 D. Erl. Ausg. 0. v. a. IV 8. 153 Z. 9 ff. [nicht 

diplom. genau beschr.]. Panzer VI 8. 157 Nr. 173 [ungenau 

beschr.]. Zapf, Georg Wilh.: Augsburgs Buchdruckergesch. etc. 

Augsburg 1788/91. II p. 130 Nr. I. Oesterheld 8. 10 Nr. 45. 

Cat. Beck 8. 65 Nr. 370 [„3,50 M.«]. 

In 4®, SBll.f Sign, aii — biii, oÄwe Cust.; Cptz. 2 Gröfsen Antiqua, 

d. größere in d. Titelz., BL 1t;., i. d. Lemm. und im Impressum; davon 

wiederum Titelz. 1 w. Bl. 1 v. 1 in Verss. Clmbr. 105 mm. HO Z. 

Bl. \v.: I IHESVS | Viro integerrimo D • Alexio Crofnero Coldicio» | 
Üanonico . . . || Salutem . ... Bl.2r.[m. Sian. aii]: | a Confitendi ratio 
Doctoris Martini Lutheri I Augnftiniani , [Spt.J Primum . || Quando noUtro 
fi^cnlo, oim ferme . . . Schlujs 7 t;. 31: | repleuerunt . | Finis • || Bl.Sr.: 
\ Oratio ManalTe Regis Inda apud | Babylonem capti* || Domine . . . Schluß 
Z. 23: I tns coelorü, & tibi eft gloria in fecula feculorü * Amen . |||| Auguft^ 
Vindelicoru, in ^dibus Silnani | Ottmar, excnfum » XXVI . Maii ♦ | Anno* 
M D » XX . II Best d. Seite u. verso leer, 

Augsburg, 8ylyan Otmar, 1520. 

35. ®^n furcj foam bcr | jcel^en itpott^ \ D^aJi^S* ||| g^n furcj 
foam bc^ | ®Iaubcn§ ♦ J d^n furcj fo:m bcf | Satter bnfjcrg ♦ ||| 
ANNO, M, D, I XX ♦ II [Titelhord. (nach Cranach) = v. Dommer, 
Orn. 70 A.] 

= V. Dommer 134 [doch hier Titeh. 8: | Anno . . .]. Erl. A. 
22 8. 1 Nr. 1. W. A. 7 8. 195 A. Cat. Beck 8. 65 Nr. 371 
[„Anno"] [„8M."]. C/r. Ruland, C: D. Luther- Ausstellg d. Grofsh. 
Museums z. Weimar . . ., Weimar 1883, 8. 40 („jDte älteste 

211 



— 16 — 

1&20 Form des späteren Catechismus^) [nicht seine Nr, 285, 

sondern Obiges Originaldruck], Köstlin, Luther (4. A.) 1 S. 313. 
In 4«, 14J5K., 14 v. leer, 

Wittenberg, Johann Grnnenberg, 1520. 

36. Son bcn guten | Verden : S)^ SK* | S* |||||||||| »uittcnbcrg ♦ || 
[Titelbord. = v, Dommer, Omam, 76.] 

= V. Dommer 148 [jedoch nur 57 Bll], W. A. 6 S. 197 D. 

Erl. A. (2. A.) 16 8. 119 Nr. 2. Weller Snppl. I S. 20 Nr. 175. 
In 4», 58 Bll, 58. fehlt, — Hndschrßl, Margin. 

Wittenberg, Melchior Lotther, 1520. 



äRartini Sutl^crS | Äuguftiner 



M , D ♦ XX , 

37. Uon bcn gut- J ten iDcrdcn Doctoz 

jü I SBittcn- I bcrg ♦ || [Titelbord, = v, Dommer y Om, 114 A.] 

— V. Dommer 149. W. A. 6 S. 198 F. Erl. A. (2. A.) 16 

S. 119 Nr. 3 [doch hier: „gut- 1 tcn", „ju"]. Schwarz S. 95, 2. 

In 4", 50 5«., 50 V. her. Hndschrßl, N. a, d, Titelbl: „. 18.A.** t«. 

Margin. 

[Augsburg, Sylvan Otmar,] 1520. 



38. iWartini Sut^crö bcr abo | rcn gottlid^cn fd^aifft Soctojg / «ugufti- 
ncr JÜ SSBittcnbcrgf / man^crlc^ bbd^Iin [sie] \ bnb tractctitn ♦ 3n 
tneld^cn [sie; Heyer: „toeld^cm"] ein ^egflid^er | oud^ einfaltiger 
&at) I bil l^e^lfonter | El^jiftti^er lere bnb bnberhjci- | fung finbet / 
fo not feinb gu | toiffen e^nem ^egHi- | d^en K^ziftc mc - I fd^en / 
ber I nad^ | ^^aiftltd^er | ozbnüg (atö tnir | alle foOen [sie]) leben 
toiVi, II 2)eren bied^Iin namen fin | beft bu am anbem b(att/mtt 
jale ber Mit | tern / in tneld^ent ^egHid^g eljgentlid^ an- | fallet. || 
gtent Sl^jologia : ba^ ft [sie] ein | fd^imtreb bnb anttnojt gegc 
ettlid^er ein- | rebe / fo gefd^e^en tniber 2). aRartinum | 2ut|em 
bnb feine eioangelifd^e lere / mit | faft fd^önen toolgegrünten be- 
tnerun gen / ba8 fein leere / atö tnar^aff- | tig / (El^atftlid^ / bnb 
götJid^ anjünemen fe^. || [Titelbord, Hey er 0^^, 45; doch die 
2 oberen Seitenleisten und beide Querleisten oberhalb ohne 
Linieneinfassung; d, eine Vogel hackt aufserd. nach seinefn 
Fufse] 

= Heyer 77 (8. 404) [doch mit obigen durch ein „sic^ ge- 
kennzeichneten Äbweichgn], Erl. A. (2 A.) 118. 154 Nr. 21 
„179 Bl." u. kl, Äbw.] etc. Panzer Zusätze 8. 189 Nr. 974ffff. 
abweichend]. Oesterheld 8. 11 Nr. 58 [doch: ^^bud^Iin", 

„fotten", „174 Bll.^l Cfr. W. A. 2 8. 79 Z. 21 f. etc. 
In 49, Vorliea. Exemplar nur 181 [statt 184] Bll., doch ist v. d. Vor- 
rede nur d. letzte £l. vorh, u. dann fehlt d. 184. \leere\ Bl. St. Nr. LXX: 
LX, St. LXXVIII: XXVIII, st. CLXXVIII: CLXXXVIII. Nicht gedr. Sign, 
mii, eii; st. ^iij: ^ii. Bl, 183 [nach Hey er] v. [nicht r.] Z. 19: | ©cenbct . . . 
— 31 (auch 30 M. 32) Z, Clnibr. 98(/99) mm, Anfanasz. (auch des Titels\ 
Seitentttel u. Überschr. in gröfserer Schwab. Sehr. Holzschnittinit. vei'sch. 

278 



— 17 — 



Grö/se. Margin.; nach dem Text zeigende Hände; Cptz. — Nach Hey er 
V. Cratanderj ^Basel; doch sprechen Typen u. Druckeinrichtung für Knoblouch, 
Straf aburg; cfr. v. Dommer S. 93 Abs. 3 ; Studien u. Kritiken 2 (1829) S. 779f. 
— Auf d, Titelbl. hndschrftl. N, v. älterer Hand: ^2»ait(6erlc^ ßut^cr» pu(^lctn". 

[Strafsburg, Johannes KnoblouchJ 1520. 

39. 93on bent iBa))ftunt ju 9{ome : tt)ih \ ber ben l^od^berutn^tett 9{o 
moniften jU Sciptjd | S)* aRortinu« Su- 1 t^cr «uflufl^ |||| SSuittenbcrg. 
= V. Dommer 151. Heyer 68 (8. 273). W. A. 6 8. 281 A. 

ErL A. 27 8. 85 Nr. 5 [^Sctl)^«"]. Oesterheld 8. 10 Nr. 48. 
In 4«, 82 Bll, 32. leer. 

[Wittenberg, Melchior Lotther d. J.] 



1520 



40. R ♦ P ♦ DOCT ♦ I MARTINI LV | THERU AVQV8TINIANI 
THEO I LOGI 8YNCERI LVCVBRA | TIONVM PARS VNA, 
qnas »didit nfqj in annnm prsB- | fentem XX« Catalogum earü 
nerfa tibi pagina indicabit , \\\ AUO TOMO, DOMINO VO- 
lente, poft hac meliora trademns, nt ab | folnta fnerint eode 
antore, nempe 1 in Pfalmos & Paulnm« |||| BASILEAE APVD 



ADAM PE I TRI, ANNO DOMINI M, D, | XX « MENSE IVLIO ♦ 

[Titelbord, = v. Dommer, Om. 103.] 

= Heyer 83 (S. 405) [F. d, Paginanrr. verdr.: st. 16:61, 
51 u. 52 verstumm., st. 161 : 661, st. 199 : 299, st. 273 
u. 274:275 u. 276, st. 361:261. St. Sign. diij:Diij, st. 
Ffiiij : Efiiij. Seiteneust, fehlen: Bl. \v., 4r., 18 r., 20t;., 
26 r.w.t?., 70 r., 95 r., 154 r., 164 t;., 176 n, 194 r., 207 t;., 
209 r., 220t;., 269t;. [?, Blattrand beschäd.], 274r., 284r. u. v., 

297 V. — Antiqua in 4 Gr. u. einiselne grieeh. T., Antiqua- 
MoQusTceln u. Holzschnittinit. versch. Gr. — Clmbr. e. 63/66 
u. 129/133 mm, 48 (auch 45—47 u. 49) u. 40 Z. — 
Titelz.6: „pr»" | fentem^ [nicht: „praBfentem"]. Bl. Iv. 2: 
I . . . LVTHERIANORVM . . . 2 r. 23 : | AD [mcÄ^: Ad] . . . 

298 r. 6 : I . . . nariarü [nicht : uaricarü] . . .]. Panzer VI S. 221 
Nr. 351 sehr abweichend. Freytag, Adparat. litt III (1755) 
8. 188 f. 

In 2«, 26 + 271 [m. Nr. 1—542 pagin.] + 1 = 298 BU. 

Basel, Adam Petri, 1520 Juli. 



41. (S^n @ermon bon bem | ne^ben %t\iavxtnU bad | ift bon ber l^e^Iige 
SRcffc S)oct* I ä»ar* ß. | «ug* | ♦/ || SSittenbcrg!. i| [Titelr 
bordüre = v. Dommer, Om. 69 A.] 

= V. Dommer 163 [doch Cpta.: H u. i. Titel u. Bl. 2r. 

[m. Sign. %\\] Z.2: \ ... neiben . . .]. W. A. 6 8. 349 A. 

Cat. Beck 8. 15 Nr. 77 [„6 Jlf.«]. Kolde, Luther I 8. 268. — 

Nicht in d. Erl. A. erw. 
In 4», 16 BU., 16 V. lew. — M. hachrftl. Margin. 
Wittenberg, Johann Grunenberg, 1520. 

279 
Beiheft 2i. 2 



— 16 — 

1520 42. Sin @ertnon t)on | bem nttotn Xt^iamtnU baiS ift bon ber l^e^Iigen 

SRcffc Doct* I 3Rar^ ßut^cr* | Äug. |||||| SBittcnburgf. | [Titeibard, 
= V. Dommer, Om, 143.] 

= V. Dommer 164 [doch i. d. vorlieg, Druck CpUs.: 11 u, 
Bl, 15 V, Z. 15: I . . . SRürmbcrgl , , . Bl, 16 r. HoUschn, 
= Orn. 6, nicÄ^ = v. Dommer Nr. 59; e. Exemplar m. 
d, V. V. Dommer beschriebenen Hohschn. in der Nürnberger 
StadtbibliotheJc]. W. A. 6 8. 350 G. Erl. A. 27 8. 140 
Nr. 6. Oesterheld 8. 10 Nr. 54. 
In 4», 16 ßü., 16 V. leer. — Auf Ä. Titdbl hndschrfll. K: ^JÖOtt ©. 
$rof» D. Hofmami.''. 

Nürnberg, Friedrich Peypus, 1520. 

43. Sin @ermon bon | bem nefimen Xeftantent/ baS | ift 93on ber l^ailigen 
■SKeffe 1 3)octo2 HRartini Sut- 1 t^cr« Slufluftiner ju | SBittenberg. | ••:;:•• ||| 
M. D. XX. II [Titelbord. = v. Dommer, Ornam. 116.] 

W. A. 6 8. 350 H. Erl. A. 27 8. 140 Nr. 4 [doch: ^neüttjen", 
^Sutl^erg'', „ju"]. Panzer Zus. 8. 188 Nr. 974bbbb [doch: 
^neuttjen", ^Sutl^eriJ", ^^gu''; im Schlufs aufserdem: „ain unb 
jmainfetgften", »im jttjoinftigften"]. 

In 49, 18 Bü., d. 18. [leer] fehU, Sign. Slii— I)iiii (^ Trnie); oÄne 
Cu8t. Schwab. Schrift, Titelz. 1 u. ii. 2r. 2 grOfsere Typen. Kräftiger, deutl 
Druck. Cptz. Cknbr. lü7/8 wm, 34 Z. — Jl. e. hndachrftl Notiz a. d. Titdbl. 

Bl. \v. leer. Bl. 2r. [m. Sign. Slij]: | a SJefu». I Slin @ermon öon 
bem neütoen | Xeftament/ baS ift %on ber aj^effe. ^octo2 Tl. 2.^. \\ (g) )Bm 
erften ^a» leeret bn8 bie erfaruna aller ©ro« | nicfen/ . . . 

Schiufa Bl. 17 v. 27: | ^elft t)nS got. Slmen. ||| ®eb2U(ft gä Slugfpurg burc^ 
6iluanü Ottmar// | bei) fant SSrfula clofter/ am ainunbstoatn | ^tgften tag 
^uguftt. Sbtno 2^ im | gtt'ainbigften. || 

Augsburg, Sylvan Otmar, 1520. 



EGCLE8IAE, | Präludium 
[Titelbord. = v. Domm., 



44. DE CAPTIVITATE | BABYLONICA 
Martini | Lutheri« ||||||| Vuittembergffi. 
Orn. 75 A., doch 177 h.] 

== V. Dommer 168 [Clmhr. 102 (auch 101 w. 103) mtw. 
Bl2r.2: \ ... Auguft^ . . .]. W. A. 6 8. 489 A. — Heyer 72 
(8. 274) identiftdert m. v. Do. 168, doch Titelz. 3 w. 4 : | . . . ♦ | 
praßludinm . . . [anderer Druck, = W. A. l. c. B.]. — Erl. A. 
0. V. a. V 8. 14 Z. 5 ff. [ohne genaue Titelabschr.]. 8chwarz 
8. 113, 18 u. 8. 114. 
In 4«, 44 Bü., 44 v. leer. 

Wittenberg, [Melchior Lotther d. J., 1520]. 

45. DE CAPTI I VITATE BABY J LONICA EC- | CLE8IAE ♦ 
PR AELVDi VM MARTINI [NB ! N auf d. Kopfe] LVTHERI, 

W. A. 6 8. 489 E [ohne Erwähn, des verk. N]. Panzer IX 
8. 184 Nr. 233. Erl. A. 0. v. a. V 8. 14 [Nr. 3] [?, andere 
Zeilenäbteilg. und 57 v. 16: | quod docere . . .]. 

280 



— 19 — 

In 4», 58 Bll, 58. leer, Sign. Aij — Oiij (A Teme; st. Kiij : kiij) ; Seiteneust 1520 
{nicht Bl. 1, 19r., 21r.); ohne Num. Kein Impress. El 1 v. Lvdhers Bildn., 
unter d. d. Distichen: | Numina coelelltein nobis peperere Lutherum, | Noftra 
dia malus feda aidere nihil « | Quem fi Pontificum crudelis deprimet error, J 
Non feret iratos impia terra deos . || [== Om. 2Vr. 5.] — Titelz, 1 u. IniticUe V 
des Textanf. (Bl, 2r0 sehr grofse Antiqua-Majuskel; Titelz. 2—5 in gleichart, 
Typen der halben Cfröfse; Titelz. 6, Seitentitel u. z. T. Überschrr., Anfangs- 
Worte u. Schlufs in Vrs. der Textantiqua; die kurzen Inhaltsangaben am 
Bande kleinere Antiqua. Clmbr. 95 — 97 mm, 31/32 Z. 

Bl 2r. [m. Sign. Aijl [Überschr]: | lESVS | [Z. 1:1 MARTINVS [so] 
LVTHERVS I Auffuft. HermaDno Tulichio fuo | Salutem . \\ (V) ELIM, nolim, 
cogor in dies eruditior fieri, tot | tantisqj ... Z. 20: | INDVLGENTIAE || 
Amt ... 2 t?. 5: | PAPATVS EST ROBVSTA | uenatio Ro . Epifcopi . . . 
Schlufs blv. 14: | Chrifti, Amen. ||||| FINIS PRAELVDIO, | qnod te docere 
poteft lector qualis | res tota futura fit« || 
[Basel, Adam Petri.] 

46. SBott [so] bcr Sab^Iomfd^cn gcfeitgf- 1 nufe bcr ßird^cn, Docto: 5Kartin 
Sutl^ä* II [Luthers Bildnis «= v. Dommer, Om. 2 A; 
doch 116/118»nw hr. u. v. d. 5. Zeile der aufgeschl. Bibel noch 
der Anf. sichtbar^ 

— V. Dommer 170 [st Folionr, ylöiiji : Eliiij w. st Ij : Ifi; 

Clmbr. 103/5 mm. — Bl. l v. 2: \ . . . ttJunf^t . . . | . . . h)6n 

Bl 70r. 2: 1 . . . fd^uttcit . . .]. W. A. 6 S. 491 c [„Druck v. Prüfs*", 
1521?]. Heyer 74 (8. 403). Cfr.Cat.BeckS.16Nr.82 [verw^m^ 
me V. Dom. auf Weller 1536, doch sein Exemplar 72 Bll. 

— „8,50 Jf."]. Ruland, C: S)ic Sut^cr-augfiettung bc3 (Sroß^. 
aWuf. j. SBeimar . . . SBcitnar 1883. 8. 39 Nr. 282 [Hohschn.: 
0,155x0,117; verw. auf ahnt Portraits]. Fehlt in d. Erl. A. 
0. V. a. V 8. 15. 

In 4», 70 Bü., 70 v. leer. 

[Strafsburg, Johannes Schott.] 

47. Sin fenbb2teff an ben SSapft I Seo « ben tge^enben» 2): | iKartinud 
Sutl^er I auf} bem latein | inj} beütfc^ | t)02tDQn- | MU \\\ Stttem" 
bcrgf I 1520, || 

= V. Dommer 173 [doch Bl7v.9: \ Sil . . . ©cptemfei«, . . .]. 
W. A. 7 8. 2 B. Neudr. 18 V B. Panzer Zus. 8. 187 Nr. 974 qqq. 
Cfr. Erl. A. 53 8. 41 u. Briefw. 2 8. 496. 
In 4», 8 Bll., 8. leer. — Einige hndschrftl. Margin. 
[Augsburg, Jörg Nadler,] 1520. 

48. 93on ber dxttfytüi \ e^nifg (Sfyti^tn menfd^en« || 3Jlaxtim^ Sut^er« ||| 
Sulttembergac* | änno SDomini | 1520, || [Titelbord. « v. Domm., 
Om. 70 A.] 

W. A. 7 8. 15 A. Neudr. 18 8. VI A u. 8. 15. Erl. A. 27 
8. 174 Nr. 3 [doch hier: ^«uittcnbcrgac,"; ob = Nr. 11.^]; 
cfr. auch 0. v. a. IV 8. 209. Panzer Zus. 8. 187 Nr. 974*". 
Cfr. V. Domm. 175 Anm. 1 (8. 91). Schwarz 8. 118,23. 

281 

2* 



- äö — 

1620 In 40, 12 Bll, Sign. Slij — 6^tti; m. Bogeneust . Drucker nicht genannt 

Die 6 Titelz,, EL 2r. 1, 2r. 1 u. 2; Titelgot, sonst Schwab, Cptz. Clmbr. 
98/100 mm, 37(/38) Z. 

El. \v. leer. 2r. [m. Sign. tÄtfl: | ^cm furfld&tigm oft 2t>tql^tti l^ern | 
ipieron^mo 9Jlälpbo2bt 6tabtuogt gu B^^c^aii' nte^» | nem befonbem aünfitgm 
frcunb ...Z.i:\ ^gfurficötiacr toe^B« a&m/ . . . Z. 25 : 1 . . . 812R®91. 3u SBittcm« | 
bergf. 1520. || ünmittelb. darunter Cust. m\. 2 v.; | 3Mu8 j 3um crßcn. 5)a« 
2k)tr grunbHd^ | mügen erftnnen/ ... Schluß 12t;. 19; | SBüc^ geb DnS gott 
red^t suuo2fte^en bnb bel^altenn/ || ^2»@9}. || Best d. S. leer. 

Wittenberg, [Johann Gmnenberg,] (1520?). 

49. ADVER8V8 EXECRABI- | LEM ANTICHRISTI | BVLLAM, 
MAm I LVTHERVS, || & ||||| VVITTEMBERGAE^ |||| ANNO, 



M^D.XX* [sie] 

= V. Dommer 179. W. A. 6 8. 596 A. ErL A. 0. v; a. V 

S. 133 Z. 15 ff. [keine genaue Titelabschr.]. Oesterheld 8. 11 

Nr. 61. 
In 40, 10 EU., 10 1;. leer. 

Wittenberg, [Melchior Lotther d. J.,] 1520. 



50. APPELLATIO D, MAR- | TINI LVTHERI AD | CONCILIVM 
A I Leone Decimo, denno re | petita & innonatist« |||l|| VVIT- 
TEMBERGAE, || [Titelbordüre = v. Domm., Om. Nr. 77.] 

= V. Dommer 182. W. A. 7 8. 74 A». Erl. A. 0. v. a. V 8. 120. 
Eöstlin, Luther (4. A.) 1 8. 405. 8chwarz 8. 114, 19. 

In 40, 6 EU., 6 V. leer. 

[Wittenberg, Melchior Lotther d. J., 1520.] 

51. SEBarumb beiS ^ap\i^ t)nb fe^ | ner Sungerü bud^er üon | ^oct« 
iKartino Su" | t^er t)oiizät fe^nn« | Safj ani) antge^ge mer bo 
tuil « :k)arumb fte 2)« Su«* | tl^erd bud^er t>Di* \ ^aennet ^a« | ben 
toittcntbergl S)^ SK^ | ff* || 

= V. Dommer 187 [,^der Druck gewifs erst 1521 erschienen"]. 
W. A. 7 8. 155 F. Erl. A. (2. A.) 24 8. 152 *f. Neudr. 18 8. X E 
[nach Knaake Druck von Outknecht, Nürnberg]. — Bl.7v.23 
hohen V. Dommer u. Erl. A. „jü", W. A. und Neudr. ^ju"; 
das Zeichen über dem u ist undeutlich, im vorliegenden 
Exemplar sieht es einem c ähnlich. 

In 4», 8 EU., 8. leer. — Hndschrftl. Margin. 
[Augsburg, Jörg Nadler,] 1520. 

52. SSaruntb beiS fdai^i^ ))nb fe^ | ner jüngeren buchet Do | 2)octo2 
9Rartino Su" | tl^er t^o^foantt | fe^n. ||| Safj aud^ anje^gen tuet [so[ 
bo I min- jöarumb f^ ©♦ Su- | Ü)tx& bü(|cr 002- | ^jzcnnct f)a- 
benn- || löittenbcrgl | »♦ SK* | 3E3E* |l 

282 



— 21 — 

W. A. 7 8.156 G»> [doch: „iiiä)cx\ „totx"]. W. A. citiert 1620 
Weller 1595 [hier: ^bfic^cr^ ;,»app\ Titela.^.: „t)crbrQnntt^ 
am Schlufs: ^SR. @. 3R/; doch cfr. dazu Serapeum 1866 
8. 367]. Erl. A. (2. A.) 24 8. 152 *i [doch: ^^büd^cr'']. Cfr. 
Nendr. 18 8. XI J. 
In 40, 8 J5tt., 8. [teer] /eÄtt, St^. Slii - »üj. (7p^2r. — ScÄu?a&. Lettern, 
gröfsere im Titel, 51 2r. 1, 2 w. 5; 3r. 1. Charakteristisch f, d, Textdrttck 
das statt % gebrauchte umgekehrte B (9). Die Bezeichnung der Artikel von 
3E3£ an in Ziffern, Schlechter Druck. Clmbr. 104(/108)mm, 35 Z. 

Bl 1 V. Uer. 2 r. [w. Sign, aifl: | 3^cfu8 | mm Itcb^abcm 6:^2tft(idScf [«0] | 
toar^e^t/ fc^ gctoünfAt gnab | önb fr^b öon aot. ||| 3cö SRartinu» ßutber ge* | nant 
9octo2 bcr ^djligcn fcbjifft ... 3 r. ; I SIrtiäcI önnb ^rtumb- in bc8 | ocöftlidöen 
ret^t» . . . Schlufs 7 v. 18; | ftcr aetd&cfftc : önb liebt ba« liecbt- SlafteSl- |||| 
o Sn biffen aEen erbiete id^ mi(( neben | gä recbt : für Qeberman . ||| ©amfon 
3ubtc. 15. I @icut . . . ei». || 36- @- 2»- || 
[Worms, Hans von Erfurt.] 

Assertio omninm articnloram vde Nr. 57, 58. 

1521. 1521 

53. M ♦ D ♦ XXU III {(ufdlegunge || bei» ^a^ßgen tyatttx t)n'- | ferd : 
für bic ainfcitigcn | la^en S)octo2 äRartini | Sutl^cr» Stugufttncr jü | 
SBittenberg 2C» | a Stent ain lur^e nu^Iid^e auglegung be§ iBotter 
önfcr»/ fürfic^ [so] önb l^inberfid^ [so]. ]f 9?it für bie gclerten* || 
[Titelbord. = v. Dommer, Orn. 114 A] 

W. A. 2 8. 78 M. Erl. A. 45 8. 203 Nr. 1 [doch hier: 
„Stullcgunge", „ju", ^^für fic^", ^^inber fid^" u. am Schlufs: 
„VIII." St. „m-"]' Oesterheld 8. 9 Nr. 35 [doch ^für ft^\ 
„^inhtt ftd^"]. 

In 40, 36 Bll, Sign. Slij -Siii;. ohne Cust. u. Num. Titelz. 1 grofse, 
fette Titelschwab.; 2 — 6, 9 u. jzt. T. Überschrr. u. Anfangszz. etwas kleinere; 
au/serdem zweierlei Textschwab., deren kleinere f. d. Marginalien. Einige 
got. üncialinitialen. Cptz. Clmbr. 106/7 mm, (34/)35 Z. — Diese Aus- 
aabe ist jedenfalls ein Abdruck derjenigen von 1520 [= W. A. 2 8. 78 L] mit Be- 
lassung des Impress.; nur in die Bordüre ist das wirkliche Druclgahr ein- 
gesetzt worden. 

Bl. \v.: I Söojreb* 1|| ((S)@ toer tiit not : ba» man mein J ... [10 Z.]. 
Best der S. leer. Bl. 2 r. [m. Sign. m\] t \ m D bie iunger (S:§2ifti baten | 
ba» er f^ leret hcti/ . . . Bl. 34 r. [m. Sign 3ij] Z. 26; | ben . . . ift. ||J maäi^ 
uolget bie furo aufelegung be» SBat» | ter önfer», bittberM [so] önb fürftcJp [so] \\ 
Bl. 34 V.; I ain furfee Dnb gute aufelcgung | be» balligen oatter önfer»/ ... 
ScMufs Bl. 35 v. Z. 19; | toinen feinb- amen. ||| ©eligfli* ift gcb2Udft önb öott* 
enbt bi6 $ater noßer | gu SlugfDurg/ burcb ©iluannm Ottmar be^ fant | SBrfulen 
clofter/ auf ben . jüi ♦ tag bc» §eümon» | im günffftebenbunbert t)nb gtoainöi* ' 
giften 3ar. || Bl. 36 leer. 

Aagsbarg, 8ylvan Otmar, (1521 [nach d. Bord.]). 



54. TE88ARADECA8 | C0N80LAT0RIA PRO LA | B0RANTIBV8 
ET ONE- I RATI8 MARTINI LV | THERÜ AVGV8TI^ | 



WITTENBER | GEN8I8,Jj 

= V. Dommer 190 [Uust fehlt a. Ende v. Lage B]. 
W. A. 6 8. 101 E. Erl. A. 0. v. a. IV 8. 86 Z. 27 ff. ' 

283 



— 22 — 

1521 In 4«, 24 Bll, 24 v. leer. 

[Basel, Adam Petri.] 

55. 93on ber gfre^l^eit e^nid | Sl^^tften menfd^en« |||||| äRartinuiS Sutl^er« 
SSuittcnbcrgac* 3».J)*3e^ | 

W. A. 7 8. 17 L. Neudr. 18 8. VÜI H [doch hier 1 v, 27 f,: 
^SB^ttcmbcrfl'']. Erl. A. 0. v. a.IV 8. 209 u. Erl. A.27 8. 173ff. diese 
Ausg, nicht erw., am ähnlichsten noch 27 8. 174 Nr. 5. — 
Knczyilski Nr. 1462 [verweist cmfPanjser 2, 1067, wo jedoch: 

In 4«, 14 Bll, Sign. a\\—t x\\\ (c Tffme)\ ohne Cmt. Tüdz. 1—4, Bl. I r. 
1 u. 2 r. 1 u. 2 schLanke Got., sonst Schtoab., charakteristisch die Gestalt des 
Z\ deutl. Druck. Cptz. Clmbr. 101/102 mm, 33/35 Z. 

Bl. 1 V.; I S)cm furftcötigcn oft zöc^fgen l^cm I ^icron^mo Ttnlp^oibtl 
@tabuoQt ju 3^i^' I Q^ metjnem befgonbentn . . . preunb ... | ... ^piete 
i* . . . Slartmu» | ßutl&cr ... I affi» gutti»* || . . . Z. 27: I . . . 3u SBljttcn« | 
bcrg. SW^Xjt. II 2 r. [m. Sion. atfl: | 39cfu8 | (^inm crften. 4)a8 Jö^r grunblitö | 
mugen crf ernten/ . . . ScMufs 14 r. 32: | Söildö geb öitf§ got rec^t guuoifie^n önb 
bcl^alten. | 8(2»®9fl* || Verso leer. 

[Wittenberg, Melchior Lotther d. J.,] (1521). 

56. ^ EPI8T0LA | LVTHERIANA AD LEONEM | DECIMVM 
8VMMVM [sie] \ PONTIFICEM. 1 1|| DI8SERTAT10 DE LIBER- 
TATE I CHR18TIANA PER AVTO | REM RECOGNITA. |||| 
WITTENBERQAE. | 

— Hey er 87 (8. 406) [Antiqua in 3 6fr.; Sätent u. 
Margin.; Clmbr. 96 mm, 31/32 Z.]; cfr. v. Dommer 196. 
W. A. 7 8. 40 D. Erl. A. 0. v. a. IV 8. 208 f. diese Ausg. nicht 
erwähnt. — Kuczynski 8. 131 Nr. 1426. Cfr. Neudrucke 18 
8. IV Z. 20ff. 
In 4», 26 Bll, 26. leer. 

[Basel, Adam Petri,] 1521. 

57. A88ER | TIO OMNIVM ARTIG VLORVM | M, Lutheri, per 
BuUam Leonis, X« | nouifTimä damnatorfi« ||||l ^ VVITTEMBER- 
GAE, (^ II ANNO M, D, XX, || [Titelbordüre = v. Dommer, 
Ornam. 77.] 

= V. Dommer 201. Hey er 90 (8. 407) [giebt als Druck- 

jähr 1520 an, ordnet die Schrift aber unter 1521 ein]. 

W. A. 7 8. 92 A [„gScröffentlid^ung . . . tocnn nic^t noc^ ®nbc 

Deccntbcr 1520, bod^ Slnfang Januar 1521 '']. Erl. A. 0. v. a. V 

8. 155 Nr. 1 [nicht genau beschrieben, besser: Briefw. lU 

8. 1 Nr. 1 [doch: ,M, D, X, X,"]. Cat. Beck 8. 17 Nr. 86 

„6 Jlf."]. De Wette 1 8. 543. Ruland, C: S)ic Sut^cr-ÄuS- 

tettuitg bc« ©rofe^. SRuf. j. SBcimar . . . SBctmar 1883. 8. 39 

Nr. 280 [„WITTEEMBERGAE"]. 

In 4^ 34 BU., 34 v. leer. 

Wittenberg, [Melchior Lotther d. J.,] [1521 Jan.]. 

284 



— 23 — 

58. «ffertio omniu Sr | ticulom SR« Su' | t^ert^ ptx ^nU \ tarn £eontö \X* 1 521 
nouiffl- I ma bona* | tomm. ||| SBittcnbcrgc || Knno SR.XXu [^ic] || 
[Titelbord. Om. 29.] 

W. A. 7 8. 92 B. Erl. A. 0. v. a. V 8. 155 u. Briefw. UI 8. 1 

nicht erw. 

In 4». ünvollständ. Exemplar, 24 Bü. [vollst hat dieser Druck 34 Bll.]. 
Sign. a2 — f3 [3. m. 4. BL der Lage f verb. vor d. 1. u. 2.; st. c2:b2]. Ohne 
Cust. Schlechter Schwab. Druck, Titel- u. Textlettem; statt ^ e. umgekehrtes 
6 (9) ; einige kleine Uncialinit. ; 1 halb verunglücktes Cptz. Bl. 5 r. Ohne 
Impress.; Typen u. Druckeinrichtg. wie in Nr. 52, also v. Hans v. Erfurt in 
Worms; die linke Bordürenleiste auch in datiert. Drucke Gengenbachs {cfr. Nr. 2). 
Clmbr. 105/7 iwm, 35/36 Z. — Einige handschr. Margin. 

Bl. \v.: I öiro SmagintbiiÄ \sic\ 2 t)ietate Snflfl^i gabtano fclici (Sauiti | 
@ermano: fuo in btio patrono * >D{artinuS | ßut^er in 6^^2ifto ©alutem. || 
(O) »ob fcpiu» fum . . . Dat. Z. 36: | ... SBittcb. SK.®. jj, p2ima 9cccb2i8 || 2r. 
fm. Si^. a 2] : | (D) SSanquam abunbc f atiÄ . . . Schi. d. vorlieg. Exemplars 
B1.2A [NB! verb. als 22.] Z. 35: | ^apa* ^oul^ anat^cma iubct cffc ctid ft 
Slngeld be celo altub ||. 

[Worms, Hans von Erfurt.] 

59. «fn ben »od }u Se^ptacf | 2)octo2 a^artinud | Sut^er« ||||||||| ^uittent'- 
bcrg. II 3m 3ar 3R.S).Xjt. || 

= V. Dommer 204. W. A. 7 8. 260 A. Erl. A. 27 8. 201 Nr. 2. 

Oesterheld 8. 13 Nr. 75. Cat. Beck 8. 17 Nr. 90 [,3,50 Jf.«]. 
In 40, 4 Bü., 4v. iccr. 

[Wittenberg, Melchior Lotther d. J.,] 1521. 

60. «uff k« bod« ju Sc^pcjid «nt- | to02t D^ m^ \ ßut^cr; ||| SBittcm- 
bcrg* I 1521* II [Titelbord. = v. Dommer, Orn. 71.] 

= V. Dommer 205. W. A. 7 8. 267 A [Bl. 2 v. 5 : | . . . öffentliche 
luflcn . . .]. Erl. A. 27 8. 205. — Hndschr. unter 1521 : 
„Vm Febru: Idus". 

In 4», 8 Bll: 

(Wittenberg, Johann Granenberg,) 1521. 

61. ftlin önberric^t | 3)cr Bc^c^tfünber über bie öerbot* | ten bud^er 
^J^ ® 3R* Su I t^er. || V || »uittembcrg. || 3m 3ar. M, D. XXI, 

[Titelbora. = v. Dommer, Orn. 123, doch Schild leer. 

W. A. 7 8. 286 ö [doch hier Titelz. 4: [ ... buchet | . . .]. 

Erl. A. (2. A.) 24 8. 205 *d [erwähnt die Zeile mit dem 

Blatt nicht; nennt als Drucker Otmar]. Weller 8. 216 

Nr. 1872 [doch hier: \ ... büd^er | J), 2R. . . ., auch fehlt 

die Zeile m. d. Blatt]. Panzer 2 8. 8 Nr. 1061 [?, abweichend]. 

Oesterheld 8. 13 Nr. 77. Köstlin, Lather .(4. A.) 1 8. 426. 

In 4®, 4 Bll.; ohne Sign.j Cust. u. Num. Ohne Impress.; Erl. A. u. 

Weller schreiben den Druck 0. Otmar zu^ doch Bord. u. Typen scheinen mir 

eher für Bamminger zu sprechen. 1. Titelz. got. T. mit gröfserer InitialCf 

2 — 7 u. Bl. iv. 1 tt. 2; Titelschwab. j sonst Textschwab.; 1 v. 17 kleine ünciäle 

Z als Init. — Cptz. Clmbr. 95 mm, 32/38 Z. 

285 



— 24 — 

1521 Bl 1 V.; J 3^cfu8. | Slffcn (S^iiftm mcnfd&cn bcn hih \ büdjle fürfumpt/ 

toünfcö xdi fßtaxtm ßutl)cr/ gnab | bnb frib im 3^cfu (£&2tfto bnfcrm ^cncn» | . . . 
ScÄ^tt/i 4r. 31; | fc^t toc^fe. ®ot gcb ön8 atten fc^n gnabc. | 212W®SR» 
[Angsbnrg, Melchior Ramminger,] 1521. 

62. «uff ha» t)bir d^aift | lid^ t)birge9ftU(^. t)nb t)btrfunft- | lic^ bud^ 



89odd Smfjeri^ 2u 



»♦ 3»* S* 



2)ar9nn auc^ 



Sicbcr Sorf ftofg mi(^ nit* 



Se^pqicf 8(nt2t)02tt 

äRumarri^ fe^nfj | gefeQn gebadet toivt. 

•« V. Dommer 212 [doch i^Or. 10 jgu lesen: ;,funff l^unbcrt"]^ 
Heyer 94 (S. 408). W. A. 7 S. 616 A. Erl. A. 27 8. 221 Nr. 1 
[;,bbir(^riftlid^" (NB! so auch i d. folg. dt Whn), „^&m!\tc%% 
;,Sc^pfeid" M. a. Schi: „SBittcnbcrgl"]. Oesterheld 8. 13 Nr. 82. 
Cat. Beck 8. 17 Nr. 91 [„6 Jf."]. Ruland a. a. 0. 8. 40 Nr. 289 
[hat ^öbir'' m 2Vfek 2 gesondert]. De Wette 1 8. 546, 
567 u. 580. 

In 4«, 40 jB«., 40 v. leer. 

Wittenberg, Johann Granenberg, 1521. 

63. Sin @ermon bon | bzztjttlat) guttem leben ha» ge** | toiffen jü 
bnbcrrid^tcn/ Do- 1 ctoj aRartini Sut^er« | «nno 2at,^Mh * III 
gi^cfu«* II [Titelbord. = v. Dommer, Orn. 116.] 

= V. Dommer 249 [?, defekt; Bl. 3 w. 4 fehlen im ^orl 
Exemplar. — Bl5v.32: \ ... bcl^fit . . .]. W. A. 7 8. 792 C. 
[Die Ähteilgsz. d. Titelz. 2 u. S im vorlieg. Exemplar voll 
ausgedruckt]. Erl. A. (2. A.) 16 8. 292 Nr. 2 [stets „n*" st. 
„&*^, Titelz. m. d. Blatt nicht erw.]. 8chwarz 8. 98, 5 u. 
8.99. 
In 4°, 6 Bll, 6. leer. 

[Angsbnrg, 8ylvan Otmar,] 1521. 

64. J)octo2 äRortini Sut^er« offen- | li^c [so] Serl^iz ßu SBorm« jm 
SReid^« tag/ 1 »eb/ Snb SBiberreb «m* 17^ tag/ 1 "äpixli»! 3m jar 1521 1 
^ Scfd^ed^cn ^ \\ [Holzschn. = v. Domm., Orn. 47.] | ©o^Jta 
ainer äJJtffiue/ S)oäo2 aKartinuiJ Sutl^er nad^ fei- j nem abfd^tb ju 
SBoarn« ju rugd an bic ©^urfür | ftcn/ gfirften/ ?}n ftenb bc« ffttxä)» 
ha feftft I öerfd^riben gcfontlet l&att^ J| 

= V. Dommer 226 [hat aber Titelz. 2; ^aSer^ö:", 6 t;. 10: 
^äu^ülff/]. W. A. 7 8. 864 5ß [doch Titelz. 2: | . . . gü . . .]. 
Erl. A. 64 8. 374 Nr. 5 [st. „h\ X * ;rö\ ;,«" t^nd and. kl 
Äbweich.] 
In 4°, 10 BIL, 10 V. leer. — Hndschrftl Margin. 
[Angsbnrg, Melchior Ramminger.] 

65. Dpcratiottcg* g* aRartini S* in | P8ALM0S, VITTENBER6EN 
8IB, THEOLOGIAE 8TÜDI0- | 818 PRONVNCIATAE^ 
[Titelholzschn. = v. Domm., Orn. 8.] 

W. A. 5 8. 12A 1 — 6 [NB.! 2 in d. 2. Lesart. — Nach 

286 



— 25 — 

d. Hrsg. d. Erlanger Exemplar da^s relativ vollständigste], 1521 
Erl. A. Op. ex. XIV S. IV Nr. I. Panzer IX 8. 75 Nr. 68 [doch 

hier: „pronnntiatae"]. 

In 4», 856 Bll, doch fehlen Lage Gf»] w. TW; sie sind handschrifllich 
durch je 8 Bü. ergänzt Bl. 286 u. 287 \m. Sign. A 2 bzw. A 3] mit einander 
vertauscht. Sign, aij, aiy, Aij— Ziij, a— ziij, A— Ziij, & — &iij, A— Ss 
{je 4 BU.: st. a[2]ij:rij [?, undeutl]; st. K[8]2: K[3]z); m. Bogeneust., die- 
selben fehlen a. Ende der Lagen am, Zm, z, Yt2], &, Am, Hm. Clmhr.: 
88/90 mm, 41 (aucÄ 39, 40, 42 u. 43) Z. Titelz. 1, 1 v. 1 t*. 2 in schlanker 
Titelgot.f aufserdem 2 Gr. Antigua u. zwar Titelz. 2 — 4 [Versalien] y Iv. 
3 — 5, Bl. 5 r. u. v. 1 — 3 [Versahen] y z. T. Überschrr. [Fcrs.j u. Textstellen 
i. d. gröfseren. Bl. 31 7 r. got. Unc. ^. Zweierlei Cptz. 

Sndschr. Eintr. v. äU. Hand: „dedi ^p ligaturis 32 A" n. „Inchoatus 

3*«?poft Remifcere | 1519" u. Margin. 

. Bl Iv.: I giftcfu«. I Sauftrifrimo Sßimcijji 2 bno ^. | Friderico Sac: 
Ro : Imp : Archimarfcalco Electori, | Saxoni^ Duci/ . . . | . . . patrono fuo Giemen- 
tiff. F* Martinus | Luther Salutem* D. ||||| H Prudenter ... 3v. U: \ 
. . . Vnittenberjfe Sexto Galen: J Apriles. M* D. XIX» || THEOLOGIAE 
STVDIOSIS PHILIPP : | MELANGH : S. | . . . 4 v. 15 : | . . . Vuittenberge 
in Saxonib. | MEN. MARTIO. ANNO. M. D. | XIX. || 5r. [Titdwiederh.]: \ 
OPERATIONES. F. MARTINI | L. IN PSALMOS, VITTEN | BERGENSIB. 
THEOLO I GIAE STVDIOSIS 1 PRONVNGIA | TAE. || bv.: \ F.MARTINVS 
LVTHER THE- | OLOGIAE STVDIOSIS | S. | . . . Z. 24: | men eins, . . . 
Valete in Ghrifto. |[ 6 r. [m. Sign. Aij] : | Beatus vir ... 96 r. 41 : | WITTEN- 
BERG AE ANNO DOML M. D. XIX. || 96 v. leer. 97 r. [m. Sign. &]: \ Ad 
Vietoriam in organis fnper oetanä pfalmus | Dauid, | H De victoria ... 1 88 r. 
39: I holm . . . vt Ghfus ait. || WITTENBERG AE PER lOHAN. GRVNEN. | 
ANNO DOMINL M. D. XX. || 1 88 r.Zccr. 189r. [m. Sign. A]: | a PSALMVS 
VNDEGIMVS, HEB. | DVODEGIMVS. || Ad victoria fnper ... 284 t?. 27: | 
Seqnitnr Pfalmns decimus octanus. || 285 r. [m. Sign. AI: | a PSALMVS 
DEGIMVS OGTAVVS | Heb. XIX. Titulus ad victonam, | Pfalmus Dauid. || 
. . . 316 t;. 7: | VALE Ghriftiane frater & gratia GHRISTI fit tecü. | AMEN. | 
317 r. [m. Sign. I]: | PSALMVS VICESIMVS PRIMVS | HEB. XXIL | Ad 
Victonam fuper oeraa matutina. | Plalmns Dauid. ||| ... 356 t;. 37: | de qua 
qui pi9 ett, gratias agat diio Ihefu Ghrifto, qui eft lux nofkra, be^ | nedictus. 
AMEN. II 

Wittenberg, Johann Grunenberg, [1519,] 1520, [1521]. 



66. MARTINI | LVTHERI | PIAE AG DOGTAE IN PSAL | MOS 
0PERATI0NE8, ||| LEGTORI, || (H) Ens tu lector, foris nihil 
nides, ingredere, inue- | nies domum ditiffimam« Plus habes qj 
titulus I tibi promittat, libros enim non facile numera- | biles 
fnb unins nomine damus tibi, ut funt« { Abfoluta imago pietatis 
& impietatis« Impiorü | nomina» De impijs doctoribus« De fpe 
& paHio I nibus, Gonfolationes multarum perturbationum« | De 
nomine dei. De prsedicatoribus« De fide & \ operibus* De ceri- 
monijs« Antichriftus quando re | gnet, eiusqj uera defcriptio, 
Sed quid? malo ipfe uide | as, qj mihi numerare pergenti credas« 
Non enim in illa | anguftia tantas diuitias cöditas effe crederes« 
Sed tu I memento maximis animis, in pußUis corporibus locü | 
effe, Gerte talis eft, nö meo folius iudicio, fed omni um | erudi- 
torum, ut nondum abfolutum publicem, ueritus | ne ß diutius 

287 



— 26 — 

1521 domi retinerem, in publica Chriltianffi Ec | cleliffi commoda pec- 

carem, cnins plurimnm refert, ut | hsec Chriftianinima doctrina 

qj plarimis, idqj qj ocyfTi | me commnnicetar« Snper eil igitur, 

ne tibi ipfi de- | fis lector, ego tibi non deero« Cetera enim j 

iam Tab prelo fnnt, qnsß donec abfolnta | faerint, hie tibi eft quod 

legas^ II ANNO M^ D. XXI, | [Titelbord. = v. Domm., Om. 103.] 

= V. Dommer 198 [Cust. fehlen BL Iv,, 3 t;., 14 t;., 15 r., 

18r. i*. t;., 31 r.; Nr. 2 nicht gedr.; st. Nr. 57 : 75; st. 201 : 20. — 

JEinjs. Schwab, u. hebr. T.; Holzschnittinit. v. 3 versch. Gr. 

u. Äntiqua-Majusk. — Bl. 18 1;. 4; | (S) Cio . . .]. Erl. A. Op. 

ex. XIV S. V Nr. U [kl Abw.]. W. A. 5 8. 13 B [„Ti"]. 

Panzer VI S. 226 Nr. 396 [doOi hier i. Titel: „piae" etc. in 

Min.y „titnlns libri" [st. tibi], „Impioram", „Supereft", „Caetera 

iam'' [st enim iam], „Anno MDXXI.**; im Schlufs: «operati* 

onum^, „et**, »conviciis", „ueritntam tanopere*]. 

In 2», 18+157 [m. Nr. 1—314 i?a^n.] -|- 1 = 176 Bü. 

Basel, Adam Petri, 1521. 
67. MARTINI 1 liVTHERI 1 PIAE AC DOCTAE 1 0PERATI0NE8 



IN DVA8 PSALMORVM DECADE8 ||| Iam fecundo recognit», 
INVENIES HOC TOMO, | De Impioram nominibus« | De Vanitatom 
doctoribns« | De 8pe & paHionibns, j De nomine Deu \ De Pr»- 
dicatoribns« | De Fide & Operibns« | De Cerimonijs. | Nomina 
nirtntem nel potentiam He- | brsBis fignificantia. | Atqj alios 
id genas locos magno fpi- | ritn & ernditione tractatos« || 
[Titelbord. = v. Dommer, Om. 105.] 

= Hey er 89 (8. 407) [F. d. Seitenzahlen undeutl: 57; verdr. 
st. 82 : 28, st. 105 : 05, st. 190 : 109, st. 252 : 232, st. 268 : 
262, St. 326:327, st. 374:376. Seiteneust, f. Bl 1 1;., 
3 r. u. v.y 15 v.y 18 1;., 243 v. — (47/)48 Z. Antiqua in 6 Gr., 
vereinzelt Schwab., hebr. u. griech. T.; als Init. Antiqua- 
Majush. u. Holzschnittinit. v.SGr. — Bl. 2 r. 3: | . . . ELECTO- 
RI, [sie] Saxoniae [...]. — Panzer VI 8. 227 Nr. 397 
[vielfach abweichend]. W. A. 5 8. 14 C. Erl. A. Op. ex. XIV 
8. VIII Nr. III [doch keine Versal, femer Z. 14: „operibus**, 
16: „virtutem*, 18: „Atque*, 19: „et" u. and. kleine Ab- 
weichen, am Ende]. Cat. Beck 8. 49 Nr. 278 [„13,50 Jf."]. 
In 2«, 18 + 225 [m. Nr. 1 — 449 pagin.] -{■ 1 = 244 5«., 244 t;. leer. - 
Hndschrftl. Bemerkung: „Ego M. Georgins Si^elins emi | hosce Comentarios 
Lütheri | ex Bibliotheca M. Georgii Pfa- | bn p. m. ^p H fl." u. später: . . . 
,A<»90" u. Marg. 

Basel, Adam Petri, 1521 [Aug.]. 

68. 2)eutf(i^ SCufjIegitg bed fteben j un fed^^igfte $falme« bo tem 
Dftcrtag* ©^mclfart | bnb ^fingftcn« S)* | äRartinu« S* | ♦/ 
[Titelholzschn. = v. Dommer, Om. 14.] 

288 



— 27 — 

= V. Dommer 235. W. A. 8 S. 2 A [Margin, e, T. weg- 1521 
geschnitten, El. 6r. [w. Sign, 85 2] Z. 37: | ... ^ccrfc^ar* || 
Bl 9 [m. Sign, g] v. Z. 35: | . . . fc^c^n | en/ . . . JB?. 18 r, 
m. Sign, d 2.]. Erl. A. 39 8. 1 78 Nr, 2 [docA Äier ; ^Sfuffleguß" . 
Oesterheld 8. 14 Nr. 93. Cat. Beck 8. 50 Nr. 284 [„4,50 Jf."'. 
In 4°, 18 i?«. 

[Wittenberg, Johann Gmnenberg.] 



69. Id. lib. 

itdholzachn. weggeschnitten. Bl.^r.\_ 

18 r. icie oben. 



NB! Titdholzschn. weggeschnitten. Bl.ßr. [m. Sign. Jö 2] Z. 37: | 
. l^ccrWra- [Aß/ Do« 2. „t^ undeutl] \\ Bl, 9 u. 



70. Da« äRagnificat SSojtcutfd^ct | tnb aufagelcgt burd^ ?)♦ | 3Kartinum 
lut^er «US« IUI II äSuittentberg. || 

= v. Dommer 241. W. A.7 8.539u.540A. Erl.A.45 8.211 Nr. 1. 
Oesterheld 8. 14 Nr. 94. Cat. Beck 8. 49 Nr. 281 [„5 Jf.«]. 
Cfr, De Wette 1 8. 567, 574 u. 582; 2 8. 41 u. Kolde, Anal. 34. 
In 4» 44 Bll.y 44 v, leer, 

[Wittenberg, Melchior Lotther d. J., 1521.] 

71. RATI0NI8 LATOMIA- | nse pro Incendiariis Lonanien^ | fis 
Scholaß 8ophirti8 red« | ditae, Lntheriana 1 Confatatio« ||||| Vnittem- 
bergse« || [Titelbord, = v, Dommer, Um, 78.] 

= V. Dommer 245. Erl. A. 0. v. a. V 8. 396, 1 [doch hier: 
„Lovaniensis^ u. and, kl. Äbweich.]. Cat. Beck 8. 20 Nr. 105 
[„7,50 Jf.«]. 
In 4», 76 BIL, 76 v, leer, 

[Wittenberg, Melchior Lotther d. J.,] 1521. 



d^t i^äbt ju ge- 1 pieten« || 
Titelbord. = v, Dommer, 



72. SJon bcr »c^d^t ob | bic bcr »apft nta- 
Docto: äRartinu« | Sutl^cr« || SSuittcnbcrg« 
Om. 75 A, doch 174 — 176 A.] 

= V. Dommer 247. W. A. 8 8. 133 B [doch 35 r. 3 a6t<;.; 
^ttjort"]. Erl. A. 27 8. 318 Nr. 1 [doch TiteU. 3: ^fcu"]. 
Oesterheld 8. 15 Nr. 97. 
In 4», 46 Bll.f 46 V. leer. — Einige hndschr. Margin. 
[Wittenberg, Melchior Lotther d. J.] 

73. Der fcd^3 bn b^ctjf- 1 figift p\aim Dauib | c^ncn ©^nftlic^cn äRcnfd^cn 
|u I Icrcn bn triften mibber bie | äJJüttere^ ber b6fjcnn | bnnb 
freuein | Ole^fe- 1 ner, ||| | aRartinu« Sutl^er J n2U || [Titelbord. 
= V, Dommer, Om, Nr, 69 A u. Bild Bl. l v, = Nr. 16.] 

== V. Dommer 248 [doch TiteU. 4: | ... troften [nicht: 
trbften] . . .]. W. A.8 8. 206 A. Erl. A. 39 8. 123 Nr. 1 [doch: 
^^bre^gift" u. „ö" st, „6"]. Cat. Beck 8. 49 Nr. 283 [„4,50 M,^\ 
8chwarz 8. 116, 22 u. 8. 117. ' 
In 4«, 16 Bll.j 16 1;. leer. — Hndschr, Margin, 
Wittenberg, [Johann Ornnenberg,] 1521. 

289 



— 28 — 

1521 74. IVDICIVM MAR- | tini Lutheri de Votis, fcrip- tum ad Epifcopos 

& I Diaconos Vnit* | tembergen | Ecclefise« |||| Ynittembergse« || 
[Titelbord. = v. Dommer^ Om. 77.] 

= V. Dommer 251. W. A. 8 S. 319 B. Heyer 104 (S. 410). 

Erl. A. 0. V. a. VI S. 235 [Nr. 1] [nicht ganz korrekte Titel- 

kopie; ZA soll es jedenfalls heifsen: „Vuit- | tembergen"]. 

Cat. Beck S. 21 Nr. 111 [„6 Jf."]. 
In 4^ 12 Bü. 12. ieer, 

Wittenberg, [Melchior Lotther d. J.,] [1521]. 

75. (Suangelium | 93on ben tge^en aufj- | fetjigen t^oibeutfd^t I t)nb 
aufagdcfltt [so] \ SR* ßut^» |||| aSittcmbcrfl. || [Titelbord. — 
V. Dommer, Orn. 77.] 

= V. Dommer 254. W. A. 8 8. 337 A. Erl. A, 16 (2 A.) 
S. 259 Nr. 5 [docJi hier: ;, oufeßclcgct "]. Schwarz 8. 114, 19 
u. 8. 115. 
In 4°, 44 Bll, 44. leer. 

[Wittenberg, Melchior Lotther d. J.] 

De votis monasticis Martini Lntheri indicinm vde Nr. 81 u. 82. 

1522 1522. 

76. ^ RATIO I NIS LATOMIANAE | PRO INCENDIA- | rijs Loua- 
nienfis fcho | laß Sophiftis reddi | t^, Lutheriana | Confntatio. 



WITTEMBERGAE, | M. D, XXIL | [Titelbord. v. Ämbrosius 

Holbein = v. Dommer, Om. 102.] 

= Heyer 106 (8. 410) [doch vorlieg. Exemplar Bl. Iv. Z. 6: 
„(E)T EGO", 3r. 2: „Lato-**, 63 t;. 6: „Lathomi"; Clmbr. 
96/98 mm, 31/33 Z.; st. Sign. Qii : Oii, in Lage C w. D 
auch Bl 4 sign.]. W. A. 8 8. 42 C. Erl. A. 0. v. a. V 8. 396 
Abs. 2 [„Lovaniensis", „confntatio"]. Panzer IX 8. 82 Nr. 141 
[„Lovanienfibus"]. 8chwarz 8. 101, 7 u. 8. 102. 

In 40, 64 BU., 04. leer. — Hndschr. Not. a. d. TiteWl: „Salb Bvaeg'^ . . . 
u. „Heydetb. 1 522, 26 Februarij". 

[Basel, Adam Petri,] 1522. 



principem« || In 
[Titelbord. — 



77. (j^ MARTI I NI LVTHERI LVCV | BRATI0NE8 IN PSAL- 
MVM« XXI« Dens dens | mens &c« Qni eft de pafn | one Chrifti, 
Qneqj an- | tor uere nocat pfal- | morü omninm 
tomo operationnm nnper | excnfo obmiHns« 
V. Dommer, Orn. 102.] 

= V. Dommer 259 [d. Cust. fehlt Bl 2 r.; vereinzelt Schwab., 

griech. u. hebr. T]. W. A. 5 8. 14D. Erl. A. Op. ex. XVI 

8. 237. Cat. Beck 8.#9 Nr. 279 [„5 Jf."]. 
In 40, 56 Bll, 56 v. leer. 

Basel, Adam Petri, 1522. 

290 



— 29 — 



78. DE AB ROGANDA MISSA | PRIVATA MARTI- 1 NI LVTHERI 
SENTEN- I TIA^ |||| Leo rugiet, quis non timebit " | Arnos* 
[TiteJhord, « v. Dommer, Orn. 78.] 

— V. Dommer 262. Heyer 111 (S. 411). W. A. 8 S. 410 A. 
Erl. A. 0. V. a. VI S. 114 Nr. 1. Oesterheld S. 16 Nr. 108 
[doch Titeh. 3: | PRIVATA | . . .]. Cat. Beck 8. 20 Nr. 109 
[dt Bl 4317. Z. 26: I An* ... — („6,50 Jf.«)]. 
In 4», 44 BU,, 44. leer. 

Wittenberg, [Melchior Lotther d. J.,] 1522 [i]. 

79. Uom mifj- | Broud^ bcr | SKeffcn || äKortinuö ßutl^cr* ||| SBittem- 
bctfl* 3R* ©♦ jjiji* II [Titelbord, = v, Dommer, Orn. 70 C] 

= V. Dommer 265 [doch im vorlieg. Exemplar Bl. \v. Z.hi 
^^fd^nfft-l"]. W.A.8S.480C. WeUerS.248Nr.2170. Erl. A. 28 
8. 28 Nr. 1. — Bl. 7 r. 35: | fünft m- [undeutlich]. . . 
In 4°, 52 Bll, 52 v. leer. 

[Augsburg, Heinrich Steyner?,] 1522? 

80. Id. lib. 

Bl, 7 r. 85 deutlicher gedruckt, — M. e. durchatrichenen hndachrftl. Notiz 
auf d, Titelbl: „Non eft Veritas in eo qui talia docet*'. 

81. DE VO I TIS MONASTICIS, | MARTINI LVTHE- | RI 
IVDICIVM* IUI VVITTEMBERGAE* || [Titelbord. « v. Domm., 
Orn. 77.] 

= V. Dommer 266 [„wahrscheinlich noch 1521 gedruckt*^; 
vgl. Veesenmeyer, Litterargesch. der Briefsamml. . . . von . . . 
Luther. Berlin 1821. S. 169.]. Köstlin, Luther (4. A.) 1 S. 501 f. 
Heyer 113 (S. 411). W. A. 8 S. 570 A. Erl. A. 0. v. a. VI 
S. 236 Abs. 3 [ungenau]. Oesterheld S. 16 Nr. 110. Cat. Beck 
S. 21 Nr. 113 [„7,50 Jf.«]. Schwarz S. 114, 19. Vorl Exemplar 
verbunden: In Lage Ff u. Nn die 2 inneren Bl. als 
äufsere; Lage LI mit li vertauscht. 

In 4», 60 BU.j 60 v. leer. 

Wittenberg, [Melchior Lotther d. J.]. 

82. DE VOTIS I MONA- | STICI8, MARTINI j LVTHERI IV- j 
DICIVM. III BASILEAE | ANNO M^D^XXH^ || [Titelbord. 
= V, Dommer, Orn. 102.] 

= V. Dommer 267. W. A. 8 S. 570 B. Erl. A. 0. v. a. VI 
8. 237 Abs. 3. Schwarz S. 101, 7. 
In 40, 68 J5K., 68. leer. 

Basel, [Adam Petri,] 1522. 

83. (S^n tre2t) t^oamanung äRar*- | titti fiutl^er iivi allen Sl^^tf«- 1 ten«' @id^ 
tjtt t)i»^uten I für auffrul^r t)nnb j @m^orung« |||||| Suittetnberg« || 

291 



1522 



— 30 — 

1522 « V. Dommer 270. W. A. 8 S. 673 B. Erl. A. 22 8. 43 Nr. 3 

[?, hier: „df^xu \ ftcn", ^anffru^r"]. Ruland a.a.O. 8. 41 
Nr. 294 [nach ihm Originaldr.; vgl v. Dommer]. 
In 4», 10 Bü., 10 r. leer. 

[Wittenberg, Melchior Lotther d. J., 1522.] 

84. (Sin mifftue alln ben | fo bon kuegen beiS tooit gotteiS | berfolgung 
leiben tröftlid^ bo | 2)octo2 äRortin Sut^er an | ben (Smfeften $art<- 
mut I bon Q^ronberg gefd^ri | ben/ bnb auff bie fei- | big ^artmut 
bo I Sroberg^ ant*- | »urt« ||| a ®t) n)erben eüd^ bon nte^- | ned 
nameniS n^egen/ S(ug ber | berfamlung ftoffen/ tottä^tx \ ber^anet 
bife ja bem enbe/ ber | ttjirt felig^ || [Titelbord. Om. 11.] 

Cfr. Erl. A. 53 8. 119, 45. Panzer 2 8. 70 Nr. 1322 [NB! 

verdruckt: 1222 st. 1322] [abweichend: Titels. 1.: „miffine", 

Z. 3: „bo", 5: ;,®mneften ^ortmnt", 11: | ®t) . . . tnd) . . .]. 

Köstlin, Luther (4. A.) 1 8. 554. 

In A^j 10 Bll, Sign. aij. — dii (b nur 2 5M.) ; ohne Cust. — 2 Ch-ö/sen 
Schwab., die gröfsere: Titelz. 1, Bl. \v. 1, 5v. 18, 8«. 17, 10 r. 17. Cptz. 
Clmbr. 105/7 mm, 85 Z. 

£2. 1 V.: I S^efuiS« || a ®unft tonb frtb bon aot bnferm bater Dnb Dnfere 
ber- I rcn SÖefu ... 5i. 5«. 17: | @ote8 gunft fe^ mit cücb Steien. [Spat.~ 
S^artinuS Sut^er* | ^artmütS bon g^ronenbergS ant | tDnxt auff bo2genbe mtfftue. 
a ^cn fribcn . . . Datum u. ScMufs %v. 14: | ... etoülitfe* ^xavx. 2)atü auf 
mötag na4 be l^aiügen $a(mta^» ^nno bfti« Wi* 3. ^^tj* | o i^artmiit boh 
G^ronberg. | @in auffge^cgnuf^ ethcber \iaxi)(^i axiU \ !el au^ b'ftaOflg gogen/ . . . 
lOr. 17: I ©cWlufa bifcr betteHung» | . . . Schlufs Z. 35: | fott faincr gtoc^fel 
l^aben. [Spat.] 2lmcn. || Veno leer. 

[Angsbarg, Melchior Ramminger?, 1522?] 



85. \If^ rot. Druck i\ Hufglegung ber | [schwarz:] C^JtftcII bnnb 
rot:] ffiuangeli [ [schw.:] be^ | [rot:] HbuentiJ [schw.:]^ \ 
3Rartinu« Sutl^er [rot:] ♦ || SBittcmberg [schw.:], \ 3» [rot:]^ 
[schw.:] S) [rot:] ♦ | jfij || [Titelbord. = v. Dommer, 
Om. 69 A.] 

Erl. A. (2. A.) 7 8. XXVHI Nr. 1 [doch Titele. 9 : „jjü/ w. 
aw äcäZm/s äZ. Abweich:]. Panzer 2 8. 62 Nr. 1281. Cfr. 
V. Dommer 8. 156 ff.; e. andere Zeitbestimmung in Kolde, 
Luther U 8. 7. Köstlin, Luther (4. A.) 1 8. 307. 

In 4S 104 Bll.; Sign. SCi}— 3itt, WÜ—mWi {st. @ii:@iiD «. Bogen- 
cust. (a. Ende v. Laae ^ u. x st. a. einf. Cust. etw. erweiterter Hinweis 
auf den Text des folg. Bl). Titel u. Lemmata, auch J. Z. des Bubrum in 
got, sonst Schwab. Sehr.; kleine got. üncicUinit. (NB! Q verkehrt: ST)/ Titelz. 
1, 8, 5, 7 u. 9 in rot. Dr.; Z. 8 bedeckt den oberen Band v. Z. 9; es scheinen 
cUso d. schwarzen Buchst, nachträgl. auf gedr. z, s. — Clmbr. 99(/l 00) mm, 
37 {auch 38) Z. — Sndschrftl Margin. ; cfr. auch Not. zu Nr. 87. 

Bi. 1 V. leer; 2 r. [m. Sign. STti] : | Slm erften fontag | bc» 8ü)uent8 @bifteE | 
«0. riü. II (ßMcbcn b2uber-f30 »i)2 benn | foldb» toiften/ . . . | u. 28 Z. Bl. 80 r. 
[m. Sign. §tij: | 2lm anbemn fontaa | ... Ä. 73 r. [m. SiV». 2r|: | S(m britten 
tontag [t oben verstümmelt] bed | ^buentS . . . Bl. 85 r. [m. Sign, g] : j S)ie 

292 



— 31 — 



®j)tjlell am bicrbcn 1 (Sontag . . . SMufs Bl 104 r. Z. 5: | Sol&annt» mit ötcl 
fcbaren ^uanaeUften Sl3J^@9l, ||||||[ ©eb^ucft gu SBittemberg burc^ | 3ol)ann @2miens 
berg/ nac^ ^%2\\i ge))urt %axL^ \ \mi funff ^unbert t^nnb ^ttei} Dnnb | ^tten^igfien 
3ar. II BZ. 104«. Zccr. 

Wittenberg, Johann Grunenberg, 1522. 



86. Uon bc^ber gcftalt | beg ©acramcnti^ [so] \ ju ncmcn : bnnb 
anbcr mtot \ rung» 3)* SR* | Sull^crg mc^nung» || 3R 2> jjij. 



1522 



[Titelbord. Orn. 31.] 

Erl. A. 28 8. 285 Nr. 1. Panzer 2 S. 71 Nr. 1330; Erl. A. 
w. Panzer: ^^Socramcntg". Kößtlin, Luther (4. A.) 1 S. 551. 

In 4«, 14 Bü., Sign. SCij— ^ij (3) nwr 2 B«.); m. Bo^encust Ohne 
Impre88.f Drucker unbekannt. Schwab, in 3 Gr., Titdz. \ — 6 %n fetten Titel- 
lettem, Text in abaenutzter kleiner alter Schwab. Sehr.; Titelz. 7, Bl. \v. 1, 
6 t;. 13 in der mitueren; aröfsere Initialen: l v. 4, 2v. 9. Clmbr. 103/5 mm, 
37 Z. — Auf d. TiteWl. hndschrftl. N.: -Sum ülrici Zünners | Neagorici | 
Anno 1575.''; aufserd. einige Margin. u. {m. 14 v.) Notizen. 

Bl. \ V.: I seilen meinen lieben l^em bnb baubent | in ^l^aifto/ @nab t)nb 
frib bon got önferm bater | bnb . . . | (@)2lnct 3faulu8 nennet bo8 l^eijlig . . . 
Schiufa 14 r. 11: | be bnnb ftercfe fei) mit euc^ allen. 4^ 2lmen. || Dwht unter 
d. Z. d. Cuat. ^ij. Best der Seite u. verso leer. 

[Dmcker nnbekannt.] 

87. SSon Berber geftalt bci^ ©a- | cramcntd tju ncmen : | tmb anber 
nezb I tung« 2)« | SRorttn £u- 1 tl^erS me^nnng« |||||| SSutttemberg« || 

= V. Dommer 275. Nicht in d. Erl. A. erwähnt. 
In 4", 20 Bllf 20. leer. — - Einige hndachr. Margin. Mit Nr. 85 u. 89 
u. a. Sehr, in e. Sammetbar^d m. d. hndschr. N.: „ CHRISTOPHORVS BEY- 
ERVS :• I CYGNEVS :♦ | 1574». 

Wittenberg, [Melchior Lotther d. J.]. 



88. Uon mcn* 
SSittemberg« 



'd^cn leeren ju 
M, 3)* XXII. 



mc^ben* ||| 3)* äRartini | ßutl^cr* 

[Titelbord. Orn. 8.] 

Erl. A. 28 S. 318 Nr. 1. Panzer 2 8. 72 Nr. 1336. Köstlin, 

Luther (4. A.) 1 S. 555. 

In 4°, 8 Bll, Sign. ^ STs, 83— ©iij; ohne Cu8t. Schwab. Druck: 1. Titelz. 

u. Bl. 1 V. 1 größere fette TitelleHem; Titelz. 2—5, Bl. Iv. 2, 2r. 1 in miUel- 

grofsen Typen. Zierinitialen: Bl. 1 v. 5 (auf schwarz. Orimde) u. 2 r. 3. 

Cftz. Clmbr. 95 v. Iö2-t 03 mm, 36 {auch 37) Z. — A. d. Titdbl. hndschr.: 

„Irmircher''. 

Bl. iv.: I Sl^efu» || mm hk bi^biec^Iin lejen | ober l^&en/ @eb gott 
gnabe tmh \ berftanb. amen- || (SM Tlaxibt ßutS^er ^ab bife furft büeAIin/ | 
gü trofl... 2r. [m. Stör». 2l2]: | $)a8 menfc^en leeren gu me^ben | feinb- Ötunb 
Qü^ ber gcfcbjifft, || (S))(5r erft/ SRofe» S^euteronomio/ ba8 ift/ fm fünf | ten 
bä$ . . . Schlufs Sr. 20; | b2et) bnb gtoatin^igiften. || £aft eud^ nid^t mat)fter 



bai^ffen. 1 Slin ma^fter ift tn tm N] I @^2i{tug; | Simen. ^a ble^bts be^* || 
MeÜBt d. 8. u. verso leer. 

[Augsburg, Sigmund Grimm & Marx Wirsung?,] 1522. 



89. Uon ntenf(i^en | leren tgu me^ben || 3)» äRarti« Sutl^er^ |||||||| | äBitten« 
bcrg^ I 3R* 3)* jjti> | [Titelbord. = v. Domm., Orn. 82 Ä.] 

293 



— 32 — 

1522 = V. Dommer 277. Heyer 118 (8. 412) [^SJmi^]. Erl. A. 28 

S. 318 Nr. 2 [hat Titelz. 2 e. Schlufspunkt, dagegen Z. 3 w. 4 

keine, 9v. 23: „ju"]. 
In 4» 10 Bll, 10. leer, — Cfr. Not. zu Nr. 87. 
Wittenberg, Nickel Schirlentz, 1522. 

90. Uon menfd^en | leren ju me^ben* || 3)* äRarti* Sut^er* |||l|||||||| SBitten- 
berg* | STO. 3)* 3E3Ei^ || [Titelbord. = v. Dommer, Orn. 128.] 

Erl. A. 28 8. 318 Nr. 3. Panzer 2 8. 73 Nr. 1338 [doch 

Erl. A. u. Fanzer: 2V4 Bogen u. ^ju"]. Oesterheld 8. 17 

Nr. 117. 

In 40, 14 Bll, Sign. 2lii— (Siij (23 Teme); ohne Cust. Kein Impress. 

Bord, schlecht kolor. 1. Titdz. spitze got. Typen , sonst Schwab., etwas 

gröfsere II r. l. Clmbr. 102/103 mm, 36 {auch 37) Z. 

Bl \v.: \ 31^efu8 | Mm bie bi^ büc^Ie legen ober ]^62en i [so]\ @eb gott 
anabe önnb berjtanSt | amen. | 3(6 Tlaxixn ßutj^cr ... Z. 24: | amen |J 2r. 
Im. Sign. Slii]: | %af^ menfd^en 2tttn gö me^ben fmb | @xvmb an^ ber f(62tfft. || 
<fcer erjit, 2»oje8 ... 9 t;. 21 : | ©^ziftu». | Slmen ha blc^^b» httj. \\ \Oleer. 11 r.: | 
änttt)02tt auff Sptnd)t \ fo man förct mcnfdjen lere | gfi ftercfen ®. Tl* 2» | ^er 
erft ift ßuce. 10. ha 662tftu8 fp2td&ti ... \Ar. 5—17 in Form eines Dreiecks. 
ScMufs I4r. 16: | ^ad fe^ hanö \ gnög. \ ^ \\ Yerso leer. 

[Augsburg, Heinrich 8teyner,] (1522?). 

91. Uon men^ | fd^en lere 3U | me^ben« || 9(nttn)02tt auff | f))2u^e go 
man füret men- | fd^en lere ju me^bcni [so] || 3)^ SKart* Sut^er* | 
SBittembcrg^ | SR • J) • jjrij • [Titelbord. = v. Dömmer, Om. 70^. 

Sehr ähnl. v. Dommer 280. Erl. A. 28 8. 319 Nr. 6 [„SpixOtt"]. 
Panzer 2 8. 73 Nr. 1341. 



In4<», \1BÜ., Sign. Slij — (S^üj; m. Bogeneust. Titdz. 1 (2er6e 1*. grofse 

ils schlanke, teüs breitere got. Typen 
in Titdz. 2 — A, 1 u. S u. d. Lemmata; sonst Schwab.; dreierlei got. Vh' 



holzschnittartige, aufserdem kleinere, teils 



cialen, die 2 gröfseren nur als Initialen, d. 3. auch 1 v. 35 u. 8 1;. tn Z. 32. 
Bl. 1 V. Luthers Vorwort (in Kelchform gedruckt): \ 36efu8. | (SQtten 
bie btf^ buc^lin le«' | gen obber 1^62en/ geb gott gnabe | . . . | (3)^^ aßarttn 
£iUBer bab | . . . Z. 34: | (Sf^ziftlid) b2au(6en funben« ®ott geb ba^u fe^ne gnabe* | 
21 2« ® ift • II 2r. [m. Si^n. Slij]: | ®a8 menfc^en lere gu mctjben | fmb/ grunb . . . 
8 t;. Z. 20—31 in Form eines Dreiecks. Z. HO: | ift Qnn | eu(ö | [gesperrt ge- 
druckt:] (^^fi3^X^<B. [Spt] 2l2R@9l- II [Cust.] 9 r. [m. Sign. ©]: | änttto02tt 
auff fp2ud6e/ j go man füret menfd&en lere ftu jtercfcn* j . . . J5i. 12r. Z. 1— 12 
in Form eines Dreiecks, dessen Spitze sich m. e. Winkd des Bhombus berührt, 
den die übrigen Zeilen bilden. SMufs Z. 24: | au \d)2ttfit. ^ad | fe^ bauon | 
gnug» I *.• II Best d. S. u. verso leer. — Endscnr. Marg, 
[Wittenberg, Johann Grunenberg,] 1522. 

92. Uon ben l^ailgen | Sptftel ober t)nberrid^t 9Jon ben | l^ailgen/ an 
bie Krc^ jü Srt- | furbt in got t)erfamlet. ||||| 2). äRartin« Sut^er | 
ecdcfiaftc« jü I toittemberg. |||||| aR3)*3e3eü* || 

Vgl. Erl. A. 53 8. VUI Nr. 15 u. 8. 139 Z. llff. [ohne ge- 
naue Titelkopie]. Cfr. Weller 8. 246 Nr. 2141 Z. Uff.; doch 
Panzer 2 8. 73 Nr. 1343 i. Z. lu. 3: „^ailigen", Z. 3 u. 6: „ju". 
Eöstlin, Luther (4. A.) 1 8. 552. 

294 



— 33 — 

In 49y 4 BU,, Sign, dj — dtj; ohne Citst Kein Impress. Schwab. 1522 
Lettern in 3 Gröfsen, Titelz. 1 ; dicke u. fette; die übr. Titetz, u. Bl. \v. 1: 
mittlere. Clmbr. 105 mm, 34 Z. 

Bllv.: I aWartmug ßut^er @ccleftaftc8 gu 2Bi | tembcrg/ alle ©riftcn 
3Ü ©rffurbt ^ampt bc p2cbigcm bii | bienem/ gnab . . . || @ot fei) gelobt bn 
gebenebei)et/ . . . 

Schlufs 3v. Z. 27; | eiüigfaijt. Slmen. | a ©riiffet Sol^annem ßange/ ... 
Z. 32: I ... SBittcmberg am ge^enbe | tag be« $eümoitatÄ. 2» ^ aeStj* || 
BL 4 fcer. 

[Augsburg, Melchior RammingerJ 1522. 



93. SSon ben l^aifigen || @t)iftcl ober önberrtd^t Uon bcn .| l^ailgen : on 
bie fird^ ju ®rt* | furbt in got öcrfamelt. || ®. SRartin. Sut^er. | 
(gcciefiafteg ju | toittcmberg. | 3R. 3). XXu. || 

Cjfr. Erl. A. 53 S. VUI Nr. 15 u. S. 139 u, Briefw. 6 S. 15 

Nr. 1 138. 

In 4», 4 Bll, Sign. 8lit Slttj; ohne Cuat Kein Impr.; nach d. Typen 

V. Nadler. — Titelz. 1 — 8 u. Bt. \ v. l w. 2 gröfsere, sonst Textschwab. Bl. 1 v. 6 

t*. Bl. 2r. 1 mittl. üncialinit. Clmbr. 91/92 mw, 35 Z. Auf d. Titdbl. 

hndschrßl. N. : „% (Suftine & abftine | H ^o 22." 

Bl. \v : [gi^efug. | 2»artmug ßut^cr ©cqeftafteg fso] 311 | SBtttemberg/ 




Sol^anem ßange/ . . . z. 34: | . . . SBittemberge am j* tag beS i&eümonatÄ | be» 
günff6e^en!)unbcrt önbätoaijunbgöjamöigft? [«tc" undeutlich] 3ßr8» || Si. 4 leer. 
[Augsburg, Jörg Nadler,] (1522). 



94. 8lin ©ermon öon | ber §^melfart SWarie bcr | jundfratpcn t)nb 
mutet goteg. 1 1 ®ep2ebigt ju SSittemberg/ burd^ | S). SWartinum 
Sutl^er. zc. \\\ M. D. XXU., [I. undeutl, einem L d'ÄnZ.] || [Titel- 
hord, = V. Dommer, Orn, 113.] 

= V. Dommer 294 [doch in obig, Exemplar BL 2r. Z.S:\ 
. . . l^efit . . .]. Erl. A. (2. A.) 15 S. 484, XXXVUI [aber hier: 
„muter'', „in"]. Oesterheld 8. 18 Nr. 129. Schwarz S. 96, 3 
u. 8. 97. 
In 40, 5 Bll.j e. 6. [leeres] fehlt. 

[Augsburg, Sylvan Otmar,] 1522. 

95. Uom edic^eh | ßeben^ || aKartinug Sut. |||l SBittemberg. | 3». ®. m* II 
[Titelbord. = v. Domm., Orn. 70 B.] 

= V. Dommer 303. Erl. A. (2. A.) 16 S. 508 Nr. 4 [?, hat: 
„SSom", auch Titelbord, nicht erwähnt; doch identif. m. 
Weller 2139, wo auch „SSom", ai>er TiteUinf. angegeben ist]. 
Schwarz 8. 116 u. 117. 
In 4^ 16 Bll.j 16 V. leer. — Hndschrfll. Margin. 
[Wittenberg, Johann Grunenberg,] 1522. 

96. aSon eelid^em j leben. || 3). SRor* Sut^* jjj 3)ur(^ pie ge|):ebigt 
3R. 3). Miu II [Titelbord. = Heyer, Orn. 55.] 

295 
Beiheft 21. 3 



— ä4 — 

1522 — Heyer 125 (S. 414) [Sign. Slij— 3)ti; Clmbr, 107 mm, 

37 Z, Schwab, in 4t Gr., d. 1. (sehr derb) in Titelz. 1 — 3; 

d. 2. in Titeh. 4: u. 5; die 3. in den Überschr. Cptis. — 

Bl 14r. 16: | ... gät/ . . .]. — Bl. 14 v. hndschrftl. 

liezepte. — Erl. A. 16 (2. A.) 8. 508 Nr. 7 [doch hier: 

„SSom ©clid^en ßcbcrt", obw. a. Panzer 1355 verwiesen ist. 

ErJ.Ä. u. Panzer j den auch Heyer dtiert, Titeh. 4: „burd^"]. 

In 4°, 14 BU.f 14 t;. leer. — E, ähnl. Bord, kommt bei Ansdm, Hage- 
nauy vor. 

[Nürnberg, Johannes StüchsVJ 1522. 

97. SBgld^e j)crfon ber^joten | finb ju ceüd^cn in ber l^atligcn fd^aifft 
ba^bc ber freunbtjd^afft bn | SRogfd^offt. || Ttax^ Sutl^cr* 
[HoUschn. Orn. 1.] 

Erl. A. (2. A.) 16 S. 509 a. Panzer 2 S. 75 Nr. 1357 [doch 
Erl A. u. Panzer: „ju", „greunbtfc^afft"]. Oesterheld S. 18 
Nr. 136. 

In 4°, 2 BIL; ohne Cust^ Num. u. Sion. Kein Impr. Titelz. Im. 4 
etw. gröfsere got. T.. anscheinend in Hotz geschn.; aufserdem zweierlei 
Schwab. Schr.j die grö/sere jBi. 1 v. 1, 2, 7, 15. Ctnibr. 83/84 mm. — Hndschrftl. 
K: „©uftine & abftinc, | H Ao 23." 

Bl. W: \ g^cfuS I SSclc^e pcrfon öcrbotcn | ftnb ^ü cclid&en ... Z.T. \ 
Ucrpotcn üerfon ber frcunbt* [« undeutU \ fc^afft ftnb bife. || ... Z. 15; | Her* 
boten perfon ber ajioa« | Wafft flnb btfe. || . . . äcä/m/« 2r. 30: | too2t/ ber 
\dX^nti[NB!iundeutl]nW. \ SWartini ßut^er. | »Inno 2». ^. XaEü. || 2 t;. leer. 

Mather I S. 235 Nr. 1585 meint jedenf. d. vorliegenden JUruckj da er 
auf Panzer S. 75 verweist. Nach ihm ist er aus der Grunenbergschen Offizin 
zu Wittenberg hervorgegangen. Typen u. Diiickeinrichtung scheinen indes 
eher für Orimm & Wirsungy Augsburg^ zu sprechen^ u. dieser Annahme wider- 
spricht auch der Stil des Titelholzschnittes nicht. 

[Angsbnrg, Sigmund Grimm & Marx Wirsnng.] 

98. 8Hn fcrmo | burd^ SRar^ Sutl^* | gcciepa. gu SBittcn. (^tpit- \ bigct 
bon ben »ilbtnul- I fen. 3m gar. | 2R. 3). wl III »itenberg || 
[Titelbord. = v. Domm., Orn. 132.] 

Cfr. Erl. A. 28 S. 202 u. 267 [Sonderausg. des 4. der 8 Ser- 
mone]. — Panzer 2 S. 76 Nr. 1363 [doch: „Silbttiufefen^]. 

In 4«, 4 Bü. Sign. SCtj Slitj; ohne Cust. Titelz. l u. 7 gröfsere fette 
Titdgot.j Titelz. 2i*. 3r. Z. 22 got. von der halben Höhe^ sonst Schwab.; 
a. Textanf. gröfs. got. Uncialbuchst. L. Cptz. Schöner^ etwas kompresser 
Druck. Clmbr. 96/7 mm, 34/35 Z. 

Bl. 1 V. leer. 2 r. [m. Sign. Slij] : | (ß)3eben fra^nbc / ttJtr l^abcnn mm 
Qthb2t S)ie ftudf | bic ha möffen fctjn/ al8 bic mcffenn/ Sil« ain Opfer | ... 
Scnlufs 4r. 23; | ioiffcnbe/ fatn ergenmfe gegeben Jüerbe 2C. || Yerso leer. 

[Erfurt, Matthes Maler.] 

99. ®in ei^rtftlid^er fcr- j mon/ Son ge2balt ©anb ?ßctcr8/ | burd^ 
SRartinum Sutl^cr ge- 1 t^an ju SBittemberg. jm | S^betjunbä^beinfeigi- " 

296 



35 — 



ftcn öar, | Sttßcn S^nftglcubigen öaft nu^fid^ | ju Jöiffcn. | "^^ 
5ßctri et 5ßouti ©mangcliuni S?cnit | Sl^cfuS in |)artc^ Scfarec ^)5t' 
Iipt)t 2C. aRat^ei Söj. || 

= V. Dommer 312. — In Titelz, 4 e. umgeh 3W sto^^ SB. 

In 40, 4 BIL 

[Nürnberg, Jobst GntknechtJ 1522. 

100. ®^n ©crnton öon bcm | bnrcd^ten SRammon | Succ p>u \\ 3)oct. 
2Rar. Su%r. ||| «nno M ♦S) ^ü || 

Erl. A. (2. A.) 13 S. 298 Nr. 4. Panzer 2 S. 32 Nr. 1406 
[doch ErlÄ. u. Panzer: „SR. 3). XXü.'']. 

In 4°, 8 BIL, Sign. Slij— Bt (2 Quatemen)- ohne Cust Die Titelz. in 
mäfsig grofser, schlanker got., Text in derber u. breiter Schwab. Sehr.; deutl. 
Druck. Cptz. Clmbr. 103 mw, 35(/36, atich 34) Z. Ohne Impress., nach 
den Typen von Maler. 

Bl. \v.: I 51 2Bic xocü ic6 bife l^cr ^n bcn ^oftiEcn önnb ön mc^» | ncn 
büdfelitt/ Don dftriftlid&cr frc^l^cijt ünb guttcn tocr | cfcn . . . Schiufa 8r. 12: | 
/mit rcc^t tote er mit bnred&t 2c. || Best der Seite u. verso leer. 

[Erfai-t, Matthes MalerJ (1522?). 

101. @tn K^riftlic^e öS | Daft zöolgegriibte beiöc^* ] fung öon bem 
Sungften j tag SSnnb bon feinen jetd^en ba^ er oud^ | nid^t ferr 
mer 1 fein mag | 3)* SR* 2* || D $err ^ilff bnnfe mir berberben. | 
aRati biij. | "^ || SBittemberg. | 

Cfr. Erl. A. (2. A.) 10 S. 53 Nr. 1 u. Panzer 2 S. 67 Nr. 1311 
[hier: „toolgcgrübetc", „Sü^oftctt" i^^- //Sungftcn", „nit" 
w. lieine Titele, m. Blatt]. 

In 4<», 16 Bll, 16. [leer] fehlt; Sign. Srij— S)iii (»üj nicht gedr.); ohne 
Cust. Titelz. 1 — S Titelgot ., 1 bes. grofse u. fette, sonst Schwab, v. 2 Chr., 
die gröfseren in Titelz. 11^ den Anfanasz. u. Lemm. bzw. deren Anfangsz.; 
in Titelz. 11 u. 2r. 3 SB einem umgek.wl ähnlich; 2r.gröfsere got. Initiale. 
Deutl. Druck. Cptz. Clmbr. 102/103 mm, 35 Z. Ohne ünpr.; nach d. Typen 
V. Giitknecht. — Hndschr. Marg. 

Bl. 1 V. leer. 2 r. Im. Sign. Slij] : | ^uanjelium 2lm Slnbcren | @ontag 
im Slbucnt. ßucc. 21. || (®)@ Sßerben/ Ätxd)m fem/ in ber | @onnen bnb . . . 
Schlufs 15 V. 14: | tocrbcn önb äe^d&emll ®ot ^lab ßob. || V II 

[Nürnberg, Jobst Gutknecht.] 

102. 8lin S^rift- | I^d^c bnb öaft SBoIge | grünte betnc^fung bon bem 
Sug I ften tag/ bnb bon feine jaid^en | ba^ er aud^ nit ben mer 
fein I mag. S). aR. ß. | D ^en ^illff ön^ mir berberben. | SRatl^. 
biij. II SBittemberg. || (}^ \\ [Titelbord. Orn. 13.] 

Erl. A (2. A.) 10 S. 53 Nr. 8. Panzer 2 S. 67 Nr. 1316 {doch 

hier: „SSofgegrunte", ^^SBittenberg", auch das Blatt am Schlufs 

des Tit. nicht erwähnt]. 

In 40, 16 Bll, Sign. 2lti--3)iii; ohne Cust. Kein Impress. Typen: 
1. Titelz. grofse got.; aufsera. Schwab, in 2 Gr. Titelz. 2 u. 9, Anfangsz. 
u. Überschr. bzw. deren \. Z. in d. gröfseren Schwab. Sehr., sonst grofse deutl, 
Textschwab., 2r. grofse got. Init. E. Cptz. Clmbr. 107(/108) mm, 35 Z. 



1522 



297 



3* 



- 36 — 

1522 ^^- 1 ^' ^^- 2r. [m. <Si^. glij]: | (Suangeltum am Slnbcm | Sontag im 

Slbuent ßucc. jjj. ||| (®)@ toerbcn gaic^cn fc^n 3nn ber I ©onnctt bnb in bcm 
fßlotl^ ... 6 1?. 19: ^ oÄn« Mit^eteMcAe. 8 r. 1 : »»^ie" etwas üb. d. Zeüe empor- 
geschoben. Schlufs 15 v. 15; | tung ht allen gotteS lD02tm tuercfen Dnb gatd^en* || 
■^* @ot ]§ab £ob. ,^0 || Best d. S. u. 16 leer, 
[Angsbnrg, Melchior Bamminger.] 

103. 8lin fd^5ne frag | Snb änttüurt S)cn 3ung | cn fünbcm/ gu ön 
bertoc^ f en. / @oi ju er | fennen/ aud^ in anrüffen aU ain t)at 
Jß^ ittj 2)en jungen k)afi nä^ßd^. ..^B || ^mjar. \so, ohne 
Spatium] M D XXH. ||||| Stuf 3)oä. 3Rar. Sut. Sccr. || <^ || 
[Titelbord. Orn. 14.] 

Weller 8. 246 Nr. 2151 [docÄ /wer; „fd^öne", „S^\ „in", 
;, anrüffen", „M.D.XXn."; auch die Hände u. das Blatt nicht 
erw.\ Veesenmeyer, G.: Siterar.^bibliogr. Jiad^rid^ten ö. einigen 
göangel. catcd^et. ©d^riften u. Katechismen etc. Ulm 1830. 8. 8. 

In 4°, 8 BU. Sign. Srij— SBiii; ohne Cust. Kein Impress. TiteU. 1 
ofsegot. Titellettem, sonst Schwab., Titelz. 2 u. 7 gröfsere; 2r. 1 grofse 
nit. SB; statt % umgek. (B (9). Einige Marginalien. Die Fragen durch 
Cptz, hervorgehoben. Chnbr. 105/108mm, (34/)35 Z. — Endschr. Mntr&ge. 

Bl. 1 V. leer. 2 r. [m. Sign. m\\: \ m)m biftu. 2lnttourt/ ain fumünftige 
fd56 I pfung gotö önb ainc t6bftid6 [so] a äBarum | bcfd^üff . . . Schlufs Iv. 32; | 
überttjmbt öno öottcnbt ber toirt feiig. 2lmen. || 8 leer, 
[Angsbnrg, Melchior RunmingerJ (1522). 



Tn 



104. ®* SWar* Sut* | ©crmon am 5ßalmtag | Snnl^altcnbt öon ber jufunfft 
S^2iftt. 3Ste man S]^2iftum | erfenne fol. S(ud^ augleg' | ung toai 
ba« ©»an* | gelium fc^ :c. ||| SBittcnberg 3». 3). XXij. || [Titelbord. 
= V. Domm., Orn. 128.] 

Erl. A. (2. A.) 16 S. 304 Nr. 1. Panzer 2 8. 77 Nr. 1368. 
[Erl. A. n. Panzer: ^^juhinfft".] Oesterheld 8. 19 Nr. 143. 
In 4°, 4 BU^ Sign. Slij ^üj; ohne Cust. Kein Impressum. Schwab. 
Druckj Titel in 3 Öröfsen, 1. Zeile sehr grofse, fette Lettern, Zu Beginn der 
Abschnitte got. Zier-Initialen versch. Gr. Clrnbr, ^100/) 102 mm, 36 Z. 

Bl, 1 V. leer. 2 r. [m. Sign. Sltj] : | (^)S18 beütig ®toangelium ift gefc^jiben 
burc^ I ben ©toangeliften aRatl^eum am 21. 3u I tocld^em . . . Schlufs Bl, Ar. Z.9; 
ift bie befcöauung be8 ctoigcn lebend» Slmen || Best der S. u. verso leer. 
[Angsbarg, Heinrich 8teyner,] 1522? 

105. (S^n @ermon | t)on ber fünbt/ gere^« | tiglait tö t^rtail/ ge* 
^Jiebigt burd^ 2)o | cto: SWartinfi I Suttl^er, J| S^l^öJinii^. yöi. 
SBittemberg. || [Titelbord, = v, Domnier, Orn. 139.] 

Erl. A. (2. A.) 16 8. 338 Nr. 1. WeUer 8. 289 Nr. 2562. 

In 4°, 4 Bll.f ohne Sian, u, Cust, — S. l et a.; nach der Bord, v. Jobst 
Chitknecht, Nürnberg. In a. Erl. A, als ürdruck v, 1522 bez,; nach Weller 
V, 1523. Der früheste der datierten Drucke trägt allerdings die Jahreszahl 
1523; doch ist eSj da der Sermon bereits am 18. Jfai 1522 gehalten worden 
ist, sehr wahrscheinlichj dafs er schon 1522 gedruckt wurde; und dafs er zu- 
nächst undatiert erschien, ist ja bei Lutherarucken nicht ungewöhnlich. Die 
Bordüre ist mir nur in datierten Drucken von 1523 begegnet, — Titelz. 1 grofse 

298 



— 37 — 

MissaUntchstf 2 — 6 m. 8 m. ^7. 2r. 1 in gröfserer Titelschwäb, j sonst breite, 1522 
schöne Textschwab. 2 r. atich das nach v. Do, für Ghutknecht cnarakteristische 
^ctoangclion". SB in Titelz, 8 einem umgeh, m ähnlich. Clmbr. c, 108 wm, 
30—32 Z.f je nach den Spotten, Cptz. 

Bl, \v. leer. 2r.: \ ^uff ba8 ^ttjaiwclion Sol^attni». jöj. | 3d& gec gu 
bcm bcr midb gcfanbt ^aU J| H 3n bifcm ©feäaclio ... \ u.n Z, Schlufs Ar. 
20: I rcd^tiafait öfiörtati/ barumb muffen Jüir fcöcn/ Ic^b önb leben* Slme. | 
@ot ^ab lob« II Best der S. u. verso leer. 

[Nürnberg, Jobst Gutknecht, 1522?] 

106. Slitt ©ermon | ?lnt t)fin9ftag. bj eüä \ geüum. Qoa. püj. tuet mid^ 
Itebtt/ ber noirtt me^ne | toozi l^alten. || a ®ef)2ebtgt S)urd^ 2)octo2 
SWarttin Sut^cz. || SBittemberg. || [Titelbordüre Om. 15.] 

Erl. Ansg. (2. A.) 12 8. 282 Nr. 1 [wie Pawjgrer]. Kuczynski 
8. 137 Nr. 1487 [„ i/^ ^"]. Oesterheld 8. 19 Nr. 145 
[„DrwcÄ t;. Jfar^. Landsberg in Leipz.?"\ Panzer 2 8. 78 
Nr. 1377 [„eöägettum", „S38ittenbcrg'', kein a]. — Das vor- 
liegende Exemplar ist am rechten u. z. T. am oberen 

Bande beschädigt. 

In 4®, 4 Bll.y Sign. SIü Miu ohne Cust. Kein Impressum. Titelz. 1 
in größerer got. Schrift, aufseraem zweierlei Schwab., Titelz. 2 u. 8 t«. 
Anfangsz. Bl. 1 1;. 4 in dfir gi^öfseren; l v. gröfsere got. ündale ^. — 
ambr. 106(/7) mm, 34 Z. 

Iv.: \ [a] atm $ßf^ngilag ba8 ©uangcltum. Soan, jüit | SBcr mtd^ liebt/ 
ber toirt metne to02tt_l ^altten. || (®)2( fteet ber 2:ejt !Iar. toer @ot J lieb hat . . . 
u. 28 Z. — Schlufs Bl.4tr. 9: \ bafi erfiltte @otte8 gepot, 2)arnac6 bin \d) nit 
meer fc^ulbig« || Best der Seite u. verso leer. 

[Augsburg, Melchior Ramminger, 1522?] 

107. Sin ©emto | 8lnt fpngftntontag [so] \ ia^ @tt)ongeItum S^an. ü 
Vl\o I ^at got bie toelt lieb gcl^abt* ac. |J ©epiebiget 3)urci^ S)octo2 • 
SKortin Sut|er. |{| SBittcnberg | [Titelbordüre = v. Dommer, 
Om. 120, cfr. Anm. Z. 4—6.] 

mcU in d. Erl. A. (2. A.) 12 8. 338 erwähnt 
In 40, 6 BU., Sign. Slij — SBii (4 u. 2 Bü.); ohne Cust. u. Num. Kein 

Impress. Schwabacher: Titelz. 1 in Holz geschnittene sehr derbe u. grofse; 

aujserdem noch zweierlei Typen, Titelz. 2 u. 1 gröfsere. Bl.2r. Z.Z etw. 

gröfsere und öfter kleinere got. üncialinitialen. Clmhr. 100/102 mm, 33/34 Z. 

Vorl. Exemplar am rechten Bande beschädigt. 

Bl. 1 V. leer. Bl. 2 r. [m. Sign. SCtj] : | a 5fan $ßflngftmontag ha^ ©toan* 

gelium . . . | Sllfo l^at got . . . gcbabt *2c* ||| (^)M ift aud& ber redeten (Juan* 

gelia ainS toie ft) 3o^ft= [undetUl] \ ne« . . . Schlufs Bl. 6 r. [m. Sign. SBij] 

Z.2: I ber mit htm glatoben önb l^elffent ba« re^d& auftbra^ten. |1 Bl. 6 v. leer. 
[Augsburg, Jörg Nadler, 1522?] 

108. Slin ©ermo J ?lm 5ß fingftmontag [so] \ \^a^ [so] ©toangelium 
Qoan. üj Snfo | $ot got bie weit lieb gelobt, jc. || ®ep2ebiget 
3)urd^ S)octo: | 3Rartin Sutl^cr. || SBittenberg || [Titelbord, wie 107.] 

Erl. A. (2. A.) 12 8. 338 Nr. 2. Panzer 2 8. 78 Nr. 1379 
[doch Erl. A. u. Parier wohl irrtümlich „5 JBK."]. Weller 
8, 289 Nr. 2557 [„1523"]. 

2W 



~ 38 — 

1522 Äufser obigen Ahweichungen mit dem unter Nr, 107 beschriebenen 

Druck abereinstimmendf BL 2r. 3 deutlich, 
[Augsburg, Jörg Nadler.] 

109. 8lin* ©ermon* | ©ccunbum Sucant, | ®e})2cbiget SSon. 3)octo: 
SKartt I tti Sutl^cr $at in jm begriff | cn SJon Überfluß ber ge^t | 
liefen guter [so, doch undeutl] / ^n bc« | fd^alcf^afftigcn | fncd^t. 
«nno. I MD.XXn. [so] \\\\\\ S33itcmberg. || [Titelbord, Orn, 16.] 

Erl. A. (2. A.) 16 S. 374 Nr. 1 [doch: ^^guter'', „M,"]. Panzer 2 

S. 82 Nr. 1402 [doch: Titelz, 1 ohne Funkte, „übcrftufe", 

„guter", „M/]. 

In 4'», 8 BU.J Sign. 5lii — S3iü; ohne Cust. Undatiertj nach d. Typen 

und der Bord, von Bamminger. Knczytiski S. 137 Nr. 1495 hält es, auch 

woM m, Bücka, a, die 2 sächs. Wappen^ für einen Stöckeischen Druck. 

Titelz. 1 in derber Fraktur ^ 10 in kräftiger got, Schr.j sonst 2 Gr, Schwab.^ 

deren gröfsere in Titelz. 2 und den Überschr., bzw. deren \. Z.; z. T, 9 st. ^. 

Bl. Sv. Margin. in Antiaua. Bl. 2r. Zieriiiitiale. Clmbr. 105/ 107 mm; 35 Z.; Cptz. 

Bl, 1 V. leer. Bl. 2 r, [m. Sign. §ln] : | ^03 (Suaru bfd^reibt [so] (»aiU 

£uca8 önb | laut alfo. ^cr l^er fagt. gu [n undetUl.] fcijncn iungem. 2c. || 

(^)m ifi ain red&t ))f äffen önb mün^c^. ©uä. | ^a8 . . . Schlufs Bl.Sr,n: j 

gct l^aben« |||| Schwarzes Druckersignet, Versa leer. 

[Augsburg, Melchior Ramminger,] (1522?). 

110. Sin merd | tld^er [so] Semton | SJon ber gepurt SWaric/ | ber 
ntutter gotte^ toie | f^/ bnb bie l^e^Iigcn | folle geeiert mcrbn 
bon einem ife(i d^en c^riften | menfd^en. | > | ®*3R*8ut^er* 
äfio SR »♦ m I [Titelbord. Orn, 12.] 

Erl. A. (2. A.) 16 8. 400 Nr. 4 [doch hier: . , . merf | lid^er . . . 
u. ewar mit ausdrücklicher Korrektur Wellers]. Weller 
S. 249 Nr. 2189 [weder Weller noch Erl. A, erw, d, Zeile 
m, d, Blatt, beide : ,,3Rarie | ", ,,9». 2)."]. 

NB! Vorliegendes Exemplar am äufseren Rande etwas beschädigt , so 
dafs die Marginmien nur z. T. oder gar nicht vorhanden sind. 

In 4°, 6 Bll.^ Sign, glij — 8ltitj[ {Teme)\ ohne Cust. Kein Impress. 
Titelz. 1 breite Titelschwab. j Z. 2, 10 u. 11 etwas kleinere, schlanke got. T.; 
Lemm,: gröfsere. derbe Schwab.; Text u. Margin.: kompresse Text-Schwab, 
Die mittlere u, kleine Schwab. Sehr, ähnlich auch bei Gfutknecht, Nürnberg, 
— Clmbr, 97(/98) ww, 85 Z. — 6r. hndschrfll. N, 

Bl \v.: I fUlan begct l^cut hai feft ber l^eiligc | Su^cffra^en Tlaxitl aI8 
fti gcbomn ift/ bar guc tjt gclcfecnn | toorben . . . Schluß 6r. 10; | ncn anbercn. 
aSw^SR. II "^ II Best der Säte u. verso leer. 
[Erfurt, Matthes Maler,] (1522). 

111. SlnnotaHoned W' I ^W aReland^t^oniS in | Spiftola^ $auH 
8lb at^onta** | no^ @t Qlorint^iod. || 

Erl. Ausg. 0. V. a. cfr, VU S. 490/1 u. Briefw. 3 8. 438 

Nr. 564, 1. Corpus Reformatorum XV S. 441/2. Panzer VII 

8. 463 Nr. 163 abtv. Nicht erw. in Strobel, G. Th.: Biblioth. 

Melanchth., 1775. 
In 4«, 84 BU., Sign, aii^ B — Xiii (je 4 Bll); ohne Cust. u. Num. 
Schwab, in 3 Or. u. Antiqua, Txtelz. 1 in grofser fetter Schwab, Sehr,, Titelz, 2 

300 



— 39 — 

in der mittleren ^ Titelz. 3u. 4, Lemmata u. z, T. d. Anfangszz. in der 8. 1522 
2 r. Uncial-f 3 r. Holzschnittinit.f einzelne griech. T. Cptz. Clmbr. 1Ö6--12IJ!!?*' 
37 Z. — Bndschrftl : „M. Ge. Jac. Schuuins | dello Norimb. | MDCCXIII.« 
14. Margin. 

Bl. 1 V. leer. Bl 2 r. [w. Si^rn. aii] : | SKarttnu» ßutl^cr ^^Utp<)0 SKcIaitcft* | 
ll^oni gratiö et ))acem in S$nfto. || (I) Rafcere & noli peccare, loquere fuper 
cnbile tanm & ßle, Ego | fum, qui has tnas annotatiqnes sedo, . . . Scfuufa 
d. Vorr. 2i;. 10: | inseternum, Vittembergse VicefiiDa Nona Jnlii. 1522 |l Bl. 3r.:J 
SCraumcntum ®piftoIac Slb 8fi^omanog, T| . . . 3 v. : | PAULVS SERVVS lESV 
CHRISTI 11 (Süma epiarapl^cg l&acc cft. SPauIu» di^oma | nis . . . Bl. 45 v. Z. 2: | 
FINIS II J5l.46r. [m. Sign. Mtj]: | 2lmiotationc8 ^^ilippi aWcIancötl^omg 1 3n 
©piftolam priorcm ab Sorint^io». | Slrgumcntum @j)tftoIac | . . . 5i. 68 v. Z. 8: | 
FINIS» II Ä. tiOr.Jm. 8i(/n. S]: | Slnnotatione» Sß^iUpJ)i aWelancfet^oni» | 3n 
pofteriore cpiftola ^auli ab (Sorititl^ioö || Slrgumentum ©piftolac» || . .. Schlufa 
Bl. 83 17. Z 31: | fpem in fpem, &. 8. Si dens pro nobis quis c()tra nos? 
Imprieiram Norimbergsß per Johamiem Stuchs | 10 Kai: Noaembris Anno 22 2C. 
FINIS LAVS DFO [sie] || Bl. 84 leer. 

Nürnberg, Johannes Stfichs, 1522. 




112. c^^^S) |2)agSRctücIcftas|mcnt®cutfd^* 
Suittcntbcrg. II A|| 

Panzer, Georg Wolfg.: ©nttüurf c. öoCfi. ®cfcl^. ber bcutfd^en 
Sibctübcrfesung 2). 3R. Sut^crg ty. 3. 1517 an, bt« 1581. 
Nümb. 1783. S. 58 Nr. 2. Panzer, Annalen 2 S. 54 Nr. 1255 
[,,3)cufefd&", am Schi : ^funff^unbcrt"]. Köstlin, Lnther. (4. A.) 1 
S. 601. Muther, Richard: Die ältesten deutschen Bilder-Bibeln. 
Bibliogr. u. kunstgeschichtl. beschr. . . . München 1883. S. 21 
Nr. 17. Muther, Die deutsche Bücherillustration d. Goth. u. 
Frühren. . . . München & Lpz. 1884. I S. 237 Nr. 1600 (vgl. 
8. 235 Nr. 1599). — Repertorium f. Knnstwissensch. . . . 
Stuttg. II (1879) S. 163 f. — Erl. A. 63 S. 3 Nr. 19 [„®cufefc^", 
a. Schi: „SBittcmbcrg", ,,94 fol. unb 4 ntc^tfol. S3Iättcr"J u. 
8. 170 Nr. 55. 
In 2°, 4 + 100 [m. Nr. I— C] foliierte + 6 + 93 [m. Nr. II— XCIIILJ foli- 
ierte + 1 [leeres] = 204 BU. Leere Bll. sind aufseraem beim Binden hinzu- 
gefügt w.: a. Änf.: b, nach Bl. 40 : 1, nach 64 u. n. 104 : 4, nach 110 : 8, nach 
152 : 6, nach 180 : 4, nach 204 : 1. Panzer scheint übersehen z. h., dafs Nr. LXXI 
der 2. Ser. ausgefallen isty u. zählt desh. 204 bedruckte BU. V. d. Nrr. der 
1. Serie st. XX : XIX.; st. XXIII : XIX.; st. XXXV : XXXX.; v. denen der 2. Serie 
nicht gedr.: Nr. I: st. LXVIII : LXVU; überspr.: Nr. LXXI.; zu bemerken: LSSI. 
Si^fi. 2, 3; ^—my, Sl— Slüi; a— qiii {1. Lage, di,m:A: sonst ^ Bll). Säten- 
ctut. (sie sind nicht gedr.: Bl. 1 v., 3 v., 4r. u. v., 5 t;., 27 r., 40 t;., 64 t;., 
81 1;., 104 r. u. t;., llOr. u. t;., 120r. t*. t;., 130 r., 136 t;., 140 r., 143 t;., 146 r., 
148 t;., 150 t;., 151 r., 152 t;., 155 r. u.V., 157 t;., 160 r., 163 r., 165 r., 167 t;., 
168r. tt.t;., 169 r., 170 r., 172 t;., 180r. 1*. t;., 181 r. (w. t;.), 183 t;., (184 r.), 185 r. 
(u.v.\ (186 r.), (ISTr.M.v. [dafür ISß v.]), (188 t;. [dafür 188r.J), 189r. (u. t;.), 
190(r.tt.)t;., (191r.t«.t;.), (192 t;. [f^a/wr 192 r.]), (194 1;. [<ia/tir 194 r.]), 195 r. 
(u.V.), (196r.ti.t;.), 197 r. (u.V.), 198r. (u.V.), 199v., 200(r. tt.) v., 201(r. u.)v., 
(202 r.)). — Titelz. 1 u. 2 u. Schnörkel (Vignette) in Holz geschnitten. Schwab. 
Typen in 3 Gröfsen, die gröfseren in Titelz. 3, den Seitentiteln, Überschriften, 
Anfangszeilen u. im ersten Teil auch in den Subskriptionen der einzelnen 

301 



— 40 — 

1522 Bücher, in dem Schlufsnibrum ; die kleinsten t. d. Margin.; derbe Textschwab. 
Zweierlei üncialinitialenf aufaerdem 25 Eolzschnittinit. a. Anf. der einzelnen 
Schriften bezw. Bücher (mit Aitsn. der Epistel Pauli an Philemon u. der an- 
deren Epistel Sanct Peters) z. T. mit Darstellgn. des Verf. [cfr. Muther, 
Bücherill. I Nr. 1599]; rubriziert. Bl. 82 ScMufs v. Z. 44 u. 45 u. v. d. Cust. 
beim Druck verschoben. Clmbr. 128/1 80 mm, (47 A48 Z. Die ganzen Seiten fiiüen 
21 232 x160 mm grofse Holzschnitte zur Apokalypse am u. zwar Bl. 181 v., 
184r., 185t;., 186r., 18.7r.u.t?., 188v., 189t7., t90r., 191r.M.v., 192v., 194v., 
195 V., 196r.w.t7., 197t?., 198t;., 200 r., 201 r., 202 r. {E. genaue Beschreibg. 
der der Cranachschen Schu^ entstammenden Holzschn. vgl. Muther a. a. 0.). 
Viele hndschrftl. Einträge aus versch. Zeiten auf d. inneren Einband, a, 
leeren Bü., dm Bändern'; darunter u. a. „DONVM | D. GEORGII GVSTAVI 

P P 
ZELTNEEI I ' ' \\ u. a. eigenh. EirUräge Zeltners. 

CIOIijCCXIIII 

Bl. iv. leer, 2 r. [m. Sign. 2]; \Überschr.] \ SSoarl^cbc. [Z. 1:] I (6)® 
toerc ttjol xt^t önb UUidtl baS bi8 bu(6 on alle b02r^c* | bc . . . ScUufs d. Vorr. 
3 t;. [z. T. in Kelchform] Z. 28: | auff bifc toc^fc SU Icfen lüiffcft» II 4r.; [Vber- 
schrA 1 2t)ilc68 bie rechten önb ©bliften j bud^cr bc8 naücn tefta* | mcnt» ftnb. || 
... [42 Z., z. T. in Kelchform]. 4t;.; [Überschr.] \ 2)ic ©ud&cr bc8 | nc2t)en 
tcfita* I mcntö. || ... [27 Z.] 5r. [m. Nr. I u. Sian. m: [Überschrift] \ @uan* 
ßclton @anct aUlattl^cö. [dann:] \ %a% crftc 6;apitcL || (^)38 ift ba8 buÄ Don bcr | 

§cpnrt [«o] S^cfu ... Bl. 104 r. [Schlufs des 1. T.] z. 45: | öjon bcm l^crm 
[l^cfu mit oUer frct)bicfet)t ünucrbotten. I| SJinig» || Bl. 104 t;. leer. Bl. 105 r. 
[m.iSi^n. Sf|: [Überschr.] J Sozrl^cbc auff btc ©öiftcl 1 @anct SPauIuS gu | ben 
JÜomcrn. || ... [43 Z.] Schlufs {der Offenbar. Joh.) Bl. 203 t;. Z. 10: | tottfcr» 
Bern S^t\u ©l^jift jc^ mit cud6 aßen/ Slmen. ||| ©cbjucft gu aSStttenberö [«o] burc^ 
2Wel* I c6io2 ßottlger i^l^m taufcnt funff* | l^unbcrt ^2t>ttj önnb j 32öcnfeiflftcn j 



^ 



Sox. II f^ II Bl 204 leer. 

Wittenberg, Melchior Lotther d. J., 1522 Dez. 

1523 1523. 

113. ANNO I TATIONES PHILIPPI | Melanchthonis in Epiftolam 
Panli I ad Rhomanos [sie] unam, Et ad | Corinthios duas^ | "^ || 
ARGENTORATI APVD | lOANNEM HERVAGIVM. | AN. 
M* D* XXm* III [Titelbord. Orn. 23.] 

Cfr. Corpus Reform. XV 8. 441/2 Nr. 1. Strubel, Bibl. Melanchth. 

S. 4 Nr. 35. 

In 8°, 144 Bll. Foliierg. m. Nr. 2—144; mit Seiteneust; St^n. A2— S5 {st. 
M5 : MS]|; Titelz. 1, 3r. 1, 77t;. 1, 117t;. l tw Antiqua-Majusk., sonst Textantiqua, 
TextsteÜen in VersalieUj Kommentar kursiv. Bl. 3 r. gröfsere Eolzschnittinit. 
m. Figur u. horiz. Schraffierung (cfr. Heitz, :^ni(ialf(l(im. R. II S. 11 & Tf. XVI flf. 
(u. dazu Nr. 141 u. 153): „Die Initialen fallen durch ihre geistvolle Compo- 
sition n. Anlehn, an Zeichnungen bedeutender Meister wie Dürer u. Baidung 
sofort auf*); 2r., 77 t;., 117t;. st. d. Initicden die entspr. Minuskeln; einzelne 
griech. Typen. Seitentitel u. Marain.; am Rande auch die Kapitelzahlen in 
röm, Ziffern. Clmbr. 70 mm^ 27 Z. 

Bl. 1 1;. leer. Bl. 2 r. \m. Nr. 2 u. Sign. A 2] : | MARTINVS LVTHER 
PHILIPPO I MELANCHTHONI GRATIAM | ET PACEM IN CHRISTO- || 
(i) RASCERE (Sr* noU peccare, loquere fuper | . . . Schlu/s Bl. 2 v. Z. 26: | 
nia opus habes* Domlus aüt augeat 6^ Teruet te in seternü. 1 Vittenbergse 
Vicefuna Nona Julij • An- M- D- XXII: [NB! etw,undeutl.]\\Bl :ir. \m, Nr,^ 

302 



— 41 — 

ii. Sion. ASl: I ARGVMEN 1 TVM EPISTOLAE AD ROM. || (Q)VAECVN- 
07 I . . . Bl 11 r. [m. Sign. Köl Z. 16: || poffunt; l| FINIS- || Bl 77 t;.; I 
4l!> ANNOTA I TIONES PHILiPPI MELANCH | thonis in Eplftolä Pauli 
priorem ad Co* | rmtiiios» Argumentum Epiftolse. || (e)PISTOLA ... S^ 117 r. 
[m. Sign. Tb] Z. 27: | Finis huius Epiftolae primae ad Corinthios- || Ä. 117 v.; 
ANNOTATI I ONES PHILIPPI MELANCH« | thonis in pofteriore epiftolam 
Pauli ad Corinthios • | ARGVMENTVM EPISTOLAE- | (pJRIORE ...Bl^A4r, 
Z. 19: I nobis quis contra nos; | FINIS- || ARGENTORATI APVD lOANNEM | 
HERVAGIVM MENSE lANVAR- 1 ANNO ffTD/XXlil. 11 Bl 144 v.ker. 



Strafsbnrg, Johannes Herwagen, 1523. 



1523 



114. Slnnotatiottc^ | ^l^itt^penn ajlcland^tl^on^ | Ucrjaid^nuttg : ünnb 
hirllid^c anja^gfig be§ xzä) \ tcnn önb* aigentlid^en ber | ftonW/ 
bcr g^iiftel/ bic @. 5ßaului^ ju ben ail^ö- [ mcm gcfd^z^bcitn | 
ifail öbeutf^t. | + || [Titelhord. Orn. 22A.] 

Cfr. Erl. A. 0. v. a. VU 8. 490 Anm. 1. Panzer 2 S. 142 
Z. 2 u. 3. Weller S. 252 Nr. 2214 [„»erjatd^nung^ ,,t)bcutfd&t'', 
„(1522)"]. Strobel, G. Th.: Biblioth. Melanchth. (1775.) 8. 5 
Nr. 37. Nicht im Corp. reform. XV erw. 

In 40, 68 BIL, Sign, dj— rüi O'c 4 Bll.; st. ]&ii:öii, nicht gedr.: p üj). 
SeitenciMt. (fehlen auf d. Versoseiten des 4. Bl. der Lage ! u. e2e$ 2. dtr 
Lagt q). m. Iff. foliiert m. Nr. I — LXVII (es fehU Nr. LXIID. Schwab. 
Typ. in 3 Gröfsen, die qröfste f. Titelz. 1 u. 3, die mittlere im übrigen Titel 
u. %n den Überschriften bzw. Textcitaten; Seitentitel; e. kl. Zier initiale Bl. 2r. 
Clmbr. 105/7 mw, 36 (aitch 35 tt. 37) Zeilen. Undatiert, v. Panzer u. Strobel 
dem J. 1523 zugewiesen. Drucker wahrscheinlich Jobst Gutknecht, Nürnberg. 

Bl. 1 V. leer. 2 r. \m. Nr. I t*. Sign, atj] : | 2Jlartinui& ßutftcr tiJÜnfcßt 
Sßl^üippo 2Kc* I (and&tl&on @nab bnnb Sfr^b in ©b2tfto. N (3)Ärn/ bn funbe nic^t/ 
9!cbc auff bctncm pct^lin bn röe / 3c6 1 bin» / . . . Endet Bl. 2v. Z. 2S: \ 
bcbarffcft. S)cr ^err mcrc/ mh bcl^Ättc btd& m ctoigfatt. | SBittembcrg* XXIX» 3u(ti. 
Wl. 3). XXIL 11 3nn^alt/ bnb matnung be« fenttbbzicff» | $ault gu benn mman. \ 
(®)<S ^abe glctdft baulu8 . . . Schlufs Bl. 68 [m. iVr. LXVII] Z.S: \ ntxi) ber 
mitttjiräung ßi^zifti ber^ümenn. || @ott fct) ßob. || 68 v. Zeen 

[Nürnberg, Jobst Gutknecht?] 

115. 9lin ©crmon auff ba^ | ©uangelton/ bonn bent | reijd^cn man bn 
ar*. I mcn ßafaro. | Succ. jbj. | "^ || SKart. Sut^cr^ |||| M. D.XIII^ [so] \\ 
[Titelbord. = v. Dommer, Orn. 116.] 

Erl. A. (2. A.) 13 8. 1 Nr. 3. Panzer 2 8. 159 Nr. 1766 [^auf"]. 

Weller 8. 2.90 Nr. 2570. [Die Zeile m. d. Blatt erw. weder 

Erl. A. noch Panzer oder Weller]. Schwarz 8. 98, 5 n. 99. 

In 40, 10 Bll.j Sign. 2lij — ©itij (35 Teme); ohne Cust. u. Nwm. Ohne 

Impress. 2. Ghr. Schwab. Schr.^ Titelz. 1 u. 6, 1 1^ 1 u. Überschr. in der gröfseren. 

Bl. 2r., 4r. u. 6r. gröfsere got. Uncialinit. Clmbr. 104/105 mm, 33(/34)Z. 

Bl. 1 V. [Ermahnung Luthers an die Buchdr. s. Schriften nicht nach- 
zudr.]: \ Tlaxünui ßutl^cr ben | a3ii(^b2ucfcm/ gnab | bnb frib. | 3d& bit bmb 
6^2iftu8 totttcn äffe/ bic ba meine fermon | fcl&2ei)ben ... Z. 26 : gnab Slmen. | 
"tt^ II NB! Z. 18—26 in Form eines Paralleltrapezes. Bl. 2r. [m. Sign. 2lti|: | 

(aB)3r ^abfl bife l^cr in ben ©uangelien ge!)62t man* | .ddcrla^ ®jempel ... Bl.9v. 
23: I ter gaiftem, || gini». \\ Bl. \0 leer. 

[Augsburg, 8ylvau Otmar, 1523.] 

303 



— 42 — 

1523 116. (S^n ©ermon auff | bad @uangeIion t)on bem | Ste^d^en man t)nnb 

armen Sajaro. || Succ am föj. ||||| äRart. ßut^cr* || [Titelbord. 

Orn. 10.] 

Erl. A. (2. A.) 13 S. 2 Nr. 7. Weller S. 290 Nr. 2568. 

In 4", 10 Jßk, 10. [leer] fehlt. Sign, aii — ciij (6 Dueme); ohne Cust. 
Kein Impress. — Titelz. 1 in Fraktur ^ aufserdem 3 Gr. Schwabetcher; Titelz. 
2 — 5 in der mittleren ; Titelz. H, Bl. \v. \ u. Lemm. in gröfsererj das Übrige 
in Text 'Schwab. Bl. 2r. 1 gröfseres Uncial-W, aufserd. einige Antiqiui- 
Majuskeln als Initialen. Clmbr. 95/97 mm, 35 Z. 

Bl. \v. \: I SDiartinu» SutBcr bcn Söucl&« | brudern/ @nab bnb frib. || 
9W& bitt tmtb ®^2iftui8 toillcn ... Z. 16 — 2ö in sich verjüngender Form. 2r. 
[m. Sii^n. ait]: | (9B)3r ^abcn bi)6 ^cr ^n ben ©udgcltcn ... Z. 16: | S)a8 
crftc XaiL | ... Schlufs Bl.9v.2\: \ tl^u aiicö ocincn pofftcr gctjflern. || 
Z. 13—21 in Becherform. 

[Augsburg, (Sigmund Grimm od.) Heinr. Steyner.] 

117. ain ©cnbbricff S). 2ßarttnt | Sut^cr^/ über bie frag/ | Di aud^ 
^emanbt/ on | glaubfi berftoibcn/ 1 fclig »erben | mag. |||| M^D^XXIII* || 
[Titelbord. = v. Dommer, Ornam. 118.] 

= V. Dommer 333 [hat a. Schi Jünff^unbert" st. Jünff^unbert"]. 
Heyer 140 (S. 460). Erl. A. 22 S. 33 Nr. 3 [doch hier: „4" 
St. ;,ü"]. Oesterheld 8. 20 Nr. 157. Cat. Beck S. 65 Nr. 374 
[dtiert Erl Ä. u. Panzer, doch: „ober" u. a, Schi: ,,ju" — 
(„3 Jf.«)]. 
In 4", 4 Bll, 4 V. leer. — Hndschr. N.: „@ufttne & abftinc | Sto 23." etc, 
[Augsburg, Sylvan Otmar,] 1523. 

118. SSon jtoa^erla^ men- | fd^en/ toit f^ fid^ in bem glau | ben Italien 
föHen/ önb | toa^ ber fe^* ||| ©enbbjieff ©♦ SWart* | Sut^er«/ an 
©ertjog grtberid^ | bon Sojen El^urfürft tc. \\ SBittemberg* 1523* || 
[Titelbord. = v. Dommer, Orn. 129.] 

= V. Dommer 335 [^föOen"]. Erl. A. 22 8. 131 [„gSittemb*"]. 
Oesterheld 8.21 Nr. 158. Cat. Beck 8.67 Nr. 387 [am Schi: 
„bruber" — („4,50 Jlf.«)]. 

In 4°, 8 BU., 8. leer. 

[Augsburg, Heinrich Steyner,] 1523. 



119. Uon bem ©eltd^en | Seben* !)♦ äR* Cutter | ®urd^ ine gepaebigt 
2R* S)XXii, II [TitelhoUschn. Orn. 2.] 

Erl. A. 16 (2. A.) S. 509 Nr. 12. Panzer 2 S. 143 Nr. 1660 
[„ßut^er", „aR^S).XXII/]. Weller 2513 [doch hier: ,,Son'']. 
Kuczytiskl 8. 139 Nr. 1519 \hat diesen Bruch unter 1522 
eingeordnet u. schreibt desh. auch: „%tf)it bei 5ß. u. SK." — 
,,gcprebigt." - („1 ^ni 

In 4°, 14 Bll, Sign. Slij— <£)iij ((£2Bll.); ohne Cust u. Num. Kleine 
Cptz. Schwab. T.: Titeli. 1 u. Unterschr. Bl. \Av. sehr derbe, d. 3 and. 
Titelz. u. Bl 2r. 1 gröfsere Schrift als der Text. Clmbr. 112/114 mm, 36 Z. 
HndschrftL N: \ „^ ©uftine & abfline, | f 5lnno 22," ||. 

304 



— 43 — 

Bl. l V. leer. Bl. 2 r. [m. Sign. S(ii] : , 
bft nitfil fltm Bon ttüd)tm Itbtn djo | oig/ . . . Schlufi Bl Hr. lO; | (ün& 
9111(3 hai gut/ ba3 er barein gepflanei mb ae^emtt ^nt. [1 Darunter Signet 
(Engel m. aasgebr. Flügel hält e. Tafel mit d. JahremM „M- DXXIII."; 
schwarzer Grund m. ßlätterverzierg.). Unter diesem 26 mm hohes schiearzea 
Blattomam. Bl. lAv. Luthers Bild (=0m. 3) m.d.Unlertchr.: \ ^Max.Süt^ \\. 
[AngahuTg, SigmDiid Grimm, 1533.] 

130. Hon )0eDt(t(^> | et tiberfcQtt | toie nieqtt man | ^f)i ge^otfam 1 
[diultiifl ft^. I STOort. Sut^cr || Uuittenitierg | SK- 5). iliii, ]| 
[Titelbord. = v. Dommer, (h-n. 82 ü.\ 

Cfr. W. A.: A. Abweiek. 7. Dommer 336 n. 337, sowie Heyer 
H2 (8. 460). Erl. A. 22 8. 59 Nr. 2 [a. Schi: „ju", „bur(^", 
,^'Xiii."]. Paozera 8. 148 Nr. 1684 [a. ScM.: „ju", ,^3Etii."]. 
Cat. Beck 8. 67 Nr. 381 [«. ÄcW.; ,^U" — („6 üf.")]. Köstlio, 
Lnther (4. A.) 1 S. 618. 

wie V. Do. 3:J6; Titel, Lemm. u. Anfangszz. der Abschnitte in got. Sehr., aonst 
Textsckwab., ® st ti. Hotzschniltinit: Bl. 2u., 13r. u. 20 r, das Bnr. ver. 
kehrt [cfr. v. Do. l c.]. Clmbr. 10l/2»im. 34 Z. — Hndschrßl. Margin. 

Bl. \v.: \% m fiitftcn onb ^trm,' ^trm 

fjolmna ^tröog | j rmgeii . . . dat. 2r. Z. n: | 

3" ÜBitUmberg,' am I SBtiUrt^cniBtr | Sllartinue 

ßut^cr. 11 Darunter e Borbonn cgn | bltölin an 

btn b€utf(6en abel fn. 9] Z 8: | In» »nb« 

Xeqtl. II ... ^. 23 jtitis I temal ee aKlint . . . 

BLiOr.Z.M: I '. Bl.26r.Z.9: \ ürenimfft 

mitt biicdflabtn | scfaifleii furot. | ^ ||li| @ebni(ft jQ SSUtembne Suic& Slicftl | 
©(^Brlcne/ Mnno. SDI. .9. iiüj || Rest der Seite und verso leer. — Vgl. Nr. 123. 
Wittenberg, Nickel 8chirlente, 1623. 

121. iSon tueltUc^er Ober- j| !e9tt nie loe^tt man || q^t ge^otfam fdiul' J| 

big (e^. II matt, fiutfier. || SBuittembetg | an. 3). ipij. || [Titel- 

bord. = V. Domm., Om. 130B.] 

W. Ä.: C. Erl. A. 22 8. 60 Nr. 5. Panzer 2 S. 148 Nr. 1685 
[„mS.Seitii."]. 8chwarz 8. 105, 9. 

In 4», 20 Bll, 20. [ie«r] fehlt. Ohne Cuäf. u. Num. Sign, aii— eili. — 
Titel, lv.u.2v. 1) lOr. 17 w. 20; \5r. 18 u. IQ in schlanker Titetgot, sonst 
derbe TeirtsekunA.; a. Anf. d. 3 Teile je eine gröfsere got. Uncüite. Clmbr. 
llOmm, 38 (auch S" u. 39) Z. Auf den ersten 4 Blättern des coHiegenden 
Exemplars oberste Zeile z. T. weggeschnitten. — Einige hndachr. Marg. 

Bl. iv.:\ leiii burcbleiicbliflflcnn 5o(6gep03iien | gurjloi tnb ^mn/ 
^rnn Sohnnä ^cr6og ju @a(öf(en' | Sanbgraff nnn SJürinaen Bnnb aJlarggraffni 

ju I mmni ... III @nüb onb frib nnn ßijifto Bl. 2r. [m. Sign, «ij] 

Z. 2—12 in Foim eines gleichschenkl. Dreiecks. Z. tt: | . . . 3u | aBittenibetg/ 
am I neffien iarS | tag. || 1523. ||| @9@ | ^nterlgcnigtr | SÜlartinuä £ut^nr. || 
Dantnter Ciist. Sltj' dann noch 20»»» ttefer 2 quer lieg. Zierleisten; in der 
oberen (e. 9'/2<>) e. Baumstamm, um dessen Mitte ornamentales Blattwerk durch 
e. Ring twammeng^aiten wird, «. an dem 2 nackte Knaben klettern; die 
untere {c. 108/19) zeigt auf dunklem Chunde allerlei (quer liegende) Gefäfse 
u. Gerätschaften. — Bl. 2v.: \ (3)S^ fenbe »oj^^nn e^n butfilin an | ben 



— 44 — 

1523 bcutfdjcn Slbcl gcfd&Jicbcn , . » Bl. 19 r. Z. 6—14 in Form eines Paralleltrapezes, 
Schlufsz. U 14. 15: I mttt buc^ftaben gefangen | furem I /|> 

[Erfurt, Matthes Maler,] 1523. 




122. SSon mliüä)ti Obeafeit | toit mit mann ^^r | gel^orfam fd^ul" | big 
fe§ II Sreartin Siit^ea | SBittcnnberg || SR* 3)* fEÜj* || 

W. A. 6 [doch hier: ,AJu%r", ^ SBittcmbcrg "]. Erl. A. 22 
S. 60 Nr. 3 C^^'' und ^u'']. Panzer 2 S. 148 Nr. 1686 [.^, 
Äa^; ^SBittcmberg^, ^2R®3E3Eiti w. 5^e^5 ^^u", „t|"]. Oesterheld 
8. 21 Nr. 159 [„SBittemberg"]. 

In 40, 26 BU. Sign. Slii— gfiiij (S Tcm«); ohne Cust, — Die 7 Titelz. 
in Holz geschnittenej ungleichmäfsigej verschnörk. got. Sehr.; über den Titel- 
zeilen gröfserer Schnörlcel; Text in etwas stvumpfer Schwab. ^ Anfangszeilen 
u, z. T. Lemm. gröfsere Schwab. Typen. Cptz. Clmbr. 105/6 mnif 32 Z. 

Bl 1 v. : I ^em bur(blcuc6tigften ^ocbge* | bo2ne fürftcn bnb l&cncn/ ©cnn 
3o]^an» ^ertjog | gö (Sac^feen/ . . . 2r. 16: I . . . 3u SBitt^ | bcrg/ am nctoen 
jar« I tag. !DL3).mii. || (S.S.®. 1 SBnberl^cmger | SWartinu» ßut^cr, || 

Darunter: Cust. m- 2r.: J (3)^§ ^( ' ' " * '"' ^' ' 

1 — 16 

der Seite 

. 1» 5^ 55" " u. Marg. 

[Augsbnrg, Sylvan Otmar,] 1523. 



ter: Cust. Slij. 2r.: J (3)6^§ ^cib b02]^tn ein büd&Itn an be I . . . 26r. 

in Kelchform. Schlu/s Z. 15: | ren. | Slnno. 2R. S). rntj. || Best 

ite u. verso leer. — Hndschr. N.: ^SWatl^tag S32Ctt)i be pfaffen^ofe . . . 



123. (gin ©crmon öon J bcnt zödtlid^cn red^t [NB! dem t /eÄW die 
Spiti^e] t^nnb | @42k)erbt: burd^ 2)o« | ctoi äRartini Su | tl^er ju 
• 2t)xt- I tembcrg || ♦/ || 

W. A: H^ Weller 8. 287 Nr. 2528 [doch hier: „\ @ä)totxht: \", 
„Su- I tl^er", die 3 Punkte a. Schlufs d. Titels nicht erw.], 
Küczyüski 8. 146 Nr. 1592 [„s/« ^"]. Schmidt, Rupert. U 
8. 40 Nr. 78. Sdmidt hat TiteU. 5 : | . . . „ ju mu \ 
tembcrg" . . ., verweist aber auf Weller 2528 w. auf ein 
in Basel vorhandenes Exemplar. Wellers Abweichungen 
{cfr. oben) beruhen jedenfalls nur auf Druckfehlem, 
Der im Besitz der Baseler Öffentlichen Bibliothek befindl, 
Druck stimmt bis auf das dort vorhandene 20. Bl, {wie 
mir Herr Bibliothekar Prof. Meyer mitzuteilen die 
Güte hatte) genau mit dem uns vorliegenden überein. 
Wir können also wohl — die Richtigkeit der Citate vor- 
ausgesetzt — annehmen, dufs auch Schmidts Beschreibung 
mit der obigen in Übereinstimmung zu bringen ist. Be- 
ruht nun die Datierung dieser Ausgabe in dem Repertoire 
auf sicherer Grundlage, so würde damit eine Reihe von 
Drucken bestimmt sein, nach deren Offizin bereits v. Dommer 
vergeblich gesucht hat, cfr. v. Dommer 282 sowie Heyer 
172 und in dieser Zusammenstellg, Nr. 136, 143 u, 159, 

306 



- 45 — 

Mir ist es leider nicht gelungen einen Schottschen Druck 1523 
mit den gleichen Typen ausfindig zu machen. — Cfr, 
Veesenmeyer in: Theol. Stadien u. Kritiken 1 (1828) 8. 371/2 
u, Förstemann ibid. 2 (1829) 8. 785. 

In 4°, 2ö Bll^ 20. fehU, Sign, aij — cüj; ohne Cust. Titelz. 2 — 6 m. 
Lemm. in got, Typen, sonst Schwab. , Text stumpfe Schrift u. kompresser 
Druck. Die grofse, fette Schwab, der 1. Titelz. Kommt auch in datierten 
Drucken Otmars vor, die got. der Übrigen Titelz. (m. breitem 3W u. gebrochenem 
$D) auch als alleinige Titelschr. in Drucken, die zugleich das zu vorliegender 
Schrift gehörige Lutherbild (v. Domm. 4) enthalten. Oröfsere ünctcUinit. 
1 v. 1, 9t;. 1, 14 t;. 21. Clmbr. 102(/3) mm, 36(/37) Z. — Einige hndschr. Marg. 

ßl. 1 v. : I (SQSl^ff« erft m^effcn toir bag tocltli(]& rct^t oft Whrcrbt | tool 
grünten/ bg nid^t ^cmanbtS b2an . . . Schlufs 19 t;. 21; ( gen flerc. || gini»» 
— Vgl. Nr. 120—122. 

[Strafsburg, Johann Schott, 1523.] 

124. Slin ©cmu)n | Arn tag önfer gratocn | Sied^tmcfe/ getl^on jfi SBitcm- 
bcrg bur^ 3)oäo2 äRart- | t|in Sut^cr, || 3m 3ar äR » 3EIüi 
[Titelholzschn. = Hey er, Om, 4; Titelbord. Om. 17.] 

W. A. 12 S. 420 C. Erl. A. (2 A.) 15 S. 259 Nr. 1 [doch hier: 
„XaQ\ „iu\ ^SBittcntberg"]. Panzer 2 8. 156 Nr. 1741 [wo 
indes: „äw^ ^2Rart]^in\ „2ß. 3). X3Eiü."]. Oesterheld 8.21 
Nr. 163. 

In 40, 4 BU., Sign. Sit! Sliii; ohne Cust. Kein Impress. Bl. 3 r. 
1 Cptz. Titelholzschn. immittelh. unter der 6. Titelz. Titelz. 1 breite, große 
got Sehr., 2 Fraktwr u. Bl. 1 v. oröfsere, sonst kleine Text-Schwab. 1 v. 3 gröfs. 
Init Clmbr. 107/108 mm. 35 Z. — Hndschrftl. Margin. 

Bl. Iv.: 1 ^^ofiquä impUti Junt bie& [fc«n Äpa*.;] puri« | ficacioni« Sparte, 
ßuce. 2, II (S))3fe8 ©uangelia ift leicht/ öfi a(^t ir ücrftnb e» nü j tool felb»/ . . . 
Schlufs 4v. 11 : I ban ift ba« 9hinc bitnitti» xtm gef unbcn. || 

[Augsbnrg, Melchior Ramminger J 1523. 

1 25. S^n Sermon | S). SR» £♦ am ©untag | nad^ mttfaftcn* toer | aufs 
euc^ toirbt mid^ ftraffcnn | ^rgcnt umb J ein ffinbt* || So^änid 
am* büjl* I lüittemberg* 1523* || [Titetbord. = v. Dommer^ 
Om. 139.] 

== V. Dommer 350. W. A. 12 8. 453 [doch hier: „So^ani^ 
am"]. Erl. A. (2. A.) 17 8. 13 Nr. 1 [,,| toittemberg. |"]. 

In 40, 4 Ell, 4 1;. leer. 

[Nürnberg, Jobst Gutknecht,] 1523. 



126. 8on orbenung | gotti« bienft ^ii | bcr gemeine* || 2)octor SRartin^ 
Suttl^er» I SBittemberg | 3R* !)♦ j^üj* | [Cranachsche Titelbord. 
= V. Dommer, Om. 80.] 

= V. Dommer 359. Heyer 149 (8. 461). W. A. 12 8. 32 A. 
Erl. A. 22 8. 152 Nr. 1 L, gottt^bienft "]. Panzer 2 8. 144 
Nr. 1665 [,,aR. J). 3e3eiit/'j. Cfr. Centralbl. f. Biblw. VII 8. 200 
Nr. 8. Kolde, Luther U 8. 107 ff. Oesterheld 8.22 Nr. 168. 

307 



— 46 — 

1523 Cat. Beck S. 68 Nr. 389 [„3,50 Jf.«]. Ruland a. a. 0. S. 42 

Nr. 307 [führt d. Ausg. als Originaldruck an, erwähnt auch 

obige Bord., doch Titelz, 3: „gemeine.'']. — Wohl in der 

ersten Hälfte des April im Druck erschienen. 

In 4°, 4 Bll.y 4v. leer. Hndachrftl. Notiz a. d. TitelbL: „die Penthe- 
coftcs [so] MDXXlli pro 3 d [enar.]*. 

Wittenberg, [Cranach u. Döring,] 1523. 

127. Srfac^* önb Qntt- | toortt* bog iungf- | fratoc^ Hofter^ got^ | lic^* 
fflaffen muge* || S)octor aJZartin^ | Sut^er» |- SBittemberg* | 3»* 3)^ 
Jl^iil* II [Titelbord. = v. Dommer, Orn. 80.] 

W. A.: B*^. Etwas abweichend v. Dommer 355, noch mehr 
d. dort dt. Thesaur. Weigel (Kuczynski) 1585. Erl. A. 29 S. 33 
'Nr. 1 [die jedoch: „3)ag", ,,3Rartinu9"]. Panzer 2 S. 150 
Nr. 1700 [doch hier: ,,Srfad^e", „3)08"]. — Hndschrftl. K: 
„Jo. M. Bernhold Phil, j et Med. Dr. 1762. d. 28 April | Donum 
Dni [sie] Rectoris Stefft [?] | datnm 1761. j p. Pasch.« 

In 40, 6 Bll, Sign. Slij — ©ij und 1 Bogeneust. Clmbr. 94(/5) mm, 
33(/84) Z. Cptz. — BL \v. Frakturmaj. @. Titel in gröfserer Schwab, 
als d. Text. 

Bl \v.: \ ^ S)cm furfüc^tigcn mib itJCDfecn ßconl^arb Poppen | SBurger 
ju Xorgatö mei)Tic . . . freun* | be . . . frib SKartlnuS ßu* | t^er. || Bl. 2r. 
\m. Sign. Slij] Z. 26: | ... ®nbec42ift8 rctd^ ft02et/ ... Z. 32: | ... bcrtoarct/ . . . 
Bl.Av. Z. 14: I ... el)n rebe/ . . . Schlufs br. Z. 22: | SBittcmberg am Srcijtaa 
tjnn bcr oftcrtooc^e. 5lnno^ [der Punkt nach „Slnno" undeutlich] \ 1523. [Spt^ 
[Cust.] 23ii II 6 t;. leer. 

Wittenberg, [Cranach & Döring,] 1523. 



128. PHILIPPI I MELANCHTHO j NIS, ANNOTATIO | nes in 
lohannem, caftigatiores | quam qnse antea innulgat^ fnnt* | 
Vtpote in qaibus mnlta, qnaß de** fant in alijs, habentar, unä 
cum I Epiftola commendatitia M* Lu | then, Indicdqj rerum memora 
bilinm qnse paOim in hoc Anno J tationum opere excntinntur« 
Ex FcelicilTima Hagenoa. || [Titelbord. Orn. 20.] 

W. A. 12 S. 54 A [„Indiceqy"]. Erl. A. Briefw. 4 S. 149 Nr. 666, 1 
[ungenau]. Panzer VII S. 93 Nr. 204 [ungenau]. Strobel, 
Neue Beitr. z. Litteratur ... II S. 340 Nr. 6 [ungenau], 
Biblioth. Melanchth. S. 4 N. 32. Nicht Corp. Reform. XIV 
S. 1043/4. 

In 80, 144 [m. Nr. 2—146] num. 4-S = 152 5W.; von den Folionrr. 1 
nicht gedr., Nr. 19 undeutlich., st. 98 : 100, nach 99: 102 ff., st. 105 : 101. Blatt- 
cust, sie fehlen auf d. Versoseiten v. 2, 21, 22, 35, 39, lol, 131, 138, 145, 150 m. 
151 ; au^jh auf d. Rectoseite Cust. vorh. Bl. 7 u. 135 [m. Nr. 137J. Sign. Aij — Tv 
(st. D V : Cv). Dreierlei Antiqua, in der gröfsten: Titelz. I, 1 v. 1, 3r. 1, 146r. 1 
u. einzelne Initialen. Kommentar kursiv; einzelne ariech. u. hebr. Typen; 
Iv., 3r. u. br. Holzschnittinitialen m. horizont. Schraffierung [aus dem „kleinen 
(Baldang'schen?) Kinderalphabet", cfr. Heitz, Snittalfc^mucf R. I S. 18 Nr. 6 
& Tf. XVIII]. Seitentitel u. Margin. Clnibr. 64/5 mm, 25(/26) Z. Zu dem 

308 



— 47 — 

Dructcerzeichen cfr. Heitz. P.: Elsäss. BUchermarken . . . Strassb. 1892. S. 142 1523 
(Tf. LXX) Nr. 6 ib SteifT In: Centralbl. f. Bibliotheksw. IX (1892) S. S06. 

Bl \v. [unter einer Holzschnitt-Querleiste]: \ D^ NICOLAO | GERBELLIO 
Vmo ,PV ]" RE CHRISTIANO, MAR | TINVS LVTHER, || (G)RATIA ET 
PAX A I Deo patre <Sr» Domino no | Itro . . . Endet Bl. 2v. Z. 22: | priinis 
defyderant noitra fecula. Vale mi Gerbelli | in Chrifto, &* ora pro peccatore 
<&* rtulto I Luthero , Saluta omnes noftros in do | mino* VYitembergse« Anno | 
XXIII. II Bl. 3r. [m. Nr. 8 m. Sign. Aiij]: | d^ IN EVAN | GELIVM I0ANNI8, 
ANNO I TATIONES PHILIPPI | MELANCHTHONIS. | ... ScMufs Bl. 145 v. 
Z.23: I initiö mecum eftis, | <Sr*c, || Bl. 146 r. [m. Sign. Tij]: | (^ ANIMAD | 
VERTENDVM HOC INDI | CE . . . Z. 9ff. bis zum Schlufs in 2 Spalten. 
Bl. 151 V. [unter den 2 Spalten] : \ FINIS |||| Hu^anose, Ex Neacademia lobannis | 
Secerij Laucheofis. Salutis | anno M, D* XXIIL || Bl. 152n Signet m. d. 
Überschr. IIPONOIA und ßriech. bzw. lat. u. hebr. Umschrift. Bl. 152 t?. leer. 
Einige hndschriftl. Margin. sowie ein Autograph des Amoldus Opfopoeus 
a. d. J. 1558. 

Hagenau, Johannes Secerins, 1523. 

129. Id. IIb. 

Nr, 19 deutlich gedruckt. 

130. 3)ag gl^efug (li)xu \ ftu« c^n "gebor- | ner 3ubc fe^ || 3)octor 
SKartinu« | Sutl^cr^ || SBittembcrg* | 3». 3), ^ij, || [Titelhord. 
= V. Dommer, Om. 80.] 

= V. Dommer 361 [doch: Lage 2) die Sign. S)3)ij]. Heyer 
150 (8. 461). W. A.: A. Erl. A. 29 S. 45 Nr. 1. Cfr. 
Centralbl. f. Biblw. VII S. 200 Nr. 7. Oesterheld 8. 22 Nr. 170. 

Cat. Beck S. 25 Nr. 139 [„5 Jf.]. 
In 40, 18 Bll 

Wittenberg, [Cranach & Döring,] 1523. 

131. S)a« S^cju^ I Sl^jiftuS ain gcboa [NB! i etwas unter der Zeile] 

ner 3ube fe^* || J)octo2 SRartinug | Sull^cr* |||||| SBitemberg^ 
SB etw. unter d. Z.] \ 3K* D* t^xxu \\ [Titelbord. = v. Dommer, 
Om, 126.] 

Abweichend v. Dommer 363. W. A.: D. Erl. A. 29 8. 45 
Nr. 2. Panzer 2 8. 151 Nr. 1706. 
In 4", 18 BIL, Sign. Slii — ©iij, ^, ®iii [^ 2 Bll], ®— (Süh ohne Cust. 
Kein Impress. Typen und Vruckeinrichtung wie der unter der folgenden 
Nummer genannte Druck. Spatium zwischen der 7. Titelz, u. d, Fu/sleiste 
c. 28 mm, während es bei Nr. 132 c. 22 beträgt. — Hndschr. N,: ^©uftinc & 
abftine. | H anno XXIIi:" u. Marg. 

Bl. 1 17. le^. 2 r. [m. Sign. M'i] : | (803" nctoe lugcn ift aber über mitö 
ou6 gang j enn. 3cÖ fott gep2ebigett onnb ge^röbcnn | l^abenn. . . . Schlufs 
Bl. 18 r. Z. 18; | hm big tdö Wl »a» td^ gctourcft ^abe. @ot gebe \>m^ ' 
allen feine gnabe. [Spat.] 2lmen. || Rest der S. u. verso leer. 
[Angsbnrg, Melchior Ramminger,] 1523. 



132. 3)ag gs^cfn« 



Doctoj SKarti. 



®]^2iftug ain geboa | ner 3wl>c ^^* 
nu« I Sut^er» ||||| SBittentberg^ [SB etw. unter d. Z.] \ 3»* J). mu \\ 
[Titelbord, = v, Dommer, Om, 126.] 

309 



— 48 -* 

1523 ^ V. Dommer 363 [doch Bl2r.: \ ... über . . .]. W. A.: E. 

Erl. A. 29 S. 45 Nr. 3. Oesterheld 8. 22 Nr. 17 1. — Titelbordüre 

mangelhaft Jcoloriert; vgl. auch die BemerJcg. zur vorigen Nr. 
In 4», 18 Bll, 18 V. leer. 

[Augsburg, Melchior RammingerJ 1523. 

133. SDaiJ 3cfu8 | (Jl^nftui^ ein | flcbozner | 3ube | fc^* || 3)* 3»artinu« 
Sut, II Saätttcnbcrg, || Slnno. 3»* ®. jf üj. || [Titelbord. = v.Domtner, 
Orn. 99 JB.] 

= V. Dommer 362 [doch Bl. 2r. [m. Sign, «ij] Z. 2: j 
. . . über . . .]. W. A.: G. Erl. A. 29 8. 45 Nr. 6 [„41/4 
»[ogen]**]. Cat. Beck 8. 26 Nr. 141 [„4,50 Jf.«]. 
In 4», 20 Bü.y 20. fehlt tote bei v. Dommer. 
[Basel, Adam Petri,] 1523. 



134. ®a« Souff buc^Htt öcr- | teutfc^et burc^ 3»ar- j tinum Sut^er* 

= V. Dommer 393 [doch im vorlieg. Exemplar Titeh. 1: 
. . . bud^tin . . . Z. 2: | teütfc^ct . . . u. Bl. 2r. [m. Sign, äif 
ZA: I ... Tauflfer . . . find ... Z.l\ \ ... creüft ... 6r. 2: 
. . . tdölid^ . . . ^itl \ ...'BIS [nicht „28«] leer\ — D. 
untere Hälfte v. Bl. 1 weggeschnitten, — W. A: 12 8. 41 I 
[„teütfd^et." — Cfr. auch S. 38 u. 41 F; es erschien bereits 
„ grc^tag naä) bcm ^e^ügenn 5ßfingftog " in Zwickau e. Nach- 
druck]. Erl. A. 22 8. 158 Nr. 6 [doch: „t>tx- \ tcutfd^et'']. 
Oesterheld 8. 23 Nr. 186 Ltjcr- 1 teütfc^et"]. Cat. Beck 8. 68 

Nr. 391 [wie v. Do. — „Sehr selten'' — „13,50 Jf.«]. 
In 4*>, 8 Bll., 8. leer. — Am Schi, hndschr. N. 

[Augsburg, Sigmund Grimm oder 8imprecht Ruff, 1523.] 

135. ©in fenbbzieff 3)octo2 SKar- 1 ttni Sutl^cr^/ an ^an öon ©d^Ie^nife 
ju I ganfe^Quffen/ einer l^et}-* | rat^ falben* |||| ©in fenbbneff 3)octo2 
ättar- I tint Stttl^erg/ an bie bztt) ©off jundEfraioen | bie aufe bem 
fragen j^mmcr gu gre^- | bcrg ömb bei? Stoangelium | toiUcn 
öcrtribcn fein* ||||| SBittemberg* 1523* || [TiteU)ord. = v. Dommer, 
vjrnawi 139 1 

Heyer 151 (8. 461). [Gröfsere Schwab. T.: Titele. 1, 5, 10; 
JBZ. 2r. 1; 3i;. 1 u. 2. Uncialinit.: 2r. 4 w. 3 t;. 5. — Clmbr. 
107/8 mm, 32 u. 28 Z., je nach d. Spat] Panzer 2 8. 153 
Nr. 1723 [doch Titels. 1; „Senbbrieff"]. Erl. A. Briefw. 4 
8. 161 Nr. 3 [^^euangeliunt"]. 

In 40, 4 Bll.j 4v. leer. 

[Nürnberg, Jobst Gutknecht,] 1523. 

136. ©in Senbbneff Doctoa SWartini | Sutl^er an gi^an öon fd^Ie^^ j nitj 
ju S^anfel^aufen | ainer i&cirat | l^alben* 

310 



— 49 — 



Erl. A. Briefw. 4 S. 162 Nr. 3. Weller S. 288 Nr. 2540. 

In 4° 4 Bllj Sign. Slij Slilj; ohne Cust Kein Impress. Titd u. El. 1 v. 1 
got.f sonst Schwab, Sehr.; grofser deutlicher Druck. Bl. 3r. c. Cptz. El. Iv. 5 
got. üncialinitiale. Clmbr. 102(/104) mmj 27 Z. Aus der gleichen Offizin 
wie Nr. 123. 

El. lv.\: I ^cm (SeftrcTigcn bnb öl^cjicn | S^an \>ö ©cölcijniö g» S^anJ* 
bauf« I fcn . . . Z. 5 : I (@)9fiab oft frib in d&Jifto/ ©eftrengcr l&en | S« . . . 
Schlufs El. 3 1?. 24 : | t* gerne. M mtitmhtXQl 2)02nftaö [so] nacfe Jöiti j 
2)^ ^. jjüi.. I 3Äartinu8 ßut^cr. 11^4 leer. 



1523 



[Strafsburg, Johann Schott.] 



Slabfci^Iag tnic bic gc^* 



137. Drbcttug e^nS gente^- | ncn faftcn^» 
ftlid(|cn gutter ju l^an- 1 bcin finb* || SKarttnu^ ßutl^er* || SK^S)* jjiij» 
[Titelbord. = v. Domm., Om. 79 JB.] 

= V. Dommer 375. W. A. 12 S. 8 u. 8. 9 A. Erl. A. 22 S. 105 
Nr. 1 [,,Dibenug"]. Cfr. Centralbl. f. Biblw. VII S. 201 Nr. 12. 
Oesterheld 8. 22 Nr. 179. Cat. Beck 8. 67 Nr. 384 [am 
Schi: „tcmfcnb" — (,6 Jf.")]. Cfr. de Wette 2 8. 379 u. 
382. Köstlin, Luther (4. A.) 1 8. 587. 

In 40, 16 Ell.f 16 V. leer. — Hndschrftl. Not: ,Pro 10^. AnnoMDXXIII 
die VI Julij«. 

[Wittenberg, Cranach & Döring,] 1523. 

138. Drbnüg cin^ 1 gcmainncn laften«* || SRobtf cl^Iag [so] tote btc gc^ft- 
lic^n guter ju|anblf finb. j| 3»arttinu^ Suttl^er || 2R2)jjiii* 
[Titelbord. Orn. 9, roh kolor.] 

W. A. 12 8. 10 D. Erl. A. 22 8. 106 Nr. 3 [doch Z. 1: 

^Drbnug", Z. 2: „gemainnenlajleng.'', Z. 4: „jul^anbln''; citiert 

auch Panzer falsch]. Panzer 2 8. 147 Nr. 1679 [doch: ;,gel5ft- 

li^c ", „JU'' wwd „Sutt^er. 3». 3). XSiii/]. Kuczyüski 8. 142 

Nr. 1551 [doch hier: „guter ju" — („1 ^")]. Cfr. Cat. 

Beck 8. 67 Nr. 386 [abweich]. 

In 40, 16 EW., ohne Num. Sign, äii— ^üj; oäwc Cust. Cptz. Kein 

Impress. Titelz. 1 in derber got. Sehr., aufserdem e. Titelschwab, sowie FrcJctur- 

schrifl im Titel u. in den Lemmata bzw. deren Anfangsz., sonst Textschwab. 

El. 1 V. Antiqua-Init. Nyhr.% grofses Fraktur- W. — Clmbr. 97/98 wm, 33/34 Z. 

— Hndschrftl. Margin. 

El. iv.: I aWartinug ßutl^cr ©ccicfiaftef | Slflcn Triften ber gcmdnc gü 
ßc^fnicl mci | neu lieben f^cxin önb baftbem in ©rtfto [so] . @c | nab . . . Z. 6: | 
(N)8lc6 bctti/ eü(^ lieben l^craen ... Bl.br.: \ 3>^ bem namen ber l^atligcn 1 bn» 
getauten bai^faltigfait. Sluten» ||| ... iVe6cn Z. 3 a. Äancic e. schiefe I. ScMufs 
BlUr. 22: | taufentfünfl^übcrt bf jm bzc^bnbgtoentäigftcn 3are* || Best der 
Seite u. verso leer. 

[Angsbnrg, 8igmnnd Grimm,] 1523. 



139. SBibbcr bie Scr!e- | rer önb felfc^er | Sc^ferlid^g | monbatö^ 
SRartinuiJ Sutl^er* J| SBittemberg* || 3K* D* yjiij* | [Cranachsche 
Titelbord. = v. Vomm., Orn. 80.] 

= V. Dommer 368 [doch Titel wie d. 2. Exemplar v. Dommers]. 
W. A. 12 8. 61 B Anm. [Bl. 2r. das verschnörkelte G]. Heyer 

811 
Beiheft 21. 4 



^ 50 - 

1523 152 (8. 461). Cfr. Eil. A. 53 8. 182 Nr. 175 und Oester- 

held 8. 22 Nr. 174 [„Uerfc- | rcr"]. Ruland a. a. 0. 8. 42 
. Nr. 305 [doch nicht Ortginaldruck]. Centralbl. f. Biblio- 

theksw. VlI 8. 199 Nr. 2. 
In 40, 6 Bllf 6i;. leer. 

Wittenberg, [Cranach & DöringJ 1523. 



140. IN [sie] EPI8- 



AD GALATA8, | MARTI. 
LIBER AD LECTOREM 



TOLAM PAULI 
LVTHE, I COMMENTA- | RIV8, 
Plus fatis eft actum, fano modo iudice, fanum | Ad dtomachum 
facio, csßtera turba, vale« | 81 fophi^B pupis, mundi dominifqj 
placerem« | Certum eft, me domino dlfplicuirfe meo. | Prima mihi 
laus eft, nullis mea facra probari, | Qni temere a facra relligione 
tument« | Csßtera turba vale^ fola eft mihi fpefqj falufqj, | Vel 
foli CHRISTO, me placuiffe, vale, |||| VVittemberge. |J 1523, | 

= V. Dommer 320 [„Originaldruck der 2. Bearoeitung^]. 

W. A. 2 8. 439 H [doch Titelz, 1 : IN w. 154r. 12: | f{> ANNO. 

D, M. D, <Jf]. Cfr. Erl. A. Commentarius etc. 1 S.VÜI Nr. VH. 

Panzer IX 8. 83 Nr. 149 abweichend. 
In 8°, 154 BU.f 154 t;. leer. Einzelne Ell. des vorliegenden Exemplars 
beschädigt. 

Wittenberg, [Johann Grunenberg,] 1523. 



141. IN EPI- I STOLAM PA VLI | ad Galatas Marti* Luthe* Com- 
mentari us per Autorem | recognitus* || ^ ||| ARGENTORATI 

ANNO, M* D* XXIII* II [Titelbord. Om. 24.] 

W. A. 2 8. 439 1. Erl. A. Commentarius etc. 1 8. VIU Nr. VIII 
[„Com I"; kein Blatt u. keine Versalien; a. Schi: „Novembres". 
— „136 + lfol."]. Panzer IX 8.372 Nr. 666»> [keif^ ge- 
naue Titelkop.]. 
In 8<^, 136 Bllj Sign. A2 — R5 (GS nicht aufgedruckt); m. Seiteneust, 
(fehlt El. 25 V.); außerdem Foliierung m. Nr. 3 — 136 (statt Nr. 10:20. st. 
47 : 37, st. 100 : 1 10, st. 102 : lOZ, st. 120 : 102). Typen: Aufser einigen griechischen: 
Antiqua u. zwar: Titelz. 1 u. Bl. 2r. 1 in Majtiskelnj Titelz. 3 — 5 u. Kommentar 
kursiv j Textstellen (meist nur 1. Z.) in stehender Schrift j Titelz. 2. 6 w. 7, \ v. 1 
M. 2, 2 r. 2 — 4, 3 r. 1, Seitentitel u. einzelne hervorgeh. Worte in Versalien. 2 r. 
4 gröfsere Initiale (47x47 mm) auf horizontal schraffiertem Grunde {männl. 
Gesicht f dessen Eart- w. Haupthaar in ornamentalen Locken auslaufen (cfr. 
Heitz, S^itialfcftm. R. II 8. 11 u. Tf. XVII), femer einzelne gröfsere Majuskeln. 
Clmbr. 68/69 mm; 27 Z. — Hndschr. N. a. d. Titelbl: „Hunc librum mihi Vir 
Reveres I dus dn^ Johannes Opitius dono | dedit die 6 feptembris A^ 1626. | 
Georgio Fix." || etc. u. Margtn. 

El. Iv.: \ PHILIPPVS MELANCHTHON | LECTORI- 8- || Qnantü . . . 
2 r. [m. Sign. A2]: | ARGVMEN | TVM EPISTOLAE ... 2 v. 18 — 27 in sich 
verjüngender Form. 3r. [m. Nr. 3 u. Sign.A^: \ EPISTOLAE PAVLI AD | 
Galatas Caput Primum- || (P)AVLVS APOSTOLVS. Quando | iam . . . Schlufs 
El. 136 r. 8: | cum fpiritu ueftro Fratres. Amen. || Hie enim mos eft Epiftolse 
claudendae . . . Z. IS: \ facta eft; || FINIS* || Arg entorati apud lohannem 
Heruagium | Quarte Nonas Nouembres • Anno, | M* D* XXJII* || Verso leer. 
8trarsburg, Johannes Herwagen, 1523. 

312 



— 51 — 



142. 



®^n brieff an bic | ©l^riften ^m 9Hb- 1 bcr lanb ||| 2», fiut^er || 
[Titelbord. = v. Domm., Orn. 86.] 

= V. Dommer 369. Heyer 153 (S. 461). W. A. 12 8. 75 A. 

Erl. A. Briefw. 4 8. 196 Nr. 1 u. cfr. 53 8. VUI Nr. 16 u. 

8. 180. Oesterheld 8. 22 Nr. 176. 
In 40, 4 Blly 4. leer, 

[Wittenberg, Hans Lnflft.] 



1523 



143. 9lin Szieff an \ bic Sänften | im niber | lanb. ||| 2Rar* Sut^cr 
[Titelbord. Orn. 27,] 

W. A. 12 8. 76 D [Jiat am Schlufs des Titels einen PunJcf]. 

Erl. A. Briefw. 4 8. 196 Nr. 5 u. cfr. 53 8. VIII Nr. 16 n. 

8. 180. Panzer 2 8. 166 Nr. 1814. 

In 40, 4 Bll, Sign. 3lij 2lti]; oÄne Ct«*. Kein Impreas.; cfr. Nr. 123. 

Typen des Titels u. Bl.2r. 1 — 3 ^o^., son«^ grofse, deutl. Textschtoab.; kl. 

ifncialinit. El. 2 r. Clmbr. 97 mm, 25 Z. 

Bl. \v. leer; 2r. [m. Sian. SCifl: | a^artinuS ßutl^cr | @ SB [©ccicftaftc» 
SBittcbcrg.] J| Slllcn lieben b2ieDern in ß^zifto: | fo in ©ollanb/ 02abanb/ ött 
fjlanbcm I feinb/ . . . 3v. 12 — 18 in Gestalt eines Paralleltrapezes. Schlufs 
Sv. 18: I fait/ Slmcn. || "^ || Bl. 4 teer. 
[8trar8burg, Johann Schott.] 



144. 3)ag fiebeb ga^Jttel | ©♦ ^ßauli ju ben | @:i^orint^ern | Aufgelegt 
burd^ I aRartinum Sutl^er* | SBittemberg. | 3». 3). im^ II [Titel- 
bord. = V. Dommer, Orn. 80; doch h. 168/9 u. 67, b. 126/9 
w. 59/60 mm.] 

= V. Dommer 373 [doch 2 r. 2: ... ^ßietifd^ I • • • II 

(®)S«ab . . .]. Heyer 154 (8. 462). W. A. 12 8. 90 A. Nicht 
in Erl. A. 51 8. 1 u. 2 erw. Cfr. Centralbl. f. Bibliothw. VH 
8. 200 Nr. 6. 8trampf, H. L. v.: Dr. SKartin Sut^er: Ueber 
bic ®^c. ®cr«n 1857. 8. 32 (hält Jos. Klug f d. Drucker). 
Weller 8uppl. II 8. 13 Nr. 492. 
In 40, 40 Bll, 40 V. leer. 

[Wittenberg, Cranach & Döring,] 1523. 



145. 3)a§ fiebeb Ea|)itel | ©♦ 5ßauli 5U ben | El^orintl^cm | Aufgelegt 
burd^ I aRartinum Sut^cr. || SBittentberg. j SIR. !)♦ jjiij. || [Titel- 
bord. = V. Domm., Orn. 80; doch h. 166/7 w. 66, b. 128/9 u. 
58/9 mm:] 

= V. Dommer 374 [doch 2r. 2: | ... 5ß2ctifcl^ ... | ... 
(®)SRab . . .]. Heyer 155 (8. 462). W. A. 12 8. 90 B [4r. 23: 
. . . fiebeb ... 4 v. 30: | bzuber . . . | fcHc/ . . .]. Erl. A. 51 
8. 2 Nr. 3. Oesterheld 8. 22 Nr. 178. Panzer 2 8. 155 Nr. 1732. 
Cat. Beck 8. 51 Nr. 288 [„SBittenberg, ©d^irlenfe" — „5,50 Jf.«]. 
Cfr. Centralbl. f. Bibliotheksw. VH 8. 209 Nr. 4. 
In 4° 40 J5W., 89 v. u. 40 leer. — Einige handschrißliche Margin. v. 
älterer Hand. 

Wittenberg, [Cranach & Döring,] 1523. 

313 

4* 



— 52 — 

1623 146. ADVER j SVS lOANNEM FA | brum Conftantieii* Vicarium, | 

fcortationis patronnm, | proconingio [sie] facer^ | dotali, Infti lo | n» 
defen- | fio, || (^ ^ \\\ TIGVRI, || 1523 || [Titelbordüre Om. 30.] 
W. A. 12 S. 84 C. Cfr. Erl. A. Briefw. 4 8. 204 Nr. 693, insbes. 
Nr. 2. Kuczyüski 8. 105 Nr. 1138 [erw, d. Blättchen ntchf]. 
In 4°, 34 Bll, ohne Num, Seitencuat.,, diese fehlen Ä. 1, 11 v., 17 1?., 82 r. 
Sign. All — H4 (H Teme). Titelz. 1 in Antiqua -Majwkeln, sonst mittelgr. 
Text -Antiqua, einzelne ^riech. Typen. BL \v. gesperrt gedruckt. Iv., 2r., 
32t7. gröfsere Holzschnithnit. m. Figuren. El. 30 u. 31 r. ardb. Ziffern seit- 
wärts V. Text. 35 {auch 33, 34, 36, 37) Z. Clmhr. 98(/99) mm. 

Bl\vi I GRNATISS- VIRO D. GVILHELNO [sie] \ Reyffenftein apnd 
Stalbergam, amico, I. lonas. |{ (G)RACIA ... Z. 2»: | cet) fanere. Vale. 
Vuitembergae die Lauretij. M. D. XXIII. || Bl 2r. \m. Sign. Aii]: | IHESVS. || 
(y)ALDE tibi placere, tuam illum co» | dicc fortils. Faber, . . . Schlufs Bl. 32 r. 
[m. Sign. H4 unterh. Z. 26] Z. 26: | bit DEVS Amen. || 4h \\ LAVS DEO || 
Bl. 32 f.: I MARTINVS LVTHERVS, IVSTO | lonae, Prepofito Vuitem- 
bergenfi, | Marito nono. ||| (6)RACIA ET pax, tibi relinS iafte lo« | oa, 
miferü hüc compilatorem, ... Bl. 33 t;. Z. b: \ Antagoniftas. Vale mi lona, & 
ora pro | me, etiam pro ifto Fabro Amen. || ^ \\\\ TIGVRI, Anno ä natiuitate | 
Domini. M.D XXIII. || Bl.U leer. 

Zürich, [Christoph Froschauer,] 1523. 

147. OPERA I TIO IN PSAL- | MVM XXI DE 1 VS DEVS ME | VS 
MAR. I LVTH. II Vvittembergg. | 1523. | ^ || [TUeWord. Om. 28.] 

W. A. 5 8. 15 E. Panzer IX 8. 83 Nr. 147 [nicht genau]. 
In 8«, 84 Bll.y Sian. Aij — Lv (K : 4, sonst 8 Bll, st. Fv : Ev) ; m. Bogeneust. 
Titelz, 1 u. Initiale Bl. 2r. 5 mittlere Antiqua- Majuskeln; Titelz. 2, Bl. 1 1*. 
1 u. 2 u. d. übergeschr. Textstellen, bzw. Anfangsz. derselben in gröfserer 
Textantiqua, bzw. Vrss. ders.; Titelz. 8 — 6 u. öfter Anfangsworte neuer Ab- 
schnitte in Vrss. der kleineren Textantioua; Bl. 56 r. einige griech. Lettern. 
— Clmbr. 66/67 mm. 29 Z. — Hndschr. Margin. 

Bl. 1 1;. leer. Bl.2r.[m. Sign. AijJ: | PSALMVS VICESI« | MVS PRI« 

MVS I Ad Victoriam ZT 9: | TITVLVM huius Pfalmi. . . . Schlufs Bl. 84 r. 

10: I occurrerit. ||| 1) IMPRESSVM WITTEN- || BERGAE PER lOHAN- 1| 
NEM GRVNEN' || BERG. ANNO | M.D.XXIII. | MENSE. | GOT. || ^ || 
Verso leer. 

Wittenberg, Johann Grnnenberg, 1523. 



148. g^n ©cnbt- 1 brfcff oft bcrantttJOit- 1 tung cfelid^cr Slrtidcl/ an ein 
Sl^2iftlid^e gemain ber 1 @tat (S^Itng* jjj äRartinud Sut^er || tDittent' 
bcrg* I 1523 || [Titelhörd. = v. Dommer, Orn. 140.] 

= V. Dommer 378. W. A. 12 8. 152 C; Erl. A. Briefw. 4 

8. 243 Nr. 2. Oesterheld 8. 23 Nr. 180. 
In 40, 4 Bll, 4 V. leer. 

[Nürnberg, Jobst Gntknecht,] 1523. 



149. MEDITATIO PIA ET | ERVDITA HIERONYMI | 8 AVON A- 
ROLAE, A PAPA | EXVSTI, SVPER P8AL- | M08 MISERERE 



MEI, ET IN TE 
BERGAE, I 1523, 



DOMINE I 8PERA- | VI, |||| VVITTEM- 
[Titelbord. = v. Dommer, Om. 73.] 
314 



— 63 — 



= V. Dommer 377. [Im vorl. Exempl, 20 r. 22: | . . . enuiries 1523 
[sie] . . .1 W. A. 12 8. 246 A. Cfr. Erl. A. 0. v. a. VU S. 497. 
In 4<>, 20 BlL 20 v. leer. — Mndschrm. Notizen a. d. TiteWl^ u. a.i \ 
„loan: Qns, | OnolzDachen- 1 Tis Prefbyter, | me mancipio habet.*' 

Wittenberg, [Johann Qrunenberg,] 1523. 

150. SBon anbc" | ten bed (Sacratnetö | beS l^e^Iigen | leljd^namd | Sl^rifti» || 
SWart* Sut^er fJVjB.' u einem n o/mZ.] |J SSJittcmbcrg. || Jlnno^ 
aß* J). I SaeUi* y [TUelbord. = Heyer, Orn. 41 (8. 475).] 

Erl. A. 28 8. 388 Nr. 3. Cfr. W. A. : C [20 Bll, auch im 

Druck abw.]. Panzer 2 8. 149 Nr. 1695. Weller 8. 284 

Nr. 2495. Cat. Beck 8. 24 Nr. 130 [„Slnno ÜK." — („6 M.% 

In 4°, 18 J5M., Si^. Slij — ©üi (2) nur 2 m, st 8m:(gij); oÄnc Cwst. 

JTein Impreas. Titelz. 1 grofse u. fette ^ 2 — 7 kleinere Titelaot.j BL2r. 1, 

2 V. 19, 20^ 23—28, Bl. 10 r. 9, 10 Fraktur; sonst Textschwah. Cimbr. 94/96 mi», 

35 Z. Du Bord, ist unsauber kolor. — Hndschrftl. Margin. 

Bl.lv. leer. 2r. [m. Sign, ^ij st. Wij]: | Wle^nm Itcbcn Irenen bnb | 
frcünbe ben SBjfibem genant SSalbcnfeg | jn »cremen önb 2)lc]^2cn/ ®nab | önb 

fr^b in ©^«fto. II (©)© ift atn bfi^Ic^n öon bcn cütocrn-/ Z. 32: | . . . 

am« I anb' fc^nbt/ ob k)tHcl)d6t . . . bcütlidSi | er h)cre tocf ... 10 r. [m. Sign, ©tj] 
9: I SBon bem anhtttcn bc8 | (Sacramentö* || Sol^anni» . . . ScJUtifs 18 r. 33: | ... 
önnfcrg ^enen | S^efu ©^2tftt fe^ mit eud&- [Spat] a 3Ä ® 91. || 

[Augsburg, 8igmund Grimm od. 8impreGht Rnff,] 1523? 

151. aSon anbc" | ten be§ ©acramct^ | bc8 ^e^Iigen | le^d^namS | ©l^rifti^ || 

Wtaxi^ Sut^cr [NB! u einem, n ähnlich] \\ SBittemberß* || Sfnno^ 

m, 3). 1 3E3Eiii* || [Titelbord. = Heyer, Omam. 41 (8. 475).] 
Im wesentlichen aleiche Druckeinrichtung wie vorige Nr., z. T. andere 
Zeilenbrechung. Sign, ml richtig. Vielfach abweichend die Orthographie; 
cfr. Weller S. 284 Nr. 2495 BemeAg. — Abw. W. A. : C. — Einige hndschrftl. 
Margin. 

Bl. 2r.: I SJletinen lieben Irenen bnb | freunb? [undeutl. u. unsauber ge- 
druckt] ben S32Übern genant SSalbenfe« | . . . Z. 32: j . . . ainanber fetinb/ | ob 



bille^cöt . . . tijefi | ctore . . . lOr. [m. Sign, ©in 10: | @acrament8 || . . . ScMufs 
Bl.xsr. 33: j ... bnferSl^enenn [so] \ g^efu i^^2ifti fei) mit eucl&. [Spat.] 
SÄ 2» @ 91. II Verso leer. 

[Augsburg, Sigmund Qrimm od. 8imprecht Ruff?] 

152. DE IN8TI- | TVENDI8 MINISTRI8 | Ecclefi», ad Clarimmum 
Senatum Pragenfem I BohemisB, || MARTIN V8 LVTHER^ 
Vuittembergg. || [Titelbordüre = v. Domm., Orn. 81.] 

= V. Dommer 385. Heyer 160 (8. 462). W. A. 12 8. 163 A. 
Cjfr. Centralbl. f. Biblw. VII 8. 202 Nr. 15. Erl. A. 0. v. a. VI 
8. 493 [Nr. 1] [„senatum", „Vuittembergae", keine Vrss.]. Cat. 
Beck 8. 68 Nr. 393 [,,8 Jtf."]. Köstlin, Luther (4. A.) 1 8. 556 
[meint, dafs die Schrift Ostern erschienen sei\. Vgl. dazu 
W. A. 12 8. 162. 
In 4», 28 Bü., 28 v. leer. 

Wittenberg, [Cranach & Döring, 1523]. 

315 



— 54 — 

1523 153. DE INSTI- 1 TVENDI8 MINISTRIS | Ecclefiae, ad Clariffimum 

Senatum | Pragenfem Bohemi», || MARTIN VS LVTHER. | » ||| 

EIV8DEM FORMVLA | Miff» df communionis pro | Ecclefia 

Vuittem^ I bergenfi. || [Titelbordüre Orn. 23 u. 25.] 

W. A. 12 8. 164 B. Cfr. Erl. A. 0. v. a. VI 8. 493 [Nr. 2]. 

Panzer IX 8. 84 Nr. 153 [der wie d. Erl. A.: „Wittembergae 

MDXXIII?"; nach W. A. ist es wahrscheinlicher, dafs disse 

Ausgabe erst 1524 erschienen ist]. Cfr. auch d. Litteratur- 

ang. isu Nr. 154. 

In 8°, 39 nwn. u. 1 [leeres] = 40 Bll. (Nr. 22 undeutl.j 28 nicht gedr., 
8t. 31 : 13). Sign. A 2 — E 5 {Quatemen, s*. D 2 : C 2; D 4 nicht gedr.). Seiten- 
cust.f auagen. Bl. 27 t?. w. 28 r. Z. 1 der beiden Haupttitel u. von Bl. 2 r., 3 r., 
28 V. in Versalien einer gröfseren Antiqua; ebenso Initialen z. Anf. von Ab- 
schnitten [Bl. Sr. N auf d. Kopf] ; doch Bl. 2 r. Initiale G aw« einer noch 
aröfseren Antiqua; Bl. 3 r. Hofzschn.-Init. P (m. einem sich oben durch das P 
lehnenden^ an Kopf, Rücken u. Beinen geflügelten Engel u. horiz. Schraffierung) 
und Bl. 28 V. Holzschnittinit. G {m.€. Blatt -Mascaron {finster, männl. Kopf) 
u. horiz. Schraffierung; cfr. Heitz, 3nttialfc6m. R. II S. 11 u. Tf. XVII f.). Sonst 
.wohlgeformte kleinere Kursivschrift , einzelne Zeilen sowie die Seitentitel in 
kleinen Antiqua 'Versal. — Clmbr. 68/69 mm, 21 Z, 

Bl l V. leer. Bl. 2 r. [m. Sign. A2 u. Nr. 2]: | (^ CLARISSI | MO 
SENATVI POPVs I löque Pragenfi Martinas Luthems | Ecclefiaftes Vnittem- 
bergenfis* ||| (G)RATIAM 6- pacem ä deo patre noftro \ . . . Bl.2v. [a.Band]:\ 
Protefta* I tio • || [Text:] \ (I)Nprimis libere . . . Z. 17: J Chrifti-J| Z.ß — n i. 
d. Breite 
TIO [Sic 

Schlufs B1.21V. Z. 17: | dere digni 
trapezform. 

Bl. 28 r. [2. Titel] : | FORMV | LA MISSAE ET COM« | munionis pro 
Ecclefia | Vuittember« | genf i , || MARTINI LVTHERI- || 1^ || [Titelbord. 
Om. 25,] Bl. 28 v. [unter e. Holzschnitt - Querleiste m. 4 v. Mondsicheln m. 
menschl Gesichtsformen eingerahmten uosetten]: \ VENERABIs | LI IN 
CHRISTO D. NICOLAO I HAVSMAN EPISCOPO CYG:: | NEAE ECCLESLAE 
IN CHRIISTO SANCTO- || MARTINVS | LVTHER || [G)Ratiam <Sr-pa* 
cem . . . Schlufs Bl 39 r. [m. JVr. 39] Z.S:\&- cü omnibus ueftris- | AMEN; 
[Z. 1—8 in Dreieckform] FINIS- || Übrige Seite, Bl 39 v. u. 40 leer. 
[Strafsburg, Johannes Herwagen.] 




154. FORMVLA 
Vuittember- 



MI8SAE ET COMMVNIONIS | pro Ecclefia 

genfi. IUI MARTINI LVTHERL |||||| WITTEM- 

BERGAE. I M. D. XXIII. || [Titelbord. Orn. 26.] 

W. A. 12 8. 201 B. Erl. A. 0. v. a. VII 8. 2 [Nr. 2]. Panzer IX 

8. 83 Nr. 151 [„M D"]. Rosenthal, Bibliotheca Evang.-Theol. 

(KataL70) P. IX 8.932 Nr. 14741» [,,60 Jtf"." ^ Sehr seltene 

isweite Luther. Kirchenordn."]. de Wette 2 8. 434. Die 

evangel. Eirchenordnungen des 16. Jhrh. . . . hrsg. v. Aemilius 

Ludw. Richter. Weimar 1846. 1 8. 2. Jac. Guilielmi Feuerlini 

Bibliotheca symbolica evang. Lutherana . . . Norimbergae 1768. 

I 8. 261. Köstlin, Luther (4. A.) 1 8. 561. 

In 8<*, 12 BU. Sißn. Aij— Biij (8+4 Bll); m. Seiteneust. Kein Impress. 
Titelz, 1: Antiqiui- Mc^uskeln v. 7 mm Höhe. Titelz. 2, 5—7, Bl 2 r. 1—6, 

316 



ab' I jufe^ien : ®runb bnb 
SBittentberg. 1 3». S). SXiti. 



— 55 — 

7 V. 22 M. Anf. v, 23 u. Seitentitel in Veraalien der kursiven Textantiqua. 2r. 1523 
7 e. gröfsei^e Initiale {dunkler Grund m. heüen Punkten). Clmbr. c. 66 mm^ 28 Z. 
Bl. 1 t;. Uer. 2 r. [m. Si^n. Aij] : | VENERABILI IN CHRI | STO D. 
NICOLAO HAVSMAN | ... Z. 6: | LVTHER. || (G)Ratiam cSr- pacem in 
Chrifto optat. Ha | ctenus libellis . . . Schlufs 12 r. 26 : | tia tecum 6r* cum Om- 
nibus nestris. 1 AMEN. || Letzte Seite: Druckersignet^ 83 mm hoch u. 47 breit. 

— Einige hndschr. Margin. 

[Strafsburg, Wolff Köpffei,] 1523. 

155. S)ag c^tt S^rtftlid^c | ücrfatniüg obbcr gc- 1 mc^ne : rcd^t bn nta- 1 d^t 
l^obc : alle Icrc ^u | brte^Ien : bnb lerer ju | beruffen : e^n bnb 

brfad^ an^ ber fd^rifft/ SRar* ßutt^cr 
[Titelbord. = v. Dommer^ Orn. 79 B. 
= V. Dommer 386. W.A.:A. Hey er 161 (S. 463). Erl. A. 22 
S. 141 Nr. 5 [^3E3Eiii'']. Nach Kolde, Luther H 8. 105 ^biefleid^t 
Dftem 1523" erschienen. So auch Köstlin, Luther (4 A.) 1 
8. 556. Cfr. Centralbl. f. Bblw. VII 8. 202 Nr. 13. Oesterheld 
8. 23 Nr. 184. Cat. Beck 8. 68 Nr. 388 [„4,50 Jlf."]. 

In 4*>, 8 BU.y 8. leer. — Hndschrftl. Not. : „pro 5 A die penthecoftes 
[so] MDXXIII.« 

Wittenberg, [Cranach & Döring,] 1523. 

156. S)ai^ ein (Sl^aiftlic^e berfamlunge ober | gemeine« rec^t bnnb mad^tt 
l^abe* alle leere |it mtaiHenn* | bnnb lerer ju beruffen e^n bnnb 
abjufe^en ®2nnbt I bnnb b:fad^ auft ber fd^rifft^ || 3)octoj SKartinu^ 
Sut^er. II SBittemberg^ | 3».®^jjiü || 

W. A.: F [etw. abw.]. Erl. A. 22 8. 141 Nr. 7 [st „n": „vl"]. 
Weller 8. 285 Nr. 2509 [5^. „ft" : u]. 

In 40, 6 BU., Sian. SCij— »ij (4 u. 2 Bll.)\ ohne Cust u. Num. Stumpfe 
Schwab. Lettemj nur Titelz. 1 in gröfserer Sorte; Titelz. 7 {Jahreszahl) got. 

— Etwas größere Initiale 2r. 4, öfter au^h kl. Initiale ®. Die Titeheilen 
c. 47 '49 mm hoch. Clmbr, 107/109 mm, 37 Z. 

Bl. \v. leer. 2r. [m. Sign. Slij]: | 2)aÄ ain ®52iftUd6c bcrfamlung ober 
flcmatncrcc^t [so] bnb mac^t ^ab | alle leer ö& brtailcn/ bnb lerer 36 bcrÄffen 
ctjn bnb ab^üfcftcn/ @2unbt | bnb brfacb aub ber fc^aifft. SDiartinuiJ ßut^cr. || 
(^aSff» erft tft bon n6tten . . . Schlufs 6r. 13: J larucn önb rechte ftnbcr »ifc^offe. || 
Unmittelb. unter d. Text Cust. Bi). Best a. S. u, verso ker, 

[Augsburg, Jörg Nadler.] 

157. ©piftel ©anct $etri geprebigt | bnb ou^gelegt | bnrd^ I SKart* 
Sutl^er* lim Uuittemberg» SW* ?)♦ 3£3£üi. || [Titelbora. = v. JDomm.^ 
Orn. 83 A.] 

= V. Dommer 394. Heyer 167 (8. 463). W. A. 12 8. 250 A 
[doch W. A. Titek. 5: | SRart^ j Sutl^er^ || . . .]. Erl. A. 51 
8. 324 Nr. 1 [„Suittentberg", „mi^ a. Schi: „ju\ „jar"]. 
Oesterheld 8. 23 Nr. 188. Cat. Beck 8. 51 Nr. 290 [a. Schi: 
„in" - (,7,50 Jf.")]. 

317 



— 56 — 

1523 In 4», 104 Bll, 104 v, leer. — Hndschrftl N.: „pro 52 A Anno MDXXm 

In Vigilia | Zachariae [?]'' u. Margin, 

Wittenberg, Nickel Schirlentz, 1523. 

158. S^ct^e^en fd^iner c^aiftltd^er | pttixQ S)octo2 äßartin Susjtl^erd/ 
netplid^ bed jard (Sf)ii^ii^ Wl. 2)« ;^i« | au SBtttenberg ge))2ebiget* ||| 
Stern bcr 5ßaffion ober ba^ leiben ^z\u ffi^rifti/ bnb tpie tuir 
md I bed gehaud^en foUen« || ^^erinn erlern e^gentlic^ | n)ad ber 
®Iaub/ bnb fein fruc^t | bie Siebe fe^« ||| Serumb« J| 

= V. Dommer 403 [doch Titelz. 1: | . . . fd^öner [statti 
fd^öner] . . . 2r. 8: | . . . fle^62t | . . . 68r. Z. 23: | teüfel/ . . . . 
Erl. Ausg. (2 A.) 7 S.XVH Nr. I. Z. 1—6 [„fc^öttcr^ „ju" . 
Oesterheld 8. 24 Nr. 192. 
In 40, 68 5M., 68 v. leer. 

[Strafsbnrg, Johann Schott.] 

159. 3)2e9 fd^oner ©er- 1 mon ge^Jiebiget burc^ Do- 1 cto: SKartini Sut^er | 
ju jbittemberg. | *•;•.*•' || 2)ag erft (guangcliunr \so\ abie | ain ^^rt 
bnb oin ©c^offftoH* toürt. || 

= V. Dommer 405. — Hey er 172 (8. 464). Oesterheld 
8. 24 Nr. 193. 
In 40, 10 BU., 10«. Uer, Betr. des Druckers vgl Nr, 123. 
[Strafsbnrg, Johann Schott] 



31b 



Ornamente. 



a. Bilder. 

1. Äufserer Linienrand 104/105x106/107 mm. Eine Tranung. 
11 Personen, z. T. allerdings nnr mit dem oberen Teil des Kopfes 
oder der Eopfbedecknng zu sehen. Hinter dem Bräutigam steht ein 
Mann mit einer Trommel. Horizontale Schraffiemng. 

2. Idem. Über